Wagon Factory Closure and Economic Competitiveness
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court was asked to consider the closure of a wagon factory, which would result in significant job losses for a region. The petitioners argued that the decision was driven solely by profit, despite the company's recent increased profits and pending orders, and that workers had made sacrifices. They questioned the government's assessment of this decision, the company's information practices, and requested measures to ensure the factory's continuation, including public transport contracts. The court acknowledged the difficult situation but stated that company formation and closure are characteristics of a competitive economy. While the government could not directly fund the continuation of a failing business, it would take measures to mitigate the negative consequences of closures and aid in the reintegration of laid-off workers, such as through unemployment insurance and job placement services.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 31 bis al. 2 et al. 3 let. a CO, Art. 31 bis al. 3 let. c CO, Art. 31 quater al. 1 CO; Wagon Factory Closure and Economic Competitiveness: The petitioners argued that the decision was driven solely by profit, despite the company's recent increased profits and pending orders, and that workers had made sacrifices. They questioned the government's assessment of this decision, the company's information practices, and requested measures to ensure the factory's continuation, including public transport contracts. The court acknowledged the difficult situation but stated that company formation and closure are characteristics of a competitive economy. While the government could not directly fund the continuation of a failing business, it would take measures to mitigate the negative consequences of closures and aid in the reintegration of laid-off workers, such as through unemployment insurance and job placement services.
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KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the constitutional basis for the Federal Council to take measures to preserve and promote important economic sectors threatened in their existence.
Cited as the constitutional basis for the Federal Council to take measures for economically threatened regions.
Cited as the constitutional provision obliging the Confederation to take measures to prevent unemployment.
Volltext
Interpellation du groupe du PdT/PSA/POCH 1154 N 20 septembre 1983
- Groupe de travail sur les politiques de développement zum Entscheid «gezwungen» gewesen, die Wagons- und
régional. Aufzügefabrik Schlieren zu schliessen und damit die für eine
- Structures industrielles futures. ganze Region bedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen zu
Weiter sind zwei themenspezifische Expertentreffen der liquidieren. Dieser Entscheid, der trotz erhöhten Gewinnen
OECD-Mitgliedsländer zu erwähnen: des multinationalen Konzerns, trotz in Aussicht stehenden
Bestellungen und trotz mehrmaligen «Opfern» der Arbeit-
- Financing Innovation in smaller Firms, OECD-Seminar an nehmer gefällt wurde, kann nicht einfach hingenommen
der HSG, St.Gallen, 17. und 18.April 1980. werden.
- Innovation Policy: Trends and Perspective, OECD-Semi- Wir bitten deshalb den Bundesrat um die Beantwortung
nar Paris, 17. und 18.Juni 1980. folgender Fragen:
Neben den Arbeiten im Rahmen der OECD stützt sich der 1. Wie beurteilt der Bundesrat diesen vom reinen Profitstre-
Bundesrat auch auf vertrauliche Dokumente des internatio- ben geleiteten Schliessungsentscheid der Schindler-Kon-
nalen Währungsfonds. zernleitung? Ist er insbesondere auch der Meinung, dass die
Was die Analysen im Inland anbelangt, sind verschiedene schlechte Informationspraxis des Schindler-Konzerns wie-
Forschungsprojekte des NFP 5 «Regionalprobleme in der der einmal die dringliche Revision des Aktienrechts ver-
Schweiz» sowie des NFP 9 «Mechanismen und Entwicklung langt?
der schweizerischen Wirtschaft» zu nennen. Wir venweisen 2. Ist der Bundesrat bereit, alle geeigneten Massnahmen zu
auch auf den Bericht «Forschungspolitische Zielvorstellun- treffen, um die Weiterführung der Wagonfabrik Schlieren zu
gen 1980» des Schweizerischen Wissenschaftsrates und die sichern?
Publikation «Strategische Erörterungen zur Regional- und
3. Obwohl es nicht zur Aufgabe der öffentlichen Hand wer-
Strukturpolitik» der Schweizerischen StudiengeselSchaft
den sollte, die Arroganz der Macht von multinationalen
für Raumordnungs- und Regionalpolitik (ROREP).
