General Arrangements to Borrow: Credit Agreement or International Organization?
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court debated the nature of "General Arrangements to Borrow" (GAB) as a credit agreement rather than an international organization, and whether this distinction impacted the applicability of an optional referendum. The court reasoned that because the GAB involved credit agreements for refinancing a monetary fund, and decisions on participation were to be made by individual delegations under specific conditions, it did not constitute joining an international organization. Therefore, the conditions for applying the optional referendum under Article 89, Paragraph 3b of the Federal Constitution were not met, and the government was not obligated to submit the decision to a referendum.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 89 Absatz, Art. 89 BV, Art. 89 erneut, Art. 2 zu; General Arrangements to Borrow: Credit Agreement or International Organization?: The court reasoned that because the GAB involved credit agreements for refinancing a monetary fund, and decisions on participation were to be made by individual delegations under specific conditions, it did not constitute joining an international organization. Therefore, the conditions for applying the optional referendum under Article 89, Paragraph 3b of the Federal Constitution were not met, and the government was not obligated to submit the decision to a referendum.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the legal basis for deciding whether the resolution should be subject to the optional referendum.
Volltext
CFF. Budget 1984 1658 N 1" décembre 1983
Genesis dieser ganzen AKV-Angelegenheit, dass es sich um sind oder nicht. Vielleicht gehört zu der von Herrn Jaeger
Kreditvereinbarungen handle. Kreditvereinbarungen, die in verspürten Gefühlslage auch, dass dieses gleiche Volk von
den sechziger Jahren nötig geworden waren, weil der Wäh- uns verlangt, klare Verantwortungen zu übernehmen. Wenn
rungsfonds in echte Liquiditätsschwierigkeiten geriet, vor die Voraussetzung für Artikel 89 Absatz 3b nicht gegeben ist
allem damals, als sein Hauptmitgliedstaat Amerika auch von - ich glaube, hier sind Herr Borei und ich wieder einig, auch
seinen Ziehungsrechten Gebrauch machte. Es kam dann zu wenn wir die Lage verschieden beurteilen -, darf ich als
dieser Ausweitung, nach der guten Idee, Allgemeine Kredit- Vertreter des Bundesrates nicht einfach sagen: Wir unter-
vereinbarungen könnten refinanzieren; so sicherte man sich stellen den Beschluss trotzdem dem fakultativen Refe-
die Partnerschaft von zehn Industriestaaten. Wir wären nun rendum. Sonst hätte die Verfassungsnorm keinen Sinn. Die-
der elfte. sen Opportunismusentscheid möchte ich nicht auf mich
Damit übergeben wir aber nicht 2,3 Milliarden Franken à nehmen.
fonds perdu, sondern damit schaffen wir einen Spielraum in Ich darf Herrn Bäumlin aber beruhigen: Die Debatten von
dieser Grössenordnung, wie die beiden Referenten gesagt gestern und heute haben doch bewiesen, dass wir über
haben. Im Einzelfall soll durch unsere Delegation entschie- Grundsätzliches sehr wohl diskutieren können. Vermutlich
den werden, ob wir nun zur Refinanzierung des Währungs- werden wir es bei anderer Gelegenheit in dieser Legislatur-
fonds mit einem Teilbetrag aus diesen 2,3 Milliarden beitra- periode ebenfalls tun müssen, damit Ur-Anliegen von Ihnen
gen wollen oder nicht. Also ist der Begriff der Kreditverein- - aber auch Anliegen der Regierung und des Volkes - zur
barung am deutlichsten, um die Frage «Internationale Orga- Diskussion gestellt und Lösungen entgegengeführt werden
nisation, ja oder nein?» zu beantworten. Der englische Aus- können.
druck «General Arrangements to Borrow» gibt ebenfalls Fazit: Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Unterstel-
ganz eindeutig Antwort auf die Frage «De quoi s'agit-il?» lung des Beschlusses unter das fakultative Referendum
Wenn man die Funktion der AKV betrachtet, begreift man erscheinen dem Bundesrat als nicht gegeben. Aus diesen
auch, weshalb das keine internationale Organisation sein Gründen ersuche ich Sie, mit dem Bundesrat und der Kom-
muss. Die betreffenden Länder bzw. ihre Delegationen (ein- mission auf eine Unterstellung unter das fakultative Refe-
zelne schicken ihre Notenbankgouverneure) treffen sich, rendum zu verzichten.
sprechen die entsprechenden Probleme miteinander ab,
suchen nach Lösungen, prüfen die zweckmässigste Finan- Abstimmung - Vote
zierungshilfe. Für den Antrag der Kommission 88 Stimmen
Auf die Grundfrage, wie sie Herr Borei gestellt hat - «Müs- Für die Anträge Herczog/Borel 53 Stimmen
sen wir nicht nach Artikel 89 BV das fakultative Referendum Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
wählen?» - darf ich zur Antwort geben: Wir müssten es
dann tun, wenn wir diesen Beitritt zu den AKV dem Beitritt Für Annahme des Beschlussentwurfes 89 Stimmen
zu einer internationalen Organisation gleichsetzen würden. Dagegen 37 Stimmen
Dadurch, dass wir uns bereiterklären, unter noch vorbehal- An den Ständerat - Au Conseil des Etats
tenen Bedingungen zu kreditieren, fassen wir im Grunde
genommen einen «vorbehaltenen» Entschluss. Es fliessen
uns nicht einfach 2,3 Milliarden Franken weg.
Ich erkenne dabei, wie der Rapporteur welscher Zunge,
einen Zusammenhang mit dem viel bedeutsameren Pro- 83.057
blem, ob wir dem Währungsfonds beitreten wollen. Wenn
#ST#
diese Frage in Form einer Botschaft an die eidgenössischen SBB. Voranschlag 1984
Räte gerichtet werden soll - zu gegebener Zeit -, dann wird CFF. Budget 1984
der Artikel 89 BV sicher seine volle Tragweite in dem Sinne
haben, als man dort von einer internationalen Organisation Botschaft und Beschlussentwurf vom 2. November 1983 (BBI IV 175)
sprechen muss, weil sie eigene Entscheidgremien kennt
Message et projet d'arrêté du 2 novembre 1983 (FF IV 183)
und weil sie diese Verträge mit den Staaten aushandelt, wie
ich es Ihnen gestern und heute erklären konnte. Voranschlag der SBB vom 5. Oktober 1983
Es liegt mir sehr viel daran, die Suchenden unter Ihnen von Budget des CFF du 5 octobre 1983
diesem Sachverhalt noch einmal in Kenntnis zu setzen. Wir Bezug bei der Generaldirektion SBB, Hochschulstrasse 6,. Bern
kneifen also nicht, sondern wir möchten klar sagen: Jetzt S'obtiennent auprès de la Direction générale des CFF,
geht es um Kreditvereinbarungen. Wir sind bereit, solche zu Hochschulstrasse 6, Berne
tätigen - wenn gewisse Bedingungen vorliegen - bis zu
einer maximalen Grössenordnung von 2,3 Milliarden; wir
partizipieren. Aber der Zehnerklub, das ist bezeichnender-
weise seine Umschreibung im deutschen Sprachgebrauch,
ist eine sehr lose Gruppe von bisher zehn Staaten (neu elf, Antrag der Kommission
wenn wir beitreten), die diese Kredite sprechen oder aber Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
nicht sprechen. Mit anderen Worten entscheiden sie über
Darlehensaufnahmen, die für die Finanzierung von Krediten Proposition de la commission
an die Teilnehmerstaaten besorgt sind. Adhérer au projet du Conseil fédéral
Wenn ich so geantwortet habe, versteht Herr Borei, dass ich
- obwohl er den Artikel 89 erneut sehr fundiert beleuchtet Vetsch, Berichterstatter: Die Verkehrskommission hat den
hat - aus der Sicht der Regierung den Fall von Absatz 3b Voranschlag 1984 der SBB beraten. Anstelle des aus unse-
nicht als gegeben erachte. Darüber hinaus stellt sich auch rem Rat zurückgetretenen Präsidenten hat mich die Kom-
die Frage, die Herr Bäumlin aufgeworfen hat; er hat ja mission als Berichterstatter bezeichnet.
