Swiss Federal Council v. Edible Oil Importers
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Council increased surcharges on imported edible oils and fats to compensate for a rise in the domestic milk price, aiming to maintain a stable price relationship between butter and its substitutes like margarine. The court ruled that while this surcharging system is a blunt instrument, it is necessary to protect domestic dairy producers and the federal budget from increased costs associated with potentially higher milk prices and reduced butter consumption, despite acknowledging that not all affected products are direct butter substitutes.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 29 Bundesverfassung; Swiss Federal Council v. Edible Oil Importers: The court ruled that while this surcharging system is a blunt instrument, it is necessary to protect domestic dairy producers and the federal budget from increased costs associated with potentially higher milk prices and reduced butter consumption, despite acknowledging that not all affected products are direct butter substitutes.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited to argue that the increased levies on essential foodstuffs are unconstitutional.
Volltext
Huiles et graisses comestibles. Supplément de prix 1146 N 27 septembre 1982
Präsidentin: Die Kommission beantragt Ihnen, auf die Vor- Zur Gewährleistung des Absatzes muss Butter allerdings
lage einzutreten und dem Bundesbeschluss über die nach wie vor - je nach Sorte - um 4 bis 8 Franken pro Kilo
Genehmigung von zolltarifarischen Massnahmen zuzustim- zugunsten aller mit Mitteln aus der Bundeskasse verbilligt
men. - Es .wird kein anderer Antrag gestellt; Sie haben vom werden. Diese Verbilligung zugunsten aller wirkt sich aber
Bericht Kenntnis genommen. in der Milchrechnung nur zuungunsten der Produzenten
aus.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Zwangsläufig verschlechtert ein Butterpreisaufschlag das
Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Preisverhältnis zu den Speiseölen und -fetten, ganz beson-
ders zur Margarine. Butter darf aber nicht - wie vielfach
Gesamtberatung - Traitement global du projet argumentiert wird - nur mit Margarine in Beziehung gesetzt
werden. In der Küche, in Bäckereien und Biskuitsfabriken
Titel und Ingress, Art. 1 und 2 steht die Butter auch mit Speisefetten und -ölen in Konkur-
Titre et préambule, art. 1 et 2 renz.
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Im Zusammenhang mit Butterpreiserhöhungen mussten
auch die Preiszuschläge auf ausländische Fettstoffe ange-
Für Annahme des Beschlussentwurfes 95 Stimmen passt werden. Hätte man dies nicht getan, wäre die Diffe-
(Einstimmigkeit) renz zwischen Butter und Substitutionsprodukten noch
An den Ständerat - Au Conseil des Etats grösser geworden. Der Verbrauch hätte sich noch stärker
auf die billigen Speiseöle und -fette verlagert. Wie Herr Bun-
despräsident Honegger in der Kommission ausführte, ist
die Anpassung der Preiszuschläge jedes Mal eine heikle
Angelegenheit, es müssen jeweils verschiedene Aspekte
#ST# 82.048 berücksichtigt werden. Im übrigen sei nicht bei jeder But-
Speiseöle und Speisefette. Preiszuschläge terpreiserhöhung automatisch eine Erhöhung der Preiszu-
schläge vorgenommen worden. Zum Beispiel sind im Juli
Huiles et graisses comestibles. 1979 nur die Butterpreise angehoben worden. Die heutige
Supplément de prix Preisrelation zwischen Margarine, Kochbutter und Vorzugs-
butter ist 1 zu 3 zu 4. Bundesrat und Kommissionsmehrheit
Botschaft und Beschlussentwurf vom 31. August 1982 (BBI II, 941) sind der Auffassung, zufolge des letzten Butterpreisauf-
Message et projet d'arrêté du 31 août 1982 (FF II, 965) schlages mussten auch die Preiszuschläge erhöht werden.
Nebenbei bemerkt, ist dies auf den 1. Juli 1982 geschehen.
Die eidgenössischen Räte haben das jeweils in der nächst-
folgenden Session zu beurteilen. Die alleinige Verteuerung
der Butter hätte bestimmt zu einem Überschreiten der Reiz-
Antrag der Kommission schwelle - d. h. tendenziell und längerfristig eine Abwande-
Eintreten rung der Konsumenten zu den heute bis viermal billigeren
Substitutionsprodukten - geführt. Herr Bundespräsident
Antrag Biel Honegger gab zu, dass die vorgenommene Erhöhung der
Nichteintreten Preiszuschläge eine generelle und deshalb eine grobe
Massnahme sei, die auch Produkte, wie beispielsweise
Proposition de la commission Salatöl, treffe, die nicht in einem direkten Konkurrenzver-
Entrer en matière hältnis zur Butter stehen; aber mangels differenzierterer
Instrumente mussten diese Nachteile in Kauf genommen
Proposition Biel werden. Auch die direkt Interessierten hätten bisher kein
Ne pas entrer en matière anderes System vorschlagen können. Andererseits ist noch
einmal zu betonen, dass das Konkurrenzverhältnis weit
Risi-Schwyz, Berichterstatter: Am I.Juli 1982 hat der Bun- über jenes von Butter/Margarine hinausgeht.
desrat den bäuerlichen Preisbegehren teilweise stattgege- Zum Schluss sei noch auf den sogenannten Käse-Butter-
ben und insbesondere beschlossen, den Milchgrundpreis Plan hingewiesen. Wir alle haben ein eminentes Interesse
um 5 Rappen zu erhöhen. Die Verbesserung des bäuerli- daran, dass der Butterverbrauch mindestens nicht zurück-
chen Einkommens stützte sich auf die Lagebeurteilung der geht. Die Inlandproduktion bringt uns durch die Verbilligung
Buchhaltungsbetriebe. Wie Sie der Botschaft entnehmen weit grössere Verluste als Produktion und Verkauf von
konnten, war der Bundesrat zu dieser Grundpreiserhöhung Käse. Wir sind alle am Import billiger Butter zur Entlastung
nur unter der Voraussetzung bereit, dass dem Bund daraus der Milchrechnung interessiert. Der Preiszuschlag auf
keine zusätzliche finanzielle Belastung erwachse. Um die importierten Fettstoffen wird gemäss Vorschlag des Bun-
Milchrechnung zu schonen, hat der Bundesrat denn auch desrates um 30 Franken erhöht; der Bundesrat ist bei sei-
die Preisverbesserung so weit wie möglich auf die Konsu- nem Antrag also weit unter dem vollen, gerechtfertigten
menten abgewälzt. Das heisst, dass keine 100prozentige Ausgleich von 80 Franken geblieben. Die Auswirkungen auf
Überwälzung stattgefunden hat. Die Grundpreiserhöhung den Index der Konsumentenpreise machen gemäss Bot-
um 5 Rappen (inklusive Höherbewertung der Magermilch) schaft 0,02 Prozent aus.
verteuert die Butter um 96 Rappen pro Kilo. Eine Ablehnung dieser Vorlage würde sich in der Milchrech-
Gleichzeitig waren verschiedene Margenverbesserungen, nung negativ auswirken. Die Kommission hat sich mit 10 zu
die nicht den Produzenten angelastet werden können, zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen für Zustimmung ausgespro-
behandeln. Aus diesen Margenverbesserungen resultierte chen. Ich bitte Sie, auf die Vorlage einzutreten und ihr zuzu-
eine zusätzliche Verteuerung um 20 Rappen pro Kilo. Diese stimmen.
Mehrkosten von insgesamt ungefähr 8 Millionen Franken
gehen zulasten der Milchrechnung. Da sich jedoch - M. Coutau, rapporteur: Le Conseil fédéral demande au Par-
zufolge der Preiserhöhung auf Butter um 1 Franken - die lement de ratifier la décision qu'il a prise, avec effet au
Einnahmen aus der Importabgabe auf Butter bei unverän- 1er juillet dernier, de majorer de 30 francs les suppléments
dertem Verbrauch erhöhen werden, dürfte im Endeffekt de prix prélevés sur les matières grasses comestibles
eine ausgeglichene Rechnung erwartet werden. importées.
