Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 82-346 KI-generiert

Railways' Subsidized Transport Elimination Upheld

Geschäftsnummer VPB 82-346
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This case concerns a motion calling for a comprehensive public opinion survey on current and future issues. The court rejected the motion, ruling that the railways' decision to eliminate subsidized transport for certain groups, while financially sound and approved by the Federal Office of Transport, was not subject to annulment. The court reasoned that the railways operate under economic principles and cannot subsidize social programs without compensation. Additionally, the motion encroached on the federal council's regulatory authority, and the decision on parliamentary travel privileges rests with the parliamentarians themselves.

Legislator-Regeste

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Art. 21 Absatz; Railways' Subsidized Transport Elimination Upheld: The court rejected the motion, ruling that the railways' decision to eliminate subsidized transport for certain groups, while financially sound and approved by the Federal Office of Transport, was not subject to annulment. The court reasoned that the railways operate under economic principles and cannot subsidize social programs without compensation. Additionally, the motion encroached on the federal council's regulatory authority, and the decision on parliamentary travel privileges rests with the parliamentarians themselves.

Schlagwörter

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Öffentlicher Verkehrsdienst begründeter Entscheid Eisenbahnverkehr Vergütung von Reisekosten Antisubventionsverfahren Staatsorgane
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Volltext

Motion Meier Werner 1426 N 8 octobre 1982

- les infirmières et infirmiers Texte de la motion du 10 mars 1982

- les indigents Etant donné l'inquiétude que la situation politique de notre

découle des mesures d'économie prises par la Confédéra- pays inspire à une grande partie de la population, l'incerti-

tion, qui ont été exigées à de nombreuses reprises par les tude créée par l'évolution dans les domaines de l'économie,

Chambres et qui ont été approuvées lors du vote populaire des finances et de la technique, la peur qui se propage face

de décembre 1977. Elle prendra effet le 1er mars 1982. à l'avenir, le clivage qui s'accentue entre le peuple et les

Cette mesure ne frappera pas directement les personnes pouvoirs publics, aggravant l'abstentionnisme, le Conseil

dites indigentes. Ce sont plutôt les institutions d'assistance fédéral est chargé de faire effectuer une vaste enquête

publiques et privées qui devront supporter la totalité des d'opinion sur les grands problèmes actuels et futurs, toutes

frais de transport au lieu de la moitié. Il en va de même pour les couches de la population et toutes les classes d'âge

les autres facilités de transport supprimées. devant être prises en considération.

L'obligation faite aux chemins de fer d'accorder de telles

Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Akeret,

facilités remonte à l'époque où les entreprises ferroviaires Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Bratschi, Braun-

disposaient d'un monopole de fait. C'est pourquoi l'on esti-

schweig, Bundi, Chopard, Eggenberg-Thun, Eggli, Eisen-

mait que certains groupes de personnes devaient bénéfi- ring, Euler, Ganz, Gerwig, Günter, Hubacher, Iten, Lang,

cier de rabais pour des voyages déterminés, cela pour des Leuenberger, Mauch, Merz, Muheim, Müller-Bern, Nauer,

raisons inhérentes à la politique économique et sociale. Il Neukomm, Ott, Reinmann, Reiniger, Renschier, Rothen,

n'existait pas non plus d'institutions sociales ou d'assis- Rubi, Schmid, Stich, Uchtenhagen, Wagner, Zehnder, Zieg-

tance publique à même de prendre en charge de tels frais ler-Genf, Ziegler-Solothurn (39)

de voyage.

La situation et la politique des transports se sont modifiées Schriftliche Begründung - Développement par écrit

radicalement depuis lors. La concurrence du trafic routier 1. Die in meiner Motion angeführten Probleme - Verunsi-

devenant toujours plus forte, les entreprises ferroviaires ont cherung, Zukunftsängste, Kluft zwischen Volk und Behör-

grand peine à équilibrer leurs comptes. Elles ne peuvent den, kurz das eidgenössische Malaise - sind notorische Kri-

donc elles-mêmes assurer des tâches sociales sans que sensymptome unserer Demokratie, von Behörden, Parteien

celles-ci soient indemnisées par les services compétents. und Wissenschaft seit Jahren erkannt und auch beklagt.