Firmen durch Auftragserteilungen noch quasi zu honorie-
2. An den obenerwähnten Expertentreffen und in den ren, sind wegen der Bedrohung einer ganzen Region kon-
OECD-Gruppen wurden systematisch die Erfahrungen der krete Massnahmen unerlässlich. Ist der Bundesrat deshalb
westlichen OECD-Länder ausgewertet. Ein besonderes bereit, im Bereich des öffentlichen Verkehrs Über-
Augenmerk wurde den Förderungsmassnahmen der tech- brückungsaufträge zur Sicherung der Arbeitsplätze bei der
nologisch führenden Konkurrenzländer, wie den USA, Wagonfabrik Schlieren zu erteilen?
Japans und der BRD gewidmet.
3. Die vom Bundesrat zur Vernehmlassung vorgelegten Texte de l'interpellation du 7 juin 1983
Massnahmen sind von folgenden Expertengremien vorges- La direction de la SA Schindler Holding prétend avoir été
chlagen worden: contrainte, pour des raisons de «restructuration des moyens
- Die Expertengruppe Risikokapital hat die Schaffung einer de production», de décider la fermeture de la Fabrique de
Innovationsrisikogarantie empfohlen; wagons et d'ascenseurs de Schlieren et de supprimer ainsi
un certain nombre d'emplois, ce qui entraîne des consé-
- Mit den Änderungen bei den regionalpolitischen Mass-
quences importantes pour toute une région. Il n'est pas
nahmen haben sich das Kooridnationsorgan BIGA/Uhren-
possible d'accepter purement et simplement cette décision,
kantone/Uhrenstädte und die Beratende Kommission für
prise malgré les bénéfices accrus de cette multinationale,
regionale Wirtschaftsförderung befasst.
malgré les commandes en vue et malgré les sacrifices
4. Ordnungspolitisch stützt sich der Bundesrat auf den Ver- répétés consentis par les travailleurs.
fassungsartikel 31 bis Absatz 2 und Absatz 3 Buchstabe a, Etant donné ce qui précède, le Conseil fédéral est prié de
wo der Bund gehalten wird, Massnahmen zu ergreifen zur répondre aux questions suivantes:
Erhaltung und Förderung wichtiger, in ihren Existenz-
1. Quelle appréciation porte-il sur cette décision de ferme-
grundlagen gefährdeter Wirtschaftszweige. Litera c dessel-
ture prise par la direction de Schindler en fonction de
ben Absatzes erteilt ihm einen analogen Auftrag für wirt-
critères de rentabilité seulement? En particulier, est-il égale-
schaftlich bedrohte Landesteile. Der Bundesrat trägt mit
ment de l'avis que la mauvaise politique de l'information
diesen Massnahmen dem Präventivgedanken Rechnung,
pratiquée par le konzern Schindler montre une fois de plus
der sowohl in den Wirtschaftsartikeln als auch in Ar-
qu'il est urgent de réviser la législation concernant la société
tikel 31quinquies Absatz 1 enthalten ist und in denen der
Bund verpflichtet wird, Massnahmen zur Verhütung von anonyme?
Arbeitslosigkeit zu treffen. 2. Le Conseil fédéral est-il prêt à prendre toutes les mesures
utiles afin de pouvoir assurer que la Fabrique de wagons de
Ammann-Bern: Ich erkläre mich von der Antwort nicht Schlieren poursuivra son activité?
befriedigt. Wir sollten hier damit aber keine Zeit verlieren, da 3. En raison du fait que toute une région est menacée, il est
diese Fragen ganz sicher in den Kommissionen und im Rat indispensable de prendre des mesures pratiques, encore
auch noch zur Sprache kommen werden. qu'il n'appartienne normalement pas aux pouvoirs publics
de récompenser par des commandes l'arrogance dont font
preuve les responsables de puissantes sociétés multinatio-
nales. Etant donné ce qui précède, le Conseil fédéral est-il
disposé à attribuer des commandes dans le secteur des
transports publics, afin de permettre à la Fabrique de
#ST# 83.434 wagons de Schlieren de «faire la soudure» durant cette
Interpellation der Fraktion der Pd A/PS A/POCH période critique et d'assurer le maintien des emplois?
