Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 83-068 KI-generiert

Legislature Debates Agriculture Law Amendments on Farm Support and Regulation

Geschäftsnummer VPB 83-068
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The legislative body debated amendments to the agriculture law, focusing on support for small and medium-sized farms, regulation of industrial livestock operations, and contributions for agricultural advisory services and technical training. Key debates involved proposals to phase out "factory farms," a minority pushing for targeted support of smaller enterprises and a phase-out of larger operations, and amendments concerning feed import management and subsidies for construction and equipment, with concerns raised about potential overproduction and administrative burdens. The council ultimately voted on various articles and amendments, reflecting differing views on state intervention, market regulation, and the definition of "farmer" within the context of agricultural policy.

Legislator-Regeste

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Art. 5 Abs. 3 gegen, Art. 15 Abs. 2 renz, Art. 15b Abs. 1 Art, Art. 15 Abs. 1 Bst, Art. 15b Abs. 1 Bst, Art. 19 verbes; Legislature Debates Agriculture Law Amendments on Farm Support and Regulation: Key debates involved proposals to phase out "factory farms," a minority pushing for targeted support of smaller enterprises and a phase-out of larger operations, and amendments concerning feed import management and subsidies for construction and equipment, with concerns raised about potential overproduction and administrative burdens. The council ultimately voted on various articles and amendments, reflecting differing views on state intervention, market regulation, and the definition of "farmer" within the context of agricultural policy.

Schlagwörter

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Landwirtschaftsrecht Gesetzesänderung Bauernbewegung Familienpolitik parlamentarische Beratungen Beihilfen im Agrarsektor

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 5 Abs. 3 gegen Art. 15 Abs. 2 renz Art. 15b Abs. 1 Art Art. 15 Abs. 1 Bst Art. 15b Abs. 1 Bst Art. 19 verbes Art. 29 steht Art. 19a Bst
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 15 Abs. 1 Bst. k, Abs. 2 Bst. b, Art. 15b Abs. 1 Bst. c

These provisions on federal contributions to agricultural technical schools and higher technical institutions were accepted.

Art. 19a

The commission's proposal to support small and medium-sized family farms with construction and equipment contributions was adopted.

Art. 19b Abs. 1, 3, 4, 5

These provisions concern maximum animal stocks and contributions for farms to ensure sufficient income and meet environmental standards, and were adopted.

Art. 19d Abs. 4 Bst. a Ziff. 1

This provision allows for the construction of stables without increasing animal stocks for family farms under certain conditions, and was adopted.

Art. 41 a Abs. 1

This provision mandates that when establishing lists of plant varieties, consideration must be given to their suitability for environmentally friendly production methods.

Art. 19f Abs. 1, 2, 3

These provisions concern the collection of levies and their use for contributions to quality, marketing, production control, and advisory services in agricultural sectors. They were adopted.

Art. 11a

This article concerning the federal maintenance of advisory centers for agriculture was adopted.

Art. 93 al. 1 LTF

This provision was used to declare the appeal inadmissible because it was against an interlocutory decision.

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Volltext

Loi sur l'agriculture. Modification 1578 N 25 septembre 1985

#ST# 83.068 nicht nachgeben und bitten Sie, diesen Minderheitsantrag

und auch den Nichteintretensantrag Biel wie die Kommis-

Landwirtschaftsgesetz. Änderung sion abzulehnen.

Loi sur l'agriculture. Modification

Bundespräsident Purgier: Ich ersuche Sie, wie die Kommis-

Fortsetzung - Suite sionssprecher, beide Anträge abzulehnen. Der Antrag auf

Siehe Seite 1551 hiervor- Voir page 1551 ci-devant Rückweisung der Vorlage geht davon aus, dass wir noch

engmaschiger legiferieren, die unternehmerische Freiheit

der Betroffenen also noch mehr einschränken sollten. Wir

haben mit der Landwirtschaftsgesetzrevision 1979, über die

ich bereits heute nachmittag sprach, Marksteine für eine

sinnvolle Entwicklung gesetzt. Die von uns angestrebte

Antrag der Minderheit Strukturpolitik kann nur mittel- und längerfristig realisiert

(Bäumlin, Nef, Neukomm, Ruffy, Vannay) werden. Jetzt noch weiterzugehen, würde nach Auffassung

Rückweisung an den Bundesrat zur Überarbeitung der Vor- des Bundesrates die Unternehmerstellung des Landwirtes

lage in dem Sinne, dass kleine und mittlere bäuerliche buchstäblich gefährden. Die Grenzen sind bereits eng gezo-

Betriebe gezielt gefördert, bodenunabhängige Betriebe gen, weil aufgrund der schwierigen Marktverhältnisse der

(«Tierfabriken») hingegen schrittweise abgebaut werden. Spielraum für Produktionsausweitungen sehr eng gewor-

den ist. Mit anderen Worten: Zuviel Staatsinterventionismus

Proposition de la minorité steckt hinter dem, was mit dem Rückweisungantrag ange-

(Bäumlin, Jaggi, Nef, Neukomm, Ruffy, Vannay) strebt wird. Beim Antrag von Herrn Biel kommt im Grunde

Renvoi au Conseil fédéral pour nouvel examen du projet genommen genau die gegenläufige Auffassung zur Geltung:

sous l'optique suivante: encourager spécifiquement les peti- die bisherigen Eingriffe gingen zu weit und könnten so nicht

tes et moyennes exploitations paysannes et supprimer par verdaut werden. Ich sage ganz offen: Mit der vorliegenden

contre, progressivement les exploitations hors-sol («fabri- Revision sind wir an die Grenze dessen gegangen, was der

ques d'animaux»). Bundesrat zu verantworten vermag. Es hat aber keinen Sinn,

Nichteintreten zu beschliessen, weil die jetzt zur Diskussion

Präsident: Herr Biel hat seinen Nichteintretensantrag gestellten Reformen durchgeführt werden müssen aufgrund

bereits begründet, auch Herr Bäumlin seinen Rückwei- der vielen Diskussionen, die Sie in diesem gleichen Rate

geführt haben. Nichteintreten bringt uns somit nicht weiter.

sungsantrag.

Ich ersuche Sie, beide Anträge abzulehnen.

M. Thévoz, rapporteur: M. Biel nous présente une proposi- Abstimmung - Vote

tion de non-entrée en matière sur la modification de la loi

Für den Antrag der Mehrheit (Eintreten) 66 Stimmen

sur l'agriculture. Je m'exprimerai très brièvement, étant

Für den Antrag der Minderheit (Nichteintreten) 3 Stimmen

donné que la matière et le sujet vous sont connus.

En effet, ce problème a fait l'objet de nos délibérations Abstimmung - Vote

durant un jour et demi. Par ailleurs, vous n'ignorez pas qu'il Für den Antrag der Minderheit (Rückweisung) 22 Stimmen

est vraiment nécessaire d'apporter certaines modifications à Dagegen 56 Stimmen

la loi sur l'agriculture, afin de traduire dans les faits notre

volonté d'adapter notre arsenal législatif à l'évolution

actuelle, notamment pour renforcer les mesures visant à Detailberatung - Discussion par articles

assurer la mise en valeur prioritaire du sol suisse.

D'autre part, je pense que l'on ne peut pas, d'un revers de Titel und Ingress, Ziff. l Ingress

main, balayer les conséquences d'une initiative populaire Antrag der Kommission

qui a recueilli plus de 160 000 signatures. Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Par conséquent, à l'égard de ces citoyens qui se sont

dérangés pour manifester leur volonté politique d'améliorer Titre et préambule, eh. l préambule

la productivité de notre sol, notre devoir est d'entrer en Proposition de la commission

matière et de modifier la loi sur l'agriculture dans le sens

proposé par le Conseil fédéral. Je vous prie donc de rejeter Adhérer au projet au Conseil fédéral

la proposition de M. Biel. Angenommen - Adopté

Risi-Schwyz, Berichterstatter: Wir haben in der Kommission

den Antrag Bäumlin besprochen und haben diesen mit 14 Art. 5 Abs. 3

gegen 3 Stimmen abgelehnt. Ich bitte Sie, ebenfalls den Antrag der Kommission

Nichteintretensantrag Biel abzulehnen. Die Berufsbildung umfasst die Grundausbildung, die Fortbil-

Die Probleme, die Herr Bäumlin in seinem Antrag aufweist, dung mit Einschluss der Beratung, die Weiterbildung sowie

dass mittlere und kleine bäuerliche Betriebe besser gezielt- die Ausbildung von Technikern und Ingenieuren HTL.

gefördert werden und die Tierfabriken abgeschafft werden

sollen, werden wir im Verlaufe der Diskussionen über diese Art. 5 al. 3

Gesetzesänderung noch mehrmals zu bearbeiten haben. Proposition de la commission

Wir haben grundsätzlich beschlossen, dass wir die Tierfabri-

ken - wenn wir sie so nennen wollen - nicht mehr weiter La formation professionnelle s'étend à la formation de base

zurückbilden können; andererseits ist zu bedenken, dass wir et la formation continue, qui comprend la vulgarisation, le

die gezielte Förderung im Rahmen dieser Änderung nicht perfectionnement des connaissances ainsi que la formation

vornehmen können. Wenn Sie sich bewusst werden, dass de techniciens et d'ingénieurs ETS.

hier 20 Millionen Franken für den Einsatz für die kleinen und Angenommen - Adopté

mittleren Betriebe vorgesehen sind, sehen Sie, dass es

Beträge sind, die um ein Vielfaches vermehrt werden müss-

ten. Ich glaube, dass auch die Unterstützung der kleinen Art. 11a

und mittleren Betriebe in einer Sparte der Produktion, hier Antrag der Kommission

in der Fleischproduktion, nicht vollwertig ausgeglichen wer-

den kann. Es sind verschiedene Komponenten, die zum Titel

Erreichen des Einkommens führen. Wir können hier also Ibis Beratungszentrale des Bundes

25. September 1985 N 1579 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

Abs. 1 menté de quelque 90 unités, mais qu'en fait le budget ne

Der Bund kann Beratungszentralen unterhalten mit der subirait aucune modification.

Hauptaufgabe, Beratungsgrundlagen und Beratungsverfah- De plus, il est possible que ces deux stations soient sou-

ren zu entwickeln, die Beratungskräfte fachlich und metho- mises à un statut semblable à celui de nos stations fédérales

disch aus- und fortzubilden sowie zu dokumentieren. de recherche agronomique. Il y aurait donc une sorte d'inté-

gration, ce qui permettrait probablement un certain

Abs. 2 «dégraissage» de ces effectifs.

Die Zentralen arbeiten mit dem Trägern der Beratung zu- C'est la raison pour laquelle la commission, à la quasi-

sammen. unanimité de ses membres, vous propose d'adopter cette

fédéralisation des deux centrales de vulgarisation.

Art. 11a

Proposition de la commission Risi, Berichterstatter: Die Beratungszentralen waren bis jetzt

einer gemischten Trägerschaft unterstellt; effektiv waren es

Titre der Bund und die Kantone, die diese Beratungszentralen

lbls Centrales de vulgarisation de la Confédération finanzierten. Man hatte vor, im Rahmen der zweiten Aufga-

benverteilung Bund/Kantone diese Situation zu ändern,

Al. 1 indem die Beratungszentralen dem Bund übertragen wer-

La Confédération peut entretenir des centrales de vulgarisa- den und die kantonalen Beratungen Aufgabe der Kantone

tion qui ont pour tâches principales d'établir les bases de la werden sollen. Die Beratungszentralen machen Forschung

vulgarisation et d'en développer les procédés, d'assurer la und Kaderausbildung, die Kantone die Basisarbeit in den

formation de base continue des vulgarisateurs dans les Schulen und die Beratung. Nun hat sich noch eine Schwie-

domaines professionnel et pédagogique, et de mettre au rigkeit eingestellt wegen der Finanzierung. Wenn der Bund

point la documentation nécessaire. diese Beratungszentralen übernimmt - er hat jetzt schon 89

Prozent dieser Beratungszentralen übernommen -, wird ein

Al. 2 relativ kleiner Betrag noch weiter übernommen, so dass die

Les centrales de vulgarisation travaillent en collaboration Kantone an und für sich recht wenig entlastet würden bzw.

avec les organes responsables de la vulgarisation. besser wegkämen. Es wird nun mit der Kann-Formel dieser

Situation Rechnung getragen, d. h. bis diese Regelung zwi-

schen Bund und Kantonen bezüglich der finanziellen Aus-

M. Thévoz, rapporteur: Je vous dois quelques mots d'expli- wirkung geregelt ist, muss der Bund diese Beratungszentra-

cation au sujet de l'article 11 a. len noch nicht übernehmen. Es geht einfach darum, dass

Vous n'ignorez pas que la vulgarisation agricole est une ein Ausgleich stattfindet, dass der Bund keinen Franken und

institution importante, permettant aux exploitants «d'être en Rappen mehr aufbringen wird als bisher. Das sind die Ver-

prise directe quasi permanente» avec le progrès technique. handlungen, die noch mit den Kantonen durchzuführen

C'est la raison pour laquelle nous avons des centrales de sind.

vulgarisation fédérales, une à Lausanne et l'autre à Lindau,

dans le canton de Zurich, ainsi que des services cantonaux Bundespräsident Purgier: Im Anschluss an die Überlegun-

de vulgarisation dans la plupart de nos cantons agricoles. gen der beiden Kommissionssprecher kann ich Ihnen sagen,

Les deux centrales fédérales ont été créées sur des bases dass der Bundesrat diese Übernahme der Beratungszentra-

privées, elles sont soumises à TASCA (Association suisse len in einen Zusammenhang mit der Aufgabenteilung stellt.

pour le conseil en agriculture), mais financées presque Wenn die Vorschläge des zweiten Paketes - Sie wissen,

essentiellement par la Confédération et, pour une infime dass schon darin die Übernahme durch den Bund vorgese-

part seulement, par les cantons. hen ist -, gutgeheissen würden, könnte die Kann-Formel,

Or, ces dernières années, il est apparu que le statut de ces sofern Sie ihr zustimmen, als neue rechtliche Basis für die

deux centrales n'était pas satisfaisant. Les centrales sont en Verwirklichung dieses politischen Willens dienen und uns

quelque sorte en porte-à-faux et ne doivent répondre avec die Übernahme gestatten. Die bisherigen gesetzlichen

clarté à aucune autorité. Grundlagen sind Ihnen bekannt. Die von Herrn Nationalrat

C'est la raison pour laquelle, après consultation des direc- Kühne vorgeschlagene und von Ihrer Kommission übernom-

teurs de l'agriculture de divers cantons, et d'entente avec mene Kann-Formel gestattet uns noch eine bestimmte Ma-

TASCA, la proposition a été faite de remettre ces deux növrierfreiheit.

stations à la Confédération, c'est-à-dire de les fédéraliser. Die beiden Beratungszentralen - das müssen Sie noch wis-

Je dois dire que cette suggestion ne va pas sans susciter sen - beschäftigen zurzeit etwa 90 Mitarbeiter. Die in der

quelques réticences, en Suisse romande notamment,"où la Rechnung 1984 ausgewiesenen Bruttoausgaben von

vulgarisation a vu le jour, plus précisément au Café du 8 545 000 Franken werden zu 66 Prozent durch den Bund

Pigeon, près de Forel (Lavaux), grâce à une équipe de (81 Prozent der Nettoausgaben), zu 11 Prozent durch die

jeunes paysans dynamiques et clairvoyants. Kantone, zu 4 Prozent durch die übrigen Mitglieder und zu

Il n'en demeure pas moins que cette rectification est néces- 19 Prozent durch Einnahmen für Dienstleistungen gedeckt.

saire. Elle pourrait avoir lieu dans le cadre du deuxième Ich muss lediglich noch beifügen, wie der Kommissionsprä-

paquet de la nouvelle répartition des tâches entre la Confé- sident es freundlicherweise bereits tat, dass wir unter gar

dération et les cantons. Cependant, il apparaît que nous keinen Umständen - und das hat mit den Bundesfinanzen

pourrions aller plus vite en besogne afin de permettre cette zu tun - mehr auszugeben gewillt sind, als wir bisher schon

réorganisation dans un délai beaucoup plus court. ausgegeben haben. Das heisst, es erfolgt eine vollständige

Les conséquences financières de ce changement sont prati- finanzielle Kompensation, indem die Beiträge an die kanto-

quement nulles pour la Confédération. Etant donné que la nalen Beratungsdienste von uns um jenen Betrag gekürzt

charge actuelle de celle-ci s'élève à près de 90 pour cent, la werden, der zusätzlich bei der Übernahme der Zentralen

Confédération prendrait à son compte la totalité des vom Bund zu tragen ist. Ich wollte dies zuhanden der Mate-

dépenses, mais déduirait cette part supplémentaire des sub- rialien klargestellt haben, damit sowohl der staatspolitische

sides qu'elle verse aux divers cantons pour les services als auch der finanzpolitische Aspekt in Ergänzung zum

cantonaux de vulgarisation. Il s'agit en quelque sorte d'une eigentlichen Ziel, gute Beratungsdienste sicherzustellen,

opération en blanc. klar erkennbar bleiben.

D'autre part, les quelque 90 collaborateurs des deux cen- Wir hatten im Bundesrat keineswegs die Tendenz, etwas an

trales de vulgarisation sont déjà soumis au statut des fonc- uns zu ziehen. Wir wollen in der heutigen Zeit unter keinen

tionnaires fédéraux; ils touchent les mêmes salaires et sont Umständen den Eindruck erwecken, als ob wir da Übergriffe

assimilés à la caisse de pension. Cela veut dire que, théori- in die Kompetenzen der Kantone wollten. Ich habe auf

quement, le nombre des fonctionnaires fédéraux serait aug- dieses Föderalismusproblem hingewiesen, und wir haben

199-N

Loi sur l'agriculture. Modification 1580 N 25 septembre 1985

uns erst zur Übernahme bereit erklärt, nachdem die Konfe- Art. 15 Abs. 2

renz der kantonalen Landwirtschaftsdirektoren das expres- Der Bund richtet Beiträge von höchstens 75 Prozent aus an

sis verbis wünschte. Es waren die Landwirtschaftsdirektoren die anerkannten Kosten:

der Kantone, die das ganz einmütig wollten.

b. von Techniken und Höheren Technischen Lehranstalten

Angenommen - Adopté für landwirtschaftliche Spezialberufe.

Art. 15b Abs. 1

Art. 13

Der Bund richtet Beiträge von höchstens 65 Prozent aus an

Antrag der Kommission

die Aufwendungen der Kantone für Stipendien:

Titel c. für Schüler, die sich auf Studien an Techniken und Höhe-

D. Techniken und Höhere Technische Lehranstalten (Inge- ren Technischen Lehranstalten nach Artikel 13 vorbereiten

nieurschulen) oder solche betreiben.

Abs. 1 Art. 15 al. 1 let. k, al. 2 let. b, art. 15b al. 1 let. c

Die Träger der Berufsbildung sorgen für die Errichtung von Proposition de la commission

Techniken und Höheren Technischen Lehranstalten für die

Landwirtschaft und die landwirtschaftlichen Spezialberufe. Art. 15 al. 1

La Confédération verse des contributions couvrant 50 pour

Abs. 2 cent au plus des dépenses reconnues qui sont causées:

Die Techniken und Höheren Technischen Lehranstalten ver- k. Par les technicums agricoles et établissements techni-

mitteln ihren Studenten die erforderlichen Kenntnisse und ques supérieurs (art. 13);

Fähigkeiten für die fachgemässe Ausübung von landwirt-

schaftlich-technischen sowie höheren landwirtschaftlich- Art. 15 al. 2

technischen Berufen im In- und Ausland. La Confédération verse des contributions couvrant au plus

Abs. 3 75 pour cent des dépenses reconnues, qui sont causées:

Als Techniken und Höhere Technische Lehranstalten im b. Par les technicums et établissements techniques supé-

Sinne dieses Gesetzes gelten die vom Bund anerkannten rieurs pour professions agricoles spéciales.

Lehranstalten. Art. 15b al. 1

Abs. 4 La Confédération contribue jusqu'à concurrence de 65 pour

Wer die Abschlussprüfung an einem anerkannten Techni- cent à la couverture des dépenses des cantons résultant de

kum oder in einer Höheren Technischen Lehranstalt bestan- l'octroi de bourses:

den hat, ist berechtigt, den vom Bund festgelegten Titel zu c. Aux élèves qui se préparent à suivre les cours de techni-

führen. cums et d'établissements techniques supérieurs décrits à

l'article 13, ou suivent de tels cours.

Art. 13

Angenommen - Adopté

Proposition de la commission

Titre Art. 19 Abs. 1

D. Technicums et établissements techniques supérieurs Antrag der Kommission

(écoles d'ingénieurs) Mehrheit

Al. 1 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

La création de technicums et d'établissements techniques Minderheit

supérieurs pour l'agriculture et les professions spéciales de

(Reichling, Geissbühler)

l'agriculture relève des organes responsables.

... Futtermittel anfallen. Ferner kann der Bundesrat, wenn

Al. 2 die übrigen Massnahmen nicht ausreichen oder sich als

Les technicums et les établissements techniques supérieurs unzweckmässig erweisen, die Futtermittelimporteure und

donnent à leurs élèves les connaissances et aptitudes -hersteller zur ausgewogenen Belieferung der Verbraucher

nécessaires à l'exercice, selon les règles de l'art, des profes- verpflichten.

sions techniques et techniques supérieures agricoles en

Suisse et à l'étranger. Art. 19 al. 1

Proposition de la commission

Al. 3

Sont des technicums et des établissements techniques Majorité

supérieurs au sens de la présente loi, les écoles reconnues Adhérer au projet du Conseil fédéral

par la Confédération.

Minorité

Al. 4 (Reichling, Geissbühler)

Celui qui a subi avec succès l'examen final dans un techni- ... des matières fourragères. Par ailleurs, le Conseil fédéral

cum agréé ou dans un établissement technique supérieur peut, au cas où les autres mesures seraient insuffisantes ou

est autorisé à porter le titre défini par la Confédération. inappropriées, obliger les importateurs et les fabricants de

Angenommen - Adopté denrées fourragères à faire des livraisons équilibrées aux

utilisateurs.

Art. 15 Abs. 1 Bst. k, Abs. 2 Bst. b, Art. 15b Abs. 1 Bst. c

Antrag der Kommission Reichling, Sprecher der Minderheit: Eine Kommissionsmin-

derheit beantragt die Ergänzung des Artikels 19 Absatz 1.

Art. 15 Abs. 1 Die Ergänzung betrifft die Futtermittelbewirtschaftung.

