Federal Financial System Reform
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe motion proposed a new financial system to disentangle federal and cantonal responsibilities, balance direct and indirect taxation, respect tax burden limits, and achieve a balanced federal budget. It suggested abolishing the turnover tax, replacing it with a consumption tax on goods and services, dedicating a portion to social security, and gradually reducing direct federal taxes to a financial equalization tax, compensating for losses by increasing the consumption tax. The federal council acknowledged the imbalance favouring direct taxes and supported the motion's goals but, due to ongoing consultations on consumption tax reform, proposed transforming the motion into a postulat for further study.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 57ter; Federal Financial System Reform: It suggested abolishing the turnover tax, replacing it with a consumption tax on goods and services, dedicating a portion to social security, and gradually reducing direct federal taxes to a financial equalization tax, compensating for losses by increasing the consumption tax. The federal council acknowledged the imbalance favouring direct taxes and supported the motion's goals but, due to ongoing consultations on consumption tax reform, proposed transforming the motion into a postulat for further study.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the basis for the duties of the Audit Committee, relevant to the oversight of the federal administration and judiciary.
Volltext
7. Juni 1983 190 Motion Muheim
bei den Einnahmen, so dass sich der Ausgabenüberschuss #ST# 83.353
dieses Departements im vergangenen Jahr um sage und
schreibe 26 Prozent erhöhte, und zwar geht das durch alle Motion Muheim
Bundesämter hindurch. Zum Beispiel ist das Bundesamt für Finanzordnung - Régime financier
Verkehr, das gewichtigste, mit einem Ausgabenwachstum
von 13,4 Prozent beteiligt, das Bundesamt für Zivilluftfahrt
mit 21,5 Prozent, das Bundesamt für Wasserwirtschaft mit
24 Prozent und das Bundesamt für Energiewirtschaft mit
15 Prozent. Die Einnahmen des Departements sanken Wortlaut der Motion vom 8. März 1983
wegen der Halbierung der Gewinnablieferungen der PTT um Der Bundesrat wird eingeladen, eine Finanzordnung vorzu-
30 Prozent. Trotz dieses Wachstums der Ausgaben ist an legen, welche die Entflechtung von Bund und Kantonen
der Rechnung nun herzlich wenig auszusetzen, weil alles unterstützt, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen indirek-
abgedeckt ist durch Budget und Budgetnachträge. Das ter und direkter Besteuerung herstellt, die Grenzen der
heisst also nichts anderes, als dass wir als Parlament die- steuerlichen Gesamtbelastung des Bürgers und der Wirt-
sem Ausgabenwachstum, sei es der Not gehorchend oder schaft beachtet und schrittweise in Ergänzung der notwen-
dem eigenen Triebe, zugestimmt haben. digen Sparprogramme zu einem ausgeglichenen Bundes-
Das Ausgabenwachstum in diesem Departement macht haushalt führt.
aber auch deutlich, dass wir hier nicht um Eingriffe in die Zu diesem Zweck ist zuhanden des Parlaments und des
Finanzierungsstruktur bzw. die Ausgabenstruktur herum- Volkes eine Verfassungsvorlage zu unterbreiten, worin die
kommen. Deshalb bin ich nicht glücklich über das, was man nachfolgenden Grundsätze in etwa verwirklicht werden:
bei den Verkehrsvorlagen auch in zeitlicher Hinsicht macht.
Die Stellung, die wir dem öffentlichen Verkehr einräumen 1. Die Warenumsatzsteuer ist aufzuheben, da sie die für die
wollen, und seine Finanzierung müssen rasch geordnet wirtschaftliche Entwicklung dringend notwendige Investi-
werden. Desgleichen gehört ernsthaft überprüft, ob der tionstätigkeit hemmt und zudem die schweizerischen
längst den Kinderschuhen entwachsene Luftverkehr weiter- Exportgüter auf den ausländischen Märkten preislich
hin Subventionen benötigt. benachteiligt.
Mit diesem Bemerkungen bitte ich Sie um Zustimmung zu 2. Die Wust ist durch eine verwaltungsmässig einfache
dieser Rechnung. Umsatzsteuer auf dem Verbrauch von Gütern und Dienstlei-
stungen mit minimalem Steuersatz abzulösen.
M. Chevallaz, conseiller fédéral: Je prends note des remar- 3. Ein bestimmter Teil dieser Umsatzsteuer ist zur Siche-
ques de M. Belser. Je suis tout à fait incapable de lui expli- rung der Bundesleistungen zugunsten der Sozialversiche-
quer les raisons des mystères qu'il évoque. rungen zu verankern.
