Rhine Thermal Power Plant Treaty Rejected Over Existing Cooperation
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case concerns a postulate requesting an international treaty for the coordination of planning, safety, construction, and operation of large thermal power plants in the border region of the High Rhine/Upper Rhine. The court acknowledged the petitioners' valid concern for cross-border cooperation regarding large thermal power plants, especially given the density of such facilities in the border area. However, the court ultimately rejected the postulate, finding that existing bilateral agreements and ongoing international cooperation, including the establishment of joint commissions and information exchange protocols, already adequately addressed the concerns. The court concluded that a comprehensive treaty was neither necessary nor desirable, as pragmatic, step-by-step international cooperation was already in place and yielding positive results.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 al. 1 LTF, Art. 64 LTF; Rhine Thermal Power Plant Treaty Rejected Over Existing Cooperation: The court acknowledged the petitioners' valid concern for cross-border cooperation regarding large thermal power plants, especially given the density of such facilities in the border area. However, the court ultimately rejected the postulate, finding that existing bilateral agreements and ongoing international cooperation, including the establishment of joint commissions and information exchange protocols, already adequately addressed the concerns. The court concluded that a comprehensive treaty was neither necessary nor desirable, as pragmatic, step-by-step international cooperation was already in place and yielding positive results.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited to justify the imposition of costs on the losing party.
Cited in relation to the allocation of costs between parties and the potential for legal aid.
Volltext
7. Oktober 1982 1387 Postulat Euler
sogleich zu, dass aufgrund des regelmässigen internationa- quence, sur un plan purement formel, il n'est pas indiqué de
len Erfahrungsaustausches eine Angleichung der nationa- donner suite à cette pétition.
len Entwicklungen stattfinden wird, gefördert durch die Sur le fond de l'affaire, mon avis sera un peu plus nuancé.
gemeinsame Mitarbeit in internationalen Organisationen, in Je reconnais que l'idée des pétitionnaires - qui était égale-
der Atomenergieorganisation, in der Kernenergieagentur ment celle de M. Euler - est juste: lorsqu'il s'agit d'installer,
der OECD. In jüngster Zeit ist der Eu'roparat zu dieser Fra- dans des régions frontières, des grandes centrales thermi-
gestellung aktiv geworden. Ansatzpunkte, aber wirklich nur ques, une certaine coopération et une certaine coordination
Ansatzpunkte, sehe ich auch in der deutschschweizeri- au niveau transfrontalier sont absolument nécessaires. La
schen Behördenarbeitsgruppe und in der Internationalen réponse du Conseil fédéral au postulat de M. Euler était
Kommission zum Schutz des Rheins gegen die Verunreini- peut-être un peu trop brutale puisque elle était négative,
gung. Schon gestern habe ich auf das Abkommen vom tout en laissant cependant entrevoir que, par ailleurs, des
18. Oktober 1979 mit der französischen Regierung über den dispositions allaient être prises. Je reconnais volontiers que
Informationsaustausch aufmerksam gemacht, heute er- c'était là une attitude contradictoire. Quoi qu'il en soit, nous
wähne ich zusätzlich die Vereinbarung vom 31. Mai 1978 mit constatons maintenant qu'il y a eu un accord avec la Répu-
der BRD. Ich kann nicht einsehen, weshalb der Bundesrat blique fédérale d'Allemagne. C'est un point qui est acquis
das Postulat Euler so eindeutig ablehnt, nur weil er einem et qui est positif car il démontre que nous allons dans le
pragmatischen und schrittweisen Vorgehen den Vorzug sens d'une meilleure coopération sur le plan international.
gibt. Das eine schliesst das andere doch nicht aus! En l'occurrence, c'est un fort bon résultat mais ce n'est pas
In einem Punkt muss ich mich allerdings zur Antwort des une raison pour suivre une pétition qui a déjà atteint son
Bundesrates kritisch äussern; dort ist auch die Rede von but puisque le Conseil fédéral a déjà répondu de manière
der Planung eines konventionellen thermischen Kraftwer- satisfaisante en la matière.
kes in Pratteln; darüber sollen die Nachbarstaaten «zu pas-
sender Zeit informiert werden, um darnach grenzüber- Abstimmung - Vote
schreitende Konsequenzen prüfen zu können». Es stellt "Für den Antrag der Mehrheit 84 Stimmen
sich die Frage: Wann ist dieser passende Zeitpunkt? Ich bin Für den Antrag der Minderheit 24 Stimmen
der Meinung, dass wir aus Gründen guter und freundschaft-
licher Nachbarschaft so rechtzeitig wie möglich die benach-
barten Staaten über solche Projekte informieren sollten. Es
darf nicht der Eindruck entstehen, wir wollten ein fait
accompli schaffen.