bewusst nicht nur juristisch argumentiert und erwähnte zum Im Rahmen der Neugestaltung des Finanz- und Rechnungs-
Beispiel, das sei von sehr grosser Bedeutung für unser Volk, wesens der SBB erscheint der Voranschlag 1984 erstmals in
le Centre patronal und andere gäben dem noch mehr der Form der Unternehmensrechnung. Sie umfasst die
Gewicht als dem Beitritt zur UNO. Herr Jaeger operierte Erfolgs- und Investitionsrechnung und soll bessere Informa-
ähnlich, wenn er sagte, es sei bezeichnend, dass unser Volk, tionen für die Führung der Unternehmung sowie die Be-
wenn es sich um etwas kümmert, nicht mitsprechen kann. richterstattung liefern. Ich zitiere aus dem SBB-Bericht:
Er sprach von Resignation, die er vor den Wahlen zu erken- «Durch ihren klaren und übersichtlichen Aufbau ermöglicht
nen glaubte. Ich bin der Meinung, dass wir die Verfassung sie eine einfachere und verständlichere Präsentation des
nicht lust- oder unlustbezogen interpretieren können, son- Voranschlages und der Jahresrechnung.» Wir begrüssen
dern feststellen müssen, ob die Voraussetzungen gegeben diese Verbesserung und hoffen, dass Sie diese beim Stu-
1. Dezember 1983 N 1659 SBB. Voranschlag 1984
dium auch als solche empfunden haben. Ganz besonders SBB-Regionalverkehrs durch den Bund. Von einem Abbau
erwarten wir aber, dass diesen Neuerungen weitere positive kann zurzeit keine Rede sein, wie dies in der Fernsehsen-
Führungsentscheide folgen werden. Uns interessiert mehr dung «Kassensturz» vom 14. November glauben gemacht
als die Form der Rechnung deren Resultat. Dieses ist mit wurde. Es ist Sache des nächsten Leistungsauftrages, den
einem zu erwartenden Defizit von 462 Millionen Franken Umfang des regionalen Personenverkehrs zu bestimmen
leider nach wie vor unbefriedigend. Immerhin ist es um 36 und die ungedeckten Kosten weiterhin abzugelten. Dass
Millionen Franken tiefer als der Fehlbetrag des Jahres 1982 Alternativen studiert werden, darf der Generaldirektion SBB
und liegt auch unter dem zu erwartenden Fehlbetrag des und dem Verwaltungsrat nicht zum Vorwurf gemacht wer-
Jahres 1983, der den veranschlagten Ausgabenüberschuss den. Das gehört zu ihren Pflichten.
von 387 Millionen Franken um.weit mehr als 100 Millionen Gestützt auf die Motion beider Räte vom März dieses Jahres
Franken übersteigen wird. erstattet uns der Bundesrat Bericht und Antrag über die
Der Aufwand steigt gegenüber 1982 um rund 5 Prozent auf mittelfristigen Bedürfnisse an neuen Personenwagen und
4131 Millionen Franken, der Ertrag erfreulicherweise um den Ersatz der reparaturbedürftigen Einheitswagen III. Inder
etwas mehr, nämlich um 6,5 Prozent auf 3668 Millionen Verkehrskommission ist die Frage gestellt worden, wo die
Franken. Wenn diese Tendenz nicht nur eingehalten, son- Verantwortlichkeit für das technische Ungenügen der Ein-
dern noch verstärkt werden kann, kommen wir dem gesteck- heitswagen III liege. Dies sei im nachhinein schwierig festzu-
ten Ziel näher. Darauf müssen wir alle unsere Anstrengun- stellen, wurde uns gesagt. Die SBB haben die EWIII zusam-
gen ausrichten: Optimale und sinnvolle Verkehrsbedienung, men mit der Privatindustrie entwickelt. Die Expertise Hayek
Abgeltung der echten gemeinwirtschaftlichen Leistungen hat festgestellt, dass das Verhältnis der Zusammenarbeit
und ausgeglichene Rechnung. zwischen SBB-Ingenieuren und Waggonbau-Firmen nicht
Beim Personenverkehr wird eine mengenmässige Zunahme optimal und die Zuständigkeiten und Pflichtenhefte nicht
um 2,3 Prozent, in Personenkilometern ausgedrückt um 3,8 klar genug ausgeschieden seien. Das Verhältnis Auftragge-
Prozent erwartet. Dies vor allem als Auswirkung des Takt- ber und Auftragnehmer muss in Zukunft konsequenter
fahrplanes, der zwar auf der Kostenseite, aber noch nicht geordnet werden. Aus unternehmerischen wie auch aus
auf der Ertragsseite die Erwartungen ganz erfüllt. beschäftigungspolitischen Gründen ist eine sofortige
Im Güterverkehr wird mit einem konjunkturbedingten Rück- Bestellung von weiteren 50 EW IV zu bejahen.
gang der Transportmenge um 3 Prozent, im Transitverkehr Erstmals wird uns von den SBB ein mittelfristiger Finanz-
sogar mit 10 Prozent gerechnet. Die budgetierten Mehrein- und Investitionsplan konkret für die Jahre 1985 und 1986
nahmen von 117 Millionen Franken im Personenverkehr und vorgelegt, wie dies der Artikel 8 des Leistungsauftrages 1982
59 Millionen im Güterverkehr müssen grösstenteils durch vorschreibt. Da wichtige Entscheide insbesondere in den
teuerungsbedingte Tarifanpassungen eingebracht werden. Bereichen Wagenladungs- und Stückgutverkehr noch aus-
Die Finanzhilfe des Bundes für den Stückgutverkehr wird stehen, kann zurzeit eine konkret abgestützte mehrjährige
gemäss Leistungsauftrag pro 1984 um weitere 25 Millionen Kapazitäts- und Investitionsplanung noch nicht vorgelegt
auf 100 Millionen reduziert. Durch eine flexiblere Preispolitik werden. Die Planzahlen basieren auf einer Jahresteuerung
und ein offensives Marketing müssen für den schienenge- von 3,5 Prozent. Aufwand und Ertrag steigen gleichmässig
rechten Verkehr Marktanteile gewonnen werden können. um 3,8 bzw. 3,9 Prozent, was in etwa gleichbleibende Defi-
Vom Umsteigen auf den vielgerühmten,, umweltfreundlichen zite von 470 bis 490 Millionen Franken zur Folge hat. Die
öffentlichen Verkehr ist leider noch wenig zu spüren. eingeplanten Verkehrsmengen zeigen schwache Zuwachs-
Wir müssen den SBB auch zugestehen, dass sie durch raten. Sie sollten mehr gesteigert werden können, damit die
Rationalisierung ihre Konkurrenzfähigkeit gezielt verbes- Defizite sinken.
sern. In diesem Sinne ist ein Konzept ausgearbeitet worden,
Im Bericht wird festgestellt, dass die Investitionen der Ver-
das im Stückgutverkehr Verbesserungen von 55 Millionen
kehrsentwicklung angepasst und auf ein wirtschaftlich trag-
bringen soll. Es basiert auf einer Reduktion der Annahme-
bares Mass ausgerichtet werden müssen. Deshalb seien sie
und Umladestellen. Das Konzept ist in der Entscheidungs-
nach Möglichkeit für das Jahr 1985 von 947 auf 900 Millio-
phase und wurde diskutiert und kritisiert. Es zielt aber in die
richtige Richtung. nen Franken zu senken. Da haben wir jetzt bereits die
Divergenz zwischen Plan- und Budgetzahlen für das Jahr
Gefördert durch Massnahmen im Rahmen des Aktionspro-
1985. Man ist also bemüht, die Planzahlen noch zu reduzie-
grammes 1982/1984 kann der Personalbestand gegenüber
ren, und dieser politische Wille ist am Platze und zu aner-
1982 um 712 Stellen reduziert werden. Dies zeigt, dass
kennen. Diese Anpassung an die Verkehrsentwicklung
zuständigenorts doch ernsthaft Verbesserungen angestrebt
einerseits und das für die Unternehmung wirtschaftlich
und realisiert werden. Wir wären zwar in der jetzigen Zeit
Tragbare andererseits kann aber zu einem ernsthaften Ziel-
froh, die SBB könnten den Personalbestand halten oder gar
konflikt führen. Sicher dürfen wir die Investitionen nicht so
erhöhen. Das ist leider in dieser gedrückten Marktlage aber
kürzen, dass sie den Eîedurfnissen einer leistungsfähigen
nicht möglich.
und wirtschaftlichen Bundesbahn der Zukunft nicht mehr
Die Entwicklung des Huckepackverkehrs entspricht nicht
genügen. In eine derart kurzsichtige Politik dürften wir nicht
den Erwartungen, weshalb die hierfür geführte Sonderrech-
verfallen.
nung ein wesentlich schlechteres Resultat zeigt, als
ursprünglich angenommen. Deshalb ist die gemäss Lei- Der Antrag von Kollege Röthlin, den Finanz- und Investi-
stungsauftrag vorgesehene Starthilfe im Voranschlag 1984 tionsplan 1985/86 an die Verkehrskommission zurückzuwei-
mit 18 Millionen Franken eingesetzt, gegenüber 10 Millionen sen, kommt etwas unerwartet, nachdem Kollege Röthlin in
im Jahre 1982 und 8 Millionen im laufenden Jahr. Der der Verkehrskommission keine Anträge gestellt hat. Eine
kombinierte Verkehr muss nachdrücklich gefördert werden. Rückweisung scheint mir- ohne dass ich die Begründung
Das entspricht dem Willen des Leistungsauftrages, damit von Herrn Kollege Röthlin gehört hätte - nicht sinnvoll,
vor allem die Transitbrummer von unseren Strassen mehr nachdem wir daran nichts Verbindliches ändern können
auf die Schiene umsteigen. und diesen Richtplan nur zur Kenntnis zu nehmen haben,
Die Abgeltung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen durch und nachdem auch klare Zielvorgaben durch den Leistungs-
den Bund beträgt 1984 nach Voranschlag 659 Millionen auftrag ohnehin bestehen und eine neue Planung bereits
Franken, gegenüber 618 Millionen im laufenden Jahr und wieder mit dem nächsten Budget 1985-also meinem Jahr -
610 Millionen im Jahre 1982. Für den regionalen Personen- vorgelegt werden muss, gestützt auf wichtige Entscheide,
verkehr wird die Abgeltung von 460 Millionen im Jahr 1982 die jetzt noch ausstehen. Wir bekommen aber noch eine
über 493 Millionen im laufenden Jahr auf 559 Millionen Begründung von Herrn Kollege Röthlin, die wir aufmerksam
Franken erhöht; im Stückgutverkehr- wie bereits gesagt - anhören werden.
von 125 Millionen auf 100 Millionen reduziert. Per Saldo Ich beantrage Ihnen namens der einstimmigen Verkehrs-
bleibt aber eine ganz wesentliche Erhöhung der Abgeltung. kommission, bei einer Enthaltung, Annahme des Bundesbe-
Diese Zahlen verdeutlichen die massive Unterstützung des schlusses.
