Swiss Federal Assembly Approves Motion on Language Services
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Assembly debated a motion regarding language services, with proponents arguing for improved understanding and accessibility for those less proficient in certain languages, while opponents voiced concerns about potential loss of nuance and the scope of language representation. The assembly ultimately voted to approve the motion, emphasizing that establishing such a service does not obligate its use but grants a right, and that the ultimate implementation details would be decided later.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 116 Absatz, Bundesverfassung Artikel 116 Absatz 2; Swiss Federal Assembly Approves Motion on Language Services: The assembly ultimately voted to approve the motion, emphasizing that establishing such a service does not obligate its use but grants a right, and that the ultimate implementation details would be decided later.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited to explain why only three official languages are mentioned in the Federal Constitution.
Volltext
6. Oktober 1982 513 Dringliche Interpellation Letsch
ne s'agit pas de cela; il y va de la compréhension entre Herr Affolter hat es richtig gesagt: Wenn diese Einrichtung
Confédérés. Il faut tout faire pour cela. J'ai proposé un geschaffen wird, bedeutet das ja keine Verpflichtung, davon
moyen modeste, qui a des limites, mais c'est un moyen. Je Gebrauch zu machen. Es ist aber ein Recht für all jene, die
crois que vous auriez tort, en votant non, de le rejeter. in der anderen Sprache nicht so sicher sind.
Votre réponse, dans ce cas-là, serait mal comprise. Il ne Herr Bürgi hat gesagt, es ginge etwas verloren, die Nuan-
faudrait précisément pas qu'à travers la motion que j'aj cen der sprachlichen Ausdrucksweise usw. Für diejenigen,
déposée on en arrive à reposer faussement le problème die die anderen Sprachen beherrschen, ändert sich über-
comme une lutte entre la Romandie et le reste de la Suisse. haupt nichts, aber all jene, die vielleicht ab und zu etwas
Mühe haben, kämen auch in den Genuss der Details und
Weber, Berichterstatter: Ich hoffe, dass wir weiterhin sach-' der Nuancen, weil diese dann in ihre Sprache übersetzt
lieh über dieses Problem diskutieren können. Ich verteidige würden.
hier ja nicht eine bestimmte Vorlage, wie das der Bundesrat Wir haben uns die Sache im Büro nicht leicht gemacht. Wir
tun würde und auch tun müsste, sondern ich versuche finden aber, dass neben all diesen Überlegungen (weder in
lediglich, die Gründe darzulegen, warum das erweiterte der Bundesverfassung noch in einem Gesetz ist festgehal-
Büro mehrheitlich zur Zustimmung zur Motion gekommen ten, wer sich in den Ständerat wählen lassen wolle, müsse
ist. mindestens eine zweite oder womöglich dritte Sprache
Gestatten Sie mir, dass ich vielleicht auf zwei, drei Voten beherrschen) versucht werden sollte, diese Möglichkeit
zurückkomme. Herr Cavelty hat vier Gründe angeführt und einer besseren Verständlichmachung zu schaffen.
ein Grund ist wahrscheinlich sehr einleuchtend, wenn man Unsere Vorväter haben seinerzeit wahrscheinlich ähnliche
nicht noch tiefer in die Sache eindringt. Er sagt, wir hätten Schwierigkeiten gehabt, sei es beim Übergang von der
schliesslich vier Sprachen und nicht nur zwei oder drei. Ich Feder zur Schreibmaschine oder bei der Einrichtung von
weiss auch nicht, warum man im Nationalrat hauptsächlich Lautsprecheranlagen. Damals hat man sich vielleicht
nur zwei Sprachen berücksichtigt. Vielleicht kommt es gesagt: Der Herrgott hat uns Ohren geschenkt, wozu
daher, weil nach Bundesverfassung Artikel 116 Absatz 2 braucht es da Lautsprecheranlagen? All die erwähnten
eben nur drei Amtssprachen genannt sind. Überlegungen sind zu würdigen, wenn wir Ihnen heute emp-
Mit einer Erheblicherklärung der Motion wäre auch nichts fehlen, der Motion zuzustimmen. Über die Detailfragen wird
entschieden, weil das Reglement, das noch geändert und ja später zu entscheiden sein.
angepasst werden müsste, bestimmt, welche Sprache in Ich bitte Sie im Namen der Mehrheit des erweiterten Büros,
welche andere zu übersetzen wäre. Das bleibt offen. Ich der Motion zuzustimmen.
glaube, dass es nicht eine Frage der Sprachkultur ist, wenn
wir hier im Rate alle Sprachen sprechen und auch überset- Le président: Nous allons passer au vote. Je mettrai aux
zen; die Hochhaltung der Sprachkultur ist mehr Sache der voix d'abord la première partie de la motion, puis la
betreffenden Sprachgebiete selber - selbstverständlich seconde, transformée en postulat, concernant la traduction
gerade beim Romanischen mit starker Unterstützung des dans les commissions.
