Switzerland v. Turkey: Suspension of Economic Aid
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court addressed the issue of economic aid to Turkey, specifically a 35 million Swiss franc credit. A request was made to suspend this aid due to the military government's anti-democratic actions and human rights violations, citing the dissolution of parliament, suppression of freedoms, and widespread detentions. However, the federal council declined to suspend the aid, stating that the credit was part of a 1980 OECD aid package, already legally binding through bilateral agreements approved by parliament in 1981 and thus not unilaterally suspendable. The council clarified that concerns about freezing aid pertained to the 1981 OECD package, in which Switzerland had not yet committed.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 Abs. 1 BGG; Switzerland v. Turkey: Suspension of Economic Aid: A request was made to suspend this aid due to the military government's anti-democratic actions and human rights violations, citing the dissolution of parliament, suppression of freedoms, and widespread detentions. However, the federal council declined to suspend the aid, stating that the credit was part of a 1980 OECD aid package, already legally binding through bilateral agreements approved by parliament in 1981 and thus not unilaterally suspendable. The council clarified that concerns about freezing aid pertained to the 1981 OECD package, in which Switzerland had not yet committed.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis provision concerns the imposition of costs.
Volltext
19. März 1982 N 559 Interpellation Herczog
sondern der Mithilfe und Unterstützung aller in Frage kom- stützen, indem sie auf die nachteiligen Folgen für alle Betei-
menden Kreise, namentlich der Arbeitgeber- und Arbeit- ligten immer wieder aufmerksam machen. Dagegen ist es
nehmerorganisationen. aus Gründen der Amtsverschwiegenheit nicht möglich, die-
Die in der Interpellation gestellten Fragen können wie folgt sen Kommissionen über die bisherigen Publikationen hin-
beantwortet werden: ausgehende Ergebnisse der von den Behörden durchge-
1. Ausländer, die ohne Bewilligung arbeiten, entziehen sich führten Abklärungen zu überlassen.
jeglicher behördlichen Kontrolle. Es ist für die Behörden Die Diskussion wird verschoben
deshalb nicht möglich, zahlenmässige Angaben über das
La discussion est renvoyée
Ausmass der Schwarzarbeit zu machen. Die verschiedent-
lich in den Medien erwähnten Zahlen sind reine Schätzun-
gen. Die einzigen zuverlässigen Zahlen, die den Behörden
in diesem Zusammenhang zur Verfügung stehen, sind die
gegenüber Schwarzarbeitern verhängten Einreisesperren.
Deren Zahl weist in letzter Zeit infolge Verknappung auf #ST# 81.554
dem Arbeitsmarkt leicht steigende Tendenz auf; sie belief Interpellation Herczog
sich im Jahr 1980 auf 1780, wobei allerdings die Dunkelziffer
der Schwarzarbeiter hoìier sein wird. Wirtschaftshilfe an die Türkei. Suspendierung
2. Die illegale Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer Aide économique à la Turquie. Suspension
ist nicht nur aus wirtschaftlichen und gesellschaftspoliti-
schen Überlegungen bedenklich, sondern sie wirkt sich in
erster Linie auf die ausländischen Arbeitnehmer selber
nachteilig aus, indem diese vielfach nur ungenügend gegen
die Folgen von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall, Invalidität Wortlaut der Interpellation vom 30. November 1981
usw. versichert sind. Dass durch die Schwarzarbeit über- Ist der Bundesrat bereit, angesichts verschärft antidemo-
dies unsere Sozialeinrichtungen geschädigt werden, ist kratischer Tendenzen der Militärregierung, den genehmig-
nicht von der Hand zu weisen. Bedenklich ist auch, dass die ten Wirtschaftshilfekredit von 35 Millionen Franken an die
orts- und berufsüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen Türkei solange zu sperren, bis das Militärregime in Ankara
durch die Schwarzarbeit in Frage gestellt werden und so konkrete Schritte zur Wiedereinführung der Demokratie ein-
nicht nur Störungen auf dem Arbeitsmarkt entstehen, son- leitet?