CFF. Budget 1984 1660 N 1" décembre 1983
M. Houmard, rapporteur: La Commission des transports a correspond aux charges imposées par le mandat des presta-
examiné, le 14 novembre de cette année, le budget des tions de 1983. La direction espère, par des mesures de
Chemins de fer fédéraux pour 1984. Un nouveau système de rationalisation, améliorer le résultat de 55 millions. Cette
gestion financière et de comptabilité ayant été introduit aux diminution de frais est due essentiellement à une réduction
CFF, le budget de 1984 paraît pour la première fois sous une du nombre de stations de transbordement. Le conseil d'ad-
forme différente. Il est subdivisé en un compte de résultats ministration devra encore se prononcer à ce sujet.
et en un compte des investissements. Le nouveau compte Les investissements prévus dans le budget établi par les
de résultats n'est plus divisé en compte d'exploitation et Chemins de fer fédéraux illustrent la volonté de favoriser le
compte de profits et pertes. Tous les éléments influençant développement des transports publics. Le compte des
l'exercice sont classés d'après la nature des charges et des investissements, établi pour la première fois selon la nature
produits. des charges et des produits, comporte des dépenses pour
Le compte des résultats prévoit des charges de 4131 mil- 1 milliard 79 millions de francs. Après déduction des partici-
lions de francs et des produits de l'ordre 3668 millions, donc pations de tiers et de diverses recettes figurant dans les
un excédent de dépenses de 462 millions. La Confédération produits accessoires (166,9 millions), les mises de fonds
a renoncé, dans son budget de 1984, à incorporer le ren- nettes s'élèvent à 913 millions, dont 101 millions sont comp-
chérissement dans le gain assuré. Or, les CFF avaient prévu tabilisés comme gros entretien à la charge du compte de
cette intégration. Afin d'aboutir à une politique budgétaire résultats d'entreprise et 812 millions comme augmentation
uniforme pour la Confédération et ses entreprises, il y a de l'actif du compte des immobilisations.
donc lieu de biffer également dans le budget des Chemins Abstraction faite des transferts occasionnés par le nouveau
de fer fédéraux le montant de 25,4 millions de francs inscrit système comptable, les dépenses globales d'investisse-
au titre de l'incorporation du renchérissement. Cela étant, le ments dépassent de 114 millions, c'est-à-dire plus 12,8 pour
déficit se réduit à 437,2 millions. Ce montant est manifeste- cent, celles qui ont été enregistrées dans les comptes de
ment excessif, il doit être diminué à moyen terme, car enfin, 1982. Ces chiffres démontrent que les Chemins de fer fédé-
il ne faut pas oublier que la Confédération verse près de 560 raux consentent de gros investissements; ceux-ci doivent
millions de francs pour les prestations de service public sur toutefois être faits à bon escient afin d'améliorer la rentabi-
le plan du transport régional des voyageurs. La Confédéra- lité.
tion apporte également une aide financière pour le trafic de Je n'inclus donc pas dans ce raisonnement les nouvelles
détail de 100 millions et une aide semblable de 18 millions transversales ferroviaires. Ces grands projets devront faire
pour le ferroutage. Si l'on ajoute l'intérêt du capital de l'objet d'études plus poussées, tant il est vrai qu'ils ne
dotation qui avait été porté à 3 milliards, on obtient un résoudront pas tous les problèmes de nos Chemins de fer
montant total des prestations fédérales égal à 1347 millions fédéraux. La commission est d'avis que les investissements
de francs. On ne peut donc pas prétendre que la Confédéra- doivent surtout permettre d'augmenter l'attractivité des CFF
tion se désintéresse du trafic régional ou ne soutienne pas le pour favoriser leur rentabilité. C'est à notre avis la seule
transport des marchandises par les transports publics. manière de ne pas augmenter le fossé entre les recettes et
Si l'on examine le compte des transports de voyageurs sur les dépenses.
de longues distances, on constate que les frais ne sont J'en arrive à l'acquisition de voitures à voyageurs. Confor-
couverts qu'à raison de 87 pour cent en 1982. Cela tient au mément à la demande exprimée dans une motion adoptée
fait que l'horaire cadencé, appliqué depuis le mois de mai par les Chambres, le message du Conseil fédéral contient un
1982, a provoqué une augmentation de 20 pour cent des chapitre consacré à l'acquisition de nouvelles voitures uni-
trains-kilomètres, alors que les recettes n'augmentent que fiées du type III. Une enquête menée par les CFF a confirmé
très lentement. On constate en outre qu'il est toujours plus qu'il est souhaitable que ces voitures unifiées du type III
difficile de reporter le renchérissement sur les usagers. La soient remplacées avant les prochaines révisions princi-
Direction générale des chemins de fer fédéraux essaie pales, leur emploi sur les lignes intervilles ne donnant pas
d'augmenter la part du trafic voyageurs. Citons à titre satisfaction. Les défauts sont de trois ordres; d'une part la
d'exemples le raccordement au réseau français de trains à climatisation, nous l'avons entendu dans la presse cet été,
grande vitesse par Berne et Neuchâtel dès janvier 1984, ou ne donne pas satisfaction. Ce défaut est un désagrément
la vente d'abonnements généraux transmissibles à des certain pour l'utilisateur des transports publics. Toutefois le
entreprises, l'institution d'un abonnement mi-tarif à moitié défaut en lui-même est à relativiser en période normale
prix pour les navetteurs ainsi que celle de billets pour petits puisqu'un nettoyage plus fréquent des installations permet
groupes. d'y remédier partiellement. Un autre défaut est à signaler au
Dans le trafic des marchandises, on constate une couverture niveau des boggies qui ont tendance à geler en hiver et
des frais de 68 pour cent pour les wagons complets, cal- perturbent la marche.
culés au tarif habituel et 38 pour cent seulement pour le Ces voitures ont été construites en aluminium à petit profil.
trafic de détail. La Direction des Chemins de fer fédéraux La conception des caisses de voiture en aluminium se révèle
essaie d'augmenter la part du trafic par wagons complets en n'être pas satisfaisante du tout, le matériel se fatiguant
appliquant une politique modérée en matière tarifaire. Tou- prématurément.
tefois si le taux de couverture doit être amélioré ou au Si ces voitures sont maintenues pour le trafic des voyageurs
minimum maintenu, il semble que les tarifs devront être sur de longues distances, il faudrait envisager des révisions
majorés de 4 pour cent à partir du 1e' janvier 1984. Le importantes dès 1988. Ces remises en état coûteraient plus
département appuie les efforts de la Direction des Chemins de 400 000 francs par voiture, si bien que l'adoption de cette
de fer fédéraux pour augmenter la part du trafic par wagons solution est pratiquement impensable. Aussi la Direction des
complets. Par lettre du 19 octobre, le conseiller fédéral CFF prévoit-elle d'affecter ces voitures de couleur rouge et
Schlumpf a invité les gouvernements des cantons à prendre beige à des lignes d'importance secondaire. L'enquête
des dispositions visant à encourager la construction de démontre que ces voitures supportent mal la grande vitesse
voies de raccordement ou à favoriser l'adoption de mesures et surtout mal les croisements à vitesses élevées. Comme
y relatives. Les voies de raccordement seraient naturelle- ces voitures sont utilisées sur les lignes peu rentables, la
ment un moyen de favoriser les transports des chemins de Direction des CFF devra procéder à un amortissement spé-
fer, certaines compagnies privées l'ont compris depuis long- cial. Les voitures unifiées du type III nous laissent donc un
temps, elles offrent la première étude d'aménagement à des mauvais souvenir, d'autant plus que la responsabilité de la
conditions tout à fait exceptionnelles, souvent même gratui- conception de ces voitures n'est, de l'avis même des CFF,
tement comme service à la clientèle. pas clairement définie. Le cahier des charges prévoit en
L'aide financière que la Confédération accorde aux Che- effet une collaboration entre les CFF et l'industrie privée,
mins de fer fédéraux pour le trafic de détail serra abaissée collaboration peu adéquate.
comme nous l'avons vu l'année prochaine à 100 millions de Les CFF prévoient le remplacement des 72 voitures unifiées
francs, alors qu'elle a été de 125 millions en 1983. Cela du type III par 50 voitures du type IV, qui pourraient être
1. Dezember 1983 N 1661 SBB. Voranschlag 1984
livrées à partir de 1986. Un certain nombre d'entre elles sont menschen- und umweltfreundlichen Verkehrspolitik. Das
déjà actuellement en service. Waldsterben scheint geradezu auf einem anderen Planeten
En ce qui concerne le plan financier et le plan des investisse- stattzufinden! Man muss weiterblättern bis auf Seite 10 des
ments, il était prévu dans le mandat de prestations de 1982 Finanz- und Investitionsplans, um aufgeklärt zu werden.
qu'un plan à moyen terme serait présenté chaque année à Dort meint der Verwaltungsrat, übrigens zu Recht: «Leider
l'Assemblée fédérale (art. 8 de l'arrêté fédéral). Ce plan doit hat auch die Politik nicht vermocht, der sich ständig ver-
notamment renseigner schlechternden Wettbewerbslage der Bahnen durch ver-
a. Sur les objectifs de l'entreprise, y compris sur la planifica- kehrspolitische Massnahmen entgegenzusteuern.» Da fehlt
tion de ses capacités; doch nur noch das «Amen» wie in der Kirche.