En vertu des dispositions légales, les chemins de fer doi- Was als alarmierend empfunden werden muss, ist nicht

vent être exploités selon les principes d'une saine écono- allein die Situation als solche, sondern die Tatsache, dass

mie. Ils ne peuvent déroger à cette règle pour des cas man sich leider bereits allzusehr an diese Umstände

sociaux et les besoins de l'économie que si leurs res- gewöhnt, sich mit ihnen weitgehend abgefunden zu haben

sources financières le permettent. La mesure décidée par scheint.

les entreprises ferroviaires, avec l'accord de l'Office fédéral 2. Wohl wird immer wieder über diese Erscheinungen dis-

des transports, ne peut donc pas être annulée. kutiert. Es wurden und werden auch zahlreiche Meinungs-

La motion doit également être rejetée pour des raisons de analysen durchgeführt, veröffentlicht und kommentiert.

principe, car elle empiète sur un domaine où la compétence Jedoch handelt es sich dabei stets um Teilbereiche, wie

réglementaire et la responsabilité incombent au Conseil zum Beispiel Rekruten, Jugendliche, Rentner, oder um ein-

fédéral. zelne Sachfragen, also rein sektorielle Meinungsforschun-

Il appartient, en revanche, aux parlementaires eux-mêmes gen. Eine umfassende Analyse bei allen Volksschichten und

de décider s'ils désirent renoncer à leurs facilités de trans- Altersklassen über die innere Einstellung zum Staat, über

port. La Caisse fédérale est grevée à ce titre d'un montant die Einstellung zu den allgemeinen Entwicklungen, über die

de 350 000 francs, partiellement en contrepartie des indem- menschlichen Probleme, die gesellschaftspolitischen Zwei-

nités de voyage qu'il faudrait de toute façon verser. fel und Kritiken, ist meines Erachtens noch nie mit der nöti-

Schriftliche Erklärung des Bundesrates gen Gründlichkeit vorgenommen worden. Aus bloss frag-

mentarischen Erhebungen lässt sich keine zuverlässige

Déclaration écrite du Conseil fédéral Beurteilung der Gesamtlage und der Hintergründe des eid-

Le Conseil fédéral recommande de rejeter la motion. genössischen Malaise gewinnen. Auch die alle zehn Jahre

mit respektablem Aufwand durchgeführten Volkszählungen

Abgelehnt - Rejeté

gehen an den eigentlichen Grundproblemen unserer

Gesellschaft im wesentlichen doch vorbei.

3. Wer sich als Politiker über diesen Zustand unserer

Demokratie Sorgen macht und der Frage nach den Ursa-

chen des Unbehagens und der demokratischen Teilnahms-

#ST# 82.346 losigkeit nachzugehen versucht, stösst - gleich welcher

Fraktion er angehört - auf Schwierigkeiten, Merkwürdigkei-

Motion Meier Werner ten, auf Irrationales. Das hat wohl seinen Grund im mensch-

Politisches Malaise. Meinungsanalyse lichen Wesen - «der Mensch in seinem Widerspruch» - und

Malaise politique. Enquête d'opinion könnte folglich als eine natürliche Erscheinung der Demo-

kratie, der Volksherrschaft, gewertet werden. Doch,

Gespräche mit unseren Wählern, mit Angehörigen aller poli-

tischen Richtungen, Volksschichten und Altersklassen, zei-

gen ein derart zerrissenes Bild, eine kaleidoskopartige Viel-

falt und Widersprüchlichkeit von Grundhaltungen, Problem-

Wortlaut der Motion vom 10. März 1982 stellungen, Kritiken und Wünschen, dass ein demokrati-

Angesichts der Verunsicherung weitester Volkskreise über scher Konsens in lebenswichtigen Gemeinschaftsfragen

die politische Situation unseres Staatswesens, der Unge- der Gegenwart und der Zukunft nachgerade unmöglich

wissheit hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen, finanziel- erscheint.

len und technologischen Entwicklungen, insbesondere Dieses Bild widerspiegelt sich selbst in unserem Rate. Die

auch unter Berücksichtigung der sich ausbreitenden Flut unerledigter und immer noch neu hinzukommender

Zukunftsängste, der wachsenden Kluft zwischen Volk und parlamentarischer Vorstösse zu vielfältigsten Problemen,

Behörden und der damit einhergehenden Stimmabstinenz die Schwierigkeiten, in wichtigen Sachfragen den parlamen-

wird der Bundesrat beauftragt, eine umfassende Meinungs- tarischen Kompromiss zu finden und die allzuhäufige Ableh-

forschung bei allen Volksschichten und Altersklassen über nung mühsam genug erarbeiteter Vorlagen in nur äusserst

die wesentlichen Gegenwarts- und Zukunftsfragen anzu- schwach benützten Urnengängen geben doch zu Bedenken

ordnen. grundsätzlicher Art Anlass.