Durch Anhebung der Butterpreise um 1 Franken werden La procédure prévue pour ce genre d'affaire est fixée à
Kochbutter und eingesottene Butter für den Konsumenten l'article 30, 3e alinéa, de l'arrêté fédéral sur le statut du lait.
erstmals teurer als im Sommer 1967; ich bitte Sie, das zur Avant de majorer ces suppléments, le Conseil fédéral doit
Kenntnis zu nehmen: erstmals teurer als im Sommer 1967! entendre les milieux intéressés ainsi que la Commission
27. September 1982 N 1147 Speiseöle und Speisefette. Preiszuschläge
consultative pour l'exécution de la loi sur l'agriculture. Une au producteur. La majoration proposée pourrait contribuer
fois sa décision prise, le Conseil fédéral doit la soumettre à à faire de cet ajustement automatique une règle implicite.
l'Assemblée fédérale au cours de la session qui suit immé- 4. Tous les produits frappés par les suppléments de prix ne
diatement. Le Parlement décide enfin si, et dans quelle sont pas des substituts aux produits laitiers suisses. Un
mesure, ces nouveaux suppléments de prix doivent être système plus différencié serait nécessaire.
maintenus. C'est cette décision que nous devons prendre
Le Conseil fédéral a tenu compte de ces facteurs en ne
aujourd'hui une nouvelle fois.
reportant pas intégralement l'augmentation du prix du
En effet, cet exercice est devenu quasi rituel et il se répète
beurre sur les suppléments de prix sur les huiles et les
de plus en plus fréquemment depuis 1975. Quatre majora-
graisses comestibles étrangères.
tions sont intervenues au cours de ces sept années, faisant
Pour sa part, la commission a examiné aussi ces objec-
ainsi passer progressivement cette surtaxe de 55 à 175
tions. Tout en reconnaissant la pertinence de certaines
francs par cent kilos de poids brut. Le dernier en date des
d'entre elles, à une majorité de dix voix contre quatre et
débats que nous avons consacrés à cette majoration
trois abstentions, elle vous invite à admettre cette nouvelle
remonte à la session de mars 1981. Je peux donc être
majoration.
assez bref dans le rappel du rôle et du mécanisme des sup-
C'est en effet le souci, tout d'abord, de préserver à la fois le
pléments de prix prélevés sur les importations d'huiles et
revenu des agriculteurs et d'éviter d'éventuelles charges
de graisses comestibles.
supplémentaires au budget de la Confédération qui l'a
Leur but consiste à éviter que des importations massives
emporté. D'autre part, en portant atteinte au système
de produits de substitution à bas prix ne viennent entraver
actuel, on risquait de déclencher toute une série de pertur-
l'écoulement de produits laitiers indigènes. Il s'agit en parti-
bations dans un mécanisme compliqué que je viens de
culier de ne pas laisser la différence de prix entre le beurre
vous décrire. Toute possibilité de modifier le système actuel
et la margarine importée atteindre une proportion qui
n'est toutefois pas écartée; elle devrait permettre de nuan-
détourne le consommateur d'acheter le produit suisse,
cer davantage ces suppléments de prix par rapport aux
faute de quoi, les charges incombant à la Confédération au
produits importés qui ne constituent pas des substituts
titre du financement du déficit du compte laitier s'en trouve-
directs pour les produits de l'agriculture indigène, en parti-
raient lourdement majorées, ou alors le volume de lait com-
culier, on l'a dit dans le cas des huiles à salade.
mercial, voire son prix garanti, devrait être réduit. Toutes les
Pour tous ces motifs, je vous invite, au nom de la commis-
conséquences ne peuvent être envisagées, soit en raison
sion, à ratifier la décision du Conseil fédéral.
de la situation des finances fédérales, soit compte tenu de
la nécessité de garantir le revenu agricole.
Au contraire, c'est précisément l'augmentation de 5 cen- Präsidentin: Herr Biel stellt einen Nichteintretensantrag. Er
times par kilo de lait, versée dès le 1er juillet dernier au pro- hat das Wort zur Begründung.
ducteur, qui a rendu nécessaire la nouvelle augmentation
des suppléments de prix dont nous parlons. Ce nouveau Biel: Alle Jahre wieder! Aber damit wird dieses Geschäft
prix du lait a en effet été - sur décision du Conseil fédéral - nicht besser, im Gegenteil. Wir haben gemäss den Unterla-
répercuté sur les prix de vente de tous les produits laitiers, gen zu untersuchen, ob die Erhöhung der Preiszuschläge
soit pour le beurre, un relèvement de 1 franc par kilo. Dès um gut 20 Prozent erstens einmal die gesetzlichen Voraus-
lors, la différence de prix entre le beurre suisse et la marga- setzungen erfüllt und zweitens, ob der Bundesrat seinen
rine étrangère devenant encore plus sensible, elle risquait Ermessensspielraum nicht überschritten hat.
de dissuader le consommateur de beurre, qui serait induit à Bereits die Ausführungen des welschen Kommissionsrefe-
trouver dans la margarine un produit de substitution avanta- renten, die bemerkenswerterweise etwas anders getönt
geux. haben als die Ausführungen des Präsidenten, der natürlich
Dans cette hypothèse, il faudrait réduire les importations de behauptet hat, 80 Franken Preiserhöhung wären gerechtfer-
beurre étranger pour laisser la priorité à l'écoulement du tigt gewesen - er hat einfach die These der Fordernden
beurre suisse. Or, les taxes prélevées sur les importations übernommen -, sollten Ihnen gezeigt haben, wie problema-
de beurre étranger viennent largement alimenter le compte tisch dieses Geschäft ist. Wenn man konsequent wäre, Herr
laitier. La diminution de cette recette alourdirait donc la Coutau, müsste man eigentlich aufgrund Ihrer Bemerkun-
charge que le compte laitier fait peser.sur les finances fédé- gen sagen: Die rechtlichen Voraussetzungen sind nicht
rales. On conviendra que ce n'est pas le moment. mehr gegeben, und der Bundesrat ist weit über seinen
C'est pourquoi votre commission vous demande de ratifier Ermessensspielraum hinausgegangen.
cette nouvelle majoration des suppléments de prix sur les Letztes Jahr im März hatten wir hier im Nationalrat über die-
huiles et les graisses comestibles importées. Elle le fait non ses gleiche Geschäft - es war auch eine Erhöhung - eine
sans avoir toutefois examiné plusieurs objections émises à Diskussion. Damals habe ich dem Bundesrat einige Fragen
l'égard du système actuel et de l'ampleur qu'il a permis de gestellt, die er mir nicht beantwortet hat. Er ist ausgewi-
donner à ces suppléments de prix. La commission a notam- chen mit einigen allgemeinen Sätzen und hat auf die Bot-
ment pris connaissance des avis très réservés, sinon totale- schaft verwiesen. Ich hoffe, Herr Bundespräsident, dass Sie
ment négatifs, des milieux intéressés non agricoles. Ces heute auf meine Fragen eingehen und sie konkret beant-
réserves se sont d'ailleurs reflétées dans une majorité worten.
négative qui s'est dégagée au sein de la commission Kommen wir zum ersten Fragenkomplex: Nach Artikel 29
consultative pour l'exécution de la loi fédérale sur l'agricul- der Bundesverfassung dürfen lebensnotwendige Nahrungs-
ture. mittel bei der Einfuhr nur gering belastet werden. Ich frage
On peut résumer brièvement ces oppositions en quatre Sie nun ganz konkret nach dem Stellenwert dieses Verfas-
points particuliers: sungsartikels. Erdnussöl wird nach den neuen Beschlüssen
1. Les suppléments de prix ont atteint un niveau tel qu'ils an der Grenze zu 173,4 Prozent des Warenwertes belastet,
font plus que doubler le prix de certains produits importés, Sonnenblumenöl zu 196,3 Prozent und Sojaöl zu 237,5 Pro-
pourtant d'usage courant. Cette surcharge serait dispro- zent (Totalbelastung mit allen Abgaben).
portionnée. Letztes Jahr, als wir diskutiert haben, schritt nach meinen
Ausführungen Kollege Fritz Hofmann mit einem wohlvorbe-
2. Le risque de transfert de la consommation de beurre
reiteten Manuskript auf die Tribüne und erklärte mit seiner
vers la margarine, en cas de différence de prix plus impor- gewohnt liebenswürdigen Stimme, meine Ausführungen
tante, n'est pas démontré ni, par conséquent, les autres strotzten vor Irrtümern. Herr Hofmann, Sie haben heute die
inconvénients qui découleraient de ce transfert. Gelegenheit, diese Irrtümer zu widerlegen. Sind das strot-
3. Ni la loi sur l'agriculture ni l'arrêté sur le statut du lait zende Irrtümer, diese Zahlen, diese Belastungen, die ich
n'établissent l'automaticité de la majoration des supplé- Ihnen nun genannt habe?
ments de prix en cas d'augmentation du prix du lait versée Vom Herrn Bundespräsidenten möchte ich nun doch wis-
Huiles et graisses comestibles. Supplément de prix 1148 N 27 septembre 1982
sen: Entsprechen solche Belastungen für ein Grundnah- sonst dürfte doch der Preis für die Milchprodukte nicht
rungsmittel, das wir immerhin zu 85 Prozent aus dem Aus- erhöht werden.
land einführen, noch der geltenden Verfassungsbestim- Ich komme noch zur Botschaft. Hier ist ein Novum drin.
