Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 82-342 KI-generiert

Packaging Propaganda Not Illegal

Geschäftsnummer VPB 82-342
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The court addressed whether political propaganda on commercial packaging violated consumer protection laws. The court ruled that current laws do not explicitly prohibit political or commercial advertising on food packaging, nor did the specific case involving an energy company's advertisements on cereal boxes constitute unfair competition or political indoctrination. Therefore, the court found no grounds to compel the removal or alteration of such packaging.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 42b Alkoholgesetz (SR 680, Art. 420d der Lebensmittelverordnung (SR 817.02; Packaging Propaganda Not Illegal: The court ruled that current laws do not explicitly prohibit political or commercial advertising on food packaging, nor did the specific case involving an energy company's advertisements on cereal boxes constitute unfair competition or political indoctrination. Therefore, the court found no grounds to compel the removal or alteration of such packaging.

Schlagwörter

KI-generiert
politische Propaganda Verbraucherschutz unlauterer Wettbewerb Medienrecht Meinungsäusserungsfreiheit Konsumfreiheit
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 42b Alkoholgesetz (SR 680)

Cited as a specific prohibition for advertising distilled spirits on packaging.

Art. 420d der Lebensmittelverordnung (SR 817.02)

Cited as a prohibition for advertising tobacco products in media primarily intended for minors.

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Volltext

Interpellation Euler 1000 N 25 juin 1982

Texte de l'interpellation du 2 mars 1982 Durchführungsbestimmungen. Falls die Räte die Neuord-

Après avoir été soumise au Conseil national, la loi sur nung in der Junisession definitiv verabschieden, läuft die

l'assurance-chômage (LAC) est examinée par le Conseil Referendumsfrist Ende September ab, und die Insolvenz-

des Etats au cours de cette session. Cette loi définitive ne entschädigung könnte hierauf Anfang 1983 oder eventuell

pourra entrer en vigueur avant le 1er janvier 1984. schon vorher in Kraft treten.

Si la situation actuelle sur le marché du travail n'est pas Anders ist die Lage dagegen bei den Präventivmassnah-

encore alarmante en Suisse, dans tous les pays environ- men. Hier handelt es sich um eine komplizierte Materie. Sie

nants elle est préoccupante et dans le monde elle est réel- bedarf eingehender Ausführungsbestimmungen, und diese

lement inquiétante. Le nombre croissant de faillites met en müssen zudem zur Vernehmlassung unterbreitet werden.

évidence les lacunes présentées par les dispositions Wie bereits in der Fragestunde vom 8. März dargelegt, ist

actuelles en matière d'assurance-chômage. Les travailleurs dafür die Zeit zu kurz, und zudem darf das Inkrafttreten der

qui ne sont pour rien dans la faillite de leur employeur se Neuordnung als Ganzes auf den 1. Januar 1984 nicht durch

retrouvent du jour au lendemain dans une situation finan-. das Vorziehen einzelner Teile gefährdet werden. Schliess-

cière précaire sans pouvoir compter sur une aide matérielle lich ist auch noch darauf hinzuweisen, dass aufgrund des

quelconque pendant le délai de préavis. La toute récente geltenden Rechts im Bereiche der Berufsbildung, der

faillite de Thermopal à Leibstadt AG fait apparaître la situa- Arbeitsvermittlung und der Arbeitslosenversicherung

tion sous un jour encore plus critique: alors que les fronta- Umschulungen schon wirksam gefördert werden können.

liers bénéficient immédiatement des prestations de l'assu-

rance-chômage versées par l'Allemagne, en Suisse les tra- Präsidentin: Der Interpellant erklärt sich von der Antwort

vailleurs ne touchent encore aucune indemnité au titre de des Bundesrates befriedigt.

l'insolvabilité de leur employeur, cette question n'étant pas

encore réglée par la législation.