Der Bund richtet Beiträge von höchstens 50 Prozent aus an Die Ergänzung soll den Bundesrat in die Lage versetzen, die

die anerkannten Kosten: Importbeschränkung für Viehfutter so durchzuführen, dass

k. von landwirtschaftlichen Techniken und Höheren Techni- Produktionsüberschüsse vermieden werden können. Ich

schen Lehranstalten nach Artikel 13. will nicht wiederholen, was in der allgemeinen Debatte

25. September 1985 N 1581 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

mehrmals festgestellt worden ist. Trotz tiefem Selbstversor- Partner sein will, muss er selbst ein Interesse daran haben,

gungsgrad an Futtermitteln produzieren wir seit Jahren dass die Bauern keine Preiszusammenbrüche hinnehmen

zuviel Milch und seit Einführung der Milchkontingentierung müssen. Dann werden sie nämlich nicht zu zuverlässigen

in zunehmendem Masse zuviel Fleisch. Die vom EVD festge- Zahlern.

setzten Importkontingente richten sich nach der Nachfrage Auch wir wollen zur Einkommensbildung - das muss immer

und nicht nach dem Bedarf der Landesversorgung. Die wieder gesagt werden - in der Landwirtschaft die optimale

Richtlinien für die Futtermittelbewirtschaftung sind im Futtermittelmenge importieren. Wir wollen nicht Produkte

Landwirtschaftsgesetz hingegen seit langem festgelegt. importieren, der Schweizer Bauer soll das Veredlungsein-

Artikel 18 verpflichtet den Bundesrat, die wirtschaftlichen kommen erzielen können. Wir wollen also nicht a priori

Bestimmungen des Landwirtschaftsgesetzes so anzuwen- diese Futtermittel eliminieren oder hinunterdrücken. Wir

den, dass die Produktion die Landesversorgung soweit als wollen sie auf jenes Mass beschränken, dass ein' kleiner

möglich gewährleistet, der Aufnahmefähigkeit des einheimi- Importspielraum bleibt, um die Marktversorgung immer dem

schen Marktes und den Möglichkeiten der Ausfuhr genügt. Bedarf anzupassen, wie das übrigens in der GSF-Verord-

Da besteht kaum eine Unklarheit. In Artikel 19 sind die Mittel nung niedergelegt ist. Darum geht es.

aufgeführt, welche dem Bundesrat zur Verfügung stehen.

Der Bundesrat kann hierzu die Tierbestände anpassen, Es stellt sich nun die Frage - das ist vor allem in der

wenn nötig bis auf die betriebs- und landeseigene Futter- Beantwortung durch Herrn Bundespräsident Furgler zum

grundlage. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdeparte- Ausdruck gekommen -, ob das Problem der Überschüsse

ment kann die Einfuhr von Futtermitteln beschränken und über den Produktepreis, über den Rindviehpreis, über den

mit Preiszuschlägen belasten. Nachdem auf den Überschüs- Schweinepreis gelöst werden kann. Die Erfahrung ist so,

sen im Milchsektor dem Bund grosse Aufwendungen dass die Regulierung der Menge über den Preis bei der

erwachsen und im Fleischsektor die Produzenten riesige Milch versagt hat, obwohl wir einen zentralisierten Markt

Einkommensverluste hinzunehmen haben, wäre es doch haben. Wir mussten zur Kontingentierung übergehen. Dort

naheliegend, dass Bundesrat und EVD ihre Aufgaben und wäre es wahrscheinlich bedeutend einfacher gewesen,

Kompetenzen gemäss Artikel 18 und 19 wahrnehmen wür- diese Regulierung über den Preis vorzunehmen. Man hat

den. Nachdem der 6. Landwirtschaftsbericht auf den Seiten dort aber gesehen, zu welchen Auswirkungen es kommt,

29 bis 38 die Entwicklung der Futterproduktion im Inland nämlich zum Zusammenbruch des Einkommens in den bäu-

offen ausweist, kann man doch nicht ableiten, die Importe erlichen Betrieben. Nun glaubt man, im Sektor Fleisch

trügen keine Schuld an den Überschüssen. Vielmehr wird wären die Folgen andere als im Sektor Milch. Überall in der

deutlich, dass die Inlandfutterbasis bei der Festlegung der Wirtschaft heisst Mengenregulierung über den Preis Kon-

Importkontingente berücksichtigt werden muss. Das EVD kurrenz und damit Verdrängungskampf. Die Grossverteiler

getraut sich nicht, die Importe marktregulierend einzu- im Schweizerlande haben nicht einfach den zunehmenden

schränken, weil die Händler ohne Verpflichtung nicht bereit Markt der wachsenden Bevölkerung abgedeckt, sondern sie

sind, für eine ausgeglichene Marktversorgung zu sorgen. haben den Detailhandel an die Wand gedrückt und ausge-

Sie würden ihre Grosskunden bevorzugen und die bäuerli- schaltet. Das bewirkt die Regulierung über den Preis: Der

che Kundschaft im Stiche lassen. Kleine verschwindet, der Grosse wird mächtiger.

Es muss hier offengelassen werden, ob schon die heutige Die jüngste Tierzählung vom Sommer dieses Jahres, nach

Gesetzesregelung genügen würde, wenn der Bundesrat der über einjährigen Preisbaisse auf dem Schweinesektor,

ernsthaft mit den betroffenen Kreisen unterhandeln würde. herausgegeben vom Statistischen Amt des Bundes, zeigt

Das Bundesamt für Landwirtschaft hat immer signalisiert, genau, dass die Marktregulierung nun erfolgt ist. Heute sind

dass es in dieser wichtigen Angelegenheit keine Innovation die Schweinepreise wieder in Ordnung, Angebot und Nach-

entwickeln will. Man sagt dort einfach: Es geht nicht, wir frage stehen wieder im Gleichgewicht. Wie ist das zustande

wollen nicht. Man schützt Dirigismus und Bürokratismus gekommen? Die gesamte Reduktion des Schweinebestan-

vor. Fest steht aufgrund von Konferenzen, dass die Getreide- des ist bei den Betrieben unter 200 Stück erfolgt, während

und Futtermittelimporteure zu einer Verhandlungslösung die Grossbetriebe munter weiter produziert haben. Das ist

bereit sind, die Mischfutterwerke und die Futtermittelhänd- genau das, was jetzt 20, 30 Jahre lang in der Landwirtschaft

ler aber eine freiwillige Zusammenarbeit ablehnen. passiert ist, und wir sind nicht bereit, dass weiter so kut-

Ich bin überzeugt, dass zwischen Importhandel, Futtermit- schiert wird. Der Preis soll im kleinen Rahmen eine Rolle

telfabrikanten, Futtermittelhandel und Produzenten eine spielen, er kann aber allein diese Massnahme der Mengen-

Verhandlungslösung gefunden werden kann, wenn der Bun- regulierung nicht übernehmen, ohne dass gewaltige Ein-

desrat ein Druckmittel in der Hand hat, um die Unwilligen - kommenseinbrüche in der Landwirtschaft vorkommen.

oder ich möchte sogar sagen: die Böswilligen - an den Glauben Sie, dass die Talbauern den Bergbauern noch

Verhandlungstisch zu zwingen. Wenn der Bundesrat seine Mastremonten abkaufen werden, wenn sie damit rechnen

Beschränkungsabsichten frühzeitig bekanntgibt- ich denke müssen, dass dreiviertel Jahre später das ausgemästete

an sechs bis zwölf Monate zum voraus - und sagt, wir Rind weniger wert ist als der vorher zugekaufte Mastre-

werden dann reduzieren, und wenn eventuell zusätzlich ein monte? Sie werden gewaltige Absatzprobleme mit dem Vieh

Ombudsmann das Fair play der verschiedenen Partner über- im Berggebiet heraufbeschwören, wenn Sie hier an die

wacht, wird es dem Bundesrat möglich sein, den Auftrag Mengenregulierung über den Preis denken.

gemäss Artikel 18 und 19 zu erfüllen. Die grosse inländische Ich beantrage Ihnen aus diesen Gründen, dem Antrag Reich-

Vorratshaltung erlaubt es, dass kurzfristige, unerwartete ling/Geissbühler zuzustimmen. Ich bin der festen Überzeu-

Mangelsituationen wegen Trockenheit, Unwetterschäden gung: Wenn Herr Bundespräsident Furgler seinen fähigen

usw. ohne weiteres innerhalb dieser Fristen überbrückt wer- Beamten, die wir hier während eines Tages auf den erhöh-

den können und deshalb keine Schwierigkeiten entstehen. ten Sitzplätzen sehen konnten, den verbindlichen Auftrag

Es ist zudem zu beachten, dass der von mir beantragte geben wird, sie hätten dieses Problem zu lösen, werden wir

Zusatz nur zum Tragen kommt, wenn alle anderen Massnah- innert Jahresfrist einen Vorschlag auf dem Tisch haben.

men nicht zum Ziele führen, wenn der Bundesrat mit den Es ist leider nur noch ein kleiner Rest der ursprünglichen

übrigen Massnahmen diese strukturellen Überschüsse nicht Futtermittelinitiative, die mit Motionen in den beiden Räten

meistern kann. Erst dann käme dieser Absatz zur Geltung. gebodigt worden ist. Leider hat Herr Bäumlin den ursprüng-

Wenn der Bundesrat in sein Konzept Vertrauen hat, so hat er lichen Minderheitsantrag aus der Kommission in einen

keinen Grund, meinen Antrag abzulehnen; denn er kommt Rückweisungantrag umgewandelt, sonst hätten Sie mit

überhaupt nie zur Anwendung. Er muss ihn nur dann jenem Antrag den gesamten Inhalt hier noch beraten kön-

bekämpfen, wenn er nicht gewillt ist, die in Artikel 18 und 19 nen. Eine entsprechende Meinungserforschung hier im Rate

festgelegten Richtlinien zielkonform zur Anwendung zu wäre nützlich gewesen. Es bleibt also bei dieser rudimentä-

bringen. Auch der Futtermittelhandel hat keinen Anlass zur ren kleinen Regelung. Haben Sie Vertrauen, dass auf privat-

Bekämpfung. Wenn er gegenüber den Bauern ein fairer wirtschaftlicher Basis etwas gemacht wird, wenn der Bun-

Loi sur l'agriculture. Modification 1582 N 25 septembre 1985

desrat im Hintergrund sagen kann: Wenn Ihr nicht wollt, Ereignisse, die nicht so sind, wie man sie sich wünscht.

kommen zusätzliche Einschränkungen. Damit haben wir alle zu leben. Bei Abweichungen vom

Sie alle im Saale, und auch Sie, Herr Bundespräsident Gewohnten verlangen wir gleich nach fremder Orientie-

Purgier, müssen sich bewusst sein: Solange wir in der rungshilfe. Unser gesunder Menschenverstand gilt uns

Schweiz inmitten einer hungernden Welt Überschüsse mit nichts mehr. Heute wird mehr denn je sogleich nach staatli-

Importfutter produzieren, stehen wir alle unter einer gewalti- cher Korrektur gerufen. Wir müssen uns mit solchen Forde-

gen und berechtigten Kritik. Das dürfen wir nicht hinneh- rungen zurückhalten.» Bravo, ich auch! Und deshalb trete

men. Es ist wirklich schade, dass die in den Grundsätzen ich gegen solche Forderungen an, wie Sie sie hier vertreten,

ausgezeichnete und gute Agrarpolitik des Bundes durch denn das ist genau das, was man nicht tun sollte, wie Sie

dieses eine ungelöste Problem der Importregelung der Fut- richtigerweise im Graubuch schreiben. Sie sehen, im Unter-

termittel derart in Misskredit gerät, wie wir das während der schied zu Ihnen mache ich nämlich keinen Unterschied,

letzten Monate aus allen Presseerzeugnissen entgegenneh- woher eine gute Idee kommt. Ich bin auch gegen Bürokratie,

men mussten. und deshalb muss ich hier derartige Vorschläge bekämpfen.

Deshalb habe ich auch Nichteintreten beantragt zur Revi-

Bi'el: Sie haben nun Herrn Reichling an der Tribüne donnern sion Landwirtschaftsgesetz.

gehört. Ich habe nicht den Eindruck gehabt, dass er viel von

der Fähigkeit der Beamten im Bundesamt für Landwirt- Schwarz: Bei der Forderung der Kommissionsminderheit

schaft hält, so wie er die bisherige Politik in seinem Spezial- nach einer sogenannt ausgewogenen Belieferung der Ver-

hobbygebiet Futtermitteleinfuhren dargestellt hat. Es ist braucher handelt es sich, wie wir bereits gehört haben, um

doch so billig: Jetzt haben wir den Sündenbock entdeckt. Es ein Requisit der inzwischen zurückgezogenen Futtermittel-

ist das Futtermittel. Ja, wer hat denn das Futtermittel verfüt- initiative, dem sogenannten Couponsystem. Einige wenige

tert? Die Kühe haben es nicht bestellt, sondern offenbar die Hinweise mögen die Unmöglichkeit dieses Systems

Landwirte. Also muss man doch nicht so tun als ob, und beleuchten, welches mit einem riesigen administrativen Auf-

irgendeinen Sündenbock an die Wand malen und dann die wand und unter kriegswirtschaftlichen Voraussetzungen

ganze Politik hier verteufeln. Im Prinzip hat Kollege Reich- durchgeboxt werden müsste. Es existiert darüber auch ein

ling etwas Richtiges gesagt, nämlich, dass er nicht gegen Bericht einer Expertenkommission. Dieser Expertenkom-

jeden Import an sich sei. Aber was ist der richtige Import? mission gehörten auch Vertreter der Vereinigung schweize-

Wir stehen doch vor der Frage - und das möchte ich wieder rischer Futtermittelfabrikanten an, deren Präsident ich bin.

einmal in Erinnerung rufen: Wollen wir der Landwirtschaft Ich habe mich mit diesen Leuten unterhalten; es sind Leute

eine gewisse Veredelungsmöglichkeit lassen? Sonst müs- mit Fronterfahrung; ich bin in meiner Überzeugung bestärkt

sen wir eben das Fleisch einführen. worden, dass die Durchführung an sich nicht möglich ist.

Über die Frage des Masses kann man lange diskutieren, Ich möchte das in einigen Sätzen auseinandersetzen.

aber so wie es getönt hat, Herr Reichling, ist es zu billig. Die Auch die Verwaltung betonte immer wieder, sie hätte die

Mechanismen funktionieren doch etwas anders. Es sind die Nase schon von der Durchführung der Milchkontingentie-

Bauern, welche Futter gekauft und verfüttert haben, das rung voll. Diese wäre jedoch noch sehr harmlos im Verhält-

haben nicht die Kühe selbst bestellt. Das Futtermittel selber nis zum Couponsystem. Voraussetzung für eine gerechte

hat nichts dazu beigetragen. Man erhält langsam den Ein- Berücksichtigung der zu bevorzugenden Betriebe wäre die

druck, dass Sie es sich hier etwas zu einfach machen. Erarbeitung von Bemessungskriterien für den Zukaufsbe-

Dann haben Sie noch etwas über die bösen Grossverteiler darf der individuell sehr verschieden gelagerten Vorausset-

erzählt. Sind es nicht die Futtermittel, dann sind es die zungen. Für jeden Betrieb müsste die Zuteilung von Kraftfut-

Grossverteiler, die schuld am ganzen Übel sind. Herr Reich- ter für Milchkühe, Jungvieh, Masttiere, Geflügel, Schweine

ling, die Produktion der heutigen schweizerischen Landwirt- usw. separat berechnet werden. Dabei wäre bereits die

schaft würde überhaupt nicht vermarktet werden können, genaue Erfassung der einzelnen Tierbestände und ihrer

wenn wir Grossverteiler nicht mit modernen Verteilermetho- Veränderung im Laufe der Zeit ein riesiges Problem. Dies

den mithelfen würden, die ganze Geschichte zu einigermas- würde zwangsweise auf eine Tierkontingentierung hinaus-

sen vernünftigen Kosten zu verkaufen. Das möchte ich jetzt laufen. Die Zuteilung müsste nach Futterbedarfsnormen

auch einmal sagen. erfolgen. Diese sind aber je nach Voraussetzung sehr ver-

Es kommt noch ein Drittes hinzu. Herr Bundespräsident, Sie schieden. Dabei wären Verschiebungen innerhalb der Tier-

haben gesagt, das sei das Alleräusserste an Interventionis- bestände kaum kontrollierbar. Es müsste in der Folge mit

mus, was wir mit der Revision des Landwirtschaftsgesetzes einem Schwarzmarkt für Futtermittelcoupons gerechnet

noch zulassen könnten. Einverstanden. Aber Herr Reichling werden. Natürlich mussten auch in irgendeiner Form die

geht natürlich einen Zahn weiter. Was er will, das ist reiner Eigenproduktion oder die Eigenproduktionsmöglichkeiten

Interventionismus, das ist Bürokratie. Herr Reichling, Sie jedes einzelnen Betriebes bestimmt werden, da je nachdem

gehören doch der Volkspartei des Kantons Zürich an, Sie ein verschieden grosser Bedarf an zugekauftem Futter als

sind ein prominentes Mitglied. Diese Partei hat ein Buch berechtigt oder eben nicht berechtigt zu gelten hätte. Nach-

herausgegeben: «Graubuch der Bürokratie.» Es enthält sehr dem die Inlandfuttererträge von Jahr zu Jahr-je nach Ernte

interessante Texte, die ich Ihnen vorlesen muss. Der Präsi- und unter Umständen auch je nach Landesgegend - gros-

dent, der das veranlasst hat, ist zwar nicht im Saal, aber Sie sen Schwankungen ausgesetzt sein können, stünde man

gehören ja auch dieser Partei an und kennen diese Sätze auch diesbezüglich vor kaum lösbaren Vollzugsproblemen.

sicher. Wollen wir einem solchen unabsehbaren bürokratischen

Ich zitiere: «Bürokratie ist aber mehr als blosses Ärgernis für Leerlauf eine Chance geben? Der Hinweis auf die Kann-

den einzelnen. Sie ist Mitursache von Staatsverdrossenheit, Formel ist ein schwacher Trost. Wenn schon die faktische

und sie schwächt Dynamik und Erneuerungsfähigkeit der Unmöglichkeit der Durchführung einer solchen Massnahme

Wirtschaft, mithin deren internationale Wettbewerbsfähig- nachgewiesen werden kann, dann sollte man ehrlicherweise

keit. Es gehört heute deshalb zu unseren wichtigsten und auf eine Aufnahme im Gesetzestext verzichten, wie es Kom-

vordringlichsten politischen Aufgaben, Bürokratie einzu- missionsmehrheit und Bundesrat empfehlen.

dämmen.» (...) «Bürokratische Mechanismen ergeben sich Ich bitte Sie deshalb im Namen der einstimmigen freisinni-

oft ungewollt, laufen aber unbewusst ab. Sie können durch gen Fraktion, den Antrag der Kommissionsminderheit abzu-

Parlamentarier aller politischen Schattierungen» - das lehnen.

haben wir jetzt gerade gesehen - «durch Behörden, durch

die Verwaltung oder durch alle zusammen ausgelöst wer- Frau Mauch: Wir stellen fest, dass am Artikel 19 in der

den.» Und das wollen Sie? Bürokratie! Das hat auch der jetzigen Formulierung festgehalten wurde, obschon wäh-

Bundesrat zugegeben. Ich muss Ihnen sagen, alles, was Sie rend der parlamentarischen Beratungen in der Kommission

hier fordern, geht doch in dieser Richtung. Weiter heisst es immer wieder festgestellt wurde, dass der Artikel 19 verbes-

in diesem Büchlein: «In jedem Staat gibt es Dinge und sert werden sollte. Es ist, Herr Biel, wirklich nur eine Frage

25. September 1985 N 1583 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

des Masses, auch des Masses Ihrer Rhetorik. Weder be- den sind. Ich glaube, einen gewissen freien Wettbewerb in

hauptet irgend jemand, nur und ausschliesslich die im- einem kleinen Ausmass sollte man auch den Bauern zumu-

portierten Futtermittel würden die Schuld an unseren diver- ten, und das ist bei der Fleischproduktion zum Glück noch

sen Landwirtschaftsproblemen tragen, noch sollten die Fut- möglich. Wir müssen nur die Rahmenbedingungen so

termitteleinfuhren verboten werden. Es ist aber so - Herr gestalten, dass nicht Exzesse vorkommen und die Kleinen

Reichling hat das ja ausgeführt -, dass Grossbezüger von nicht aussteigen müssen. Aber dafür haben wir ja gerade bei

Futtermitteln gegenüber den Kleinbezügern im Vorteil sind der jetzigen Revision ein Mittel mit den Produktionsbeiträ-

und dass die Kleinbezüger in Zeiten der Futtermittelknapp- gen. Das ermöglicht den Kleinen, auch bei ungünstigeren

heit - also, wenn wir das Gesamtkontingent nochmals her- Marktverhältnissen beim Absatz weiter zu produzieren, dass

absetzen würden - das Nachsehen bei der Belieferung sie nicht aussteigen. Wir haben ferner die Höchstlimiten der

haben könnten. Produktionsgrössen. Die Produktionsfreiheit findet also in

Ich möchte noch einmal sehr deutlich betonen, dass der einem festgesetzten Rahmen statt. Wir wollen diese bäuerli-

Schritt in Richtung eines Zuteilungssystems - und niemand che Tierhaltung erhalten, und innerhalb dieses Rahmens

hat gesagt, wie dieses Zuteilungssystem genau aussehen müssen wir doch einigermassen den Markt spielen lassen.

sollte, das wäre dann noch zu erarbeiten - nur im äussersten Das bringt Leistung, und das bringt einen gewissen Fort-

Notfall zur Anwendung gelangen soll. Wir sind der festen schritt, der auch in der Fleischproduktion noch zum Wohle

Meinung, diese Möglichkeit müsse offengelassen werden. der Konsumenten möglich ist. Ich möchte dann die Konsu-

Auf dieses Instrument in den Händen des Bundesrates darf menten sehen, die das Fleisch bezahlen müssen, das im

nicht verzichtet werden. Rahmen einer solchen Rationierungsvorschrift erzeugt wird.

Wenn man den Forderungen der Initianten der Futtermittel- Wenn beim Angebot und beim Markt kein Wettbewerb statt-

initiative auch nur einigermassen entgegenkommen will, findet, dann führt das automatisch zu höheren Kosten, die

scheint uns der Schritt, den die Kommissionsminderheit hier Sie dann als Konsument bezahlen müssen.

machen will, ein Minimum dessen darzustellen, was jetzt Ich bitte Sie also, den Antrag Reichling, auch wenn er gut

nötig ist. gemeint ist, als unrealistisch abzulehnen.

Ich bitte Sie also, der Minderheit Reichling zuzustimmen.

Oehen: Mir scheint wirklich, hier mache sich Schizophrenie

Nebiker: Zuerst zwei kurze Vorbemerkungen. Ich bedaure, breit. Wir haben den ganzen Tag darüber gesprochen, wie

dass ich den Antrag von Herrn Kollege Reichling als Frak- wir mit vernünftigen Mitteln verhindern können, dass in der

tionskollege bekämpfen muss. Des weiteren muss ich noch gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung nicht einfach

meine Interessen offenlegen. Ich bin Futtermittelfabrikant, ein gnadenloser Ausscheidungsprozess der kleineren Land-

d. h. Mitinhaber einer solchen Firma. Es haben aber schon wirtschaftsbetriebe stattfindet und wie jenen Betrieben, die

andere Interessenvertreter im Zusammenhang mit den unter schwierigen Produktionsbedingungen wirtschaften

Landwirtschaftsfragen gesprochen. Ich habe deshalb keine müssen, das Einkommen sichergestellt werden kann.

