Switzerland's Foreign Policy Postulate Rejected
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe postulate argued for a more active foreign policy for a small state, suggesting increased cooperation with neutral and non-aligned countries, and advocating for a Europe free of nuclear weapons. The Federal Council responded that while Switzerland engages in multilateral cooperation, it must remain realistic about its capabilities and the differing interests of other nations. The Council also stated that nuclear disarmament is a global issue, not solely a European one, and that Switzerland's role as a guest of non-aligned nations is appropriate. Ultimately, the postulate was rejected by the National Council.
Legislator-Regeste
KI-generiertSwitzerland's Foreign Policy Postulate Rejected: The Federal Council responded that while Switzerland engages in multilateral cooperation, it must remain realistic about its capabilities and the differing interests of other nations. The Council also stated that nuclear disarmament is a global issue, not solely a European one, and that Switzerland's role as a guest of non-aligned nations is appropriate. Ultimately, the postulate was rejected by the National Council.
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KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Postulat Braunschweig 262 8 mars 1982
aide, le Conseil fédéral, dans son rapport intermédiaire sur Chacun sait qu'en matière de politique étrangère, la marge
les Grandes lignes de la politique gouvernementale durant de manœuvre d'un petit Etat est très étroite. Néanmoins et
la législature 1979-1983, a indiqué que notre pays devait compte tenu de la menace croissante, on en vient à se
disposer de la base juridique nécessaire pour participer demander si toutes les possibilités qui s'offrent de prati-
précisément à ces programmes d'aide économique coor- quer une politique étrangère active ont été épuisées.
donnés, sur le plan international. Le Conseil fédéral a placé Le Conseil fédéral est donc invité à soumettre à réexamen
cet objectif dans la liste des tâches prévues pour la les aspects (anciens ou nouveaux) ci-après, par exemple:
seconde moitié de la présente législature. J'espère avoir 1. Le renforcement de la collaboration politique extérieure,
ainsi répondu, au moins partiellement, à vos préoccupa- dans le sens voulu par la détente, avec les Etats neutres
tions, qui sont aussi les nôtres. d'Europe et ceux des blocs militaires, lorsque ces Etats-là
font preuve d'indépendance - la détente supposant des
Präsidentin: Herr Morel erklärt sich von der Antwort des solutions politiques équitables, obtenues par des négocia-
Bundesrates befriedigt. tions. Efforts et initiatives communs en vue de dégager des
vues européennes autonomes, propres à l'ensemble du
continent, y compris dans les domaines de la politique mili-
taire, économique, monétaire, de l'énergie et du développe-
ment.
Indépendance accrue à l'égard des puissances mondiales
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et de leur prédominance.
Postulat Braunschweig 2. Soutien apporté à l'idée d'une Europe considérée
Aussenpolitik. Neue Aspekte comme une zone désatomisée de l'Atlantique à l'Oural.
Réalisation de cette idée par étapes, en créant des zones
Politique étrangère. Nouveaux aspects et des régions affranchies des armes atomiques, où la den-
sité du potentiel militaire serait très faible.
3. Collaboration accrue avec les Etats non-alignés, à la
faveur d'une requête tendant, pour le moins, à l'obtention
du statut d'observateur.
Wortlaut des Postulats vom 9. Oktober 1981
Der Beschluss der amerikanischen Regierung, die Neutro- Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Bircher, Borei,
nenbombe bauen zu lassen, hat die Unruhe und die Betrof- Christinat, Deneys, Duvoisin, Euler, Ganz, Gloor, Jaggi,
fenheit über diese jüngste Drehung der Rüstungsspirale Leuenberger, Mauch, Morf, Nauer, Neukomm, Renschier,
auch in der Schweiz verstärkt, nachdem vor allem junge Robbiani, Rothen, Schmid, Vannay, Ziegler-Genf (21 )
Menschen schon die sowjetischen SS-20-Raketen mit
nuklearen Mehrfachsprengköpfen und den NATO-Nachrü- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
stungsbeschluss über die Mittelstreckenraketen Pershing-ll Unruhe und Betroffenheit der Öffentlichkeit sind mehr als
und die Marschflugkörper Cruise Missiles mit grösster nur verständlich, richtet sich doch die Wirkung der Neutro-
Sorge für Europa und für unser Land verfolgt haben. nenbombe in erster Linie gegen das menschliche Leben
Es ist bekannt, dass der aussenpolitische Spielraum eines und nicht gegen Warfen, Maschinen und Bauten. Ihr Einsatz
Kleinstaates eher bescheiden ist. Dennoch stellt sich die hat nicht in erster Linie die militärische Schwächung des
Frage, ob angesichts der zunehmenden Bedrohung alle Feindes zum Ziele, sondern seine Vernichtung.
Möglichkeiten einer aktiven Aussenpolitik ausgeschöpft Nicht weniger schwerwiegend sind die militärischen und
sind. politischen Folgen: Die Kommandogewalt geht von der
Der Bundesrat wird ersucht, zum Beispiel die nachfolgen- Regierung auf die Offiziere an der Front über, die unter dem
den alt-neuen Aspekte einer erneuten Prüfung zu unterzie- unmittelbaren Druck des Feindes stehen und die direkte
hen: Verantwortung für die eigenen Truppen tragen. Damit wird
1. Verstärkung der aussenpolitischen Zusammenarbeit in die Einsatzschwelle für Atomwaffen ganz wesentlich
Richtung Entspannung, d. h. gerechte politische Lösungen gesenkt. Der Schritt von der taktischen zur weitwirkenden,
durch Verhandeln, mit den neutralen Staaten Europas sowie strategischen Waffe ist nur ein kleiner Schritt, wenn der
mit Staaten der Militärblöcke, die sich über Eigenständig- Übergang überhaupt nicht nur ein fliessender ist. Jede wei-
keit ausweisen. Gemeinsames und initiatives Bemühen um tere Welt- oder Grossmacht fühlt sich gezwungen - sach-
eigenständige europäische Stellungnahmen, auch in Berei- gezwungen - nachzuziehen, d. h. ebenfalls Neutronenbom-
chen der Militär-, Wirtschafts-, Währungs-, Energie- und ben oder gleichwertige Waffen herzustellen. Die Verlage-
Entwicklungspolitik. rung nach und die Konzentration auf Europa bringt uns das
Mehr Unabhängigkeit gegenüber den Weltmächten und erhöhte Risiko eines Stellvertreterkrieges. Es ist äusserst
