Parliamentary Procedure: Direct Consideration vs. Committee Referral and Timeline Control
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court considered a motion to allow parliamentary bodies to directly consider legislative matters without mandatory referral to a committee and to give them more control over committee timelines. The court reasoned that while committees are essential for parliamentary work, the current rigid rules force all matters, even those with pre-determined outcomes, through committees, causing delays and increasing costs. However, the court also acknowledged that some matters, like foreign policy and controversial projects, require thorough committee preparation. Ultimately, the court rejected the part of the motion allowing direct consideration of all matters but agreed to transform the part concerning greater control over committee timelines into a postulate for further consideration.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 18 Absatz, Art. 26 GRN; Parliamentary Procedure: Direct Consideration vs. Committee Referral and Timeline Control: The court reasoned that while committees are essential for parliamentary work, the current rigid rules force all matters, even those with pre-determined outcomes, through committees, causing delays and increasing costs. However, the court also acknowledged that some matters, like foreign policy and controversial projects, require thorough committee preparation. Ultimately, the court rejected the part of the motion allowing direct consideration of all matters but agreed to transform the part concerning greater control over committee timelines into a postulate for further consideration.
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the context of the inability to handle council matters without committee referral, which the motion sought to change.
Volltext
20. März 1984 N 279 Motion Müller-Aargau
auch die Delegation beim Europarat durch das Büro permettrait au conseil de traiter une affaire sans être tenu de
bestimmt werden solle, wie Herr Müller gesagt hat, in einem la transmettre à une commission.
an sich öffentlichen Verfahren. En outre, les conseils doivent avoir la compétence de retirer
Es gibt auch ein verfassungsrechtliches Argument, das nicht un mandat à une commission, ainsi que de fixer un délai
leicht zu gewichten ist, nämlich den Artikel 85 Ziffer 4 der pour l'examen préalable.
Bundesverfassung, der regelt, was die Vereinigte Bundes-
versammlung an Wahlen zu treffen hat. Dort steht, dass Schriftliche Begründung - Développement par écrit
richterliche Personen und hohe Verwaltungspersonen von Es steht uns fern, den Wert der Kommissionsvorberatung
der Vereinigten Bundesversammlung zu wählen seien. gering zu achten oder ihr gar den Sinn abzusprechen. Die
Damit hat es sich. Alle anderen Kommissionen - auch Auf- Entlastung der parlamentarischen Debatte, die Vertiefung
sichtskommissionen, parlamentarische Kommissionen - der Einsichten und die Erweiterung des Sachverstandes
werden von den beiden Räten separat ernannt. Gegen die- sind unabdingbare Voraussetzungen für eine effektive und
ses Prinzip würde nun der Vorstoss von Herrn Müller ver- seriöse Ratsarbeit.
stossen, weil nämlich der Ständerat in der Vereinigten Bun- Andererseits zwingt die starre Regelung, wie sie in Artikel 26
desversammlung rein zahlenmässig untervertreten ist. des Geschäftsreglementes des Nationalrates festgelegt ist,
Zudem würde der Vorschlag auch dem Prinzip der geson- auch jene Geschäfte an Kommissionen zu delegieren, von
derten Beratung widersprechen. Das ist der Hauptgrund, denen jedermann weiss, dass die Meinungen gemacht sind
warum das Büro der Meinung war, es sei dem Postulat keine und im Plenum trotz Kommissionsarbeit wohl kein einziges
Folge zu leisten. Votum weniger abgegeben wird.
Herrn Müller geht es um die Hebung des Ansehens der Wir müssen einmal festhalten, dass beim heutigen System
Delegation des Europarates oder ganz allgemein des Euro- die Kommissionen sofort nach Konstitution eine Eigen-
parates in unserer schweizerischen Bevölkerung. Das ist dynamik entwickeln, die sich der Kontrolle des Rates fast
zweifellos richtig. Ich glaube, wir müssen alle Versuche vollständig entzieht. Eine Kommission bringt es fertig,
unternehmen, dieses Ansehen zu heben. Das könnte aber Behandlungstermine zu beeinflussen, vor allem aber die
auf verschiedene andere Arten geschehen, insbesondere Behandlung eines Geschäftes derart zu verzögern, dass die
auch durch die Medien. Wir haben nämlich festgestellt, dass Politik auf gewissen Gebieten total blockiert werden kann
das Interesse der Medien an den Wahlen, die die beiden und zum Teil ungeheure Folgekosten entstehen.