8. Oktober 1982 1427 Motion Meier Werner

4. Das wohl augenfälligste Krankheitssymptom unserer nicht gar einem eigentlichen Zerfall. Orientierungslosigkeit

Demokratie ist die eben erwähnte Stimmabstinenz. Diese breitet sich aus. Im Arbeitsleben, wo in erschreckender

hat im Verlauf der letzten Jahrzehnte kontinuierlich zuge- Kadenz neue Technologien, Automatismen, Computer,

nommen. Gingen in den dreissiger Jahren - also in einer Mikroprozessoren und Roboter das Feld erobern, wird der

Zeit mit ähnlich schwerwiegenden und komplizierten Pro- Mensch vom Sinn seiner Arbeit und seiner Existenz

blemen, wie wir sie heute haben - noch rund drei Viertel bis zunehmend entfremdet. Die Rolle der Geschlechter, der

zwei Drittel der Stimmbürger zur Urne, so sind wir heute bei Familie, das Verhältnis zwischen Jung und Alt, die Sittlich-

einer Beteiligung von bloss noch einem runden Drittel ange- keitsbegriffe, also wesentliche Grundwerte werden in Frage

langt. Und dies bei wichtigen Vorlagen, die weiteste Volks- gestellt. Die Ohnmacht gegenüber der fortschreitenden

kreise in sehr direkter Weise betreffen. Hier droht eine Belastung und zum Teil Zerstörung der Natur, an welch letz-

ernsthafte Gefahr: zum einen wird unsere Demokratie zu terer doch alle kollektiv teilhaben, wirkt lähmend. Auch die

einem Leerlauf degradiert. Dann stellen sich aber gleich Existenzsituation in den grossen Agglomerationen beinhal-

zwei Kernfragen: 1. Wird unser Land nicht mehr durch tet Lebensprobleme, die der Demokratie nicht zuträglich

Mehrheitsbeschlüsse, sondern von Minderheiten regiert? sind. Die Produktivität und Weiterentwicklung unserer Wirt-

und 2. Welches sind die Verhaltensmotive der schweigen- schaft als Grundlage des Sozialstaates werden in Zweifel

den Mehrheit? Fest steht sicher, dass Volksabstimmungen gezogen, Schuldgefühle gegenüber der Dritten Welt neh-

und Wahlen mit nur einer Minderheitsbeteiligung kein klares men Überhand. Auch die militärische Verteidigung unserer

Bild vom eigentlichen Meinungsspektrum ergeben können. Freiheit wird angesichts der ins Extrem wachsenden

Es handelt sich dabei eindeutig um Verfälschungen des Rüstungstechnologie und des weltweiten Rüstungswettlau-

demokratischen Entscheidungsprozesses. fes (dem auch unser Land zwangsläufig unterworfen ist), in

Bleibt die Frage nach den Motiven der schweigenden Mehr- immer weiteren Kreisen in Frage gestellt.

heit: ist es bewusste Opposition in Form der Verweigerung, 7. Aus dieser gesellschaftspolitischen Konstellation, zu der

ist es Misstrauen gegenüber den Behörden und Institutio- noch manche weitere-Fakten zu nennen wären, resultieren

nen («die machen ja ohnehin, was sie wollen» usw.), oder zwangsläufig Verunsicherungen, Orientierungs- und Identifi-

ist es das Gegenteil davon, nämlich ein blindes Vertrauen, kationsschwierigkeiten. Die Kontroversen gehen, wie

es werde «schon alles recht gehen» und «schliesslich bereits eingangs erwähnt, durch alle politischen Richtungen

könne man notfalls immer noch eingreifen». Oder aber hindurch. So wird es offensichtlich, dass sich die politisch-

handelt es sich einfach um Überforderung, sind die Pro- gesellschaftlichen Probleme kaum mehr mit den traditionel-

bleme zu komplex, die Dimensionen und Zusammenhänge len Strukturen und Institutionen unserer Demokratie bewäl-

für viele Bürger zu unüberschaubar, die Materie zu unbeur- tigen lassen.

