Workplace Accidents in Switzerland: Interpellation on Causes and Safety Measures
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court examined an interpellation regarding the rise in workplace accidents in Switzerland between 1976 and 1981. The interpellation questioned the causes, the adequacy of safety measures, the effectiveness of inspections, and the potential introduction of safety delegates and joint safety commissions. The court acknowledged a real increase in accidents, partly due to economic factors like increased work tempo and technological changes, and a shift in economic structure. While acknowledging that employer responsibility for safety is primary, the court noted that the new accident insurance law allows for enhanced coordination of safety measures and inspections by various bodies, including cantonal labor inspectorates and a new coordination commission. The court also supported the involvement of safety specialists and the formation of safety commissions, recognizing the importance of worker participation.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 65 Absatz, Art. 83 Abs. 2 UVG; Workplace Accidents in Switzerland: Interpellation on Causes and Safety Measures: Jahren wieder eine wesentliche Zunahme festzustellen. Ich gleich wie die medizinischen Dienste der Unternehmungen.
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KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
24. Juni 1983 N 1014 Interpellation Müller-Bern
#ST# 82.532 tempos, eine entscheidende Rolle spielt. Dazu kommt die
Auswirkung der Rezession der siebziger Jahre und der jet-
Interpellation Müller-Bern zigen Schwierigkeiten.
Betriebsunfälle 2. Man muss sich fragen, ob angesichts der Verschlechte-
Accidents professionnels rung der Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer die
Schutzmassnahmen der SUVA und ihre Kontrollen noch
genügen. Zu der Entwicklung trägt ohne Zweifel der psy-
chologische Druck, verursacht durch die Arbeitslosigkeit
und das allgemeine Klima der Unsicherheit bei.
Wortlaut der Interpellation vom 29. September 1982 3. Es scheint einer Notwendigkeit zu entsprechen, dass die
Nachdem bis 1976 Betriebsunfälle gemäss SUVA Statistik Sicherheitsvorkehren und die Kontrollen durch die SUVA
erfreulicherweise stark abnahmen, ist nun in den letzten und die Arbeitsinspektoren verstärkt werden müssen,
Jahren wieder eine wesentliche Zunahme festzustellen. Ich gleich wie die medizinischen Dienste der Unternehmungen.
frage den Bundesrat an: Das neue Unfallversicherungsgesetz gibt die Möglichkeit,
1. Was sind nach seiner Meinung die Ursachen für diese hier Fortschritte ohne Verzögerung zu erzielen. Aber ent-
Zunahme, und wie wirkt sich die Rezession auf diese Ent- scheidend ist, dass die Vorsorge nicht nur für die Arbeit-
wicklung aus? nehmer, und noch weniger gegen die Arbeitnehmer, son-
dern mit den Arbeitnehmern getroffen werden muss. Sie
2. Sind die Schutzmassnahmen der Schweizer sehen
sind ja in erster Linie betroffen, es geht um ihre Arbeitsbe-
Unfallversicherungsanstalt genügend und können sie in der dingungen und ihre Sicherheit. Deshalb ist es zu bedauern,
Praxis wirksam überwacht werden? dass im neuen Gesetz und auch in den Entwürfen für die
3. Wie beurteilt er die Zweckmässigkeit der Einführung von Verordnungen nirgends die Rede ist von paritätisch zusam-
Sicherheitsdelegierten und der Schaffung von paritätisch mengesetzten Sicherheitskommissionen, bzw. von Sicher-
zusammengesetzten Sicherheitskommissionen, wie sie mit heitsdelegierten bei kleineren und mittleren Betrieben. Das
einigem Erfolg im Ausland funktionieren, damit aush die ist ein schwerwiegender Mangel, der eigentlich unverständ-
Arbeitnehmer an der Sicherheit im Betrieb mitwirken kön- lich ist, nachdem ähnliche Einrichtungen seit Jahren
nen? bestens in verschiedenen Ländern, wie der Bundesrepublik,
4. Wie stellt sich der Bundesrat zu einer allfälligen wissen- Frankreich, Belgien und Schweden, funktionieren.
schaftlichen Untersuchung, die durch den Schweizerischen 4. Es scheint wichtig zu sein, die unter Punkt 1 angedeute-
Nationalfonds veranlasst werden könnte, um die Gründe ten Auswirkungen der Erhöhung des Arbeitstempos, der
der Zunahme der Arbeitsunfälle abzuklären und Vorschläge Einführung von neuen Technologien in den Betrieben, der
zur Verbesserung der gegenwärtigen unbefriedigenden Rezession auf die Sicherheit am Arbeitsplatz näher zu
Situation zu machen? untersuchen. Es ist deshalb wünschenswert, diese Proble-
matik im Rahmen eines Forschungsprogrammes des Natio-
Texte de l'interpellation du 29 septembre 1982
nalfonds abzuklären.