Hemmungen, hier zu sprechen; zudem bringe ich einige Wir haben immer wieder diese Grenze des Marktes als eine

Fachkenntnisse mit, die vielleicht nützlich sind. absolute Grosse in dieser Diskussion erfahren. Wir sind jetzt

Ich bitte Sie also, den Antrag von Kollege Reichling abzuleh- bei einem Artikel, der uns helfen soll, eine Lösung zu finden,

nen. Die Absicht dahinter ist durchaus gut, und da stimme dass die begrenzte Aufnahmefähigkeit des Marktes nicht

ich mit Frau Mauch auch überein. Aber so geht es nicht. Es sozusagen zu einer Guillotine für die Schwächeren wird.

hat keinen Sinn, dass man da einen Artikel in einen Ge- Und nun kommt hier zuerst Herr Biel im Stil eines Winkel-

setzestext einfügt, der nie zur Anwendung kommen wird, advokaten mit faulen Sprüchen, die jetzt noch unterstützt

weil man ihn nicht durchführen kann. Die Forderung nach worden sind von meinem lieben Bieralten, Kollega Nebiker.

einer ausgewogenen Belieferung der Produzenten bei Mein lieber Bruder, was Du da an Sprüchen geboten hast,

gleichzeitiger Verknappung des Angebotes ist illusorisch. zum Beispiel «man füttert nicht die Bauern, sondern die

Wie stellen Sie sich das vor? Wir haben einige tausend Kühe», das täuscht natürlich nicht darüber hinweg, dass Ihr

Futtermittellieferanten und 120000 Abnehmer! Wer teilt einfach keinen Weg sehen wollt. Wenn wir den Artikel behal-

eigentlich die Futtermittel zu, und wer sagt, was angemes- ten, dem dieser Antrag Reichling/Geissbühler angefügt wer-

sen ist? Das ist doch in dieser allgemeinen Formulierung den soll, sehen wir, dass die Anpassung der Tierbestände an

nicht möglich. Es würde darauf hinauslaufen, wie Herr die Produktions- und Absatzverhältnisse im Sinne von Arti-

Schwarz gesagt hat, dass man die Idee der seinerzeitigen kel 18 und, soweit notwendig, an die betriebs- und landesei-

Futtermittelinitiative, eine Futtermittelrationierung mit Mar- gene Futtergrundlage vorgenommen werden kann. Hierzu

ken, einführen müsste. Dagegen sprechen sämtliche kann der Bund die Zahl der Tiere, Tierplätze, Schlachtun-

Gründe, die auch gegen die Futtermittelinitiative gespro- gen, die Menge der ablieferbaren Erzeugnisse der einzelnen

chen haben, die Sie ja hier abgelehnt haben. Man müsste Betriebe begrenzen und bei Überschreitungen von den

also Tierbestände erfassen und sie laufend kontrollieren, Betriebsinhabern eine Abgabe erheben.

weil man ja die Tiere füttert und nicht die Bauern. (Heiter- Dieser Formulierung hat die Mehrheit der Kommission zuge-

keit) Man müsste auch die gesamte Eigenproduktion auf stimmt. Wenn sie richtig ist, dann sind ja damit bereits

den Höfen erfassen und kontrollieren, wieviel jeder produ- überhaupt alle Elemente eines Betriebes, die eine Rolle

ziert hat, weil das an der Gesamtmenge, die ihm zugeteilt spielen, erfasst, bevor diese Notlösung in Kraft tritt, wie sie

wird, wieder in Abzug gebracht werden kann. Man müsste im zusätzlichen Antrag vorgesehen ist. Die Elemente werden

diese Übung für einige Dutzend von verschiedenen Futter- also vorher erarbeitet. Wenn hier getan wird, als ob ein

mitteln machen. Denn für diejenigen, die das nicht kennen: Couponsystem, also eine Rationierung für die Betriebe,

Es gibt einige Dutzend verschiedene Futtermittel. Für jede unmöglich sei, dann muss ich einfach fragen: Wie auf der

einzelne Kategorie müsste man also ein solches Zuteilungs- lieben Welt haben wir eigentlich den letzten Krieg überstan-

und Kontingentierungsverfahren herstellen. Das ist schlicht den, als wir nicht nur für die Kühe rationierten, sondern als

und einfach nicht durchführbar. Wir sollten auch vom Bun- wir uns tatsächlich für 4,5 Millionen Menschen Überlegun-

desrat nicht Dinge verlangen, die er nicht durchführen kann. gen machen mussten, wieviel zuzuteilen sei? Hier kommt

Wenn wir schon sehen, dass die verlangte Massnahme nicht noch dazu, dass plötzlich befürchtet wird, dann gebe es

durchführbar ist, sollten wir dies nicht einmal in einem einen Schwarzmarkt für Coupons. Alle jene, die so sehr für

subsidiären Antrag fordern. die Marktwirtschaft im Rahmen des Möglichen sind, sollten

Die seinerzeitigen Initianten der Futtermittelinitiative müs- doch darob nicht erschrecken. Wenn es Bauern gibt, die

sen etwas präsentieren können. Aber das, was jetzt da fähig sind, auf ihrer eigenen Betriebsgrundlage so zu arbei-

vorliegt, ist Sand in die Augen gestreut. Die Massnahme ist ten, dass sie ihre Coupons erübrigen können, wieso sollen

ohne enorm grossen administrativen Aufwand und staatli- sie solche Coupons nicht zum Marktpreis einem Kollegen

che Interventionen schlicht nicht durchführbar, Interventio- verkaufen, der darauf angewiesen ist? Genau wie es im

nen, die in der ganzen Debatte immer wieder beklagt wor- letzten Krieg Leute gab, die ihre Konfitürenmarken nie ein-

Loi sur l'agriculture. Modification 1584 N 25 septembre 1985

gelöst haben, sie aber gegen Buttermärkli getauscht oder Gegen die Ausgleichsbeiträge an kleine und mittlere Bauern

verkauft haben, damit sie den Ausgleich gefunden haben; wird ja von Ihnen, Herr Biel, auch Opposition gemacht. Das

kein Mensch hat sich daran gestossen. Wieso sollte man Bundesamt möchte diese Beiträge so, wie wir hören, zum

sich jetzt daran stossen? Dann wird hier so gespielt, vor Teil nicht, weil es sagt, dann gäbe es noch mehr Fleisch.

allem von meinem Farbenbruder Hans-Ruedi Nebiker, von Diese Beiträge hat man aber den kleinen und mittleren

meinem Bieralten, als ob es hier plötzlich darum gehe, eine Bauern in Aussicht gestellt. Man soll sie ihnen geben, damit

absolute Gerechtigkeit zu realisieren. Wenn wir eine abso- man die Produktion soweit als möglich über den Preis

lute Gerechtigkeit realisieren könnten, wären wir im Himmel regulieren kann. Nötigenfalls muss aber auch das Global-

und brauchten nicht in einer Nachtsitzung hier noch zusam- kontingent als Steuerungsinstrument beigezogen werden.

menzusitzen und uns gegenseitig anzu ... hm-ja. (Heiter- Wenn Sie es ablehnen, dieses Instrumentarium etwas zu

keit) Ich bin der Meinung, wenn man die gesamte Situation erweitern, dann müssen Sie in Zukunft nicht die Landwirt-

realistisch beurteilt und weiss, dass wir an einem Punkt schaft allein anklagen, wenn es wieder Überschüsse gibt.

angelangt sind, wo wir möglicherweise zu Notmassnahmen Ich beantrage Ihnen also, dem Antrag der Minderheit Reich-

greifen müssen, um das Problem vernünftig zu bewältigen, ling und Geissbühler zuzustimmen.

dann sehe ich nicht ein, wieso man diesem Zusatzantrag

nicht zustimmen soll. Zbinden: Ich möchte vorweg feststellen, dass ich in meiner

Ich bitte Sie sehr, der Kommissionsminderheit Ihre Zustim- Eigenschaft als Präsident der Genossenschaft für Getreide

mung zu geben. und Futtermittel spreche.

Herr Reichling, Sie haben als Vertreter der Milchwirtschaft

Hofmann: Tatsache ist, dass uns heute das Überschusspro- in Ihrer undifferenzierten Attacke gegen die Futtermittel-

blem in der Landwirtschaft beschäftigt. Es geht mir nicht importe das übliche Mass überschritten. Sie haben so getan,

darum, irgendwelche Schuldigen zu suchen oder anzukla- als ob unsere Landwirtschaftspolitik in allen Punkten abso-

gen, sondern darum, dass wir für die Zukunft eine Lösung lut in Ordnung sei und' nur gerade die Futtermittelimporte

finden. Tatsache ist, dass in der Landwirtschaft, aber auch in die Ursache aller Übel darstellten. Ich habe schon zum

der gesamten Fleischwirtschaft die Sorge besteht, dass wir Landwirtschaftsbericht einige Ausführungen gemacht. Ich

in Zukunft immer wieder Fleischüberschüsse haben werden, wiederhole diese nicht; aber es ist nicht wahr, dass die Über-

wenn wir nötigenfalls auf dem Futtermittelsektor nicht mehr schussproduktion bei der Milch auf die Futtermittelimporte

dagegen tun können. Diese Überschüsse werden einerseits zurückzuführen ist. Schweine und Hühner benötigen den

zu Preiszusammenbrüchen mit Einkommenseinbussen für Grossteil der Futtermittel, und meines Wissens geben

die Bauern führen, andererseits muss der Bund wieder Schweine und Hühner bis anhin noch keine Milch. Es sind

eingreifen mit Verwertungs- und Einlagerungsaktionen, die übrigens - und auch das möchte ich hier festhalten - die

Geld kosten, oder allenfalls mit Fleischexporten, die die landwirtschaftlichen Organisationen, welche immer darauf

Öffentlichkeit auch kritisiert. drängen, mehr Kontingente pro Quartal freizugeben. Sie

Hier stellt sich nun einfach die Frage: Will man das auch in vergessen auch, Herr Reichling, dass die Preiszuschläge bei

Zukunft hinnehmen, oder will man allenfalls das Instrumen- den Futtermittelimporten bis zu 350 Millionen Franken erge-

tarium etwas erweitern, so dass man dem Überfluss stärker ben, die unsere Agrarpolitik mitfinanzieren helfen. Im lau-

entgegenwirken kann? Herr Biel: Es geht nicht um die fenden Jahr werden wir wegen Mindereinfuhren, weil das

Verteufelung der Importfuttermittel! Auch ich bin dafür, dass Departement bewusst die Einfuhren drosselt, 50 Millionen

wir Futtermittel importieren, soweit das die Aufnahmefähig- weniger Preiszuschläge haben. Diesen Betrag müssen wir

keit des Marktes beim Fleisch zulässt. Es geht um die Frage zusätzlich aus der Bundeskasse nehmen, um eben diese

des Masses. Wenn Sie, Herr Biel, sagen «Wer hat die Futter- Landwirtschaftspolitik zu finanzieren. Übrigens, es wurde

mittel gekauft?», so gebe ich Ihnen recht, die Bauern kauf- schon gesagt, sind diese Futtermittel im Ausland wesentlich

ten sie. Aber jeder Bauer schaut vor allem seinen eigenen billiger und gestatten eben die für die Bundeskasse und die

Betrieb an. Wir aber haben volkswirtschaftlich eine Verant- Landwirtschaft recht interessante Erhebung von Preiszu-

wortung für die Globalsteuerung. Dieses Instrument hat der schlägen.

Bundesrat bei der Festsetzung des Globalkontingentes bei Ich wehre mich einfach dagegen, dass man einen Sünden-

den Futtermittelimporten. Nun hat aber das Bundesamt für bock sucht und damit von eigenen Schwierigkeiten im

Landwirtschaft immer wieder erklärt, es könne die Globa- Milchsektor ablenken will. Die Futtermittelimporte werden

leinfuhr nicht so regeln, dass sich die Tierbestände den quartalsweise vom Departement und von der GGF sehr

Futtermitteln anpassen müssen, sondern es müsste immer sorgfältig abgeschätzt, dosiert, und sie werden mit Rück-

so viel Futtermittel ins Land hereinlassen, wie es eben sicht auf den ausgewiesenen Bedarf der Landwirtschaft

letztlich Tiere gebe, die Futtermittel benötigen. Das heisst, sehr sorgfältig festgelegt.

man muss immer zuviel Futtermittel hereinlassen. Warum Wir können feststellen, dass das Departement und sein

muss man zuviel Futtermittel hereinlassen? Weil man beim Bundesamt seit zwei Jahren die Einfuhren ständig drosselt.

beschränkten Zulassen befürchtet, dass die Verteilung der Das muss man auch einmal sagen.

Futtermittel nicht klappen werde, indem die Grossbezüger Ich komme zum Schluss und beantrage Ihnen, den Minder-

die Futtermittel bekommen und die kleineren und mittleren heitsantrag abzulehnen.

Bauern nicht. Das, was Herr Reichling, Herr Geissbühler und

die Minderheit beantragen, ist nichts anderes, als wenn der Eggli-Winterthur: Ich gestatte mir, Ihnen ebenfalls zu bean-

Bundesrat oder das EVD das Globalkontingent für das näch- tragen, den Minderheitsantrag abzulehnen. Wenn die Land-

ste Quartal festlegten und sagen: «Jetzt lassen wir einmal wirtschaft die Durchführung der Futtermittelkontigentie-

vorübergehend 10 Prozent weniger Futtermittel einführen. rung nicht selber gewährleisten könnte, müssten die

Und nun muss der Futtermittelhandel dafür sorgen, dass Gemeinden die entsprechenden Leute stellen, um diese

auch alle bisherigen Bezüger, soweit sie die Futtermittel Überwachung durchzuführen. Als Mitglied einer Exekutive

wollen, sie reduziert um dieses Ausmass von 10 Prozent einer mittleren Schweizer Stadt möchte ich feststellen, dass

erhalten.» wir durch die Landwirtschaft heute schon genug belastet

Ich möchte Herrn Schwarz sagen: Wir wollen nicht das werden und immer wieder Leute mit solchen Fragen

Couponsystem, aber wir wollen eine solche Verteilung, die beschäftigen müssen. Es geht nicht an, dass der Bund

nötigenfalls das Globalkontingent der Futtermittel als Steue- dauernd Gesetze erlässt und die Kantone und Gemeinden

rungsinstrument voll funktionieren lässt. Der Bundesrat für den Vollzug sorgen müssen. Heute ist es doch so, dass

sagt, er wolle auch künftig die Fleischproduktion über den für jede Kuh und für jedes Rind, das keine Milch gibt, die

Preis regeln. Das tut er ja schon heute, aber er kann ja den Gemeinde dem Kanton Meldung machen muss. Der Kanton

Fleischpreis aus einkommenspolitischen Gründen nicht so meldet es dann dem Bund, und der Bund schickt das Geld

weit zusammenfallen lassen, dass viele Bauernbetriebe ein- dem Kanton und der Kanton schickt es der Gemeinde, und

gehen. die Gemeinde darf es dann ausbezahlen; und dann gehen

25. September 1985 N 1585 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

die Quittungen wieder den umgekehrten Weg. So läuft doch mentaires opposés à la minorité. Dans une certaine mesure,

das heute in der Landwirtschaft. Wenn Änderungen bei der je comprends parfaitement que MM. Hofmann et Reichling,

Verkehrsmilch, bei den Bestimmungen usw. erfolgen, dann patrons de l'initiative, défendent le rationnement des four-

muss immer die Gemeinde die notwendigen Änderungen rages avec une certaine vigueur. Ils ont retiré leur initiative,

durchführen. mais ils souhaitent qu'il en subsiste quelque chose dans la

Ich möchte Sie schon bitten, nicht nur hier beim Bund vom loi.

Personalstopp zu sprechen, sondern auch daran zu denken, A notre avis cependant, ce quelque chose va trop loin et

dass in den Gemeinden der entsprechende Personalstopp nous entraîne dans un dirigisme excessif en temps de paix.

auch vorhanden ist und dass die Gemeinden immer entspre- Nous avons étudié toutes les données du problème, le pour

chend belastet werden. et le contre, et nous estimons que, depuis deux ans, époque

Ich möchte Sie bitten, auch hier etwas Vernunft walten zu à laquelle notre commission s'est penchée sur cet objet, pas

lassen. mal d'eau a coulé sous les ponts. Le problème de l'élevage

des porcs a connu plusieurs périodes cycliques, personne

Reichling: Ich hätte erwartet, dass die Opponenten minde- n'ignorant que l'engraissement des porcs répond à ces

stens den Argumenten zugehört und nicht einfach ihre règles cycliques. Nous constatons que, en l'absence de

vorbereiteten Referate verlesen hätten. Ich habe kein Wort mesures de rationnement et de distribution arbitraire de

vom Couponsystem gesagt. Es geht darum, dass, nach fourrage, aucune catastrophe ne s'est produite, même si

mehrjährigem, normalem Markt, wenn sich eine Über- certains engraisseurs n'ont pas toujours réalisé les recettes

schussproduktion abzeichnet, der Bundesrat sagen kann: auxquelles ils avaient droit.

Jetzt werden die Importe um 5, 10 oder 15 Prozent ab Tout compte fait, la majorité de la commission estime que

nächstem oder übernächstem Quartal gesenkt und der Fut- les moyens préconisés dans la proposition de minorité sont

termittelhändler verpflichtet sich, nicht dem Grossen alles disproportionnés en ce sens qu'ils entraîneraient, qu'on le

und dem Bauern nichts mehr zu geben. Das ist passiert, als veuille ou non, un certain dirigisme, voire un dirigisme

das EVD tatsächlich einmal die Importe im Interesse einer certain, avec les contrôles que cela implique. Tout à l'heure,

Reduktion der Produktion gedrosselt hat. Da haben die M. Reichling a dit que l'on pourrait distribuer les fourrages

Bauern im Emmental nichts mehr bekommen und alle gros- en fonction des quantités consommées les trimestres précé-

sen Massentierhalter sind voll versorgt worden. Das ist die dents, ce qui susciterait tout naturellement, de la part des

Erfahrung. Nachher hat sich das EVD nie mehr getraut, die utilisateurs, la volonté de prendre de «l'empart», comme on

Kontingente tatsächlich wirksam herunterzusetzen. Sobald dit dans le canton de Vaud, c'est-à-dire de commander un

sich der Markt wieder normalisiert hat, kann alles wieder peu plus pour qu'en cas de rationnement ils disposent de

abgeblasen werden. Ich bin vollends überzeugt, dass es quelques réserves.

dafür keine grosse Administration braucht. Es muss kein En conclusion, je vous rappelle que la majorité de la com-

Tier gezählt werden, sondern der Produzent weist aus: Ich mission s'est prononcée contre cette proposition de mino-

habe im letzten Quartal so und so viel Futtermittel gekauft, rité.

daraus ergibt sich der reduzierte Anspruch für das nächste

Quartal. Das ist alles. Es wäre mit einer Schiedsgerichts- Risi-Schwyz, Berichterstatter: Sie können sich eine kleine

stelle zu überprüfen. Vorstellung machen, wie viele Stunden über dieses Problem

Herr Kollege Zbinden, die Händler sind keine schlechten schon diskutiert wurde, in der Kommission Keller, dann in

Leute, das sind alles auch Gewerbetreibende. Wenn sie der Kommission zur Behandlung der Futtermittelinitiative

nicht ausweichen können, dann bieten sie Hand zu einer und jetzt wieder. Diesen Glaubenskrieg müssen Sie nun

vernünftigen Lösung. Heute will einfach jeder das leichteste selber beurteilen. Die Kommission hat mit 10 zu 7 Stimmen

Geschäft machen. Das hat sich gezeigt. Ich bin deshalb der der Mehrheit zugestimmt; das bedeutet Ablehnung des

vollen Überzeugung, dass wir etwas Vernünftiges tun kön- Antrages Reichling.

nen, wenn der Wille dazu besteht. Ich habe es aber satt, dass Ich möchte nur auf folgendes noch hinweisen: Herr Reich-

die Landwirtschaft überall wegen der Überproduktion ange- ling hat vorhin gesagt, während einer gewissen Zeit sei die

griffen wird. Diese Viehproduzenten erreichen alle den Pari- Globalkontingentierung sehr restriktiv gehandhabt worden.

tätslohn nicht. Man sagt ihnen: Ihr müsst etwas leisten, Das stimmt. Es gab damals verschiedene Klagen, nicht so

damit ihr ein entsprechendes Einkommen habt. Gleichzeitig sehr von der Belieferung, sondern vom Preis her. Ich kann

wird gesagt: Aber von den tonnenweisen Futtermitteln, die Ihnen ein Beispiel geben: Ich habe damals mit einem Futter-

in vielen Inseraten angepriesen werden und bei jedem Händ- mittelhändler - nicht Importeur - gesprochen. Er hat sich

ler zur Verfügung stehen, dürft ihr im höheren Interesse des beklagt, dass er von seinem langjährigen Importeur, wenn er

Landes nichts kaufen. Das ist doch einfach eine Überforde- jeweils telefonisch Futter bestellt, anfänglich kein Futter

rung, die Sie alle einsehen müssenl bekommt, nach einiger Diskussion dann aber um einen

Nein zu meinem Antrag kann eigentlich nur der sagen, Mehrpreis von 4 bis 5 Franken ein Angebot bekommt. Also

welcher an der Unordnung, die wir im letzten, vorletzten ist ein binnenschweizerischer preislicher Kontingentshan-

Jahr hatten, Freude hat und Profit ziehen will. Im Vorjahr del eingetreten, der die Futtermittel verteuert hat. Dazu ist

sind allein in der Schweineproduktion Einkommensverluste die Abschöpfung an der Grenze noch draufgeschlagen wor-

von über 100 Millionen Franken bei den Schweineproduzen- den, so dass der Produzent dann effektiv noch mehr bezahlt

ten entstanden. Das scheint Ihnen gleichgültig zu sein. Es ist hat. Wir haben mehrheitlich beschlossen, diese Regelung

bedauerlich, dass nur über das Los der armen Kleinbauern abzulehnen, weil in Absatz 6 an und für sich schon Mittel

gejammert, für eine wirksame Hilfe aber die Hand verweigert bestehen, um die ganze Sache, wenn man will, in den Griff

wird. zu bekommen.

Ich möchte Sie sehr bitten, diesem Antrag zuzustimmen.