Wagonfabrik Schlieren.
Massnahmen zur Weiterführung Herczog: Ich war in der Sommersession von der Fraktion
Interpellation du groupe du PdT/PSA/POCH der Pda/PSA/POCH beauftragt worden, im Zusammenhang
mit der Schliessung der Wagonfabrik Schlieren eine Inter-
Fabrique de wagons de Schlieren. pellation einzureichen. Damals wollten wir, dass diese Inter-
Mesures de sauvegarde pellation dringlich behandelt werde; das war aber im Rah-
men der Ratsgeschäfte nicht möglich. Ich bin froh, dass wir
heute soweit sind, diese Geschichte hier zu diskutieren,
bzw. uns vor allem die Massnahmen von selten des Bundes-
Wortlaut der Interpellation vom 7. Juni 1983 rates anzuhören.
Wegen sogenannter «Straffung der Produktionsstrukturen» Die Fakten sind Ihnen bekannt: Wegen angeblicher Straf-
sei die Konzernleitung der Schindler Holding AG angeblich fung der Produktionsstrukturen hat die Konzernleitung der
20. September 1983 N 1155 Interpellation der Fraktion der PdA/PSA/POCH
Schindler-Holding AG beschlossen, die Wagon- und Aufzü- Produktionszweige, die nicht weiter erhalten werden kön-
gefabrik in Schlieren in zwei Jahren zu schliessen. Das Fazit nen, durch neue zu ersetzen. Stichwort: Sortimentsbe-
ist, dass in einer wichtigen Region im Kanton Zürich eine reicherung und anderes mehr. Ich meine, dass ein allzu
grosse und bedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen liquidiert starres Festhalten, um eine Schliessung zu vermeiden, auch
wird, und zwar mit einem Entscheid, der stark an Arroganz den Arbeitnehmern nicht den erhofften Erfolg brächte. Die
grenzt, an Arroganz einer mächtigen Konzerngruppe. Konkurrenzfähigkeit ihres Unternehmens müsste auf diese
Wir sind in der Interpellationsantwort davon ausgegangen, Art und Weise leiden. Mit etwas Zeitverzug müsste dennoch
dass man jetzt diesen Entscheid nicht einfach hinnehmen die Unmöglichkeit, den Betrieb weiter mitzugestalten, kon-
kann. Wir gehen allerdings ebenso davon aus, dass das statiert werden. Die internationale Konkurrenz, die wir heute
Parlament bzw. die öffentliche Hand nicht eine solche Arro- so deutlich verspüren, beweist das jeden Tag. Wenn man
ganz auch noch honorieren sollte, und zwar mit Aufträgen. aber ein Unternehmen schliessen kann, gelegentlich
Aber auf der anderen Seite sind wir uns bewusst, dass die schliessen muss, dann steht allen, die dafür die Verantwor-
von der Schindler Holding betriebene Liquidation von tung zu übernehmen haben, als Korrelat ihrer Gestaltungs-
Arbeitsplätzen in der Region Zürich zu derartigen Konse- möglichkeiten die Verpflichtung gegenüber, die nachteili-
quenzen führen könnte, dass man hier trotzdem konkrete gen Folgen von Betriebsschliessungen und Entlassungen
Massnahmen ergreifen müsste. nach Möglichkeit zu mildern sowie die Wiedereingliederung
Damit Sie den Entscheid der Schindler-Konzernleitung bes- der Entlassenen zu fördern.