dern ebenfalls der soziale Friede gefährdet ist. Ferner kann
der Schutz der einheimischen Arbeitnehmer nicht mehr Texte de l'interpellation du 30 novembre 1981
gewahrt werden. Schliesslich können der Öffentlichkeit Le Conseil fédéral est-il disposé, vu les tendances anti-
Unterstützungs- und Ausreisekosten erwachsen. démocratiques prononcées du gouvernement militaire, à
3. Das neue Ausländergesetz sieht einen besonderen bloquer le crédit de 35 millions accordé à la Turquie à titre
Straftatbestand vor, wonach Personen, die der Beschäfti- d'aide économique jusqu'à ce que le régime militaire
gung von Ausländern ohne Bewilligung Vorschub leisten, d'Ankara prenne des mesures concrètes pour réintroduire
strenger als bisher bestraft werden. Mit Bezug auf fehlbare la démocratie?
Arbeitgeber wird ein Bussenminimum in Aussicht genom-
Mitunterzeichner - Cosignataires: Crevoisier, Dafflon, Ma-
men und dadurch vermieden, dass die Beschäftigung von gnin, Mascarin (4)
Schwarzarbeitern lediglich als Bagatellübertretung behan-
delt wird. Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Unabhängig von der Einleitung eines Strafverfahrens sind Bereits in der Sommersession 1981 des Nationalrates, als
bereits nach der geltenden Verordnung des Bundesrates der Wirtschaftshilfekredit behandelt wurde, waren etliche
über die Begrenzung der Zahl der erwerbstätigen Auslän- Tatsachen bekannt: seit dem Putsch vom 12. September
der Gesuche um Zulassung neuer Arbeitskräfte oder um 1980 wurden elementarste Menschenrechte aufs gröbste
Verlängerung von Bewillungen von Arbeitgebern, die wie- verletzt, das Parlament aufgelöst, das Recht auf freie Mei-
derholt oder in schwerer Weise fremdenpolizeiliche Bestim- nungsäusserung, auf Versammlungs- und Vereinsfreiheit
mungen übertreten haben, ganz oder teilweise abzulehnen. ausser Kraft gesetzt, Zehntausende wurden ohne konkrete
Das Bundesamt für Ausländerfragen wird durch Aufbau Anklage ins Gefängnis gesteckt.
einer entsprechenden Kontrolle im Einvernehmen mit dem Der Bundesrat und die Mehrheit der eidgenössischen Räte
Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit veranlassen, Messen sich damals dennoch vom Glauben leiten, dass die
dass diese Bestimmung inskünftig konsequent angewendet «Rückkehr zur Demokratie» kurz bevorstand, da ja die
wird. Dabei kommt insbesondere der Zusammenarbeit zwi- sogenannte Konstituierende Versammlung der Türkei
schen den Fremdenpolizei- und den Arbeitsmarktbehörden zusammentreten und neue Rechtsgrundlagen erarbeiten
auf kantonaler und lokaler Ebene vermehrte Bedeutung zu. werde. Allerdings wurde bei diesem Glauben ausser acht
Die schweizerischen Vertretungen im Ausland werden gelassen, dass die Konstituierende Versammlung nicht vom
sodann erneut Weisungen erhalten, wonach visumpflichtige Volk gewählt, sondern durch die aus Offizieren bestehende
Ausländer, die sich unter dem Vorwand einer Touristen- Junta ernannt wurde. Somit besteht diese Versammlung
oder Besuchsreise nach der Schweiz begeben, in Wirklich- auch nicht aus Repräsentanten des Volkes. Trotz dieser
keit aber hier eine Stelle antreten wollen, kein Visum erhal- Tatsachen beschloss die Ratsmehrheit, den Wirtschaftshil-
ten. Ebenso werden die Grenzposten angewiesen, die fekredit an die Türkei in der Höhe von 35 Millionen Franken
Grenzkontrolle während der Hauptreisezeit zu verstärken, zu gewähren.