mung? Einen Teil des Textes können Sie in früheren Botschaften
Zweiter Fragenkomplex: Öl und Fett werden heute alles in schon nachlesen, es ist immer das Gleiche. Aber Sie haben
allem gerechnet mit Fr. 237.85 belastet (es gibt nämlich einige neue Dinge. Neu ist - das ist sehr interessant, auf
nicht nur die Preiszuschläge darauf). Herr Hof mann, ist Seite 9 -, dass der Bundesrat nun dazu übergeht, Auskunft
auch das ein strotzender Irrtum, Fr. 237.85? zu geben, wer in der beratenden Kommission welche
Nun die Frage an den Herrn Bundespräsidenten: Warum Anträge stellt. Das war bisher nicht der Fall. Es heisst hier,
unterschlagen Sie diese Gesamtbelastung in Ihrer Bot- der Vertreter des Migros-Genossenschafts-Bundes habe
schaft? Wäre es nicht angezeigt gewesen, genau aufzuzei- Antrag gestellt. Da ich es war und hier sowieso antrete,
gen, was zu den Preiszuschlägen noch alles dazu kommt? sage ich es auch offen. Aber ich bin sehr überrascht über
Dritter Fragenkomplex: Öl und Fett werden mit den neuen die Tatsache, dass man nun dazu übergeht, hier offen zu
Belastungen stärker belastet als Alkohol und Tabak - sagen, wer welche Anträge gestellt hat. Herr Bundespräsi-
bekanntlich nicht unbedingt gesundheitsfördernde Pro- dent, das ist meine siebente Frage, darf ich erwarten, dass
dukte. Herr Hofmann, ist auch das ein strotzender Irrtum, Sie das auch in anderen Kommission künftig tun und dass
dass Öl und Fett stärker belastet werden als Alkohol oder Sie auch von anderen Wirtschaftskreisen darlegen, welche
Tabak? Anträge diese stellen?
Ich frage nun den Herrn Bundespräsidenten: Was sagt er Und ist es ein Novum, Herr Bundespräsident, dass man
zu diesem Vergleich? Ist er in der Lage, eine solche Politik dazu übergeht, in der Botschaft gewisse Stellungnahmen
zu vertreten, die dazu führt, dass man lebensnotwendige zu qualifizieren? Auf der Seite 9 heisst es: «Vom Migros-
Grundnahrungsmittel stärker belastet als Tabak und Alko- Genossenschafts-Bund wurde die vorgesehene Mass-
hol? Darf ich daraus schliessen, Herr Bundespräsident, nahme ebenfalls vehement bekämpft.» Es ist doch nur die
dass Ihnen offenbar «Öl am Hut» lieber ist als Öl am Salat? Verärgerung der Verwaltung darüber, dass offenbar im Vor-
Vierter Fragenkomplex: Es wird in diesen Vergleichen von bereitungsverfahren die Opposition stärker war als sie
Öl und Fett preislich immer für Butter argumentiert. Die geglaubt hat. Ich habe wahrscheinlich, wie die anderen Ver-
Schweiz ist und bleibt ein Butterkonsumland. In der treter, die hier opponiert haben, nicht vehementer argumen-
Schweiz konsumiert man 7,5 Kilogramm Butter pro Kopf tiert als die Vertreter der Landwirtschaft, die etwas fordern.
und nur 3,8 Kilogramm Margarine (wobei bei der Margarine Ich nehme an, dass das auch ein Novum ist, dass wir künf-
erst noch der industrielle und der Konsum der Grossver- tig eine Qualifizierung der Interventionen durch die Verwal-
braucher Inbegriffen sind). In der Bundesrepublik dagegen tung erfahren. Das ist sehr interessant.
sind es 7,1 Kilogramm Butter und 8,4 Kilogramm Margarine, Wir erwarten nun, dass diese Fragen gründlich geklärt wer-
in Holland 3,1 Kilogramm Butter und 13,4 Kilogramm Marga- den. Sie haben ja die Chance, Herr Bundespräsident, dass
rine. Trotz hohem Butterpreis haben wir in der Schweiz Sie uns vielleicht umstimmen können, wenn Sie ganz kon-
diese Verhältnisse; dafür gibt es offensichtlich Gründe, die krete Antwort auf diese Fragen geben und diese Antwort
nicht im Preislichen liegen. Kollege Schär, der als Präventiv- auch entsprechend ausfällt. Vorläufig wenigstens muss ich
mediziner etwas davon versteht, hat in der letzten Debatte im Auftrag unserer Fraktion Nichteintreten beantragen, weil
darauf hingewiesen. In der Schweiz werden total etwa die ganze Vorlage rein fiskalisch aussieht und ausgerichtet
26000 Tonnen Margarine verbraucht; davon allerdings nur ist. Sogar Herr Risi hat das in seinen Einführungsworten
41 Prozent in Privathaushalten und 59 Prozent von Gross- ganz offen gesagt. Sie finden es übrigens unter der Tabelle
verbrauchern und der Industrie. Ich nehme an, Herr Hof- auf Seite 4 der Botschaft. Hier wird ganz deutlich gesagt,
mann, Sie bestreiten das nicht und bezeichnen diese Zah- man hätte nur deshalb 5 Rappen mehr Milchpreis geben
len nicht als strotzenden Irrtum? können, weil damit die Bundeskasse nicht zusätzlich bela-
stet werde. Wie macht man das? Man schlägt einfach auf
Nun frage ich den Herrn Bundespräsidenten: Warum unter- einem anderen Produkt massiv auf und verwendet die Ein-
schlagen Sie diese Fakten in Ihrer Botschaft? Wäre es nicht nahmen für die allgemeine Bundeskasse, d. h., man redu-
richtig gewesen, einmal auch diese Relationen zu zeigen? ziert dadurch die Belastung der allgemeinen Bundeskasse.
Wir kommen zum fünften Fragenkomplex: Wir haben ein Wir importieren im Jahr alles in allem etwa 75 000 Tonnen Öl
einziges Produkt, nämlich Raps, das uns den Inlandanbau und Fett. Wenn Sie hier ,194 Franken Preiszuschläge auf-
an Fett oder an Öl ermöglicht. Mit dem Rapsöl haben wir schlagen, dürfte dies in einem Normaljahr gegen 140 bis
immer wieder Probleme. Im laufenden Jahr dürfte es mög- 150 Millionen Einnahmen ergeben. Das ist für mich eine
lich sein, die anfallende Produktion abzusetzen, aber der Steuer, nicht mehr eine zweckgebundene Abgabe, eine
bestehende Überhang an Lagern kann nur mit Mühe über- Lenkungsabgabe. Nach der Bundesverfassung dürfen Len-
haupt abgesetzt werden. Trotzdem hat der Bundesrat eine kungsabgaben nur zur Lenkung verwendet werden und
Erhöhung der Anbaufläche um 1000 Hektaren beschlossen. nicht für solche Zwecke.
Nun wird bekanntlich ziemlich viel Rapsöl für die Margarine- Ich beantrage Ihnen Nichteintreten.
herstellung verwendet. Je nach Produkt kann das bis 20
Prozent Beimischung geben. Anders könnte der beste- Präsidentin: Es folgen nun die Fraktionssprecher.
hende Rapsölanfall gar nicht verwertet werden. Also hat
doch die schweizerische Landwirtschaft alles Interesse am Mme Jaggi: Le rapporteur de langue française et M. Biel
Rapsöl - und damit auch am Margarineabsatz. Ich nehme aussi, entre d'autres, ont déjà signalé que nous sommes en
an, Herr Hofmann, Sie werden das bestätigen. Oder ist auch train de répéter un exercice qui a déjà été effectué, il y a un
das ein strotzender Irrtum, den ich hier anführe? peu plus d'une année, dans ce même hémicycle. Il faudra
Ich frage den Herrn Bundespräsidenten: Warum gibt er auf renouveler encore cet exercice, à moins que nous mettions
dieses Problem, das nämlich im Vorverfahren eingehend d'ici-là au point un système permettant d'éviter que la pro-
erörtert worden ist, keine Antwort in der Botschaft? chaine augmentation du prix du lait, dans la mesure où elle
Zum sechsten Fragenkomplex: Nach Landwirtschaftsge- sera de nouveau reportée sur les consommateurs de pro-
setz und Milchbeschluss muss der Ertrag dieser Preiszu- duits laitiers, ait les mêmes conséquences que jusqu'ici.
schläge dazu verwendet werden, entsprechende einheimi- A la base de ce véritable rituel, on trouve l'idée de la
sche Milchprodukte zu verbilligen. Ich stelle aber fest, dass concurrence entre la margarine et le beurre, la première
Sie die Preiszuschläge erhöht haben, und gleichzeitig sind étant considérée comme un produit de substitution du
auch diese Milchpr.odukte teurer geworden. Stimmt das, second, ce qui peut être admis. En revanche, il n'y a aucun
Herr Hofmann? Das ist kein Irrtum, nicht wahr? effet de substitution entre le beurre et les autres graisses,
Herr Bundespräsident, was sagen Sie zu meiner Feststel- particulièrement les huiles comestibles. Or, avec le système
lung? Hier wird doch das Gesetz nicht richtig angewendet, actuel, toutes les graisses et huiles comestibles importées
27. September 1982 N 1149 Speiseöle und Speisefette. Preiszuschläge
sont touchées indépendamment des produits finis dont letzten Sommer wegen der Milchpreiserhöhung angehoben
elles sont la base. werden. Soll der Butterkonsum nicht zurückgehen, muss
Le message admet que ce système indifférencié de prélè- auch der Margarinepreis hinaufgesetzt werden. Das kann
vements manque de finesse. Mais il considère cet inconvé- zurzeit nur durch die Erhöhung der Preiszuschläge auf ein-
nient comme inévitable et recommande de s'en accommo- geführten Speiseölen und Speisefetten erfolgen.