ser beurteilen können noch folgendes: Im letzten Jahr hat Sie kennen die Vertragspartnergespräche, die hier stattfan-
der Konzern erhöhte Gewinne ausgewiesen. Es sind Bestel- den und die wenn nicht ideale, so doch zu Optimismus
lungen für den ganzen Konzern ausstehend, und was die Anlass gebende Voraussetzungen für eine Lösung geschaf-
Arbeitnehmer betrifft, sind gerade in Schlieren grosse fen haben. Zum Abbau der Schwierigkeiten tragen auch
«Opfer» - ich möchte dieses Wort in Anführungszeichen echte staatliche Leistungen bei. Ich darf an die Arbeitslosen-
gebrauchen - verlangt worden mit dem Verzicht auf den versicherung erinnern, die Sie mit uns gemeinsam ausge-
Teuerungsausgleich oder auf Reallohnerhöhung usw. baut haben. Die allerjüngsten Beschlüsse, die wir getroffen
Zu unseren Fragen: Die erste Frage beinhaltet im wesentli- haben, bewähren sich hier und in allen kritischen Regionen.
chen drei Punkte: Wie beurteilt der Bundesrat diesen Ich verweise auch darauf, dass die finanziellen Beihilfen zur
Schliessungsentscheid? Wir messen dieser Beurteilung Überbrückung einkommensseitiger Schwierigkeiten ganz
eine gewisse politische Bedeutung zu, genau deswegen, wesentlich sind. Mit der Arbeitsvermittlung soll versucht
weil eine mächtige Konzerngruppe mit der erwähnten Arro- werden, die Dauer der Arbeitslosigkeit zu reduzieren und
ganz einen solchen Entscheid treffen kann. Meine Fraktion den freigestellten Arbeitnehmern zu neuen Beschäftigungs-
findet es wesentlich, dass eine politische Behörde, nament- möglichkeiten zu verhelfen. Ich messe diesem Teil unserer
lich unserer Regierung, dazu Stellung nimmt. Arbeitslosenbetreuung ganz grosse Bedeutung bei. Der
Der zweite Punkt der ersten Frage betrifft die Informations- Bundesrat ist sich bewusst, dass er damit lediglich die
politik des Schindler-Konzerns. Sie wissen, dass die ganze finanzielle Seite, die rechtliche Seite, nicht jedoch all die
Mitbestimmungsdiskussion sich auf die Informationspolitik grossen menschlichen und persönlichen Probleme mildern
bezieht. Der Entscheid des Schindler-Konzerns ist ein tref- kann.
fendes Schulbeispiel einer schlechten Informationspolitik Die von den Interpellanten geforderten staatlichen Massnah-
seitens der Arbeitgeber. Diese Informationspolitik wurde men sind nicht allein im Hinblick auf die Schliessung der
auch von den Behörden des Kantons wie der Stadt Zürich Wagons- und Aufzügefabrik Schlieren zu würdigen, auch
kritisiert. wenn hier im Vergleich zu anderen Betriebsstillegungen
Der dritte Punkt betrifft die dringliche Revision des Aktien- überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer vom Entscheid
rechtes; er wird von gewerkschaftlicher Seite ebenso ver- betroffen wurden.
langt. Ist der Bundesrat bereit, diese Revision entsprechend Das Recht auf staatliche Leistungen zur Abwehr einer dro-
vorwärts zu treiben? henden Betriebsschliessung aus wirtschaftlichen Gründen-
Zur zweiten Frage: Wir fragen, welche geeigneten Massnah- wenn Sie dies bejahen sollten, und dafür Rechtsgrundlagen
men der Bundesrat sieht, um die Weiterführung der Wag- schaffen würden - müsste selbstverständlich auch allen
gonfabrik zu sichern? mittleren und kleineren Unternehmen zukommen, die sich,
Die dritte Frage, die noch etwas konkreter ist: Ich habe in bezogen auf ihre Belegschaft, in der gleichen Lage befin-
der Einleitung gesagt, dass wir nicht jetzt gerne noch eine den. Das würde letzten Endes zu einer Sozialisierung der
derartige Arroganz eines Unternehmens mit Aufträgen Betriebsverluste führen, einer Vorstufe möglicher Betriebs-
honorieren möchten. Aber wir glauben, dass es unumgäng- schliessungen. Das ist aufgrund unserer gewollten Wirt-
lich ist, die Bedrohung dieser Region einigermassen abzu- schafts- und Gesellschaftsordnung ganz einfach nicht mög-
wenden, die Sicherung der Arbeitsplätze einigermassen zu lich.