teilbar geworden? Wie weit ist die Abstinenz schliesslich 8. Wie schon in früheren Phasen unserer Geschichte befin-

auf simple Gleichgültigkeit und Sattheit, auf politisches den wir uns in einer entscheidenden Zeitwende. Der

Desinteresse, auf mangelndes Demokratiebewusstsein, auf Abstand zwischen überlieferten Werten und den Realitäten

fehlende Identifikation oder die Abwesenheit des Solidari- des modernen Alltags wird immer grösser. Damit schwindet

tätsgefühls zurückzuführen? das Demokratieverständnis vieler Bürger. Inmitten eines

5. Es wäre wohl zu einfach, dieses Phänomen lediglich mit Optimums an technischen und wirtschaftlichen Möglichkei-

solchen Argumenten erklären zu wollen. Denn es ist festzu- ten zur Erhaltung und Weiterentwicklung sozialer Errungen-

stellen, dass - paradoxerweise - politisch-demokratische schaften breiten sich - paradoxerweise - Protesthaltung

Aktivitäten heute in zunehmendem Masse in Erscheinung und Staatsverdrossenheit aus.

treten und Gegenstand besonders leidenschaftlich geführ- 9. Gehen der Staat und die offizielle Politik an den eigentli-

ter Auseinandersetzungen bilden, dies jedoch ausserhalb chen Problemen der Bürger vorbei? Sind wir an einem

der offiziellen Entscheidungsprozesse. Beispiele dafür sind Punkte angelangt, wo ein grundsätzlicher Neubeginn, eine

Bürgerinitiativen aller Art, Antiatommärsche, Jugenddemon- Neuorientierung ins Auge gefasst werden müssen?

strationen, die Friedensbewegung usw. und die sich daraus

10. Die Totalrevision der Bundesverfassung steht in Dis-

ergebenden Reaktionen und Kontroversen. Hier werden

kussion. Die Meinungen dazu sind in ähnlicher Weise

Anliegen und Betroffenheit politisch in einer Art manifest,

gespalten, wie ich das in den vorstehenden Betrachtungen

die in krassem Gegensatz zur Abstinenz bei offiziellen

in allgemeiner Hinsicht festgestellt habe. Wir befinden uns

Urnengängen stehen.

in einem echten und sehr tiefgreifenden Dilemma. Ich

Besonders merkwürdig ist die Tatsache, dass es sich dabei erachte es daher - gerade auch im Blick auf die Weiterbe-

meist nicht um einfache, leicht überblickbare Probleme handlung der Verfassungsrevision - als eine ureigene und

handelt, sondern im Gegenteil um besonders komplexe unerlässliche Aufgabe des Bundes, diesen Fragen auf den

Fragen, die technologische, weltpolitische und andere Grund zu gehen. Ich möchte mit meiner Motion den

schwer beurteilbare Bereiche betreffen. Das Argument der Anstoss zu einer umfassenden Meinungsforschung unter

«intellektuellen Überforderung» durch allzu komplizierte eid- der Leitung des Bundes geben, und dies unter Einbezug

genössische oder kantonale Abstimmungsmaterien wird sämtlicher in dieser Begründung aufgeführter Aspekte.

dadurch widerlegt. Dies um so mehr, als im Gemeindebe-

reich bei doch eher leicht überblickbaren und «bürgerna- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

hen» Sachgeschäften die Stimmabstinenz häufig noch Rapport écrit du Conseil fédéral

wesentlich grösser ist als auf Bundes- oder Kantonsebene. 1. Die vom Motionär in seiner Begründung erwähnten Pro-

6. Es drängt sich somit die Frage nach den Ursachen die- bleme - sinkende Stimmbeteiligung bei zunehmender aus-

ser Widersprüchlichkeiten in unserem demokratischen serinstitutioneller politischer Aktivität, rascher technischer,

System auf. Die Zunahme politischer Turbulenzen, Forde- wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel, wachsende

rungen, Kritiken, Resignation und Protesthaltungen bei Orientierungslosigkeit und Unsicherheit usw. - werden seit

gleichzeitig wachsender Verweigerung der aktiven Teil- Jahren in der Öffentlichkeit, in der Wissenschaft, aber auch

nahme an der offiziellen Politik weist auf irrationale Hinter- in polifischen Gremien diskutiert. Der Bundesrat hält diese

gründe hin. Diskussion für wertvoll und hat in der Vergangenheit seiner-

Unsere Gesellschaft wird von der Akzeleration der Entwick- seits für verschiedene Fragenkomplexe besondere Unter-

lungen auf allen Gebieten förmlich überrannt. Fundamentale suchungen veranlasst. Wir erinnern beispielsweise an den