ihrer Dominanz. unwahrscheinlich, dass die Schweiz davon nicht direkt
2. Unterstützung der Idee: Europa als atomwaffenfreie berührt würde.
Zone vom Atlantik bis zum Ural. Schrittweise Verwirklichung Wir fragen uns, ob die Warnungen und geäusserten Sorgen
durch atomwaffenfreie und militärisch verdünnte Zonen und des Bundesrates dieser Entwicklung genügend Rechnung
Gebiete. tragen und ob seine aussenpolitischen Aktivitäten ihr ange-
3. Vermehrte Mitarbeit bei den Blockfreien Staaten, minde- messen sind. Dabei denken wir weder an «blossen Aktivis-
stens durch ein Gesuch um Beobachter-Statut. mus» noch an «spektakuläre Aktionen». Die drei Aspekte
des Postulates sind als Beispiele gedacht. Wir erinnern
Texte du postulat du 9 octobre 1981 aber auch an die Stellungnahme der Sozialdemokratischen
En Suisse aussi, la décision du gouvernement américain, de Partei der Schweiz zur Neutronenbombe und zum
faire construire la bombe à neutrons, a accentué l'inquié- rüstungstechnologischen Wettlauf vom 15. September
tude et l'émotion provoquées par ce tout récent «tour de 1981: «Die SP Schweiz fordert eine Initiative von IKRK
vis» donné à l'escalade du réarmement, d'autant plus que (Internationales Komitee vom Roten Kreuz) und Bundesrat
l'équipement en fusées SS-20 à ogives nucléaires multiples zur Ächtung der Neutronenbombe und sämtlicher Atomwaf-
- du côté soviétique - ainsi que, du côté de l'OTAN, la déci- fen durch alle Nationen der Welt.»
sion de réarmer au moyen des fusées Pershing II à Ad 1. Es würde uns interessieren, ob der Bundesrat in allen
moyenne portée et des missiles de croisière ont déjà été aussenpolitischen Bereichen die Möglichkeit einer Zusam-
accueillis avec une appréhension extrême, pour l'Europe et menarbeit mit den neutralen Staaten Europas ausgeschöpft
pour notre pays, par les représentants de la jeune généra- hat. Können zusätzlich weitere Staaten miteinbezogen wer-
tion surtout. den?
8. März 1982 N 263 Postulat Braunschweig
Haben sich in Vergangeneheit oder Gegenwart Grenzen der der neutralen und nicht-paktgebundenen Staaten entzie-
Zusammenarbeit, Missverständnisse, Unstimmigkeiten oder hen. Man muss sich auch der Grenzen einer solchen
Meinungsverschiedenheiten ergeben? Zusammenarbeit bewusst sein, denn jeder Staat hat seine
Ist der Eindruck richtig, dass die Schweiz zum Beispiel auf eigenen Vorstellungen über Aussenpolitik, und nicht alle
dem Wege von Helsinki 1975 nach Madrid 1981 ihre initia- verfolgen zwangsläufig dieselbe Linie.
tive Haltung eher durch eine abwartende ersetzt hat? Ist es Was jene Mitgliedstaaten von militärischen Allianzen anbe-
richtig und entspricht es auch der Meinung anderer europä- langt, die sich «über Eigenständigkeit ausweisen», so
ischer Staaten, vorerst Verhandlungen oder mindestens erachtet es der Bundesrat nicht als seine Aufgabe, Aus-
Vorgespräche der Weltmächte abzuwarten? Ist es nicht wahlkriterien und Voraussetzungen für eine selektive
erfolgverheissender (oder weniger hoffnungslos), dem ver- Zusammenarbeit festzulegen.
schlechterten Klima mit neuen europäischen Vorschlägen Der Bundesrat spricht sich ebenfalls zugunsten von Bemü-
entgegenzuwirken? hungen aus, die darauf abzielen, gerechte, friedliche Lösun-
Ist die Schweiz, zusammen mit anderen europäischen Staa- gen auf dem Verhandlungsweg zu finden und dies sowohl
ten, bereit, auf bisher eingenommene Positionen zu ver- was die grossen europäischen als auch globalen Probleme
zichten, um beispielsweise der KSZE aus der Sackgasse zu betrifft, insbesondere jene, die sich im Rahmen der Ost-
helfen, indem auf bisherige Phaseneinteilung oder andere West-Beziehungen stellen. Deshalb begrüsst er die Wieder-
Bedingungen für die Zustimmung zur künftigen Abrü- aufnahme der Kontakte zwischen den Vereinigten Staaten
stungskonferenz (KAE) verzichtet wird? Sinngemäss von Amerika und der UdSSR, die zum Entschluss geführt
gleichgerichtete Fragen könnten auch zur soeben beende- haben, die Verhandlungen in Genf über eurostrategische
ten Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds Raketen am vergangenen 30. November wieder aufzuneh-
(IWF) und Weltbank oder zur vergangenen oder den näch- men.
sten Konferenzen zur Überprüfung der Verträge über die Ad 2. Die Atomwaffen in Europa sind eines von verschiede-
Nichtverbreitung von Kernwaffen gestellt werden. nen Elementen, die zusammen das Kräfteverhältnis ausma-
Hinter allen Fragen steht das Anliegen dieses Postulats: chen. Im Rahmen der Abschreckungs- bzw. Verteidigungs-
Mehr Initiative, weniger Abwarten, Suchen nach europä- strategien der NATO und des Warschauer Paktes haben
ischen Standpunkten und Lösungsvorschlägen, mehr jedoch nicht alle Nuklearwaffen denselben Stellenwert.
Eigenständigkeit und weniger Abhängigkeit von den Welt- Eine Verminderung der Nuklearwarfen in Europa könnte
mächten. somit wohl nur in Betracht kommen, falls den anderen Ele-
Ad 2. Dieser Punkt soll und kann in Verbindung mit dem menten des Kräfteverhältnisses gebührend Rechnung
Dokument 1978 gesehen werden, das der Bundesrat in getragen würde.
Sachen Abrüstung der damaligen Sondergeneralversamm- Ähnliche Überlegungen gelten hinsichtlich eventueller
lung der Vereinten Nationen für Abrüstung vorlegte und das ato'mwaffenfreier Zonen innerhalb Europas. Diese sind
den Vorschlag für regionale Verhandlungen im Bereich der ihrerseits in den gesamteuropäischen Rahmen zu stellen.