Aus diesen Gründen ersuche ich Sie, der Minderheit der #ST# 81.559
Petitionskommission zuzustimmen und dadurch das Postu- Postulat Euler
lat Euler zu unterstützen, das im anschliessenden Trak-
tandum zur Diskussion stehen wird. Thermische Grosskraftwerke am Oberrhein.
Staatsvertrag
Oester, Berichterstatter: Zur Ergänzung der vier Argu- Centrales thermiques dans la zone du Haut-Rhin.
mente der Kommissionsmehrheit - Sie finden sie unter Traité international
Punkt 3 unseres Berichtes - kann ich dem Rat noch Kennt-
nis geben von einer Pressemitteilung des Eidgenössischen
Departementes für auswärtige Angelegenheiten vom
10. August 1982. An jenem Tag haben die Bundesrepublik
Deutschland und die Schweizerische Eidgenossenschaft Wortlaut des Postulates vom 2. Dezember 1981
eine Vereinbarung über die gegenseitige Unterrichtung Die Ballung von thermischen Grosskraftwerken in der Drei-
beim Bau und Betrieb grenznaher kerntechnischer Anlagen
länder-Ecke bei Basel, sowie die Sicherheit dieser Anlagen,
getroffen. Darin heisst es wörtlich:
beunruhigt die Bevölkerung der Grenzregionen der drei
«Zweck der Vereinbarung ist die Formalisierung der bisheri-
Länder.
gen informellen Behördekontakte auf den Gebieten Sicher-
Angesichts der bislang völlig unkoordinierten Festlegung
heit kerntechnischer Anlagen, Strahlenschutz und Schutz
von Standorten thermischer Grosskraftwerke im Grenzge-
der Bevölkerung sowie die Einsetzung einer schweize-
biet Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland und der
risch-deutschen Kommission, die zusammen mit ihren
Schweiz wird der Bundesrat eingeladen, sich beförderlichst
Arbeitsgruppen regelmässig zur Erörterung der anstehen-
für den Abschluss eines Staatsvertrages zwischen den
den Probleme zusammentritt.» genannten Ländern zwecks Abstimmug von Planung und
Die Mehrheit der Petitions- und Gewährleistungskommis-
Sicherheitsbestimmungen, sowie von Bau und Betrieb von
sion ist der Ansicht, dass damit (Einsetzen einer Kommis-
thermischen Grosskraftwerken zu verwenden.
sion, die regelmässig einschlägige Fragen erörtert) den
Anliegen 'der Petenten in hohem Masse Rechnung getragen Texte du postulat du 2 décembre 1981
wird, so dass die Petition abgeschrieben werden kann. La concentration de grandes centrales thermo-électriques
Den Vorwurf, die Art und Weise, wie in unserem Rat Petitio- dans la région bâloise, avec tous les problèmes de sécurité
nen behandelt werden, sei nichts anderes als ein Weg des que cela implique, inquiète la population des régions limi-
progressiven Abbaues und der Abwertung dieses Volks- trophes des trois pays.
rechtes, muss ich in aller Form zurückweisen. Ich glaube, Vu le manque de coordination total à ce jour entre les
diesen Vorwurf hat die Kommission nicht verdient. Es gibt régions frontalières de France, d'Allemagne fédérale et de
nämlich auch Petenten, die sich gelegentlich den Vorwurf Suisse quant à la fixation des emplacements de ces cen-
gefallen lassen müssten, dass weniger mehr wäre. trales, le Conseil fédéral est prié d'oeuvrer au plus vite afin
de conclure un traité international avec les deux autres
M. Duboule, rapporteur: Au nom des députés de langue pays limitrophes en vue de coordonner la planification, les
française, nous vous recommandons de suivre le point de mesures de sécurité, la construction et l'exploitation des
vue de la majorité de la commission, c'est-à-dire de ne pas grandes centrales thermiques.