Räte separat vornehmen, nicht sonderlich gross ist. Man Der Rat ist weitgehend machtlos, wenn einmal ein Geschäft
müsste einen besonderen Vorstoss unternehmen, um diese an eine Kommission delegiert ist.
Zusammenhänge, wie sie Herr Müller richtig geschildert hat Ein grosser Teil des Schweizervolkes sieht mit Erbitterung,
- die Sozialcharta zum Beispiel oder die Menschenrechts- dass der Entscheid der eidgenössischen Räte über Kaiser-
konvention, wo wir Schweizer ja teilhaben und nicht nur augst, worüber nun wirklich zur Genüge von beiden Seiten
Zuschauer sind -, unserer Bevölkerung näherzubringen. in aller Öffentlichkeit informiert und diskutiert worden ist,
Zusammengefasst: das Büro ist der Meinung, dass sich eine sich derart in die Länge zieht und dabei die Kosten, die in
Änderung des Wahlverfahrens dieser Delegation nicht auf- jedem Falle durch uns alle bezahlt werden müssen, ins
drängt. Uferlose anschwellen. Es ist auch hier die Kommission, die
Ich beantrage Ihnen im Namen des Büros, das Postulat alles in Händen hält. Nicht der Bundesrat ist entscheidungs-
abzulehnen. lahm, sondern das Parlament durch seine Réglemente.
Die Kommissionsarbeit über den UNO-Beitritt bringt wenig
Le président: M. Müller maintient son postulat tandis que le oder nichts. Jedermann weiss, dass die Riesendebatte total
Bureau vous engage à le rejeter. im Plenum ausgetragen wird. Die Kommission, die offenbar
Abstimmung - Vote die Behandlung dieses Geschäftes auf die Zeit nach den
Wahlen verschieben will, zieht die Beratung einfach so in die
Für Überweisung des Postulates 28 Stimmen
Länge, dass in aller Stille durch Kommissionsmitglieder nur
Dagegen 63 Stimmen
gewissen Parteistrategen in die Hände gearbeitet wird.
Im Rat kann dagegen nichts unternommen werden. Selbst
dem einzelnen sind die Hände gebunden; er findet keinen
Adressaten für sein Anliegen, solange das Geschäft in Kom-
missionsberatung steht.
Gewiss: Konzertierte Aktionen der Parteien über ihre Kom-
#ST# 82.448 missionsmitglieder wären möglich; ein Ordnungsantrag, der
Motion Müller-Aargau in der Kommission eine Mehrheit findet, könnte einiges
ausrichten. Solange aber viele Parlamentarier froh darüber
Vorberatung durch Kommissionen. sind, ihre Entscheidungsträgheit hinter dem Geschäftsregle-
Einschränkung ment zu verbergen, warten wir vergeblich auf ein entspre-
Müller-Argovie chendes Vorgehen.
In der letzten Zeit konnte nur einmal das selbstherrliche
Objets traités directement par le plénum Agieren einer Kommission gebremst werden. Als die Kom-
mission des Ständerates für die Schwerverkehrsabgabe
Aussetzen der Behandlung beschlossen hatte und damit für
beide Räte das Geschäft blockieren wollte, hat die Frak-
tionspräsidentenkonferenz unter Bitten und Flehen die
Wortlaut der Motion vom 23. Juni 1982 Kommission erweichen können, auf ihren Beschluss zu-
Es wird beantragt, den eidgenössischen Räten eine Ände- rückzukommen.
rung der Geschäftsreglemente in dem Sinne vorzuschlagen, Dieses Verfahren ist eines Parlamentes unwürdig. Eine klare
dass Ratsgeschäfte durch Beschluss des Rates auch ohne Regelung dürfte der parlamentarischen Arbeit nur förderlich
Überweisung an eine Kommission behandelt werden sein.
können.