Abrüstung und Rüstungsbegrenzung enthielt. Was ist in Gewisse Atomwaffen in Europa bilden einen Teil des global-
der Zwischenzeit aus diesem Dokument und seinem Inhalt strategischen Kräfteverhältnisses und könnten deshalb nur
geworden? unter der Voraussetzung einer weltweiten nuklearen Abrü-
Ad 3. Probleme, Kontroversen und Schwächen der Block- stung reduziert werden.
freien Staaten sind bekannt und sollen in keiner Weise Wie der Bundesrat schon verschiedentlich erklärt hat,
übersehen werden. Dennoch ist es denkbar, dass gerade unterstützt er alle jene Rüstungskontrollbemühungen, die
diese Aktivitäten mithelfen könnten, aus der Erstarrung zwi- die relevanten Faktoren hinreichend berücksichtigen und
schen den Weltmächten herauszuführen. Und die Schweiz die europäische Sicherheit nicht beeinträchtigen.
könnte durch ein vermehrtes Engagement, zum Beispiel in Ad 3. Der Schweiz wird von der Bewegung der Blockfreien
Form eines Gesuches um Beobachter-Statut, ihre jahrhun- der Status eines Gastes zuerkannt, und in dieser Eigen-
• dertalte Erfahrung in Neutralitätsrecht und -politik einbrin- schaft hat sie den letzten Konferenzen und Gipfeltreffen der
gen und dadurch einen bescheidenen Beitrag zur Stabilisie- Bewegung beigewohnt.
rung leisten. Könnte dadurch unsere Neutralität nicht einen Dieser Gaststatus, den auch andere neutrale europäische
zusätzlichen, zeitbezogenen Inhalt bekommen? Staaten haben, widerspiegelt die Beziehungen, welche die
Staaten der Bewegung der Blockfreien mit den neutralen
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Staaten unterhalten. Die einen wie die anderen stimmen in
Rapport écrit du Conseil fédéral gewissen Bereichen überein, und es bestehen zwischen
Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation den beiden Gruppen verschiedene Möglichkeiten der
der Fraktion PdA, POCH und PSA vom I.Juni 1981 darge- Zusammenarbeit. Nichtsdestoweniger bestehen zahlreiche
legt hatte, wird die Schweiz, unter konstanter und fortge- Unterschiede, die sie trennen.
setzter Beibehaltung ihres immerwährenden und bewaffne- Gegenwärtig gibt es übrigens keinen europäsichen Staat
ten Neutralitätsstatuts, fortfahren, wie sie dies im Verlauf unter den Beobachtern der Bewegung der Blockfreien.
der letzten Jahrzehnte gemacht hat, sich für Aktionen Aufgrund dieser Erwägungen beabsichtigt der Bundesrat
zugunsten des Friedens, für Methoden zur friedlichen nicht, von seiner bisher eingeschlagenen Linie abzuwei-
Regelung internationaler Streitigkeiten, für die Weiterver- chen.
breitung des humanitären Völkerrechts sowie für Abrü- Schriftliche Erklärung des Bundesrates
stungsmassnahmen einzusetzen.
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Ad1. Die Schweiz unterhält mit den neutralen Staaten
Europas auf verschiedenen Gebieten eine enge Zusammen- Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
arbeit. Bekanntestes Beispiel dafür ist die konstruktive
Rolle, die die neutralen öfters zusammen mit den nicht- Braunschweig: Bevor ich begründe, weswegen ich das
paktgebundenen Staaten Europas im Rahmen der KSZE Postulat aufrechterhalte, danke ich dem Bundesrat - spe-
weiterhin spielen. Durch ihre Vermittlungsbemühungen ziell Herrn Bundesrat Aubert - für das, was er im Sinne mei-
haben sie diesen Sommer dazu beigetragen, die auf einem nes Postulates getan und gesagt hat. Damit bringe ich zum
toten Punkt angelangte Konferenz wieder in Gang zu brin- Ausdruck, dass es mir nicht um eine Neuorientierung der
gen. Diese Aktivität wurde sowohl im Osten wie im Westen Aussenpolitik geht, sondern um gewisse Akzente, die in der
gebührend gewürdigt. Sofern die Voraussetzungen dazu heutigen Zeit etwas deutlicher gesetzt werden sollten.
gegeben sind, ist der Bundesrat auch bereit, eine Auswei- Meinem Postulat liegen einige grundsätzliche Aspekte
tung dieser Zusammenarbeit auf andere Bereiche zu erwä- zugrunde, die man als fünf konzentrische Kreise darstellen
gen. Dabei darf man freilich nicht ausser acht lassen, dass könnte, nämlich die Zusammenarbeit mit den neutralen
sich viele weltpolitische Fragen den Einflussmöglichkeiten Staaten Europas, mit weiteren Kleinstaaten Europas, mit
Postulat Braunschweig 264 N 8 mars 1982
Europa selber, mit den Blockfreien Staaten, und schliess- selber in seinem Abrüstungspapier 1978 zum Ausdruck
lich der UNO-Beitritt, fünf Kreise, die, wie es zu konzentri- gebracht hat, als er über regionale Vereinbarungen sprach,
schen Kreisen gehört, einen gemeinsamen Mittelpunkt die zur Rüstungsbeschränkung oder Abrüstung führen
haben. Dieser Mittelpunkt ist die Entspannung, Entspan- könnten. Natürlich muss ein Zusammenhang der atomwaf-
nung zwischen West und Ost, aber auch zwischen Nord fenfreien Zone mit konventioneller Rüstungsbeschränkung
und Süd; heute und hier steht vor allem die Frage West-Ost berücksichtigt werden. Dass sich der Bundesrat gänzlich
zur Diskussion. sperrt und nicht bereit ist, diesen Gedanken in der Form
Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, eines Postulats aufzunehmen und zu versuchen, ihn in sei-
umschreibe ich Entspannungspolitik, wie ich sie verstehe. ner aussenpolitischen Tätigkeit zu realisieren, das bedaure
Darauf sollten wir uns eigentlich einigen können. Entspan- ich.