Im Ernst: Nebst den unternehmerischen Zielsetzungen der
b. Sur les investissements requis pour atteindre ces objectifs
SBB fehlt ein weiteres Kapitel, nämlich dasjenige über die
et sur leur financement
verkehrspolitischen Zielsetzungen der Regierung. Sie wer-
c. Sur la planification financière. den mir entgegnen, das sei in der GVK oder sonstwo zu
Le plan financier et le plan des investissements pour 1985 et finden . . . Kann sein. Aber das ist ja gerade der entschei-
1986 sont donc soumis à notre examen. Ils ne contiennent à dende Mangel. Es ist uns zwar (mühsam genug) gelungen,
l'heure actuelle qu'une petite partie des informations das sektorielle Denken «hier Strasse, dort Schiene» teil-
requises par le Parlement. Cela tient au fait que l'enquête weise zu überwinden. Sogar die SBB-Kommission nennt
menée dans certains secteurs essentiels tels que celui du sich seit geraumer Zeit vielsagend Verkehrskommission.
trafic de détail n'est pas encore terminée. Tant que les Doch den Sprung in eine departementsübergreifende, koor-
objectifs à atteindre dans ces secteurs ne sont pas fixés, on dinierende Gesamtschau haben wir immer noch nicht
manque des données fondamentales pour procéder à la geschafft. Und so betreiben wir denn weiterhin frisch-fröh-
planification des capacités, pour prendre les décisions qui lich Raumplanung, Landesversorgung, Energiepolitik und
en découlent en matière d'investissements et pour établir le Umweltschutz unter Ausklammerung des Verkehrs. Das
plan financier. aber ist in höchstem Masse unglaubwürdig. Nur so war es
Notre commission vous propose à l'unanimité d'approuver möglich, dass der vielzitierte Leistungsauftrag von einer
le budget et de prendre acte du plan financier et de celui des genialen Idee zu einem über weite Strecken recht kurzsichti-
investissements. gen, rein betriebswirtschaftlichen Forderungskatalog dege-
M. Desponds, président de la Direction générale des CFF, a nerieren konnte. Mit unserer Motion vom 23. Juni verlangen
rappelé devant la commission les mesures prévues par la wir deshalb eine Überprüfung und Revision dieses Bundes-
Direciton en vue d'améliorer les résultats. Ces efforts se beschlusses.
manifestent notamment par la réalisation du programme Nicht länger sollten auch die Investitionen, die beim vorlie-
d'action, par l'amélioration et la réorientation de l'offre et genden Budget erneut auf Sparflamme stehen, so einseitig
par une mise à profit méthodique des possibilités d'adapta- auf die Ballungsgebiete Zürich (S-Bahn) und Genf (Flugha-
tion de prix. Il nous a révélé également les efforts consentis fenanschluss) verteilt werden. Dieser Konzentration steht
dans le domaine tarifaire par la SNCF comme les Chemins andererseits eine schleichende Aushöhlung, Entwertung
de fer allemands pour devenir plus attractifs dans le und die schliessliche Umwandlung vieler Landstationen und
domaine des transports. Regionallinien gegenüber. Vorläufiger Höhepunkt dieses
Parmi les projets qui figurent dans le programme d'action, Schrumpfungsprozesses - ich vermeide in diesem Zusam-
M. Desponds nous a affirmé que certains étaient déjà menhang bewusst das missverständliche Wort «gesund» -
achevés ou très avancés. sind das neue Stückgutkonzept und die Wiederaufnahme
Il s'agit en particulier de la formulation d'une nouvelle straté- des berüchtigten Berichtes 77. Beiden gemeinsam ist eine
gie des investissements, de l'extension du marketing, de la verhängnisvolle und gerade heute völlig unerwünschte Ver-
nouvelle réglementation des tâches (attribution du conseil kehrsumlagerung von der Schiene auf die Strasse. Beim
d'administration), de la révision de l'organisation des ser- Stückgut geht es vorab um etwa 200 000 Gütertonnen und
vices centraux et de diverses mesures de rationalisation). rund 1000 Arbeitsplätze. Doch mit dem Rückzug vom Markte
On a fait appel, comme chacun le sait, à l'entreprise Hayek - 407 der 550 Bahnhöfe sollen für diese Verkehrsart
pour la réorganisation des services centraux. geschlossen werden - geht auch der direkte Kontakt zum
Parmi les différents points -130 points névralgiques ont été Kunden verloren. Wenn die Ware erst einmal auf dem Last-
décelés - les deux tiers environ sont actuellement traités. wagen ist, bleibt sie dort. Auch die für die Bahnen interes-
Parmi les plus importants, il convient de mentionner la santeren Wagenladungen werden damit gefährdet.
révision de l'ensemble du système d'achat et celle de la Verhandlungen mit dem privaten Transportgewerbe haben
gestion du secteur immobilier. De plus, l'enquête menée à la dabei gezeigt, dass dieses nicht bereit ist, den SBB als
Direction générale a été étendue aux directions d'arrondis- Kompensation für den abgetretenen Stückgutverkehr ande-
sement, celle de Lucerne faisant fonction d'arrondissement ren, wesensgerechten Verkehr zu überlassen. Im Zeitalter
pilote. des Waldsterbens kann die Frage der Verkehrsteilung aber
Nous l'avons dit, la commission vous demande de persévé- nicht mehr den Dschungelgesetzen des Marktes überlassen
rer dans l'effort engagé pour soutenir les CFF. Elle l'a fait bleiben! Wir fordern den Bundesrat auf, dafür zu sorgen,
consciente de la volonté exprimée au plus haut niveau de dass zusammen mit den Kunden und Sozialpartnern eine
suivre révolution de près. C'est dans cet esprit que la schienenfreundlichere Variante gewählt wird. Anderenfalls
commission vous propose d'approuver le budget des CFF et möchten wir von'ihm wissen, welche neuen Schienentran-
de prendre acte du plan financier et du plan d'investisse- sporte als Kompensation vorgesehen sind, damit die Ver-
ments. sprechen aller Parteien im Vorfeld der vergangenen Wahlen
zum Umweltschutz keine Lippenbekenntnisse bleiben.
Ammann-St. Gallen: Nach bald acht Jahren eidgenössi- Der von den SBB mit der Überprüfung der Betriebsgestal-
scher Verkehrspolitik habe ich längst jede Hoffnung auf tung eingeleitete Dienstleistungsabbau auf Regionallinien
irgendwelche Höhenflüge aufgegeben. Trotzdem hat mich steht übrigens ebenso in Konkurrenz zu anderen Zielsetzun-
die vorliegende Botschaft des Bundesrates beim näheren gen des Bundes. Entgegen allen Bemühungen, zum Beispiel
Studium erstaunt und schockiert. Was vor uns liegt, ist im Rahmen des Investitionshilfegesetzes und des Bundes-
meines Erachtens - in Anlehnung an Gutenberg - nichts beschlusses über die bedrohten Regionen, wird diese Aus-
anderes als eine «Bleiwüste der Resignation». Seitenlang verkaufspolitik der SBB letztlich zu einem Instrument der
lese ich von der neuen Unternehmungserfolgs- und Investi- Zerstörung unserer kleinräumigen regionalen Strukturen
tionsrechnung, von Starthilfen, Ergebnisverbesserungen und zum Schaden der geplagten Umwelt. Die rein betriebs-
sowie Deckungsbeiträgen, von Substanzerhaltung, Stagna- wirtschaftliche Optik der SBB steht damit in Konkurrenz zur
tion und von der hehren unternehmerischen Freiheit. Doch nach wie vor bestehenden gesetzlichen Verpflichtung, der
nirgends steht ein noch so bescheidener Satz von einer Volkswirtschaft zu dienen. Verhindern wir, dass der sieht-
OFF. Budget 1984 1662 N 1" décembre 1983
bare Graben, der sich zwischen dem abtretenden Parlament höher, als es in Wirklichkeit der Fall ist. Wenn schon solche
und dem Volke auftat, noch tiefer wird. Zahlen aufgelistet werden, sollte man sie stets den sozialen
Die ersten Beratungen zum neuen Transportgesetz zeigten Kosten der Strasse gegenüberstellen. Das ist aber nicht der
zudem überdeutlich, dass die Abwägung zwischen betriebs- Fall. So betrachtet, sind diese Zahlen einseitig und ein
und gesamtwirtschaftlichen Interessen noch nicht funktio- Unrecht gegenüber der Verwaltung und auch dem Personal.
niert. Unter dem übermächtigen Druck der leeren Bundes- Unter diesem Kapitel sollten auch die umfangreichen Auf-
kasse und der sogenannten Bahndefizite, wird von den SBB, träge an die Wirtschaft eine positive Würdigung finden. Im
vom Bundesamt und vom Departement wohl meist im Sinne Jahre 1982 wurden vom gesamten öffentlichen Verkehr für
der Betriebswirtschaft entschieden werden, womit dann alle 1,797 Milliarden Franken Aufträge vergeben. Die Metall-, die
übrigen Interessen das Nachsehen haben. Wir werden ja in Bau-, die Holz- und die Papierindustrie sowie der Dienstlei-
diesem Saale noch Gelegenheit haben, uns zu diesem stungssektor konnten unter anderem davon profitieren.
