Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 82-418 KI-generiert

Swiss Aid to Peruvian Tourism Development

Geschäftsnummer VPB 82-418
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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This interpellation concerns Swiss development aid and tourism projects. A member of parliament questioned the federal council about a request from Peru's prime minister to assist in the tourist development of the Cuzco region, citing concerns that such projects often have questionable development effects and can negatively impact local populations, especially given previous experiences in other countries. The federal council responded that the Peruvian government itself would fund the projects, focusing on improving access to Machu Picchu and training hotel staff, and that such initiatives, particularly in training and consulting, are consistent with Swiss expertise and would be considered in the future, though risks of tourism development are acknowledged.

Legislator-Regeste

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Swiss Aid to Peruvian Tourism Development: A member of parliament questioned the federal council about a request from Peru's prime minister to assist in the tourist development of the Cuzco region, citing concerns that such projects often have questionable development effects and can negatively impact local populations, especially given previous experiences in other countries. The federal council responded that the Peruvian government itself would fund the projects, focusing on improving access to Machu Picchu and training hotel staff, and that such initiatives, particularly in training and consulting, are consistent with Swiss expertise and would be considered in the future, though risks of tourism development are acknowledged.

Schlagwörter

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Fremdenverkehrspolitik Projektfinanzierung Entwicklungszusammenarbeit Dienstreisekosten, Fahrkosten, Wohnungskosten Tourismusförderungsabgabe E-Government
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Volltext

Interpellation Renschier 1458 N 8 octobre 1982

Antwort des Bundesrates siehe Seite 550 hiervor Or le premier ministre et ministre de l'économie, des

(Interpellation der Bautengruppe) finances et du commerce du Pérou, Manuel Ulloa Elias -

Réponse du Conseil fédéral voir page 550 ci-devant dans une lettre adressée au Secrétaire d'Etat P. Jolies (cf.

(Interpellation du groupe des constructions) 18e rapport sur la politique économique extérieure, p. 135) -

a exprimé le souhait que la Suisse collabore au développe-

Präsidentin: Herr Graf ist von der Antwort befriedigt. ment touristique et à la construction des infrastructures

que celui-ci nécessite, par «la mise en œuvre d'un pro-

gramme qui (...) permette l'exécution d'actions spécifiques,

avant tout dans le Département de Cuzco».

Pour cette raison, je demande au Conseil fédéral de répon-

#ST# 82.418 dre aux questions suivantes:

1. Comment notre gouvernement compte-t-il accueillir

Interpellation Renschier cette requête intempestive du gouvernement péruvien?

Entwicklungszusammenarbeit 2. Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas lui aussi que l'évolu-

und Tourismusprojekte tion malencontreuse de la région de Cuzco - très défigurée

Coopération au développement. Aide au tou- déjà par le tourisme de masse - serait encore accélérée de

risme la sorte, avec l'appui de l'aide suisse?

3. Comment le Conseil fédéral se propose-t-il de traiter,

dans le cadre de la coopération au développement, d'autres

demandes visant à encourager le tourisme? A quelles

conditions serait-il éventuellement prêt à soutenir de tels

Wortlaut der Interpellation vom 16. Juni 1982 projets?

In früheren Jahren hat der Bund in verschiedenen Ländern

(vor allem Kenya, Tunesien, Indonesien) Projekte zur Förde- Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen,

rung des internationalen Massentourismus finanziert. Bäumlin, Borei, Bircher, Bratschi, Braunschweig, Bundi,

Evaluationen haben nun aber gezeigt, dass solche Projekte Christinat, Ganz, Gerwig, Gloor, Jaggi, Lang, Loetscher,

einen fragwürdigen Entwicklungseffekt haben und insbe- Mauch, Meier Werner, Meizoz, Morel, Morf, Müller-Bern,

sondere für die ärmeren Bevölkerungsschichten, deren Nauer, Ott, Reimann, Robbiani, Ruffy, Vannay, Weber-

Unterstützung das Bundesgesetz über die internationale Arbon (27)

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe vor-

schreibt, keine Hilfe darstellen. Da sich sogar negative Aus- Schriftliche Begründung - Développement par écrit

wirkungen auf die Bevölkerungen von benachteiligten Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht

Regionen immer deutlicher herausstellen, hat die DEH zu eine schriftliche Antwort.