nungspolitik beinhaltet: Gewaltverzicht, keine Rückkehr Ich komme zum vierten Kreis, zur Verbindung Europas mit
zum kalten Krieg, Konfliktlösung durch Verhandlungen, den Blockfreien Staaten. In einem. Punkt war ich von der
durch gemeinsame Bewältigung wirtschaftlicher, kultureller vorherigen Vorbeantwortung durch Herrn Bundesrat Aubert
und technologischer Probleme, Vertretung der eigenen nicht befriedigt, vom Vergleich zwischen den Blockfreien
Interessen und schliesslich schrittweisen Abbau militäri- Staaten und dem NATO-Bündnis. Das scheint mir verfehlt
scher Mittel. Entspannungspolitik heisst auch vertrauensbil- zu sein. Das Beobachterstatut oder auch die Mitgliedschaft
dende Massnahmen, Stärkung des internationalen Rechts bei den Blockfreien habe ich als Beispiel erwähnt. Es sollte
und der internationalen Organisationen, Kampf für die damit zum Audruck gebracht werden: Wir wollen etwas
Menschenrechte in allen Ländern. In diesem Sinne verstehe Neues, wir wollen auf den Rüstungswettlauf, auf den
ich Entspannungspolitik als Grundsatz, sozusagen als vor- Rüstungswahnsinn mit den bescheidenen Mitteln eines
letztes Ziel, nicht nur als ein Mittel der Aussenpolitik. Kleinstaates eine neue Antwort versuchen. Sie könnte eine
Zu den fünf konzentrischen Kreisen: vermehrte Zusammenarbeit mit den Blockfreien Staaten
Der erste Kreis bildet die Übereinstimmung und die Zusam- sein. Aus der Geschichte wissen wir, dass die Neutralität
menarbeit mit den neutralen Staaten Europas. Die sollte eine europäische Institution ist, von europäischer Herkunft,
unbestritten sein, aber der Bundesrat lehnt auch diesen Teil ein Produkt der europäischen Rechtsgeschichte. Heute
des Postulates ab, von mir aus gesehen unbegreiflicher- haben wir nicht mehr Europageschichte, sondern Weltge-
weise. Die Zusammenarbeit ergibt sich aus ähnlicher oder schichte, und es wäre denkbar, dass die Blockfreiheit die
mindestens vergleichbarer Interessenlage. Sie gibt die weltpolitische Weiterentwicklung der europäischen Neutrali-
Möglichkeit, unsere Auffassung und unseren Beitrag wir- tät sein wird.
kungsvoller zum Ausdruck zu bringen. Auf diesem Gebiete Den fünften Kreis können wir heute aus der Diskussion aus-
sind gewisse Wünsche bereits verwirklicht oder in Anfän- klammern - er betrifft die UNO und wird in den nächsten
gen vorhanden, aber mir scheint es doch ungenügend zu Jahren ausführlich besprochen werden.
sein. Ich zitiere die Antwort des Bundesrates, wo es heisst: Alle sagen: Wir wissen es, wir müssen uns aussenpolitisch
«Man muss sich auch der Grenzen einer solchen Zusam- mehr engagieren, wir müssen der Aussenpolitik einen
menarbeit bewusst sein, denn jeder Staat hat seine eigenen höheren Stellenwert einräumen. Wenn aber Vorschläge
Vorstellungen über Aussenpolitik, und nicht alle verfolgen gemacht werden, erfahren sie in erster Linie Skepsis und
zwangsläufig dieselbe Linie.» Ich habe mich nicht für eine Ablehnung. Das ist wenig überzeugend. Es genügt heute -
grenzenlose Zusammenarbeit eingesetzt, sondern für eine ich sage es nochmals - für engagierte und für junge Men-
sinnvolle, und von daher scheinen mir Vorsicht und Zurück- schen nicht mehr, nur von der traditionellen Neutralität, von
haltung des Bundesrates zu eilig und nicht mehr ganz zeit- den traditionellen guten Diensten, von den traditionellen
gemäss geäussert worden zu sein. humanitären Verpflichtungen zu sprechen. Das ist recht
Zweiter Kreis: Von Fall zu Fall ergibt sich die Möglichkeit und gut; aber es braucht neue Perspektiven. Ich lade Sie
einer Zusammenarbeit mit weiteren Staaten, die zu Militär- ein, im Sinne dieser neuen Perspektiven das Postulat dem
blöcken in Europa gehören, aber entweder über eine Bundesrat zu überweisen.
gewisse Freiheit verfügen, oder sich diese Freiheit im aus-
senpolitischen Bereich nehmen. Darauf antwortet der Bun- Friedrich: Ich möchte zu diesem Postulat namens der FdP-
desrat leider völlig negativ: Ewas ängstlich, fast möchte ich Fraktion vier Bemerkungen machen.
sagen, überängstlich. Genau diese Ängstlichkeit des Bun- Zunächst einmal ist es interessant, dass sich Herr Braun-
desrates macht es vielen engagierten Menschen in diesem schweig hier für mehr Eigenständigkeit in Europa einsetzt,
Staate so schwer - vor allem jungen Menschen - der Aus- unter anderem auch - obschon das sonst nicht so sehr sein
senpolitik unseres Landes zu folgen, für sie Verständnis zu Thema ist - in militärischen Fragen. Herr Braunschweig, ich
haben oder gar sich zu begeistern. finde, dass eine solche vermehrte Eigenständigkeit an sich
Der dritte Kreis betrifft die gesamteuropäische Zusammen- wünschenswert wäre. Aber: eigenständige Politik setzt
arbeit. Ziel einer solchen Zusammenarbeit wäre mehr euro- auch ein entsprechendes Potential voraus, und das Elend
päische Eigenständigkeit und weniger Abhängigkeit von Europas besteht doch gerade darin, dass es gegenüber
den Weltmächten, ich sage ausdrücklich weniger Abhängig- den Weltmächten dieses Potential nicht besitzt und offen-
keit von beiden Weltmächten. Europa darf nicht mehr wei- bar auch nicht willens ist, es zu schaffen. Und weil das so
terhin Anhängsel westlicher und östlicher Militärblöcke ist, ist gerade in militärischer Hinsicht der Schutzschild der
sein. Solche Regungen sind in zahlreichen Staaten vorhan- USA für uns in Westeuropa vital; ohne diesen Schutzschild
den. Ich denke an Holland, die skandinavischen Staaten, wären wir der Überlegenheit der östlichen Supermacht aus-
aber auch an Rumänien. Das waren die Gründe, die zur Ent- geliefert, wie sie ja Ihr Fraktionspräsident Morel durchaus
wicklung in Polen geführt haben. Wir haben Anfänge in der zu Recht geschildert hat. Man kann nicht eine Politik betrei-
Deutschen Demokratischen Republik erlebt und sehen sie ben, ohne die entsprechenden Mittel zu besitzen, und Aus-
ganz deutlich in der Bundesrepublik und in Frankreich. In senpolitik ist auch nicht eine Frage der Begeisterung, son-
diesem Zusammenhang sehe ich auch die Frage nach der dern eine solche der Realitäten.
Genehmigung der Sozialcharta durch die Schweiz, die Zweite Bemerkung: Annäherung an die Blockfreien. Wir
Frage der Rechtsharmonisierung und die europäische haben diese Frage hier ja schon einmal diskutiert. Ich
Abrüstungskonferenz. möchte noch einmal alle Vorbehalte gegenüber einer enge-
Ein Beispiel habe ich in meinem Postulat im Sinne eines ren Bindung an diese Staatengruppe zum Audruck bringen,
neuen Akzentes ausdrücklich erwähnt, die atomwaffenfreie insbesondere solange Kuba oder Vietnam hier eine wesent-
Zone in Europa vom Atlantik bis zum Ural. Der Bundesrat liche Rolle spielen. Ich unterstütze die Haltung von Herrn
lehnt diese Idee ab, man dürfe dieses Problem nicht isoliert Bundesrat Aubert in dieser Frage absolut. Wir haben keinen
betrachten. Ich habe in keiner Weise gesagt, der Bundesrat Anlass, Neutralität gegen Blockfreiheit einzutauschen,
müsse diesen Vorschlag isoliert sehen; ich habe ihn zumal wir ja in Westeuropa liegen und hier den Schwer-
erwähnt als Beispiel im Rahmen dessen, was der Bundesrat punkt unserer Existenz haben.