um Pseudotouristen vermehrt die Einreise zu verweigern. Seither hat sich aber die Situation weiterhin verschärft: alle
Sodann werden die kantonalen Polizeidirektionen ersucht, Parteien sind vom Militärregime aufgelöst worden, und der
die Inlandkontrolle hinsichtlich der Schwarzarbeit zu ver- frühere Ministerpräsident B. Ecevit wurde zu einer Gefäng-
schärfen. nisstrafe verurteilt, da er dies öffentlich kritisiert hatte. Am
Schliesslich wird bei der bevorstehenden Revision des 6. November 1981 ist im Haushaltausschuss des Bundesta-
Arbeitsvermittlungsgesetzes eingehend geprüft, auf welche ges der Bundesrepublik Deutschland ein Antrag von Vertre-
Weise die Vermittlung oder die Ausleihe von ausländischen tern aller drei Bundestagsfraktionen unterstützt worden,
Arbeitnehmern ohne Bewilligung wirksam verhindert wer- der die Sperrung von beschlossenen Wirtschaftshilfegel-
den kann. dern an die Türkei verlangt hatte, nachdem sich zuvor
4. Paritätische Kommissionen aus gesamtarbeitsvertragli- schon der Parlamentsausschuss für wirtschaftliche Zusam-
chen Partnerschaften können die Bemühungen der Behör- menarbeit einstimmig für die gleiche Empfehlung ausge-
den bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit ebenfalls unter- sprochen hatte (vgl. «NZZ», 6./7. November 1981).
Interpellation Crevoisier 560 19 mars 1982
Es würde dem Ansehen unseres Landes schaden und als rition d'entreprises qui lui sont liées et partant une nouvelle
kritiklose Unterstützung der türkischen Militärdiktatur ver- extension du chômage dans les régions où celles-ci sont
standen, falls die Schweizer Wirtschaftshilfe unter den implantées.
gegebenen Umständen nicht gesperrt würde. Le Conseil fédéral est-il disposé à dire ce qu'il y a de fondé
dans ces informations?
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Peut-il renseigner le public en général et les milieux
Rapport écrit du Conseil fédéral concernés en particulier sur les mesures concrètes pour
Diese Interpellation entspricht wörtlich der Frage von Natio- compenser, le cas échéant, les pertes de postes de travail
nalrat Herczog vom 2. Dezember, die in der Fragestunde qu'annoncerait la crise en question?
vom 7. Dezember 1981 beantwortet wurde. Nachstehend
also der Wortlaut der damals erteilten Antwort, die nach wie Mitunterzeichner - Cosignataires: Carobbio, Forel, Herc-
vor Gültigkeit hat: zog, Magnin, Mascarin, Roy (6)
Unser Wirtschaftshilfekredit von 35 Millionen Franken ist Begründung
Bestandteil der OECD-Hilfsaktion 1980. Sämtliche Geber-
staaten haben ihre Beiträge an diese Aktion zum grössten Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht
Teil erbracht. Der Rest ist für die zeitlich gestaffelte Durch- eine schriftliche Antwort.
führung von Projekten verpflichtet und wird von keinem Développement
Geberstaat in Frage gestellt. L'auteur renonce au développement et désire une réponse
Die aktuellen Bestrebungen in vereinzelten Ländern für eine
écrite.
allfällige Einfrierung der Türkeihilfe betreffen die OECD-
Aktion 1981, mit anderen Worten eine Hilfeleistung, in der Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
die Schweiz weder entschieden hat noch konkrete Ver-
pflichtungen eingegangen ist. Rapport écrit du Conseil fédéral
Der Bundesrat hat nicht die Absicht, die Auszahlungen der Durant ces dernières années, la concurrence s'est sensi-
Wirtschaftshilfe von 35 Millionen Franken für 1980 an die blement renforcée sur le marché mondial de l'horlogerie.