Thema auszusprechen. Direkt oder indirekt wurden damit 99 260 Arbeitsplätze gesi-
Geradezu unmöglich erscheint uns die geplante Senkung chert.
der Personalbestände im Umfeld der schwierigen Wirt- Zum Antrag Röthlin, der noch nicht begründet wurde, nur
schaftslage. Bereits ab 1984 sollen dabei die Bestände um ein kurzer Hinweis: Er beantragt uns Rückweisung des
713 Mann und der Aufwand um 33 Millionen gekürzt wer- Finanz- und Investitionsplanes. Dieser Antrag ist der Kom-
den. Weitere Massnahmen sind bereits in Prüfung, so zum mission noch nicht vorgelegen. Trotzdem möchte ich Ihnen
Beipiel das erwähnte Stückgutkonzept, die Neuregelung der dessen Ablehnung beantragen. Missfallen über die genann-
Fahrausweiskontrolle und die intensivierte Aufhebung der ten Pläne kann ja hier, in der Debatte, geäussert werden.
Niveauübergänge. In all diesen Bereichen lassen sich die Dies kann dann bei der kommenden Planung berücksichtigt
Auswirkungen noch gar nicht richtig abschätzen. Möglich- werden. Eine Rückweisung bringt daher überhaupt nichts
erweise sind mehr als 2000 Arbeitsplätze davon betroffen. und führt nur zu weiterem unnützen Verwaltungsaufwand.
Fragwürdiger scheint dies auch dann, wenn nur die Es wäre wohl gescheiter, die SBB jetzt einmal arbeiten zu
Abgänge nicht mehr ersetzt würden; denn der jungen Gene- lassen, statt ganze Verwaltungsabteilungen mit immer
ration sind wir ja mehr als nur hohle Versprechungen schul- neuen Berichten, Plänen und Untersuchungen zu beschäf-
dig. Soll das etwa eine Art Bundesbeitrag an die Sockelar- tigen.
beitslosigkeit der späten achtziger Jahre sein? Damit komme ich zum Schluss. Die Wahlen sind vorbei. Das
Die geplanten Tariferhöhungen gleichen zunehmend einer Volk hat erste Zeichen gesetzt, auch innerhalb der etablier-
Gratwanderung im alpinistischen Extrembereich. Die letzte ten Parteien. Sie werden gut daran tun, diese Zeichen nicht
Erhöhung vom April 1983 wird ihr Ziel voraussichtlich um zu übersehen. Es ist Zeit für die grosse Wende in der
etwa 46 Millionen verfehlen. Eine weitere Tarifrunde ist im Verkehrspolitik. Weite Kreise erwarten nun endlich Taten
Personenverkehr bereits auf den 1. November 1984 geplant. anstelle von Worten. Nur ein Aufbruch, eine mutige Offen-
Dies soll sich dann ungefähr in Jahresabständen wiederho- sive auch der SBB, anstelle ständigen Zurückweichens und
len, ebenso im Wagenladungs- und im Stückgutverkehr. ständiger Preisgabe von Verkehr, wird die tiefe Resignation
Zunehmend zeigt sich nun aber- und das geht auch ganz im Personal überwinden können.
klar aus der Botschaft und den Voranschlägen hervor -, In diesem Sinne beantrage ich Ihnen im Namen der SP-
dass die Aufnahmefähigkeit des Marktes beschränkt ist. Ein Fraktion, auf den vorliegenden Bundesbeschluss einzutre-
Grossteil des Volkes kann sich ja sein Auto nur ganz knapp ten und ihm zuzustimmen.
leisten und seufzt unter dessen hohen Fixkosten. Diese
Leute sind in der Wahl der Verkehrsmittel nicht mehr frei. Aregger: Wir besitzen zwei sehr aufschlussreiche Gutach-
Die Bahntarife - jährlich der Teuerung angepasst - sind für ten über die Bundesbahnen: das Gutachten Hayek zum
sie mittlerweile deutlich zu hoch. Dieser Aspekt muss von betrieblich-unternehmerischen Bereich und das Gutachten
den SBB zunehmend beachtet werden. Die Tarife haben Prof. Rühli zum organisatorisch-politischen Bereich. Die
eine gewisse Reizschwelle erreicht. Auch hier sehen wir, wie Verkehrskommission hat im letzten Sommer mit diesen bei-
verheerend sich die Sachzwänge des Leistungsauftrages den Gutachtern Hearings durchgeführt, an denen einige
auszuwirken beginnen. Expertenaussagen noch verdeutlicht werden konnten. Die
Beim Verzicht auf den Einbau der Teuerungszulagen - da Zukunftsentwicklung scheint sich klar abzuzeichnen. Sie
wurden 25 Millionen in relativ spätem Stadium noch abge- geht dahin, dass die politische und die unternehmerische
strichen - finde ich das Vorgehen, gelinde gesagt, etwas Verantwortung gegenüber den und innerhalb der Bundes-
sonderbar. Die Folge davon wird sein, dass bei Einführung bahnen klarer abgegrenzt werden sollen. Beim Parlament
des BVG auf 1. Januar 1985 wohl gegen 15 Prozent Teue- soll unternehmerische Verantwortung, beim Verwaltungsrat
rung eingebaut werden müssen. Offenbar weiss man aber dagegen politische Verantwortung abgebaut werden. Herr
zuständigenorts noch nicht recht, wie das geschehen soll. Bundesrat Schlumpf kann uns vielleicht sagen, welche Vor-
Die Beschaffung von 50 neuen Einheitswagen IV anstelle arbeiten in dieser Richtung im Sinne der Expertise Rühli
der 72 älteren Einheitswagen III sehen wir positiv, und zwar schon in die Wege geleitet wurden und welche Konsequen-
vor allem wegen deren beschäftigungspolitischen Auswir- zen der Bundesrat bei der personellen Zusammensetzung
kungen, der Verbesserung des Reisekomforts und den mög- des neu zu wählenden Verwaltungsrates der SBB zu ziehen
lichen Einsparungen bei den fälligen Hauptrevisionen. Offen gedenkt.
ist noch ein weiterer Einsatz der störungsanfälligen Ein- Die Fraktion der FdP begrüsst eine klarere Abgrenzung der
heitswagen III. Offen ist aber letztlich auch hoch die Verant- Zuständigkeiten, denn die heutige Situation ist in dieser
wortung für deren Mängel, die in der Kommission nicht voll Hinsicht alles andere als befriedigend. In diesem Sinne
befriedigend aufgedeckt werden konnte. Es wurden ja vor beschränke ich mich heute auch darauf, zum SBB-Budget
allem bei den Klimaanlagen, bei den vereisenden Drehge- einige politische Gedanken zu äussern.
stellen und bei der Alubauweise im Kleinprofil (Alte- Wir gehen davon aus, dass wir hier in diesem Saal das
rungserscheinungen) Schwächen festgestellt. politische Instrument des Leistungsauftrages geschaffen
Die Auflistung der finanziellen Belastung des Bundes haben. Ich erinnere an den wesentlichsten Punkt, an die
gemäss Ziffer 145 auf Seite 14 scheint mir unkorrekt zu sein Trennung des unternehmerischen vom gemeinwirtschaftli-
und steht auch im Widerspruch zum Gedanken des Lei- chen Bereich, mit anderen Worten: die Abgeltung des regio-
stungsauftrages. Da finden wir nun sowohl die Abgeltung nalen Personenverkehrs, der heute einen Kostendeckungs-
des regionalen Personenverkehrs, als auch die Finanzhilfe grad von 28 Prozent aufweist. Die übrigen Details hat Kom-
für das Stückgut sowie die Starthilfe beim Huckepackver- missionspräsident Vetsch bereits erwähnt.
kehr. Hinzu kommen die Defizitdeckung (Vorjahr) und die Dieser Leistungsauftrag hat bereits deutliche Wirkungen
Nichtverzinsung des Dotationskapitals. So erhält man eine und auch Reaktionen gezeigt. Er ist nach unserer Auffas-
Summe von schlussendlich 1,3 Milliarden. Beim uninfor- sung aber das geeignete politische Instrument, um jene
mierten Leser entsteht so der Eindruck, das Defizit sei ja viel Friktionsstellen in der Unternehmung SBB deutlich heraus-
I.Dezember 1983 N 1663 SBB. Voranschlag 1984
zukristallisieren, die dann wiederum hier in diesem Saal les finances de la .Confédération puisque, vous le savez,
politisch entschieden werden müssen. Bei solchen c'est finalement 1,3 milliard que nous lui verserons pratique-
Entscheiden, aber auch bei der Beurteilung des vorliegen- ment à fonds perdu. Notre seule consolation - elle est
den Budgets müssen wir uns immer wieder der Aufgabe der maigre, il faut le dire - c'est que tous les chemins de fer
Bahn in Staat und Gesellschaft bewusst sein. Die Bahn als européens sont dans la même situation.