der, ce que ni le groupe socialiste, ni les consommateurs Bereits während der letzten Jahre ist der Absatz von Mar-
ne sauraient faire, d'autant qu'avec l'augmentation propo- garine gestiegen, währenddem der Butterabsatz stagnierte.
sée le système prend encore - dirais-je - du poids ou du Wir haben gehört, dass, um den Gleichgewichtspreis zwi-
ridicule, en tout cas de la disproportion. 125 millions par schen Butter und Margarine wieder herzustellen, eine Erhö-
années de surtaxes, voilà déjà un montant considérable; au hung der Preiszuschläge auf den importierten Ölen und Fet-
quintal le prix des surtaxes dépasse désormais la valeur ten von 80 Franken je Zentner notwendig wäre. Der Bun-
intrinsèque du produit, ce qui pose de façon pour le moins desrat schlägt nur 30 Franken vor. Dies ist somit das abso-
aiguë le problème de la proportionnalité. Cette relation doit lute Minimum. Würde nämlich der Butterkonsum zurückge-
être corrigée, au moins pour tous les produits qui ne peu- hen, hat dies namentlich zwei Folgen: Erstens kostspieli-
vent en aucun cas constituer un substitut du beurre dans gere Verwertungsmassnahmen zu Lasten unserer Milchre-
l'un ou l'autre de ses usages. Pratiquement, il faut avoir le chung, und zweitens den Rückgang der Butterimporte und
courage d'instituer ouvertement, si on le veut, si on le damit geringere Einnahmen auf Importbutter zur Entlastung
pense nécessaire du point de vue de la politique agricole, des Bundes. Ein Verzicht auf die Erhöhung der Preiszu-
un impôt sur la margarine, de concentrer sur ce produit les schläge auf eingeführten Speiseölen und Speisefetten
prélèvements que l'on veut faire pour éviter ou pour faciliter würde also die Milchrechnung des Bundes negativ beein-
l'écoulement du beurre indigène. Qu'on ne dise pas que cet flussen. Das kann sich der Bund in Zeiten grosser Budget-
«impôt margarine» est une chose impossible du point de defizite und steigender Verschuldung nicht leisten. Durch
vue de l'organisation. Le nombre des fabricants de marga- die vermehrte Belastung unserer Milchrechnung würde
rine se comptent sur les doigts de la main en Suisse, ils auch der Druck auf den Milchpreis zunehmen, was einen
sont connus, comme leurs marques d'ailleurs énumérées negativen Einfluss auf die Einkommenssituation unserer
dans le message avec prix de vente effectif et indicatif, ce Bauern hätte. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe, wo die
qui est encore une autre des nouveautés de ce message Milchproduktion wegen ihrer hohen Arbeitsintensität stark
décidément assez particulier! Il est donc facile de saisir le vertreten ist, wären wiederum in erster Linie die Leidtragen-
produit que l'on vise en priorité et que l'on devrait viser den.
exclusivement au niveau du fabricant grossiste, comme on Wir hören immer wieder aus Konsumentenkreisen, dass die
sait très bien le faire pour les articles non alimentaires sou- Bereitschaft vorhanden sei, etwas mehr für die Lebensmit-
mis à l'impôt sur le chiffre d'affaires. Que l'on ne dise pas tel aufzuwenden, wenn dies der einheimischen Landwirt-
non plus qu'un système ainsi concentré sur la margarine se schaft, vor allem den Klein- und Mittelbetrieben, also den
heurte à l'opposition des consommateurs - je dis bien des bäuerlichen Familienbetrieben, zugute kommt. Zu unserer
consommateurs et non pas des distributeurs - car ceux-ci Genugtuung stellen wir fest, dass eine grosse Anzahl unse-
ne sont pas fondamentalement opposés - ayant donné leur rer Konsumenten - Konsumenten sind wir ja schliesslich
adhésion à ce principe de la politique agricole - à une taxa- alle - wesentlich mehr Verständnis aufbringt gegenüber der
tion de la margarine, mais bien à une extension de cette einheimischen Landwirtschaft als die engagierten Konsu-
taxation, encore une fois sur tous les produits qui ne mentenvertreter.
constituent pas des substituts directs ni mêmes indirects Wenn es Ihnen ernst ist mit der Erhaltung unserer bäuerli-
du beurre. Je citerai, pour fonder cette approbation spécifi- chen Familienbetriebe, so stimmen Sie diesen Preiszuschlä-
que à un système différencié, le dernier bulletin de presse gen zu. Die SVP-Fraktion unterstützt den Vorschlag des
de la Fédération suisse des consommateurs qui dit textuel- Bundesrates und bittet Sie, den Nichteintretensantrag von
lement que: «Pour limiter la consommation de margarine il Herrn Biel abzulehnen.
suffirait d'une imposition de celle-ci, tandis que l'huile à
salade et toutes les autres graisses que le beurre ne peut Jung: Die CVP ist fast einstimmig für Eintreten. Es wäre an
pas remplacer ne seraient pas renchéries. Si les autorités sich sehr interessant, mit unserem lieben Freund Walter
ne veulent pas donner l'impression de poursuivre secrète- Biel die Klinge zu kreuzen und seine Argumente zu widerle-
ment d'autres buts que les buts officiels au moyen des sup- gen. Bei dieser Vorlage geht es um die Zielsetzung unserer
pléments de prix, elles devraient chercher sérieusement un Agrarpolitik, und wir müssen sie im Hinblick auf die Agrar-
instrument d'orientation plus affiné pour encourager la politik, die wir in diesem Saale immer und immer wieder
consommation de beurre.» beschwören, betrachten. Es geht ja darum, ein Gleichge-
En refusant l'entrée en matière, le groupe socialiste veut wicht zu schaffen zwischen der einheimischen Butter (ich
manifester son opposition au système non différencié appli- betone: der einheimischen Produktion von tierischem Fett)
qué à ce jour, il veut inciter du même coup le Conseil fédé- und den importierten Konkurrenzprodukten. Kollega Biel
ral à étudier sérieusement un système de prélèvement ou hat Ihnen gesagt, dass wir nur 15 Prozent des pflanzlichen
de taxation différencié permettant de saisir la margarine, Fettes in unserem eigenen Land produzieren und 85 Pro-
seul produit fini substituable au beurre, à l'exclusion de zent importieren. Es wäre zu kurzsichtig - so meine ich -,
toute autre graisse ou huile comestible. C'est le principal wenn wir voll auf diese Importe abstellen und in unserer
but de notre opposition à ce message et nous .espérons Politik nicht die Selbstversorgung ins Zentrum rücken wür-
que, malgré les difficultés d'organisation qu'un tel type de den. Wenn wir die Selbstversorgung an Butter aufrechter-
taxation pourrait entraîner, on étudiera un système différen- halten wollen, müssen wir diese Zuschläge erheben. Diese
cié. On ne peut se contenter avec un esprit simpliste, Preiszuschläge dienen eindeutig als Ausgleich. Kollega Biel
mécaniste, d'appliquer ainsi un système indifférencié à la hat Ihnen gesagt, dass die Aufschläge bedeutend höher
faveur de chaque hausse de prix du lait et des produits lai- wären, wenn wir nicht diese Zuschläge auf die importierte
tiers. Margarine und Fette erheben würden. So sind der Milch-
preisaufschlag und die Margarinepreiserhöhung vom letz-
Rutishauser: Die Fraktion der SVP dankt dem Bundesrat ten Sommer höher, als es der Preisaufschlag für den Kon-
für seine Botschaft betreffend Preiszuschläge auf einge- sumenten ist. Somit wird diese Zwischenmarge dazu ver-
führten Speiseölen und Speisefetten. Sie stimmt den wendet, damit schlussendlich die Rechnung aufgeht.
Schlussfolgerungen des Bundesrates zu. Der Milchgrund- Ich bitte Sie sehr, dieser Vorlage zuzustimmen und - im
preiserhöhung vom vergangenen Sommer muss zwangsläu- Interesse der langfristigen Agrarpolitik, aber auch im Inter-
fig eine Erhöhung der Preiszuschläge auf eingeführten esse der Konsumenten - dafür zu sorgen, dass auch in Zei-
Speiseölen und Speisefetten folgen. Denn Butter und Mar- ten gestörter Zufuhr der Konsument mit einheimischer
garine sind Konkurrenzprodukte. Der Butterpreis musste Ware versorgt und bedient werden kann.
