Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 82-902 KI-generiert

Federal Council Rejects Postulate to Reduce Federal Employee Working Hours

Geschäftsnummer VPB 82-902
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Council proposed rejecting a postulate to reduce federal employee working hours to align with the general economic average, favoring extended holidays or additional days off over daily hour reductions. The postulate argued that employees might prefer more time off in chunks rather than marginal daily reductions, which could lead to increased daily work intensity. However, the council stated that a report on working time reduction had already been published, and further discussion on this specific reduction was not feasible in the near future, though they were open to future considerations. The postulate was ultimately rejected.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Federal Council Rejects Postulate to Reduce Federal Employee Working Hours: Gewitzigt durch diese Erfahrung, glaube ich, wir sollten schnittlichen Arbeitszeitreduktion in der Schweiz erfolge.

Schlagwörter

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Arbeitszeit Lohnkürzung Arbeitsausfall Befristete Beschäftigung ausgeglichener Arbeitsmarkt Steuerreform
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Volltext

22. März 1984 N 401 Postulat der unabhängigen und evangelischen Fraktion

#ST# 82.902 Bundesrat Stich: Der Bundesrat muss Ihnen auch hier bean-

tragen, das Postulat abzulehnen. Der Bundesrat hat bereits

Postulat der unabhängigen den Bericht über die Arbeitszeitverkürzung veröffentlicht,

und evangelischen Fraktion und aus diesem Grund kann er ganz sicher, was die jetzige

Bundesverwaltung. Arbeitszeitverkürzung Arbeitszeitverkürzung anbetrifft, nicht darauf zurückkom-

men. Wenn Sie das hingegen für später vorsehen, ist der

Postulat du groupe indépendant et évangelique Bundesrat natürlich bereit, weiter zu prüfen. Aber für die

Administration fédérale. nächste Arbeitszeitverkürzung ist der Zug in dieser Hinsicht

Réduction de la durée du travail «abgefahren».

Renschier: Zwei Bemerkungen von Herrn Günter veranlas-

sen mich, das Wort zu ergreifen.

1. Er hat sehr darauf Wert gelegt, dass das Personal befragt

Wortlaut des Postulates vom 30. November 1982 wird, in welcher Form es Arbeitszeitverkürzung haben

möchte. Daraus ist wohl zu schliessen - er hat es auch so

Die Arbeitszeit des Bundespersonals ist der gesamtwirt- angedeutet -, dass die Gewerkschaften in der Vertretung

schaftlichen Durchschnittsarbeitszeit der Arbeitnehmer

der Personalinteressen nicht glaubwürdig seien.

anzupassen. Dabei haben als Formen der Arbeitszeitverkür-

Herr Günter, wenn der Föderativ/verband mit 140000 Mit-

zung eine Verlängerung der Ferien oder zusätzliche Freitage gliedern für die Arbeitszeitverkürzung im Sinne der

im Vordergrund zu stehen. 'Wöchentlichen Arbeitszeitverkürzung eintritt, dann sind das

Texte du postulat du 30 novembre 1982 nicht die Funktionäre, die das vorschlagen, sondern dann

La durée du travail du personnel de la Confédération doit erfolgt dieser Vorschlag aufgrund der geäusserten Mitglie-

être adaptée à la durée moyenne du travail dans l'ensemble dermeinung.

de l'économie. Pour ce faire, il convient d'envisager en Ihre diesbezüglichen Bemerkungen, Herr Günter, muss ich

premier lieu, comme moyen de réduire cette durée, de als gewerkschaftsfeindlich bezeichnen.

prolonger les vacances ou d'accorder davantage de jours 2. Der Vorschlag, statt wöchentliche Arbeitszeitverkürzung

fériés. mehr Ferien zu gewähren, wandelt eigentlich das Postulat

des Landesrings um in ein Anti-Arbeitszeitverkürzungs-

Günter: Ich vertrete hier den Fraktionssprecher, Herrn postulat. Denn so naiv können Sie ja nicht sein, dass Sie

Jaeger. Das hat für Sie den grossen Vorteil, dass es sehr glauben, das eidgenössische Parlament würde einer weite-

kurz sein wird, da auch ich nicht damit gerechnet habe, dass ren Verbesserung der Ferienregelung des Bundespersonals

das Postulat jetzt zur Diskussion kommt. zustimmen. Wir haben schon in der Diskussion über die