Recht auf die weitere Förderung von solchen Projekten ver-

zichtet. Auch die privaten Hilfswerke nehmen Abstand von Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

der Finanzierung von Tourismusprojekten. Rapport écrit du Conseil fédéral

Nun hat der peruanische Ministerpräsident, Wirtschafts-,

Finanz- und Handelsminister Manuel Ulloa Elias in einem 1. Anlässlich des Besuches von Staatssekretär Jolies im

Brief an Staatssekretär Jolies (siehe 18. Bericht zur Aus- November 1981 hat der peruanische Ministerpräsident von

senwirtschaftspolitik, Seite 135) den Wunsch geäussert, die sich aus tatsächlich das Interesse seiner Regierung auch

Schweiz möge bei «der touristischen Entwicklung und beim an einer verstärkten und geordneten touristischen Entwick-

lung seines Landes hervorgehoben. Insbesondere standen

Bau der notwendigen Infrastrukturanlagen ( . . . ) vor allem im

die Erneuerung und Verbesserung des Zugangs von Cuzco

Departement Cuzco» mithelfen.

zu den Ruinen auf dem Machu Picchu, die Schulung von

Ich frage daher den Bundesrat: Hotelpersonal und allenfalls die Vermittlung schweizeri-

1. Wie gedenkt sich der Bundesrat zu diesem fragwürdigen scher Experten zur Beratung der zuständigen peruanischen

Begehren der peruanischen Regierung zu verhalten? Behörden in Touristikfragen ganz allgemein im Vorder-

2. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass dadurch grund.

mit schweizerischer Hilfe die Fehlentwicklung in der vom Die Ruinen von Machu Picchu sind für den Tourismus

Massentourismus ohnehin sehr beeinträchtigten Region längst erschlossen. Sie werden jährlich von Tausenden

Cuzco noch weiter vorangetrieben würde? besichtigt. Die peruanische Regierung möchte diesen den

3. Wie gedenkt der Bundesrat im Rahmen der Entwick- Zugang auf einem letzten Teilstück sicherer und bequemer

lungszusammenarbeit weitere Gesuche zur Förderung des gestalten. Die Schulung von Personal ist nach Meinung des

Tourismus zu behandeln? Unter welchen Kriterien wäre er Ministerpräsidenten insbesondere im Zusammenhang mit

allenfalls bereit, solche Projekte zu unterstützen? dem bereits bestehenden Reiseverkehr von grosser Bedeu-

tung. Zudem scheint es der Regierung von Peru sinnvoll,

Texte de l'interpellation du 16 juin 1982 sich von Fachkräften, auch ausländischen, beraten zu las-

Au cours des années écoulées, la Confédération a financé sen, bevor sie über den Einsatz der ihr zur Verfügung ste-

des projets visant à promouvoir le tourisVne international de henden finanziellen Mittel beschliesst.

masse dans divers pays (le Kenya, la Tunisie et l'Indonésie Die Finanzierung der drei Vorhaben erfolgt durch Peru

surtout). Pourtant, des évaluations ont montré depuis lors selbst bzw. soll auf kommerzieller Basis vorgenommen wer-

que l'effet de développement découlant de tels projets est den. Ein direkter Einsatz von Bundesmitteln ist nicht vorge-

contestable et que lesdits projets ne constituent nullement sehen.

une aide pour les couches les plus défavorisées de la popu- 2. Der Besuch der Ruinenstadt auf dem Machu Picchu

lation notamment; or la loi fédérale sur la coopération au •erfolgt in den weitaus meisten Fällen nicht isoliert; er ist

développement et l'aide humanitaire internationale désigne vielmehr Programmpunkt von vielen organisierten Reisen

expressément ces déshérités comme bénéficiaires de nach Südamerika. Die Verbesserung eines letzten kurzen

notre aide. Vu que les conséquences négatives apparais- Teilstückes dürfte weder zum Massentourismus bzw. des-

sent toujours plus nettement, pour les populations de sen Aufblähung in der Region Cuzco, wie vom Interpellan-

régions défavorisées, la Direction de la coopération au ten befürchtet, führen, noch die wirtschaftliche Entwicklung

développement a renoncé fort à propos à encourager et Perus nachteilig beeinflussen. Der Wunsch der peruani-

promouvoir plus longtemps de tels projets. Les œuvres et schen Regierung, sich auch auf erfahrene Experten abzu-

organisations d'entraide privées se refusent elles aussi à stützen, ist hingegen Hinweis auf die Entschlossenheit, die

financer des projets de nature touristique. weitere touristische Erschliessung des Landes gründlich zu

8. Oktober 1982 1459 Interpellation Delamuraz

prüfen und ausgewogen zu gestalten. Die hiefür notwendi- Diese Kreise verschweigen wohlweislich die schwerer wie-

gen Gelder sollen sorgfältig und optimal eingesetzt werden. genden Nachteile der Preisdifferenzierung.