8. März 1982 N 265 Postulat Braunschweig
Dritter Punkt: Sie verlangen, Herr Braunschweig, den Ein- drich, è un nuovo rinascimento. Dimostriamo il coraggio
satz für eine atomwaffenfreie Zone in Europa, und zwar - im delle idee, aiutiamo questo nuovo rinascimento, accettando
Gegensatz zu Ihrer Abschwächung jetzt in der Begründung un postulato che è riformista e non rivoluzionario.
- fordern Sie in Ihrem Postulat ausdrücklich, dass der Bun-
desrat diese Idee unterstütze. Da muss ich nun meinerseits Aider: Anlässlich der letzten grossen aussenpolitischen
darauf hinweisen, dass man diese Atombewaffnung nicht Debatte vor zwei Jahren - damals stand der Einmarsch der
einfach aus dem ganzen Zusammenhang herausreissen Sowjetunion in Afghanistan im Zentrum unserer Diskussion
kann; denn mindestens so handfest und wahrscheinlich viel - äusserten wir, bei aller Anerkennung der schweizerischen
eher ersetzbar ist eine gewaltige konventionelle Rüstung, Beteiligung, Zweifel an der Opportunität des KSZE-Folge-
die Herr Morel durchaus zu Recht erwähnt hat, eine mas- treffens in Madrid. Entscheidend sei, so sagten wir damals,
sive Überlegenheit des Ostens, und diese Rüstung geht die Frage, welche Resultate diese weitere Konferenz über-
weiter. Wenn Sie heute in Europa lediglich die Atomwaffen haupt bringen könne, und dann wörtlich, im Blick auf die
beseitigen, dann sind wir im Westen einfach dieser konven- Sowjetunion: «Der Misserfolg ist .eigentlich vorprogram-
tionellen Überlegenheit des Ostens ausgeliefert. Ich glaube, miert. Darüber werden auch noch so schön formulierte
dass man das ganz klar und realistisch sagen muss. Es ist Erklärungen der Diplomaten nicht hinwegtäuschen können.
überdies eine Feststellung, die auch der sozialdemokrati- Ein Staat, der nicht nur über die Machtmittel verfügt, son-
sche französische Staatspräsident vor kurzem gemacht hat. dern sie auch skrupellos einsetzt, wenn es um geostrategi-
Genau dasselbe gilt natürlich für die Neutronenwaffe. Auch sche Positionen und um die Bekämpfung ihm unangeneh-
die Neutronenwaffe ist überhaupt nur aktuell geworden, mer Ideen geht, ein solcher Staat kann doch nicht mit wohl-
weil in Europa die nötigen konventionellen Abwehrmittel gemeinten Papieren zur Raison gebracht werden.» Die Her-
gegenüber den russischen Panzermassen fehlen. ren Braunschweig und Hubacher haben auf meine damalige
Vierte und letzte Bemerkung: Ich bin mit Ihnen einverstan- Intervention sehr sauer reagiert.
den, dass schweizerische Aussenpolitik ihren Beitrag zum Herr Braunschweig, Sie beurteilten die KSZE-Folgekonfe-
Abbau von Spannungen liefern soll, vor allem in Mitteleu- renz in Madrid als längerfristige Antwort auf ein kurzfristi-
ropa. Das setzt aber auf der anderen Seite voraus, dass ges Ereignis wie Afghanistan und versprachen sich positive
sich insbesondere die östlichen Satellitenstaaten solchen Folgen des Dialogs. Die Entspannungspolitik, so erklärten
Bemühungen öffnen würden. In Polen ist ein solcher Pro- Sie, sei nicht gescheitert, sie habe nur einen Rückschlag
zess in Gang gekommen. Sie kennen sein trauriges Ende. erlitten. Entspannungspolitik ist nun auch das Thema Ihres
Sie sehen also, wie aussichtsreich im Augenblick offenbar heutigen Vorstosses. Wir wissen nun aber, was wir mit dem
eine solche Politik ist, und auch an der KSZE-Konferenz in Entspannungsdialog in Madrid erreicht haben: nichts. Die
Madrid wird ja Obstruktion von genau derselben Seite Konferenz in Madrid hat weder das auf Moskaus Druck in
betrieben. Ich glaube, dass die Schweiz da leider wenig Polen etablierte Kriegsrechtsregime verhindert noch eine
ändern kann. Änderung in Afghanistan gebracht; im Gegenteil. Polen ist
Fazit: Das Postulat von Herrn Braunschweig geht an den heute mehr denn je klar auf Ostkurs getrimmt, Sie können
heutigen Realitäten vorbei und muss aus diesem Grunde das täglich in den Zeitungen lesen, und das Land erlebt nun
abgelehnt werden. erst recht wieder die «Segnungen» des sogenannten realen
Sozialismus.
Robbiani: lo parlo a favore del postulato del collega Der brutale Krieg der Sowjetunion in Afghanistan fordert
Braunschweig. Mi stupisco del rifiuto del Consiglio federale immer mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung, und während
di accoglierlo e non trovo le contraddizioni tra il postulato die Sowjets in Madrid nicht müde wurden, uns eine Abrü-
del collega Braunschweig e l'intervento del capo-gruppo stungskonferenz schmackhaft zu machen, haben sie mas-
Morel in appoggio all'interpellanza del gruppo socialista. siv weiter aufgerüstet, spionieren sie hemmungslos in den
Che cosa vuole il Collega Braunschweig con il suo postu- Territorialgewässern des neutralen Schweden und neue-
lato? Chiede un riesame, dunque niente di impegnativo, e stens auch in Italien in der Bucht von Tarent und anderen-
caso mai un semplice impegno esplorativo, dei vecchi e dei orts herum.