Après une forte et réjouissante diminution des accidents
professionnels jusqu'en 1976 (selon les statistiques de la Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
CNA), on a depuis lors constaté une notable recrudes- Rapport écrit du Conseil fédéral
cence de ceux-ci. Le Conseil fédéral est invité à répondre Zu Frage 1 : Ein erster Überblick über die Zahl der von der
aux questions suivantes: Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) behan-
1. A son avis, quelles sont les causes de cette augmenta- delten Berufsunfälle (einschliesslich der Berufskrankheiten)
tion et quel est le rôle de la récession dans cette évolution? für die Jahre 1976 bis 1981 zeigt tatsächlich eine kontinuier-
2. Les mesures de protection préconisées par la Caisse liche Zunahme. Die Entwicklung des Unfallgeschehens ist
nationale suisse d'assurance en cas d'accidents sont-elles grundsätzlich abhängig vom jeweiligen Stand der Technolo-
suffisantes, et est-il possible, en pratique, de contrôler effi- gie und der Arbeitssicherheit, von der jeweiligen Wirt-
cacement leur application? schaftsstruktur sowie von den Veränderungen in der Be-
3. Juge-t-il opportun que des délégués à la sécurité soient schäftigung. Es darf davon ausgegangen werden, dass es
nommés et que des commissions paritaires, qui fonction- jedenfalls bisher gelungen ist, die Arbeitssicherheit nach
nent déjà avec un certain succès à l'étranger, soient créées den zu Gebote stehenden technischen, finanziellen und
pour permettre aux travailleurs de collaborer activement personellen Möglichkeiten auf dem neuesten Stand zu hal-
aux mesures de sécurité appliquées dans l'entreprise? ten. Demgegenüber zeichneten sich in den Jahren 1976 bis
1981, gemessen an der Zahl der geleisteten Arbeitsstun-
4. Que pense-t-il d'une éventuelle étude scientifique qui
den, Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur ab. So hat
pourrait être patronnée par le Fonds national, et qü aurait
pour but de déterminer les causes de l'augmentation du zum Beispiel das Bauwesen, das in bezug auf Unfälle ein
stark überdurchschnittliches Risiko aufweist, nach der
nombre des accidents professionnels et de présenter des
propositions en vue d'améliorer la situation actuelle qui Rezession einen Aufschwung erlebt, während der Anteil der
Arbeitsstunden in der Textilindustrie mit unterdurchschnitt-
n'est pas satisfaisante?
lichem Berufsunfallrisiko rückläufig war. Die Veränderungen
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Bircher, Borei, in den relativen Gewichten der Branchen haben somit auch
Bratschi, Braunschweig, Bundi, Chopard, Deneys, Gerwig, Auswirkungen auf die Gesamtzahl der Unfälle und Berufs-
Gloor, Hubacher, Jaggi, Lang, Loetscher, Longet, Mauch, krankheiten, und zwar auch dann, wenn der Stand der
Meier Werner, Morel, Muheim, Neukomm, Ott, Reimann, Arbeitssicherheit innerhalb der Branchen gleich bleibt.
Reiniger, Renschier, Robbiani, Rubi, Uchtenhagen, Vannay, Sodann stellt die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden einen
Wagner, Weber-Arbon (30) Indikator für die Beschäftigung dar und bestimmt, bei nicht
wesentlich verändertem Unfallrisiko, die Zahl der auftreten-
Schriftliche Begründung - Développement par écrit den Unfälle und Berufskrankheiten. Im Zeitraum 1976 bis
1. Die Statistiken der SUVA weisen in der Periode 1976 bis 1981 nahm die Zahl der Arbeitsstunden gesamthaft um 205
1981 eine ununterbrochene Zunahme der Unfälle und Millionen Stunden zu.