Massentransportmittel des 19. Jahrhunderts steht heute der On entend souvent dire que les Chemins de fer fédéraux
Herausforderung des Autos als Massentransportmittel des sont mal gérés. Si nous sommes bien renseignés, l'expertise
20. Jahrhunderts gegenüber. Diese Entwicklung ist derart Hayek, qui a été demandée par les CFF eux-mêmes, démon-
international ausgeprägt und irreversibel, dass die Bahn und tre que dans l'ensemble la gestion est correcte. Des amélio-
mit ihr alle anderen Einrichtungen des öffentlichen Verkehrs rations demeurent possibles sans doute, mais ces améliora-
ohne staatliche Hilfe nicht existieren könnten. tions, dont notre grande régie convient elle-même, ne per-
Es gibt Länder als Beispiele, in denen die Bahnen, vom Staat mettent pas d'affirmer que la direction aurait failli à sa tâche.
im Stich gelassen, weitgehend zugrunde gingen. Bei uns ist Les difficultés financières auxquelles les CFF se heurtent
die Situation aber doch ganz anders, Herr Ammann, und sont bien plutôt, comme vient de le relever M. Aregger, le
nicht so schwarz, wie Sie sie malen. Wir berücksichtigen in résultat d'une transformation complète des modes de trans-
unserer Haltung zur Bundesbahn die berechtigten Postulate port dans notre société contemporaine. Elles résultent
der Sozialpolitik, der Regionalpolitik und der Oekologie. aussi, il faut le dire, des difficultés qu'a toute entreprise du
Diese politische Haltung fordert aber auch ihren Preis. Wir service public à s'adapter facilement et rapidement à un
kennen diesen Preis. Er steht nicht einseitig in der Land- environnement qui est en évolution rapide. Il n'est pas dans
schaft, Herr Ammann, sondern wir wollen und dürfen ihn l'intention des libéraux de demander la privatisation des
wissen, er steht auf Seite 14 der bundesrätlichen Botschaft, Chemins de fer fédéraux. En revanche, les pouvoirs publics
und er beträgt 1,347 Milliarden Franken im Jahre 1984. qui les dominent, et en particulier notre Parlement, doivent
Dadurch, dass der allgemeine Bundeshaushalt diesen Diffe- bien comprendre que les CFF ont besoin de la plus grande
renzbetrag zwischen Aufwand und Ertrag der SBB in Form liberté possible et d'une souplesse fort étendue.
von Abgeltungen und in Form von Defizitdeckung über- En commission, la Direction générale nous a déclaré qu'elle
nimmt, leistet er mit unserer ausdrücklichen politischen était décidée à utiliser davantage encore le budget comme
Zustimmung genau diesen Beitrag zur Förderung des instrument de gestion. Notre groupe ne peut qu'approuver
öffentlichen Verkehrs. cette intention en s'étonnant qu'elle n'ait été manifestée que
Damit hat es aber noch nicht sein Bewenden. Wir müssen maintenant. Nous approuvons aussi les mesures que la
die Hilfe an die Privatbahnen und die Defizitübernahme der Direction générale a mises en place pour faire passer cette
Postautobetriebe dazuzählen, dann werden wir feststellen, intention dans la réalité. Nous croyons qu'elle a bien fait de
dass der Bund allein jährlich gegen 2 Milliarden Franken zur donner notamment des consignes plus strictes dans les
Förderung des öffentlichen Verkehrs ausgibt. Dazukommen secteurs du personnel, des dépenses de choses, des pro-
die Defizitbeiträge der Kantone und Gemeinden an ihre duits du trafic ou des produits accessoires. Il est bon aussi-
Verkehrsunternehmungen, die ebenfalls in Millionenhöhe et cela nous a surpris qu'on le dise - que les directeurs
geleistet werden. Es ist angezeigt, dass wir uns Jahr für Jahr généraux et ceux des arrondissements soient intervenus
darüber Rechenschaft geben. Es ist auch angezeigt, dass plus activement que par le passé dans l'élaboration du
wir diese Leistung immer wieder jenen zeigen, die eine budget. Qu'est-ce en effet que le budget? Ce n'est finale-
angeblich fehlende oder viel zu wenig weitgehende Förde- ment rien d'autre que l'expression des options que prend
rung des öffentlichen Verkehrs beklagen. Wir müssen in l'entreprise et des moyens qu'elle met en œuvre pour les
diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass die réaliser. C'est dès lors par essence l'affaire des chefs de
Förderung des öffentlichen Verkehrs auf dem Wege über die l'entreprise que de s'en occuper, ce n'est pas l'affaire des
Investitionen nur mit dem Einsatz riesiger Mittel möglich ist. subordonnés.
Wir erkennen das anhand aktueller Beispiele: bei der Zür- Ainsi en matière d'investissement par exemple, la direction
cher S-Bahn, bei der Genfer Flughafenlinie oder bei der a, cette fois semble-t-il, pris l'objectif qu'il faudrait utiliser
Beschaffung der modernen, attraktiven Einheitswagen EW d'une manière plus optimale les capacités actuelles exis-
IV, die pro Stück 1,2 Millionen Franken kosten. Das sind tantes. Cet objectif qui est sans doute juste, dans la perspec-
Beispiele, die alle im SBB-Budget 1984 sichtbar werden. tive des difficultés financières que l'on connaît aujourd'hui,
Die Fraktion der FdP bejaht die bisherige Art der finanziellen se traduit par une compression en valeur réelle du volume
Garantieleistung des Bundes gegenüber den SBB. Es gibt ja des investissements.
vorerst keine Alternative dazu. In diesem Sinne stimmt sie Nous approuvons aussi la volonté de réorganisation qui
logischerweise dem Budget 1984 zu und nimmt auch den anime la Direction générale. Comme chacun le sait, l'offre va
Finanz- und Investitionsplan 1985/86 zur Kenntnis. Gleich- être réorganisée dans le trafic des marchandises. Cela se
zeitig legen wir aber grossen Wert auf eine bald vorzuneh- traduira par la suppression de quelque 800 postes de travail
mende klare Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen et par la fermeture du service de marchandises dans un
Unternehmung und Parlament im Sinne des Gutachtens certain nombre de gares. Nous estimons qu'au vu des cir-
Rühli. Verantwortlichkeiten für Fehlinvestitionen wie die constances actuelles, cette mesure est justifiée dans son
Swiss-Express-Wagen müssen in Zukunft klar sichtbar principe. Elle suscite, il est vrai, des réactions d'opposition
werden. et d'inquétude dans toute une série de régions du pays. Il
Ebenso grossen Wert legen wir aber auch auf die konse- faut reconnaître que l'application concrète de la mesure
quente Weiterführung des Leistungsauftrages. Wir erwarten prise dépend dans une très large mesure des circonstances
von der verantwortlichen Unternehmensführung der SBB locales. Il importe donc, Monsieur le Conseiller fédéral -
eine möglichst weitgehende Erreichung der dort formulier- nous semble-t-il - que la Direction générale examine avec
ten Leistungsziele. Dabei ist uns bewusst, dass wir bald, les autorités locales si les mesures concrètes qui ont été
spätestens aber bei der Beratung der GVK, verkehrspoliti- décidées à l'intérieur de l'entreprise sont bien adaptées à
sche Entscheide zu treffen haben werden, denen wir alle ces réalités que l'on rencontre sur le terrain. Je crois savoir,
nicht ausweichen können. Dieu merci, que l'entreprise a l'intention d'établir des con-
In Würdigung dieser uns zur Verfügung stehenden tacts, mais nous insistons pour la forme, mais avec la
Entscheidungsgrundlagen und der aufgezeigten Zukunfts- volonté de trouver chaque fois la solution qui, tout en
aussichten beantragen wir Ihnen Zustimmung zum SBB- ménageant l'objectif juste qui est visé, tienne tout de même
Budget 1984. compte au mieux des nécessités locales.