Sie erinnern sich, dass wir Ende 1982 eine grosse Debatte Verankerung besserer Ferienregelungen im Obligationen-

über die Arbeitszeit hatten. Unsere Fraktion hat damals den recht Diskussionen wegen der sehr grosszügigen Lösung,

Antrag gestellt, einen Kredit zu blockieren und das Personal die dem Bundespersonal zugute kommt, gehabt.

selbst einmal zu fragen, wie es über die Arbeitszeitverkür- Glauben Sie im Ernst, dass nun das Parlament hingeht und

zung denke. über die vier Wochen Mindestferien, fünf Wochen ab dem

Wir haben die Idee jetzt noch einmal mit einem Postulat 50. Altersjahr und sechs Wochen ab dem 60. Altersjahr hin-

untermauert. Wir sind der Meinung - wir glauben daran -, aus zusätzliche Ferien beschliessen wird?

dass die Arbeitszeit in den nächsten Jahren sicher verkürzt Was jetzt die Personalverbände mit dem Bundesrat ausge-

werden muss. Uns scheint, dass ein gutes Mass für diese handelt haben, ist die Arbeitszeitverkürzung der wöchentli-

Arbeitszeitverkürzung die Durchschnittsarbeitszeit der Ar- chen Arbeitszeit. Der Vorsch lag - wie Sie wissen - lautet : 42-

beitnehmer in der Schweiz ist. Der Bund soll nicht allzu weit Stunden-Woche ab Mitte 1986.

vorausgehen. Persönlich bin ich der Meinung, er dürfe Ich bitte Sie, das Postulat abzulehnen. Damit bekunden Sie

einen kleinen Schritt vorausgehen, er soll aber sicher auch auch Respekt davor, dass die Verbände die Legitimation zu

nicht hinterher hinken. Verhandlungen mit dem Bundesrat haben und dass sie ein

Wir sind bei dieser Diskussion damals darauf gestossen, Recht haben, ihre Meinung - durch die Mitglieder gebildet -

dass im konkreten Fall die Arbeitszeit um einige wenige zum Ausdruck zu bringen.

Minuten pro Tag verkürzt worden wäre. Wir haben ein

ähnliches Programm bei uns im Spital durchgeführt. Dort Günter: Ich möchte nach dem Votum von Herrn Kollege

wurde die Arbeitszeit um 12 Minuten verkürzt. Ich kann Renschier noch einmal das Wort ergreifen. Das Postulat

Ihnen das Gelächter gar nicht schildern, das wir damit bei besteht aus zwei Teilen:

den Schwestern geerntet haben. Der erste Teil will, dass die Arbeitszeit im Masse der durch-

Gewitzigt durch diese Erfahrung, glaube ich, wir sollten schnittlichen Arbeitszeitreduktion in der Schweiz erfolge.

trotzdem noch einmal versuchen, herauszufinden: Was ist Herr Renschier, dagegen werden Sie sich ja wohl kaum im

das Optimale für die Arbeitnehmer beim Bund? Ich glaube Ernst wenden.

nämlich, dass möglicherweise mehr Ferien oder zusätzliche Im zweiten Teil wird postuliert, dass bei dieser zusätzlichen

Freitage bei den Betroffenen auf vielmehr Interesse stossen Reduktion, die ja in die Zukunft erfolgen wird, neu überprüft

würden als die Arbeitszeitreduktion von wenigen Minuten werde, ob nicht sinnvollerweise mehr Ferien statt Reduktion

pro Tag. Was wir Ihnen vorlegen, ist ein Postulat. Wir ersu- der täglichen Arbeitszeit gewährt würden.

chen den Bundesrat, den Problemkreis zu prüfen. Insbeson- Und da, Herr Renschier, wird auch die Diskussion offen sein,

dere möchte ich hier meinen Wunsch anbringen, dass man ob das zum Beispiel eben mehr Freitage sein werden. Ich

das nicht nur bei den Verbänden prüft, sondern tatsächlich meine, da wird das Parlament sicher dafür offen sein. Denn

bei den Betroffenen. Es sollte ja relativ einfach sein, bei allen wir wollen ja die Form finden, die für den Bund die beste ist

Arbeitnehmern des Bundes darüber eine Umfrage zu und gleichzeitig auch für diejenigen, die beim Bund ange-

machen. Es ist gut, dass es Personalverbände gibt, aber in stellt sind. Denn wenn die Beamten zufrieden sind, dann

einer derartigen Frage muss es gestattet sein, dass der besteht eine Chance, dass sie auch am besten arbeiten.