Genehmigt - Approuvé 4. Die direkte Bundessteuer ist in Teilschritten, welche den
vollen Ausgleich der kalten Progression mitumfassen, her-
Gesamtvoranschlag - Budget général abzusetzen und in Etappen in eine reine Finanzausgleichs-
steuer überzuführen. Die dadurch im Bundeshaushalt ent-
Genehmigt - Approuvé stehenden Ausfälle sind gleichzeitig und ebenfalls schritt-
weise durch Anhebung des Steuersatzes der neuen
Anhang - Annexe Umsatzsteuer vollumfänglich auszugleichen.
Bundesamt für Rüstungsbetriebe Texte de la motion du 8 mars 1983
Office fédéral de la production d'armements Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer un régime financier
Genehmigt - Approuvé qui favorise la désimbrication des tâches de la Confédéra-
tion et des cantons, qui instaure un rapport judicieux entre
Eidgenössische Münzstätte - Monnaie fédérale la taxation directe et indirecte, tout en tenant compte des
limites à l'imposition des citoyens et de l'économie, le tout
Genehmigt - Approuvé de manière à réaliser progressivement et en complément
aux nécessaires programmes d'économies, l'équilibre du
Bundesbeschluss - Arrêté fédéral budget fédéral.
Dans ce but, le Gouvernement est prié de présenter au Par-
Eintreten ist obligatorisch lement et au peuple un projet de révision constitutionnelle
L'entr.ee en matière est acquise de pleine droit visant à mettre en œuvre les principes suivants:
1. L'impôt sur le chiffre d'affaires doit être supprimé car il
Detailberatung - Discission par articles décourage l'investissement indispensable à l'activité éco-
nomique et renchérit les marchandises suisses écoulées
Titel und Ingress, Art. 1 und 2 sur les marchés étrangers.
Antrag der Kommission 2. L'ICHA doit être remplacé par un impôt de taux minimal
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates sur la consommation de biens et services qui entraîne un
minimum de tâches administratives.
Titre et préambule, art. 1 et 2 3. Une partie du produit de cet impôt doit être affectée au
Proposition de la commission financement des prestations fédérales au titre des assu-
Adhérer au projet du Conseil fédéral rances sociales.
4. L'impôt fédéral direct doit être abaissé en plusieurs
Angenommen - Adopté phases, tout compte tenu de la compensation intégrale de
la progression à froid, pour être transformé progressive-
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble ment en un impôt visant uniquement à la péréquation finan-
Für Annahme des Beschlussentwurfes 27 Stimmen cière. Simultanément, les pertes que subiront de ce fait les
(Einstimmigkeit) finances fédérales seront entièrement compensées, par
une augmentation, également progressive, du nouvel impôt
An den Nationalrat - Au Conseil national
prévu plus haut.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Binder, Genoud, Kündig,
Meier Hans, Schönenberger (5)
Motion Muheim 191 7 juin 1983
Muheim: Meine Mitunterzeichner und ich hätten kaum eine haushaltes dienen sollen. Nun ist es aber doch so, dass wir
bessere Plattform wählen können als die Diskussionen von heute schon eine Reihe gebundener Einnahmen haben. Ich
heute morgen um die Finanzperspektiven. Diese haben auf- denke an die Verkehrsabgaben wie auch an Abgaben an
gezeigt, dass wir Probleme im Finanzbereich des Bundes der Grenze, die zur Teilfinanzierung agrarischer Ausgaben
zu lösen haben, die sich kurzfristig aufdrängen. Meine dienen. Ich frage mich ernsthaft, ob es nicht wert wäre, hier
Motion möchte hier weiterfahren und langfristige Lösungs- in dieser Richtung einen weiteren Versuch zu wagen. Wir
probleme aufzeigen. Ich beginne mit einem Zitat von Präsi- würden damit eine gewisse Absicherung jenes Postens des
dent Dr. Leutwiler, einem Zitat, das er am 22. April 1983 so Staatshaushaltes erreichen, der auf Dauer benötigt wird,
formuliert hat: um die Sozialversicherungen zu finanzieren. Es wäre aber
«Die Anforderungen an den Staat nehmen ebenso zu, wie noch ein zweiter Vorteil damit verbunden: der Bürger - und
die Bereitschaft zu höheren Steuerleistungen abnimmt. unsere Steuerpolitik muss doch mit dem Bürger rechnen -,
Damit lässt sich aber kein öffentlicher Haushalt in Ordnung nicht nur der Steuerbürger, sondern auch der Stimmbürger
bringen.» würde die Zusammenhänge der Einnahmenbeschaffung mit
Hier will die Motion zuhanden des Bundesrates aufzeigen, der Ausgabendeckung besser erkennen können.
