Sugar Beet Cultivation and Political Influence
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court debated motions concerning the cultivation of sugar beets. One argument highlighted the political implications of board members of sugar factories proposing motions, suggesting a conflict of interest, and criticized the high prices paid for sugar beets, benefiting large agricultural estates and even corporations, not just small farmers. Another perspective argued for increased sugar beet cultivation to enhance national self-sufficiency, diversify agriculture, and reduce dairy surpluses, emphasizing its benefits for family farms and soil fertility. The Federal Council acknowledged the need for increased cultivation to meet self-sufficiency targets and reduce federal deficits, proposing to shift financial burdens to consumers. Ultimately, the motions were approved, indicating a political endorsement for expanding sugar beet production.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 al. 1 LTF; Sugar Beet Cultivation and Political Influence: One argument highlighted the political implications of board members of sugar factories proposing motions, suggesting a conflict of interest, and criticized the high prices paid for sugar beets, benefiting large agricultural estates and even corporations, not just small farmers. Another perspective argued for increased sugar beet cultivation to enhance national self-sufficiency, diversify agriculture, and reduce dairy surpluses, emphasizing its benefits for family farms and soil fertility. The Federal Council acknowledged the need for increased cultivation to meet self-sufficiency targets and reduce federal deficits, proposing to shift financial burdens to consumers. Ultimately, the motions were approved, indicating a political endorsement for expanding sugar beet production.
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Volltext
Motion Thévoz 973 N 24 juin 1983
#ST# Fünfzehnte Sitzung - Quinzième séance aber man hat diese Verluste mit schönen Worten umschrie-
ben, so dass nicht mehr von Verlusten der Zuckerfabriken
die Rede war. Und nun kommt das letzte Kapitel: wieder
Freitag, 24. Juni 1983, Vormittag
eine Ausdehnung des Anbaus.
Vendredi 24 juin 1983, matin Politisch ist aber auch, wie hier die Direktinteressierten
8.00h hemmungslos auftreten. Das muss einmal kritisiert werden.
Die Motionen stammen von Verwaltungsratsmitgliedern der
Vorsitz - Présidence: Herr Eng Zuckerfabrik Aarberg, die direkt an diesem Geschäft inter-
essiert sind. Es widerspricht dem, was Sie bei der Revision
zur Parlamentsreform beschlossen haben, dass die Parla-
mentarier dort, wo sie direkt betroffen sind, etwas zurück-
haltender sein sollten. Es widerspricht dieser Grundhaltung.
Präsident: Herr Bundesrat, meine Damen und Herren. Ich Auch das möchte ich für einmal festhalten.
wünsche Ihnen einen guten Morgen. Herrn Bundesrat Furg- Zur agrarpolitischen Seite: Warum ist Zuckerrübenanbau so
ler gratuliere ich zu seinem heutigen Geburtstag. (Beifall) interessant? Es ist natürlich einer der phantastischsten
Preise, die überhaupt bezahlt werden. Nach der kürzlichen
Preiserhöhung sind es sogar Fr. 15.50. Der nächsthöchste
Preis, der in Europa bezahlt wird, ist jener in der Bundesre-
publik, und dieser beträgt nicht einmal ganz 9 Deutsche
Mark. Sie können sich ungefähr vorstellen, warum Zucker-
#ST# 81.459 rübenanbau so beliebt ist.
Motion des Ständerates (Gerber) Aber wer sind nun diese Rübenpflanzer? Ich habe sie ein-
mal im Saal hier «die Barone der Landwirtschaft» genannt,
Zuckerrübenanbau und zwar wegen dieses tollen Preises. Es sind nicht nur
Motion du Conseil des Etats (Gerber) Bauern, sondern zahlreiche Gutswirtschaften, öffentliche
und private Grossbetriebe, die von diesem Preis, den man
Production de betteraves sucrières
nach den Kosten eines bäuerlichen Familienbetriebes aus-
rechnet, profitieren. Wir haben darunter - um es einmal zu
81.451 sagen - die Ciba-Geigy mit einem Grossbetrieb. Das ist
Motion Thévoz. sicher nicht ein bäuerlicher Betrieb, der diese hohen
Rübenpreise nötig hat. Wir haben darunter zahlreiche Straf-
Zuckerrübenproduktion anstalten, öffentliche Gutsbetriebe, und wir haben vor allem
Production de betteraves sucrières die Zuckerfabrik Aarberg, die selbst grosse Domänen führt
und natürlich Zuckerrüben anbaut. Ich habe bei der letzten
Revision des Zuckerbeschlusses im Rat vorgeschlagen,
Fortsetzung - Suite
dass man diese Gutswirtschaften vom kostendeckenden
Siehe Seite 968 hiervor - Voir page 968 ci-devant Rübenpreis ausnimmt. Interessanterweise war es ausge-
rechnet Kollege Thévoz, der diesen Antrag bekämpft hat.