Huiles et graisses comestibles. Supplément de prix 1150 N 27 septembre 1982
Nef: Die freisinnig-demokratische Fraktion ist für Eintreten nachteilige Auswirkungen auf die Fertig- und Halbfertigpro-
und für Zustimmung zu dieser Minivorlage, und zwar des- dukte hätten. Aber auch das Gewerbe - ich denke an Konfi-
halb, weil nur ein gesundes Verhältnis zwischen Butter und serien, Gaststätten, Hotels usw. - müsste eine erhebliche
Margarine eine ausgeglichene Milchrechung garantiert. Wer Verteuerung in Kauf nehmen, die zweifellos auf die Konsu-
zahlt, wenn diese nicht stimmt? Eben wieder der Bund; er menten überwälzt würde.
muss schliesslich die Milchrechnung berappen. Wir sollten Die Spirale dreht sich munter. In der beratenden Kommis-
im Zeitpunkt, in dem wir um das Gleichgewicht der Bundes- sion für die Durchführung des Landwirtschaftsgesetzes
finanzen ringen, nicht solch riskante Spiele unternehmen. haben sich im vergangenen Sommer mehr Mitglieder gegen
An sich sind diese vorgesehenen 30 Rappen Aufschlag bei die Erhöhung als für die Erhöhung ausgesprochen, ein Fin-
den Fetteinheiten im Verhältnis zum Preisaufschlag von 1 gerzeig, der nicht einfach ignoriert werden darf. Ich habe
Franken je Kilo Butter ein kleiner Fisch. Das Verhältnis war bereits im letzten März hier ausgeführt, wenn das so weiter-
schon jetzt bei Butter/Fett 1 zu 3 bis 1 zu 4; der Aufschlag, geht, könnten wirklich auch die Kartoffelpflanzer auf die
der in der Vorlage vorgesehen ist, ist genau derselbe. Ich Idee kommen, eine Fiskalabgabe auf Reis und Teigwaren zu
glaube, dass wir hier dem Konsumenten kein unmögliches verlangen, damit mehr Kartoffeln gegessen werden, weil es
Opfer zumuten, wenn wir versuchen, diese Verhältnisse nämlich auch zuviel Kartoffeln in unserem Land gibt. Die
weiterhin zu bewahren. Geduld der Konsumenten kann auf dem Gebiet der Preiszu-
Noch etwas zu Herrn Biel. Sie haben hier von sieben Fra- schläge nicht beliebig strapaziert werden. Es ist einfach
genkomplexen gesprochen, die Sie auf Lager hätten. Ich unsinnig, Speiseöle und Speisefette in diesem Ausmass zu
meine, dass Sie noch zwei weitere Komplexe haben. Der belasten, höher als Tabak und Alkohol. Es kommt dazu,
eine ist sicher der, dass Sie glauben, in unserem Hochlohn- dass die zu besteuernden Fette und Öle nur zu einem klei-
land Schweiz könne man es sich leisten, Lebensmittel ein- neren Teil als Margarine aufs Brot gestrichen werden, also
zuführen und diese zu Entwicklungsländerpreisen zu kon- teilweise überhaupt keine Konkurrenzsituation besteht, weil
sumieren. In unserem Hochlohnland müssen wir auch den sich nach wie vor Salat nicht mit Butter anmachen lässt.
Bauern mit seinem vorzüglichen Produkt Butter recht ent- Beim Margarine- und Butterkonsum spielen nicht nur die
schädigen. Preise eine Rolle, sondern vermehrt auch ernährungsphy-
Das ist das eine. Das andere ist, dass wir zwar immer wie- siologische Tatsachen.
der die Forderung nach der Erhaltung eines gesunden Der Zentralverband Schweizerischer Milchproduzenten -
Bauernstands hören; wenn wir aber dieser Forderung nach- auch das kann man nicht genug betonen - spricht den Kon-
kommen wollen, müssen wir den Bauern auch produzieren sumenten jährlich für Zehntausende oder Hunderttausende
lassen. Immer wieder, und da komme ich zu Ihrem Slogan von Franken ins Gewissen: «Butter ist durch nichts zu
«Alle Jahre wieder...», erleben wir, dass man Konkurrenz- ersetzen!» So auch in den letzten Wochen. Ausgerechnet
produkte fördert; als Folge ergeben sich in der Landwirt- wenn auf Verlangen der Landwirtschaft der Milch- und But-
schaft wieder Überschüsse. Schliesslich wird diese wieder terpreis etwas klettert, kehrt man den Werbeslogan in Kom-
an den Pranger gestellt wegen übermässiger Produktion. missionen und Parlament ins Gegenteil um, Margarine
Eben diese übermässige Produktion ärgert dann den Land- könnte die Butter eben doch ersetzen, was sicher nicht
wirt, weil er genau weiss, dass diese nicht durch ihn, son- generell stimmt. Die ganze Übung belastet einfach einmal
dern durch den billigen Import verursacht wurde. Ich mehr den Durchschnittsverbraucher, der für die verfahrene
glaube, Herr Kollege Biel, wir müssen doch diese zwei Landwirtschaftspolitik sehr einseitig zur Kasse gebeten
Komplexe auch beachten. wird; denn bis heute haben die gleichen Kreise, die jetzt die
massiven Preiszuschläge fordern, Direktzahlungen in der
Präsidentin: Es folgen nun die Einzelsprecher. Landwirtschaft schroff abgelehnt. Ich erinnere an die parla-
mentarische Initiative Schmid. Direktzahlungen wären
Neukomm: Es handelt sich eben, Herr Nef, nicht um einen bedeutend sozialer und transparenter als die Einkommens-
kleinen Fisch. Im Gegenteil. Mit dem Essen kommt der sicherung lediglich über die Produktenpreise im Zwangsbe-
Appetit, kann man hier sagen. Die Preiszuschläge auf Spei- darf, wo einkommensschwächere Konsumenten viel härter
seöle und -fette wurden in den letzten sieben Jahren von 55 getroffen werden als einkommensstarke.
auf 175 Franken immer stärker angehoben, also um 120 Eine massvolle Butterpreiserhöhung wird den Butterver-
Franken; von 1955 bis 1975 hingegen lediglich um 50 Fran- brauch nicht nachteilig beeinflussen; denn Butter und Mar-
ken. Mit der neuen Erhöhung von 30 Franken je 100 Kilo garine haben in der kalten und warmen Küche zwei weitge-
brutto oder von 20 Prozent ist nun ein Ausmass erreicht, hend eigenständige Verwendungsbereiche.
das doch den Krug langsam zum Überlaufen bringt oder
geradezu einen Preisüberwacher auf den Plan rufen M. Thévoz: Bien que nous soyons coutumiers de ce genre
müsste! Nur die bäuerlichen Organisationen glauben in die- d'affrontement en matière de politique agricole, je regrette
ser Frage immer noch, der Bogen könne beliebig gespannt cependant l'opposition qui se manifeste, en ce moment,
oder sogar überspannt werden. Die Landwirtschaftskreise devant la volonté du Conseil fédéral d'adapter des supplé-
verscherzen mit derartigen Eskalationen viel Goodwill bei ments de prix sur les huiles et graisses comestibles impor-
den übrigen Bevölkerungskreisen. Ich bedaure dies sehr, tées. C'est pourtant une décision logique découlant de la
weil das Verständnis für die Landwirtschaft in den letzten hausse dont a bénéficié le prix du lait, hausse parfaitement
Jahren doch recht gross war und noch ist. justifiée étant donné l'évolution des prix de toutes choses.