Zudem muss den Räten sowohl der Entzug des Auftrages an Schriftliche Stellungnahme des Büros
eine Kommission als auch die Terminierung der Vorbera-
tung zustehen. Rapport écrit du Bureau
1. Der Motionär verfolgt mit seinem Vorstoss zwei Ziele;
Texte de la motion du 23 juin 1982 erstens eine Rationalisierung der Parlamentsarbeit, indem
Les soussignés proposent que soit soumise aux Chambres verhindert werden soll, dass sich im Ratsplenum die Kom-
fédérales une modification des règlements des conseils, qui missionsverhandlungen wiederholen (vgl. unten 2), und
Motion Müller-Argovie 280 20 mars 1984
zweitens eine stärkere Kontrolle der Kommissionen in bezug Müller-Aargau: Ein weiterer Vorstoss betrifft ebenfalls die
auf die Erledigung ihrer Arbeit (vgl. unten 3). Qualität der Arbeit des Parlamentes, vor allem aber die
2. Das parlamentarische Verfahren in fast allen demokrati- Beziehung Parlament-Öffentlichkeit.
schen Staaten sieht vor, daiss aus Praktikabilitätsgründen Ich beantrage, das Geschäftsreglement in dem Sinne zu
ein grosser Teil der Arbeit vcn den Kommissionen geleistet ändern, dass Ratsgeschäfte durch Beschluss des Rates
wird. Nach Artikel 11 bis des Geschäftsverkehrsgesetzes vom auch ohne Überweisung an eine Kommission behandelt
23. März 1962 obliegt die Vorberatung der (aller) Ratsge- werden können. Das ist heute durch Artikel 26 des
schäfte den ständigen und nichtständigen Kommissionen Geschäftsreglementes nicht gestattet. Zudem beantrage ich,
(und Fraktionen). An dieserr Grundsatz wird auch bei der dass man einen Auftrag, der an die Kommission ergangen
geplanten Revision des GVGi nichts geändert (vgl. Bericht ist, wieder in den Rat zurückholen kann, da ich der Meinung
der Kommission Parlamentsreform, BB11982 l, S. 1143). Die bin, dass eine Kommission in ihrer Arbeit unter Umständen
Aufgaben der Kommissionen sind im GVG (z. B. in Art. 11ter) eine gefährliche Eigengesetzlichkeit entwickeln kann oder
und im Geschäftsreglement des Nationalrates vom 4. Okto- könnte.
ber 1974 (Art. 18 ff.) geregelt. Im Gegensatz zum Beispiel Das Büro hat den Vorstoss behandelt und ihn zweigeteilt:
zum englischen Unterhaus, wo das Plenum für gewisse den zweiten Teil des Vorstosses möchte das Büro als Postu-
Geschäfte eine Kommission bilden kann, sehen die gesetzli- lat übernehmen, den ersten Teil nicht. Ich wäre einverstan-
chen Grundlagen keine direkte Erledigung von Geschäften den mit der Umwandlung in ein Postulat, aber ich glaube,
durch das Ratsplenum vor. Bei Änderung dieser Praxis dass dieser Vorstoss unteilbar ist, weil die Arbeit der Kom-
müssten also auch das GVG und das GRN angepasst mission und die Eigengesetzlichkeit, von der ich sprach,
werden. derart ineinander übergehen.
Die Studienkommission Zuki nft des Parlamentes hat sich in Die Kommissionsarbeit ist ja geheim, und es gibt sicher
ihrem Schlussbericht vom 28. Juni 1978 (S. 39 ff.) mit der genügend Gründe-vor allem arbeitstechnische-, um diese
Frage der rationellen Erledigung von Geschäften befasst. Geheimhaltung zu erhalten. Es gibt aber doch Fragen, die
Sie kommt jedoch im Gegensatz zum Motionär zum durchaus nicht automatisch an Kommissionen delegiert
Schluss, dass eher das Plenum als die Kommissionen zu werden müssen, weil sie im Grunde genommen von Anfang
entlasten sei. Eine Rationalisierung der Kommissionsarbeit an in der Öffentlichkeit diskutiert werden und diskutiert
sieht sie vor allem in der besseren Organisation (z. B. Erledi- werden sollten. Solche Fragen müsste man gar nicht in
gung unbestrittener Geschäfte im Zirkulationsverfahren, vgl. einer langwierigen Prozedur einer Kommission übertragen,
Schlussbericht S. 116) und der zeitlichen Straffung der sondern könnte sie direkt im Rat behandeln.
