Switzerland: Extradition and Military Defense Interpellations
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case involves two separate interpellations. The first, concerning extradition requests from Turkey, states that two individuals are in extradition custody in Switzerland. Their extradition will be decided according to the European Convention on Extradition and Swiss law, which allows for political considerations to be raised. The second interpellation, regarding military national defense, addresses a report by the Swiss Officers' Society proposing improvements to the army. The Federal Council acknowledges the report and states that while they consider such proposals, they must also balance them with financial and resource constraints, and that decisions on army expansion are still under study.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 3 EAUe; Switzerland: Extradition and Military Defense Interpellations: The first, concerning extradition requests from Turkey, states that two individuals are in extradition custody in Switzerland. Their extradition will be decided according to the European Convention on Extradition and Swiss law, which allows for political considerations to be raised. The second interpellation, regarding military national defense, addresses a report by the Swiss Officers' Society proposing improvements to the army. The Federal Council acknowledges the report and states that while they consider such proposals, they must also balance them with financial and resource constraints, and that decisions on army expansion are still under study.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Interpellation Hofmann 1450 N 8 octobre 1982
Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fra- direkt zugestellt erhielten, hat der Bundesrat Kenntnis von
gen: den darin erhobenen Forderungen und den bezüglichen
1. Wieviele Personen in der Schweiz sind von den Ausliefe- Lösungsvorschlägen.
rungsbegehren betroffen? Hiermit ersuche ich den Bundesrat, zu folgenden Fragen
2. Wie ist die Haltung des Bundesrates gegenüber diesen Stellung zu nehmen:
Auslieferungsbegehren? a. Welche von der Schweizerischen Offiziersgesellschaft im
3. Kann er zusichern - im Wissen darum, dass jede «linke» zitierten Bericht geforderten Massnahmen zur Verbesse-
politische Opposition gegen das heutige türkische Regime rung der militärischen Landesverteidigung gedenkt der
als «kriminelles Vergehen» eingestuft wird -, dass keine Bundesrat in den nächsten fünf Jahren in die Wege zu leiten
Person, die sich in der Schweiz aufhält, an das türkische und zu verwirklichen? Welche Lücken bleiben bestehen?
Militärregime ausgeliefert wird? b. Welche zusätzlichen Kredite - bezogen auf die im
Finanzplan vorgesehenen - sollten in den nächsten fünf
Texte de l'interpellation du 21 juin 1982 Jahren bewilligt werden können, um diese verbleibenden
Le Gouvernement turc a adressé aux Gouvernements de Lücken zu schliessen?
RFA, de Suisse, de Belgique, des Pays-Bas et de Yougosla-
vie des demandes d'extradition visant au total 81 ressortis- Texte de l'interpellation du 25 Janvier 1982
sants turcs, inculpés «d'actes criminels». Quelques-unes Récemment, la Société suisse des officiers a publié un rap-
de ces personnes risquent la peine de mort dans leur pays port initulé «Unsere Armee der neunziger Jahre» (Notre
d'origine. armée dans les années 90). Elle y souligne les lacunes que
Cela étant, je pose au Conseil fédéral les questions sui- présente notre défense nationale et propose des mesures
vantes: propres à les combler.
1. Combien de personnes résidant en Suisse sont concer- Les auteurs dudit rapport en ont adressé directement un
nées par les demandes d'extradition susmentionnées? exemplaire à chacun des membres du Conseil fédéral et
des Chambres fédérales. Le Conseil fédéral a donc
2. Quelles suites a-t-il décidé de donner à ces demandes?
connaissance des demandes formulées et des solutions
3. Sachant qu'en Turquie toute opposition politique «de proposées dans ce document.
gauche» au régime actuel est taxée d'acte criminel, peut-il J'invite donc le Conseil fédéral à répondre aux questions
nous donner l'assurance qu'aucun ressortissant de cet Etat suivantes:
qui réside dans notre pays ne sera remis aux mains du
a. Dans le rapport susmentionné, la Société suisse des offi-
régime militaire turc?
ciers à préconisé un certain nombre de mesures visant à
Mitunterzeichner - Cosignataires: Carobbio, Dafflon, Mag- renforcer notre défense nationale militaire. Parmi ces
nin (3) mesures, quelles sont celles que le Conseil fédéral entend
mettre en œuvre ces cinq prochaines années? Quelles
Schriftliche Begründung - Développement par écrit lacunes reste-t-il à combler?
Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht b. Quels sont les montants des crédits supplémentaires -
eine schriftliche Antwort. par rapport à ceux qui sont inscrits dans le plan financier -
qu'il conviendrait d'ouvrir ces cinq prochaines années pour
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
combler ces lacunes?
Rapport écrit du Conseil fédéral
In der Schweiz sind zurzeit zwei Personen aufgrund türki- Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun.
scher Ersuchen in Auslieferungshaft. Ihre Auslieferung rich-
tet sich nach dem Europäischen Auslieferungsübereinkom- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
men (SR 0.353.1) und dem Auslieferungsgesetz (SR 353.0). Viele unserer Mitbürger sind - angesichts der gegenwärti-
Im Verfahren können auch Einwände geltend gemacht wer- gen militärischen Machtverhältnisse in Ost und West - in
den, die mit politischen Anschauungen des Verfolgten Sorge um die Erhaltung des Friedens. Die Schweiz, die seit
zusammenhängen (vgl. Art. 3 EAUe). Es ist dann Sache des Bestehen des Bundesstaates stets eine Politik der Frie-
Bundesgerichtes, über die Auslieferung zu entscheiden. denssicherung und der bewaffneten Neutralität betreibt, hat
Häufig wird der Einwand der politischen Verfolgung jedoch dabei die Verpflichtung, ihr Territorium glaubhaft verteidigen
gar nicht erhoben (z. B. bei Betäubungsmittelhandel). zu können.
In diesem Zusammenhang erarbeiteten unlängst mehrere
Präsidentin: Die Interpellantin erklärt sich von der Antwort Arbeitsgruppen der Schweizerischen Offiziersgesellschaft
teilweise befriedigt. Vorschläge zur Verbesserung unserer Armee im Hinblick
auf die neunziger Jahre. In einem Bericht, betitelt «Unsere
Armee der neunziger Jahre», veröffentlichte nun die
Schweizerische Offiziersgesellschaft ihre diesbezüglichen
Vorschläge. Die Arbeiten, so erklärt die Schweizerische
82.301 Offiziersgesellschaft, gingen von der Voraussetzung aus,
dass die Basiselemente, die unserem heutigen Armee- und
#ST#
Interpellation Hofmann Einsatzkonzept zugrunde liegen, beibehalten werden müs-
Militärische Landesverteidigung. Verbesserung sen. Als realistische Lösung der Probleme habe sich eine
evolutionäre Entwicklung im Rahmen der militärischen und
Défense nationale militaire. Renforcement politischen Möglichkeiten unseres Landes abgezeichnet.
Ein schrittweises Vorgehen in der Zukunftsgestaltung unse-
rer Armee erfordere eine langfristige Planung mit eindeuti-
gen Prioritäten. Diese Prioritäten würden durch die Bedro-
hungslage gesetzt und sollten durch ein entsprechendes
Wortlaut der Interpellation vom 25. Januar 1982 Handeln der obersten Verantwortlichen unseres Staates
Die Schweizerische Offiziersgesellschaft veröffentlichte beachtet werden. Einer verschärften Bedrohungslage ste-
kürzlich einen Bericht, betitelt «Unsere Armee der neunzi- hen nach dem erwähnten Bericht mehrere, zum Teil erhebli-
ger Jahre», in dem sie über Lücken in unserer militärischen che Lücken in unserer militärischen Landesverteidigung
Landesverteidigung und über Vorschläge zu deren Schlies- gegenüber.
sung orientiert. Die empfindlichsten Lücken erblickt die Schweizerische
Da die Mitglieder des Bundesrates und der eidgenössi- Offiziersgesellschaft nicht in der Konzeption und Organisa-
schen Räte den genannten Bericht von den Verfassern tion, sondern in der Ausrüstung und teilweise in der Ausbil-
8. Oktober 1982 N 1451 Interpellation de Capitani
düng unserer Armee. Als besonderes Problem erachtet die scher Überlegungen über die Zukunft unserer militärischen
Schweizerische Offiziersgesellschaft die Stellung der Landesverteidigung damit eine willkommene Erweiterung.