garantieren. Wir fragen deshalb den Bundesrat an, ob er Ich würde sogar beifügen, dass eine solche Politik zur
bereit sei, im Bereich des öffentlichen Verkehrs Überbrük- Strukturerhaltung, zur Fehlleitung von Ressourcen und zur
kungsaufträge an die Firma, also an die Wagonfabrik Schlie- Verschleuderung öffentlicher Mittel führen müsste und
ren zu erteilen, damit eben diese Arbeitsplätze gesichert damit letztlich auch zur Einbusse unserer internationalen
werden können? Wettbewerbsfähigkeit. Arbeitslosigkeit wäre die Folge; sie
käme - ich wiederhole es - etwas später.
Bundesrat Purgier: Wir alle waren von der Schliessung Die Gründung und Schliessung von Unternehmen bleibt
dieses bedeutsamen Unternehmens betroffen, am meisten somit ein unternehmerischer Entscheid. Unsere Wirtschafts-
ohne Zweifel die im Betrieb tätigen Menschen selbst. Nun verfassung - ich sage es ganz klar - schliesst die Über-
wissen wir andererseits, dass Gründung und Schliessung nahme von Verlusten durch den Bund zum Zweck der Erhal-
von Unternehmen zu den Merkmalen unserer wettbewerbs- tung eines Unternehmens aus - sofern dies nicht im natio-
orientierten Wirtschaft gehören. Dabei spielt der Zusam- nalen Interesse liegt und damit eine Behandlung als Sonder-
menhang mit der vorher geschilderten strukturellen Anpas- fall rechtfertigen würde. Eine solche staatliche Übernahme
sung, wie sie in der Motion der sozialdemokratischen Frak- des Betriebes wurde hier ja nicht ernsthaft diskutiert und
tion diskutiert worden ist, mit hinein. Sie können beste- kann auch nicht in Frage kommen.
hende Wirtschaftsstrukturen nicht petrifizieren. Die Unter- Damit wir uns richtig verstehen - ich glaube, ich habe es
nehmen müssen sich weiter entwickeln. Es braucht gele- auch bei den vorhin behandelten Vorstössen deutlich
gentlich die Aufgabe beliebter Produktionszweige, verbun- gemacht -: Auch im Bereich der Unternehmen ist im Falle
den mit der Schaffung neuer. Für mich ist das Entschei- sich abzeichnender Gefahren alles daranzusetzen, dass
dende eine gute Unternehmensführung in einer gesunden etwa durch Sortimentserweiterung und durch andere
Volkswirtschaft, dass Unternehmung und alle Beteiligten Beschäftigungsmöglichkeiten derartige negative Effekte
rechtzeitig danach trachten, die im Auslauf befindlichen rechtzeitig aufgefangen werden können.
Interpellation du groupe socialiste 1156 N 20 septembre 1983
Ihre konkrete Frage zum Aktienrecht: Sie wissen, dass die bare Lösungen gemeinsam gefunden werden können. Der
Botschaft über das Aktienrecht am 23. Februar dieses Jahres Bundesrat nimmt im Rahmen seiner Möglichkeiten an die-
verabschiedet wurde. Die parlamentarischen Kommissionen sem Geschehen Anteil. Er will, wie ich es am Beispiel der
sind gebildet. Die Frage der Befriedigung der spezifischen Arbeitslosenversicherung zeigte, nicht nur reden, sondern
Informationsbedürfnisse der Beschäftigten kann jedoch auch handeln. Ich hoffe, dass die partnerschaftlichen Drei-
nicht allein im Rahmen des Aktienrechts gelöst werden. Ich ecksverhandlungen Stadt-Kanton-Schindler-Konzern im In-
möchte hier keine falschen Hoffnungen wecken. Sie muss teresse der Betroffenen zu guten Ergebnissen führen.