Kommissionsarbeit (z. B. Kommissionssessionen, vgl. Nun sagt das Büro, das bringe nichts, weil es nur überlegt,
Schlussberichts. 114 ff.). was es in bezug auf Rationalisierung des Ratsbetriebes
Das Büro teilt diese Ansicht und lehnt diesen Teil des bringt. Aber mir geht es ja nicht um Rationalisierung des
Vorstosses ab. Bei der heutigen Überbelastung des Ratsple- Ratsbetriebes, sondern um eine qualitative Verbesserung
nums ist eine Behandlung von Vorlagen ohne jegliche Vor- unserer Arbeit. Und es geht mir darum, dass gewisse Fragen
bereitung nicht möglich. Zudem ist es in vielen Fällen äus- nicht der Eigengesetzlichkeit einer Kommission unterwor-
serst schwierig, schon bei der Anmeldung von Vorlagen fen werden. Ich nehme ein Beispiel, das nächste: Der UNO-
durch den Bundesrat und von weiteren Ratsgeschäften fest- Beitritt ist eine Frage, die von mir aus gesehen gar nicht in
zustellen, ob es sich um ein unbestrittenes Geschäft handelt eine Kommission gehört hätte. Man hätte die Vorarbeit
oder nicht (vgl. z. B. die Futtsrmittelinitiative). durchaus in aller Öffentlichkeit machen können. Man hätte
diese Information, man hätte Hearings in der Öffentlichkeit
3. Die Studienkommission Zukunft des Parlamentes äussert durchführen können. Die ganze Bevölkerung wäre immer
sich in ihrem Schlussbericht nicht zu der vom Motionär direkt informiert worden. Man hätte dann die Behandlung
angestrebten Kontrolle über die Kommissionsarbeit. Auch hier durchführen können, und es wäre wahrscheinlich nicht
das Geschäftsreglement gibt keine genauen Anweisungen. ein Votum mehr gehalten worden, als jetzt gehalten worden
In Artikel 18 Absatz 3 (Art. ' 8 Abs. 1 GRS) wird lediglich sind. Nur wäre die Debatte vielleicht noch etwas lebendiger
darauf hingewiesen, dass die Kommissionen auf eine beför- geworden, und die Reihen wären noch etwas gefüllter gewe-
derliche Erledigung ihrer Arbeit zu achten haben. Eine Frist sen, weil man von spontanen Voten eben doch etwas mehr
ist jedoch nicht vorgesehen. Auch im Bericht der Kommis- angezogen worden wäre.
sion für die Parlamentsreforrti wird lediglich vorgeschlagen, Weil ich ganz spät in diese Kommission gekommen bin,
die vom Motionär angesprochene Terminierung der Kom- habe ich alle Protokolle nachgelesen. Ich habe nachge-
missionsarbeit für die Vorbe-atung von parlamentarischen schaut, wie weit bei der Debatte von Kommissionsmitglie-
Initiativen vorzusehen (Bericht, BBI l, 1982, S. 1138). Ob aber dern qualitativ bessere Voten vorgebracht worden sind oder
eine solche auch generell für die Vorberatung von Ratsge- eben nicht. Gut, das ist eine persönliche Beurteilung, und
schäften praktikabel ist, scheint bei der Verschiedenartigkeit ich werde sie auch nachträglich noch anhand des «Bulle-
dieser Geschäfte fraglich zu sein. tins» überprüfen, aber ich glaube, dass eine solche Frage
Das Büro stellt sich auch di« Frage, ob eine Kontrolle der nicht unbedingt an eine Kommission gestellt werden sollte.
Kommissionsarbeit vom Rat eiusgeführt werden soll. Für die Denn - und jetzt käme ich zum zweiten - in der Kommission
Bestellung von Kommissionen und die Zuweisung von hat sich eine Eigengesetzlichkeit entwickelt (das ist mir so
Geschäften an Kommissionen sowie für ratseigene Angele- berichtet worden).
genheiten ist das Büro zuständig. Das vom Motionär ange- Zuerst haben Umfragen ergeben, dass über 50 Prozent
strebte Ziel könnte durch ei'ne strikte Handhabung von Arti- einem Beitritt zustimmen würden. Also waren in der Kom-
kel 18 Absatz 3 des Réglementes (ggf. mittels Aufstellung mission diejenigen, die für einen UNO-Beitritt waren, für ein
von Grundsätzen) oder eventuell durch eine Präzisierung im rasches Behandeln, und die anderen machten in Verzöge-
Ratsreglement erreicht werden. Das Büro begrüsst eine rung. Als dann etwas später eine zweite Umfrage ergab,
Prüfung dieses zweiten VorsDhlages. dass nicht mehr 50 Prozent einem UNO-Beitritt beipflichten,
kehrten sich augenblicklich die Fronten um und man be-
Schriftlicher Antrag des Büros gann auf der anderen Seite die Arbeiten zu verzögern; damit
Proposition écrite du Bureau hat es die Kommission fertigbringen können, einen
Entscheid noch lange hinauszuschieben.