dass nebst den kurzfristigen Aufgaben auch langfristige Zur finanzpolitischen Seite dieses Programmes: Der Staat
Sanierungsmassnahmen und das Ausrichten auf eine weit- soll sich zur Aufgabe machen, seine Ausgabenstruktur
gespannte Zielvorstellung notwendig sind. verstetigend einzusetzen. Dieser Begriff steht im Gegen-
Was will die Motion, deren Text Sie ja kennen und die ich satz zur Politik - zur Theorie möchte ich eher sagen -,
nicht im Detail zu kommentieren habe? Die Motion will wonach der Staat in schlechten Zeiten Nachfrage zu schaf-
zunächst ein besseres Steuersystem anstreben, das wirt- fen habe, um in guten Zeiten Steuerersparnisse auf die
schaftlich, staatspolitisch und sozial besser liegt. Damit soll Seite legen zu können. Ich glaube an diese Theorie, nicht
es mithelfen - wenn Sie gestatten, dass ich unterstreiche: aber an die Praxis. Ich glaube, ein Staatswesen tut gut,
mithelfen -, den Finanzhaushalt schrittweise einer ausgegli- seine Ausgabenseite als verstetigten Block zu sehen. Noch
chenen Rechnung zuzuführen. Dieses Verfahren - ich habe heute morgen hat der «stellvertretende Finanzminister» dar-
es schon angetönt mit dem Wort mittelfristig - soll in Teil- gelegt, dass man gewisse Kürzungen jetzt nicht vornehmen
stufen erfolgen. Nichts ist nämlich schädlicher als soll, weil man die Ausgabenseite nicht einfach radikal defla-
schockähnliche Änderungen. Weder ist unsere Referen- tionär herabsetzen soll. Wenn Sie aber die Ausgaben ver-
dumsdemokratie dazu fähig noch ist es wirtschafts- und stetigen wollen, weil sie darin volkswirtschaftliche Vorteile
sozialpolitisch verantwortbar, mit schockähnlichen Verän- erkennen (und ich würde meinen, es sei gut so), dann soll-
derungen, Satzerhöhungen usw. in einmal eingespielte ten auch die Einnahmen verstetigt erfolgen. Und hier liegt
Gefüge einzugreifen. Ich denke an einen Zeithorizont von gerade die Crux bei den zwei heutigen Hauptträgern, der
zehn bis zwölf Jahren; das scheint im Moment sehr viel. Warenumsatzsteuer und der direkten Bundessteuer. Wenn
Wenn Sie aber in diesem Lande unter Berücksichtigung die Zeiten schlecht sind, gehen die Investitionen im Lande
aller Komponenten wirklich eine Änderung eines Systems zurück; da ist ein innerer Zusammenhang gegeben. Ein
anstreben wollen und damit Erfolg zu haben wünschen, Grossteil der Warenumsatzsteuer ist eben eine Steuer auf
dann müssen Sie die Sache über eine längere Frist hinweg den Investitionen. Die fehlen aber gerade dann, wenn sie
betrachten und sie in Teilschritten zu erreichen versuchen. dazu dienen sollte, den Staatsausgabenplafonds zu halten.
Das Wesentliche der Motion im steuerrechtlichen und Bei der direkten Bundessteuer: In guten Zeiten steigen die
steuerpolitischen Bereich liegt darin, dass bei den direkten Einkommen, steigen die Gewinne und steigen damit auch
Bundessteuern gewisse Reduktionen ins Auge zu fassen die Steuereinnahmen. Wir haben somit einen gegenläufigen
sind. Die direkte Bundessteuer sollte also nach diesem Pro- Effekt. Das hat dazu geführt, dass noch vor wenigen Jahren
gramm am Ende der Periode schliesslich eine reine Finanz- hier in diesem Saal ein Bundesrat erklären konnte: «Wir
ausgleichssteuer darstellen. Auf Stufe der Kantone könnten haben genug Geld in der Staatskasse.» Das war eine Aus-
gewisse Steuersubstrate (Einkommens-, Vermögenswerte, sage im Zusammenhang mit dem Abschluss des Freihan-
Gesellschaftserträge, Gesellschaftskapitalien) zur Finanzie- delsvertrages, als man die Zölle reduziert hat. «Wir haben
rung gewisser Aufgaben steuerlich beansprucht werden, genug Geld», das war richtig, bezogen auf die damalige
die im Zuge der Aufgabenteilung schrittweise an die Kan- Boom-Situation. Und heute erkennen wir doch wesentliche
tone fallen werden. Die indirekte Steuer indessen sollte vom Nachteile. So meine ich: eine Verbesserung dieser Finanz-
Bund zu seinem Hauptpfeiler der Einkommensbeschaffung strukturen wären nötig.