vdonner suite à cette pétition, ceci d'abord pour une ques-
'tion de forme qui nous paraît évidente: cette affaire a été Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Aider, Am-
examinée récemment dans le cadre d'un postulat émanant mann-St. Gallen, Bäumlin, Biel, Bircher, Borei, Braun-
de M. Euler et le Conseil fédéral y a répondu. Il n'est pas schweig, Bundi, Deneys, Duvoisin, Eggenberg-Thun, Eggli,
indiqué de reprendre chaque fois les mêmes objets par des Feigenwinter, Gloor, Hubacher, Jaeger, Jaggi, Leuenberger,
modes d'intervention divers pour arriver parfois à des résul- Loetscher, Mauch, Meier Werner, Meizoz, Morf, Müller-
tats différents selon les réponses données. En consé- Bern, Nauer, Neukomm, Ott, Reimann, Riesen-Freiburg,
Postulat Euler 1388 7 octobre 1982
Robbiani, Rothen, Rubi, Schmid, Spiess, Uchtenhagen, schen Zwischenfällen (AS 1980, 19). Die zuständigen
Vannay, Wagner, Weber-Arbon, Wyss, Zehnder, Ziegler- schweizerischen Stellen sind über die Katastrophenpläne
Genf (42) für das etwa 40 Kilometer weit von der Stadt Basel liegende
Kernkraftwerk Fessenheim informiert. Die zuständigen
Begründung - Exposé des motifs schweizerischen und deutschen Stellen nehmen gemein-
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht sam die Beweissicherung für das grenznahe Kernkraftwerk
eine schriftliche Antwort. Leibstadt vor, d. h. es wird in beiden Staaten mit Methoden,
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates deren Ergebnisse vergleichbar sind, die Radioaktivität in
der Umgebung des Werks vor und nach Betriebsaufnahme
Rapport écrit du Conseil fédéral
gemessen. Damit können später allfällige Auswirkungen
1. Thermische Grosskraftwerke, insbesondere Kernkraft- des Betriebes festgestellt werden. Parallel wird der Einbe-
werke sind in allen Staaten Unternehmen von grosser, zug der unmittelbaren deutschen Nachbarschaft in das
gesamtnationaler Bedeutung. Ihre Planung und die Wahl Nahalarmsystem des Kernkraftwerks Leibstadt gemeinsam
der Standorte erfolgen nicht nach regionalen, sondern erarbeitet. Es geht dabei primär darum, die Verbindung zu
übergeordneten Kriterien. Plätze, die als Standorte in den örtlichen deutschen Stellen in gleicher Weise wie zu
Betracht kommen, können zudem nicht beliebig gewählt den schweizerischen sicherzustellen. Ähnliche Massnah-
werden, sondern müssen bezüglich vieler Faktoren geeig- men werden allenfalls später mit den französischen und
net sein, unter anderem bezüglich der geologischen Ver- deutschen Behörden in bezug auf das Kernkraftwerk
hältnisse oder der verfügbaren Kühlkapazität. Die Schweiz Kaiseraugst zu treffen sein.
hat in der Grenzregion am Rhein die Kernkraftwerke
4. Der Climod-Bericht von 1981 weist nach, dass die Aus-
Beznau l und II im Betrieb, Leibstadt im Bau und Kai se r-
wirkungen mehrerer Kernkraftwerke mit ihren Kühltürmen
augst im Projektstadium. Zudem wird untersucht, ob in der
auf das regionale Klima der Hochrhein-Oberrheinregion
Gegend Pratteln ein Kohlekraftwerk gebaut werden soll. Auf unbedeutend sind. Die meteorologischen Untersuchungen
deutscher Seite besteht unterhalb Basel das Projekt von sind zum Teil auf internationaler Basis vorgenommen wor-
Wyhl, oberhalb von Basel ist Schwörstadt ein möglicher
den.
Standort. In Frankreich sind am Oberrhein die Blöcke l und
II von Fessenheim in Betrieb. Weitere Standorte im Hoch- 5. In der Internationalen Kommission zum Schutz des
rhein/Oberrheingebiet sind auf absehbare Zeit nicht vorge- Rheins gegen Verunreinigung wird seit einigen Jahren über
sehen. Die Erfahrung und informatorische Gespräche ein Übereinkommen zur Begrenzung der Wärmebelastung
haben gezeigt, dass kein Staat bereit ist, zugunsten eines des Rheins verhandelt. Nach Aufstellung eines mathema-
Nachbarn auf ein Werk zu verzichten. Insbesondere hat tisch-physikalischen Modells über die Belastbarkeit des
auch die Schweiz an den drei erwähnten Standorten am Stromes erweist sich die Erarbeitung von Grundsätzen,
Rhein oder in dessen Nähe bis heute festgehalten. Die nach denen die Kühlkapazität aufgeteilt werden könnte,
Kleinheit unseres Landes lässt es im übrigen kaum zu, erwartungsgemäss als schwierig, da jeder Rheinanlieger-
längs der Landesgrenzen einen «cordon sanitaire» für indu- staat an deren Nutzung sehr interessiert ist. Es gilt aber
strielle Anlagen zu schaffen. Unter diesen Bedingungen festzuhalten, dass sich bisher die Wärmebelastung des
besteht kaum Aussicht, dass drei Staaten sich staatsver- Rheins, insbesondere des Hochrheins, in Grenzen hält und
traglich zu Einschränkungen verpflichten. Den verantwortli- dass sich alle Rheinanliegerstaaten an die gemeinsam