schweizerischen Hauptwaffe, der Infanterie, die mit ihrem Der Bundesrat hat mit wohlwollendem Interesse von der
heutigen Schutzgrad und der derzeit vorhandenen Bewaff- Studie Kenntnis genommen. Es liegt in der Natur der
nung in den neunziger Jahren nicht mehr in der Lage wäre, Sache, dass sich die Offiziersgesellschaft in ihren Vorschlä-
ihre Aufträge zu erfüllen. gen in erster Linie auf die Bedarfsseite ausrichtet, während
Als Hauptforderung verlangt die Schweizerische Offiziers- Militärdepartement und Bundesrat bei ihren planerischen
gesellschaft, dass die Bedienungsmannschaften unter gün- Arbeiten auch einschränkende Rahmenbedingungen - ins-
stigen Bedingungen eine faire Ersatz- und Trefferchance besondere diejenigen im Bereich der Bundesfinanzen, der
haben müssen und dass die Geschosse auch modernes verfügbaren Ausbildungsplätze und des Personals für
Gerät möglicher Gegner zerstören können. Nach Auffas- Unterhalt und Ausbildung - berücksichtigen müssen. Wie
sung der Schweizerischen Offiziersgesellschaft sind diese wir bereits in unserer Antwort auf die Einfache Anfrage
Grundanforderungen bei der Panzerabwehr und bei der Herczog vom 15. März 1982 festgestellt haben, sind wir
Fliegerabwehr teilweise nicht mehr gegeben. deshalb gezwungen, strenge Prioritäten zu setzen. Die glei-
Bei der Infanterie handelt es sich um die folgenden Forde- che Problematik stellt sich für die Landesverteidigung auch
rungen der Schweizerischen Offiziersgesellschaft: auf anderen Gebieten, wenn private Organisationen und
Fachverbände ihre Bedürfnisse anmelden oder ihre Wün-
1. Das Regiment als Kampfgruppe muss eine möglichst
sche formulieren.
grosse taktische Autonomie erhalten.
Die in der Interpellation gestellten Fragen berühren unmit-
2. Entscheidend ist die Verbesserung der Panzerabwehr- telbar den Ausbau der Armee nach 1984. Dieser ist zurzeit
Kapazität in der Regimentskampfgruppe der Infanterie. Die Gegenstand intensiver Studien und Untersuchungen im
Hohlladungsgeschosse müssen verbessert werden und Militärdepartement und in der Kommission für militärische
sind durch Waffen mit Wuchtgeschossen zu ergänzen, um Landesverteidigung. Sie sind noch nicht so weit gediehen,
auch die Panzerung neuer Panzergenerationen mit Sicher-, dass die Öffentlichkeit orientiert werden könnte. Sobald der
heit durchschlagen zu können. Bundesrat von den Anträgen des Militärdepartements
3. Das Regiment benötigt mobile und gepanzerte Panzer- Kenntnis genommen und gleichzeitig über den Finanzplan
abwehrmittel sowie gepanzerte Unterstützungswaffen (z. B. für die nächsten Jahre entschieden haben wird, werden die
Panzerminenwerfer), damit es im Rahmen der Kampfgruppe Militärkommissionen der eidgenössischen Räte orientiert
Schwergewichte bilden kann. und Parlament und Öffentlichkeit über unsere Absichten in
4. Mindestens eine Einheit im Regiment muss in Schützen- Kenntnis gesetzt.
panzern splitter-.und AC-gesichert eingesetzt werden kön-
nen. Nur so ist eine Regimentsreserve denkbar, die mit der Präsidentin: Der Interpellant erklärt sich von der Antwort
raschen Verschiebbarkeit und Gefechtsbeweglichkeit infan- nicht befriedigt.
teristische Angriffskapazität gewährleistet.
5. Das Infanterieregiment muss in der Lage sein, sich
gegen direkte Luftangriffe (Jagdbomber und Helikopter) zu
schützen und bei Luftlandungen die Lufttransportmittel zu #ST# 82.387
bekämpfen.