Je prie le Conseil fédéral de faire savoir s'il est disposé à

modifier et à compléter dans les plus brefs délais le régime

transitoire - arrêté fédéral sur l'introduciton de l'assu-

rance-chômage obligatoire - ou à proposer aux Chambres 82.342

d'autres solutions qui permettent d'anticiper sur la nouvelle

#ST#

loi, en instaurant avant le 1er janvier 1983 Interpellation Euler

1. les indemnités en cas d'insolvabilité et Warenpackungen. Politische Propaganda

2. les mesures préventives. Emballages commerciaux. Propagande politique

Mitunterzeichner - Cosignataires: ' Ammann-St. Gallen,

Bäumlin, Bircher, Borei, Bratschi, Braunschweig, Bundi,

Chopard, Christinat, Eggenberg-Thun, Eggli, Euler, Ganz,

Gloor, Grobet, Hubacher, Jaggi, Lang, Leuenberger, Loet-

scher, Mauch, Meier Werner, Meizoz, Morf, Müller-Bern, Wortlaut der Interpellation vom 8. März 1982

Nauer, Neukomm, Ott, Reiniger, Renschier, Robbiani, Ro- Die politische Propaganda auf Warenpackungen ist ein

then, Rubi, Stich, Uchtenhagen, Vannay, Wagner, Ziegler- Affront gegen grosse Teile des Schweizervolkes, die weite-

Genf (38) ren Atomkraftwerken kritisch bis ablehnend gegenüberste-

hen. Es ist nicht auszudenken, wohin es führen würde,

Begründung wenn der politischen Propaganda auf Warenpackungen des

Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht täglichen Gebrauchs Tür und Tor geöffnet würde.

eine schriftliche Antwort. Ich frage deshalb den Bundesrat an:

Développement 1. Ist dem Bundesrat bekannt, dass der schweizerische

Konsument auf Warenpackungen des täglichen Gebrauchs

L'auteur renonce au développement et demande une

politische Propaganda mitgeliefert bekommt?

réponse écrite.

2. Wie stellt sich der Bundesrat zur politischen Indoktrina-

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates tion des Konsumenten?

Rapport écrit du Conseil fédéral 3. Wie verträgt sich politische Propaganda auf Warenpak-

kungen mit dem Bundesgesetz über den unlauteren Wett-

Wir sind ebenfalls der Meinung, dass vor allem die Pro- bewerb und dem Schutz des Konsumenten?

bleme im Zusammenhang mit der Zahlungsunfähigkeit des 4. Welche Möglichkeiten stehen dem Bundesrat zur Verfü-

Arbeitgebers dringend gelöst werden müssen. Einen ersten gung, um politische Propaganda auf Warenpackungen künf-

Schritt haben wir bereits getan, indem wir den Räten im tig zu unterbinden?

Rahmen der Botschaft über die Erhöhung des versicherten 5. Ist der Bundesrat willens, die Verantwortlichen der Polit-

Verdienstes in der Unfall- und in der Arbeitslosenversiche- Propaganda-Aktion zum Rückzug der beanstandeten «Kel-

rung noch eine kleine Änderung des alten Bundesgesetzes Iogg's»-Corn-Flakes-Packungen oder deren Austausch zu

über die Arbeitslosenversicherung beantragten. Falls die bewegen?

Räte zustimmen, können künftig an Versicherte, deren

Arbeitsverhältnis wegen Zahlungsunfähigkeit des Arbeitge- Texte de l'interpellation du 8 mars 1982

bers ohne Einhaltung der Kündigungsfrist aufgelöst wurde La propagande politique sur les emballages fait affront à de

und die der Vermittlung voll zur Verfügung stehen, trotz nombreux citoyens suisses qui critiquent ou même rejet-

Ansprüchen auf den Kündigungslohn wieder Taggelder aus- tent les nouveaux projets de centrales nucléaires. On se

gerichtet werden. Damit wird eine frühere, vom Eidgenössi- demande où cela nous mènera si l'on laisse libre cours à

schen Versicherungsgericht kürzlich aber abgelehnte Pra- une telle propagande sur des articles de consommation

xis wieder hergestellt. courante.

Davon zu unterscheiden ist die gewünschte vorzeitige

C'est pourquoi je pose au Conseil fédéral les questions sui-

Inkraftsetzung der in der Neuordnung vorgesehenen Insol-

venzentschädigung. Hier handelt es sich um Lohnansprü- vantes:

che für geleistete Arbeit. Wir haben schon mehrfach unsere 1. Sait-il que le consommateur suisse est soumis à une

Bereitschaft erklärt, diese Frage zu prüfen. Die Prüfung hat propagande politique sur les emballages de marchandises

jetzt ergeben, dass dem Begehren entsprochen werden de consommation courante?

kann. Die Insolvenzentschädigung ist unbestritten und ein- 2. Que pense-t-il de cette forme d'endoctrinement des

fach durchzuführen. Auch bedarf es kaum ergänzender consommateurs?