chen Stellen ist aber bewusst, dass thermische Grosskraft- gefasste Erklärung ihrer für den Umweltschutz verantwortli-
werke, insbesondere Kernkraftwerke, Probleme stellen. chen Minister von 1972 halten, wonach künftige Wärme-
Diese sind bekannt und werden nicht nur national, sondern kraftwerke mit geschlossenen Kühlsystemen (Kühltürmen)
auch international in verschiedenen Gremien behandelt. oder gleichwertigen Einrichtungen auszurüsten sind. Im
2. In allen drei Staaten sind die Grundkonzepte der Kern- übrigen zeigen die schwierigen schweizerisch-deutschen
kraftwerke und die Methoden der Sicherheitsanalysen sehr Verhandlungen der sechziger Jahre über die Aufteilung der
ähnlich. Die Anforderungen an die Sicherheit, die internatio- Kühlkapazität des Hochrheins, bei denen die Bundesrepu-
nale anerkannte Regelwerke zum Teil festlegen, sind hoch. blik Deutschland einen Anteil an der Kühlkapazität der Aare
Auf der Basis der Sicherheitsanalysen werden die zu stel- geltend machte, den die Schweiz nicht zuzugestehen bereit
lenden Anforderungen von Fall zu Fall durch die nationalen war, dass es in diesen Fragen von grosser nationaler
Behörden in Form von Bedingungen und technischen Aufla- Bedeutung besser ist, sich über praktische Teilaspekte zu
gen vorgeschrieben. Dies erlaubt die ständige Anpassung verständigen als umfassende Regelungen anzustreben.
an den fortschreitenden Stand der Technik. Starre staats- 6. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass
vertragliche Sicherheitsvorschriften würden der Sache die Auswirkungen auf die Umwelt von konventionellen ther-
kaum nützlich sein. Die bisherige Praxis, die Sicherheitsan- mischen Kraftwerken, d. h. solche, die mit Kohle oder öl
forderungen nach dem jeweiligen Stand der Erkenntnis und betrieben werden, grosser sind als diejenigen von Kern-
der Technik festzulegen, dient der Sicherheit besser. Der kraftwerken. Der Ausstoss von Schadstoffen, insbesondere
internationale Erfahrungsaustausch lässt erwarten, dass die Schwefeldioxyd, belastet die Atmosphäre stärker als dies
Entwicklung in allen Staaten gleich verläuft. Dazu dienen Kernkraftwerke tun. Auch für ein solches Werk, wie es in
regelmässige Aussprachen im Rahmen der internationalen der Umgebung von Pratteln geplant werden soll, gilt im
Organisationen, so der Internationalen-Atom-Energie- übrigen die Ministerempfehlung von 1972, wonach es mit
Organisation (IAEO) in Wien und der Kernenergieagentur Kühltürmen auszustatten ist.
(NEA) der OECD in Paris, sowie in einer deutsch-schweize- 7. Die Standorte für Kernkraftwerke in der Region Hoch-
rischen Behördenarbeitsgruppe. rhein/Oberrhein sind in allen drei Staaten festgelegt, die
3. Die Schweiz hat mit der Bundesrepublik Deutschland Sicherheitsanforderungen an solche Werke sind in allen
und Frankreich Vereinbarungen getroffen, die zur gegensei- drei Staaten hoch, die Auswirkungen auf die Bevölkerung
tigen raschen Informierung rund um die Uhr über Vorfälle ähnlich und vergleichbar, die Auswirkungen auf die Umwelt,
verpflichten, die radiologische Auswirkungen auf das Nach- insbesondere Luft und Wasser, werden in Grenzen gehal-
barland haben können. Jeder Staat wird dadurch in die ten und sind in keiner Weise übermässig, die gegenseitige
Lage versetzt, Schutzmassnahmen für seine Bevölkerung Alarmierung für Unfälle mit Auswirkungen über die Grenzen
zu ergreifen. Es handelt sich um die Vereinbarung vom hinweg, deren Wahrscheinlichkeit geringjst, ist ebenso wie
31. Mai 1978 zwischen dem schweizerischen Bundesrat und Schutzmassnahmen für die Bevölkerung, organisiert bzw. in
der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über den Vorbereitung. Was das in Pratteln zu planende, konventio-
radiologischen Notfallschutz (AS 1979, 312) und das nelle thermische Kraftwerk betrifft, so soll es zu passender
Abkommen vom 18. Oktober 1979 zwischen dem schweize- Zeit dem Nachbarstaat vorgestellt werden, so dass allfällige
rischen Bundesrat und der Regierung der Französischen grenzüberschreitende Konsequenzen noch geprüft werden
Republik über den Informationsaustausch bei radiologi- können. Unter diesen Umständen hält der Bundesrat dafür,
7. Oktober 1982 1389 Postulat Euler
dass eine umfassende staatsvertragliche Regelung über organisiert bzw. in Vorbereitung. Wo, durch wen, mit wel-
thermische Kernkraftwerke in der Gegend Hochrhein/Ober- chem Instrumentarium sind die Schutzmassnahmen für die
rhein weder nötig noch wünschenswert ist. Selbstverständ- Bevölkerung in den drei Ländern organisiert und in welchen
lich werden die durch die Planung und den Betrieb der ther- Gremien und mit welchen Terminen in Vorbereitung? Dies
mischen Grosskraftwerke am Hochrhein/Oberrhein aufge- steht alles nicht in der bundesrätlichen Antwort.