Bundes, zu dieser Sprache wollen wir Sorge tragen. Hier
geht es aber um eine Frage der Verständigung, der Nutz- Erster Teil der Motion - Première partie de la motion
barmachung einer technischen Einrichtung. Es ist auch Abstimmung - Vote
erwähnt worden, man könnte von Fall zu Fall entscheiden, Für die Überweisung als Motion 18 Stimmen
ob man die Simultanübersetzung anwenden wolle oder Dagegen 18 Stimmen
nicht. Ich habe in meinem Votum bereits dargelegt, dass
das Schwierigkeiten und jeweilen lange Debatten geben Le président: II appartient au président de départager. Il
könnte. Aber lassen wir das offen. Sollten wir auch diese n'est pas embarrassé pour le faire. En vertu d'une tradition
Möglichkeit ins Auge fassen; aber - so schien es mir und qui veut qu'il suive en général la commission en l'absence
auch der Mehrheit des erweiterten Büros - es wäre besser, du Conseil fédéral, il se prononce en faveur de la motion.
wenn wir eine feste technische Einrichtung schaffen wür-
den, die wir dann von Fall zu Fall einsetzen könnten. Darum Überwiesen - Transmis
geht es ja vorläufig. Auch diese Lösung wäre nach dem
Text der Motion immer noch möglich. Zweiter Teil der Motion - Deuxième partie de la motion
Herr Generali hat den Vorwurf an das Büro gerichet, man
Le président: Je vous prie maintenant de vous prononcer
hätte im erweiterten Büro eine Sprache nicht berücksich-
au sujet de la deuxième partie de la motion convertie en
tigt. Nun wäre es falsch, diesen Vorwurf an das Büro zu
postulat. Cette proposition est-elle combattue? Je constate
richten, denn die zusätzlichen Mitglieder wurden durch die
politischen Gruppen bestimmt. Man müsste also den Vor- qu'elle ne l'est pas.
wurf zumindest an jemanden anderes richten, nicht an das Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Büro selber. Vielleicht hat man auch einfach davon Kenntnis
genommen, dass Herr Generali ein Sprachgenie ist und es
gar nicht so nötig hat, dass seine Anliegen aus dem Kanton
Tessin so stark berücksichtigt werden. Ich bedaure es im
Nachhinein selber auch, dass das unterblieben ist, aber es
ist sicher_nicht ein Fehler des Büros.
Wenn nun Schriftstücke vorgewiesen werden, die nicht aus- #ST# 82.478
führlich genug ins Italienische übersetzt worden sind, dann
ist das sehr bedauerlich, aber es kann sicher kein Grund Dringliche Interpellation Letsch
sein, hier gegen die Einführung einer technischen Möglich- Index-Automatismen
keit zu sein. Interpellation urgente Letsch
Dass nur vom Deutschen ins Französische und vom Fran-
zösischen ins Deutsche übersetzt wird und allenfalls noch Automatisme de l'indexation
die Einwegübersetzung italienisch-deutsch/italienisch-fran-
zösich gemacht wird, ist ein Schönheitsfehler, der sich
sicher vermeiden liesse, wenn der Bedarf oder der Wunsch
so stark wären, das zu berücksichtigen.
Alles was wir beschliessen, muss immer auch im Blick auf Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1982
die Verhältnismässigkeit geschehen. Man kann nicht ein- In der Junisession 1981 hatte ich ein Postulat über Indexau-
fach nur deshalb soweit gehen, damit etwas auch noch tomatismen eingereicht, das in der Herbstsession 1981 vom
berücksichtigt ist. Bundesrat entgegengenommen und vom Ständerat mit
66-S
Interpellation urgente Letsch 514 6 octobre 1982
grosser Mehrheit überwiesen worden ist. Das Postulat Aspektes, der Lockerung der starren Indexbindungen in
ersuchte den Bundesrat unter anderem, «ohne Verzug in der staatlichen Lohnpolitik beschränken.