Le plan financier qui accompagne le budget laisse entrevoir
M. Bonnard: Le groupe libéral votera le budget des Chemins une stabilisation des engagements financiers de la Confédé-
de fer fédéraux de 1984. Nous sommes conscients du poids ration. Bien sûr, nous nous en réjouissons mais nous pen-
considérable que cette grande entreprise représente pour sons qu'il faut rester prudent parce que ces perspectives
CFF. Budget 1984 1664 N 1" décembre 1983
dépendent d'une façon très étroite d'un avenir économique Zielsetzung - die SBB-Leitung keinen Aufwand scheut, um
dont aucun ne peut dire ce qu'il sera. das Umsteigen auf die Strasse zu fördern, und zwar mit allen
Au bénéfice de ces quelques explications, nous vous invi- Massnahmen. Es ist doch sinnlos, bei dieser Budgetdiskus-
tons à voter le budget des Chemins de fer fédéraux pour sion über das Defizit zu klagen und zu jammern; vielmehr
1984 et le plan financier. müsste man wieder einmal den Leistungsauftrag sehr streng
unter die Lupe nehmen.
Röthlin: Alle Jahre um diese Zeit beklagen wir die miese Vergewissern wir uns, was in nächster Zeit durch die
Lage unserer Bundesbahnen. Ohne Illusionen müssen wir Beschlüsse von heute und den nächsten Tagen auf uns
einem weiteren defizitären Voranschlag zustimmen. Der zukommen wird: Da werden die Tarife inskünftig jährlich
SBB-Verwaltungsrat muss zugeben, dass auch kurzfristig erhöht, d. h. die Taxen für die Bahnen sollen jedes Jahr
die im Rahmen des Aktionsprogramms 1982/1984 eingelei- teurer werden. Ich weiss nicht, wie da angesichts des ständi-
teten Massnahmen nur wenig am Gesamtergebnis zu gen Jammerns über das Waldsterben das Umsteigen auf
ändern vermögen. Die Hoffnungen, die uns mit dem Jahres- den öffentlichen Verkehr gefördert werden soll.
bericht für 1982 über das Aktionsprogramm von der Gene- Es werden praktisch - wie Sie auch der Botschaft entneh-
raldirektion der SBB gemacht wurden, sind geschwunden. men können - keine Investitionen zugunsten der SBB getä-
Ich zitiere Ihnen nur die hoffnungsvolle Schlussbemerkung tigt; die Investitionen im Budget 1984 betragen etwa gleich-
von dazumal: «Unternehmungsseitig sind damit alle Voraus- viel wie jene für das laufende Jahr. Ich möchte Sie noch
setzungen erfüllt, um die erzielbaren Ergebnisverbesserun- einmal an folgendes erinnern: Vor rund 20 Jahren waren die
gen durch konkrete Massnahmen zügig zu erreichen.» Investitionen für Schiene und Strasse pro Jahr etwa gleich
Statt Ergebnisverbesserungen werden uns «zügig» noch hoch; bereits 1980 betrugen aber die Investitionen für die
höhere Defizite serviert. Dabei sind die Belastungen, die sich Strasse fünfmal mehr als jene für die Schiene. Das ist nicht
für den Bundeshaushalt ergeben, nicht mehr tragbar. So hat gerade eine sehr umweltfreundliche Massnahme. Wenn wir
es immerhin Herr Bundesrat Schlumpf an einer Verkehrs- den «Modal-Split» - d. h. die Aufteilung zwischen dem
kommissionssitzung im August formuliert. Ich weiss, wir öffentlichen und dem privaten Verkehr - zugunsten des
dürfen nicht in Fatalismus verfallen; wir wollen auch nicht öffentlichen Verkehrs verbessern wollen, müssen entspre-
schicksalsergeben die SBB-Misere hinnehmen. Die SBB chende Investitionen getätigt werden.
müssen sich vielmehr auf ihre Stärke besinnen, und diese Ferner wird, wie auch Herr Röthlin erwähnte, heute
Stärke soll sie auch in unternehmerischer Freiheit ausbauen beschlossen, den Stückgutverkehr abzubauen. Das bedeu-
können. Lassen Sie mich anhand zweier Beispiele erklären, tet 400 Bahnhöfe und 880 Arbeitsplätze weniger.
was ich damit meine. Es sollen zudem einzelne Regionallinien aufgehoben wer-
Das schweizerische Schienennetz hat eine Länge von unge- den; der berühmte Bericht aus dem Jahre 1977 ist aus der
fähr 5000 Kilometern, davon besitzen die SBB 3000 Kilome- Schublade genommen worden, gemäss welchem 27 Regio-
ter. Ungefähr die Hälfte davon ist gut bis sehr gut ausgela- nallinien in sogenannt wirtschaftlicher Hinsicht untersucht
stet. Zum Beispiel ist die Strecke Ollen-Bern mit zwei Gelei- werden sollen.
sen anderthalbmal so stark belastet wie Paris-Lyon mit vier Als Zürcher Vertreter habe ich das angeschaut, und ich
Geleisen. Ein weiterer Hinweis: Der Personenverkehr Zürich- muss feststellen, dass dort unter den Linien, die überprüft
Bern - wenn wir auf flieser Strecke die Frequenz von 1971 werden sollen, praktisch alle Zürcher Strecken drin sind, auf
mit 100 Prozent beziffern - betrug im Jahre 1982 176 Pro- denen keine Schnellzüge fahren. Sie können sich etwa
zent. Dagegen entwickelt sich der Regionalverkehr mit vorstellen: es ist klar, der Goldküstenexpress bleibt, weil das
einem Kostendeckungsgrad von lediglich 28 Prozent immer eine attraktive Linie ist. Aber alle Linien sollen jetzt überprüft
mehr zum Sorgenkind. Über das Stückgutkonzept wird der werden.
SBB-Verwaltungsrat heute entscheiden. Ich hoffe nur, dass Und ein weiterer Abbaupunkt: quasi ausgehend vom Lei-
wir Politiker einschneidende Sanierungsmassnahmen nicht stungsauftrag ist es eine äusserst groteske Angelegenheit,
mit schnöder Kritik oder gar Vorstössen hier im Parlament dass die Schweizerischen Bundesbahnen nun plötzlich in
abblocken. das Immobiliengeschäft einsteigen, zum Beispiel mit einer
Die CVP unterstützt die unternehmerische Zielsetzung der gigantischen Überbauung in der Stadt Zürich mit einer
SBB, wie sie auf den Seiten 9 und 10 der Botschaft formu- Gleisüberbauung von 70 000 Quadratmeter Bruttogeschoss-
liert wird. Dies bedeutet Zustimmung zu den Arbeitszielen fläche, davon 17000 Quadratmeter für Verkauf, und der
für die nächsten Jahre, nämlich Verminderung der Fehlbe- Rest sind Büros. Es sind etwa 1200 Parkplätze vorgesehen,
träge durch weiteres Sparen, wie auch - im Gegensatz zu mitten in der Stadt; also eigentlich alles Dinge, die absolut
unserem Kommissionsreferenten - Rationalisierung der verboten wären für vernünftig planende und bauende Leute.
Regionallinien. Den Mut zu solchen nicht populären Mass- Nun, ich würde aus diesem Abbaukonzept nur drei Dinge
nahmen müssen wir dann eben aufbringen. herausnehmen:
Die CVP unterstützt weiter die anvisierte vermehrte Zusam- 1. Stückguttransportabbau. Das hat bereits Herr Ammann
menarbeit der SBB mit anderen Verkehrsträgern und dem erwähnt, dass dieser Abbau des Stückgutverkehrs nichts
Speditionsgewerbe. Ein marktgerechtes Verhalten, von der anderes bedeutet, als dass man den Gütertransport auf die
Generaldirektion bis hinab zum Bahnhofvorstand, kann sich Strasse verlagert. Das sind jährlich etwa 127000 Tonnen.
für Schiene und Strasse nur positiv auswirken. Wenn Sie wissen, dass heute etwa noch unter 1 Million
Die CVP-Fraktion stimmt dem Voranschlag der SBB für 1984 Tonnen auf der Strasse befördert werden, sind das immer-
ohne Begeisterung zu. Wir erwarten aber, dass sich das hin über 14 Prozent, was jetzt weggeht von den Bundesbah-
Aktionsprogramm 1982/1984 endlich positiv auswirken wird. nen. Das wird direkt dem Schwerverkehr zugeführt. Wir
Weil aber im Finanzplan 1985/1986 noch zu wenig positive haben hier stundenlang über das Waldsterben gejammert.