Berufskrankheiten auf. Die in diesem Zeitabschnitt festzu- Um die Entwicklung der Arbeitssicherheit zuverlässig beur-
stellende Erhöhung um 18,8 Prozent gibt zu tiefer Beunruhi- teilen zu können, ist es notwendig, die Veränderungen der
gung Anlass. Wirtschaftsstruktur und der Beschäftigungslage zu «stan-
Zahlreiche Indizien, die aus der Praxis stammen, weisen dardisieren», d. h. es werden für die sechs Jahre in den bei-
darauf hin, dass die Erneuerung des Produktionsapparates, den genannten Bereichen die durchschnittlichen Verhält-
verbunden mit einer wesentlichen Erhöhung des Arbeits- nisse 1976 bis 1981 als stabil angenommen. Dann wird
Interpellation Müller-Berne 1015 N 24 juin 1983
ersichtlich, dass zwar gesamthaft gesehen immer noch eine es doch daran zu erinnern, dass ebenfalls die Durchfüh-
Steigerung der Unfallzahlen feststellbar ist, insbesondere rungsorgane des Arbeitsgesetzes am System der berufli-
von 1976 auf 1977, jedoch in einem wesentlich geringeren chen Unfallverhütung beteiligt sind. Es handelt sich dabei
Ausmass. Dies zeigt sich deutlich aus der Tabelle im hauptsächlich um die Kantonalen Arbeitsinspektorate, die -
Anhang. Die vom Interpellanten in seiner Begründung im Namen der Eidgenossenschaft - von den Eidgenössi-
geäusserte Vermutung, dass nach der Rezession der Pro- schen Arbeitsinspektoraten beaufsichtigt werden. Das neue
duktionsapparat erneuert und das Arbeitstempo erhöht Gesetz über die Unfallversicherung (UVG), welches auf den
wurde, dürfte zutreffen, stieg doch die Produktivität, wie der 1. Januar 1984 in Kraft gesetzt wird, setzt nun eine Koordi-
Index der industriellen Produktion zeigt, von lediglich 140 nationskommission ein, die im Bereich der Arbeitssicher-
(1963 = 100) im Jahre 1976 auf Werte zwischen 148 und heit eine wegweisende Rolle spielen wird. Diese Kommis-
160 in den Jahren 1977 bis 1981. Für die kleinere Zahl von sion wird, in direkter Zusammenarbeit mit allen an der
Unfällen im Jahre 1976 kann allerdings auch das durch die Durchführung und Überwachung der Arbeitssicherheit
damalige Rezession geprägte Verhalten der Arbeitnehmer beteiligten Stellen, die im Hinblick auf die Förderung der
verantwortlich sein. Es zeichnete sich durch grössere Vor- Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten not-
sicht, Bemühen um weniger Absenzen usw. aus, im Bestre- wendigen Massnahmen treffen können; dabei wird die
ben, den Arbeitsplatz zu erhalten. Koordinationskommission auch das Problem einer Intensi-
Aus den vorstehenden Ausführungen lassen sich somit fol- vierung der Kontrolltätigkeit durch die Durchführungsor-
gende Schlussfolgerungen ziehen: Die Zahl der ordentli- gane des Arbeitsgesetzes und durch die anderen am Voll-
chen Berufsunfälle und Berufskrankheiten des SUVA- zug der Vorschriften über die Arbeitssicherheit beteiligten
Bestandes stieg von 1976 bis 1981 um 16,7 Prozent. Diese Organe prüfen, selbstverständlich unter Berücksichtigung
Steigerung erklärt sich rund zur Hälfte (8,5 Prozent) aus der gegebenen finanziellen Möglichkeiten.
Veränderungen in der Beschäftigung und in der Wirt- Die SUVA steht unter der Oberaufsicht des Bundes, was
schaftsstruktur. Die markante Zunahme der Unfälle von sich mit der Einführung des UVG nicht ändern wird. Indes-
1976 auf 1977 dürfte zur Hauptsache auf die durch den wirt- sen wird die Aufsicht des Bundes über die vorerwähnte
schaftlichen Aufschwung bedingte Produktivitätssteigerung Koordinationskommission dazukommen (Art. 85, Abs. 5
und auf das veränderte Verhalten der Arbeitnehmer zurück- UVG). Da diese Kommission namentlich die Aufgabe hat,
zuführen sein. Wird wegen der speziellen Verhältnisse wäh- die Tätigkeiten der SUVA mit jenen der Durchführungsor-
rend der Rezession das Jahr 1976 aus der Betrachtung gane des Arbeitsgesetzes besser zu koordinieren, wird der
weggelassen, so ergibt sich von 1977 bis 1981 - gemessen Bundesrat um so mehr weitergehende Übersicht über alle
an den standardisierten Zahlen - eine Zunahme der Berufs- Tätigkeiten der Organe erhalten, die sich mit der Überwa-
unfälle und Berufskrankheiten von gesamthaft 2,8 Prozent chung der Anwendung der Vorschriften über die Arbeitssi-
oder 0,7 Prozent pro Jahr. Diese Zunahme ist angesichts cherheit befassen.