im Zusammenhang mit der Betriebssituation selbst, mit dem
Gespräch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gesehen Herczog: Ich möchte Ihnen beliebt machen, Diskussion zu
und gewertet werden. Und hier ist vielleicht die Arbeit der beschliessen. Es liegt ja auch noch eine Interpellation der
Expertenkommission, die zurzeit an einem Gesetzesentwurf sozialdemokratischen Fraktion vor. Es scheint mir merkwür-
über die Mitbestimmung auf betrieblicher Ebene nachdenkt dig zu sein, wenn ich auf diese Antwort, die mir Herr Bun-
- ein Entwurf, der wahrscheinlich Ende 1983 an die zustän- desrat Furgler gegeben hat, jetzt einfach erkläre «befriedigt
dige Nationalratskommission gehen wird - von besonderer teilweise», «befriedigt halbweise» oder «nicht befriedigt»,
Bedeutung. nur weil man sich nicht materiell zur Antwort äussern kann.
Eine Waggonsfabrik unterscheidet sich von anderen Unter- Ich bitte Sie also, Diskussion zu beschliessen, und zwar
nehmen dadurch, dass öffentliche Transportunternehmen auch für die Interpellation der sozialdemokratischen Frak-
ihre hauptsächlichsten Auftraggeber sind. Von verschiede- tion.
ner Seite - ich erinnere an unsere Debatten über das Wirt-
schaftsprogramm - wurde auf die Notwendigkeit eines Le président: M. Herczog demande la discussion au sujet de
Kapazitätsabbaues hingewiesen. Sie können langfristig son interpellation; nous votons sur cette proposition. Dans
dort, wo ein Kapazitätsüberhang besteht, nicht einfach so tous les cas, cette discussion serait reportée, car le groupe
tun, als ob er nicht bestünde. Und die hier in Frage stehen- socialiste a présenté une interpellation sur un objet sembla-
den Fabriken haben das sehr wohl zur Kenntnis genommen. ble. Je pense alors que la discussion devrait avoir lieu au
Zur Frage zusätzlicher Aufträge, die den Weiterbestand sujet des deux interpellations et un autre jour.
sichern sollen, muss ich folgendes bemerken:
Die SWS beschäftigt rund einen Viertel bis einen Drittel ihrer Abstimmung - Vote
Arbeitnehmer im Waggonbau. Der Schliessungsentscheid Für den Antrag Herczog 33 Stimmen
ist auf die unbefriedigende Auftrags- und Ertragslage im Dagegen 55 Stimmen
Gesamtunternehmen zurückgeführt worden. Mehr Aufträge
im Waggonbau würden die Probleme in anderen Bereichen Herczog: Ich möchte Ihnen noch erklären, dass wir nicht
des gleichen Unternehmens noch nicht zum Verschwinden befriedigt sind, aber es wird immer ein Geheimnis bleiben,
bringen. Aufgrund eines Abkommens aus dem Jahre 1981 weswegen. (Heiterkeit)
der Waggonfabriken Schindler Pratteln, Schweizerische
Industriegesellschaft Neuhausen und Schindler Schlieren
hat sich die letztere auf Revisionen und den Bau von Kom-
ponenten spezialisiert. Dieses Abkommen war eine Antwort
auf die Appelle der öffentlichen Hand, die diese Spezialisie-
rung anstrebten und unterstützten. Mit zusätzlichen Bestel- 83.438
lungen von Einheitswagen EWIV könnte die Beschäftigung
#ST#
in dieser Fabrik nicht nachhaltig, sondern nur auf relativ Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion
kurze Zeit stimuliert werden. Im Beschäftigungsprogramm Waggon-Industrie Schlieren.