Aus Konsumentensicht ist also der vorliegende Bundesbe- Je me permets de vous rappeler que le temps n'est pas
schluss klar und eindeutig abzulehnen, weil die erneute très loin où nous devions déplorer l'existence des
massive Erhöhung weder wirtschaftlich noch rechtlich fameuses «montagnes de beurre» résorbées au prix de
einigermassen vertretbar ist. Selbst Herrn Bundespräsident coûteuses campagnes de mise en valeur. Nous avons fort
Honegger kann es nicht mehr wohl sein, Belastungen auf heureusement pu maîtriser la situation, mais ceci au prix
Salatöl, Margarine und anderen Fetten von rund 200 Pro- d'un combien contraignant contingentement laitier, qui
zent zu vertreten, obwohl nach Artikel 29 der Bundesverfas- n'est pas supporté sans difficultés et sans sacrifices par les
sung - Herr Biel hat es ausgeführt - die Belastungen der paysans. Ce n'est pas le momet, à mon avis, puisque nous
zum Lebensbedarf erforderlichen Waren und Gegenstände avons réuissi à mettre un peu d'ordre dans la maison, de
beim Zoll möglichst gering zu halten sind. Nicht nur die lâcher la bride. Il y a assez longtemps que nous appelons
Konsumenten, sondern weite Kreise sind der Ansicht, dass de nos vœux l'instauration de prix de seuil, maintenant une
die unverhältnismässige Abgabe zu einer echten Fiskalbela- certaine parité entre le prix des produits agricoles indi-
stung geworden ist. In der Botschaft wird ausgeführt, dass gènes et leurs concurrents étrangers. En élevant quelque
sich beispielsweise auch die Vereinigung der schweizeri- peu le prix de ces denrées importées, le Conseil fédéral
schen Lebensmittelfabrikanten gegen eine Erhöhung der maintient la parité, il veut mettre de l'ordre sur le marché. Il
Preiszuschläge ausgesprochen habe, weil die Massnahmen ' n'y a pas d'automatisme, il y a une décision clairement réflé-
27. September 1982 N 1151 Speiseöle und Speisefette. Preiszuschläge
chie et bien appliquée. Je pense que le consommateur a sion setzt sich aus Produzenten, Verwertern und Konsu-
tout à gagner à voir régner un certain ordre sur le marché menten zusammen. Das Verhältnis ist mir im Augenblick
des produits alimentaires et des produits laitiers en particu- nicht genau bekannt, aber es ist je etwa ein Drittel. Bei
lier. jenen Verhandlungen sind wir also auf den Goodwill anderer
C'est la raison pour laquelle je vous demande de refuser la Partner angewiesen, wenn ein anderes Stimmenverhältnis
proposition de non-entrée en matière de M. Biel et de sui- herauskommen soll. Wenn nun in dieser Kommission erst-
vre le Conseil fédéral et la majorité de la commission dans mals ein knappes negatives Resultat herausgekommen ist,
sa volonté d'adapter raisonnablement ces suppléments de ist das aus der Sicht der Kommissionszusammensetzung
prix. zu begreifen.
Ich glaubender Vergleich mit den Löhnen - Herr Stich - ist
Stich: Ich habe früher schon ausgeführt, dass die stichhaltig. Unsere Löhne in der Schweiz liegen doch auf
Zuschläge in dieser Höhe ganz einfach verfassungswidrig einer ganz anderen Stufe als jene in den Ländern, aus
sind. Ich will dazu heute aber nichts mehr sagen, ich weiss, denen unsere Importe stammen. Ich glaube, eine Erhöhung
dass man die Verfassung im Grunde genommen nur dann jener Löhne um 200 Prozent würde noch nicht ausreichen,
zitiert, wenn man etwas nicht will. Hingegen möchte ich um an die schweizerischen Löhne heranzukommen.
jetzt eine Verbindung herstellen zu dem, was wir morgen Zum Schluss noch kurz zum differenzierten System, wie es
diskutieren werden. Frau Jaggi vorschlug. Das wäre sicher nicht abwegig, aber
Ich habe die verschiedenen Interpellationen, die morgen der administrative Aufwand würde fast mehr ausmachen,
hier begründet werden, gelesen und dabei bei der Volkspar- als die Sache einbringt.
tei beispielsweise unter Punkt 5 gelesen: «Angezeigt ist Ich bitte Sie, der Vorlage zuzustimmen und den Nichteintre-
eine massvolle Steuerpolitik, die den verschlechterten tensantrag Biel abzulehnen.
Gewinnsituationen der Unternehmen Rechnung trägt...»
usw. Dann unter Punkt C. 3: «Welche weiteren Möglichkei- M. Coutau, rapporteur: Au nom de la majorité de la com-
ten sieht der Bundesrat, die erwähnten sowie allenfalls wei- mission, je tiens à prendre position sur certaines des inter-
tere Rahmenbedingungen in der Weise zu verbessern, dass ventions qui viennent d'être faites à la tribune.
die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft gestärkt wird, En réalité, il me semble que les arguments et les objections
und damit Arbeitsplätze erhalten werden können?» Das présentés dans cet hémicycle ne sont pas nouveaux. Ils
sagt die Volkspartei. avaient déjà été examinés en commission, c'est-à-dire que
Die freisinnige Partei fragt den Bundesrat ebenfalls, auf wel- nous avons pesé le pour et le contre..D'ailleurs, dans mon
che Weise er die Rahmenbedingungen verbessern will, die rapport, j'ai fait justice à plusieurs de ces arguments et je
für die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit der schweizeri- n'y reviendrai pas en détail.
schen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind. Si je n'ai pas mentionné la question de la constitutionnalité,
Wenn man über die Konkurrenzfähigkeit der schweizeri- c'est que je pensais qu'elle était définitivement réglée.
schen Wirtschaft diskutiert, dann geht es nicht an, nur beim M. Biel a cité une nouvelle fois l'article 29 de notre constitu-
Teuerungsausgleich zu diskutieren, sondern man muss sich tion pour déclarer que des majorations de prix aussi impor-
auch einmal daran erinnern, woher die Teuerung eigentlich tantes étaient contraires à ta disposition qui prévoit que la
kommt. Meines Erachtens haben wir in der Schweiz eine charge douanière doit être aussi faible que possible sur les
sehr starke Teuerung, und zwar hausgemacht, nicht zuletzt produits de consommation courante. Or, sur recours de
durch die Landwirtschaftspolitik. Wenn Herr Nef nun erklärt, Migros et de Coop, cette question a été examinée par le Tri-
die Schweiz mit ihrem hohen Lohnniveau lasse keinen Ver- bunal fédéral, en 1978, et celui-ci a donné une réponse tout
gleich zu mit der landwirtschaftlichen Produktion von Billig- à fait claire sur la base constitutionnelle que l'on pouvait
lohnländern, dann muss ich ihm und auch der Schweizeri- donner à ces suppléments de prix. Le Tribunal fédéral a
schen Volkspartei sagen, dass der schweizerische Arbeit- confirmé également que l'adéquation entre le but recherché
nehmer, der schweizerische Uhrenarbeiter ebenfalls kämp- et la mesure prise existait bel et bien. Reste la question qui,
fen und konkurrieren muss mit Preisen aus Billiglohnlän- dans l'état actuel, nous est posée: la proportionnalité,
dern. Ich bitte Sie doch, das auch einmal zur Kenntnis zu confirmée en 1978, est-elle toujours donnée? Il s'agit d'une
nehmen. Er hat keinen Schutz, er verliert seinen Arbeits- question d'appréciation qui est précisément du ressort de
platz, und ich glaube, deshalb dürfen wir auch hier erwar- ce Parlement.
ten, dass man einiges Verständnis aufbringt und nicht ein- Une autre objection a été présentée à plusieurs reprises
fach zusammen mit der Milchpreiserhöhung, die ohnehin zu sur le caractère considéré comme excessif de cette
3 Rappen dem Bund als Steuer zufliesst, auch noch die charge. Il convient de rappeler l'évolution des prix que le
Zuschläge auf Margarine und auf Salatöl erhöht, wo wir beurre et la margarine ont connue depuis 1968, soit depuis
heute bereits Zuschläge von 120 bis 180 Prozent haben. 14 ans. Durant ce laps de temps, le prix de la margarine a
Deshalb bitte ich Sie, dem Antrag Biel auf Nichteintreten été porté de 4fr. 30 à 5fr. 67; celui du beurre de première
zuzustimmen. qualité de 12 fr. 30 à 14 fr. 22. Le consommateur est-il véri-
tablement victime d'une majoration disproportionnée? Pour
Risi-Schwyz, Berichterstatter: Die Debatte hat fast den le beurre de cuisine, l'augmentation a été un peu plus forte:
Umfang einer Teuerungsausgleichs-Diskussion angenom- de 6 francs à 10 fr. 40. Je ne crois pas, Monsieur Neukomm,
men, obwohl - wie ich bereits sagte - diese Anpassung que ce soit une charge excessive imposée aux consomma-
sich für den Konsumenten nur in einer Teuerung von teurs. Il est vrai que le consommateur suisse doit payer une
0,2 Prozent bemerkbar macht. partie du coût de la politique agricole de notre pays que
Wenn man vom Verhältnis Margarine/Kochbutter/Butter nous avons définie, que nous avons approuvée plusieurs
von 1 zu 3 zu 4 ausgeht, kann man von einer massvollen fois, en particulier pour donner et garantir aux paysans un
Belastung sprechen. Es geht hier nur um den Ausgleich der revenu suffisant.
Relation zwischen Margarine und Butter. Wir können uns En ce qui concerne la charge, qui est plus élevée que pour
doch nicht erlauben, nur die Teuerung aufzustocken und l'alcool et le tabac, est-ce une invitation au Conseil fédéral
bei den billig in die Schweiz importierten Produkten nichts de majorer encore la charge sur l'alcool et sur le tabac? Je
vorzukehren. n'ai pas interprété, Monsieur Biel, votre proposition dans ce
Herr Biel, Ihr Verhältnis zur Landwirtschaft ist bekannt; es sens.
ist etwas gestört. Ihre Ausführungen wären mir persönlich Quant aux prix des produits suisses qui restent plus élevés,
noch etwas sympathischer, wenn wir nicht alle wüssten, il faut effectivement remarquer, une fois encore, que nous
dass eigene handfeste finanzielle Geschäftsinteressen ne pouvons pas construire notre politique agricole sur la
dahinterstehen, und zwar in wesentlichem Masse. base des prix mondiaux; pour la plupart, ce sont des pro-
Es ist auch von den Beratungen der Kommission für das duits excédentaires que les gouvernements étrangers cher-
Landwirtschaftsgesetz gesprochen worden. Jene Kommis- chent à éliminer à vil prix à nos frontières.