Man spricht zwar heute immer davon, man sollte die Preise
differenzieren und vor allem an die kleineren Bauernbe-
triebe denken. Dort hatte ich einen klaren Antrag gestellt;
Biel: Sie werden Verständnis haben, dass im Zeitalter der er ist abgelehnt worden. Leider hat nun der Bundesrat
Nostalgie ein Zuckerrüben- bzw. ein Zuckerbeschluss nicht Anfang dieser Woche noch den Rübenpreis - obwohl er
verabschiedet wird, ohne dass ich auch einiges dazu auszu- kostendeckend ist - wieder erhöht. Ich halte das für ein
führen habe. Herr Bundesrat, ich hätte Ihnen für Ihren unerfreuliches Kapitel.
Geburtstag ein besseres Geschäft gewünscht als das, was Nun hat man uns hier versprochen, man wolle den Rüben-
wir nun behandeln. anbau ausdehnen, und dafür würde man weniger andere
Zuckerrübenanbau, und was damit zusammenhängt, hat Güter produzieren. Lesen Sie die Motion: In der Motion
politische, agrarpolitische, ökonomische und finanzpoliti- steht nichts davon, dass ein Äquivalent für diese Ausdeh-
sche Aspekte. nung der Anbaufläche zu dienen habe, um entsprechend
Zuallererst einiges zu den politischen Aspekten: Für mich beispielsweise die Milchproduktion einzuschränken. Im
ist die Entwicklung der Politik des Inlandzuckeranbaus übrigen: Was macht man mit den Rübenschnitzeln und mit
eines der trübsten Kapitel der schweizerischen Agrarpolitik. dem Rübenkraut? Meines Wissens ist das ein sehr begehr-
Nach der Methode der Salamitaktik hat man Scheibe für tes Futter, das natürlich auch wieder verfüttert wird. Ich
Scheibe abgeschnitten, und nun will man so noch weiter habe keine Garantie, dass entsprechend andere Produk-
machen. Es ist ganz klar; das Ziel ist eindeutig. Am Anfang tionszweige wirklich eingeschränkt werden.
stand einmal ein Versprechen eines Bundesrates, dass mit Zu den ökonomischen und finanziellen Auswirkungen die-
der Ausdehnung des Inlandzuckeranbaus der Zucker für ser Ausdehnung: Frau Jaggi hat Ihnen gestern zusammen-
den Konsumenten nicht teurer werde. Es ist ganz klar: gezählt, was alles auf dem Importzucker an Abgaben lastet,
Wenn wir den Anbau - mit allen anderen Massnahmen, die was alles dazugekommen ist. Je mehr wir den Inlandanbau
getroffen werden - wieder ausdehnen, führt das zu einer ausdehnen, um so mehr müssen wir die verbleibenden
weiteren Verteuerung. Importe belassen, damit wir beispielsweise die teure Lager-
Man hat auch die Öffentlichkeit getäuscht. Im Zuckerbe- haltung zur Sicherstellung der Landesversorgung über-
schluss, der zur Gründung der zweiten Zuckerfabrik führte, haupt finanzieren können. Das belastet vor allem unsere
war ganz genau die Grosse der Fabrik angegeben. Man hat verarbeitende Industrie, die an sich schon in einem ausser-
sie aber trotzdem von Anfang an wesentlich grösser gebaut ordentlich harten Konkurrenzkampf steht. Daran sollte man
und das dann dazu benützt, um wieder eine Ausdehnung auch denken.
des Zuckerrübenanbaus zu fordern. Bei einer weiteren Nun schlägt der Bundesrat bekanntlich vor, in der Weiter-
Revision hat man dann als Neuerung diese Überlieferungs- führung der Sparmassnahmen Beiträge aus allgemeinen
möglichkeit eingeführt. Man hat zwar die Ablieferungs- Bundesmitteln an die Defizite der Zuckerwirtschaft abzu-
menge im Gesetz gehabt, aber zugelassen, dass von Jahr bauen. Darüber kann man diskutieren und das den Konsu-
zu Jahr eine bestimmte noch zusätzliche Menge angebaut menten aufladen. Aber wenn wir gleichzeitig noch in diesem
werden durfte. Bei der nächsten Revision hat man dann die Ausmass den Anbau ausdehnen, dann überspannen wir
Verluste weggezaubert. Es gibt zwar nach wie vor Verluste, ganz eindeutig das Tragbare. Ich habe hier grösste Beden-
die die Eidgenossenschaft und die Konsumenten decken, ken.