Verbindung mit den Kantonsregierungen Möglichkeiten zur Zunächst zur Dringlichkeit im bundeseigenen Bereich. Als
Lockerung allzu starrer Automatismen zu prüfen (z. B. für eine Minderheit unseres Rates bei der letzten Neuregelung
die Anpassung von Subventionen und Löhnen)». Seither ist der Teuerungszulagen für das Bundespersonal im Jahre
ein Jahr verflossen, ohne dass Konsultationen bezüglich 1980 eine Türe offenlassen wollte, um bei besonderen Ver-
Lockerung der Lohnautomatismen im öffentlichen Bereich hältnissen vom vollen Teuerungsausgleich abweichen zu
erfolgt wären. Gleichzeitig hat sich die wirtschaftliche Land- können, also flexibel zu sein, äusserte sich unsere Kollegin,
schaft verdüstert und erweisen sich flexiblere Lösungen Frau Lieberherr, nach «Bulletin», wie folgt: «Ich bin auch
mehr und mehr als überfällig. Es scheint, dass im Bundes- immer dafür, dass man die Türe offenhält, den Weg nicht
haus parlamentarische Vorstösse weniger nach sachlicher verbaut; aber auch hier: wenn es Ihnen mit der Sozialpart-
und zeitlicher Dringlichkeit als vielmehr nach politischer nerschaft ernst ist,... dann dürfen Sie derartige Türen nur
Opportunität beurteilt bzw. behandelt werden. Ich frage zusammen mit den Sozialpartnern öffnen.» Man hätte also -
deshalb den Bundesrat an: das war der berechtigte Einwand von Frau Lieberherr -
1. Hält er es aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungs- über eine solche Neuregelung rechtzeitig reden müssen. Es
tendenzen und Zukunftsperspektiven nicht für dringend, die war gerade der Wunsch, diesem Anliegen im Hinblick auf
im Postulat aufgeworfenen Probleme nun wirklich «ohne die nächste Vorlage Rechnung zu tragen, der seinerzeit
Verzug» anzugehen, und wann gedenkt er erste Ergebnisse mein Postulat ausgelöst hatte. Wie Sie wissen, läuft die gel-
seiner Konsultationen und Abklärungen bekanntzugeben? tende Ordnung im Jahre 1984 ab. Die Botschaft über die
Neuregelung wird deshalb den eidgenössischen Räten im
2. Wäre es nicht an der Zeit, dass der Bundesrat im bun-
deseigenen Bereich ein Zeichen setzt und im Rahmen einer Jahre 1983 zugeleitet werden. Verhandlungen mit den Per-
generell flexibleren Lösung mindestens den halbjährlichen sonalverbänden und (weil sich dieselbe Problematik in den
automatischen Teuerungsausgleich überdenkt bzw. bei Kantonen stellt) koordinierende Gespräche mit den kanto-
nalen Regierungen brauchen aber erfahrungsgemäss Zeit.
Ablauf des geltenden Bundesbeschlusses eine Neurege-
lung in Aussicht nimmt? Ein weiteres Zuwarten ist nicht zu verantworten, wenn wir
uns nächstes Jahr nicht wieder sagen lassen wollen: Es ist
jetzt zu spät; führt zuerst Konsultationen. Diese Konsulta-
Texte de l'interpellation du 20 septembre 1982 tionen zu führen - eben ohne Verzug zu führen -, wäre
A la session de juin 1981, j'avais déposé un postulat relatif à natürlich schon bisher Sache des Finanzdepartementes
l'automatisme de l'indexation, postulat que, au cours de la gewesen.
session d'automne la même année, le Conseil fédéral avait Der zweite Hinweis zur Dringlichkeit betrifft die Signalwir-
accepté, et que le Conseil des Etats, à une forte majorité, kungen, die vom Verhalten der Bundesbehörden ausgehen.