Das Büro beantragt dem Rat: Das gleiche gilt für Kaiseraugst, das 'gleiche gilt auch für
1. Ablehnung des 1. Absatzes der Motion (Behandlung von andere Fragen, die man in aller Öffentlichkeit diskutieren
Ratsgeschäften ohne Kommissionsberatung); könnte, weil es einfach keine Geheimnisse gibt, und weil
2. Umwandlung des 2. Absatzes der Motion (Terminierung man sie auch direkt im Rat behandeln könnte. Es gibt
der Kommissionsarbeit und Entzug des Auftrages) in ein kantonale Parlamente, wo man das kann; beispielsweise in
Postulat. Zürich können Geschäfte direkt in den Rat hineingebracht
20. März 1984 N 281 Wissenschaftliche Forschung. Beiträge 1984 bis 1987
werden, ohne dass sie von einer Kommission behandelt Ziffer 1 - Chiffre 1
worden sind. Ich bin einverstanden mit der Form des Postu- Abstimmung - Vote
lates, weil nämlich der Ständerat in seinem Reglement die- Für Überweisung als Postulat Minderheit
sen Zwang zur Kommission nicht kennt. Der Ständerat Dagegen offensichtliche Mehrheit
pflegt nur die gleiche Praxis wie die grosse Kammer. Wenn
wir eine andere Praxis anwenden, würde er vielleicht auch Ziffer 2 - Chiffre 2
eine andere Praxis anwenden. Es ist also nicht unbedingt
nötig, dass mein Anliegen in Motionsform überwiesen wird. Le président: Le deuxième point de la motion est accepté
Ich möchte Sie doch bitten, auch da zu zeigen, dass wir ein par le Bureau comme postulat. M. Müller consent à le trans-
klein wenig an unserer Form gestalten und nicht nur Ratio- former en postulat. Ce postulat est-il combattu au sein du
nalisierungsmassnahmen treffen können. Der Rat dürfte Conseil?
doch auch für sich selber noch ein wenig innovativ sein und Je constate qu'il n'est pas combattu.
nicht nur über die Beschleunigung der Maschinerie oder Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
etwa noch über das Taggeld reden.
Rüttimann, Berichterstatter: Das Büro beantragt Ihnen, den
ersten Teil der Motion Müller abzulehnen und den zweiten
Teil in ein Postulat umzuwandeln.
Einige Worte zur Begründung: Zum ersten Teil, Behandlung #ST# 83.010
ohne Kommissionsberatung, hat Herr Müller ein Beispiel Wissenschaftliche Forschung.
aus der neuesten Zeit angeführt, nämlich die Beratung des Beiträge 1984 bis 1987
UNO-Beitrittes. Er glaubt, dass die Meinungen bereits
gemacht waren und dass die Kommission eigentlich unnötig Recherche scientifique.
war; darauf kommt es heraus. Man hätte diese Vorlage also Contributions 1984 à 1987
direkt ins Plenum tragen sollen.
Ich möchte nun vor allem den Damen und Herren der UNO- Siehe Seite 150 hiervor - Voir page 150 ci-devant
Kommission die Frage stellen, wie sie diese Auffassung Beschluss des Ständerates vom 15. März 1984
beurteilen. Meines Wissens verliefen die Verhandlungen in Décision du Conseil des Etats du 15 mars 1984
der Kommission ziemlich turbulent, es ging hin und her, hin
und zurück; zuerst wurden Hearings durchgeführt, in einer
späteren Phase schickte man noch Herrn Staatssekretär
Probst nach New York, um vor allem den Neutralitätsvorbe-
halt mit den UNO-Spitzen zu besprechen, dann wurde in der Differenzen - Divergences
Kommission wieder weiterdebattiert usw.