Wandlungen haben sich in sehr kurzer Zeit nicht allein im Bericht über die Ursachen der Stimmabstinenz oder an das

technologischen und wirtschaftlichen Bereich vollzogen, Nationale Forschungsprogramm «Entscheidungsvorgänge

sondern im Sinne einer Interdependenz sind auch abrupte in der schweizerischen Demokratie», das sich unter ande-

Umbrüche hinsichtlich des Lebensgefühls und der Weltan- rem auch mit den vom Motionär erwähnten ausserinstitutio-

schauung im Gang. Grundwerte, die den Unterbau unserer nellen politischen Aktivitäten befasst. Die Ergebnisse der

Demokratie bildeten, unterliegen einer Umwertung, wenn politischen Meinungsforschung (z. B. die VOX-Analysen

Postulat Grobet 1428 N 8 octobre 1982

über die Eidgenössischen Abstimmungen) werden in der für Kontaktlinsen zu übernehmen hat, wenn diese zur Ver-

Bundesverwaltung laufend verfolgt und gewürdigt. Wichtige besserung des Sehvermögens beitragen.

Informationen über die Gegenwartsprobleme liefern

schliesslich auch die verschiedenen vom Bundesamt für Texte du postulat du 19 mars 1981

Statistik durchgeführten Erhebungen, insbesondere die Le Conseil fédéral est invité à proposer une modification de

Eidgenössischen Volkszählungen, die soziokulturelle Stati- l'article 21, 1er alinéa, LAI pour que l'assurance-invalidité

stik und die Sozialindikatoren. Zudem wird gegenwärtig das prenne en charge les frais de verres de contact lorsque

Instrument repräsentativer Haushaltserhebungen entwik- ceux-ci permettent une amélioration de la vue.

kelt. Die amtliche Statistik führt allerdings keine Meinungs-

umfragen durch, sondern beschränkt sich bewusst auf die Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Bäumlin, Bundi,

Erhebung von Sachverhalten. Christinat, Deneys, Eggli, Euler, Felber, Gerwig, Gloor,

2. Mit der Totalrevision der Bundesverfassung wird die Dis- Jaggi, Leuenberger, Loetscher, Meizoz, Müller-Berne, Rei-

kussion über die Zukunftsfragen unseres Staates auch auf mann, Reiniger, Riesen-Fribourg, Robbiani, Uchtenhagen,

die politische Ebene getragen. Bereits die in den Jahren Vannay, Wagner, Zehnder, Ziegler-Genève (24)

1978 und 1979 durchgeführte Vernehmlassung über den

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Expertenentwurf hat ein ausserordentlich breites Echo aus-

gelöst. Neben Kantonen, politischen Parteien und Verbän- L'assurance-invalidité ne prend actuellement en charge les

den haben sich auch zahlreiche Einzelpersonen intensiv mit frais de verres de contact que dans la mesure où ceux-ci

dem Verfassungsentwurf beschäftigt. Die Botschaft über constituent le complément important de mesures médi-

die Totalrevision der Bundesverfassung, die wir gegenwär- cales de réadaptation. Cette pratique restrictive résulte de

tig vorbereiten, wird den Eidgenössischen Räten und der l'article 21,1«f alinéa, LAI. Le présent postulat vise à obtenir

Öffentlichkeit erneut die Gelegenheit geben, sich mit allen la modification de cette disposition légale afin que les béné-

wesentlichen Zukunftsfragen unseres Staatswesens grund- ficiaires d'une rente Al puissent obtenir le remboursement

sätzlich auseinanderzusetzen. de verres de contact prescrits par le médecin du fait qu'ils

apportent une amélioration de la vue.