nuovi aspetti della politica estera, che deve essere neces- Glauben Sie bitte nicht, dass uns das Gefühl, die Lage vor
sariamente dinamica - è una sua espressione, signor Con- zwei Jahren richtig beurteilt zu haben, heute mit besonde-
sigliere federale - e quindi deve considerare anche i nuovi rer Befriedigung erfüllt. Unsere Besorgnis ist nur noch
aspetti. Chiede ancora «la collaboration avec les états neu- grösser geworden. Es kommt aber - und das möchte ich
tres d'Europe», collaborazione già in atto. Lei ne ha parlato. Herrn Braunschweig sagen - nun in jedem Fall einmal der
Non si tratta quindi di una proposta rivoluzionaria, si tratta Zeitpunkt, da man mit Illusionen aufräumen, da man einse-
della costatazione di una situazione di fatto. Chiede ancora hen muss, das sich Hoffnungen zerschlagen haben. Wenn
«le soutien à l'idée d'une Europe désatomisée, réalisation dieser Zeitpunkt nicht schon vor zwei Jahren gekommen
de cette idée par étappes», dunque il sostegno a una idea, war, dann jedenfalls heute.
non a un progetto o a un piano operativo preciso, e una rea- Der Bundesrat hat aus unserer Sicht in Madrid mit seinem
lizzazione a tappe. Vorschlag, die Konferenz zu vertagen, die richtigen Konse-
Si tratta di una proposta da diplomazia e non di uno slogan quenzen gezogen. Es hat wirklich keinen Sinn, mit den
da marcia della pace. Dunque non credo, come ha detto a sozialistischen Staaten über Grundsätze der KSZE-Akte
questa tribuna il collega Friedrich, che si tratti di scegliere, und ihre Verwirklichung und über Entspannung zu diskutie-
con questa proposta, tra l'Unione Sovietica e gli Stati Uniti. ren, wenn diese Grundsätze von diesen Staaten - vor allem
E chiede ancora, il terzo punto del postulato Braunschweig, der Sowjetunion - mehr denn je mit Füssen getreten wer-
«la collaboration accrue avec les états non alignés». È vero, den. Das sollten auch Sie, Herr Braunschweig, einsehen. Es
anche Lei on. Consigliere federale l'ha ricordato, il nostro hat keinen Sinn, ein weiteres Forum, das sich mit der Abrü-
paese è piccolo e deve operare in tutta modestia per stung befasst, zu schaffen, nachdem im Bereich der soge-
essere efficace. Però non deve essere più piccolo delle sue nannten vertrauensbildenden Massnahmen, wie Sie auch
effettive dimensioni, la Svizzera non deve rinchiudersi in se wissen, Herr Braunschweig, nicht der geringste Fortschritt
stesso, può e deve continuare a collaborare con coloro, i erzielt werden konnte. Jene, die unsere Sicherheit bedro-
paesi non allineati, che si identificano nella nostra politica hen durch ungeniertes Herumspionieren an fremden
estera. Non dimentichiamo che la minaccia atomica è un Küsten und gigantische Rüstungsanstrengungen, bewei-
fatto socioculturale, non solo politico-militare. La delusione, sen, dass sie nicht den Frieden wollen.
il senso d'impotenza, sono altrettanto pericolosi dei missili. So ist denn auch nicht einsichtig, Herr Braunschweig, wie
Il neo-pacifismo che è nato nei paesi nordici, negli ambienti nun nach dem Madrid-Debakel in nächster Zeit gesamteu-
protestanti, tra il movimento delle donne, il neo-pacifismo è ropäische Zusammenarbeit nach den Vorstellungen, wie Sie
avantutto una nuova cultura, è il rifiuto del gioco del potere, sie uns vorgetragen haben, überhaupt noch gepflegt wer-
il rifiuto della politica di forza, cara ancora al collega Frie- den könnte.
Postulat Braunschweig 266 N 8 mars 1982
An sich sind wir durchaus damit einverstanden, dass uns longue réponse, dans laquelle le Conseil fédéral a exposé
auch diese besorgniserregende Entwicklung der letzten ses principes en ce domaine.
Jahre nicht davon entbindet, nach neuen Möglichkeiten der Ce que nous avons entrepris en faveur de la paix depuis
Aussenpolitik Ausschau zu halten. Was Sie uns aber anbie- 1864, à Genève, où nous avons réuni plusieurs confé-
ten, Herr Braunschweig, bringt uns mit Sicherheit nichts. rences, l'effort que nous avons fait pour la codification du
Was soll eine Mitarbeit bei den sogenannten blockfreien droit humanitaire en matière de conflits armés, du droit
Staaten, einer in sich selbst zerrissenen Gruppe? Wir teilen humanitaire de façon générale, le règlement pacifique des
hier voll und ganz die Auffassung des Bundesrates, wie sie différends, la proposition de la Suisse en vue de mettre sur
vorhin dargelegt wurde. Unsere primäre Interessenspähre pied un système de règlement pacifique des différends
ist Europa, und hier postulieren Sie ein Engagement unse- dans le cadre de la Conférence sur la sécurité et la coopé-
res Landes zugunsten einer sogenannten atomwaffenfreien ration en Europa, qui a fait l'objet de la réunion d'experts de
Zone vom Atlantik bis zum Ural. Herr Baunschweig, Sie ver- Montreux en octobre 1978, tout cela illustre bien les inten-
gessen oder Sie wollen einfach nicht wahrhaben, das die tions du Conseil fédéral en matière de politique étrangère.
atomare Bedrohung Westeuropas auch von jenseits des Ces exemples suffisent.
Urals und von den Weltmeeren her erfolgt. Ihr Vorschlag Vous nous posez une première question qui a trait au ren-
(dazu gehört auch das Stichwort «militärisch verdünnte forcement de la collaboration en matière de politique étran-
Zonen») geht meilenweit an den leider machtpolitisch deter- gère avec les Neutres d'Europe et certains Etats membres
minierten Gegebenheiten vorbei und birgt im Ergebnis, des blocs militaires; vous voudriez dégager des vues euro-
gewollt oder ungewollt, die Gefahr, dass wir noch wehrloser péennes autonomes, propres à l'ensemble du continent. En
werden. Sie können, Herr Braunschweig, weder vom Bun- réalité, il y a plusieurs Europes: l'Europe géographique qui
desrat noch von uns verlangen, das Initiativen ergriffen wer- va de Moscou jusqu'à l'Atlantique, l'Europe des vingt-et-un
den, deren Erfolglosigkeit nun wirklich jedem einsichtig sein - le Conseil de l'Europe -, l'Europe des dix; il y a enfin
muss, der bereit ist, sich seriös mit den Tatsachen ausein- l'Europe des diverses alliances militaires et économiques
anderzusetzen. des deux blocs. Trouver une politique commune est une
Wir schliessen uns deshalb dem bundesrätlichen Antrag an, utopie en la situation actuelle. Monsieur Braunschweig,
das Postulat abzulehnen. Ich meine freilich, mit der Ableh- nous devons être honnêtes, nous ne pouvons accepter un
nung Ihres Postulates, Herr Braunschweig, ist es natürlich postulat que dans la mesure où nous l'estimons réalisable.