3. Die Schweiz hat im Laufe der letzten zwanzig Jahre im In Anbetracht der Entwicklung ist es wichtig, jetzt zu erfah-

Rahmen der Entwicklungshilfe technische und finanzielle ren, was der Bundesrat dazu meint, ist dieses Problem

Unterstützung an Länder der Dritten Welt gegeben, die ihre doch für die Landwirtschaft wie für die Konsumenten und

Tourismusindustrie entwickeln oder ausbauen wollten. die gesamte Wirtschaft von wesentlicher Bedeutung. Wir

Interventionen in diesem Bereich hatten nie zum Ziel, direkt ersuchen den Bundesrat, seine Meinung zu äussern.

gewisse negative Formen des Tourismus zu stimulieren, die Texte de l'interpellation du 24 juin 1982

vom Interpellant als «Massentourismus» bezeichnet wur- Depuis quelque temps, divers milieux agricoles et non-agri-

den. Vielmehr war es die Absicht, die Entwicklungsländer, coles montent en épingle les disparités des revenus

damit sie dem Phänomen Tourismus besser begegnen kön- constatées dans l'agriculture suisse.

nen, mit den personellen und technischen Mitteln auszurü-

Ils en tirent la conséquence que l'institution de prix différen-

sten, somit die angebotenen Leistungen zu verbessern und

tiels par produit permettrait d'obtenir tout à la fois l'égalisa-

einen grösseren Gewinn aus der «fabriklosen Industrie» zu tion des revenus dans l'agriculture, une meilleure orienta-

erwirtschaften. Diese Aktionen haben sich um den Bereich tion des productions agricoles, un frein à la hausse du prix

der Ausbildung von Hotelpersonal konzentriert (Hotelfach- des terres agricoles.

schulen in Tunesien, Indonesien und Kenia); ihr Ziel war es, Ces milieux passent prudemment sous silence les inconvé-

ein Kader heranzubilden, das fähig war, die Aufgaben des nients majeurs du système des prix différentiels.

ausländischen Personals zu übernehmen. Die Bilanz, basie- Compte tenu du développement de la situation, il importe

rend auf der Auswertung der Resultate der vier Hotelfach- de connaître maintenant l'avis du Conseil fédéral sur cette

schulen, ist eindeutig positiv. Diese1 Aktionen wurden durch question essentielle pour l'agriculture, pour les consomma-

ein Stipendiensystem ergänzt, mit Hilfe dessen bis heute teurs, pour l'économie en général. La présente interpella-

512 Personen aus der Dritten Welt von der Ausbildung an tion vise à connaître cet avis.

schweizerischen Hotelfachschulen profitieren konnten.

Zurückblickend kann gesagt werden, dass der von touristi- Mitunterzeichner - Cosignataires: Barras, Cevey, Girard,

schen Projekten beanspruchte Teil des Budgets beschei- Junod, Thévoz, Tochon, Zbinden (7)

den geblieben ist, handelte es sich doch in den letzten zehn

Jahren nur um rund 2 Prozent aller bilateralen Programme. Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Der Bundesrat wird auch in Zukunft im Bereiche des Touris- A notre sens, l'introduction du système de prix différentiels

mus Projekte prüfen und gegebenenfalls unterstützen, ganz dans l'agriculture serait de nature à diviser le monde paysan

besonders - was die technische Zusammenarbeit betrifft - suisse bien plus qu'à le solidariser. Elle créerait en lui une

auf dem Ausbildungs- und Beratungssektor, denn hier sorte de lutte des classes, opposant les petits aux grands.

