Federal Council Addresses Illegal Employment, Citing Federalism and Secrecy
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Council acknowledges the concern regarding illegal employment of foreign workers but cannot undertake further data collection on companies' social spending due to federalist structures and resource limitations. The council views illegal employment as a serious problem requiring strict enforcement, including new penalties under the revised Aliens Act and enhanced cooperation between authorities. While acknowledging the issue's negative impact on foreign workers, social systems, and fair labor conditions, the council will not share internal investigative findings with parity commissions due to official secrecy.
Legislator-Regeste
KI-generiertFederal Council Addresses Illegal Employment, Citing Federalism and Secrecy: gaben nicht nur insgesamt, sondern auch funktional und Valais sans permis de travail et sans autorisation de séjour.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Interpellation Zehnder 558 N 19 mars 1982
Mitunterzeichner - Cosignataires: Augsburger, Basler, Gesellschaft, die Wirtschaft, die einheimischen Arbeitneh-
Biderbost, Blocher, Bremi, Bürer-Walenstadt, de Capitani, mer und unsere Sozialeinrichtungen geschädigt?
Eisenring, Feigenwinter, Fischer-Weinfelden, Fischer-Bern, 3. Ist der Bundesrat nicht auch der Auffassung, dass diese
Fischer-Hägglingen, Frei-Romanshorn, Friedrich, Früh, Hof- Schwarzarbeit und Vermietung von Arbeitnehmern härter
mann, Hösli, Jost, Kunz, Künzi, Landoli, Muff, Müller-Schar- bekämpft werden muss, und welche wirksamen Mittel
nachtal, Nebiker, Gehen, Oehler, Oester, Ogi, Räz, Reich- gedenkt er hierfür einzusetzen?
ling, Ribi, Roth, Röthlin, Schalcher, Schärli, Schule, Steineg- 4. Inwieweit können die Kontrollaufgaben der paritätischen
ger, Vetsch, Weber Leo, Wellauer r (40) Kommissionen (aus gesamtarbeitsvertraglichen Partner-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates schaften) durch Überlassung öffentlich-rechtlicher Abklä-
Rapport écrit du Conseil fédéral rungsergebnisse (z. B. von Fremdenpolizei, Arbeitsämtern,
Arbeitsinspektoraten, SUVA usw.) ergänzt und erleichtert
Die Sozialaufwendungen des Bundes, der Kantone und der werden?
Gemeinden werden durch die Eidgenössische Finanzver-
waltung erfasst und jeweils im statistischen Quellenwerk Texte de l'interpellation du 8 octobre 1981
«Öffentliche Finanzen der Schweiz» und im statistischen A la mi-août, le cas de 17 ouvriers autrichiens du bâtiment a
Jahrbuch der Schweiz publiziert. Dabei werden diese Aus- été rendu public; ils avaient travaillé dans le canton du
gaben nicht nur insgesamt, sondern auch funktional und Valais sans permis de travail et sans autorisation de séjour.
nach Verwendungszwecken gegliedert ausgewiesen. Auf- Il existe d'autres exemples de ce genre, si bien qu'il n'est
geführt werden auch die Ausgaben der Krankenkassen und pas question de parler d'exceptions ou de cas isolés. Le
Pensionskassen der Schweiz. Nationalspende, der Schwei- rapport de gestion du Conseil fédéral pour 1980 indique
zerischen Winterhilfe, von Pro Juventute und Pro Infirmis, même que 1780 interdictions d'entrée ont été prononcées à
der Stiftung «Für das Alter», der Bundeshilfe für Ausland- l'encontre de travailleurs étrangers au noir. Les médias
schweizer, der internationalen Hilfswerke und Institutionen avancent le chiffre officieux de 30 000 à 50 000 personnes
und der Swissaid. employées illégalement en Suisse.
Ein weitergehendes Informationsbedürfnis, welches insbe- J'invite donc le Conseil fédéral à répondre aux questions
sondere auf die Sozialaufwendungen der Unternehmen hin- suivantes:
zielt, mag bestehen. Hier dürften allerdings einer zentralen
Erfassung Grenzen gesetzt sein, indem einerseits die 1. A combien les autorités estiment-elles officieusement le
Unternehmen einer zusätzlichen statistischen Erhebung nombre de travailleurs au noir?
nicht unbedingt positiv gegenüberstehen würden, anderer- 2. Dans quels domaines et jusqu'à quel point la présence
seits erweiterte statistische Aufarbeitungen als Verstärkung illégale d'étrangers travaillant au noir affecte-t-elle la
zentralistischer Tendenzen innerhalb unseres föderativen société, l'économie, les salariés indigènes et les institutions
Systems angesehen würden. sociales?