der grossen Anstrengungen auf dem Gebiet der Arbeitssi- Zu Frage 3: Der Beizug von Sicherheitsfachleuten wird in
cherheit beunruhigend und kontrastiert mit dem erfreuli- der Schweiz bereits in verschiedenen Betrieben mit Erfolg
chen Rückgang der Unfälle seit dem Zweiten Weltkrieg bis praktiziert und nimmt stetig zu. Das Interesse für Ausbil-
1975. Sie sollte die Arbeitgeber dazu bewegen, ihre Bemü- dungskurse für Sicherheitsfachleute, welche von der SUVA
hungen hinsichtlich der Unfallverhütung zu verstärken und anderen Institutionen durchgeführt werden, ist dement-
sowie die Arbeitnehmer vermehrt dazu bewegen, ihre Mitar- sprechend gross, haben doch bereits mehrere hundert Mit-
beit bei Sicherheitsmassnahmen zu intensivieren. Die SUVA arbeiter aus der schweizerischen Industrie und den
und die Arbeitsinspektorate unternehmen ihrerseits - im gewerblichen Betrieben an solchen Kursen teilgenommen.
Rahmen ihrer Möglichkeiten - alles, um dieser Zunahme Im übrigen wird mit Inkrafttreten des UVG der Bundesrat
Einhalt zu bieten. ermächtigt, verbindliche Vorschriften über die Mitwirkung
Zu Frage 2: Vorab sei darauf hingewiesen, dass gemäss von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssi-
Artikel 65 Absatz 2 des Bundesgesetzes vom 13. Juni 1911 cherheit in den Betrieben zu erlassen (Art. 83 Abs. 2 UVG).
über die Kranken- und Unfallversicherung für die Gewährlei- Die Mitarbeit der Arbeitsärzte und der Sicherheitsfachleute
stung der Arbeitssicherheit in den Betrieben nicht die in den Betrieben trägt ebenfalls zur Förderung der Arbeits-
SUVA, sondern die Betriebsinhaber verantwortlich sind. Die sicherheit bei. Diese Spezialisten haben den Arbeitgeber
SUVA hat dafür zu sorgen, dass diese ihren Verpflichtungen namentlich in Fragen neu zu treffender Massnahmen zu
nachkommen. Demnach bemüht sie sich in bedeutendem beraten. Es ist geplant, dieses Thema einer eingehenden
Masse um die Belange der Sicherheit in den ihr unterstell- Prüfung zu unterziehen, damit eine besondere Verordnung
ten Betrieben. So hat sie - als Ergänzung der zwingenden über Arbeitsärzte und andere Sicherheitsfachleute geschaf-
Vorschriften der zurzeit geltenden 24 bundesrätlichen Ver- fen werden kann. Bei der Ausarbeitung des Verordnungs-
ordnungen und Verfügungen des Departementes des textes sind vor allem die verschiedenen Betriebskategorien
Innern - nicht weniger als 76 diesbezügliche Richtlinien her- sowie die Ausbildungsmöglichkeiten im Bereiche der
ausgegeben, welche durch Revision periodisch dem neu- Arbeitsmedizin und in jenem der Technik für die Arbeitssi-
esten Stand angepasst werden. Überdies stehen im Hin- cherheit zu berücksichtigen.
blick auf neue Aspekte der Arbeitssicherheit zahlreiche wei- Die Bildung von paritätisch zusammengesetzten Sicher-
tere Richtlinien in Vorbereitung. In Bereichen, wo zwin- heitskommissionen, wie sie bereits in verschiedenen
gende Bundesvorschriften oder Richtlinien fehlen, macht schweizerischen Betrieben bestehen, ist zu begrüssen.