Bundespräsident Purgier: Ich durfte Ihnen am Nachmittag

M. Thévoz, rapporteur: Dans ce débat, je crois qu'il n'y a lieu bereits über die Futtermittelbewirtschaftung ein paar Aus-

ni d'ironiser, comme on l'a fait tout à l'heure aux dépens de führungen machen und habe dabei auch die Bedeutung von

M. Reichling, ni de se passionner. Il n'en demeure pas moins Artikel 18 des Landwirtschaftsgesetzes, zusammen mit Arti-

que vous venez d'avoir un exemple du débat, passionné, qui kel 29, in Erinnerung gerufen. Mir scheint, dass in der

a eu lieu au sein de la commission, et au terme duquel, par jetzigen Debatte der Eindruck entstanden ist, als ob einzig

10 voix contre 7, ladite commission a décidé de suivre le und allein die Futtermittelimporte Ursache für eine Überpro-

Conseil fédéral et de rejeter la proposition de minorité duktion seien. Ich gehe dem nach, nicht ohne noch einmal

défendue par M. Reichling. Artikel 18 in Erinnerung zu rufen, der klipp und klar sagt,

Essayons d'examiner le problème avec calme et sérénité. Je dass die Bestimmungen dieses Abschnittes, über den wir

me permettrai de ne pas reprendre tous les arguments jetzt diskutieren, unter Berücksichtigung der durch die

parfois excellents qui viennent d'être avancés par les parle- Natur gegebenen Verhältnisse so anzuwenden sind, dass

Loi sur l'agriculture. Modification 1586 N 25 septembre 1985

die landwirtschaftliche Produktion die Landesversorgung so ist unwirksam, wenn sie nicht umfassend durchgeführt wird.

weit als möglich gewährleistet, der Aufnahmefähigkeit des Wir haben in dieser Beziehung mit der Milchkontingentie-

einheimischen Marktes entspricht und den Möglichkeiten rung unsere eigenen Erfahrungen gemacht.

der Ausfuhr genügt. Und im Artikel 29 steht zur Preisbildung Wenn Frau Mauch sagte, die Zuteilungssysteme müssten ja

klipp und klar, dass die im Rahmen des Gesetzes liegenden nur im äussersten Notfall spielen, dann darf ich hier sagen:

Massnahmen so anzuwenden seien, dass für die einheimi- Damit sie spielen könnten, müssten wir ähnlich operieren

schen landwirtschaftlichen Erzeugnisse guter Qualität wie in meinem Departement bei der Kriegsvorsorge heute,

Preise erzielt werden können, die die mittleren Produktions- indem man alles für Rationierungen vorbereitet. Der admini-

kosten rationell geführter Betriebe decken. strative Aufwand bleibt also.

Nun stellen wir im Sektor Fleisch fest: Immer bei Überpro- Ich stelle eine allerletzte Frage an die Antragsteller: Glauben

duktion gelingt es dem Bauern nicht mehr, die Produktions- Sie im Ernst, dass nur die Futtermittelimporte zur Überpro-

kosten zu decken; denn die Richtpreise werden bei weitem duktion führen? Es ist doch so, dass der Anteil des Rauhfut-

nicht erreicht. Das ist, solange Sie einen freien Markt im ters, das weitgehend auf dem Betrieb erzeugt wird, bei der

Fleischsektor in diesem Masse wollen, gar nicht anders Fütterung von Kühen und Masttieren derart hoch ist, dass

möglich. Es ist aber durchaus möglich, dass Sie durch die die Menge über die Rationierung der Futtermittel nicht

Lenkung der Produktion dafür sorgen, dass auf der Grund- wirksam genug beeinflusst werden könnte.

lage der Artikel 18 und 29 ein einigermassen vernünftiges Mir ist das als zusätzliches Argument gewichtig erschienen.

Preisniveau geschaffen werden kann. Hier spielt dann Ange- Ich hatte das unangenehme Gefühl, dass ich, wenn ich

bot und Nachfrage - entsprechend unserem freien markt- einem solchen Antrag zustimmen würde, so täte als ob. Es

wirtschaftlichen System - in dem vom Landwirtschaftsge- ist also einfach, den Zusammenhang zwischen Futtermittel-

setz abgesteckten Rahmen. Ich bin wirklich überrascht, dass importen und tierischer Produktion ganz dramatisch auf-

man das hier vergisst, und ich wehre mich dagegen, dass leuchten zu lassen. Wenn man aber den Dingen auf den

man so tut, als ob das Bundesamt für Landwirtschaft oder Grund geht, kommen Sie letztlich zur Eigenverantwortung

das Volkswirtschaftsdepartement oder der Bundesrat nur der Bauern als Unternehmer nach Artikel 18 und 29 des

auf den Knopf zu drücken brauchten beim Futtermittel- Landwirtschaftsgesetzes. _Und nochmals: Im Bereich der

import, und dann wäre die Produktionsmenge im Lot. So ist Futtermittel betreiben wir mit der GGF zusammen bereits

es nicht. Ein weiteres Mal hat Herr Reichling mit dem Zwei- eine sehr weitgehende Bewirtschaftung.

händer gefochten, aber in die Luft geschlagen beim Vor- Ich ersuche Sie aus diesen Gründen, diesen Antrag abzu-

wurf, in jenem Fall der Drosselung der Futtermittelimporte lehnen.

seien die Kleinen des Emmentals nicht mehr beliefert und

alles sei den grossen Betrieben zugeführt worden. Das Bun- Abstimmung - Vote

desamt hat sofort korrigiert. Ich teile Ihnen das in aller Für den Antrag der Minderheit 23 Stimmen

Liebenswürdigkeit mit. Für den Antrag der Mehrheit 78 Stimmen

Die Futtermittel werden jetzt schon bewirtschaftet, und zwar

sehr streng, wie Ihnen der Präsident der GGF geschildert Art. 19a Bst. b

hat: Einfuhrkontingentierung und Belastung mit Preiszu- Antrag der Kommission

schlägen. Der Einfuhrschwellenpreis und damit das inländi-

sche Futtermittelpreisniveau liegen je nach Futtersorte-ich Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

unterstreiche, was Herr Nebiker über die vielen Sorten Antrag Biel

gesagt hat-um 80 bis 100 Prozent über dem EG-Niveau und

Streichen

noch mehr über den Weltmarktpreisen. Dass diese Politik

wirksam ist, ergibt sich daraus, dass die Einfuhren in den Antrag Berger

letzten zehn Jahren - ich sagte es bereits - um 15 Prozent b. an bäuerliche Familienbetriebe Beiträge ausrichten zur

zurückgegangen sind und sich die Eigenproduktion um Erstellung und Einrichtung von Bauten nach der Zahl ihrer

mehr als das Doppelte erhöht hat. Erste Feststellung aus Tiere oder Tierplätze;

dieser Einführung: Der Artikel 18 ist immer noch in Kraft. Die

Eigenverantwortung der Produzenten besteht. Sie müssen, Art. 19a let. b

um zu einer ausgewogenen Situation auf dem Fleischmarkt

zu kommen, Mass halten. Punkt 2: Nun fordert die Minder- Proposition de la commission

heit Ihrer Kommission, wenigstens die Bestimmung einzu- Adhérer au projet du Conseil fédéral

bauen, wonach die Futtermittelimporteure und Hersteller

Proposition Biel

zur ausgewogenen Belieferung der Verbraucher verpflichtet

werden könnten. Herr Hofmann und Herr Reichling haben Biffer

uns das schmackhaft zu machen versucht, indem sie sag- Proposition Berger

ten: Wenn man von den jetzigen Besteuerungen ausginge

und um 10 Prozent reduzierte, dann müsste man ja einfach b. Verser aux exploitations agricoles familiales des contri-

den bisherigen Bezügern 10 Prozent weniger liefern, und butions à la construction et à l'équipement de locaux au

dann sei das in Ordnung. Ich bin überzeugt, wenn die prorata du nombre d'animaux ou de place dont elles dispo-

Bundesverwaltung so vorginge, würde sofort der Vorwurf sent;

der Willkür erhoben. Rationierung können Sie hier in dieser

angenehmen Geräuschkulisse wohl beschliessen, aber real Biel: Als Winkeladvokat habe ich in diesem Saal offensicht-

nur mit Schwierigkeiten durchführen. lich Gefolgschaft gefunden. Herr Zbinden und auch Herr

Wir sind der Überzeugung, dass eine Rationierung unglaub- Nebiker haben mich unterstützt, aber auch der frühere

lichen administrativen Aufwand mit sich bringt. Die Kontrol- Rechtsanwalt Furgler. Ich war in guter Gesellschaft; ich

len müssen Sie in irgendeiner Weise vornehmen. Das vorer- danke Ihnen dafür, dass Sie mich anerkannt haben. Auch

wähnte einfache Verfahren -jeder bisherige Bezüger erhält Winkeladvokaten haben ein Recht auf Leben.

10 Prozent weniger - akzeptiert der Schweizer nicht. Wenn Damit bin ich bei meinem Antrag zu Artikel 19a Buchstabe b.

ich aber für 70 000 bis 80 000 Betriebe bei über 100 verschie- Gleichzeitig begründe ich auch, weil das zusammenhängt,

denen Futtermitteln differenziert vorgehen soll, dann werde meinen Streichungsantrag zu Artikel 19b. Diese beiden Arti-

ich mich Ihnen wieder stellen, mit Begehren nach mehr kel stehen in Zusammenhang.

Personal, mehr Hilfskräften und anderem mehr. Es gab auch Ich habe die gleichen Anträge schon 1979 bei der Revision

Leute, die behaupteten, man müsste nur die grossen, des Landwirtschaftsgesetzes gestellt. Meine Haltung hat

bodenunabhängigen Betriebe kontrollieren und hätte dann sich nicht geändert. Mein Antrag ist auch eine Konsequenz

die Menge im Griff. Das sind nach meiner Auffassung dessen, was ich vorhin beim Landwirtschaftsbericht und in

Wunschträume. Eine Kontingentierung oder Rationierung anderem Zusammenhang schon vertreten habe. Ich lehne

25. September 1985 N 1587 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

prodüktgebundene Beiträge ab, weil sie die Produktion för- Gesetzes in diesem Bereich zwingen wollen, Beiträge aus-

dern. Wenn ich das schon generell tue, muss ich das auch in zubezahlen. Es werden im Parlament neue Massnahmen

diesem speziellen Fall tun. Ich frage Sie einmal: Warum hat gefordert werden, wir werden wieder Diskussionen haben;

der Bundesrat bis heute keine Beiträge ausbezahlt? Er hat wir verlagern einmal mehr nur die Schwierigkeiten von

dies zu Recht nicht getan, weil man eben auch im Bundes- einem Sektor in den anderen. Ich warne Sie also vor diesen

amt für Landwirtschaft und im Bundesrat gemerkt hat, wel- Beiträgen. Sie wirken kontraproduktiv. Es ist genau das

che Folgen damit verbunden sind. Die eine Folge ist ganz Gegenteil dessen, was wir eigentlich tun sollten.

eindeutig - wir können das belegen -, dass das zu Mehrpro- Ich bitte Sie sehr, diese Artikel abzulehnen.

duktion führt in einem Bereich, in dem man keine Mehrpro-

duktion erträgt. Zweitens ist es auch eine Frage der Admini- M. Berger: Comme président de la Chambre vaudoise

stration; um diese kommen wir nicht herum.

d'agriculture, je suis à l'aise pour confirmer ce que vient de

Nun haben wir neuerdings-und das freut mich besonders- dire M. Biel.

Gefolgschaft bekommen: die Chambre vaudoise d'agricul- Nous avons effectivement pris position contre ces contribu-

ture hat vehement gegen diese Beiträge Stellung genom-

tions directes à l'orientation de la production de viande et

men. Da muss schon etwas daran sein. Die Vaudois sind d'oeufs. Pour les mêmes raisons que vous venez d'évoquer,

nicht ohne Grund zu diesem Entscheid gekommen, sondern

nous savons que le marché de la viande est actuellement

weil sie genau gemerkt haben, dass diese Übung für die difficile, que les mesures d'orientation sont relativement

Landwirtschaft kontraproduktiv ausgehen wird. Wir begün-

faibles. Le but de la révision de la loi sur l'agriculture est

stigen nämlich damit die bodenunabhängige Produktion,

d'ailleurs d'améliorer cette orientation en général de la

die ja nach der ellenlangen Debatte, die wir gehabt haben, viande et des œufs. Toutefois, nous craignons fort que des

von Übel ist und abgestellt werden muss. Wir begünstigen

contributions directes en faveur de l'orientation de la pro-

nämlich die Tierhaltung, die vor allem auf Importfutter

duction de viande de porc notamment et de celle de volaille

beruht, nämlich die Schweinehaltung zu allererst. Wir

contrecarrent directement le marché de la viande bovine.

benachteiligen eigentlich die Tierhaltung, die auf der

Or, nous savons aujourd'hui qu'étant donné la réduction de

landeseigenen Futtermittelgrundlage, nämlich auf dem la production laitière, soit, par voie de conséquence, la

Rauhfutter basiert. Das ist unbestreitbar. Rauhfutter ist nach diminution des surfaces fourragères qui - comme certains

wie vor das unserem Klima und unserer Topographie ange-

l'ont souligné ce matin - représente les trois quarts de la

messene Futter. Rauhfutter brauchen wir vor allem für die surface agricole de ce pays, il faudra remplacer cette pro-

Rindviehhaltung. Das hat die Chambre vaudoise offensicht-

duction par celle de bœuf.

lich gemerkt. Wenn wir diesen Schritt tun, machen wir einen

Il n'y a pas de miracle! A certains égards, nous éprouvons

entscheidenden Fehler.

même quelques craintes que le porc qui est alimenté prati-

1982, 1983 und 1984 sind zahlreiche Grossbestände an quement essentiellement - mis à part les déchets de froma-

Schweinen und Geflügel abgebaut worden. Trotzdem hatten gerie - avec des fourrages étrangers, ne devienne le concur-

wir einen totalen Preiszusammenbruch, eine Überproduk- rent du bœuf. Pour toutes ces raisons, nous nous sommes

tion wie noch nie; sie war 1982/83 fast dramatisch. Warum? opposés à l'article en question.

Weil da durch kleine Produzenten ein Mehrfaches dessen, En revanche, sur le fond du problème, nous serions d'ac-

was in den sogenannten Grossbetrieben abgebaut worden cord d'orienter la production de viande et d'œufs au moyen

ist, ersetzt oder sogar überkompensiert worden ist. de contributions indirectes, comme cela a été le cas jus-

Nun muss ich Ihnen, Herr Reichling, folgendes sagen: Diese qu'en 1979. Ces mesures ont ensuite pris une tournure que

Umstände haben auch politische Ursachen. In Ihrer Fraktion je qualifierais de. mauvaise en raison des dispositions du 4e

hat es Leute gegeben, die hier im Parlament Vorstösse rapport sur l'agriculture qui encourageait les concentrations

gemacht haben und den Bundesrat beauftragen wollten, d'animaux, que nous avons par la suite diminuées à force de

eine Schweinekontingentierung einzuführen. Zahlreiche finances publiques. En l'occurrence, nous partons du prin-

Produzenten haben sich nämlich gesagt: Bei der Milch habt

cipe qu'une contribution à la construction et à l'équipement

Ihr uns erwischt, aber bei den Schweinen passiert das nicht

peut être une mesure d'encouragement, relativement faible

mehr. Zahlreiche kleine Produzenten haben noch und noch

j'en conviens, mais presque indispensable pour l'avenir de

Schweine eingestallt. Das hat zum Zusammenbruch geführt.

ces différentes productions de viande, porc, volaille et bœuf

Das genau gleiche wird passieren, wenn Sie Beiträge aus-

également.

zahlen. Sie glauben doch nicht, dass jemand nicht den

Il ne faut pas oublier que plusieurs échéances sont proches

Anreiz ausnützt, wenn er Beiträge bekommt, dann auch

dans plusieurs domaines de la production animale; je pense

einige Schweine zu halten. Es genügt, wenn nur ein Teil der

notamment ici aux impératifs de la législation sur la protec-

Produzenten, die heute keine Schweine halten, einige tion des animaux qui imposera à de nombreux producteurs

Schweine einstallen - und wir haben einen totalen Zusam-

moyens des efforts financiers considérables en vue de la

menbruch in diesem Bereich. Und was ist die Folge? Die

modification d'installations. Plusieurs d'entre eux se pose-

Preise sind tief. Mir kann das recht sein, ich esse gerne

ront la question de savoir s'ils mettront «la clé sur la cor-

Schweinefleisch. Da wir aber alle überernährt und überall an

niche» ou s'ils continueront. Les exigences de la protection

die Produktionsgrenzen gestossen sind, werden Sie die

des eaux entraîneront une situation identique et des efforts

grössten Probleme wieder im Rindfleischsektor haben; Sie

considérables devront être consentis dans ce domaine pour

finden für Rindfleisch keinen Absatz mehr. Das haben wir

assurer une meilleure protection des eaux. Si, dans tous les

alles durchexerziert. Wenn Sie nun weitergehen und das

milieux de l'économie, la Confédération assure financière-

hier tun, fördern Sie genau das Falsche.

ment une contribution pour ces installations, en revanche,

Hinzu kommt, dass man sich fragen muss, ob es sinnvoll ist,

dans le secteur de l'agriculture, pour le moment, il n'en est

dass wir vor allem eine Produktion fördern, die auch

pas question.

gewisse ökologische Probleme birgt. Im jüngsten Bericht En résumé, sur le fond, je me prononce en faveur d'une

des Bundesamtes für Umweltschutz zur Revision des contribution à la construction et à l'amélioration technique

Gewässerschutzgesetzes heisst es zum Beispiel, dass die telle que je la propose. En revanche, si elle n'est pas accep-

Gülle der Schweine und Rinder in der Schweiz etwa 35 tée, je m'opposerai à l'article lui-même tel qu'il est présenté

Millionen Einwohnergleichwerten entspreche. Wollen wir car le risque de désorganiser le marché de la viande est bien

hier nun noch weiter gehen und das fördern? Es ist ja

trop grand, et surtout celui de pénaliser le marché du bœuf.

schliesslich gewässerschutztechnisch dasselbe, ob zahlrei- Je vous demande donc de suivre mon amendement.

che Kleinbetriebe oder ein einziger Grossbetrieb Gülle aus-

stossen. Wenn das zugehörige Land zur sinnvollen Verwer-

tung dieser Gülle nicht ausreicht, haben wir eben Probleme. M. Massy: Le groupe libéral vous propose de biffer l'article

Wir machen einen ganz gefährlichen Gang, wenn wir das 19, lettre bel, par conséquent, de supprimer aussi la lettrée,

tun und den Bundesrat praktisch mit der Revision des étroitement liée à la première citée.

200-N

Loi sur l'agriculture. Modification 1588 N 25 septembre 1985

Notre intention était de biffer ces deux articles; nous avons dirigerait vers une surproduction de viande de porc et de

été précédés par M. Biel. Question de temps! volaille et cela exigerait une administration considérable sur

Je m'explique. Loin de nous l'idée de ne pas venir en aide le plan fédéral, cantonal et communal.

aux petites et moyennes exploitations agricoles mais, de Enfin, nous considérons qu'il ne faut pas à chaque instant

grâce, pas de cette façon! Il est des propositions qu'on ne ajouter une nouvelle mesure de soutien pour augmenter

peut pas soutenir, une étude attentive du projet démontrant celles qui existent déjà, et cela afin d'apaiser quelques

- et je cite le mémoire de la Chambre vaudoise d'agriculture revendications diffuses et mal étayées. Les mesures en

- «que les nouveaux subsides: premièrement, seraient vigueur en faveur des producteurs des régions défavorisées

contraires aux objectifs de l'orientation des productions, sont suffisantes. Leur revenu paritaire - disons-le franche-

plus particulièrement à la nécessité d'encourager les pro- ment - dépend davantage de la qualité des mesures que de

ductions liées au sol par rapport à celles obtenues avec des leur nombre. Cela est un fait acquis.

fourrages importés; deuxièmement, que ces subsides sont Par conséquent, nous sommes convaincus que les contribu-

inadaptés aux exigences d'une politique de structure visant tions proposées en faveur des petits producteurs de porcs et

à aider les producteurs défavorisés». de volaille sont négatives et mal venues. Il convient de ne

De plus, la bureaucratie nécessaire à l'octroi des modestes pas leur donner suite et de biffer les lettres b et c de l'article

contributions envisagées est considérable. Le Conseil fédé- 19 de la loi sur l'agriculture.

ral ne le cache pas tout au long de son message. Dès lors,

les 20 millions de francs prévus seraient bien mieux utilisés Nussbaumer: Ich wünschte mir mehr Ehrlichkeit in unserer

à compléter la panoplie des aides existantes en faveur des Agrarpolitik. Ein Betrieb mit 25 Kühen, 20 Stück Jungvieh,

agriculteurs défavorisés plutôt qu'à instituer toute une admi- 10 Hektaren Ackerbau ist auch ein Familienbetrieb. Wenn

nistration parallèle, compliquée et nouvelle, sur l'échelon dieser nun noch 300 Mastschweine hält, kann er diese

fédéral, cantonal et communal. Produktion, wenn er ehrlich ist, ohne Bundeshilfe betreiben.

Dans le détail, on peut déjà dire que les producteurs monta- Wir müssen jenen, die auf eigenen Russen stehen können,

gnards ne seraient pas bénéficiaires car, selon les proposi- Herr Berger, keine Krücken geben. Ihr Antrag geht darauf

tions du Conseil fédéral, l'octroi de contributions aux petits aus, dass alle Familienbetriebe, die grossen und die kleinen,

et moyens producteurs de porcs et de volailles favoriserait Beiträge erhalten sollen. Dieser Antrag ist nichts anderes als

d'abord les agriculteurs de plaine. L'engraissement des eine Fortführung des Giesskannenprinzipes.

porcs - c'est regrettable mais c'est comme cela - est loca- Monsieur Massy, vous avez oublié les Appenzellois! Sie

lisé en plaine, là où il y a des vaches. En effet, il se concentre sitzen hier ja sehr hoch oben, aber auch sie müssen ihre

là où le lait coule à flots. Il eût été préférable, en tant que kleinen Familienbetriebe erhalten können, mit 10 bis 15

source d'appoint, que la garde des porcs se développe dans Hektaren, vielleicht mit 15 Grossvieheinheiten, und sie sind

les zones herbagères, à faibles possibilités de diversifica- auf 200 bis 300 Mastschweine angewiesen. Wenn wir mit

tion. On constate que les zones de montagne, avec 47 pour diesen Beiträgen erreichen, dass wir die kleinen Bestände

cent des zones herbagères du pays, n'accueille que le 17 auf bäuerlichen Betrieben etwas grösser machen und die

pour cent de l'élevage du porc et le 12 pour cent seulement ganz grossen noch mehr abbauen können, haben wir ein

de celui de la volaille. grosses Ziel erreicht. Schauen Sie auf Seite 26 des Landwirt-

Je le répète, les contributions envisagées en faveur des schaftsberichts nach, dort steht geschrieben, dass 2,1 Pro-

porcs et de la volaille sont autant d'aides qui défavorisent en zent der Schweinehalter einen Drittel aller Schweine in

premier lieu les paysans de la montagne. Eux qui ne peuvent diesem Land besitzen. Wenn diese jetzt etwas zurückgehen

compter que sur le produit de leurs bovins auront d'autant müssen, gibt es Platz für die bäuerlichen Familienbetriebe,

plus de peine à en tirer un bon parti qu'ils seront plus die auch im Appenzell erhaltenswürdig sind; es müssten

vigoureusement concurrencés par les autres espèces ani- nicht die allerkleinsten sein, im Text heisst es «kleine und

males. mittelgrosse Betriebe».