Schliesslich bedeutet ein solcher Auftrag eine zusätzliche 3. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis qu'il y aurait lieu de
Aufgabe für den Bund, die nicht ohne personellen und lutter davantage contre le travail au noir et l'emploi illégal de
finanziellen Mehraufwand erbracht werden könnte. salariés étrangers; quelles mesures compte-t-il prendre
Der Bundesrat anerkennt durchaus den Wunsch nach ver- pour parer efficacement à cette évolution?
mehrter Information im Sinne der Interpellanten. Mit Rück- 4. Dans quelle mesure le contrôle incombant aux Commis-
sicht einerseits auf die föderalistische Struktur unseres sions paritaires (composées des parties aux conventions
Staates, andererseits auf die personellen und finanziellen collectives sur le travail) pourrait-il être élargi et facilité si
Engpässe des Bundes kann der Bundesrat einen solchen ces Commissions avaient connaissance des résultats
Auftrag nicht entgegennehmen. d'enquêtes de droit public exécutées par exemple par la
Die Diskussion wird verschoben Police des étrangers, les offices de l'emploi, les Inspections
La discussion est renvoyée du travail, la CNA, etc.?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Ammann-
St. Gallen, Bäumlin, Braunschweig, Chopard, Christinat,
Deneys, Euler, Ganz, Hubacher, Lang, Loetscher, Mauch,
Meizoz, Morel, Morf, Muheim, Müller-Bern, Nauer, Neu-
81.517 komm, Ott, Riesen-Freiburg, Robbiani, Schmid, Stich, Uch-
tenhagen, Wagner, Weber-Arbon (28)
#ST#
Interpellation Zehnder
Begründung
Schwarzarbeit - Travail au noir
Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und
wünscht eine schriftliche Antwort.
Développement
L'interpellateur renonce au développement et souhaite une
Wortlaut der Interpellation vom 8. Oktober 1981 réponse écrite.
Mitte August ist der konkrete Fall von 17 österreichischen
Bauarbeitern ruchbar geworden, die ohne Arbeits- und Auf- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
enthaltsbewilligung im Kanton Wallis gearbeitet haben. Ähn- Rappport écrit du Conseil fédéral
liche Fälle sind bekannt, so dass nicht mehr von Ausnah- Der Bundesrat betrachtet die illegale Beschäftigung auslän-
men oder einem Einzelfall die Rede sein kann. Selbst im discher Arbeitnehmer (Schwarzarbeit) als ein ernstzuneh-
Rechenschaftsbericht des Bundesrates für das Jahr 1980 mendes Problem, das mit allen zur Verfügung stehenden
ist die Zahl 1780 veröffentlicht, die sich auf Einreisesperren Mitteln bekämpft werden muss. Die seit 1970 konsequent
gegenüber ausländischen Schwarzarbeitern bezieht. In den befolgte Zulassungsbegrenzung für neueinreisende
Medien wird die Dunkelziffer der illegal in der Schweiz erwerbstätige Ausländer und die Zielsetzung der Auslän-
Beschäftigten mit 30 000 bis 50 000 genannt. derpolitik, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der
Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fra- schweizerischen und der ausländischen Wohnbevölkerung
gen: zu erreichen, dürfen nicht dadurch umgangen werden, dass
1. Wie hoch ist nach behördlicher Schätzung die Dunkelzif- ausländische Arbeitnehmer ohne Bewilligung beschäftigt
fer der Schwarzarbeit? werden. Um die Schwarzarbeit einzudämmen, bedarf es
2. Wo und in welchem Ausmass werden durch den illegalen nicht nur einer engen Zusammenarbeit der zuständigen eid-
Aufenthalt der Ausländer und deren Schwarzarbeit die genössischen, kantonalen und kommunalen Behörden,
19. März 1982 N 559 Interpellation Herczog
sondern der Mithilfe und Unterstützung aller in Frage kom- stützen, indem sie auf die nachteiligen Folgen für alle Betei-
menden Kreise, namentlich der Arbeitgeber- und Arbeit- ligten immer wieder aufmerksam machen. Dagegen ist es
nehmerorganisationen. aus Gründen der Amtsverschwiegenheit nicht möglich, die-
Die in der Interpellation gestellten Fragen können wie folgt sen Kommissionen über die bisherigen Publikationen hin-