besitzt die Schweiz solide Erfahrungen, die sie zu teilen De surcroît, elle engendrerait un esprit de méfiance et

bereit ist. d'incessants malaises, compte tenu de l'impossibilité de

Indessen ist sich der Bundesrat der Risiken bewusst, die définir des critères précis de modulation des prix agricoles.

mit einem Ausbau der Tourismusindustrie verbunden sind, Dès lors se renforcerait encore inéluctablement l'interven-

wie übrigens bei allen Entwicklungshilfeprojekten. Unter tionnisme étatique dans l'agriculture. A coup sûr, l'égalita-

anderem muss man prüfen, ob die Kosten für die Schaffung risme l'emporterait sur l'équité. Mais, en vérité, n'est-ce pas

eines Arbeitsplatzes im touristischen Bereich nicht bedeu- là ce que recherchent certains?

tend höher sind als in anderen Bereichen (beispielsweise inLa loi fédérale sur l'agriculture parle de soutien aux exploi-

der Kleinindustrie). Auch muss das Entwicklungsland aus tations productives de type familial, rationnellement gérées

den touristischen Aktivitäten einen Devisenreingewinn et reprises à des conditions normales. Cela motive

machen können. Dieser wiederum soll, im Rahmen des constamment les paysans dans leur recherche d'efficacité

Möglichen, dazu beitragen, regionale Ungleichheiten zu ver-et de rationalisation: la productivité de l'agriculture helvéti-

ringern und der Landflucht entgegenzuwirken. que en est la preuve éloquente. Il est évident que l'institu-

tion de prix différentiels aurait pour fâcheuses consé-

Im sozialen und kulturellen Bereich ist es nötig, darüber zu

wachen, dass eine Expansion des Tourismus nicht die tradi- quences d'éroder cette motivation, cette volonté, cette ima-

tionellen Werte und Gebräuche des Gastlandes aushöhlt. gination, de figer ainsi les structures agricoles et, à moyen

terme, d'entamer la production agraire.

Präsidentin: Der Interpellant erklärt sich von der Antwort Cela entraînerait insidieusement l'effritement de la capacité

teilweise befriedigt. concurrentielle de notre agriculture face à l'étranger. D'où

cette alternative dont les deux termes sont, l'un comme

l'autre, peu engageants: le maintien de l'agriculture suisse

étant évidemment admis, ou bien l'institution des prix diffé-

rentiels signifie l'augmentation des prix payés par le

82.453 consommateur, ou bien l'accroissement des prestations de

la caisse fédérale.

#ST#

Interpellation Delamuraz De nombreux motifs - défense nationale économique,

Preisdifferenzierung in der Landwirtschaft occupation harmonieuse du territoire, entretien du paysage,

entre autres - postulent l'existence d'une agriculture large-

Prix différentiels dans l'agriculture ment répartie entre plaine, collines, montagne. Il s'impose

de tenir un compte plus équitable encore qu'aujourd'hui

des différences de conditions - donc de rémunération - de

ces différents types d'agriculture; pour ce faire, il s'agit de

faire jouer plus amplement les procédés existants d'aide

Wortlaut der Interpellation vom 24. Juni 1982 fédérale, les contributions spécifiques directes en faveur de

Seit einiger Zeit werden die in der schweizerischen Land- l'agriculture de montagne tout particulièrement. Ces for-

wirtschaft festgestellten Einkommensunterschiede von ver- mules sont substantiellement préférables à celle des prix

schiedenen Kreisen - landwirtschaftlichen und anderen - différentiels, dont nous venons de dénoncer les risques

hochgespielt. graves qu'il présenterait pour l'avenir de notre agriculture.

Sie ziehen den Schluss, mit einer Preisdifferenzierung für

Agrarprodukte könnten gleichzeitig die Einkommen in der Schriftlicher Bericht des Bundesrates

Landwirtschaft ausgeglichen, die verschiedenen Produk- Rapport écrit du Conseil fédéral

tionszweige Besser gesteuert und die Steigerung der land- II y a une année déjà, le Conseil fédéral répondant à une

wirtschaftlichen Bodenpreise gebremst werden. interpellation (81.371) du 19 mars 1981, donnait son avis sur

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Renschler Entwicklungszusammenarbeit und Tourismusprojekte

Interpellation Renschler Coopération au développement. Aide au tourisme

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1982

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 82.418

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 08.10.1982 - 08:00

Date

Data

Seite 1458-1459

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Ref. No 20 010 849

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