an sich nicht getan. Insbesondere ist die Frage nicht beant- Vous demandez un renforcement de la collaboration en
wortet, was nach dem vorprogrammierten Misserfolg der politique extérieure avec les Neutres d'Europe et certains
KSZE-Runde in Madrid nun eigentlich geschehen soll. des Etats des blocs militaires. Je peux vous assurer que
Aus unserer Sicht bilden die Prinzipien der KSZE ein Gan- nous avons déjà des contacts très étroits avec les Etats
zes. Sie dürfen nicht in dem Sinne in «Körbe.» aufgeteilt wer- neutres ainsi qu'avec d'autres Etats européens non neu-
den, dass die Verletzung zum Beispiel der Grundsätze der tres. Nous avons des contacts annuels avec les pays voi-
Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer sins. Nous ne pouvons pas toujours avoir une complète
Staaten oder die Verletzung des Verzichts auf Drohung mit concordance de vues avec les autres Etats neutres. M. Otto
Gewalt ohne Einfluss auf die wirtschaftliche Kooperation Fischer ne me disait-il pas, en mars 1979, du haut de cette
sein kann. Die Helsinki-Akte ist kein «Menu à la carte». tribune: «M. Aubert, nous ne voulons pas - il le disait dans
Damit liegt für uns auf der Hand, dass nach Afghanistan und un excellent français d'ailleurs - de la neutralité à la sué-
nach Polen die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Ost- doise!» Malgré des options communes les Etats neutres
block überprüft werden müssen. Noch sind wir glücklicher- n'ont pas pour autant une même neutralité. Il est évident
weise auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ost- que dans certaines situations politiques, la Finlande ne
block nicht angewiesen. Nachdem aber offenbar weiterhin pourra pas se comporter comme nous. Il en va de même de
ein reges Interesse der Sowjetunion an Westprodukten l'Autriche, dont la neutralité est le résultat du «Staatsver-
besteht, muss hier der Hebel angesetzt werden. Ich appel- trag» de 1955 que vous connaissez, et de la Suède qui a
liere an die führenden Kreise der Wirtschaft, die Handelsbe- souvent des opinions beaucoup plus tranchées que nous
ziehungen mit den sozialistischen Staaten einzuschränken. en matière de politique étrangère. Nous sommes allés
Es ist wahrlich nicht zu verstehen, was uns veranlassen jusqu'à l'extrême limite de l'entente et de la recherche
sollte, auf den Einsatz dieses einzigen noch halbwegs wirk- d'une voie commune à la Conférence sur la sécurité et la
samen Mittels, über das wir verfügen, zu verzichten. coopération en Europe, à la Conférence de Madrid. Je ne
Die Idee, durch wirtschaftliche Kooperation zur Entspan- reviens pas sur ce que j'ai dit tout à l'heure.
nung in Europa beizutragen, lässt sich auf dem Hintergrund Second point: vous nous demandez d'apporter notre sou-
der Ereignisse in den letzten zwei Jahren wohl nicht mehr tien à l'idée d'une Europe considérée comme une zone
weiter verfolgen. Im Gegenteil, wir sind an einem Punkt désatomisée de l'Atlantique à l'Oural. Sur ce point nous
angelangt, da wirtschaftliche Beziehungen nurmehr im devons être absolument au clair: la réduction des armes
Dienste einer agressiven Politik stehen, die uns mittel- oder nucléaires ne peut être envisagée qu'au niveau mondial. La
langfristig nur Schaden zufügen kann. Je weniger die simple dénucléarisation européenne ne surfit pas. Si l'on
Sowjetunion von der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit veut parler de désarmement, je l'ai dit tout à l'heure, il faut
dem Westen Nutzen ziehen kann, desto mehr wird sie parler de désarmement conventionnel et de désarmement
gezwungen sein, die ihr zur Verfügung stehenden Mittel für nucléaire. Or, vous savez quels sont les forums qui existent
friedliche Zwecke, beispielsweise zur Ernährung der eige- actuellement en matière de désarmement, de réduction et
nen Bevölkerung, einzusetzen, statt sie im Rüstungsbe- de contrôle des armements dans le monde. Il est peut-être
reich zu investieren. Das, Herr Braunschweig, ist ja auch utile de les rappeler: c'est la limitation des missiles
eine Form der indirekten Rüstungsbegrenzung und insofern nucléaires internationaux, le SALT II qui, à la suite du refus
ein durchaus gangbarer Weg mit demselben Ziel, das Sie d'acceptation des négociations par le Congrès américain, a
auch anvisieren. pris le nouveau nom de «START». Ce START ne démarre
Wir bitten Sie, das Postulat abzulehnen. pas parce que la situation internationale de méfiance est
telle entre l'Est et l'Ouest que ces négociations sont blo-
M. Aubert, conseiller fédéral: Tout d'abord je remercie quées, probablement pour un certain temps encore. Il y a
M. Braunschweig de ses propos. J'aimerais que nous en les négociations euro-stratégiques pour les missiles
restions aux questions posées dans votre postulat et que nucléaires à moyenne portée en Europe, celles qui viennent
nous renoncions à envisager la politique internationale tous de s'ouvrir le 30 novembre 1981, entre les Soviétiques et les
azimuts. Vous posez trois questions relativement précises. Américains, à Genève. Après les entretiens que j'ai pu
Concernant la politique internationale de la Suisse, je vous avoir, le 25 janvier, avec M. Haig, secrétaire d'Etat, avec
renvoie à la réponse donnée par le Conseil fédéral à l'inter- M. Gromyko, ministre des affaires étrangères d'URSS, et
pellation du groupe PdT, POCH, PSA du 1» juin 1981, une après ceux que j'ai eus, le 5 mars dernier, avec M. Krit-
8. März 1982 N 267 Postulat Roy
zinski, président de la délégation soviétique à Genève, je la scène internationale, en lui donnant notamment les
peux vous dire que les points de vue sont assez éloignés. moyens matériels lui permettant de remplir efficacement sa
La méfiance qui règne actuellement entre l'Est et l'Ouest mission dans le monde.