Sans doute, en proposant d'introduire ces contributions, le Noch ein Wort zu Herrn Biel: Warum hat der Bundesrat

message du Conseil fédéral obtient un soutien sentimental diese Beiträge nach der ersten Revision nicht ausbezahlt?

évident. Qui oserait refuser, dans ce riche pays qu'est la Weil nicht nur die bäuerlichen Betriebe davon hätten profi-

Suisse, d'aider les petits et de venir en aide aux moyennes tieren können. Es hätten auch diejenigen Betriebe, die

exploitations? Personne, bien sûr. Et le simple fait d'insti- bodenunabhängig produzieren, Beiträge erhalten. Das

tuer des contributions en faveur des petits et moyens pay- wollte man nicht. Darum hat man darauf verzichten müssen.

sans laisse entendre que rien n'est fait en leur faveur aujour- Aber jetzt ist es natürlich an der Zeit, dass wir hier dem

d'hui. Rien n'est plus faux. Des aides directes sont octroyées bäuerlichen Familienbetrieb helfen.

aux agriculteurs les plus défavorisés et à ceux qui travaillent Ich habe noch eine Frage an Herrn Bundespräsident Furg-

dans des conditions d'exploitation difficiles. Voulez-vous ler. Es hat sich anlässlich einer Tagung in der Ostschweiz

des exemples? Les primes de culture pour les céréales ein massgebender Beamter Ihres Departementes dahin

fourragères ne sont payées en plein que pour les cinq geäussert, er sei im Grunde genommen gegen diese Mass-

premiers hectares. Il en est de même pour le maïs grain. Les nahmen und er sehe darin keinen grossen Vorteil.

contributions aux frais de détenteurs de bétail bovin sont Ich glaube, wenn wir richtig vorgehen, können wir die Über-

limitées à quinze unités UGB. Les contributions aux déten- produktion vermeiden, die hier entstehen könnte. Wir müs-

teurs de vaches ne mettant pas de lait sur le commerce sont sen gleichzeitig die Importbelastungen anheben und den

dégressives à partir de la dixième unité. La quantité franche kleinen und mittelgrossen Betrieben diese Beiträge entrich-

de lait non soumise à la retenue favorise davantage le petit ten. Ich glaube, dieser Mittelweg wäre sicher richtig. Ich

producteur que le gros. Les contributions à l'exploitation möchte jetzt wissen, ob es wirklich so ist, dass, wenn wir

agricole du sol dans des conditions difficiles sont limitées diese neue, gute Lösung mit diesen kleinen und mittelgros-

selon la fortune et le revenu de l'exploitant. La limite du sen bäuerlichen Betrieben haben, diese Gesetzesvorlage

revenu et de la fortune s'appliquent aussi aux contributions wieder in der Schublade landen könnte.

aux frais des détenteurs de bétail bovin dans la zone de

montagne et des collines. Il y en a d'autres encore. M. Savary-Vaud: Pour que l'arbre soit beau et productif, il

On peut donc dire que le niveau de l'aide varie selon les faut lui enlever les branches inutiles et gourmandes. Il en va

conditions d'exploitation et que la politique structurelle et de même avec la loi sur l'agriculture et les articles 19a, lettre

sociale existe avec une panoplie de mesures amplement b, et 19c. En donnant la possibilité au Conseil fédéral d'oc-

suffisantes et déjà établies. On ne saurait dès lors considérer troyer des subventions aux détenteurs de porcs et de

que le message du Conseil fédéral constitue une orientation volailles, on nourrit de faux espoirs; on se lance dans

nouvelle de la politique agricole suisse. l'arbitraire, on prête le flanc à la critique.

En conclusion, je dirai que nous voyons mal l'intérêt qu'il y a Venons-en à l'importance de la subvention tout d'abord. Le

d'instituer les nouvelles contributions proposées. On se Conseil fédéral parle de 20 millions. Divisés par le nombre

25. September 1985 N 1589 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

de porcs et de volailles, cela ne représente plus grand- der M'UT-Stiftung; das ist eine Stiftung, die sich für umwelt-

chose. Il s'agit-là d'une subvention bagatelle avec gerechte Landwirtschaft einsetzen will: menschen-, umwelt-

d'énormes frais administratifs que le Parlement essaie, avec und tiergerecht, das bedeutet die Abkürzung MUT. Sie ist

raison, de supprimer dans d'autres domaines. der Meinung, man solle allenfalls die Haltung von höchstens

En fixant dans la loi des effectifs minimums et maximums 300 Schweinen mit Beiträgen unterstützen. Bei den Lege-

pour l'octroi de la subvention, la commission désigne les hennen will der Bundesrat bis 4050 gehen, die MUT-Stiftung

ayants droit. Il faut savoir, par exemple, que le petit engrais- sieht ein Maximum von 500 vor. Über all das müsste man

seur de porcs, utilisant les fourrages et les déchets de son noch reden. Ich finde, der Bundesrat gehe in seinem Verord-

exploitation, n'aura droit à cette subvention que s'il a au nungsentwurf zu weit. Aber der Gefahr, die Herr Biel sieht,

moins 150 porcs. S'il n'a pas cet effectif, de deux choses dass bodenunabhängige Betriebe gefördert werden könn-

l'une, ou bien il crie à l'injustice et à l'arbitraire, ou il ten, ist jedenfalls vorgebeugt.

augmente sa production pour arriver au minimum requis. Je Ich bitte Sie deshalb, den Streichungsantrag Biel abzu-

vous laisse imaginer les conséquences: surproduction, lehnen.

baisse des prix, mécontentement. Enfin, cette subvention

serait contraire aux objectifs de l'orientation des produc- Kühne: Ohne Not würde ich um diese Zeit das Wort nicht

tions, comme on l'a dit, et plus particulièrement à la néces- mehr ergreifen; aber es geht um eine politische Wertung,

sité d'encourager les productions liées au sol par rapport à und es geht um Treu und Glauben. Ich möchte Sie daran

celles qui sont obtenues grâce à l'utilisation de fourrages erinnern, dass wir im Jahre 1982 auf dem Tisch dieses

importés. Cela est tout de même étonnant lorsque l'on sait Hauses die Futtermittelinitiative liegen hatten, dass damals-

que ces propositions sont liées au retrait de l'initiative sur das habe ich heute morgen schon erklärt - die beiden

l'importation des denrées fourragères. Motionen der CVP-Fraktion und die Motion Zumbühl zu

Il faut aider les petites et moyennes exploitations et le diesem Thema eingereicht wurden und dass im Juni 1982

Conseil fédéral peut très bien le faire en renforçant les der damalige Bundespräsident Honegger verbindliche Ver-

mesures déjà existantes, par exemple les allocations fami- sprechungen abgegeben hat, eine Revision des Landwirt-

liales, les contributions à la surface en montagne, etc. Je schaftsgesetzes im Sinne der Motionen vorzunehmen. Auf-

pense, Monsieur Nussbaumer, que les Appenzellois s'y grund dieser Versprechungen ist dann die Futtermittelinitia-

retrouveront avec leurs grandes familles. Ces deux articles, tive zurückgezogen worden. Was nun vorgeschlagen wird,

à mon avis, sont donc superflus. nämlich die Streichung von Artikel 19a Buchstabe b, tst

allerdings eine Revision, aber eine Revision hinter das gel-

Bäumlin: Ich bitte Sie ebenfalls, den Streichungsantrag tende Recht zurück. Wir würden also hinter die Beschlüsse

abzulehnen. Wenn man die Möglichkeit, Tierhalterbeiträge der sogenannten Kommission Keller und in der Folge des

einzuführen - es handelt sich um eine blosse Kann-Vor- Parlamentes zurückgehen. Das ist doch eine völlig unmögli-

schrift-jetzt streicht, wird man grosse Enttäuschung bewir- che Situation. Da müssen sich all jene, die damals auf die

ken, und es wird viele Klein- und mittlere Bauern geben, die Worte des Bundespräsidenten gehört haben und denen im

von einem Vertrauensbruch sprechen werden, denn gerade übrigen in diesem Saale niemand opponiert hat, hintergan-

das hat man ihnen immer wieder versprochen, jedenfalls bis gen vorkommen. Die ganze Neuerung besteht darin, dass

zum Rückzug der Futtermittelinitiative. Diese Bauern kämen beim heutigen Antrag noch das Wort «bäuerlich» eingefügt

sich also als die Geprellten vor. ist. Ich habe Ihnen heute morgen schon gesagt, dass «bäu-

Das reicht als Begründung freilich noch nicht aus. Herr Biel erlich» eine Bindung an den Boden darstellt und damit eine

hat einen auf den ersten Blick bestechenden Einwand verbesserte Fassung ist im Sinne unserer agrarpolitischen

gemacht. Er hat gesagt, man begünstige mit Tierhalterbei- Oberziele.

trägen gerade auch die bodenunabhängigen Betriebe. Das Ich möchte Sie bitten, der Fassung der Kommission zu

möchte ich in der Tat nicht; dem muss und kann man aber folgen.

vorbeugen. Einen wichtigen Schritt tut schon der Text der

Vorlage des Bundesrates. Schade, dass wir nicht gleichzei- M. Thévoz, rapporteur: S'agissant de l'article 19a, lettre b,

tig noch Artikel 19c mitdiskutieren, wo die Sache im Detail nous sommes en face de trois propositions, celle de la

geregelt ist. commission; une proposition de M. Biel qui suggère de

Ich erlaube mir, Absatz 2 von Artikel 19c vorzulesen; «Bei- biffer les articles 19a, lettre b, et 19c, et enfin, une proposi-

träge werden nur solchen Betrieben ausgerichtet, deren tion de M. Berger qui présente une version atténuée de la

Einkommen aus der Landwirtschaft zu einem angemesse- disposition initiale émanant de la Chambre vaudoise d'agri-

nen Teil aus anderen Bereichen stammt als demjenigen der culture; elle prévoit de verser aux exploitations familiales

Fleisch- und Eierproduktion.» Das, was ich als bodenunab- des contributions à la construction et à l'équipement de

hängigen Betrieb verstehe, wird also ganz sicher nicht von locaux. La proposition de M. Berger tend donc à une appli-

der vorgeschlagenen Massnahme profitieren können. So cation limitée à des cas précis, alors que la commission vise

geht denn das Argument von Herrn Biel am Text vorbei. Ich plutôt un objectif plus général.

füge noch bei, dass man der Gefahr, die ich sowenig will wie Je tiens à déclarer tout d'abord que nous n'innovons rien en

Herr Biel, noch besser begegnen kann, wenn man meinen vous proposant par 14 voix contre 4 - telle est la décision de

Anträgen zu Artikel 19b entspricht. Auch mein Abände- la commission - d'adopter cet article. En effet, il figure déjà

rungsantrag zu Artikel 19c schliesst die Begünstigung von dans la loi actuelle à une exception près. En effet, celle-ci ne

Tierfabriken noch deutlicher aus als der vom Bundesrat fait pas référence à la notion d'exploitation paysanne. Aussi

vorgeschlagene Text. avons-nous, en séance de commission, adjoint le qualificatif

Bei den vorgesehenen Beiträgen missfällt mir freilich der de «paysanne» afin de bien préciser notre volonté devoir les

Verordnungsentwurf, den der Bundesrat bereithält. Ich habe seules exploitations qui ne sont pas des «fabriques d'ani-

das heute morgen schon im Vorbeigehen erwähnt. Aus maux» bénéficier de ces allocations. J'ajoute que lorsque

Zeitgründen will ich Ihnen nicht alle Einzelheiten vortragen. l'initiative sur les fourrages a été retirée, des assurances ont

Ich wiederhole die Angaben, die ich heute morgen gemacht été données quant au maintien du versement des contribu-

habe. Bei der Schweinemast will der Bundesrat für die tions aux exploitations paysannes. Etant donné que nous

ersten 20 Tiere nichts geben, dann aber für die Haltung von avons déjà supprimé tout à l'heure l'introduction du ration-

bis zu 720 Schweinen - abgestufte - Beiträge ausrichten. nement des fourrages, j'estime que, en tout bien et tout

Das lehne ich natürlich ab. Es ist vorhin auf den Kanton honneur, nous ne pouvons pas aller plus loin.

Appenzell hingewiesen und gesagt worden, es gebe dort -. La disposition que nous vous proposons d'adopter a un

Betriebe - für mich dürften es nicht Betriebe mit ganz caractère autant politique qu'économique. Je sais qu'il ne

kleiner Fläche sein - die auf die Haltung von 200 Schweinen faut pas en attendre des miracles. Néanmoins, son applica-

angewiesen seien. Gut, das ist akzeptabel; ein solcher tion peut, dans nombre de cas, être bénéfique aux exploita-

Bestand entspricht auch anderen Vorschlägen, etwa dem tions dont il s'agit. Cet après-midi, lors du débat général, M.

Loi sur l'agriculture. Modification 1590 N 25 septembre 1985

le président de la Confédération, parlant par anticipation de der Stallbaubewilligung. Ich verweise auf jene Abgrenzungs-

cet article, a dit qu'une application nuancée, mettant l'ac- kriterien, ohne sie zu wiederholen.

cent sur l'agriculture de montagne, permettrait d'atteindre le Letzter Punkt: Ich habe mit Interesse auch den Antrag von

but désiré. Je pense qu'il le confirmera tout à l'heure. Herrn Berger studiert. Ich darf einfach darauf hinweisen,

Au nom de la majorité de la commission qui, je vous le dass mit der Ausrichtung von Beiträgen, die an die Tier-

rappelle, par 14 voix contre 4, s'est déterminée en faveur de bestände gebunden sind, die Produktion noch stärker ange-

cette disposition, je vous invite à adopter celle-ci et à écarter heizt wird. Das wissen Sie alle. Die Gefahr einer Überproduk-

les deux propositions de minorité qui ont été déposées. tion würde verschärft, sofern mit dieser Regelung auch

noch die Schaffung neuer Stallkapazitäten gefördert werden

Rlsi-Schwyz, Berichterstatter: Wir haben in der Kommission sollte. Ich verweise auf die Freigrenzen, die Ersatzbauten.

mit 14 gegen 4 Stimmen dieser Vorlage zugestimmt, also die Ich darf auch darauf verweisen, dass jetzt schon die Mög-

Beiträge an kleine und mittelgrosse bäuerliche Betriebe lichkeit der Ausrichtung von Investitionskrediten an bäuerli-

gutgeheissen. Ich möchte auch Sie an den Motionsauftrag che Betriebe für Bauten im Rahmen der Bestimmungen der

erinnern, der das beinhaltet. Ich möchte auch darauf hinwei- Stallbauverordnung gegeben ist. Was ich an Ihrem Antrag

sen, dass das in der ersten Revision festgehalten wurde, als eigentlichen Schwachpunkt empfinde, ist jedoch, dass

allerdings nicht begrenzt auf die bäuerlichen Betriebe. die umstrittenen Beiträge nur solchen Betrieben ausgerich-

Ich bin der Auffassung, dass heute abend ein bisschen allzu tet würden, die erst heute bauen; diejenigen mit bestehen-

sehr in Schwarzweissmalerei gemacht wird. Es wird von den Bauten, die, wirtschaftlich gesehen, im Grunde genom-

einer Aufblähung der Produktion durch diese Beiträge men in der gleichen Lage wären, kämen zu kurz.

gesprochen. Ich möchte nicht bestreiten, dass eine gewisse Zusammenfassend: Warum diese Norm ändern, die Sie

Produktionsausdehnung entstehen könnte. Aber ich glaube schon im Gesetz haben, um damit bei den kleinen und

doch, dass die Reduktion der Grossbestände auch Kapazitä- mittleren Bauernbetrieben den Eindruck zu erwecken, man

ten freimachen sollte; die Fleischproduktion durch die bäu- würde ihre Stellung schwächen?

erlichen Betriebe wird damit aktiviert und sollte aktiviert Aus diesen Gründen ersuche ich Sie, die Anträge abzu-

werden; das wollen wir ja einerseits, wenn auch nicht in lehnen.

einem unbegrenzten Masse.

Die Chambre vaudoise, meine lieben Kolleginnen und Kolle- Eisenring: Ich habe seitens des Bundesrates bzw. der Kom-

gen, ist für mich natürlich nicht der Klub, der hier im Rat missionsreferenten oder anderer interessierter Kreise erwar-

unbedingt die kleinen und mittelbäuerlichen Betriebe ver- tet, dass endlich eine Interpretation darüber erfolge, was

tritt. Ich glaube, es ist doch der Druck der kleinen und nach heutiger Auffassung ein kleiner oder mittelgrosser

mittleren Betriebe, den wir auf uns haben, und denen schon bäuerlicher Betrieb ist.

längst versprochen wurde, dass in dieser Richtung etwas Herr Nussbaumer hat eine Zahl erwähnt, nämlich 12 bis 15

geht. Wir sollten uns durchringen, diesem Antrag zuzustim- Hektaren. In früheren Zeiten war ein kleiner Betrieb 6 bis 8

men. Es wird eine grosse Enttäuschung geben, und die Hektaren. Es ist ganz bemerkenswert, wie man sich um die

Intitiative der Kleinbauern wird in dieser Richtung noch Definition dieser Anspruchsberechtigung herumdrückt. Ich

einen vehementen Auftrieb erhalten. hätte gerne vom Bundesrat eine Interpretation dessen -

Ich möchte Sie bitten, dem Antrag der Mehrheit der Kom- auch zuhanden der ständerätlichen Beratung -, was eigent-

mission zuzustimmen und diese Beiträge zu bewilligen. lich ein kleiner bäuerlicher Betrieb und was ein mittelgros-

ser Betrieb ist. Ich sage das nicht unbegründeterweise. Wir

Bundespräsident Purgier: Die jetzt umstrittene Norm ist hatten ähnliche Diskussionen schon früher, zum Beispiel

bereits geltendes Recht; sie wird durch ein einziges Wört- betreffend die Hügelzone und deren beitragsentscheiden-

chen präzisiert: Es muss sich inskünftig um «bäuerliche» den Abgrenzung nach Höhe. Da ging es um das Verschie-

kleine und mittlere Unternehmen handeln. «Bäuerlich» ben von 50 Metern. Wenn man nachgeschaut hat, ging es

bedeutet, wie Herr Kühne soeben sagte, Betriebe, die nicht um die Interessen einzelner, auch im Parlament vertretener

bodenunabhängig, sondern bodenabhängig sind. Also ist Persönlichkeiten mit Höfen in der Hügelzone! Ich möchte

die Sorge von Herrn Bäumlin behoben. Es scheint mir nach damit nicht diskriminieren. Aber das muss der Wahrheit

all dem, was wir im Landwirtschaftsbereich mit Blick auf die halber gesagt sein.

kleineren und mittleren Bauernbetriebe diskutieren, Im übrigen wäre es richtig, wenn wir schon Überproduktion

undenkbar, dass man nun eine bereits vorgesehene mögli- haben, dafür zu sorgen, dass nicht noch zusätzliche Bei-

che Massnahme für diese kleinen und mittleren Betriebe träge ausgerichtet werden, sondern dass den Grossen

eliminiert. Mir scheint also, dass das nicht gestrichen wer- Abzüge abgezwungen werden. Das wäre ein einigermassen

den darf. Das ist meine erste Feststellung. marktgerechtes Verhalten; aber wir bewegen uns hier ja

Zweite Feststellung: Herr Biel hat von der Möglichkeit einer nicht mehr im Markt.

Kontingentierung im Schweinesektor gesprochen. Ich habe

schon vor einem Jahr ein für allemal erklärt, dass das nicht

in Frage komme. Allfälliges Aufstocken in der Meinung, bei Bundespräsident Purgier: Der marktgewaltige Herr Eisen-

einer Kontingentierung von den höheren Beständen profitie- ring hat im letzten Teil seiner Ausführungen sein eigenes

ren zu können, geht völlig daneben. Ich verweise auf das, Marktbekenntnis etwas umgekrempelt, denn er scheint den

was ich zu Artikel 18 zusammen mit Artikel 29 über die Artikel 18 im Zusammenhang mit dem Artikel 29 übersehen

Preisbildung, über die Eigenverantwortlichkeit des Produ- zu haben. Die eigentliche Hauptverantwortung bleibt beim

zenten gesagt habe. Soviel zu diesem Punkt von Herrn Biel. Unternehmer; das ist im Artikel 18 verankert. Wenn überpro-

Zur Bemerkung, ein hoher Beamter meines Departements duziert wird, dann erfährt er das, was unangenehm ist, aber

habe erklärt, er sei dagegen: Es gibt gelegentlich auch bei von ihm allein zu verantworten ist. Er wird nämlich die

hohen Beamten schwächere Momente; aber meine Mitar- Richtpreise nicht erzielen, und er macht ein schlechtes

beiter sind loyal. Beschlüsse, die das Parlament und der Geschäft. Da greift der Bundesrat nicht ein, er schaut zu. Ich

Bundesrat fassen, werden durchgeführt. Ich denke, dieser habe immer gesagt: Der Fleischsektor muss sich über den

hohe Beamte wollte zum Ausdruck bringen: Der Bundesrat Preis-also absolut marktkonform- regulieren. Wir hatten ja

muss sich wie bei jeder Kann-Vorschrift gut überlegen, ob er vorher, als wir die Frage von Herrn Reichling und von Herrn

davon Gebrauch machen will, weil er ja das, was er tut, auch Geissbühler geprüft haben, ob man bis und mit Futtermittel-

finanzieren muss. Damit hat diese Bemerkung schon wieder rationierung gehen wolle, um das indirekt auch zu beeinflus-

den richtigen Stellenwert. sen, eine längere Aussprache über diesen Punkt. Das ist der

Es wurden da und dort Bedenken geäussert, die Mass- Ausgangspunkt.

nahme sei sehr schwer praktikabel. Ich bedanke mich bei Punkt 2: Als Hilfe für wirtschaftlich schwächere Bauernbe-

Herrn Bäumlin, der darauf verwies, dass Artikel 19c diesbe- triebe sah der Bundesrat - Herr Kühne hat auf die Ausfüh-

züglich klare Kriterien enthält. Man geht ähnlich vor wie bei rungen des damaligen EVD-Chefs und Bundespräsidenten

25. September 1985 N 1591 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

Honegger verwiesen - vor, kleinen und mittleren Betrieben Abs. 5

entgegenzukommen. Betriebe, die den Anforderungen der Umwelt- und Gewäs-

Im Hinblick auf die Ausführungsbestimmungen dazu - serschutzgesetzgebung entsprechen, jedoch infolge der

wobei ich hier mit aller Deutlichkeit sage, dass Änderungen nach 1985 herabgesetzten Höchstbestände aus wirtschaftli-

vorbehalten bleiben - zitiere ich Artikel 6 der jetzt gültigen chen Gründen aufgegeben werden, haben, soweit ihre Anla-

Verordnung über die Bewilligung von Stallbauten: gen nicht amortisiert sind, Anspruch auf eine angemessene

a. Die Einkommensgrenze lautet wie folgt: «Die Summe aus Entschädigung.

dem Betriebseinkommen nach Artikel 10 bei rationeller

Bewirtschaftung und aus gesicherten, nicht aus dem Art. 19b al. 1, 3, 4, 5

Betrieb stammenden Nebeneinkommen darf auch nach der Proposition de la commission

Aufstockung den Betrag von 70 000 Franken pro Jahr nicht

übersteigen, wobei nur der 10000 Franken pro Jahr über- Al. 1

steigende Teil des Nebeneinkommens angerechnet wird.» ... permettant d'assurer un revenu suffisant aux exploita-

b. Über den zumutbaren Anteil offener Ackerfläche: «Der tions gérées rationnellement.