worfenen, verschiedenartigen Probleme weiterhin in den Aus diesen Beispielen wird klar, dass wichtige Fragen zu
entsprechenden Gremien bzw. Institutionen behandelt. Die- diesem Problem offenbleiben, zum Teil unbelegte Behaup-
ses Vorgehen ergibt bessere Ergebnisse als Verhandlun- tungen aufgestellt werden und sogar - ich wage es zu
gen über einen dreiseitigen Staatsvertrag, deren Ausgang behaupten - geflunkert wird. So existiert eine Vereinbarung
ungewiss wäre. aus dem Jahre 1979/80 über grenzüberschreitende Hilfelei-
stungen bei ausserordentlichen Schadenereignissen am
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Oberrhein, erarbeitet von einer deutsch-französisch-
Déclaration écrite du Conseil fédéral schweizerischen behördlichen Arbeitsgruppe. Der Titel der
Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen. Vereinbarung tönt gut. Auf Wunsch Frankreichs sind aber
Katastrophen, verursacht durch Atomkraftwerke und Atom-
Euler: Der Bundesrat lehnt das Postulat für umfassende anlagen, ausdrücklich ausgeklammert! Ist das etwa der auf
staatsvertragliche Regelungen als weder nötig noch Seite 4 der Antwort unter Punkt 7 erwähnte und bereits
erwünscht ab. Es ist aber eine Tatsache, dass die weltweit organisierte Schutz der Bevölkerung?
einmalige Ballung von bestehenden, im Bau befindlichen Zudem noch folgendes: Die bundesrätlichen Hinweise auf
und projektierten Atomkraftwerken in der Dreiländerecke die Arbeit der grenzüberschreitenden Regionalorgane in
bei Basel die Bevölkerung der Grenzregionen der drei Län- den Antworten auf die Einfache Anfrage Wyss und auf mein
der stark beunruhigt. Heute leben innerhalb eines Radiums Postulat können über die Tatsache nicht hinwegtäuschen,
von 15 Kilometern um Kaiseraugst, der die gesamte Agglo- dass in diesen Gremien noch nie über Standorte von Kern-
meration umfasst, rund 650 000 Menschen, davon 465 000 kraftwerken gesprochen worden ist. Diese wurden von
in der Schweiz, 151 000 in der Bundesrepublik Deutschland jedem Land festgelegt, als ob es eine Insel ohne Nachbarn
und 34 000 in Frankreich. Bei Anwendung amerikanischer wäre. Den Empfehlungen der deutsch-schweizerischen
Standortnormen bezüglich Zahl und Dichte der Bevölke- Raumplanungskommission von 1975 wurde bis heute eben
rung in der Umgebung von Kaiseraugst würde ein Kern- sowenig entsprochen wie der Forderung der Regionalpart-
kraftwerk dort in den USA nicht bewilligt. Das Postulat, ner nach gemeinsamen Abklärungen und Festlegungen.