die SUVA schliesslich vom Recht auf Erlass von Einzelwei- Auch diese Sicherheitskommissionen sind weitgehend
sungen regen Gebrauch. Bezüglich Anordnung der notwen- geeignet, zur Wahrung und zur Förderung der Arbeits-
digen Massnahmen zur Förderung der Arbeitssicherheit in sicherheit beizutragen, denn die Arbeitnehmer werden sich
den der SUVA unterstellten Betrieben sind damit kaum Lük- in diesen Gremien mit den dort gestellten Sicherheitsfragen
ken vorhanden. eingehend auseinandersetzen müssen. Die Tätigkeit sol-
Im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden finanziellen cher Kommissionen werden demnach die Arbeitnehmer zu
und personellen Mittel führt die SUVA Kontrollen zur Über- vermehrtem Einsatz für die Verhütung von Berufsunfällen
wachung der Arbeitssicherheit durch. Dem Grundsatz der und Berufskrankheiten motivieren. Bereits unsere Bot-
Verhältnismässigkeit entsprechend übt sie ihre Kontrolltä- schaft aus dem Jahr 1976 zum Entwurf des UVG erwähnt
tigkeit mit Schwergewicht dort aus, wo sie möglich ist und die Schaffung von Betriebsausschüssen als eines der Mit-
die grösste Wirkung zu erzielen vermag. Im Rahmen ihrer tel, um Arbeitnehmer in Fragen der Arbeitssicherheit zur
Möglichkeiten schenkt die SUVA somit den Kontrollen im Mitwirkung heranzuziehen (vgl. Botschaft Seite 75). Aller-
Bereich der Arbeitssicherheit die erforderliche Aufmerk- dings ist es primär Sache der Betriebe selber und der
samkeit. Sozialpartner, solche Ausschüsse zu bilden. Im übrigen
Obschon sich die zweite Frage der Interpellation lediglich gehört diese Frage in den Zusammenhang einer gesetzli-
auf die von der SUVA getroffenen Massnahmen bezieht, gilt chen Regelung der betrieblichen Mitbestimmung, mit der
24. Juni 1983 1016 Interpellation Renschier
sich zurzeit eine vom Eidgenössischen Volkswirtschafts- b. Ist er bereit, das Konzept der Basismedikamente in der
departement (EVD) eingesetzte Expertenkommission be- Praxis der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit
fasst. zu fördern und durchzusetzen?
Zu Frage 4: Wie aus der Beantwortung der vorstehenden
Texte de l'interpellation du 7 mars 1983
Fragen hervorgeht, sind die Ursachen der Zu- bzw.
Abnahme der Zahl der Unfälle grösstenteils bekannt. Das- L'Organisation mondiale de la santé a approuvé et diffusé
selbe gilt in bezug auf die Massnahmen zur Förderung der une liste de médicaments d'importance vitale intéressant
Arbeitssicherheit. Hingegen erscheint es durchaus zweck- les pays en développement (médicaments de base). L'éta-
mässig, die Belange der Arbeitssicherheit und der Arbeits- blissement de cette liste a pour but de simplifier aux gou-
gestaltung bereits bei der Entwicklung neuer Technologien vernements et au personnel médical des pays du tiers
und Arbeitsverfahren abzuklären. So hat der Schweizeri- monde le choix de remèdes bon marché et efficaces, parmi
sche Nationalfonds im Auftrag des Bundesrates unlängst les dizaines de milliers de produits pharmaceutiques et le
die Prüfung des Themas «Arbeitswelt: Humanisierung und tohu-bohu que cela représente.
technologische Entwicklung» veranlasst. Erste eingereichte Le fait que lesdits produits pharmaceutiques sont réperto-
Projektskizzen befassen sich mit der Arbeitssicherheit, riés et recommandés sous leur désignation d'origine
Arbeitsgestaltung und technologischen Entwicklung im (Generic Names) en lieu et place des noms en usage sur le
Baugewerbe und in den Forstbetrieben. Auf diese Weise marché, constitue une aide supplémentaire bienvenue.
können sicherheitstechnische Mängel rechtzeitig, und nicht Nous demandons au Conseil fédéral:
erst im nachhinein in der Praxis, erkannt und eliminiert wer- a. Est-il prêt à donner son appui au concept de «Generic
den. Names» au sein de l'OMS et lors de la prochaine Assem-
blée mondiale de la santé (World Health Assembly)?
Tatsächliche und nach der Beschäftigung sowie der Bran-
chenstruktur standardisierte Anzahl der ordentlichen b. Est-il disposé à promouvoir le concept de médicaments
Betriebsunfälle und Berufskrankheiten, 1976 bis 1981: de base dans la pratique de la coopération suisse au déve-
loppement, voire à l'imposer?