avait adopté puis transmis pour étude. Cette intervention Die Haltung des Bundes in Lohnfragen hat solche Signalwir-
invitait notamment le gouvernement fédéral à «examiner kungen nicht nur für die Kantone, sondern auch für die Pri-
sans tarder, avec les gouvernements cantonaux, la possibi- vatwirtschaft. Verhandlungen über kantonale Regelungen,
lité d'assouplir les automatismes trop rigides (par exemple über Gesamtarbeitsverträge oder über einzelbetriebliche
lorsqu'il s'agit d'adapter des subventions ou des salaires à Lohnanpassungen, finden indessen nicht nur im Zeitpunkt
l'évolution de l'indice du coût de la vie)»; une année s'est statt, da der Bund für sein Personal legiferieren muss, son-
écoulée depuis lors, sans qu'aient eu lieu des consultations dern jedes Jahr, einmal hier, einmal dort. Auch in den näch-
relatives à la possibilité d'assouplir ces automatismes en sten Wochen und Monaten stellt sich mancherorts diese
matière de salaire dans le secteur public. Simultanément, la Frage. Solange der Bund kein Zeichen setzt - und sei es
situation économique s'est dégradée; il s'avère donc haute- auch bloss in Form einer Absichtserklärung des Bundesra-
ment nécessaire de trouver des solutions moins schémati- tes -, wird in manchen Verhandlungen die heute geltende
ques. Il semble qu'au Palais fédéral, les interventions parle- Bundesregelung als Massstab, als angebliches Vorbild, die-
mentaires soient considérées davantage en fonction de leur nen. Wer denselben starren Index-Automatismus kennt wie
opportunité politique que compte tenu de leur urgence ou der Bund, der wird diesen zu erhalten suchen. Wer umge-
du caractère d'actualité du sujet traité. C'est pourquoi je kehrt heute keinen Rechtsanspruch auf vollen halbjährli-
demande au Conseil fédéral de répondre aux questions sui- chen Ausgleich hat - und das ist das Gros der Arbeitneh-
vantes: mer in der Privatwirtschaft -, wird dem Schrittmacher Bund
nacheifern und unter Berufung darauf entsprechende For-
1. N'estime-t-il pas, en se fondant sur les tendances de
révolution économique et sur les perspectives d'avenir, derungen stellen. Je früher also der Bundesrat zu erkennen
gibt, dass es auch ihm mit flexibleren Lösungen ernst ist,
qu'il est urgent de s'attaquer résolument désormais aux
problèmes évoqués dans mon postulat? Quand compte-t-il desto grosser wird die Chance, dass gesamtwirtschaftlich
positive Signalwirkungen ausgelöst werden, und solche
faire connaître les premiers résultats de ses recherches et
consultations?' sind heute dringender denn je.
Damit komme ich zum dritten, einem grundsätzlichen Hin-
2. Ne serait-il pas temps que le gouvernement donne le weis. Weder das seinerzeitige Postulat noch die heutige
signal, dans le secteur qui dépend de la Confédération, et Interpellation stehen in einem direkten Zusammenhang mit
qu'il réétudie pour le moins, dans le cadre d'une solution den inzwischen aktuell gewordenen Indexverzerrungen. Ich
d'ensemble plus souple, le problème de la compensation äussere mich zu diesem Problem nicht. Die Frage vollauto-
semestrielle automatique du renchérissement, ou qu'il envi- matischer oder flexibler Anpassungen hat sich schon vor-
sage, en tout cas, de revoir l'arrêté fédéral en vigueur, lors- her gestellt und wird sich nach der neuen Berechnungsme-
que cet acte législatif arrivera à son terme? thode in Zukunft genau gleich wieder stellen. Für mich ist
der Streit um die Berechnungsmethode nicht unbedeutend,
Letsch: Morgen ist es genau ein Jahr her, seit der Stände- aber eher ein Nebenkriegsschauplatz. Immerhin dürfte er
rat nach einlässlicher Diskussion mit 30 zu 10 Stimmen bewirken - und das wäre schon viel -, dass dem Index
mein Postulat vom 9. Juni 1981 überwiesen hat. Dieses lud etwas von seiner «magischen Kraft» genommen wird. Mein
den Bundesrat ein, ohne Verzug - ausdrücklich: ohne Ver- entscheidendes Anliegen aber geht dahin, dass der Staat
zug - verschiedene Fragen im Zusammenhang mit den und einzelne vermeintlich fortschrittliche Branchen der Pri-
zahlreichen Index-Automatismen zu prüfen. Nachdem seit- vatwirtschaft den durch die zahlreichen starren Index-Auto-
her - trotz Rückfragen - nichts geschehen ist, möchte ich matismen gepflasterten Weg in die wirtschafts- und sozial-
mit der heutigen Interpellation zwar nicht die ganze Index- politische Sackgasse rechtzeitig verlassen. Sie sollten auf
problematik erneut aufrollen - das geschah ja vor einem den Weg einschwenken, den beispielsweise das Friedens-
Jahr, und das Postulat bleibt pendent - aber mich auf drei abkommen in der schweizerischen Maschinenindustrie vor-
Hinweise zur Dringlichkeit, und zwar zur Dringlichkeit eines zeichnet, und dieser Weg heisst ganz klar: Teuerungsaus-
6. Oktober 1982 515 Kartellgesetz. Revision
gleich ja, aber unter Berücksichtigung der volkswirtschaftli- bänden führen und noch vor Ende 1983 den eidgenössi-
chen und betrieblichen Möglichkeiten und Grenzen sowie schen Räten eine Vorlage über die Neuregelung des Teue-
der sozialen Notwendigkeit. Es ist glatte Demagogie, wenn rungsausgleichs ab 1985 unterbreiten.