Resultate sichtbar werden, beantragt Ihnen die CVP-Frak- Ich weiss nicht, was das für eine schizophrene Haltung ist,
tion, Artikel 2 zu streichen. Ich werde diesen Antrag in der einerseits Waldsterbengejammer und auf der anderen Seite
Detailberatung kurz begründen. - ohne mit den Wimpern zu zucken - wird dann hier dem
Schwerverkehr eine weitere Möglichkeit, sich auszudehnen,
Herczog: Im Namen der POCH/PSA/PdA-Fraktion beantrage zugeschanzt. Übrigens: Der Stückgutverkehrsabbau bringt
ich Ihnen Eintreten auf das Budget. Erlauben Sie mir aber, nicht einmal finanziell etwas. Wenn Sie die durch Abbau
hier einige grundsätzliche Bemerkungen, namentlich zur verlorengehenden Erträge anschauen, sind das etwa 38
Politik der SBB-Leitung, anzubringen. Ich gehe aus vom Prozent der Kosteneinsparungen insgesamt, das entspricht
Leistungsauftrag. etwa dem heutigen Kostendeckungsgrad im Stückgutver-
Als Fazit dieses Budgets sehe ich zwei Dinge: zum einen, kehr. Das Defizit wird in etwa gleichbleiben oder verkleinert
dass der Leistungsauftrag, wie er hier verabschiedet worden sich auf keinen Fall wesentlich.
war, zu einem Leistungsabbau der Bundesbahnen führte; Was aber noch wichtiger ist und verkehrspolitisch sehr
zum anderen, dass-ausgehend von der unternehmerischen entscheidend: dieser Abbau des Stückgutverkehrs ist nichts
1. Dezember 1983 N 1665 SBB. Voranschlag 1984
anderes als ein Präjudiz für weiteren Leistungsabbau. Es ist Abgeltung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen einerseits
ja klar, dass die verbleibenden Bahnlinien, wo jetzt der und andererseits in ein klar nach marktwirtschaftlichen
Stückguttransport weggenommen wird, selbstverständlich Grundsätzen geführtes Unternehmen im unternehmeri-
noch weniger rentieren werden, dass man auf diesen Bahn- schen Bereich hat es der SBB-Führung eigentlich erst
höfen die Bedienung aufheben wird. Man wird dann die ermöglicht, den starren Staatsbetrieb wenigstens zum Teil
berühmten Automaten einrichten, und die ganze Dienstlei- nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen zu führen. Auch
stung wird wegfallen, d. h. die Bahnhöfe werden im Prinzip unsere Nachbarstaaten, die Bundesrepublik Deutschland
aufgehoben. Weiterer Abbau ist hier vorprogrammiert. und Österreich, schlagen heute denselben Weg ein, obwohl
2. Abbau des Regionalverkehrs: Hier sind natürlich all diese dort Regierungen mit unterschiedlichen Ideologien am
undifferenzierten Sparmassnahmen vollständig fehl am Werk sind.
Platz. Herr Steinegger ist ein guter Vertreter des Freisinns, Herr Herczog, Verkehrspolitik anstelle von Unternehmens-
wenn es um Regionalpolitik geht, ich weiss, dass er sich politik, haben Sie gesagt. Ja, aber nicht hier beim SBB-
innerhalb der freisinnigen Partei vehement einsetzt für den Budget. Dafür sind vielmehr die GVK und die entsprechende
Ausgleich der Interessen innerhalb der Regionen. Jetzt ver- Vorlage dann da.
stehe ich nicht, wie man hier überhaupt ein Konzept anvisie- Der Voranschlag rechnet mit einem Defizit von 437 Millionen
ren kann, das Abbau des Regionalverkehrs bringt, weil man Franken. Dabei müssen wir allerdings bedenken, dass der
ja hier auf siedlungspolitische, regionalpolitische und in Gesamtaufwand des Bundes - und wir müssen in Gottes
diesem Sinne auch wirtschaftspolitische Massnahmen ein- Namen den Gesamtaufwand sehen, wir müssen nämlich
wirkt. Und zu Recht wehrt sich die betroffene Bevölkerung auch diesen berappen - 1,3 Milliarden Franken beträgt.
gegen einen derartigen Leistungsabbau. Man hört immer wieder die Äusserung, die SBB dürfen uns
ruhig etwas kosten, weil wir ja nicht nur die rentablen
3. Die groteske Geschichte mit der Zürcher Bahnhofüber-
bauung: Hier wird ein Shopping-Center aufgebaut, Monster- Strecken beibehalten, sondern eben auch die anderen
büros werden erstellt und eine Parkplatzmassierung mitten Gebiete erschliessen und bedienen wollen. Grundsätzlich ist
in der City gefördert durch die Schweizerischen Bundesbah- diese Auffassung sicher richtig, vor allem dann, wenn der
nen. Ich habe bereits gesagt, die SBB machen hier in der Bund in der Lage wäre, diese Kosten zu tragen. Leider ist
Stadt Zürich wirklich alles, was für einen Planer heute das bekanntlich aber nicht der Fall.
eigentlich verboten sein sollte. Die Konsequenzen kennen Wenn wir uns die SBB etwas kosten lassen wollen, dann
Sie alle, Bodenpreissteigerungen, Verdrängung der Kleinge- müssen wir auch bereit sein, die nötigen Mittel dafür zu
beschaffen. Einfach Defizite produzieren und diese jährlich
werbler, der Mieter usw. und Zunahme des Autoverkehrs.
Das ist natürlich irgendwie mittelbar oder unmittelbar Kon- auf den Schuldenberg des Bundes aufstocken, das können
sequenz des Leistungsauftrags. Wenn nun die Bundesbah- wir uns längerfristig nicht leisten, und eine nennenswerte
nen - unser Fazit zum Budget - weiterhin gezwungen sind, Verkleinerung der gesamten Aufwendungen des Bundes für
mit diesem jetzigen Leistungsauftrag zu operieren, heisst die SBB sind gemäss SBB-Finanzplan nicht in Sicht.
das praktisch Ausverkauf der Leistungen der SBB. Allenfalls In diesem Zusammenhang noch eine Bemerkung zum
kann sie dann noch zu einer öffentlichen Immobilienfirma Antrag von Kollege Röthlin.
werden und in der Stadt Zürich und weiss nicht wo die Dieser Vorschlag kann uns nicht weiterhelfen. Was will die
Geleise überbauen und Büroflächen vermieten (Wohnflä- Verkehrskommission an diesem Finanz- und Investitions-
chen kommen ja nicht in Frage, weil die zu teuer werden) plan ändern? Alles, was nur eine Verbesserung auf dem
und Verkaufs- und Ausstellungsflächen erstellen. Das ist Papier darstellt, nützt uns nichts. Höchstens die Investitio-
nen, die ohnehin schon auf einem Minimum liegen, können
aber kaum der politische Sinn und Zweck der Bundesbah-
nen. Der Leistungsauftrag muss dringend revidiert werden, noch weiter gekürzt werden, was aber katastrophale Folgen
und ich werde in den nächsten Tagen auch einen solchen für die Zukunft haben müsste. Das einzige, was zu einer
Vorstoss einreichen. Man sollte wegkommen von diesem Verbesserung führen kann, ist eine koordinierte Verkehrs-
unternehmerischen Zwang des Defizitabbaus, weil diesaus- politik, die diesen Namen auch wirklich verdient. Wir haben
schliesslich eine Unternehmenspolitik ist. Ich halte Unter- demnächst, bei der Behandlung der GVK-Botschaft, Gele-
nehmenspolitik nicht für unwichtig, aber bei den SBB ist genheit, zu einer solchen Stellung zu nehmen.
Verkehrspolitik prioritär gegenüber Unternehmenspolitik Die SVP-Fraktion stimmt dem SBB-Voranschlag ohne
und nicht umgekehrt, und das muss auch im Rahmen der Begeisterung zu und lehnt den Antrag von Kollege Röthlin
GVK so diskutiert und anerkannt werden. ab.
Zudem muss endlich die Strassenrechnung alle Kosten ein- Hier wird die Beratung dieses Geschäftes unterbrochen
beziehen, nämlich auch die Kosten, welche der Privatver-
Le débat sur cet objet est interrompu
kehr durch Unfälle und Umweltbelastung irgendwie für uns
alle volkswirtschaftlich bewirkt. Ich weiss, eine solche Rech-
nung ist nicht allzuleicht aufzustellen, aber wenn wir hier
von Defizit und Schwierigkeiten der Bundesbahnen reden, Schluss der Sitzung um 12.15 Uhr
ist dieser Vergleich unerlässlich, sonst kommt jeder Mann La séance est levée à 12 h 15
und jede Frau und çagt: Ja bitte, die Strassenrechnung geht
ja Null auf Null plus/minus auf, hingegen die SBB machen
permanentes Defizit.
Ich bitte Sie also, hier dem Budget zuzustimmen, aber auf
alle Fälle mit der Perspektive, verkehrspolitisch diesen Lei-
stungsauftrag zu modifizieren und endlich nicht bloss mit
Lippenbekenntnissen das Waldsterben zu bekämpfen und
Umweltpolitik zu machen, sondern ganz konkret den SBB
auch Instrumente in die Hände zu geben, damit sie gegen-
über dem Strassenverkehr gleichwertig auftreten können.
Bühler-Tschappina: Vorerst eine erfreuliche Feststellung: In
den Führungsgremien der SBB weht doch ein etwas neuer
Wind. Man kann gegenüber der Zeit vor zwei bis drei Jahren
immerhin feststellen, dass in der SBB-Führung mehr unter-
nehmerisches Denken Platz greift. Leider hat sich das bis
heute noch nicht in einer Senkung, sondern nur in einer
Stabilisierung des Defizites ausgewirkt. Die Zweiteilung in
210-N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
SBB. Voranschlag 1984
CFF. Budget 1984
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1983
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 83.057
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 01.12.1983 - 08:00
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Seite 1658-1665
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Ref. No 20 012 028
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