beantwortet werden: ausgehende Ergebnisse der von den Behörden durchge-
1. Ausländer, die ohne Bewilligung arbeiten, entziehen sich führten Abklärungen zu überlassen.
jeglicher behördlichen Kontrolle. Es ist für die Behörden Die Diskussion wird verschoben
deshalb nicht möglich, zahlenmässige Angaben über das
La discussion est renvoyée
Ausmass der Schwarzarbeit zu machen. Die verschiedent-
lich in den Medien erwähnten Zahlen sind reine Schätzun-
gen. Die einzigen zuverlässigen Zahlen, die den Behörden
in diesem Zusammenhang zur Verfügung stehen, sind die
gegenüber Schwarzarbeitern verhängten Einreisesperren.
Deren Zahl weist in letzter Zeit infolge Verknappung auf #ST# 81.554
dem Arbeitsmarkt leicht steigende Tendenz auf; sie belief Interpellation Herczog
sich im Jahr 1980 auf 1780, wobei allerdings die Dunkelziffer
der Schwarzarbeiter hoìier sein wird. Wirtschaftshilfe an die Türkei. Suspendierung
2. Die illegale Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer Aide économique à la Turquie. Suspension
ist nicht nur aus wirtschaftlichen und gesellschaftspoliti-
schen Überlegungen bedenklich, sondern sie wirkt sich in
erster Linie auf die ausländischen Arbeitnehmer selber
nachteilig aus, indem diese vielfach nur ungenügend gegen
die Folgen von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall, Invalidität Wortlaut der Interpellation vom 30. November 1981
usw. versichert sind. Dass durch die Schwarzarbeit über- Ist der Bundesrat bereit, angesichts verschärft antidemo-
dies unsere Sozialeinrichtungen geschädigt werden, ist kratischer Tendenzen der Militärregierung, den genehmig-
nicht von der Hand zu weisen. Bedenklich ist auch, dass die ten Wirtschaftshilfekredit von 35 Millionen Franken an die
orts- und berufsüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen Türkei solange zu sperren, bis das Militärregime in Ankara
durch die Schwarzarbeit in Frage gestellt werden und so konkrete Schritte zur Wiedereinführung der Demokratie ein-
nicht nur Störungen auf dem Arbeitsmarkt entstehen, son- leitet?
dern ebenfalls der soziale Friede gefährdet ist. Ferner kann
der Schutz der einheimischen Arbeitnehmer nicht mehr Texte de l'interpellation du 30 novembre 1981
gewahrt werden. Schliesslich können der Öffentlichkeit Le Conseil fédéral est-il disposé, vu les tendances anti-
Unterstützungs- und Ausreisekosten erwachsen. démocratiques prononcées du gouvernement militaire, à
3. Das neue Ausländergesetz sieht einen besonderen bloquer le crédit de 35 millions accordé à la Turquie à titre
Straftatbestand vor, wonach Personen, die der Beschäfti- d'aide économique jusqu'à ce que le régime militaire
gung von Ausländern ohne Bewilligung Vorschub leisten, d'Ankara prenne des mesures concrètes pour réintroduire
strenger als bisher bestraft werden. Mit Bezug auf fehlbare la démocratie?