Betrieb muss einen zumutbaren Anteil offener Ackerfläche Al. 3, 4

aufweisen. Dieser muss dem durchschnittlichen Anteil der

Betriebe der betreffenden Gemeinde entsprechen, wobei Adhérer au projet du Conseil fédéral

die topographischen Verhältnisse, das Klima, die Bodenqua- Propositions Bäumlin

lität und die Grosse des Betriebes mitberücksichtigt

Al. 1

werden.»

c. Struktur des Betriebseinkommens: «Auch nach der Auf- ... nombre d'animaux qui permette d'assurer un revenu suffi-

stockung muss mindestens die Hälfte des Betriebseinkom- sant aux exploitations gérées rationnellement, et qui satis-

mens aus landwirtschaftlicher Produktion erzielt werden, fasse aux normes de la législation sur la protection des eaux

die nicht der Stallbaubewilligung unterliegt. Bei Rinder- et de l'environnement.

mastbetrieben kann anstelle dieser Voraussetzung der Al. 3

Nachweis über eine betriebseigene Futtergrundlage von ..., sous réserve de la législation sur la protection des eaux et

mindestens 70 Prozent des gesamten Futterbedarfs de l'environnement, ...

erbracht werden.»

Damit haben Sie es im Protokoll, und für weitere Gespräche a. (selon projet du Conseil fédéral)

stehe ich Ihnen selbstverständlich heute um Mitternacht b. (selon projet du Conseil fédéral)

gerne zur Verfügung. c. ... - et seulement dans la mesure où et aussi longtemps

que les exploitations paysannes et les coopératives agri-

Abstimmung - Vote coles de la région ne peuvent prendre en charge ces dé-

Eventuell - A titre préliminaire chets.

Für den Antrag der Kommission 86 Stimmen Al. 4

Fü r den Antrag Berger 24 Sti mmen Les exploitants dont les effectifs au 31 décembre 1991

Definitiv - Définitivement dépassent le maximum prescrit versent une taxe. Les par-

Für den Antrag der Kommission 89 Stimmen tages d'exploitations, opérés dans le dessein d'éluder les

Für den Antrag Biel 20 Stimmen prescriptions en matière d'effectifs maximums, ne sont pas

reconnus comme tels.

Art. 19b Abs. 1,3, 4, 5 Al. 5

Antrag der Kommission Les exploitations satisfaisant aux normes de la législation

sur la protection des eaux et de l'environnement mais qui,

Abs. 1 compte tenu des effectifs maximaux abaissés postérieure-

... bei rationeller Haltung ein ausreichendes Einkommen ment à 1985, doivent être abandonnées pour des motifs

ermöglicht. économiques, peuvent bénéficier, pour autant que les inves-

tissements afférents ne soient pas amortis, d'une indemnité

Abs. 3, 4 appropriée.

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Bäumlin: Ich kann nichts für den Fahrplan und die Zumu-

Anträge Bäumlin tung, dass Sie sich die Begründung meines Antrages nun zu

Abs. 1 so später Stunde anhören müssen. Es geht aber bei Artikel

Für die Festsetzung der Höchstzahl nach Artikel 19a Buch- 19b um eine wichtige Bestimmung.

stabe a ist von einem Tierbestand auszugehen, der bei Man hat jetzt gerade beschlossen, die Tierhalterbeiträge

rationeller Haltung ein ausreichendes Einkommen ermög- beizubehalten, vielleicht zur Beschwichtigung, und viel-

licht und der den Anforderungen der Umwelt- und Gewäs- leicht igt gar kein grosser politischer Wille vorhanden, sie

serschutzgesetzgebung entspricht. auch wirklich einzuführen. Ich lasse das offen. Wenn man

die Beiträge einführen will, muss man zusätzlichen Über-

Abs. 3 schüssen vorbeugen. Das gelingt aber nur, wenn man auf

Der Bundesrat kann unter Vorbehalt der Umwelt- und der anderen Seite die Höchsttierbestände herabsetzt und

Gewässerschutzgesetzgebung Ausnahmen vorsehen: insbesondere nur, wenn man den bodenunabhängigen Be-

a. (nach Entwurf des Bundesrates) trieben auf den Pelz rückt. Diese Konsequenz muss man

b. (nach Entwurf des Bundesrates) notwendigerweise ziehen.

c. für bestehende Schweinemastbetriebe, die auf dem Der Herr Bundespräsident hat vorhin von der Unternehmer-

Betrieb . . . Bedeutung erfüllen, sofern und solange die bäu- stellung des Landwirts gesprochen, auch in bezug auf sol-

erlichen Betriebe oder bäuerlichen Genossenschaften der che Leute, die mit sehr wenig oder ohne Land grosse

Region die Abfälle nicht übernehmen können. Mastbetriebe führen. Dazu würde ich eben ein grosses Fra-

gezeichen setzen. Unternehmer sind sie schon, aber nicht

Abs. 4 landwirtschaftliche Unternehmer. Es stört mich radikal,

Betriebe, deren Tierbestähde am 31. Dezember 1991 die wenn sich bodenunabhängige Unternehmer mit Erfolg unter

zulässige Höchstzahl überschreiten, zahlen eine Abgabe. den Schutz der Landwirtschaftsgesetzgebung stellen, mit

Betriebsteilungen zur Umgehung der Vorschriften über die ihren Grossbestellungen beim Einkauf von Futtermitteln

Höchstbestände werden nicht anerkannt. profitieren und dann die kleineren und gerade die echten

Loi sur l'agriculture. Modification 1592 N 25 septembre 1985

Bauern stark konkurrenzieren. Das geht nicht. Das ist die Klärschlammverordnung. Im Zusammenhang mit Fragen

erste Überlegung, die meinen Alternativvorschlägen der Umweltverträglichkeitsprüfung hat man sich mit dem

zugrunde liegt. Problem befasst. Bei Gelegenheit solcher Studien ist man

Ich habe Ihnen zu Artikel 19b verschiedene Vorschläge zum Ergebnis gekommen, ein Durchschnittsbetrieb könne

unterbreitet. Sie können zum Teil auch unabhängig vonein- höchstens 80 Stück grosses Mastvieh, 80 Mutterschweine,

ander angenommen werden. Ich habe jetzt ein bisschen 250 Mastschweine oder 6000 Mastpoulets halten, also

Mühe, während der reglementarischen Zeit alles gründlich knapp die Hälfte dessen, was heute zulässig ist. Vielleicht

zu begründen, ich gebe mir aber Mühe, es zu tun und kann man diese Zahlen erhöhen. Darüber streite ich nicht.

möchte strikte abschnittweise vorgehen, damit diejenigen, Es gibt ja verschiedene Vorschläge: die Vorschläge des

die interessiert folgen wollen, das dann auch können. Bundesrates, die am weitesten gehen, dann die etwas

Einmal zu Absatz 1: Was ist in meinem Antrag neu? Ich zurückhaltenderen Vorschläge des Bauernverbandes, und

erwähnte auch die Anforderungen der Umwelt- und Gewäs- schliesslich die Vorschläge des Pächterverbandes, dem sich

serschutzgesetzgebung und finde, diese Verbindung solle der WWF, die SGU und KAG angeschlossen haben und die

im Landwirtschaftsgesetz hergestellt werden. Diese Ergän- nochmals tiefer gehen. Irgendwie wird man zu einem Kom-

zung ist nötig. Ich habe diese Frage auch mit einem Fach- promiss kommen müssen. Aber das ist meine Aussage:

kollegen vom Verwaltungsrecht besprochen. Der Betref- Nimmt man den Umweltschutz und den Gewässerschutz

fende, mit dem ich diskutiert habe, findet ebenfalls, ohne ernst, führt das zwingend zu einer Herabsetzung der jetzi-

diesen ausdrücklichen Verweis könnte die Tendenz aufkom- gen Höchstzahlen.

men, dass man die Bestimmung des Landwirtschaftsgeset- Nun komme ich zum Absatz 2 meiner Vorschläge. Was ist

zes, die einfach vom ausreichenden Einkommen ausgeht, hier neu? Ich bitte Sie, mit der Fahne zu vergleichen. Ich

als Dérogation der Umwelt- und Gewässerschutzgesetzge- möchte den Bundesrat dazu verpflichten, auch dort, wo

bung auffasst. Das wäre nicht akzeptabel. Selbstverständ- Ausnahmen bewilligt werden, dafür zu sorgen, dass die

lich muss die Umwelt- und Gewässerschutzgesetzgebung Anforderungen der Umwelt- und Gewässerschutzgebung

auch hier gelten. Ich werde Ihnen dann noch sagen, was das zur Geltung gebracht werden. Ich anerkenne diese Aus-

konkret bedeuten muss. nahme-Bewilligungen also, bin aber der Meinung, dass

Jetzt möchte ich Sie bitten, noch folgendes zur Kenntnis zu auch sie ausdrücklich mit dem Vorbehalt der Umwelt- und

nehmen - verdankenswerterweise hat mich Herr Geissbüh- Gewässerschutzgesetzgebung zu verbinden sind. Noch eine

ler darauf aufmerksam gemacht -: Es ist richtig, dass auch Bemerkung. Sie ist zugleich Aussage und Frage: Ich bin der

in meine Fassung der zweite Satz der bundesrätlichen Fas- Meinung, dass diese Ausnahmen individuell bewilligt wer-

sung aufgenommen werden muss. Das ist unterblieben. Ich den müssten, individuell, je im einzelnen Fall. Das Gesetz

darf das wohl mündlich ergänzen. darf nicht einfach sagen: Generell gelten Ausnahmen

Nun also noch mehr zum Grundproblem, das einfach klar für..., ohne dass man dann im einzelnen Fall wirklich prüft,

gesehen werden muss! Die bestehende Konzentration der ob die Voraussetzungen gegeben sind. Ich nehme an, dass

Mast ist wirklich ein Übel. Heute halten 2,1 Prozent aller man das tut und dass man das tun will. Auch die Umwelts-

Schweinehalter fast einen Drittel aller Schweine; 6,5 Prozent verträglichkeit sollte für jeden Betrieb individuell geprüft

aller Schweinehalter sogar mehr als die Hälfte aller werden.

Schweine. In der Rinder- und Kälbermast sieht es ganz Sie sehen, dass ich die Literae a und b der Vorlage unverän-

ähnlich aus: 3,6 Prozent aller Rindermäster halten über dert übernehme. Ich will nur Litera c etwas modifizieren.

einen Drittel der Mastrinder und 2,6 Prozent der Kälbermä- Litera c betrifft grosse Schweinemastbetriebe, die Abfälle

ster sind im Besitz von 35 Prozent aller Kälber. An dieser von Metzgereien, von Krankenhäusern, von Restaurants

Konzentration haben die bodenunabhängigen industriellen usw. verwerten. Diese Verwertung kann nicht durch ein-

Mastbetriebe einen erheblichen Anteil. Es gibt in der zelne bäuerliche Betriebe bewältigt werden, da der Anfall

Schweiz 660 Betriebe, die kein Land oder weniger als eine dieser Abfälle nicht gleichmässig ist, weil samstags/sonn-

Hektare bewirtschaften, die zusammen aber 300 000 tags vielleicht nichts kommt und weil man gewisse Abfälle

Schweine halten. Auf einer Betriebsfläche von einer Hektare kochen oder sonst irgendwie verarbeiten muss. Darum ist

könnten höchstens sieben bis acht Schweine mit betriebsei- die Ausnahmebestimmung an und für sich gerechtfertigt.

genem Futter gemästet werden. Das zeigt etwas die Propor- Aber ich bin dann anlässlich des Aufenthalts unserer Kom-

tionen. Die Nachteile dieser Zustände sind offensichtlich. mission im Luzernischen doch erschrocken, als ich erfahren

Die intensive industrielle Mast ist mit einem enormen Ver- habe, wie gross solche Betriebe sind, zum Beispiel gerade

schleiss von Energie für Heizung, Belüftung und Klimaanla- im Kanton Luzern. Da muss es einen Betrieb geben, der

gen verbunden. Sodann werden in diesen Betrieben unver- 15000 Schweine hält, einen anderen mit deren 20000.

hältnismässig viele Antibiotica, Hormonpräparate, Wachs- Wenn das eine Dauerlösung ist, wo führt das hin? Wo

tumsförderer und Beruhigungsmittel verfüttert. Das alles kommen wir hin mit dem, was wir in der Agrarpolitik wollen,

führt dann zu dem, was wir die «Chemie im Kochtopf» wenn es etliche solcher Ausnahmen gibt? Solche Zustände

nennen. dürfen jedenfalls nicht verewigt werden, und deshalb bin ich

Herr Schwarz hat in der Eintretensdebatte einen Einwand der Meinung, man solle derartige Betriebe so weit und so

vorgebracht: Wenn man die Höchstbestände herabsetze, lange bestehen lassen, bis dann einmal bäuerliche Verwer-

habe das zur Folge, dass es dann mehr Fleisch importe gäbe. tungsgenossenschaften in der Lage sind, an ihre Stelle zu

Nein, das muss nicht so sein! Ich möchte mit der Herabset- treten, die Abfälle einzusammeln, sie, soweit nötig, zu verar-

zung der Höchstbestände insbesondere der bodenunabhän- beiten, um sie dann auf bäuerliche Betriebe zu verteilen. Ein

gigen Betriebe Raum schaffen für die echt bäuerlichen Ratskollege hat mir gesagt, dass man diese Frage prüfe,

Betriebe, auch aus ökologischen Gründen. Dieses Ziel kann jedoch Schwierigkeiten habe, zu Ergebnissen zu kommen.

man realisieren, man muss nur wollen. Ich möchte jetzt der bäuerlichen Initiative Raum schaffen. Es

Ich habe die teils katastrophalen Folgen für die Umwelt, die sollte nicht für alle Zukunft verunmöglicht sein, diese Abfall-

sich aus diesen bodenunabhängigen Betrieben ergeben, verwertung wieder in die Hand der Bauern zu bringen. Es

noch nicht erwähnt. In Gebieten mit konzentrierter, inten- stellt sich dann freilich die Frage nach der Entschädigung

siver Schweinemast hat der Phosphatausfall in die Gewäs- einer Unternehmung, die die Sache bisher besorgt hat.

ser zu katastrophalen Auswirkungen geführt. Nun, wenn Darauf komme ich zurück, wenn ich meinen Absatz 5 kom-

man wirklich mit dem Umwelt- und Gewässerschutz auf mentiere. Ich will jetzt einfach so viel sagen: Das, was ich zu

diesem Gebiet ernst macht, zwingt das zu einer Reduktion Absatz 5 sage, kann man analog auch auf die seltenen Fälle

der Bestände, auch wenn einmal ein gewisser Ausgleich anwenden, die ich jetzt erwähnt habe.

gemacht werden kann mit Gülleverträgen. Aber trotzdem: Nun zu Absatz 4: Er entspricht dem bundesrätlichen Vor-

Es zwingt zu einer Herabsetzung der zulässigen Höchstbe- schlag im Inhalt völlig. Ich habe bloss ein bisschen umfor-

stände. Und dessen ist man sich in der Bundesverwaltung muliert wegen des neuen Zusammenhanges, in den ich die

bewusst. Es gibt einen Bericht des Bundesrates zu einer Bestimmung jetzt stelle.

25. September 1985 N 1593 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

Mein Absatz 5 betrifft die Entschädigungsfrage. Wie gesagt, haben, und ich bitte Sie, meinen Anträgen zuzustimmen. Ich

müssen die geltenden Höchstbestandeszahlen unbedingt glaube, wenn sie durchdrängen, wäre das ein wichtiger

herabgesetzt werden. Das ist eine wirksame Massnahme, Schritt, der uns helfen würde, der Gefahr einer Alibiübung

Herr Bundespräsident! Hier zieht auch das Argument, die zu entgehen.

Massnahme sei mit enormer Bürokratie verbunden, einmal

nicht. Die Herabsetzung der Höchstzahlen ist vom Gesichts- Geissbühler: Wegen der fortgeschrittenen Zeit möchte ich

punkt der Verwaltungstätigkeit aus gesehen eine sehr einfa- es kurz machen.

che Massnahme. Im Antrag Bäumlin werden zum Vorschlag des Bundesrates

Das Hauptargument, das immer wieder gegen die Herabset- und der Kommission die Anforderungen der Umwelt- und

zung ins Feld geführt worden ist, wird aus dem Vertrauens- Gewässerschutzgesetzgebung eingeflochten. Beim heuti-

prinzip abgeleitet. Es wird geltend gemacht, die Herabset- gen Bewilligungsverfahren muss zwar diesen Anforderun-

zung komme einer Enteignung gleich. Ich habe diese Frage gen bereits Rechnung getragen werden, zum Beispiel durch

erneut studiert, auch mit einem Kollegen besprochen. Ich vorzuweisende Abnahmeverträge für die anfallende Jauche.

habe ein kleines Dossier erstellt über die rechtlichen Fragen, Ich habe für diesen Wortlaut einige Sympathie, kenne aber

die sich hier stellen. Aber vorweg noch - ich komme noch die Details der angesprochenen Gesetzgebung nicht genau,

zum rechtlichen Aspekt - eine politische Aussage. Wessen da uns nur eine kurze Zeit zur Verfügung stand nach der

Vertrauen sollen wir in erster Linie achten? Das Vertrauen Einreichung dieses Antrages. Absatz 1 müsste allerdings

der kleinen und mittleren Bauern, die manchmal - schon ergänzt werden durch den letzten Satz, der im bundesrätli-

nicht mehr so recht, aber doch ein bisschen -, hoffen, die chen Vorschlag steht, wonach auf einem Betrieb mit ver-

Politik werde ihre Existenzbedingungen fördern? Sollen wir schiedenen Tierarten - das gibt es eben auch - sich die

das Vertrauen dieser Leute in erster Linie fördern? Ich Höchstzahl für jede Nutztierart nach deren Anteilen an der

meine ja, und also nicht das Vertrauen derer, die heute zu Gesamtproduktion berechnet. Mit dieser dringend notwen-

Unrecht des Schutzes der Landwirtschaftsgebung teilhaftig digen Ergänzung könnte ich dem Antrag Bäumlin zu Absatz

sind! Gewiss, die Entschädigungsfrage muss jedenfalls kor- 1 und auch zu Absatz 2 zustimmen.

rekt geregelt werden. Wer aber den Rechtsstaat beruft, um

die Herabsetzung der Höchstzahlen zu bekämpfen, muss M. Thévoz, rapporteur: Bien que nous ayons passé beau-

sich doch sagen lassen, dass es auch unter rechtsstaatlich coup de temps en commission sur cet article 19b, il n'a

demokratischen Gesichtspunkten in erster Linie darum jamais été question des propositions que M. Bäumlin nous

gehen muss, die effektive Geltung unserer bestehenden fait maintenant. Nous n'avons donc pas pris position sur les

Gesetze herzustellen, und da meine ich einmal die effektive éléments nouveaux qu'il apporte aujourd'hui, et qui ont trait

Geltung des Landwirtschaftsgesetzes, das nach seinem surtout à la protection des eaux et a l'environnement. Nous

Sinn und Geist nur bäuerliche Betriebe schützt, und zwei- avons déjà une loi très stricte dans ce domaine. Quoi que

tens die effektive Geltung der Umweltschutz- und Gewässer- n'étant pas juriste, je me demande s'il est vraiment opportun

schutzgesetzgebung auch gegenüber bodenunabhängigen de reprendre les dispositions de la loi sur la protection des

Betrieben. eaux dans chacune des lois spécifiques que nous mettons

Dann stellt sich freilich die Entschädigungsfrage. Wie ist sie sous toit. Cela me paraît abusif.

zu lösen? In diesem Zusammenhang ist eine wichtige Unter- D'autre part, M. Bäumlin apporte de nouveaux éléments

scheidung zu treffen. Ich stütze mich hier auf eine gesi- concernant le partage des exploitations ou les conditions

cherte Meinung der Rechtslehre, aber auch der Praxis. dans lesquelles les exploitations pourraient être autorisées à

Soweit Beschränkungen polizeirechtlicher Art sind, also utiliser des déchets de boucherie ou de fromagerie. Encore

Gefahrenabwehr betreiben, besteht nach der gerichtlichen une fois, lors des travaux de la commission, tous ces élé-

Praxis kein Entschädigungsanspruch. Ich darf etwa auf den ments ont été longuement soupesés et il n'est apporté

bundesgerichtlichen Entscheid in Band 106 Ib 336 verwei- aucune donnée détreminante nous permettons de changer

sen. Gewässer- und Umweltschutz sind polizeirechtlich! Die d'avis.

Entschädigungsfrage ist also nicht anders zu beantworten C'est la raison pour laquelle je crois pouvoir dire, au nom de

als etwa in folgendem hypothetischem Fall: Nehmen Sie an, la commission, que nous devons nous en tenir à la version

eine pharmazeutische Firma hat ein paar Millionen in die qui figure sur le dépliant et je vous prie de repousser la

Entwicklung eines Heilmittels gesteckt, dieses wird auf den proposition Bäumlin.