3. Die einleitend erwähnten Untersuchungen, Erhebungen

La vue est une des choses les plus précieuses de l'être

und Meinungsumfragen stellen ohne Zweifel wertvolle Ent-

humain. Une forte atteinte dans ce domaine est toujours

scheidungsgrundlagen für die politischen Behörden dar.

durement ressentie. Pour celui qui est fortement handicapé,

Der Bundesrat legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass

le moindre progrès constitue un bienfait très apprécié, sur-

es grundsätzlich Aufgabe der Eidgenössischen Räte und

tout pour celui qui a encore une activité professionnelle.

der politischen Parteien ist, die Anliegen und Meinungen

Dans certains cas, les verres de contact permettent à la fois

der Bevölkerung aufzunehmen und die Diskussion über die

d'éviter des lunettes dont les verres épais constituent un

«wesentlichen Gegenwarts- und Zukunftsfragen» zu führen.

poids astreignant et d'améliorer le champ de vision. Dans

Umfassende Meinungsumfragen können den verfassungs-

de tels cas, les verres ne sont pas prescrits pour des rai-

mässig vorgesehenen demokratischen Entscheidungspro-

zess nicht ersetzen. Dies gilt in besonderem Masse für die sons esthétiques (!) et leur coût devrait donc être pris en

schweizerische Demokratie mit ihren stark ausgebauten charge par l'assurance-invalidité, ce qui n'est hélas pas le

Volksrechten. Der Bundesrat möchte deshalb die zurück- cas actuellement.

haltende Praxis, die er schon bei der Beantwortung der Ein- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

fachen Anfrage Rüttimann am 14. Mai 1980 dargelegt hat

(80.621), auch in Zukunft beibehalten und das Instrument Rapport écrit du Conseil fédéral

der Meinungsumfrage nur sparsam einsetzen. Eine vom La loi sur l'assurance-invalidité (LAI) prévoit expressément

Bundesrat in Auftrag gegebene «umfassende Meinungsfor- que les frais de lunettes ne sont pris en charge par l'assu-

schung bei allen Volksschichten und Altersklassen über die rance-invalidité (Al) que si ces moyens auxiliaires sont le

wesentlichen Gegenwarts- und Zukunftsfragen», wie sie der complément important de mesures médicales de réadapta-

Motionär verlangt, würde zu weit führen. Der Bundesrat ist tion. En prévoyant cette restriction, le législateur entendait

jedoch bereit, auch inskünftig die Ergebnisse von Mei- éviter d'imposer à l'assurance une charge excessive.

nungsumfragen kritisch zu verfolgen und in begründeten Les verres de contact, dont le prix représente un multiple

Fällen selber Umfragen zu bestimmten Themen zu veranlas- de celui des lunettes, assument en principe la même fonc-

sen. tion optique que celles-ci. Cependant, il faut reconnaître

que les verres de contact présentent certains avantages,

Schriftliche Erklärung des Bundesrates mais d'autre part ils ne peuvent pas être portés par tout le

Déclaration écrite du Conseil fédéral monde. Dans la pratique de l'Ai, ils sont assimilés aux

Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- lunettes.

wandeln. Il existe néanmoins certains cas bien déterminés où l'usage

de verres de contact peut seul permettre à l'assuré de voir

Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat d'une manière satisfaisante. C'est ce qui arrive après des

opérations unilatérales de la cataracte, ainsi qu'en cas

d'altérations graves de la cornée. Dans ces cas-là, il est

possible, aujourd'hui déjà, en présentant une ordonnance

médicale, de recevoir de l'Ai des verres de contact.

Dans la mesure où, en principe, les verres de contact amé-

liorent la vue aussi bien que des lunettes, ils doivent être

#81.366

ST#

traités, en droit des assurances, de la même manière. Tou-

Postulat Grobet tefois, les motifs qui ont incité le législateur à faire preuve

Invalidenversicherung. Kontaktlinsen de retenue dans l'octroi d'accessoires optiques sont

encore valables aujourd'hui. L'AI est déficitaire depuis 1973

AI et verres de contact et doit tenir ses ressources limitées à la disposition des

assurés qui souffrent d'une réelle invalidité. Une modifica-

tion de la loi ne s'impose pas.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates

Wortlaut des Postulates vom 19. März 1981 Déclaration écrite du Conseil fédéral

Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament eine Ände- Le Conseil fédéral propose le rejet de ce postulat.

rung von Artikel 21 Absatz 1 des Invalidengesetzes zu

unterbreiten, wonach die Invalidenversicherung die Kosten Abgelehnt - Rejeté

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion Meier Werner Politisches Malaise. Meinungsanalyse

Motion Meier Werner Malaise politique. Enquête d'opinion

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1982

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 82.346

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 08.10.1982 - 08:00

Date

Data

Seite 1426-1428

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Ref. No 20 010 816

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