werden, eine indirekte Steuer also, bei der nicht nur Güter, Damit verbunden sind schliesslich auch wirtschaftspoliti-
sondern auch Dienstleistungen miteinzubeziehen wären. All sche Aspekte. Ich meine vor allem, dass es nicht sehr sinn-
dies müsste schrittweise erfolgen - sozusagen in Form voll ist, wenn der Staat Investitionen steuerlich belastet, wo
einer kommunizierenden Röhre: während die direkte Bun- doch nach allgemeiner Anschauung die Investitionen die
dessteuer in einzelnen Teilschritten abzubauen wäre, müss- Träger des Wohlstandes und der kommenden wirtschaftli-
ten in gleichem Masse auf der indirekten Steuerseite die chen Entwicklung sind.
Einnahmenausfälle des Bundes gedeckt werden. Das ganze Noch ein Wort ist zur Konsumbelastung zu sagen. Sie wird
System sollte zunächst weder Einnahmen vermindern noch sehr oft als unsozial bezeichnet. Diese Meinung teile ich
einnahmenvermehrend sein. Parlament und Volk sollte im nicht. Wenn wir den Zwangsbedarf von der indirekten
fortschreitenden Verwirklichen eines solchen Programms Steuer ausnehmen oder ihn nur ganz gering belasten, dann
die Möglichkeit geboten sein, die auch in Zukunft mit Wahr- ist eine Konsumsteuer sozial. Sie trifft jene, die sich grosse
scheinlichkeit vorhandenen Defizite doch langsam aufzufül- Ausgaben leisten können, also jene, die Wohlstand im täg-
len. lich anspruchsvollen Konsum zum Ausdruck bringen. Da
Damit habe ich deutlich nein gesagt zu allen Arten von Son- meine ich, dass sei gerecht und auch sozialpolitisch vertret-
dersteuern. Ich glaube, diese «Zwischenübung» mit der bar.
Suche nach irgendwelchen Möglichkeiten hat sich als Wenn ich ein solches Programm vorlege, muss ich ein paar
erfolglos erwiesen. Keine politische Richtung hat ihre Ideen Worte zum referendumspolitischen Aspekt anführen. Viele
durchsetzen können. Damit schliesse ich aber die Schwer- erklären, vor den Wahlen im Herbst sollte das Parlament
verkehrsabgabe nicht aus, soweit diese eine Abgabe für Dinge nicht breitlegen und dem Volk nicht vorlegen, Dinge,
Nutzung, also eine typische Zweckabgabe und ein die ja noch in weiter Zukunft liegen. Als ein Demokrat aus
Nutzungsentgelt darstellt. Uri habe ich eine ganz andere Auffassung. Ich bin über-
In der Motion habe ich für die Sozialversicherung einen be- zeugt, dass unser Volk von uns wissen will, was wir planen,
stimmten Prozentsatz auszuscheiden gewünscht. Warum wie wir die Zukunft finanziell zu bewältigen gedenken. Das
ein solches Vorgehen? Ich kenne zwar die Theorie der Volk will aber keine Hektik. Es will nicht «von einer Zahlen-
Finanzwissenschafter, wonach die Gesamteinnahmen der reihe zur anderen» geworfen werden. Wenn wir ein mittelfri-
öffentlichen Hand für die gesamten Ausgaben des Staats- stiges Programm über zehn bis zwölf Jahre hinweg ins
7. Juni 1983 192 Motion Muheim
Auge fassen - nicht als Konzept, nicht gross aufgebauscht, la progression à froid en matière d'impôt direct et de celles
sondern pragmatisch schrittweise -, dann bin ich über- qui résulteraient - elles sont importantes - de la transfor-
zeugt, dass das Volk uns und unseren Überlegungen wie- mation de cet impôt en un impôt visant uniquement la péré-
der zuhören wird. Dies vor allem, da es ja jeden einzelnen quation financière.