Markt gebracht, und plötzlich bemerkt man fatale Nebenwir-

kungen. Das Medikament wird verboten, die Firma hat Risi-Schwyz, Berichterstatter: Die Anträge Bäumlin haben in

falsch investiert und muss ihre Investionen abschreiben, der Kommission nicht vorgelegen. Es mutet schon etwas

ohne einen Anspruch auf Entschädigung. Das ist die Folge eigenartig an, wenn man Mitglied der Kommission ist und

einer polizeirechtlichen Beschränkung der Unternehmer- nun mit derartigen neuen Anträgen aufwartet, die alles auf

freiheit. Natürlich darf der Staat, wenn er freiheitsbeschrän- den Kopf stellen würden.

kende Massnahmen begründet, nicht mogeln, aber wenn Zu seinen Anträgen kann ich nur so viel sagen, dass die

Beschränkungen echt polizeirechtlich motiviert sind, Umwelt- und Gewässerschutzbestimmungen bereits umfas-

besteht kein Entschädigungsanspruch. Ein Entschädi- send geregelt sind. Es hat keinen Wert, in jedem Gesetz dies

gungsanspruch besteht jedoch dann, wenn man strukturpo- wieder zu erwähnen.

litische Korrekturen vornimmt. Darum sieht der Text meines Dann greift er auch wieder die Höchstbestände an: Artikel

Antrages, der rechtsstaatlich einwandfrei ist, eine angemes- 19b gibt den Hinweis auf die Höchstbestände. Wir haben in

sene Entschädigung vor für Herabsetzungen, die im Einzel- der Kommission eindeutig beschlossen, dass wir an diesen

fall nicht polizeirechtlich (Umwelt- und Gewässerschutz) zu Höchstbeständen nicht rütteln werden. Wir haben mit 9

rechtfertigen sind. Zugleich gibt mein Text auch eine Anlei- gegen 4 Stimmen den Begriff des ausreichenden Einkom-

tung für die Bestimmung der angemessenen Entschädi- mens eingeführt. Es geht hier im wesentlichen um die

gung. Entgangenen Gewinn muss man nicht auch noch Höchstbestände.

entschädigen. Es soll auf den Grad der Amortisation der Dann zur Frage, ob es «ausreichendes Einkommen» oder

Betriebsanlagen ankommen! Es ist bekannt, dass ein gros- «wirtschaftliche Existenz» heissen soll. Wir haben bei der

ser Teil der bodenunabhängigen Betriebe 10, 15, 20 Jahre «wirtschaftlichen Existenz» ein bisschen Angst gehabt, dass

alt ist, ganz neu sind wenige. Deshalb sind die Entschädi- dies eine höhere Stückzahl beinhaltet. Wenn im Jahre 1991

gungsfolgen nicht so gespenstisch, wie man etwa gesagt diese Bestände auf die Höchstbestände zurückgeführt wer-

hat, sondern sie sind zu bewältigen. Sie werden wahrschein- den müssen, könnte der Richter unter Umständen den

lich kaum den Betrag übersteigen, zu dem man mit der Begriff der «wirtschaftlichen Existenz» in einer zukünftigen

Ausrichtung von Stillegungsbeiträgen gekommen ist. Situation, die einer heutigen mit ungefähr anderthalb

Ich hoffe, jetzt zu allen Punkten, die in meinen Vorschlägen Arbeitskräften entspricht, so interpretieren, dass der Höchst-

enthalten sind, Stellung genommen bzw. sie begründet zu bestand an Tieren wegen der Rationalisierung höher anzu-

Loi sur l'agriculture. Modification 1594 N 25 septembre 1985

setzen wäre. Wir haben uns dann auf «ausreichendes Ein- Abstimmung-Vote

kommen» geeinigt in der Meinung, so zu gewährleisten, Abs. 1 - AI. 1

dass in Zukunft die Höchstbestände nicht überschritten

Für den Antrag der Kommission 63 Stimmen

werden - auch vom Richter nicht. Es geht uns darum festzu-

Für den Antrag Bäumlin 35 Stimmen

stellen, dass die Höchstbestände so bleiben und gegenwär-

tig nicht heruntergedrückt werden, aber andererseits auch Abs. 3-AI. 3

in Zukunft nicht ansteigen sollen. Für den Antrag der Kommission 62 Stimmen

In Absatz 4 will Herr Bäumlin eine andere Umschreibung. Für den Antrag Bäumlin 29 Stimmen

Beide Umschreibungen beinhalten materiell das gleiche. In

Absatz 5 will er nun die Höchstbestände wieder reduzieren Abs. 4-AI. 4

oder mit anderen Anforderungen versuchen, sie weiter zu Für den Antrag der Kommission 68 Stimmen

beschränken. Für den Antrag Bäumlin 26 Stimmen

Ich bitte Sie, dem Antrag der Mehrheit der Kommission

zuzustimmen und «ausreichendes Einkommen» einzu- Abs. 5-AI. 5

fügen.

In Absatz 3 sind die Ausnahmen vorgesehen, die gegenüber Präsident: Damit entfällt der Absatz 5 des Antrages Bäumlin.

dem geltenden Recht stark reduziert worden sind.

Fällt dahin - Est caduque

Bundespräsident Purgier: Zum Antrag von Herrn Bäumlin

Art. 19 e

möchte ich Ihnen folgendes sagen:

Antrag der Kommission

1. Mit dem Herrn Kommissionspräsidenten und dem

Berichterstatter deutscher Sprache möchte ich feststellen, Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

dass man die Umweltschutzgesetzgebung nicht in jeden

Antrag Biel

einzelnen Erlass aufnehmen sollte. Das ist überflüssig.

Streichen

2. Zum ausreichenden Einkommen: Der bisherige wie der

vom Bundesrat neu vorgeschlagene Wortlaut verwenden Anträge Bäumlin

den Begriff der «wirtschaftlichen Existenz». «Wirtschaftliche Abs. 1

Existenz» setzt - wie wir in der Kommission schon erklärt

haben -, ein angemessenes oder ausreichendes Einkom- Die Beiträge nach Artikel 19a Buchstabe b sollen dazu

men voraus, so wie Sie es im Alltag beurteilen: Allerdings beitragen, ein ausreichendes Einkommen der kleinen und

wird das nicht in absoluter Form garantiert, sondern nur mittelgrossen bäuerlichen Betriebe zu sichern.

unter der Voraussetzung einer rationellen Bewirtschaf- Abs. 2

tungsweise und gesunder Marktverhältnisse. Wir möchten

Nach Entwurf des Bundesrates .

nicht einen fast klagbaren Anspruch einführen. Es lag mir

daran, auf diese Nuance doch hinzuweisen. Abs. 3

3. Herr Bäumlin sprach von Höchstbeständen bis zu 15000 Der Bundesrat setzt für die Beitragsberechtigung einen

Tieren. Ich weiss nicht, auf welche Unterlagen er sich Höchstbestand sowie einen Höchst- und einen Mindestbe-

abstützt. Meine Mitarbeiter haben mir gesagt, dass ihnen trag fest. Er stuft den Beitragssatz nach der Zahl der Nutz-

Bestände mit mehr als 6000 Tieren nicht bekannt seien. Das tiere ab und bestimmt das Höchsteinkommen, das noch

ist also mein Informationsstand. Vielleicht können Sie mir da zum Bezug von Beiträgen berechtigt.

heute abend noch eine Überraschung bescheren. Man darf

nicht vergessen, dass dazu Betriebe gehören, die Metzgerei- Art. 19 c

oder Nahrungsmittelabfälle als Schweinefutter verwerten. Proposition de la commission

Das stellt eine sinnvolle Verwertung dar. Mit anderen Wor-

ten: Es besteht Gewissheit, dass hier nicht ins Uferlose Adhérer au projet du Conseil fédéral

ausgewuchert wird. Proposition Biel

Die Ausnahmebewilligung wird selbstverständlich nur Biffer

erteilt, wenn bäuerliche Betriebe der Region die Abfälle

nicht übernehmen können. Das auch noch normativ einzu- Propositions Bäumlin

bauen, dass dies anstelle von bäuerlichen Betrieben auch Al. 1

bäuerliche Genossenschaften sein können, scheint uns

Les contributions prévues ... devront contribuer à assurer un

nicht sinnvoll.

revenu suffisant aux petites et moyennes exploitations pay-

Damit ist in Ihrem Antrag ein Element enthalten, das-ohne

dass Sie es wollten, ich bin davon überzeugt - zu neuen sannes.

Betrieben mit grossen Beständen führen kann. Wir möchten Al. 2

aber die Betriebe mit grossen Beständen weder im genos- Selon projet du Conseil fédéral

senschaftlichen noch im privaten Besitz vermehren. Wir

möchten also an der Formulierung des Bundesrates fest- Al. 3

halten. Aux fins de déterminer le droit aux contributions, le Conseil

Ein letztes zu diesen Höchstbeständen. Die Rechtssicherheit fédéral fixe un effectif maximal ainsi qu'un montant maximal

verlangt doch auch, dass wir die Zahlen nicht so rasch et minimal. Il module le taux de la contribution selon le

wieder ändern und nach der Festlegung der Höchstbe- nombre d'animaux de rente et détermine le revenu maximal

stände per 1991 jetzt, anno 1985, schon wieder eine Reduk- donnant droit à la contribution.

tion vornehmen. Die Leute müssen sich, so scheint es mir,

auf die einmal festgelegten Höchstwerte einstellen können. Präsident: Der Streichungsantrag von Herrn Biel ist mit der

Sie wissen, dass bei der Festsetzung der Höchstbestände Abstimmung zu Artikel 19a Buchstabe b entschieden

die Auslastung der Arbeitskräfte eines Familienbetriebes worden.

zugrunde gelegt wurde. Wie Herr Risi gesagt hat, sind das Herr Bäumlin hat das Wort zur Begründung seines Antrages.

mindestens eineinviertel bis eineinzweitel Arbeitskräfte. Wir

gehen davon aus, dass das bis 1991 nunmehr so beibehalten Bäumlin: Ich habe heute abend schon einmal zu diesem

werden sollte. Die Frage kann bei der nächsten Revision Problem gesprochen; somit kann ich mich kurz fassen.

wieder erörtert werden. Meine Formulierung will betonen, dass die Beiträge kleinen

Fazit: Ich ersuche Sie, dem Bundesrat beizupflichten. und mittleren Betrieben zukommen sollen, um einen Beitrag

dazu zu leisten, dass sie ein ausreichendes Einkommen

25. September 1985 N 1595 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

erzielen können. Dagegen sollen sie nicht an bodenunab- Antrag Reichling

hängige Betriebe ausgerichtet werden. Diese Formulierung Abs. 6

kritisiert implizit den Verordnungsentwurf des Bundesrates. Stallbauten ohne Erhöhung des Tierbestandes werden im

So wie der Bundesrat es will, will ich es nicht! Rahmen der Höchstzahl bewilligt für bäuerliche Betriebe

Wir sind nicht einverstanden, dass Mindestbestände vorge- und für Betriebe, welche Nebenprodukte aus der örtlichen

sehen werden (z.B. keine Beiträge für die ersten 20 oder regionalen Milchverwertung über die Schweinemast

Schweine). Statt dessen soll der Bundesrat Mindestbeträge verwerten oder wenn ein Ausnahmefall von Artikel 19b

festsetzen, da Bagatellsubventionen in der Tat nicht ge- Absatz 3 vorliegt.

rechtfertigt werden können. Man sollte es aber den Bauern

freistellen, von verschiedenen Tiergattungen je wenig zu

halten, um dann insgesamt Beiträge zu erhalten, deren Art. 19d

Summe ins Gewicht fällt. Proposition de la commission

Auch ein Höchsteinkommen ist ausdrücklich vorzusehen.

Mit dem Höchsteinkommen schliessen wir aus, dass Hobby- Al. 4 lei. a eh. 1

bauern - der Hotelier, der Zahnarzt oder der Anwalt auf dem ... d'assurer un revenu suffisant à l'exploitation sans un

Lande, welche als Hobby zum Beispiel zwei Kühe oder 30 accroissement...

Schweine halten - von Tierhalterbeiträgen profitieren.

Pour le reste de l'art. 19d: Adhérer au projet du Conseil

M. Thévoz, rapporteur: On peut faire ici les mêmes remar- fédéral

ques que pour l'article précédent, à savoir que M. Bäumlin Proposition Reichling

n'a pas déposé ses propositions en séance de commission.

Nous n'avons donc pas pu les étudier. En conséquence, et Al. 6

comme il n'apporte pas d'éléments nouveaux nous permet- La construction d'étables n'entraînant pas un accroisse-

tant de changer notre décision, au nom de la commission, je ment du cheptel existant est autorisée dans les limites de

vous prie de vous en tenir à ses propositions. l'effectif maximal, lorsqu'il s'agit d'une exploitation pay-

sanne ou lorsque l'exploitation, en engraissant des porcs,

Risi-Schwyz, Berichterstatter: Der Antrag Bäumlin will in met en valeur des sous-produits issus de la transformation

Absatz 1 ein ausreichendes Einkommen gewähren. Das aus- locale ou régionale de lait, ou encore lorsque l'exploitation

reichende Einkommen ist bei freien Marktkräften ja nicht peut bénéficier d'une exception au sens de l'article 19b, 3e

immer gewährleistet; es ist abhängig von den Marktverhält- alinéa.

nissen. Wir können in diesem Artikel aber kein ausreichen- Abs. 1-5 - Al. -5

des Einkommen stipulieren.

In Perioden der Überproduktion ist die Sicherung nicht Angenommen - Adopté

gewährleistet, und gerade die Ausrichtung solcher an die

Tierzahl gebundener Beiträge könnte die Produktion so Abs. 6-Al. 6

beeinflussen, dass sogar ein Einkommensrückgang die

Folge wäre. Reichling: Ich muss Ihnen zuerst erklären, weshalb ich als

In Absatz 3 entspricht die Festsetzung des Mindestbetrages Kommissionsmitglied hier einen Antrag stelle. Ich habe in

an sich der Festlegung eines Mindestbestandes, und die der Kommission folgendes Problem erkannt: Was soll in

gesetzliche Grundlage für die Festsetzung eines Höchstein- Zukunft mit den Betrieben geschehen, die bodenunabhän-

kommens ist in Artikel 101 des Landwirtschaftsgesetzes gig sind, somit nicht zur Landwirtschaft gehören? Ich habe

bereits vorhanden. das Problem in der Kommission zur Sprache gebracht, und

Ich beantrage Ihnen daher, diese Anträge abzulehnen und mein Anliegen, wonach diese landwirtschaftswidrigen

der Kommission zu folgen. Betriebe im Landwirtschaftsgesetz nicht eine zeitlich unbe-

grenzte Garantie erhalten sollen, hat Gehör gefunden. Man

Bundespräsident Purgier: Wir sind der Überzeugung, dass hat mir aber gesagt, meine Formulierung sei nicht geeignet,

bei der Ausrichtung der Beiträge auf die Verbesserung der um das zu verwirklichen. Deshalb wurde sie abgelehnt. Ich

Wettbewerbsfähigkeit geachtet werden muss. Das können habe sodann eine neue Redaktion vorgenommen, vergass

wir tun, indem wir den kleinen oder mittleren Betrieben in aber, einen formellen Rückkommensantrag zu stellen; aus

dieser Weise Leistungen erbringen. Die eigentliche Einkom- diesem Grund ist dieser Antrag auf der Fahne nicht aufge-

menssicherung kann auf diese Weise jedoch nicht erreicht nommen worden. Der Antrag trägt 14 Unterschriften von

werden. Vor allem möchten wir nicht, dass aufgrund der Kommissionsmitgliedern, die Sie hier bei mir einsehen kön-

Gewährung von Beiträgen viele Betriebe die Produktion neu nen. Er wurde also von mehr als der Hälfte der Kommis-

aufnehmen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Märkte im sionsmitglieder unterschrieben.

Fleischsektor noch unstabiler werden; das wäre kontra- Es geht um die Verfassungsmässigkeit der bodenunabhän-

produktiv. gigen Massentierhaltung. Der heutige Vorschlag, wie er

Zu Absatz 3: Mit der Kann-Formulierung sind wir flexibler. Ihnen vorliegt, sieht in diesem Absatz 6 vor, dass Stallbauten

Die zweckmässige Festsetzung der Beiträge wird damit bes- ohne Erhöhung des Tierbestandes bewilligt werden. Das

ser möglich als mit dem Vorschlag von Herrn Bäumlin. heisst, dass alle Betriebe, die - ohne dass sie rechtmässig

Ich möchte Sie ersuchen, dem Antrag Ihrer Kommission und unter den Schutz des Landwirtschaftsgesetzes fallen dürf-

des Bundesrates beizupflichten. ten - nun einmal entstanden sind, weil man das zugelassen

hat, erstmals eine gesetzliche Verankerung finden sollen.

Abstimmung - Vote Das hatten sie bis jetzt nicht, es wird neu aufgenommen.

Für den Antrag der Kommission 76 Stimmen Industrielle Massentierhaltungen sollen nun neu den Schutz

Für den Antrag Bäumlin 20 Stimmen des Landwirtschaftsgesetzes erhalten.

Die Kommission, welche die Kommissionsintitiative beriet,

Art. 19d hat sich zu dieser Frage auch geäussert. Sie schreibt in

ihrem Bericht: «Der Verfassungsartikel begrenzt aber auch

Antrag der Kommission

ganz klar die Schutzkompetenz auf die Bevölkerungsgruppe

Abs. 4 Bst. a Ziff. 1 Bauernstand und den Wirtschaftszweig Landwirtschaft. Die

...ohne die Erhöhung kein ausreichendes Einkommen bie- Ausdehnung von Schutzbestimmungen auf Betriebe, wel-

tet und zudem... che mit der Bewirtschaftung des einheimischen Bodens und

der Veredelung von im Inland erzeugtem Futter nicht in

Für den Rest von Art. 19d: Zustimmung zum Entwurf des direktem Zusammenhang stehen, ist vom Verfassungstext

Bundesrates nicht abgedeckt.»

201-N

Loi sur l'agriculture. Modification 1596 N 25 septembre 1985

Es stellt sich darum die Frage, ob die wegen Untätigkeit der zugestimmt. Was effektiv passiert, erfahren wir erst im Jahre

Behörden entstandenen Betriebe hinterher nun eine Legali- 1991, nach Ablauf der Übergangszeit, wenn allenfalls die

sierung erfahren sollen oder ob diese Betriebe nach einer Gerichte diese Frage zu entscheiden haben. Ich möchte Sie

bestimmten Übergangsfrist, welche wirtschaftliche Härten - aber daran erinnern, was wir im Planungsrecht tun. In der

ich sage ausdrücklich: «wirtschaftliche Härten»-vermeiden Rieht- und Nutzungsplanung, wo eingezonte Grundstücke

soll, wieder verschwinden und diese Produktionszweige den willkürlich wieder ausgezont werden, Nutzungsmöglichkei-

landbebauenden Betrieben, der Landwirtschaft, zugewiesen ten beschränkt werden, hat man um das Vielfache, in einem

werden sollen. Der vom Verfassungs- und Gesetzgeber anvi- hundert- und tausendfach grösseren Rahmen ins Eigen-

sierte Zustand würde dann wiederhergestellt. Es ist ganz tumsrecht eingegriffen, mit möglichen Entschädigungsfol-

offensichtlich, dass all diese Betriebe nur entstehen konn- gen, die in den nächsten Jahren durch die Gerichte zu

ten, weil sie in den zurückliegenden Jahren eine Existenz- beurteilen sind. Man kann also nicht sagen, hier geschehe

möglichkeit hatten, weil sie den Marktschutz des Landwirt- eine Katastrophe bezüglich der Eigentumsgarantie, nach-

schaftsgesetzes genossen haben, sonst wären sie über- dem Sie dem Raumplanungsgesetz seinerzeit zugestimmt

haupt nie entstanden. haben. Denn die Eingriffe, die damals erfolgt sind in allen

Mein Antrag bezweckt, dass bestehende Betriebe, welche unseren Dörfern, haben eine hundert- oder tausendfache

nicht zur leistungsfähigen Landwirtschaft und zum gesun- grössere Dimension, als das, was hier gemacht wird.

den Bauernstand gerechnet werden können und auch keine Weil es sich um eine beschränkte Zahl von Betrieben han-

landwirtschaftlichen Nebenprodukte verarbeiten, solange delt, müssen wir hier keine rechtlichen Bedenken haben. Ist

Bestand haben sollen, als dies mit normalem Unterhalt der es eine Enteignung, wird es eine Entschädigung geben;

Stallungen und Einrichtungen möglich ist. Sie sollen aber, wird es nicht so beurteilt, wird es auch keine Entschädigung

wenn sie amortisiert sind, nicht mehr neu gebaut werden zur Folge haben.

können. Solche Gesamtsanierungen fallen zeitlich in der Ich möchte daran erinnern, dass im Raumplanungsgesetz

Regel auch zusammen mit dem Wechsel des Betriebsleiters. die Frage, ob ein planungswidriger Bau, also beispielsweise

Wenn der Betrieb vom Vater auf den Sohn übergeht, oder eine Fabrik im Landwirtschaftsgebiet, wieder aufgebaut

wenn er verkauft wird, erfolgen solche Erneuerungen von werden könne, wenn sie zerstört wird, vom Bundesrecht

altmodischen, nicht mehr brauchbaren Betrieben. Deshalb nicht garantiert ist, sondern in die Kompetenz der Kantone

wäre auch eine persönliche Härte weitgehend ausgeschal- verwiesen wird nach Artikel 24 des Raumplanungsgesetzes.

tet. Der heutige Betriebsleiter kann die Gebäude unterhal- Also auch dort hat man angenommen, die Eigentumsgaran-

ten, solange er selber noch wirtschaften will. Aber dann soll tie von bestehenden Gebäuden erstrecke sich nur auf das

es nicht mehr erneuert und übergeben werden. Recht zum Unterhalt, nicht aber auf das Recht zum Neubau.

Unabhängig von der Kommission hat das Bundesamt für Wir hätten also hier die genaue Analogie: Fabriken im Land-

Justiz die rechtliche Situation dieser Betriebe geprüft und wirtschaftsgebiet sind nicht mehr gesetzeskonform, sie

das Ergebnis in einem Gutachten «Abklärung von Rechts- müssen vielleicht entschädigt werden, wenn man den Neu-

fragen» vom 27. Dezember 1983 niedergelegt. Es hat dabei bau verbietet, aber sie haben keinen Anspruch. Eine Mas-

auf die Botschaft «Wirtschaftsartikel» aus dem Jahre 1937 sentierhaltung industrieller Art ist verfassungs- und geset-

zurückgegriffen. Die Verwirklichung erfolgte erst nach dem zeswidrig. Sie kann nicht mehr neu gebaut werden. Die

Weltkrieg, aber die Botschaft stammt noch aus dem Jahre Frage der Entschädigung wird sich in gleicher Weise stellen.

1937. Dort hat der Bundesrat in der Botschaft geschrieben: Das sind die Überlegungen, die ich angestellt habe. Ich bitte

«Wir halten es für notwendig, den gesunden Bauernstand Sie, nun Farbe zu bekennen. Wollen Sie, dass diese

ausdrücklich zu nennen, da sich eine leistungsfähige Land- Betriebszweige zur Landwirtschaft gehören und dem

wirtschaft auch in Form des Grossbetriebes denken liesse, Schutz des Gesetzes auf alle Zukunft hin unterstellt werden

währenddem bei uns aus sozialen und politischen Gründen sollen, dass die Fehler, die immer wieder kritisiert und leider

gerade die Erhaltung möglichst zahlreicher wirtschaftlich begangen wurden, auf legale Art und Weise wieder rückgän-

lebensfähiger kleiner und mittlerer Bauernbetriebe von gig gemacht werden, ohne Benachteiligung der Eigen-

grosser Bedeutung ist.» tümer?