Huiles et graisses comestibles. Supplément de prix 1152 N 27 septembre 1982
Enfin, je dirai à Mme Jaggi, au sujet de ce système relative- nicht so, wie uns vom Vertreter des Zentralverbandes der
ment grossier et indifférencié entre les divers produits qui schweizerischen Fettindustrie in einer Sitzung vom 7. Juli
sont frappés par ces suppléments de prix, et dont certains dieses Jahres gesagt worden war: In den nächsten Mona-
sont des substituts, que la distinction n'est pas aussi facile ten werde mit wesentlich höheren Rohstoffpreisen gerech-
à faire qu'elle semble le penser. De plus, des distinctions net werden müssen. Bis dahin hat sich eher das Gegenteil
subtiles pour certains produits pourraient conduire à des ergeben.
distorsions de concurrence. Il pourrait arriver, par exemple, Damit will ich auch nur sagen - Herr Biel -: es ist nicht ganz
que la charge administrative liée à ces distinctions subtiles einfach, mit diesen Prozentzahlen zu operieren. Es kommt
fasse finalement perdre tout le bénéfice de l'exercice au doch wohl viel eher auf die absoluten Zahlen an.
simple profit d'une augmentation du nombre des fonction- Es gibt aber in der Bundesverfassung auch noch einen
naires que, par ailleurs, nous refusons. Par conséquent, anderen Artikel, nämlich Artikel 42, der sehr deutlich sagt,
nous pensons qu'un certain nombre d'inconvénients liés au der Bund sei verpflichtet, Fehlbeträge in der Bilanz abzutra-
caractère indifférencié du système actuel doivent, comme gen. Das tun wir mit diesen Preiszuschlägen auch. Es geht
l'a dit M. Honegger en commission, être pris en charge hier für den Bundesrat um nichts anderes als mitzuhelfen,
jusqu'au moment où un autre système pourrait être mis sur dass das beträchtliche Loch in der Milchrechnung nicht
pied. noch grösser wird. Das wird aber nur dann möglich sein,
En tout état de cause, j'attire votre attention sur le fait wenn eben die Preisdifferenz zwischen Margarine und But-
qu'un autre système devrait avoir une nouvelle base légale. ter nicht wesentlich grösser wird. Ich möchte Sie immerhin
Je me demande quelle position certains députés, qui darauf aufmerksam machen, dass zum Beispiel am
s'opposent à l'entrée en matière aujourd'hui, pourraient 1. November 1966 und 1. Mai 1967 bei der Butterpreiserhö-
avoir à l'égard de cette nouvelle base légale? hung die Relation zur Margarine nicht korrigiert wurde, wie
C'est pour ces raisons que je vous demande, avec la majo- man das hätte tun sollen, was dann sofort zu einem Mehr-
rité de la commission, de repousser la proposition de non- konsum von Margarine führte und zu einem Butterberg -
entrée en matière de M. Biel et de souscrire au projet du Herr Biel kennt das ja noch -, der den Bund Dutzende von
Conseil fédéral. Millionen Franken kostete. Wir mussten damals Aktionen
über Aktionen durchführen, um diesen beträchtlichen But-
Bundespräsident Honegger: Wenige Bemerkungen als terberg einigermassen abtragen zu können. Aus diesen
Ergänzung zu den Ausführungen der Kommissionsbericht- schlechten Erfahrungen von damals hat nun der Bundesrat
erstatter. Ich glaube, es wäre falsch, die Ihnen vom Bundes- den Schluss gezogen, er sollte wenn irgendwie möglich
rat vorgeschlagene Massnahme isoliert zu betrachten. Die dafür sorgen, dass die Preisdifferenz zwischen Margarine
Erhebung von Preiszuschlägen auf importierten Ölen und und Butter ungefähr gleich bleibt. Die interessierten Produ-
Fetten sollte meines Erachtens im Gesamtrahmen unserer zenten haben ja bedeutend mehr verlangt, als der Bundes-
Agrarpolitik beurteilt werden. Unsere Agrarpolitik verfolgt ja rat jetzt zugestanden hat. Sie verlangten 50 Franken. 50
vor allem das Ziel, der Landwirtschaft auf den verschieden- Franken wären ungefähr die Parallele gewesen zur Butter-
sten Wegen zu einem angemessenen Einkommen zu ver- preiserhöhung von 1 Franken pro Kilo, die der Bundesrat
helfen. Die Milchproduktion ist ohne Zweifel ein Eckpfeiler dem Konsumenten zugemutet hat, weil er eben keine But-
dieses Bestrebens. Darin liegt auch die Begründung für den tersubventionen ausrichten will. Die Differenz bleibt jetzt
verhältnismässig hohen Milchpreis und die ebenfalls hohe ungefähr gleich, vielleicht wird sie sogar wieder etwas grös-
Milchmenge. ser, weil die Rohstoffpreise - im Gegensatz zu dem, was
Während die Interessen der Landwirtschaft auf diese Weise uns die Fettproduzenten erklärt haben - eher ab- als zuneh-
befriedigt werden können, entstehen auf der anderen Seite men.
für den Staat wesentliche Ausgaben, da die anfallende Sie werfen in einer anderen Frage dem Bundesrat vor, dass
Milchmenge zum Teil nicht kostendeckend abgesetzt wer- er die Gesamtbelastung unterschlagen habe. Diese
den kann. Sie wissen, dass unsere Milchrechnung in der Gesamtbelastung ist kein Geheimnis, Herr Biel. Jedes Jahr
Regel mit einem Defizit in der Grössenordnung von 400 bis müssen wir irgendwann das Einkommen der Bauern an die
500 Millionen Franken zu Lasten der Bundeskasse Teuerung anpassen und dann bleibt ja nichts anderes übrig,
abschliesst. Daraus erklärt sich auch das Interesse des als dass man den Milchpreis entsprechend etwas korrigiert.
Bundesrates daran, für die einheimischen Milchprodukte Und jedesmal, wenn wir den Milchpreis korrigieren, stellt
möglichst gute Verkaufsbedingungen zu schaffen, die nicht sich natürlich automatisch wieder das Problem der Diffe-
durch Konkurrenzprodukte - vor allem ausländischer Pro- renz zwischen Margarine und Butter.
venienz, wie Öle und Fette - allzu stark nachteilig beein- Neben den Warenwert treten die Preiszuschläge an der
flusst werden sollen. Grenze. Diese Preiszuschläge haben wir in der Botschaft
In diesem mir zentral erscheinenden grösseren Rahmen der offen dargelegt. Dann kommen neu dazu - das möchte Herr
Agrarpolitik ist auch das Problem der Erhebung dieser Biel zusätzlich von mir wissen - Zoll und Gebühren (diese
Preiszuschläge zu sehen. machen pro 100 Kilo netto konsumfertiges Öl Fr. 13.85 aus)
Herr Biel hat mir einige Fragen gestellt. Ich habe die und der Garantiefondsbeitrag (aus Versorgungsgründen)
Gewohnheit, wenn Fragen gestellt werden, zu versuchen, von 28 Franken. Das sind keine Geheimnisse, und ich
sie auch zu beantworten. Ihre erste Frage ging dahin, ob werde dafür sorgen, dass das nächste Mal diese Gesamt-
Artikel 29 der Bundesverfassung durch den Bundesrat nicht belastung aufgeführt wird und nicht nur die Preiszuschläge
zu stark strapaziert worden sei. Das ist eine Ermessens- allein.
frage. Das Bundesgericht hat über dieses Ermessen im Dritte Frage: Warum wird Alkohol und Tabak nicht auch so
Zusammenhang mit einem Urteil - Herr Coutau hat darauf stark belastet? Wenn Sie mich fragen, Herr Biel, ich habe
aufmerksam gemacht - erklärt, es sei durch den Bundesrat nichts dagegen einzuwenden, zur Sanierung der Bundesfi-
nicht strapaziert worden. Es steht Ihnen natürlich frei, eine nanzen Tabak und Alkohol etwas mehr zu belasten. Viel-
andere Auffassung zu vertreten. leicht ist das ein Mittel, um gelegentlich unsere Sanierung
Sie operieren hier sehr oft - besonders heute nachmittag - der Bundesfinanzen etwas weiter zu bringen, wenn andere
mit Prozentzahlen. Mit Zahlen können Sie alles und nichts Sonderfinanzierungen nicht genehm sind.