Arbeitgeber direkt bei den Betroffenen sich erkundigt. Im Im übrigen möchte ich mich dagegen verwahren, gewerk-

Grunde genommen möchten wir hier darauf hinarbeiten, schaftsfeindlich zu sein. Sie wissen so genau wie ich, dass

dass die Bundesbeamten in dieser Frage das bekommen, ich immer noch Mitglied des VPOD bin. Aber es ist nicht

was sie eigentlich möchten, das uns dann auch im Staat am gewerkschaftsfeindlich, und es muss einfach erlaubt sein,

meisten dient; und dazu gehört, dass man den Problemkreis dass der Bund die Leute auch direkt befragt. Ich finde es

ganz offen und unbefangen neu noch einmal prüft. gut, wenn sie organisiert sind und wenn die Verbände ihre

Ich möchte Sie bitten, dem Postulat zuzustimmen. Interessen vertreten haben. Aber in spezifischen Sachfra-

51-N

Postulat du groupe indépendant et évangelique 402 N 22 mars 1984

gen, wie das nun eine ist, muss der Bund die Leute direkt

befragen können. Ich weiss einfach aus eigener Erfahrung,

dass die Leue mehr Freitage einer noch kürzeren Arbeitszeit

pro Tag vorziehen, weil sie sich so weniger Stress verspre-

chen. Sie fürchten, dass, wenn die Arbeitszeit nur um

wenige Minuten verkürzt wird, sie dann dieselbe Arbeit

einfach in noch kürzerer Zeit hineindrängen müssen. Wenn

sie einen richtigen Freitag haben, können sie sich richtig

entspannen.

Ich möchte Sie nach dieser Berichtigung bitten, das Postulat

anzunehmen.

Eggll-Winterthur: Selbst auf die Gefahr hin, dass Herr Gün-

ter ein drittes Mal ans Mikrophon kommt, möchte ich ihm

doch einiges sagen.

Auch ich habe in meiner beruflichen Tätigkeit mit Kranken-

schwestern zu tun. Ich stelle immer wieder fest, dass die

Krankenschwestern sagen, dass ihr Arbeitstag.zu lange sei

und es deshalb notwendig se , auch die tägliche Arbeitszeit

zu verkürzen.

Ich möchte Sie bitten, Herr Giünter, als Mitglied des VPOD

einmal die alten gewerkschaftlichen Parolen zu lesen wie: 8

Stunden Arbeit genügt, 8 Stunden Freizeit und 8 Stunden

Ruhe. Ich würde mich wehren dagegen, dass jetzt einfach

die tägliche Arbeitszeit gleich bleibt und zum Teil noch

verlängert wird, damit man am Freitag nachmittag schon frei

machen kann. Man weiss ganz genau, dass auch die Lei-

stungsfähigkeit und die Gesundheit des Arbeitnehmers bei

allzu langen Arbeitszeiten Schaden nehmen. Es wäre drin-

gend notwendig, dass wir in der Schweiz auch endlich zum

8-Stunden-Tag kommen und nicht, wie heute noch, zum Teil

fast zum 9-Stunden-Tag.

Ich möchte Sie einfach bitten - aus diesem Grunde schon -

das Postulat abzulehnen.

Le président: Le Conseil föderal propose de refuser le

postulat. M. Günter le maintient.

Abstimmung - Vote

Für die Überweisung des Postulates Minderheit

Dagegen offensichtliche Mehrheit

Schluss der Sitzung um 17.40 Uhr

La séance est levée à 17 h 40

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat der unabhängigen und evangelischen Fraktion Bundesverwaltung.

Arbeitszeitverkürzung

Postulat du groupe indépendant et évangélique Administration fédérale. Réduction de la

durée du travail

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1984

Année

Anno

Band I

Volume

Volume

Session Frühjahrssession

Session Session de printemps

Sessione Sessione primaverile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 82.902

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 22.03.1984 - 15:00

Date

Data

Seite 401-402

Page

Pagina

Ref. No 20 012 314

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