fait que cette conférence n'a guère de chances d'aboutir
rapidement à des résultats heureux. Il y a la négociation sur Unterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Brélaz, Carobbio,
la réduction mutuelle et équilibrée des forces, la MBFR; elle Christinat, Crevoisier, Darbellay, Dirren, Gerwig, Gloor, Gro-
siège depuis huit ans à Vienne et est également bloquée. Il bet, Humbel, Jelmini, Loetscher, Robbiani, Vannay (15)
y a le Comité des Nations Unies sur le désarmement, à Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Genève, où nous participons comme observateurs au plé-
num de deux groupes de travail. Et enfin, l'espoir de cette Des personnalités représentatives des milieux les plus
deuxième session extraordinaire de l'Assemblée générale divers ont, ces dernières années, déploré le fait que notre
de l'Organisation des Nations Unies qui va s'ouvrir - on l'a diplomatie de bons offices ait perdu pied - en faveur
rappelé tout à l'heure - le 7 juin prochain, et qui durera d'autres pays européens - dans certains compartiments de
jusqu'au 9 juillet. Nous pouvons déjà prévoir que la stagna- ses activités traditionnelles, notamment dans les secteurs
tion des discussions entre les deux blocs, sur le désarme- de la médiation, de l'arbitrage, des organisations et confé-
rences internationales. Ses mandats actuels ressortissent
ment, affectera très certainement et bien malheureusement
les résultats de cette deuxième session. dans une très large mesure à la défense des intérêts de
Le troisième point que vous avez soulevé, c'est celui d'une pays en rupture de relations diplomatiques. A ce jour, ces
collaboration accrue avec les Etats non alignés. Je ne vais mandats sont au nombre de 17, confiés par 11 Etats dans
pas répéter ce que j'ai déclaré tout à l'heure concernant un ou plusieurs pays tiers, soit l'Iran, les Etats-Unis, Israël,
notre statut d'invité, que nous conserverons. Je vous rap- le Brésil, la Pologne, le Guatemala, la Grande-Bretagne, le
pelle que nous avons participé au cinquième sommet de Honduras, la Côte d'Ivoire, l'Afrique du Sud, la Colombie.
Colombo en 1976, à la Conférence des ministres des Aux dires de nos représentations dans les missions interna-
affaires étrangères, à Belgrade, en 1978, au sixième som- tionales, la Suisse n'a plus le crédit qui était le sien dans un
met de la Havane en 1979, ainsi qu'à la Conférence des passé récent. Cette situation est préoccupante dans la
mesure où notre politique extérieure est étroitement asso-
ministres des affaires étrangères à New Delhi en 1981.
Nous avons donc répondu à toutes les invitations qui nous ciée à ce type d'activités. Il semble que des défaillances en
ont été envoyées par les pays non alignés avec lesquels - moyens matériel et en personnel soient à l'origine de cette
je l'ai dit tout à l'heure - nous entretenons des'contacts situation.
réguliers et excellents. Il est exclu que nous puissions Nous sommes le pays d'Henri Dunant et de la Convention
devenir membre de ce mouvement des non-alignés, j'en ai de Genève. Cela suppose que notre diplomatie de bons
expliqué les raisons. Monsieur Braunschweig, voilà pour- offices soit active. Il n'est pas tolérable que là où règne la
quoi, malheureusement, le Conseil fédéral ne peut pas misère résultant de la violence armée, de la dictature, de la
accepter votre postulat. En l'acceptant, nous nous engage- guerre civile, nous nous retranchions derrière la solution de
rions à étudier de façon positive les questions que vous facilité des blâmes et condamnations platoniques. Nous ne
nous posez, les problèmes que vous nous demandez de pouvons regarder les bras croisés les massacres qui
résoudre. Or, en l'état actuel des choses, nous ne le pou- ensanglantent l'Iran et l'Afghanistan. Nous devons au
vons pas. contraire faire rayonner l'image d'un pays aux traditions
C'est la raison pour laquelle le Conseil fédéral vous humanitaires disponibles et empressées.
demande, Mesdames, Messieurs les conseillers, de rejeter Car, si nous sommes félicités par le Pentagone pour notre
le postulat. «effort de guerre», notre effort de paix qui devrait être
l'attribut prioritaire de la neutralité active, n'y trouve pas son
Präsidentin: Wir stimmen ab über das Postulat Braun- compte.
schweig. Der Bundesrat lehnt es ab. Der Postulant hält
daran fest. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral
Abstimmung - Vote
1. Le postulat part avant tout de l'idée que, par manque de
Für Überweisung des Postulates 18 Stimmen personnel et de moyens matériels, la politique des bons
Dagegen 83 Stimmen
offices de la Suisse n'est plus apte, aussi souvent que par
le passé, à promouvoir la bonne entente au sein de la com-
munauté internationale, à régler les différends ou au moins
à atténuer les conflits, ceci également dans l'intérêt des
particuliers. Ainsi, la Suisse suivrait la voie de la facilité et
#ST# 81.520 manquerait à son devoir à l'égard de la communauté des
Postulat Roy Etats. Le postulat relève en outre que la protection des
intérêts étrangers, en cas de rupture des relations diploma-
Politik der Guten Dienste
tiques, ne représente qu'un aspect de la politique des bons
Politique des bons offices offices.
Le Conseil fédéral est aussi d'avis que la médiation dans les
différends entre Etats, le fait d'assumer des mandats inter-
nationaux, celui de favoriser les négociations entre Etats
tiers, l'accueil sur notre territoire d'organisations internatio-
Wortlaut des Postulats vom 8. Oktober 1981 nales et le règlement pacifique des conflits internationaux
Der Bundesrat wird ersucht, Massnahmen vorzuschlagen, entrent également dans la définition des bons offices, au
mit dem Ziel, unserer Politik der Guten Dienste - der même titre que la protection des intérêts étrangers. Dans
Grundlage unserer Aussenpolitik - den Platz zurückzuge- tous ces domaines d'activités, la Suisse a fourni une contri-
ben, den sie bisher auf der internationalen Bühne einge- bution non négligeable dans un passé encore récent. Son
nommen hat, und ihr insbesondere die materiellen Mittel rôle n'est pas pour autant terminé: elle accueille toujours
zur Verfügung zu stellen, die ihr die wirksame Erfüllung sur son sol un grand nombre d'organisations internatio-
ihres Auftrages erlauben. nales, gouvernementales et non gouvernementales; elle a
organisé à Genève, de 1974 à 1977, une conférence diplo-
Texte du postulat du 8 octobre 1981 matique internationale sur la réaffirmation et le développe-
Le Conseil fédéral est prié de présenter un projet en vue de ment du droit international humanitaire applicable dans les
rendre à notre diplomatie de bons offices - qui fonde notre conflits armés; elle facilite l'exercice de l'arbitrage interna-
politique extérieure - la place qu'elle occupait jusqu'ici sur tional; elle assume encore aujourd'hui son mandat interna-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Braunschweig Aussenpolitik. Neue Aspekte
Postulat Braunschweig Politique étrangère. Nouveaux aspects
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1982
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 81.534
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 08.03.1982 - 15:30
Date
Data
Seite 262-267
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Ref. No 20 010 312
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