Teilschritt an der Urne mitbestimmen würde. Quant à la neutralité concurrentielle du nouvel impôt sur le
Zum Abschluss ein paar staatspolitische Überlegungen. Es chiffre d'affaires, le but visé par la motion correspond à
ist völlig undenkbar, dass wir, losgelöst von den allgemei- celui de la motion relative à la révision de l'ICHA adoptée à
nen staatspolitischen Gedankengängen, Finanzpolitik l'issue des débats sur la prorogation du régime financier en
betreiben. Es wäre daher staatspolitisch wertvoll, wenn den 1981. Vous le savez, cette motion a été à l'origine du man-
Kantonen Steuersubstrat für ihre direkten Steuern wieder dat d'une commission d'étude présidée par votre ancien
freigegeben, d. h. zurückgegeben würde. Die kantonalen collègue M. Albin Heimann qui a examine les possibilités
Finanzdirektoren hätten mit ihren Grossräten und mit ihrem d'améliorer la neutralité concurrentielle de l'ICHA et d'en
Volk um Steuermehrbelastungen zu kämpfen. Eine Referen- simplifier la perception. Le rapport a été publié en avril der-
dumsdemokratie erfordert «Kampf der führenden Leute» nier, le Conseil fédéral a décidé de le soumettre à consulta-
um ihre guten Ideen. Ich meine hier zufügen zu dürfen, dass tion. Les milieux consultés seront appelés à donner leur
der Bürger im Kanton auch die Finanzzusammenhänge bes- avis non seulement sur les mesures dont la commission
ser erkennen kann; sie sind einsichtiger. Man kann dem recommande l'adoption, mais aussi plus fondamentalement
Bürger ebenso gewisse Dinge verständlicher darstellen. sur l'aménagement futur de l'impôt sur le chiffre d'affaires.
Auf Stufe Bund sind die Probleme bereits recht weit weg La Commission Heimann tient pour réalisable d'éliminer les
vom Bürger. Er hat daher den Eindruck, er bezahle hier in distorsions concurrentielles de l'ICHA dans le cadre du
eine grosse Tüte, die nach allen Seiten Öffnungen aufweise. droit constitutionnel en vigueur.
Ein anderer staatspolitischer Aspekt: Eine Motion dieser La présente motion demande, par contre, un changement
Art kann nur als Ergänzung der gesamtpolitischen Aktivitä- de système. Si cette motion était acceptée comme telle,
ten verstanden werden, d. h. im Zusammenhang mit Proble- elle restreindrait les possibilités d'appréciation que le
men des Sparens, der rationellen Erbringung staatlicher Conseil fédéral pourrait faire, les possibilités d'améliorer
Leistungen, auch der Fragen, wie man Verluste bei der kal- l'imposition du chiffre d'affaires. C'est pourquoi nous
ten Progression und bei der Taxe occulte wieder ausglei- sommes d'avis qu'il convient d'attendre que soient parve-
chen und wie man diese fehlenden Einnahmen sinngemäss nus les résultats de la procédure de consultation relative au
auffüllen kann. Ich schliesse mit einem Zitat von Erich rapport Heimann, cela nous permettra de décider des
A. Kägi aus der «Neuen Zürcher Zeitung»: «Statt leeres démarches ultérieures en connaissant l'opinion de très
Stroh zu dreschen, wäre es an der Zeit, die Erarbeitung larges milieux.
eines langfristigen Konzeptes an die Hand zu nehmen. Eine Quant à l'impôt fédéral direct, jusqu'ici - car l'idée a été
Aufgabe vielleicht für die Regierungsparteien und ihre Frak- émise quelquefois - l'autorité fédérale a refusé de le trans-
tionen?», so fragt Erich A. Kägi. Ich möchte mich dieser former en un pur impôt de péréquation financière. De même
Frage anschliessen und meine Begründung mit dem Hin- le peuple et les cantons, lorsqu'ils ont été appelés à se pro-
weis beenden, dass eine solche Motion nicht als Allheilmit- noncer sur les projets relatifs aux finances, ont toujours
tel verstanden werden kann. Das Manna wird nicht vom marqué l'avis que l'impôt fédéral direct, tout comme l'impôt
Himmel fallen. Eine Steuer, ob dieser oder jener Art, ist und sur le chiffre d'affaires doit constituer une source de finan-
bleibt immer ein Opfer des Bürgers. Ein solches Opfer aber cement essentielle de la Confédération équilibrant en quel-
muss ihm abgefordert werden in einem Staat, der sich zum que sorte sur le plan de la fiscalité économique l'impôt
Leistungsstaat entwickelt hat und wo sich die Begehren der direct.