diese unerfreuliche Situation durch einen Staatsvertrag Am 11. August 1982 wurde in einer Pressemeldung - der
besser in den Griff zu bekommen und die Lebensräume am Kommissionspräsident der Petitionskommission hat dies
Hochrhein/Oberrhein besser zu schützen, kann doch im bereits erwähnt - über die Unterzeichnung einer Regie-
Ernst nicht als unnötig oder gar als nicht erwünscht rungsvereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutsch-
bezeichnet werden. land und der Schweiz berichtet. Die Vereinbarung betrifft
Es ist ein Jahre altes Postulat dieser Grenzregionen. Auch die Sicherheit, den Strahlenschutz und den Katastrophen-
die Einfache Anfrage vom 5. Juni 1979 unseres Ratskolle- schutz beim Bau und Betrieb grenznaher kerntechnischer
gen Paul Wyss zum gleichen Thema zeugt davon. Für zwi- Einrichtungen. Diese Regierungsvereinbarung, staatsver-
schenstaatliche Vereinbarungen und Verträge betreffend tragliche Regelungen zum Teil, muss von den eidgenössi-
Grosskraftwerke in der Dreiländerecke haben sich unter schen Räten noch ratifiziert werden. Nun, ein halbes Jahr
anderem ausgesprochen: die regio basiliensis, ein Zusam- vorher, in der Antwort vom 17. Februar 1982 auf mein
menschluss von Wirtschaft, Arbeitnehmern und staatlichen Postulat, sind umfassende staatsvertragliche Regelungen
Behörden in der Region Basel; die Europaunion der über Kernkraftwerke im Grenzgebiet weder nötig noch wün-
Schweiz, Deutschlands und Frankreichs; die Lokal- und schenswert! Die Feststellung des Bundesrates, dass kein
Regionalbehörden des Europarates sowie der Europarat in Land freiwillig auf einen Kernkraftwerkstandort verzichtet,
seiner jüngsten Empfehlung vom I.Oktober 1982; die macht die Grenzlandbewohner in der Region Basel zu Prü-
deutsch-schweizerische Raumplanungskommission schon gelknaben von drei nationalen Energiepolitiken. Solange auf
im Jahre 1975; die Internationale Anwaltsunion und nicht nationaler Ebene der Bau von weiteren Atomkraftwerken
zuletzt die römisch-katholischen Bischöfe von Basel, Frei- durchgedrückt werden soll und "internationale Absprachen
burg i. B. und Strassburg in einer gemeinsamen Erklärung über lebenswichtige Belange der Grenzregion resigniert als
über das Verhalten der Christen im Konflikt um die Kern- unmöglich und unnötig beurteilt werden, ist aus der betrof-
energie vom März 1982. Eine eindrückliche Vielzahl reprä- fenen Region mit weiterem Widerstand zu rechnen.
sentativer Äusserungen, die auf das gleiche zielen wie mein Die gemeinsame Erklärung der Bischöfe von Basel, Frei-
Postulat. burg i. B. und Strassburg zum Konflikt um die Kernenergie
Die Antwort des Bundesrates enthält aber wenig brauch- hält nicht umsonst folgendes fest: «Für viele offene Fragen
bare Informationen und wirft mehr Fragen auf, als sie Ant- müssen noch Antworten gefunden werden. Inzwischen
worten gibt. Dazu drei Beispiele. aber wachsen die Sorge vor falschen Entscheidungen und
Erstens: Auf Seite 2 unten steht, dass regelmässjge Aus- die Angst vor unübersehbaren Folgewirkungen. Dies gilt für
sprachen in einer deutsch-schweizerischen Behördenar- viele Menschen gerade auch in unserer Landschaft, im
beitsgruppe stattfinden. Um welche Arbeitsgruppe handelt Gebiet des Hoch- und Oberrheins. Ursache dafür ist die
es sich? Welchen Auftrag hat sie und seit wann? Wie ist sie starke Inanspruchnahme dieser Landschaft durch Kern-
zusammengesetzt, und welches sind die praktischen energieanlagen. Die damit gegebene Problematik für Bevöl-
Ergebnisse? kerung und Landschaft ist grenzüberschreitend und hat uns
Zweites Beispiel: Auf Seite 3 oben wird auf die bereits Bischöfe von Basel, Freiburg und Strassburg zu diesem
zitierten Vereinbarungen Deutschland-Schweiz vom 31. Mai gemeinsamen Wort veranlasst.»
1978 und Frankreich-Schweiz vom 18. Oktober 1979 hinge- Wir alle dürfen nicht vergessen, dass gerade im Bereich der
wiesen. Was beinhalten diese beiden Vereinbarungen im Atomenergie durch heutige Entscheidungen auch über
Detail? Die zuständigen schweizerischen Stellen seien über Lebenschancen und Lebensmöglichkeiten künftiger Gene-
die Katastrophenpläne für das 40 Kilometer von der Stadt rationen mitentschieden wird. Diese uns aufgegebene Ver-
Basel entfernte Kernkraftwerk Fessenheim l und II orien- antwortung darf nicht leichthin weggeschoben werden. Es
tiert. Welche zuständigen schweizerischen Stellen sind das, ist eine Frage der Gerechtigkeit den Grenzlandbewohnern
die informiert sind? gegenüber, dieses Anliegen ernst zu nehmen. Aus all dem
Drittens: Auf Seite 4 unter Punkt 7 wird geschrieben: Die Gesagten möchte ich Ihnen beantragen, das Postulat zu
gegenseitige Alarmierung bei Unfällen mit Auswirkungen überweisen. Besonders aber würde ich es begrüssen, wenn
über die Grenzen hinweg, deren Wahrscheinlichkeit gering Herr Bundesrat Aubert in der jetzigen Situation das Postu-
sei, sei ebenso wie Schutzmassnahmen für die Bevölkerung lat dennoch zur Prüfung übernehmen könnte.