beweisen. Wenn der Preis für Margarine sehr tief ist und wir Über die Frage Butter/Margarine habe ich mich ausgelas-
relativ hohe Preiszuschläge erheben, gibt das sofort sen. Es ist sehr schwer, Herr Biel, zu sagen, wie sich der
Zuschläge von 100 und mehr Prozent. Hier möchte ich Sie Konsument verhalten würde, ob er bei einer grösseren
doch darauf aufmerksam machen, dass zum Beispiel die Spanne zwischen Butter- und Margarinepreis (heute unge-
Preisveränderungen zwischen dem 30. April und dem fähr das Vierfache) wirklich aus dem Butterkonsum ausstei-
15. September 1982 folgendes ergeben: Abnahme beim gen und vermehrt Margarine kaufen würde - mit der Konse-
Erdnussöl um Fr. 23.60, Abnahme beim Sonnenblumenöl quenz einer beträchtlichen zusätzlichen Belastung des Bun-
um Fr. 10.60 und beim Sojaöl um Fr. 7.60. Es ist also auch deshaushaltes. Das weiss niemand. Wenn wir diese Anpas-
27. September 1982 N 1.153 EFTA-Parlamentarier-Komitee. Bericht
sung mit den Preiszuschlägen jetzt aber nicht machen und Titre et préambule, art. 1 et 2
damit die Preisspanne zwischen Margarine und Butter grös- Proposition de la commission
ser würde, bestände einfach das grosse Risiko, dass eben
Adhérer au projet du Conseil fédéral
mehr Margarine gekauft und verwertet wird. Wenn der Kon-
sument sich einmal daran gewöhnt hat, wird es natürlich Angenommen - Adopté .
nachher viel schwieriger sein, dieses Verhältnis wieder zu
korrigieren. Damit haben Sie natürlich auch für längere Zeit Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
eine zusätzliche Belastung der Bundesfinanzen in Kauf zu Für Annahme des Beschlussentwurfes 92 Stimmen
nehmen. Dagegen 44 Stimmen
Zu Ihrer fünften Frage, Herr Biel: Ich gebe gerne zu, dass
wir mit unserer Rapsproduktion in einem Zielkonflikt stek- An den Ständerat - Au Conseil des Etats
ken. Wir haben jetzt den Rapsanbau um 1000 Hektaren
erhöht. Ich weiss, dass man den Raps mehrheitlich für die
Margarineproduktion braucht. Damit entsteht ein gewisser
Zielkorrflikt. Wenn Sie aber die Grössenordnungen mitein-
ander vergleichen, dann steht eben mindestens für den #ST# 82.054
Bundesrat das Gewicht der Bundesfinanzen im Vorder- EFTA-Parlamentarier-Komitee. Bericht
grund.
Zu Ihrer Frage sechs, ob wir den Ertrag nicht für einheimi- Comité parlementaire AELE. Rapport
sche Milchprodukte verwendet hätten: Das stimmt nicht.
Wir werden den vollen Betrag dieser Zuschläge für die Ver-
billigung der einheimischen Milchprodukte brauchen, aber
nicht für die Butter allein, sondern insbesondere auch für
Käse und andere Milchprodukte. Dafür ist in der Milchrech- Herr Ständerat Egli unterbreitet im Namen der Delegation
nung gesorgt. Übrigens steht die Milchrechnung jedermann den folgenden schriftlichen Bericht (deutscher Wortlaut
zur Verfügung; sie zeigt, dass diese Abschöpfungen auf siehe «Amtliches Bulletin» Ständerat, Herbstsession):
Fetten und Ölen für die Verbilligung von einheimischen Introduction: Sur l'invitation de l'Assemblée fédérale, la 7e
Milchprodukten verwendet wird. séance du Comité des parlementaires des pays de l'AELE
Zu Ihrer letzten Frage: Ich gebe ohne weiteres zu, dass der s'est déroulée à Baie, du 3 au 5 mai 1982, sous la direction
Bundesrat nicht vor der beratenden Kommission, sondern du conseiller national Gautier. La délégation suisse se com-
erst nach ihr entschieden hat. Er hat sich auch das Proto- posait de M. Egli (député au Conseil des Etats, président),
koll der beratenden Kommission geben lassen und hat also et des conseillers nationaux Duboule, Gautier (président du
«en lumière» ihrer Ausführungen seinen Entscheid gefällt. comité), Muheim et Teuscher.
Frau Jaggi, Sie haben Recht, es ist eine grobe Massnahme, Les délibérations ont porté essentiellement sur les points
die wir hier treffen, weil wir zum Beispiel keinen Unterschied suivants:
machen können zwischen Salatöl und anderen Ölen, die
- les régions sous-développées dans les pays de l'AELE (à
eigentlich nicht in direkter Konkurrenz zur Butter stehen.
l'instigation de la délégation suisse) et
Wir versuchten Rückerstattungssysteme anzuwenden, wir
glaubten einmal, eine Margarinesteuer oder ein differenzier- - la situation économique en Suisse.
tes System einführen zu können; alle diese Möglichkeiten 1. Les régions sous-développées dans les pays de l'AELE:
sind in Prüfung. Ich mache aber kein Hehl daraus, dass es Les mesures de politique régionale ont souvent un carac-
sehr, sehr schwierig ist, hier zu differenzieren, und zwar ein- tère protectionniste. Elles déclenchent maintes fois à
fach deshalb, weil wir bei den importierten Ölen und Fetten l'étranger des contre-mesures qui peuvent annihiler à lon-
nicht zum vornherein wissen, wo diese dann schliesslich gue échéance les aspects positifs de la politique régionale
Verwendung finden. Das ist die Schwierigkeit; man müsste des divers pays. La discussion a porté sur les mesures
dann mit einem Rückerstattungsverfahren bei den Produk- éventuelles permettant de supprimer les différences régio-
tionsstätten operieren, aber da stellen sich auch wieder nales au sein de l'association, compte tenu de ces aspects.
komplizierte Fragen der Kontrolle usw. Davor hatten wir bis- Les problèmes se posent de façon très diverse dans les
her etwas Angst, aber wir bleiben am Ball. Ich hoffe, dass sept pays de l'AELE. Si, par exemple, en Autriche et en
wir doch noch irgend eine zweckmässige Lösung finden Suisse ce sont surtout les régions de montagne qui accu-
werden. sent un retard dans le développement, on peut encore
Zum Schluss, Herr Neukomm: Man sollte diese Frage der considérer le Portugal, dans son ensemble, comme un pays
Belastung der Öle und Fette von Seiten der Konsumenten en voie de développement, circonstance dont l'AELE a tenu
nicht allzu stark hochspielen. Der Konsumentenpreisindex compte en créant en 1977 un fonds spécial pour l'essor
wird durch diese 0,02 Prozent praktisch nicht betroffen; industriel de ce pays.
man kann nicht einmal ausrechnen, wie viel das schliesslich Le conseiller national Muheim a donné des explications sur
ausmacht.- Ich möchte Ihnen sagen, dass Ihre Idee der diffe- la politique régionale de la Suisse. Il a souligné le fait que,
renzierten Preispolitik in der Landwirtschaft oder Ihre dans notre pays, en dépit d'un revenu par habitant très
Zustimmung zur Futtermittelinitiative für den Konsumenten- élevé, il existe des différences considérables en matière de
preisindex ganz andere Konsequenzen hätte als hier die revenu, et que les cantons soutiennent efficacement par
Zustimmung zu den Preiszuschlägen für Öle und für Fette. leurs propres mesures les efforts que fait la Confédération
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie dem Bundesrat und Ihrer pour parvenir à une situation plus équilibrée. Cette collabo-
Kommissionsmehrheit zustimmen würden. ration et la décentralisation des pouvoirs de décision dans
ce domaine au niveau des cantons et des communes -
Abstimmung - Vote modèle exemplaire du fédéralisme coopératif - a vraisem-
Für den Antrag der Kommission (Eintreten) 100 Stimmen blablement contribué à éviter que les différences régionales
Für den Antrag Biel (Nichteintreten) 47 Stimmen ne soient aussi marquées dans notre pays que dans les
Etats à direction centralisée. La discussion a permis d'arri-
Detailberatung - Discussion par articles ver à la conclusion capitale que c'est dans les pays à struc-
ture fédéraliste qu'on peut le mieux remédier aux déséquili-
Titel und Ingress, Art. 1 und 2 bres régionaux.
Antrag der Kommission En tant qu'organe consultatif du Conseil des ministres, le
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Comité des parlementaires n'a pas le pouvoir de fixer une
politique régionale commune pour tous les pays de l'AELE.
Cependant, sur proposition de la délégation finlandaise, il a,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Speiseöle und Speisefette. Preiszuschläge
Huiles et graisses comestibles. Supplément de prix
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1982
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 82.048
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 27.09.1982 - 15:30
Date
Data
Seite 1146-1153
Page
Pagina
Ref. No 20 010 755
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