Bürger in den Ratssälen lautstark artikulieren. Diese Begeh- Le fait de savoir si la Confédération peut à long terme
ren müssen aber finanziert werden. Ich glaube daher, eine renoncer dans une large mesure ou entièrement aux reve-
Motion dieser Art könnte mit dazu beitragen. nus provenant de l'impôt fédéral direct dépend essentielle-
ment, vous vous en doutez, de l'aménagement de l'imposi-
M. Chevallaz, conseiller fédéral: II est vrai que le rapport tion indirecte, en particulier de l'impôt sur le chiffre
existant entre l'imposition directe et indirecte est déséquili- d'affaires. De plus, la question de la nouvelle répartition des
bré, ces dernières années, à l'avantage des impôts directs. tâches entre la Confédération et les cantons est également
Dans la comparaison internationale, nous pourrions dire importante dans ce contexte. Avant que ces deux
que nous sommes à peu près entre le tiers et la moitié de la domaines aient fait l'objet d'une nouvelle réglementation, il
charge fiscale indirecte alors que nos impôts directs sui- serait, pensons-nous, prématuré de transformer l'impôt
vant les cantons et les communes - je le veux bien - arri- fédéral direct en un pur impôt de péréquation financière. Il
vent souvent à la hauteur, parfois dépassent même la faudrait y aller très progressivement, c'est d'ailleurs ce que
charge fiscale directe de nos voisins. C'est pourquoi, il souhaite le motionnaire. On peut aussi se demander si cet
serait souhaitable de corriger cette évolution par le biais impôt qui serait prélevé par la Confédération, dont le pro-
d'un allégement de l'impôt fédéral direct et naturellement duit reviendrait en totalité aux cantons, contribuerait de
d'une compensation de l'autre côté. Nous avions envisagé manière efficace à la «désimbrication» des tâches finan-
dans nos projets de 1977 et de 1979, qui ont subi le sort cières de la Confédération et des cantons ainsi que l'exige
que vous savez avec la TVA, par un impôt indirect économi- la motion.
quement et rationnellement réparti, un allégement sensible Mais l'idée en soi est d'un très grand intérêt, elle doit être
de l'imposition directe. étudiée avec prudence mais avec attention et cette pru-
Le régime financier actuel doit échoir en 1994, les proposi- dence nous incite - le motionnaire le comprendra - à lui
tions de M. Muheim sont donc tout à fait utiles et oppor- demander de bien vouloir transformer sa motion en postu-
tunes à notre réflexion. La motion part du principe que le lat.
produit des impôts indirects doit revenir à la Confédération,
celui des impôts directs aux cantons et aux communes. Präsident: Ich frage Herrn Muheim an, ob er bereit ist,
En matière d'impôt sur le chiffre d'affaires, la motion seine Motion in ein Postulat umwandeln zu lassen.
demande l'introduction d'un impôt indirect assurant la neu-
tralité concurrentielle et qui soit libéré de la taxe occulte. Muheim: Es gibt verschiedene Umwandlungen von Motio-
Cet impôt devrait frapper les biens et les services et sa per- nen in Postulate, zum Beispiel solche, bei denen man von
ception être simple. Eu égard aux facteurs limitant l'imposi- vornherein spürt, dass es nur darum geht, ein Geschäft
tion globale des citoyens de l'économie, il faudrait enfin que vom Tisch zu wischen, um es in die tiefen Schubladen des
les taux en soient le plus bas possible, du moins dans la hohen Bundesrates zu versenken. Hier und heute hatte ich,
mesure où ils ne devraient pas être augmentés pour couvrir als ich ganz optimistisch und wohlwollend die Ausführun-
les pertes de recettes dues à la compensation des effets de gen von Herrn Chevallaz anhörte, den Eindruck, dass der
Gestion du Conseil fédéral 193 7 juin 1983
Bundesrat gewillt ist, meine Überlegungen in Zukunft zu kommissionen weder fähig noch kompetent, eine dauernde
berücksichtigen. Er hat sogar von «prudence» gesprochen; und umfassende Kontrolle der Verwaltung auszuüben. Sie
das wäre ja eine hervorragende Tugend auf seiten des Bun- haben gegenüber der Verwaltung weder ein Weisungsrecht,
desrates. Dieser «prudence» möchte ich nicht entgegenste- noch ist es ihre Aufgabe, zukunftsgerichtete politische
hen. Aus diesem Grunde pflichte ich der Umwandlung bei. Akzente zu setzen. Zu diesem Zweck stehen dem Parla-
Eine politische Chance hätte aber auch darin bestehen kön- ment andere Instrumente zur Verfügung, so insbesondere
nen, unsere beiden Räte zu einer steuerpolitischen Äusse- der Richtlinienbericht oder der Legislaturzwischenbericht.