Protection des droits de l'homme. Rapport 1390 7 octobre 1982
Ott: Es ist einigermassen unüblich, wenn eine Anregung Organen gleichzeitig die Anerkennung für diese Leistungen
sogar in der Form des Postulates abgelehnt wird - ich habe aussprechen.
das in diesen Jahren im Rat noch recht selten erlebt -, Es erhebt sich aber sofort die Frage: Könnten wir Schwei-
zumal dann, wenn wesentliche repräsentative Kreise hinter zer auf diesem Gebiet - zum Schutz und zur Verwirklichung
dieser Anregung stehen - Herr Kollege Euler hat Sie Ihnen der Menschenrechte - nicht noch mehr tun? Der Bundesrat
aufgezählt - und wenn ein Anliegen dabei vertreten wird, selber hat diese Frage gestellt und mit einem klaren Ja
das als solches ja wirklich nicht abwegig oder unrealistisch beantwortet. Ich verweise Sie auf die Botschaft Seite 61, wo
ist, was soeben auch vom Sprecher französischer Zunge der Bundesrat die Schlussfolgerungen zieht.
der Petitions- und Gewährleistungskommission bestätigt Nach diesen Schlussfolgerungen will er eine ganze Reihe
worden ist. Wer die Stimmung in der weit ausgedehnten von Konventionen ratifizieren. Er will nämlich zwei «Interna-
Region Basel inklusive die Gebiete in Deutschland und tionale Pakte über die Menschenrechte» ratifizieren, ferner
Frankreich einigermassen kennt, weiss, wie sehr die Forde- das internationale Übereinkommen gegen die Rassendiskri-
rungen nach einer Koordination der Kernkraft einem Anlie- minierung. Diese drei Übereinkommen sind also universeller
gen dieser Bevölkerung entspricht, das immer und immer Natur. Darüber hinaus beabsichtigt der Bundesrat aber
wieder vorgetragen wird. Die Form des Postulates, die Herr auch, europäische Übereinkommen zu ratifizieren, nämlich
Euler gewählt hat, ist bescheiden, und sie verlangt nichts die «Europäische Sozialcharta» und zwei Zusatzprotokolle
Unrealistisches, sie verlangt nichts Absurdes. zur «Europäischen Konvention über die Menschenrechte».
Ich möchte Sie darum bitten, diese doch sehr vertretbare Und alle diese Botschaften will der Bundesrat uns bis Ende
Forderung wenigstens in der Form des Postulates zu über- dieser Legislaturperiode, d. h. binnen einem Jahr, unterbrei-
weisen. ten.
Man muss sich fragen, ob es möglich ist, alles oder fast
M. Aubert, conseiller fédéral: Monsieur Euler, vous deman- alles miteinander zu bringen. Ich vertrete hier die Meinung,
dez au conseiller fédéral Aubert de bien vouloir accepter dass Prioritäten gesetzt werden sollten. In erster Linie
votre postulat. Ce n'est pas le conseiller fédéral Aubert qui (nicht ausschliesslich selbstverständlich) sollten wir den
a de telles compétences, mais bien le Conseil fédéral. Ausbau der Menschenrechte auf europäischer Ebene vor-
Celui-ci s'est expliqué longuement au sujet de votre postu- nehmen ; also bevor wir auf die weltweite Ebene übergehen.