Türkei zu sperren. Die eidgenössischen Räte haben dem De nouveaux producteurs, et notamment ceux en prove-
entsprechenden bilateralen Abkommen im März und Juni nance de pays nouvellement industrialisés, ont tenté une
1981 zugestimmt. Mit seinem Inkrafttreten am 23. Septem- percée sur le marché où ils se sont taillé une part toujours
ber 1981 wurde es völkerrechtlich verbindlich. Damit wurde plus grande. Ainsi, notre industrie horlogère a été mise
der Kredit eröffnet und ist seitdem in Abwicklung begriffen. sous pression et ce sont surtout les producteurs de mon-
Das Abkommen kann weder unilateral suspendiert noch tres appartenant à la catégorie des prix moyens ou peu éle-
gekündigt werden. Selbst wenn dies möglich wäre, würden vés qui ont subi le contre-coup de cette évolution. Pouvant
wir auf diese Weise eine Wirtschaftshilfe, nämlich diejenige difficilement écouler leurs produits, nombre d'entreprises
für das Jahr 1980, zurückstellen, welche die übrigen Geber- se sont trouvées en mauvaise posture. De gros efforts ont
staaten längst geleistet haben. été et sont encore entrepris - avec le concours de la
Confédération - afin de faire face à la concurrence étran-
Die Diskussion wird verschoben gère croissante. En application de l'arrêté fédéral du 6 octo-
La discussion est renvoyée bre 1978 instituant une aide financière en faveur des
régions dont l'économie est menacée, ainsi que de celui du
13 décembre 1978 allouant des crédits supplémentaires
destinés à atténuer les difficultés économiques, le Conseil
fédéral a pris des mesures qui ont contribué, conjointement
#ST# 81.567 avec les efforts entrepris par les cantons, à circonscrire le
danger du chômage dans les régions horlogères.
Interpellation Crevoisier
Les difficultés que le marché mondial des montres connaît
Zukunft der ASUAG - Avenir de I'ASUAG actuellement sont de nature conjoncturelle. Elles se carac-
térisent par des surcapacités à l'échelle mondiale, alors
que, simultanément, on enregistre sur d'importants mar-
chés une accalmie de la vente des montres bon marché. Ce
n'est pas seulement l'industrie suisse et, avec elle, le
Wortlaut der Interpellation vom 8. Dezember 1981 groupe horloger ASUAG, qui sont touchés, mais également
Die ASUAG, bei der der Bund Aktionär ist, soll zurzeit mit toute la concurrence internationale. Pour être en mesure de
verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die die surmonter cette phase de dépression conjoncturelle, il faut
Zukunft dieser Firmengruppe gefährden. dès lors que les efforts se concentrent sur des baisses de
Gewisse Anzeichen und einiges, was die Öffentlichkeit coûts et autres mesures de rationalisation, sur la moderni-
erfahren hat, lassen tatsächlich vermuten, dass sich diese sation et la rigueur des assortiments ainsi que sur une col-
Firmengruppe einer internen Umstrukturierung wird unter- laboration renforcée et une répartition des tâches dans les
ziehen müssen, die zur Schliessung von angegliederten domaines de la production, du management et de la vente.
Betrieben und damit zu einer erneuten Zunahme der Il se peut, malheureusement, que ce processus d'adapta-
Arbeitslosigkeit in den Regionen dieser Betriebe führen tion suscite des difficultés au niveau du marché de l'emploi.
wird. La Confédération et les cantons mettront tout en œuvre
Ist der Bundesrat bereit zu sagen, was an diesen Informa- pour atténuer le plus possible ces difficultés à l'aide de
tionen wahr ist? mesures dans les domaines de l'innovation et de la diversifi-
Kann er die Öffentlichkeit und insbesondere die betroffenen cation, de la formation professionnelle, du placement de la
Kreise über die Massnahmen orientieren, die man getroffen main-d'œuvre et enfin de l'assurance-chômage.
hat, um für die Arbeitsplätze, die mit dieser Krise verloren Il ne faut rien dramatiser, la situation n'est pas perdue. Les
gehen könnten, Ersatz zu schaffen? efforts accomplis au cours de ces dernières années ont
permis à l'industrie horlogère suisse de rejoindre de nou-
Texte de l'interpellation du 8 décembre 1981 veau le peloton de tête des pays dotés d'une technologie
L'ASUAG, dont la Confédération est actionnaire, connaîtrait de pointe. On est donc fondé à penser que la branche hor-
actuellement des difficultés de diverses natures qui mettent logère sortira renforcée du processus de restructuration
son avenir en péril. actuellement en cours.
Un certain nombre d'indices et quelques rares informations
publiques laissent en effet penser que ce groupe industriel Die Diskussion wird verschoben
devrait subir une restructuration interne entraînant la dispa- La discussion est renvoyée
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Herczog Wirtschaftshilfe an die Türkei. Suspendierung
Interpellation Herczog Aide économique à la Turquie. Suspension
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1982
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 81.554
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.03.1982 - 08:00
Date
Data
Seite 559-560
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Ref. No 20 010 379
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