Mit den Wirtschaftsartikeln wollte man offensichtlich im Ich bitte Sie, meinem Antrag zuzustimmen. Es wird für den

Jahre 1937 solche Betriebe nicht schützen. 1963 äusserte Bauernstand ein wichtiges Indiz sein, wie Sie hier beschlies-

sich das Bundesamt für Justiz zu diesem Problem erneut sen: ob Sie nur nach aussen verbal diese landwirtschafts-

wie folgt: fremde Massentierhaltung bekämpfen und sie, wenn es dar-

«Im Falle einer Wahl der Anpassung der Tierbestände als auf ankommt, dann doch aus irgendwelchen Gründen

direktes Mittel zur Sicherung der bäuerlichen Familienbe- befürworten, oder ob Sie die konkreten Schlussfolgerungen

triebe wird übrigens davon auszugehen sein, dass die rein ziehen und hier nun ein für allemal den Schutzbereich des

gewerbliche und industrielle Schweinemast kaum mehr zur Landwirtschaftgesetzes richtig wiederherstellen.

Landwirtschaft im Sinne des Landwirtschaftsartikels der

Bundesverfassung gerechnet werden kann.» Schwarz: Wenn ich Herrn Reichling richtig verstanden

Das ist die Aussage des Bundesamtes für Justiz. Diese habe, so sieht er zwar ein, dass den gewerblichen Betrieben

Aussage wird im Prinzip in mehrern Unterlagen, die hier anlässlich der ersten Revision des Landwirtschaftsgesetzes

zitiert sind, wiederholt. Es ist ganz offensichtlich, dass diese im Rahmen der damals festgelegten Höchstbestandesvor-

Betriebe verfassungswidrig sind und es jetzt darum geht, ob schriften eine Überlebensgarantie gegeben worden ist.

diese Verfassungswidrigkeit legalisiert werden soll oder Bekanntlich wurden ja damals die Tierbestände sehr extrem

nicht. herabgesetzt, allerdings mit einer Übergangsfrist bis Ende

Es stellt sich natürlich die Frage der Entschädigung, wenn 1991.

das Baugesuch eines solchen Betriebes abgelehnt wird. Zu Nun will er offenbar auf einem anderen Weg die Existenz

dieser Frage haben wir uns hier wohl nicht zu äussern. Das dieser ebenfalls weitaus zum grössten Teil bäuerlichen

Gericht wird im entsprechenden Einzelfall feststellen müss- Familienbetriebe vernichten, welche auf legale Weise und

sen, ob es sich um einen enteignungsähnlichen Tatbestand vielfach auf ausdrückliche behördliche Empfehlung entstan-

handelt, der entschädigt werden muss, oder ob es sich um den sind. Ich erinnere Herrn Reichling, dass die Behörde,

keinen solchen Tatbestand handelt. Ich habe mich in der vor allem auch im Sektor der Eierproduktion, die betroffe-

ganzen Debatte «Abbau Höchstbestände, Liquidation Mas- nen Produzenten aufgefordert hat, entsprechend rationelle

sentierhaltung» noch kein einziges Mal dafür ausgespro- Betriebe aufzustellen, um den Erfordernissen des Marktes

chen, dies solle entschädigungslos geschehen. Ich bin auch gerecht werden zu können. Herr Reichling hat den Eier- und

der Auffassung, dass die Rückführung auf die heute gülti- Geflügelsektor nicht ausgeklammert, welcher traditionsge-

gen Höchstbestände ohne Entschädigung eine rechtlich mäss eben bodenunabhängig ist.

problematische Angelegenheit ist. Aber das war das Ergeb- Nach meinem Rechtsempfinden ist eine solche Vorschrift

nis der seinerzeitigen Kommission Keller. Das Parlament hat mit einer solch unmoralischen Zielsetzung eines demokrati-

25. September 1985 N 1597 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

sehen Rechtsstaates unwürdig und auch gar nicht praktika- Die zwei letzten Fragen, die in diesem Gutachten behandelt

bel. Man stelle sich beispielsweise vor, dass aufgrund von werden, erachte ich auch als recht massgebend für die

Vorschriften der Tierschutzgesetzgebung eine Stall- Entscheidung, die Sie nachher treffen müssen: Die Frage

sanierung behördlicherseits verlangt wird und ein entspre- «Ist es möglich, dass zugunsten von bäuerlichen Betrieben

chendes Baugesuch nachher von einer anderen Behörde - getroffene Massnahmen sich aus Gründen der Durchführ-

aufgrund des Landwirtschaftsgesetzes - Ablehnung erfährt barkeit auch zugunsten von industriell-gewerblichen Betrie-

und sich der betreffende Stallbesitzer wenn möglich noch ben auswirken dürfen?» wird bejaht: «Wie in Ziffer l ausge-

strafbar macht, weil er eine behördliche Auflage aufgrund führt, sind Massnahmen zugunsten von industriell-gewerbli-

eines behördlichen Verbots nicht erfüllen kann! Ähnliche chen Landwirtschaftsbetrieben mit dem Landwirtschaftsar-

Situationen wären auch bei baugesetzlichen Vorschriften tikel der BV grundsätzlich nicht vereinbar. Die Durchfüh-

denkbar, beispielweise neue Auflagen bezüglich verbesserte rung dieses Grundsatzes kann nun freilich angesichts der

Isolierung und ähnliches. Dichte, der Interpendenz und der Wirkungsweise landwirt-

Nachdem die Kommission einen ähnlichen Vorstoss von schaftspolitischer Massnahmen an Grenzen stossen. So

Herrn Reichling abgelehnt hat, bitte ich Sie dringend, auch profitieren etwa von der Einfuhrkontingentierung in der

diesen Antrag, welcher nach meiner Überzeugung un- Schlachtviehverordnung alle Produzenten. Industriell-

menschlich, weil existenzvernichtend ist und zu gewaltigen gewerbliche Produzenten von der Schutzwirkung auszu-

Widerständen und Schwierigkeiten führen müsste, abzu- nehmen, wäre gar nicht möglich. Anders verhält es sich mit

lehnen. Direktzahlungen (zum Beispiel Anbauprämien).» Kurz und

gut, es ergibt sich aus dieser konkreten Frage ein sehr

M. Thévoz, rapporteur: La proposition de M. Reichling a été nuanciertes Bild.

longuement discutée au sein de notre commission. Cette Die letzte Frage lautete: «Besteht die Möglichkeit, dass

dernière était partagée, puisqu'elle s'est prononcée par 9 industriell-gewerblichen Betrieben Auflagen, beispielweise

voix contre 9, et que c'est la voix prépondérante du prési- hinsichtlich höchstzulässiger Tierbestände, auferlegt wer-

dent qui a fait rejeter cette proposition. Nous estimons que den? Kann von ihnen verlangt werden, auf importierten

cette disposition aurait pour effet de rendre l'application de Futtermitteln Preiszuschläge zu erheben?» Die Frage ist zu

la loi sensiblement plus dure. En effet, l'exploitant ne répon- bejahen.

dant pas à la définition, c'est-à-dire ne disposant guère de Man müsste natürlich sagen, die Antworten seien falsch,

base fourragère propre, mais qui serait tout de même au wenn Ihre Auffassung, dass man diese Betriebe überhaupt

bénéfice d'une autorisation de produire, ne pourrait pas von jeder Schutzwirkung der landwirtschaftlichen Rechts-

rénover ses bâtiments dégradés. Ce moyen d'éliminer cer- ordnung ausnehmen müsste, Anerkennung findet. In die-

tains exploitants nous paraît d'une rigueur excessive. sem Fall hätte man aber klipp und klar sagen müssen: Das

D'autre part, ainsi que l'a relevé M. Piot, directeur, lors des spielt für diese industriell-gewerblichen Betriebe insofern

débats de la commission - il ne m'en voudra pas de vous keine Rolle, als sie überhaupt nicht des Agrarschutzes teil-

faire part de son propos- «il existerait un moyen fort simple haftig werden sollten.

auquel tout paysan intelligent pourrait avoir recours pour Die Frage, die Herr Reichling aufwirft, hat uns weiterzube-

régler ses affaires. Celui qui possède une vieille étable qu'il gleiten, weil die Abgrenzung des Agrarrechts, nach Auffas-

faut reconstruire la cède à un autre paysan disposant d'une sung auch des Sprechenden, vom Bundesrat neu ausgelotet

base fourragère propre raisonnable. Lorsque ce dernier a werden muss. Wenn Sie mich nun aber- der ich immerhin

reconstruit l'étable, le premier la lui rachète». Vous voyez lange Justizchef war- heute abend fragen: «Ja, kann man

que tout est possible. Je pense qu'il faut éviter d'adopter une das tun, was Herr Reichling heute möchte?», dann sage ich

loi qui permette ce qu'on appelle le «magouille». Ihnen ganz .offen: nur wenn wir die Folge in Kauf nehmen,

Je vous pris donc de vous en tenir à la proposition de la dass diese Tatbestände nachher, im Streitfall, als materielle

majorité de la commission. Enteignung beurteilt werden könnten - mit Entschädi-

gungspflicht usw. Der heutige Absätze des Artikels 19d

Risi-Schwyz, Berichterstatter: Ich wünschte mir eigentlich sieht vor, dass der Ersatz bestehender Ställe durch neue

auch, dass die bodenunabhängigen Betriebe mit der Zeit Bauten möglich ist, sofern der Eigentümer nicht mehr Tiere

verschwinden könnten bzw. müssten. Es geht mir doch hält, als der Höchstzahl entspricht und sofern der im alten

etwas gegen mein Rechtsempfinden. Diese Betriebe konn- Stall gehaltene Tierbestand nicht erhöht wurde. Ihr Antrag

ten vor der ersten Revision von Artikel 19 ohne rechtliche sieht nun die Einschränkungen ganz klipp und klar so vor,

Beschränkung, also legal aufgebaut werden. Bei der Revi-

dass nur noch Neu- oder Ersatzbauten für bäuerliche

sion im Jahre 1979 wurden sie dann auf die sogenannten Betriebe oder aber Ausnahmefälle (Versuchsbetriebe, For-

Höchstbestände, allerdings mit einer Übergangsfrist, limi- schungsanstalten des Bundes, Verarbeitung von Metzgerei-

tiert. Wir können nun nach vier Jahren nicht mit einem abfällen, Nahrungmittelabfälle usw.) darunter fallen würden.

-Verbot des Ersatzes oder der Umbauten die Höchstbestän- Alle übrigen Betriebe, die bisher auch von der Regelung

debestimmung umgehen und auf diesem Wege die Liquida- erfasst wurden, wären ausgeschlossen. Die Auswirkung, ich

tion dieser Betriebe postulieren. Es geht dies auch gegen wiederhole es, prima vista, würde eine materielle Enteig-

Treu und Glauben. Ich glaube, dass auch der Entscheid der nung mit all ihren Folgen darstellen. Ich neige zu dieser

Kommission gezeigt hat, dass es hier schwer ist zu entschei- Ansicht, bin aber gerne bereit, das noch einmal sehr sorgfäl-

den. 9 zu 9 war das Stimmenverhältnis, und der Präsident tig abzuklären. Ich kann auch die entstehenden Kosten,

hatte zugunsten der Ablehnung dieses Antrages ent- wenn man dem Antrage zustimmt, nicht gewichten.

schieden.

Ich muss Sie auch bitten, diesen Antrag abzulehnen, so Ausserdem müssen Sie, wenn Sie das beschliessen, damit

wünschbar er eigentlich für die Landwirtschaft wäre. rechnen, dass die bestehenden Ställe, die vielleicht erneu-

rungsbedürftig sind - denken Sie an Hygienevorschriften

Bundespräsident Purgier: Das von Herrn Reichling zitierte und anderes mehr - länger, zu lang, stehen bleiben. Will

Gutachten verweist auf ausserordentlich interessante Aus- man das?

führungen verschiedener hervorragender Juristen. Auf jeden Fall müsste noch mitbedacht werden, Herr Reich-

Ich denke an Bundesrichter Kaufmann sowie an Herrn ling, dass die kleineren Betriebe mit im Verhältnis zur

Schürmann, der - wenn ich es recht gehört habe - von bewirtschafteten Nutzfläche grösseren Aufstockungen, die

Ihnen nicht zitiert wurde: Er hat allerdings einen Standpunkt im Rahmen der jetzt gültigen Definition nicht mehr als

vertreten, der weiter geht, der also unter bestimmmten Vor- bäuerlich Betriebe gelten, auch mitbetroffen wären. Das

aussetzungen auch grosse industriell ausgerichtete könnte für diese Unternehmen den Todesstoss bedeuten.

Betriebe dem Verfassungsschutz unterstellt. Ich denke fer- So wie ich Sie verstanden habe, ist das auf jeden Fall nicht

ner an die Praxis des Bundesgerichts und an das Justizde- Ihre Absicht. Sie dachten nur an die total bodenunabhängi-

partement mit seinen Juristen. gen Betriebe.

Loi sur l'agriculture. Modification 1598 N 25 septembre 1985

Es kommt noch hinzu, dass in der Legehennenhaltung bis produit des taxes mentionnées au 1 °r alinéa ainsi que par les

Ende 1991 die bestehenden Batterieställe durch neue Hal- suppléments de prix perçus en vertu de l'article 19.

tungssysteme ersetzt werden müssen. Mit der vorgeschlage-

nen Änderung würde einer grossen Zahl der betroffenen Angenommen - Adopté

Betriebe diese Umstellung nicht nur verunmöglicht; die Pro-

duktion würde über kurz oder lang ganz stillgelegt. Das Art. 21 Abs. 2, 24a, 41

heutige System der Eierordnung bietet jedoch keine Gewähr Antrag der Kommission

für eine vollumfängliche Verlagerung der Eierproduktion in Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

bäuerliche Betriebe. Dies wäre aber ja die Hoffnung von

allen, die jetzt hier Änderungen einbringen. Vergessen Sie Art. 21 al. 2, 24a, 41

nicht, dass nur 24 Prozent der schweizerischen Eierproduk- Proposition de la commission

tion geschützt sind.

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Wenn ich all das gewichte, geht mir dieser Antrag doch zu

weit. Es müssten andere, sicherere Kriterien geschaffen Angenommen - Adopté

werden. Vielleicht müsste man sogar so weit-gehen, dass

man sagt: Unser Ziel ist es, den Schutzbereich der Landwirt- Art. 41 a

schaftsgesetzgebung enger zu fassen. Was verglichen mit Antrag der Kommission

dem bisherigen Recht nicht mehr darunter fällt, wäre

allenfalls vom Bund zu entschädigen. Es widerspricht unse- Abs. 1

rem Rechtsempfinden, durch solche handstreichartigen ... als geeignet erwiesen haben. Dabei ist der Eignung der

Operationen Leute, die bisher gutgläubig und gestützt auf Sorten für umweltgerechte Produktionsweisen Rechnung

vom Parlament getroffene Entscheide sich an dieser Ord- zu tragen.

nung orientierten, von einem Tag auf den anderen um ihre

Rechte zu bringen. Wenn ich das so nuanciert gewichte, Abs. 2-4

verstehen Sie, dass ich Ihnen doch beantrage, den Antrag Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

abzulehnen. Wir müssen uns aber im Bundesrat weiter mit

dieser Frage auseinandersetzen. Art. 41 a

Abstimmung - Vote Proposition de la commission

Für den Antrag Reichling 37 Stimmen Al. 1

Für den Antrag der Kommission 41 Stimmen ... dans la liste des variétés. Il s'agira d'établir si les variétés

se prêtent à des méthodes de culture compatibles avec la

protection de l'environnement.

Art. 19e Abs. 4

Antrag der Kommission Al. 2 à 4

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Adhérer au projet du Conseil fédéral

Art. 19e al. 4 Rüttimann: Am Absatz 3 können wir von der Landwirtschaft

Proposition de la commission her nicht eitel Freude empfinden. Ich habe jedoch keinen

Streichungsantrag gestellt, weil es sich um eine Kann-For-

Adhérer au projet du Conseil fédéral mel handelt und weil ich erfahren habe, dass bereits in der

Angenommen - Adopté Kommission darüber diskutiert und ein Streichungsantrag

zurückgezogen wurde. Ich greife das Problem deswegen im

Plenum nochmals auf, um vom Departementsvorsteher eine

Art. 19f Erklärung zuhanden des Protokolls zu erbitten, dass sich

Antrag der Kommission dieser Inlandvermehrungsanbau nicht schlussendlich zu

ungunsten der praktizierenden Landwirtschaft auswirkt. Das

Abs. 1 mag in Ihren Ohren komisch klingen. Aber die Sortenzucht

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates für landwirtschaftliche Kulturarten spielt sich ausschliess-

lich im Ausland ab, weil das schweizerische Absatzpotential

Abs. 2 für diese kostspieligen Züchtungen zu klein ist. Geglückte

Wird die Abgabe in einem Betrieb erhoben, in dem mehrere Züchtungen müssen dann in sogenannten Vermehrerbetrie-

Bewirtschafter Tiere halten, so wird sie von jedem Bewirt- ben vermehrt werden. Solche Vermehrerbetriebe gibt es in

schafter im Verhältnis der von ihm gehaltenen Tiere zur der Schweiz aus klimatischen Gründen nur einige wenige im

gesamten Tierzahl erhoben. Tessin. Wenn nun aufgrund von Absatz 3 ausländische

Züchterbetriebe vom EVD verpflichtet würden, die Saatgut-

Abs. 3 vermehrung in Lizenz in die Schweiz zu geben, besteht

Die Beiträge werden vorab aus den Abgaben nach Absatz 1 durchaus die Möglichkeit, dass sie wegen des kleinen

sowie den Preiszuschlägen nach Artikel 19 gedeckt. Absatzes darauf verzichten. Damit gingen aber vielleicht

20 000 Schweizer Bauern einer guten oder sogar hervorra-

Art. 19f genden Sortenzüchtung verlustig. Es versteht sich von

Proposition de la commission selbst, dass so der Schaden ungleich grösser wäre, als wenn

ein schweizerischer Vermehrerbetrieb die Lizenz nicht

Al. 1 erhalten würde.

Adhérer au projet du Conseil fédéral Ich bitte deshalb den Herrn Departementsvorsteher ein-

dringlich, von dieser Kann-Formel äusserst vorsichtig und

Al. 2 zurückhaltend Gebrauch zu machen.

Lorsque, dans une exploitation, le cheptel est détenu

conjointement par plusieurs exploitants, la taxe sera perçue Bundespräsident Purgier: Ich begreife diese Sorge von Herr

sur chacun d'entre eux, proportionnellement au nombre Rüttimann. Zu dieser Frage der Sortenlisten wurden im

respectif d'animaux qu'ils détiennent par rapport à l'effectif Vernehmlassungsverfahren schon ähnliche Bedenken

total. geäussert. Nach Auffassung der Regierung muss mein

Departement die Aufnahme ausländischer Sorten nötigen-

Al. 3 falls - ich unterstreiche: nötigenfalls - davon abhängig

Les contributions sont couvertes en premier lieu par le machen können, dass deren teilweise Vermehrung in der

25. September 1985 N 1599 Landwirtschaftsgesetz. Änderung

Schweiz im Interesse der inländischen Saatgutproduktion Risi-Schwyz: Der Bundesrat soll prüfen, ob und in welcher

gestattet wird. Das drückt ja auch die Kann-Vorschrift aus. Höhe ein Solidaritätsabzug für Selbsthilfemassnahmen

Ich kann Ihnen versichern, Herr Rüttimann, dass wir, wie Sie gewährt werden soll. Wir haben dieses Postulat einstimmig

es wünschen, die nach den Umständen gebotene Zurück- beschlossen, und ich bitte Sie, es zu überweisen.

haltung üben, also all das abwägen, was jetzt angetönt

wurde. Ich bin ohne weiteres bereit, das hier und auch im Bundespräsident Purgier: Ende gut, alles gut: Jal

anderen Rat zuzusichern.

Überwiesen - Transmis

Angenommen - Adopté

Abschreibung - Classement

Art. 41 b, 41 c, 41 d, 107 Abs. 3,112 Abs. 1,117 Abs. 2, Ziff. II Der Rat schreibt die Motionen 82.348 und 82.359, Lenkung

Antrag der Kommission der Fleisch- und Eierproduktion, stillschweigend ab.

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Art. 41 b, 41 c, 41 d, 107 al. 3,112 al. 1,117 al. 2, eh. Il Schluss der Sitzung um 00.05 Uhr

Proposition de la commission La séance est levée à 00 h 05

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Angenommen - Adopté

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble

Für Annahme des Gesetzentwurfs 76 Stimmen

Dagegen 6 Stimmen

Postulat der Kommission des Nationalrates

Landwirtschaft. Produktgebundene Beiträge

Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob für Selbsthilfe-

massnahmen zur Förderung der Qualität, des Absatzes, zur

Produktionslenkung sowie zur Beratung in einem Produk-

tionszweig und zur Erfüllung der den Produzentenorganisa-

tionen durch Gesetze und Verordnungen übertragenen Auf-

gaben die Erhebung von produktgebundenen Beiträgen

bewilligt werden kann, wenn die Mehrheit der gesamt-

schweizerisch massgeblichen Organisationen eines Produk-

tezweiges einen gemeinsamen Antrag stellt. Dabei hätte der

Bundesrat im Einvernehmen mit den Produzentenorganisa-

tionen die Höchstsätze für die produktgebundenen Beiträge

festzulegen.

Postulat de la commission du Conseil national

Agriculture. Contributions en faveur de mesures d'en-

traide

Le Conseil fédéral est invité à examiner si, à condition que la

majorité des organisations responsables au niveau national

des différentes branches de production soumettent une

proposition conjointe, on peut autoriser le prélèvement de

contributions liées aux produits, en faveur de mesures d'en-

traide destinées aux fins suivantes: promouvoir la qualité et

le placement des produits, orienter la production, assurer la

vulgarisation et permettre aux organisations de producteurs

d'accomplir les tâches qui leur incombent en vertu des lois

et des ordonnances. D'entente avec les organisations de

producteurs, le Conseil fédéral fixerait alors les montants

maximums des contributions liées aux produits.

M. Thévoz, rapporteur: M. Nef a déposé ce postulat, qui vise

à obtenir de la part des agriculteurs un peu plus d'entraide,

notamment de la part des engraisseurs de porcs. Pourquoi?

Il existe à Sempach, au bord d'un lac célèbre, une station de

recherche pour l'engraissement des porcs, et une station

qui a aussi pour but d'améliorer les conditons d'hygiène de

cet engraissement. Ces deux établissements ne sont actuel-

lement qu'à la charge d'un petit nombre de producteurs, et

beaucoup d'autres en profitent. La proposition de M. Nef

vise à faire en sorte que tous les engraisseurs de porc soient

astreints, par une contribution modeste, à financer l'entre-

tien de ces deux centrales.

La commission a estimé cette proposition judicieuse, et

nous l'avons adoptée par 16 voix sans opposition. C'est dire

qu'elle nous paraît vraiment raisonnable, et je vous prie de

l'accepter.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Landwirtschaftsgesetz. Änderung

Loi sur l'agriculture. Modification

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1985

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 10

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 83.068

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 25.09.1985 - 20:30

Date

Data

Seite 1578-1599

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