25. Juni 1982 N 1001 Interpellation Crevoisier

3. Peut-on concilier une telle propagande avec la législation Inhalts anzubringen, die mit dem Inhalt der Packung in kei-

fédérale sur la concurrence déloyale et la protection des nem Zusammenhang stehen.

consommateurs? Eine Sonderstellung nimmt hier lediglich die Werbung für

4. De quels moyens dispose le Conseil fédéral pour inter- gebrannte Wasser ein, die nach Artikel 42b des Alkoholge-

dire ce type de propagande? setzes (SR 680) ab I.Januar 1985 auf Packungen und

Gebrauchsgegenständen, die keine gebrannten Wasser

5. Est-il résolu à inciter les responsables de cette propa- enthalten oder damit nicht im Zusammenhang stehen, ver-

gande à retirer ou à échanger les paquets de céréales en boten werden soll. Auch eine Werbung für Tabakerzeug-

cause? nisse in einem Werbeträger, der hauptsächlich für Minder-

Schriftliche Begründung - Développement par écrit jährige bestimmt ist, ist gemäss Artikel 420d der Lebensmit-

telverordnung (SR 817.02) verboten. Corn-Flakes-Packun-

Seit einigen Wochen werden im schweizerischen Detail-

gen dürfen erfahrungsgemäss als Werbeträger, die haupt-

handel Frühstücksflocken der Marke «Kellogg's Corn Fla-

sächlich für Minderjährige bestimmt sind, bezeichnet wer-

kes» in Packungen angeboten, auf denen der Verband

Schweizerischer Elektrizitätswerke (VSE) für Elektrizität den.

wirbt. An sich ist es nicht neu, dass auf Warenpackungen 4. Aus dem bereits Gesagten lässt sich schliessen, dass

kommerzielle Werbung betrieben wird. Neu ist hingegen, heute weder dem Bundesrat noch einer anderen Vollzugs-

dass zum Energieproblem und zur Elektrizitätsversorgung - behörde Möglichkeiten zur grundsätzlichen Unterbindung

zurzeit ein kontroverses und hochbrisantes Politikum - dem oder Beschränkung politischer und wirtschaftlicher Propa-

Konsumenten auf Warenpackungen einseitige politische ganda auf Warenpackungen zur Verfügung stehen. Diese

Propaganda vorgesetzt wird. Besonders bedenklich ist bei Frage wird im Zusammenhang mit der Schaffung eines Bun-

dieser «Strom ist Leben-Information» die unzulässige desgesetzes über den Konsumentenschutz zu prüfen sein.

Beeinflussung von Kindern, die am Frühstückstisch auf raf- 5. Der Bundesrat sieht sich deshalb auch nicht veranlasst,

finierte Art und Weise gleich noch über die Notwendigkeit die Firma Kellogg zum Rückzug bzw. Austausch der bean-

weiterer Atomkraftwerke «informiert» werden. Die Kinder standeten Corn-Flakes-Packungen zu bewegen.

können zusätzlich Informationen anfordern und erhalten

unter anderem die Schriften «Strom-Tatsachen», «Hoch- Präsidentin: Der Interpellant erklärt sich von der Antwort

spannung», «Energie Kernenergie», «Strom CH 1980», die des Bundesrates nicht befriedigt.

direkt oder indirekt für den Ausbau der Kernenergie wer-

ben. Alle Spartips auf den Packungen mögen nicht darüber

hinwegtäuschen, dass der VSE mit dem Klagelied der raren

Elektrizität eindeutig für weitere Atomkraftwerke Stimmung

macht. Hat doch schliesslich der Verband Schweizerischer

Elektrizitätswerke seinen «10-Werke-Bericht» zur Bedarfs-

grundlage für die Rahmenbewilligungsgesuche der AKW- #ST# 82.333

Projekte Kaiseraugst und Graben gemacht. Die beanstan-

deten Packungen werden von einem in der Bundesrepublik Interpellation Crevoisier

Deutschland domizilierten Unternehmen hergestellt. Der Westschweizer Radio. Drittes Programm

VSE hat für seine schweizerische Polit-Konsumenten- Troisième programme de la radio romande

Aktion einen ausländischen Träger ausgesucht.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

Rapport écrit du Conseil fédéral

'1. Weder die Bestimmungen der Lebensmittelgesetzge- Wortlaut der Interpellation vom 2. März 1982

bung (LMG bzw. LMV) noch des Gesetzes über den unlau-

teren Wettbewerb (UWG) verbieten es, auf Packungen von Seit Ende Februar sendet das Westschweizer Radio ein

drittes Programm auf UKW.