rung zu bewegen. Damit haben sie eigentlich eine gute Der Bericht der Geschäftsprüfungskommission über die
Gelegenheit verpasst, die Meinung unserer Kollegen hier durchgeführten Inspektionen enthält nur einen relativ klei-
und im Nationalrat zu testen. Aber wollen wir mal dem nen Teil der Aktivitäten der Geschäftsprüfungskommission.
Postulat zustimmen in der bestimmten Meinung und festen Wir haben auch dieses Jahr wieder zahlreiche Fragen an die
Hoffnung, dass der Bundesrat sich bei den nächsten Schrit- Departemente und die PTT gerichtet und die Antworten mit
ten zum Teil auch von meinen Überlegungen leiten lässt, um den Departementsvorstehern und den verantwortlichen
die Anregungen der Motion zu verwirklichen. Beamten erörtert. Einzelne Schwerpunkte werden von den
Sprechern der Kommission zu jedem Departement noch
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat hervorgehoben werden. Ebenso haben wir im vergangenen
Jahr in jedem Departement eine ausgewählte Dienststelle
besucht und ihre Aufgaben und Funktionsweise geprüft.
Über die wichtigsten dieser Inspektionen orientiert der
gedruckte Bericht der Kommission, den Sie erhalten haben.
#ST# 83.021 Insgesamt kommen wir auch dieses Jahr zu einem günsti-
gen Urteil über unsere Bundesverwaltung. Dem Bundesrat
Geschäftsbericht des Bundesrates, des Bundes- und allen Beamten und Angestellten des Bundes möchten
gerichts und des Eidgenössischen Versiche- wir daher Dank und Anerkennung für die erbrachte Lei-
rungsgerichts 1982 stung aussprechen.
Gestion du Conseil fédéral, du Tribunal fédéral et Gestatten Sie mir, an dieser Stelle noch einige allgemeine
Gedanken zur Qualität unserer Verwaltung und zu einem
du Tribunal fédéral des assurances 1982
besonderen Mittel, mit dem diese Leistung kontrolliert und
gefördert werden kann. Es wird nächstes Jahr zehn Jahre
Bericht des Bundesrates vom 23. Februar 1983, des Bundesgerichts her sein, seit der Bundesrat der Verwaltung ein Führungs-
vom 2. Februar 1983, des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
31. Dezember 1982 hilfsmittel in die Hand gegeben hat, das auch im Ausland
Rapport du Conseil fédéral du 23 février 1983, du Tribunal fédéral du Beachtung findet: die Richtlinien für die Verwaltungsfüh-
2 février 1983, du Tribunal fédéral des assurances du 31 décembre 1982 rung im Bund, das rote Büchlein, erlassen vom Bundesrat
Beschlussentwurf siehe Seite 333 des Berichts am 28. August 1974. Die Geschäftsprüfungskommission
Projet d'arrêté voir page 333 du rapport wird sich bei den diesjährigen Inspektionen besonders mit
Bezug durch die Eidgenössische Drucksachen- und Materialzentrale,
der Handhabung dieser Richtlinien befassen. Sie wird daher
Bern in einem Jahr näher über die Praxis der Verwaltungsführung
S'obtiennent auprès de l'Office central des imprimés orientieren können. Für heute beschränke ich mich auf Hin-
et du matériel, Berne weise zu jenem Teil der Richtlinien, die sich nach unserer
bisherigen Erfahrung sowohl für die Verwaltung selber als
auch für unsere Kontrolle über sie als bedeutsam erwiesen
haben.