lat, dans une réponse très complète que vous avez tous sur Die «Europäische Menschenrechtskonvention» ist die wich-
votre pupitre. Je ne puis donc que me référer à ce docu- tigste Konvention des Europarates. Sie garantiert die
ment et vous en rappeler les conclusions: le Conseil fédéral Grundrechte und persönlichen Freiheiten der Menschen,
propose de rejeter le postulat. die in den 21 Mitgliedstaaten des Europarates leben. Diese
Konvention ist ein wirkungsvolles Instrument, indem es ein
Präsidentin: Der Bundesrat lehnt das Postulat Euler ab. spezielles Kontrollsystem durch besondere Organe auf-
Herr Euler hält daran fest. baut. Es gewährt nicht nur den beteiligten Staaten ein
Beschwerderecht, sondern jedem Bürger, jedem Indivi-
Abstimmung - Vote duum steht dieses Recht zu. Es ist der einzige Staatsver-
Für die Überweisung des Postulates 30 Stimmen trag, den ich kenne, der dem Bürger ein direktes Klagerecht
Dagegen 59 Stimmen gegenüber seinem Staat gibt. Der Erfolg dieser Kontrolle ist
meines Erachtens klar. Ich habe hier vielleicht eine etwas
andere Meinung als sie Herr Renschier, unser Kommis-
sionspräsident, zum Ausdruck gebracht hat. Man kann den
Erfolg nicht nur an der Zahl der gutgeheissenen Beschwer-
den messen. Man muss daran denken, dass die Menschen-
#ST# 82.043 rechtskommission auch die Aufgabe hat, vermittelnd zwi-
schen Staat und Bürger einzugreifen. Und ich möchte
Schutz der Menschenrechte. Bericht sagen, dass die prophylaktische Wirkung für die Gerichts-
Protection des droits de l'homme. Rapport praxis, für die Praxis der Behörden und sogar für die
Gesetzgebung beträchtlich ist.
Ich stelle daher fest: Diese Konvention ist die wirksamste,
Fortsetzung - Suite die ich überhaupt kenne, weil hier eine effektive Kontrolle
Siehe Seite 1265 hiervor - Voir page 1265 ci-devant stattfindet. Deshalb bin ich der Meinung, dass wir hier prio-
ritär diese Konvention erweitern sollten, indem wir sie auf
das erste und vierte Zusatzprotokoll ausdehnen. Ich halte
nicht dafür, dass wir jetzt, nachdem das Ausländergesetz
verworfen worden ist, davon absehen sollten, das vierte
Präsidentin: Es haben sich noch vier Redner eingetragen. Zusatzprotokoll zu ratifizieren, weil auch nach diesem
Die Rednerliste ist geschlossen. Zusatzprotokoll Beschränkungen der Niederlassungsfrei-
heit durchaus zulässig sind. In die erste Dringlichkeit für
Muheim: Der Bericht des Bundesrates über die schweizeri- eine weitere Ratifikation gehört meines Erachtens vor allem
sche Menschenrechtspolitik gibt einen interessanten Über- die Sozialcharta, das Gegenstück zur Menschenrechtskon-
blick über die Tätigkeit unseres Landes zum Schütze der vention. Ich möchte sagen: Menschenrechtskonvention und
Menschenrechte. Diese Tätigkeit erstreckt sich auf die ver- Sozialcharta sind untrennbar miteinander verbunden. Die
schiedensten Bereiche, und ich möchte hier sagen, dass Sozialcharta ist die Vorbedingung für die Ausübung der
diese Tätigkeit durchaus Anerkennung verdient. Die Aktivi- Rechte und Freiheiten nach der Menschenrechtskonven-
täten, die in diesem Bericht dargestellt sind, bestehen vor tion.
allem in der Ratifikation von internationalen Konventionen, Diese Ratifikation hat nun wirklich eine lange Leidensge-
in der Mitwirkung in internationalen Organisationen. Sie schichte. Ich darf Sie daran erinnern, dass ich im Jahre 1970
erfolgen aber auch durch diplomatische Initiativen und in diesem Rate eine Motion eingereicht habe, mit dieser
durch einen besonderen Beitrag unseres Landes im Ge- Ratifikation vorwärts'zu machen. Die Motion ist hier gutge-
biete des humanitären Völkerrechts. heissen, im Ständerat dann aber in ein Postulat umgewan-
Die Verteidigung der Menschenrechte entspricht unserer delt worden. 1976 hat der Bundesrat die Sozialcharta unter-
schweizerischen demokratischen, freiheitlichen und huma- zeichnet, und die Ratifikation lässt heute noch auf sich war-
nitären Tradition und Haltung, und die Wahrung dieser ten.
Ideale stellt die Grundlage für eine menschengerechte Es gehört zu den Zielen des Europarates, dessen Mitglied
Gesellschaft dar. Indem wir von diesem Bericht Kenntnis wir seit bald 20 Jahren sind, dass die Menschenrechte und
nehmen, dürfen wir dem Bundesrat und allen beteiligten der soziale Fortschritt gefördert werden. Ich meine deshalb,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Euler Thermische Grosskraftwerke am Oberrhein. Staatsvertrag
Postulat Euler Centrales thermiques dans la zone du Haut-Rhin. Traité international
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1982
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 81.559
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.10.1982 - 08:00
Date
Data
Seite 1387-1390
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Pagina
Ref. No 20 010 796
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