Ordentliche Betriebsunfälle
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen,
und Berufskrankheiten
Borei, Gloor, Jaggi, Leuenberger, Loetscher, Longet, Mei-
Jahre Tatsächlich Nach der Beschäftigung zoz, Ruffy, Vannay (10)
und der Wirtschafts-
branche standardisiert Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Absolute Zahl 1976 = 100,0 Absolute Zahl 1976=100,0 Die Entwicklungsländer werden mit einer grossen Vielfalt an
1976 101 181 100,0 101 181 100,0
Medikamenten überschwemmt. In Mexiko soll es beispiels-
1977 106532 105,3 106439 weise Zehntausende von verschiedenen Medikamenten auf
105,2
1978 107902 106,6 106080 104,8 dem Markt geben. Nicht nur die Vielfalt, sondern oft auch
1979 110470 109,2 107047 die hohen Preise der Pharmazeutika führen zu einer starken
105,8
1980 117224 115,9 110284 109,0 finanziellen Belastung der Länder in der Dritten Welt.
1981 118042 116,7 109431 108,2 Obwohl Entwicklungsländer bis zu 50 Prozent ihrer öffentli-
chen Mittel im Gesundheitswesen für Medikamente verwen-
den, können die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- nicht gedeckt werden. Insbesondere in ländlichen Gegen-
rates befriedigt. den fehlt es häufig an den notwendigsten Arzneimitteln. Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) will dieses schwerwie-
gende gesundheitspolitische Problem in der Weise einer
Lösung nahe bringen, dass die kostspielige Vielfalt durch
eine kostensparende Standardisierung des Angebotes an
Medikamenten ersetzt wird. Dadurch lässt sich mit dem
#ST# 83.348 gleichen finanziellen Aufwand eine umfassendere Versor-
gung der Bevölkerung gewährleisten. Die WHO stellte eine
Interpellation Renschier Liste mit rund 200 lebensnotwendigen Basismedikamenten
Entwicklungszusammenarbeit. zusammen. 90 Prozent dieser Arzneimittel sind schon so
Basismedikamente lange auf dem Markt, dass sie keinen Patenten mehr unter-
Coopération au développement. liegen. Sie können also kostengünstig produziert und zu bil-
ligen Preisen abgegeben werden. Dass die Bestrebungen
Médicaments de base der WHO den kommerziellen Interessen der transnationalen
Pharmakonzerne kurzfristig zuwiderlaufen, liegt auf der
Hand. Doch diese Interessen müssen angesichts der
gesundheitspolitischen Bedürfnisse der Entwicklungsländer
in den Hintergrund treten. Aus diesem Grunde gebe ich der
Wortlaut der Interpellation vom 7. März 1983 Erwartung Ausdruck, dass der Bundesrat die beiden
Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Liste von lebens- gestellten Fragen positiv beantwortet.
notwendigen Medikamenten für die Entwicklungsländer
(sogenannte Basismedikamente) verabschiedet und propa- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
giert. Diese Liste bezweckt, den Regierungen und dem Rapport écrit du Conseil fédéral
medizinischen Personal in der Dritten Welt die Auswahl von Zu Frage a: Die Weltgesundheitsorganisation hat schon im
billigen und wirkungsvollen Medikamenten aus dem unüber- Jahre 1977 eine nach Indikationen gegliederte Modelliste
sichtlichen Wirrwarr von Zehntausenden von Pharmapro- von etwa 300 Basismedikamenten veröffentlicht. In dieser
dukten zu erleichtern. Eine besondere Hilfe besteht noch Liste werden die Medikamente mit den international aner-
darin, dass die Pharmaprodukte unter ihren ursprünglichen kannten Kurzbezeichnungen der Wirkstoffe («Generic
Bezeichnungen (sogenannte Generic Names) anstatt mit Names») bezeichnet. Die Liste hat empfehlenden Charakter
dem Marktnamen aufgelistet und empfohlen werden. und soll den Entwicklungsländern dienen, um mit einem
Wir fragen den Bundesrat: beschränkten Medikamentensortiment möglichst preisgün-
a. Ist er bereit, in der WHO und in der kommenden World stig die wichtigsten Krankheiten behandeln zu können.
Health Assembly das Konzept der «Generic Names» zu Dabei ist es wichtig, dass die Qualität der empfohlenen Heil-
unterstützen? mittel gewährleistet ist und dass die medizinischen Beson-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Müller-Bern Betriebsunfälle
Interpellation Müller-Bern Accidents professionnels
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1983
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 82.532
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 24.06.1983 - 08:00
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