man den Verfechtern flexibler Lösungen vorwirft, sie wollten
den Teuerungsausgleich schlechthin abschaffen. Vizepräsident Weber: Ich frage den Interpellanten an, ob er
Wir haben in den letzten Jahren erlebt, dass Flexibilität dort, sich von der erhaltenen Antwort befriedigt erklären kann.
wo wir darüber verfügen, von den Sozialpartnern verstan-
den und verantwortungsbewusst gehandhabt wird, dass sie Letsch: Ich danke Herrn Bundespräsident Honegger. Ich
keine soziale Demontage bewirkt. Vielmehr hat sie vielen bin teilweise befriedigt, verzichte aber darauf, Diskussion zu
Betrieben das Durchhal'ten erleichtert. Demgegenüber wis- beantragen.
sen wir, dass allzu starre Indexbindungen die wirtschaftli-
chen Schwierigkeiten verstärken. Je umfassender sie gel-
ten, um so verheerender sind die gesamtwirtschaftlichen
Auswirkungen.
Diese Erfahrung hat beispielsweise die EG-Kommission
schon im Frühjahr 1981 bewegen, ihren Mitgliedstaaten #ST# 81.031
flexiblere Lösungen zu empfehlen. Inzwischen versuchen
Länder wie Holland, Italien, Dänemark und sogar Frank- Kartellgesetz. Revision
reich, Indexklauseln aus Tarifverträgen zu eliminieren, und Loi sur les cartels. Révision
zwar ausdrücklich als Mittel einer wirkungsvollen Stabilisie-
rungspolitik. Es darf in diesem Zusammenhang auch an die Botschaft und Gesetzentwurf vom 13. Mai 1981 (BBI II, 1293)
wiederholten Appelle des Präsidenten unserer Notenbank, Message et projet de loi du 13 mai 1981 (FF II, 1244)
Herrn Dr. Leutwiler, erinnert werden.
Zusammenfassend hoffe ich, dass der Bundesrat aus sei-
nem diesbezüglichen «Schlaf des Gerechten» erwacht und
durch klare Beantwortung meiner Fragen das notwendige
Signal setzt. Antrag der Kommission
Eintreten
Bundespräsident Honegger: Herr Ständerat Letsch bezieht
sich in seiner Interpellation auf sein in der Herbstsession Proposition de la commission
1981 vom Ständerat überwiesenes Postulat. Er erkundigt Entrer en matière
sich einerseits nach dem Stand der darin geforderten Kon-
sultationen und Abklärungen. Andererseits wirft er die Muheim, Berichterstatter: Im Namen der Kommission bean-
Frage auf, ob es nicht an der Zeit wäre, im bundeseigenen trage ich Ihnen Eintreten auf die Vorlage. Ich versuche in
Bereich ein Zeichen zu setzen und im Rahmen einer gene- meinem Eintretensvotum, Ihnen das recht schwierige Pro-
rell flexibleren Lösung mindestens den halbjährlichen auto- blem etwas näherzubringen, um damit die Möglichkeit zu
matischen Teuerungsausgleich zu überdenken. geben und die Voraussetzung zu schaffen, eine politische
Der Bundesrat ist sich der Problematik und Gefahren des Würdigung der Anträge der Kommission und generell der
Index-Automatismus bei Subventionen und Löhnen, insbe- Anträge des Bundesrates vorzunehmen.
sondere seiner inflationsfördernden Wirkung, bewusst. Er Die Eintretensdebatte besteht selbstverständlich nicht nur
ist schon seit einiger Zeit bemüht, starre Indexbindungen aus meinem Votum, sondern wird zweifelsohne durch Aus-
zu lockern oder nach Möglichkeit auszuschalten. Dadurch führungen verschiedener Kollegen und Kolleginnen ergänzt.