Arbeitgeber wird ein Bussenminimum in Aussicht genom-
Mitunterzeichner - Cosignataires: Crevoisier, Dafflon, Ma-
men und dadurch vermieden, dass die Beschäftigung von gnin, Mascarin (4)
Schwarzarbeitern lediglich als Bagatellübertretung behan-
delt wird. Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Unabhängig von der Einleitung eines Strafverfahrens sind Bereits in der Sommersession 1981 des Nationalrates, als
bereits nach der geltenden Verordnung des Bundesrates der Wirtschaftshilfekredit behandelt wurde, waren etliche
über die Begrenzung der Zahl der erwerbstätigen Auslän- Tatsachen bekannt: seit dem Putsch vom 12. September
der Gesuche um Zulassung neuer Arbeitskräfte oder um 1980 wurden elementarste Menschenrechte aufs gröbste
Verlängerung von Bewillungen von Arbeitgebern, die wie- verletzt, das Parlament aufgelöst, das Recht auf freie Mei-
derholt oder in schwerer Weise fremdenpolizeiliche Bestim- nungsäusserung, auf Versammlungs- und Vereinsfreiheit
mungen übertreten haben, ganz oder teilweise abzulehnen. ausser Kraft gesetzt, Zehntausende wurden ohne konkrete
Das Bundesamt für Ausländerfragen wird durch Aufbau Anklage ins Gefängnis gesteckt.
einer entsprechenden Kontrolle im Einvernehmen mit dem Der Bundesrat und die Mehrheit der eidgenössischen Räte
Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit veranlassen, Messen sich damals dennoch vom Glauben leiten, dass die
dass diese Bestimmung inskünftig konsequent angewendet «Rückkehr zur Demokratie» kurz bevorstand, da ja die
wird. Dabei kommt insbesondere der Zusammenarbeit zwi- sogenannte Konstituierende Versammlung der Türkei
schen den Fremdenpolizei- und den Arbeitsmarktbehörden zusammentreten und neue Rechtsgrundlagen erarbeiten
auf kantonaler und lokaler Ebene vermehrte Bedeutung zu. werde. Allerdings wurde bei diesem Glauben ausser acht
Die schweizerischen Vertretungen im Ausland werden gelassen, dass die Konstituierende Versammlung nicht vom
sodann erneut Weisungen erhalten, wonach visumpflichtige Volk gewählt, sondern durch die aus Offizieren bestehende
Ausländer, die sich unter dem Vorwand einer Touristen- Junta ernannt wurde. Somit besteht diese Versammlung
oder Besuchsreise nach der Schweiz begeben, in Wirklich- auch nicht aus Repräsentanten des Volkes. Trotz dieser
keit aber hier eine Stelle antreten wollen, kein Visum erhal- Tatsachen beschloss die Ratsmehrheit, den Wirtschaftshil-
ten. Ebenso werden die Grenzposten angewiesen, die fekredit an die Türkei in der Höhe von 35 Millionen Franken
Grenzkontrolle während der Hauptreisezeit zu verstärken, zu gewähren.
um Pseudotouristen vermehrt die Einreise zu verweigern. Seither hat sich aber die Situation weiterhin verschärft: alle
Sodann werden die kantonalen Polizeidirektionen ersucht, Parteien sind vom Militärregime aufgelöst worden, und der
die Inlandkontrolle hinsichtlich der Schwarzarbeit zu ver- frühere Ministerpräsident B. Ecevit wurde zu einer Gefäng-
schärfen. nisstrafe verurteilt, da er dies öffentlich kritisiert hatte. Am
Schliesslich wird bei der bevorstehenden Revision des 6. November 1981 ist im Haushaltausschuss des Bundesta-
Arbeitsvermittlungsgesetzes eingehend geprüft, auf welche ges der Bundesrepublik Deutschland ein Antrag von Vertre-
Weise die Vermittlung oder die Ausleihe von ausländischen tern aller drei Bundestagsfraktionen unterstützt worden,
Arbeitnehmern ohne Bewilligung wirksam verhindert wer- der die Sperrung von beschlossenen Wirtschaftshilfegel-
den kann. dern an die Türkei verlangt hatte, nachdem sich zuvor
4. Paritätische Kommissionen aus gesamtarbeitsvertragli- schon der Parlamentsausschuss für wirtschaftliche Zusam-
chen Partnerschaften können die Bemühungen der Behör- menarbeit einstimmig für die gleiche Empfehlung ausge-
den bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit ebenfalls unter- sprochen hatte (vgl. «NZZ», 6./7. November 1981).
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Zehnder Schwarzarbeit
Interpellation Zehnder Travail au noir
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1982
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 81.517
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.03.1982 - 08:00
Date
Data
Seite 558-559
Page
Pagina
Ref. No 20 010 378
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.
Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.
Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.