Der oberste Grundsatz der Geschäftsführung ist im Verwal-
Dobler, Berichterstatter: In unserer Demokratie gilt es als tungsorganisationsgesetz festgehalten. Danach sind die
selbstverständlich, dass der Bundesrat dem Parlament all- Departemente und die ihnen unterstellten Verwaltungsein-
jährlich Rechenschaft über sein Handeln ablegen muss, heiten nach den Grundsätzen einer rechtmässigen, zweck-
und es gilt als fast ebenso selbstverständlich, dass er uns mässigen und leistungsfähigen Verwaltung zu organisieren
dabei eine wohlgeordnete und gut funktionierende Verwal- und zu leiten (Art. 44). Diesen Zielen dienen auch die Richt-
tung zeigen kann, in der schwerwiegende Mängel eine Aus- linien. Sie stellen eine Reihe von Grundprinzipien auf, regeln
nahme darstellen. Beide Selbstverständlichkeiten sind aber die strukturellen Voraussetzungen der Führung sowie die
nur scheinbar. Zum einen ist die Schweiz das einzige uns Führungstätigkeit selber und ihre Hilfsmittel. Zu den Grund-
bekannte Land, in dem die Regierung einen solchen prinzipien zählt die kooperative Führung. Sie bedeutet kon-
Rechenschaftsbericht vorzulegen hat. Zum anderen ist die sequente Förderung von Initiative und Selbständigkeit der
Qualität unserer Verwaltung eine Leistung, die nicht ein für Mitarbeiter, aktive Mitwirkung aller Beteiligten am Füh-
allemal feststeht, sondern immer wieder neu zu erbringen rungsprozess und überzeugende Begründung der Zielset-
ist. Wenn dabei die Prüfung des Geschäftsberichtes gerade zung und der Entscheidung. Ihre Grenzen ergeben sich vor
im Plenum unseres Rates eine Routineangelegenheit allem aus dem hierarchischen Aufbau der Verwaltung und
geworden ist, der in der Regel wenig Beachtung geschenkt der Notwendigkeit einer klaren Regelung der Entschei-
wird, so darf sie nicht darüber hingwegtäuschen, dass es dungsverantwortung, aber auch aus der Forderung nach
hier um ein wichtiges Instrument unserer demokratischen Effizienz der Verwaltung. Jeder Vorgesetzte muss hier das
Einrichtung geht, das wir wohl im Rahmen unserer Möglich- richtige Mass finden.
keiten als Milizparlamentarier, aber doch mit optimalem Ein- Erfolgreiche Führung darf nicht in den Tagesaktualitäten
satz anzuwenden verpflichtet sind. Wir verdanken es zu steckenbleiben. Sie erfordert Voraussicht, klare Zielsetzung
einem guten Teil unseren wohlausgewogenen Institutionen für die Tätigkeit der Mitarbeiter und Wahrung einer klaren
und unserer Wachsamkeit, die mögliche Fehlentwicklungen Prioritätenordnung. Diese Planung ist eine der wichtigsten
rechtzeitig zu erkennen und zu korrigieren suchen. Aufgaben der Vorgesetzten. Sie erfordert viel Zeit und Ein-
Die Aufgabe der Geschäftsprüfungskommissionen ist in satz. Gerade unter dem Druck der Personalknappheit ist
Artikel 57ter und folgende des Geschäftsverkehrsgesetzes entscheidend, dass diese scheinbar nicht unmittelbar pro-
umschrieben. Wenn darin von der Überwachung der duktive Führungsarbeit verstärkt wird. Wo der Vorgesetzte
Geschäftsführung der Eidgenössischen Verwaltung und der zur Entlastung seiner Mitarbeiter vermehrt selber die Sach-
Rechtsprechung die Rede ist, kann damit nur die Oberauf- bearbeitung übernimmt, läuft er Gefahr, die Führungsarbeit
sicht gemeint sein, die dem Parlament gemäss Bundesver- zu vernachlässigen. Diese Tendenz besteht in der Verwal-
fassung gesamtheitlich zusteht. Die Direktaufsicht übt, tung vor allem deshalb, weil die Auswahl der Vorgesetzten
gemäss Artikel 102 Ziffer 15 der Bundesverfassung, der oft zu sehr nach fachlichen Qualifikationen erfolgt. Vorge-
Bundesrat selbst aus. Daher sind die Geschäftsprüfungs- setzte wie Kandidaten einer Beförderung werden durch die
25-S
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Muheim Finanzordnung
Motion Muheim Régime financier
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1983
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 83.353
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.06.1983 - 08:00
Date
Data
Seite 190-193
Page
Pagina
Ref. No 20 011 676
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.
Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.
Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.