Ein anderes Beispiel ist Kaiseraugst: Man kann sagen, die Art. 1 bis 3
Meinungen seien gemacht; das wird der Fall sein. Vielleicht Antrag der Kommission
sind sie sogar zu steif gemacht, indem man sich gegenseitig
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
gar nicht anhören will. Aber auch Kaiseraugst ist ein solches
Politikum, das wir nicht einfach ohne Vorberatung in einer
Kommission direkt in den Rat bringen könnten. Stellen Sie Art. 1 à 3
sich die Behandlung hier im Rat vor! Ich glaube doch sagen Proposition de la commission
zu dürfen, dass diese ohne Vorberatung um einiges kompli- Adhérer à la décision du Conseil des Etats
zierter würde! Herr Müller hat in seiner Begründung noch
die Schwerverkehrsabgabe angeführt, die der Ständerat sei- M. Couchepin, rapporteur: Le Conseil des Etats a pris la
nerzeit blockiert habe. Das sind die Beispiele. semaine passée deux décisions à propos de cet objet. Tout
Wir glauben, dass nach wie vor Kommissionen bestellt wer- d'abord, il a maintenu la divergence qui oppose les deux
den sollten, um unseren Ratsbetrieb zu straffen. Es geht conseils à propos du crédit-cadre pour la recherche scienti-
nämlich vor allem um die Rationalisierung des Ratsbetrie- fique 1984 à 1987. En outre, il a décidé de déclarer sa
bes. Die Kommissionen - darauf komme ich noch zu spre- décision définitive. Nous nous trouvons dès lors placés
chen - haben es eher in den Händen, etwas in dieser devant l'alternative suivante: ou bien nous nous rallions à la
Richtung beizutragen. Wollten wir ohne vorgängige Kom- décision du Conseil des Etats ou bien nous maintenons la
missionsberatung Geschäfte - seien es scheinbar wichtige divergence.
oder unwichtige - vornehmen, würden wir wahrscheinlich La conséquence du choix du premier terme de l'alternative
unsere Wunder erleben! Wir glauben also, dass an diesem est simple: le crédit destiné à la recherche scientifique pour
Kommissionssystem festgehalten werden soll. la période 1984 à 1987 serait fixé au montant proposé par le
2. Teil: Wir sind mit Herrn Müller einverstanden, dass der Conseil fédéral. Beaucoup plus graves seraient les consé-
«Eigengesetzlichkeit», die gewisse Kommissionen entwik- quences si nous choisissions le second terme de l'alterna-
keln, mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Das tive. Le maintien de la divergence aboutirait à la réunion
Büro hat sich mit den Fraktionen zusammen zu überlegen, d'une conférence de conciliation et, en cas d'échec de la
wie man das besser in den Griff bekommen könnte: Die conciliation, au rejet de l'ensemble du projet, ce qui n'est
Fraktionsvertreter in den Kommissionen sollten gewisse évidemment pas notre intention. Dès lors, votre commission
Vorstösse unternehmen können, damit ein Geschäft zügig vous propose à l'unanimité de vous rallier à la décision du
behandelt beziehungsweise zurückgestellt wird und vorläu- Conseil des Etats.
fig keine Sitzungen mehr abgehalten werden. Es sind ver- C'est par souci d'efficacité parlementaire que la majorité de
schiedene Varianten möglich. la commission s'est ralliée à la solution préconisée par le
Das Büro ist also bereit, diesen Teil der Kommissionsarbeit Conseil des Etats. Plus que jamais, nous sommes convain-
im Sinne einer strafferen Führung besser zu überwachen. Es cus qu'un effort supplémentaire et prioritaire dans le
bleibt dem Büro überlassen, wie es das bewerkstelligen will, domaine de la recherche scientifique est, a été et reste
ob es einen Antrag auf Änderung des Réglementes vorberei- nécessaire.
ten und vorschlagen will. Trois événements récents nous confirment dans ce senti-
Ich beantrage Ihnen also zusammenfassend Ablehnung des ment. Je les évoque parce que je crois qu'ils doivent être
ersten Teiles der Motion und Umwandlung des zweiten rappelés à l'opinion publique. Il y a tout d'abord, sur le plan
Teiles in ein Postulat, Herr Müller ist im Gegensatz dazu européen, une décision de la CEE, qui veut lancer ce que
bereit, beide Teile in ein Postulat umzuwandeln. Die Diffe- l'on a appelé le programme «Esprit». Il consiste à investir,
renz bezieht sich also eigentlich nur auf den ersten Teil. durant la période 1984 à 1988, soit pendant une durée de
36-N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Müller-Aargau Vorberatung durch Kommissionen. Einschränkung
Motion Müller-Argovie Objets traités directement par le plénum
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1984
Année
Anno
Band I
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 11
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 82.448
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 20.03.1984 - 08:00
Date
Data
Seite 279-281
Page
Pagina
Ref. No 20 012 252
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