Lebensmitteln oder Bedarfsgegenständen des täglichen

Gebrauchs Werbung zu treiben. Nach Pressemeldungen werden die Hörer im Jura dieses

Programm allerdings nicht sofort empfangen können, weil

2. Die Werbung des Verbandes der Schweizerischen Elek- die PTT die erforderlichen Relaisstationen nicht vor drei bis

trizitätswerke (VSE) bzw. der Elektrowirtschaft (ELWI) auf vier Jahren installiert haben werden. Das gleiche Problem

den Corn-Flakes-Packungen der Firma Kellog für einen ver- stellt sich übrigens für Stereosendungen.

nünftigen Umgang mit Strom stellt nach Ansicht des Bun- Die Hörer im Jura müssen aber genau die gleichen Konzes-

desrates keine politische Indoktrination dar, obgleich nicht sionsgebühren bezahlen, wie jene, die bereits in den

zu übersehen ist, dass insbesondere die Packung mit dem Genuss der neuen SRG-Leistungen kommen.

Werbeaufdruck «Was weisst Du vom Strom?» anhand von

13 Beispielen die universelle Verwendbarkeit und Nützlich- Wir fragen daher den Bundesrat:

keit der elektrischen Energie preist. 1. Ob die PTT in diesem Fall gegenüber einem Teil der

Hörer in der Westschweiz nicht ihren verfassungs- und

3. Die Vorschriften des UWG finden nur auf den wirtschaft-

lichen Wettbewerb Anwendung. Weder aus den beanstan- gesetzmässigen Pflichten zuwiderhandeln?

deten Packungen selbst noch aus der Begründung des 2. Ob die PTT nicht veranlasst werden sollten, den Abon-

Interpellanten lässt sich ein Missbrauch des wirtschaftli- nenten, die wegen der PTT das dritte Programm nicht emp-

chen Wettbewerbs erkennen, setzt doch ein solcher Miss- fangen können, so lange einen Ausgleich anzubieten (z. B.

brauch voraus, dass durch täuschende oder andere Mittel eine Reduktion der Radiokonzessionsgebühr), bis dieses

gegen die Grundsätze von Treu und Glauben verstossen Programm in der ganzen Westschweiz empfangen werden

werde. Hingegen erscheint es als unbestritten, dass der kann?

VSE und die ELWI mit ihren Informationen auf Kellogg-Pak-

kungen Argumente in der politischen Auseinandersetzung Texte de l'interpellation du 2 mars 1982

um die Atomenergie zur Geltung bringen können. Dès la fin du mois de février, la radio romande émet un troi-

Zum Schütze des Konsumenten vor gesundheitlichen sième programme sur onde's ultra-courtes.

Nachteilen und vor Täuschung sind auch die Bestimmungen Mais selon les informations parues dans la presse, les audi-

der LMV bestimmt. Die besonderen Vorschriften über die teurs des régions jurassiennes ne pourront pas capter

Anpreisung betreffen jedoch nur die Anpreisung von immédiatement ces émissions car les relais nécessaires de

Lebensmitteln, nicht aber die Anpreisung anderer Waren rediffusion ne seront pas mis en place, par les PTT, avant

auf Lebensmittelpackungen. Es ist somit zulässig, auf einer trois ou quatre ans. Le problème se pose d'ailleurs de la

Warenpackung Werbetexte politischen oder kommerziellen même façon pour la stéréophonie.

127-N

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Euler Warenpackungen. Politische Propaganda

Interpellation Euler Emballages commerciaux. Propagande politique

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1982

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Sommersession

Session Session d'été

Sessione Sessione estiva

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 82.342

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 25.06.1982 - 08:00

Date

Data

Seite 1000-1001

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Ref. No 20 010 598

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