6. Raketenrohre und Hohlpanzergranaten auf Stufe Einheit Interpellation de Capitani
sind durch ein wirksames stufengerechtes Panzerabwehr- Schweizerische Militärdelegation in der DDR
system zu ersetzen. Délégation militaire suisse en RDA
7. Alle Kampfmittel müssen voll nachttauglich sein.
8. Luftmobile Transportkapazität mit Schwergewicht für
den Alpenraum muss verfügbar sein.
9. Im Rahmen der passiven Panzerabwehrmassnahmen
müssen neue Verminungstechniken eingeführt werden. Wortlaut der Interpellation vom 7. Juni 1982
10. Zur Verbesserung der Überlebenschancen der Infante- Am 13. Mai hat eine schweizerische Militärdelegation dem
rie sind neben dem weiteren Bau von permanenten Unter- Verteidigungsminister der DDR einen offiziellen Besuch
ständen vorfabrizierte Unterstände vorsorglich bereitzustel- abgestattet. Sie führte dabei auch Gespräche mit hohen
len. Die Baukapazität zugunsten des Infanterieregiments Offizieren der DDR. Ich frage den Bundesrat an:
soll erhöht werden. 1. Welche schweizerischen Interessen haben den Bundes-
Diese Forderungen wie auch jene bezüglich der mechani- rat veranlasst, diesen Besuch zu organisieren?
sierten Truppen, der Artillerie, der Flieger- und Fliegerab- 2. Ist dem Bundesrat bekannt, dass die DDR im Rahmen
wehrtruppen sowie bezüglich der Ausbildung zielen in der östlichen Spionage gegen die Schweiz eine führende
erster Linie auf die Schliessung der Lücken in unserer mili- Rolle spielt? Hält er solche offiziellen Besuche mit der
tärischen Landesverteidigung hin. durch diese massive Spionagetätigkeit zum Ausdruck kom-
Der Bundesrat wird ersucht, zu diesen Forderungen menden feindseligen Haltung der DDR gegenüber unserem
gemäss den in der Interpellation gestellten Fragen Stellung Land für vereinbar?
zu beziehen. 3. Gibt sich der Bundesrat Rechenschaft darüber, dass ein
grosser Teil unseres Volkes solche Besuche nicht ver-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates steht? Ist er nicht auch der Meinung, dass unserem Selbst-
Rapport écrit du Conseil fédéral behauptungswillen ein schlechter Dienst erwiesen wird,
Es gehört zu den Merkmalen unseres Wehrwesens, dass wenn die hemmungslose Spionage der DDR durch solche
sich breite Kreise für die Probleme der Sicherheitspolitik sogenannten Freundschaftsbesuche verharmlost wird?
und der militärischen Landesverteidigung interessieren. 4. Glaubt der Bundesrat, dass durch solches Entgegen-
Viele Bürger befassen sich ausserdienstlich einzeln oder in kommen ein Regime, wie dasjenige der DDR, zu einer
Vereinen mit solchen Fragen. Unsere Milizarmee ist auf Änderung seiner Haltung veranlasst werden könnte? Wäre
diese freiwillige Mitarbeit angewiesen. es nicht eher erfolgsversprechend, die heutige Haltung der
Wenn die Schweizerische Offiziersgesellschaft in einer Stu- DDR mit ablehnender Zurückhaltung zu beantworten?
die unter dem Titel «Unsere Armee in den neunziger Jah-
ren» ihre eigenen Vorstellungen über den zukünftigen Aus- Texte de l'interpellation du 7juin 1982
bau der Armee veröffentlicht, leistet sie einen wertvollen Le 13 mai, une délégation militaire suisse a fait une visite
Diskussionsbeitrag, erfährt doch das Spektrum planeri- officielle au ministère de la défense de la République démo-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Hofmann Militärische Landesverteidigung. Verbesserung
Interpellation Hofmann Défense nationale militaire. Renforcement
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1982
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 82.301
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 08.10.1982 - 08:00
Date
Data
Seite 1450-1451
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Ref. No 20 010 843
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