haben Sie Rollmaterialbeschaffungen im Umfang von 70,4 Überbrückungsaufträge
Millionen Franken sowie Revisionen von SBB-Wagen im
Betrag von 2,5 Millionen Franken aufgenommen. Ein Teil Interpellation du groupe socialiste
dieser Aufträge geht auch nach Schlieren. Damit kann eine, Fabrique de wagons de Schlieren.
wenn auch bescheidene Hilfe in der Übergangsphase Commandes destinées à surmonter les difficultés
gewährt werden. actuelles
Die Frage zusätzlicher Aufträge ist aber doch in erster Linie
unter dem Aspekt «Bedarf, ja oder nein?» zu prüfen. Und Sie
haben darüber diskutiert und Entscheide gefällt in der März-
session. Ich erinnere an die verschiedenen Vorstösse, die
damals behandelt wurden. Wortlaut der Interpellation vom 7. Juni 1983
Die Aufträge aus dem Beschaffungsprogramm werden mit
Die Schindler Wagons- und Aufzügefabrik Schlieren soll
anderen Worten dazu beitragen, die Verhandlungen über
nach Absicht der Schindler-Holding in zwei Jahren
den Zeitpunkt der Unternehmensschliessung zu erleichtern. geschlossen werden. Es besteht die Gefahr, dass wegen
In der Zwischenzeit wurde eine Arbeitsgruppe «Offene Pla- einer vorübergehenden Auftragsflaute in der ersten Hälfte
nung» eingesetzt. Unter der Leitung von Schindler prüfen
der achtziger Jahre Kapazitäten in der Waggon-Industrie
Gewerkschaften sowie die Behörden des Kantons Zürich abgebaut werden, die nach 1985 wegen der in Aussicht
und der Stadt Schlieren die Möglichkeiten zum Aufbau gestellten Grossaufträge wieder ausgelastet werden könn-
neuer Arbeitsplätze auf dem freiwerdenden Werkareal. ten (Zürcher Tram 2000, Zürcher S-Bahn, Privatbahnen,
Nach einer ersten Grobstudie gibt sich diese Arbeitsgruppe
zuversichtlich; das scheint mir bedeutsam. Und vor kurzem Hochgeschwindigkeitszüge).
Nach verbreiteter Auffassung haben die schweizerischen
haben demzufolge der Regierungsrat des Kantons Zürich, Bahnen zum Teil sehr überaltertes Rollmaterial, das revi-
der ja hier auch verteten ist, sowie Schindler Management sionsbedürftig ist oder nach dem Umbau anderweitig einge-
AG und Schindler selbst wie auch der Stadtrat von Schlieren
setzt werden könnte. Die Auftragserteilung für solche Revi-
einer solchen Weiterbearbeitung der Projekte zugestimmt.
sionen könnte unter Umständen dazu dienen, die Schlies-
Neben verschiedenen Zusicherungen des Schindler-Kon-
zerns über den Auslaufplan und die Entlassungen enthält sung des Werkes Schlieren zu verhindern.
die Vereinbarung die Aufhebung des Boykotts, den der Der Bundesrat wird deshalb um Auskunft gebeten:
Regierungsrat von Zürich seinerzeit über die Firma Schind- 1. Ist der Bundesrat bereit, seine guten Dienste zur Verfü-
ler verhängt hatte. gung zu stellen, um zusammen mit den kantonalen und
Auch wenn die Schliessung Schlierens für die betroffenen kommunalen Behörden nach Lösungen zu suchen, welche
Arbeitnehmer damit zur schmerzlichen Tatsache geworden es ermöglichen, den Schliessungsentscheid rückgängig zu
ist, haben die Verhandlungsergebnisse gezeigt, dass trag- machen?
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation der Fraktion der PdA/PSA/POCH Wagonfabrik Schlieren. Massnahmen zur
Weiterführung
Interpellation du groupe du PdT/PSA/POCH Fabrique de wagons de Schlieren. Mesures de
sauvegarde
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1983
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 83.434
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 20.09.1983 - 08:00
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