sollen die erwünschte finanzpolitische Flexibilität zurückge- Es ist auszugehen von der Tatsache, dass die Kartellge-
wonnen und die negativen wirtschaftlichen Einflüsse allzu setzvorlage von der Sache her recht schwierig zu verstehen
schematischer Lohn- und Subventionsanpassungen besei- ist. Auch für den Juristen ist das Kartellrecht keine einfache
tigt werden. Teilerfolge dieser Bemühungen liegen vor. So Aufgabe. Es ist nicht unser «tägliches Brot». Es kommt
wurde dem Parlament nach Konsultation und im Einverneh- dazu, dass im politischen Vorfeld der Verhandlungen eine
men mit den Kantonsregierungen im Rahmen der ersten Reihe von Kritiken, vor allem an der Arbeit unserer Kommis-
Massnahmen zur Neuverteilung der Aufgaben zwischen sion und an unseren Anträgen, vorgetragen wurden. Wir
Bund und Kantonen eine Reihe von Vorschlägen unterbrei- wollen sie heute in aller Sachlichkeit würdigen und sie direkt
tet, die zum Abbau von Automatismen, im Bereich der und indirekt irgendwie zu beantworten versuchen.
Transferausgaben führen werden. Es sei in diesem Zusam- Es sind - auch aus Fachkreisen - wertvolle Verlautbarun-
menhang etwa auf den vorgesehenen Verzicht auf die teue- gen erfolgt und Monographien erschienen, die, wenn auch
rungsindexierten Betriebs- und Ausbildungsbeiträge im nicht direkt im Zusammenhang mit dieser Gesetzesvorlage,
Straf- und Massnahmenvollzug, bei Turnen und Sport sowie sondern ganz allgemein über das Kartellrecht und über die
im Gesundheitswesen hingewiesen. Zum Teil in die gleiche Bedeutung des Wettbewerbes, uns sehr interessierten.
Richtung dürften die gegenwärtig in Bearbeitung stehenden Dies alles zeigt, dass wir eine Materie behandeln, die kei-
weiteren Massnahmen zur Aufgabenneuverteilung sowie neswegs zweitrangig ist.
die sich in Prüfung befindenden Vorschläge für ein Die Aufgabe Ihres Kommissionspräsidenten besteht nicht
Anschlussprogramm zur Ablösung der linearen Beitrags- darin, Ihnen die zum Teil hochwissenschaftlichen Darlegun-
kürzung zielen. Gespräche im Rahmen der Volkswirt- gen in der Botschaft zu wiederholen. Ich mache es dagegen
schafts- und Finanzdirektorenkonferenzen haben gezeigt, zu meiner Aufgabe, dieses Sachgeschäft so zu präsentie-
dass auch die Kantonsregierungen mit der Problematik der ren, dass wir alle es in unserer Sprache zu verstehen ver-
Index-Automatismen konfrontiert und gewillt sind, nach ver- mögen. Ich tue dies in zwei Hauptabschnitten:
tretbaren Lösungen zu deren Lockerung zu suchen.
1. nehme ich Stellung zur Frage: Totalrevision des Kartell-
Auf Bundesebene muss bei der Suche nach Lösungen -
gesetzes oder Teilrevision?
wie das der Interpellant meines Erachtens zu Recht aus-
führt - vorab beim Teuerungsausgleich für das Bundesper- 2. nehme ich Stellung zu einer Reihe grundsätzlicher Fra-
sonal begonnen werden. So wird gegenwärtig erwogen, gen mit politischer Dimension. In der Detailberatung werden
diesen jährlich nur noch einmal - statt wie heute zweimal - wir eine Reihe dieser Problembereiche wiedererkennen.
zu gewähren. Der Bundesrat wird sich im Rahmen des Nun zum ersten Kapitel: Total- oder Partialrevision? Sie wis-
bevorstehenden Finanzplanberichtes für die Jahre 1984 bis sen, der Bundesrat legt ein neu überarbeitetes Gesetz vor.
1986 und des dort darzulegenden Sanierungskonzeptes Ihre Kommission war darüber keineswegs glücklich; denn
noch näher dazu äussern. Er wird im Laufe des nächsten ein neues Gesetz, dem - von aussen gesehen - zunächst
Jahres die notwendigen Gespräche mit den Personalver- einmal doppelt so viele Artikel eingegliedert werden, zeugt
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Dringliche Interpellation Letsch Index-Automatismen
Interpellation urgente Letsch Automatisme de l'indexation
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1982
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 10
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 82.478
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 06.10.1982 - 08:00
Date
Data
Seite 513-515
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