123-N
24. Juni 1983 N 974 Motion Thévoz
Es ist nur eine Motion, die wir behandeln, aber es ist wieder sich zu einer Agrarpolitik, in der die bäuerlichen Familienbe-
eine dieser Motionen, die Folgen haben wird, ökonomische, triebe gefördert werden. Wenn es aber dann konkret darum
aber auch finanzpolitische. Ich habe mich gewehrt, damit geht, diesen bäuerlichen Familienbetrieben Arbeit und Ver-
man uns nicht vorhalten kann, wir hätten dem Bundesrat dienst zu verschaffen, dann sieht alles wieder anders aus
wieder einen Vorstoss überwiesen, der Folgen habe. Der mit der Landwirtschaftsfreundlichkeit. Bei einem Lebens-
Bundesrat weiss, warum er die Vorstösse nur als Postulate mittel wie Zucker, das wir in absolut einwandfreier Qualität
und nicht als Motionen übernehmen wollte; der Ständerat in unserem Lande produzieren können, wird mehr als die
hat leider die Motion als Motion überwiesen. Hälfte importiert, und zwar aus Preisgründen.
Ich bitte Sie nun, diese Motionen nicht als Motionen zu Dank der Arbeitsintensität ist diese Kultur besonders geeig-
überweisen. net für kleinere und mittlere Familienbetriebe. Bei der Ver-
teilung der Zuckerrübenflächen können Betriebsstrukturen
Jung: Kollega Biel möchte ich sagen, dass ich selbst berücksichtigt werden, wovon bereits jetzt Gebrauch
Rübenpflanzer bin, aber mich sicher nicht zu den Rübenba- gemacht wurde, und dieses Instrument könnte sicher noch
ronen zähle, denn mein Betrieb ist und bleibt ein Familien- ausgebaut werden. Es ist also nicht nur eine Kultur für die
betrieb, und ich hoffe, dass wir sehr viele Familienbetriebe Grossen oder die Zuckerbarone, wie Herr Biel sagt, und die
erhalten können. Fabriken, sondern vor allem auch für die bäuerlichen Fami-
Zur Sache möchte ich meinen, dass es sehr kurzsichtig ist, lienbetriebe. Die Zuckerrübe ist eine sympathische, umwelt-
wenn wir auf die heutige Situation abstellen. Es ist so: Wir freundliche Kultur. Sie trägt zur Erhaltung der Boden-
haben im Moment gesamteuropäisch Überschüsse an Zuk- fruchtbarkeit wesentlich bei. Diese Kultur ist notwendig für
ker, und wir profitieren in der Schweiz von der Überschuss- die Fruchtfolge zur Ausdehnung des Getreidebaues. Aus-
produktion in ganz Europa. Zusätzlich wird der Zucker noch dehnungsmöglichkeiten bestehen ja praktisch nur noch im
verbilligt und so auch auf den Weltmarkt geworfen. Es hat Getreide-, vor allem im Futtergetreidebau. Aus diesen
natürlich Konsequenzen, dass wir im Moment sehr billigen Fruchtfolgegründen muss auch die Hackfruchtfläche ver-
Zucker einkaufen können. Es ist nicht immer so und wird grössert werden. Bei den Kartoffeln ist die Fläche voll aus-
nicht immer so bleiben; wir haben unsere Erfahrungen geschöpft; so bleibt also praktisch nur noch die Zucker-
gemacht. Sehr kurzfristig, durch Missernten oder durch rübe. Und mit der Ausdehnung des Ackerbaues kann die
politische Wirren, kann sich der Zuckerpreis schlagartig Milchrechnung entlastet werden.
erhöhen, so dass er wesentlich über den Preisstand unse- Ich bitte Sie also: Überweisen Sie diese Motion im Interesse
res Landes steigen wird. Beispielsweise haben wir vor drei unserer Agrarpolitik zugunsten der bäuerlichen Familienbe-
Jahren einen höheren europäischen Zuckerpreis gehabt als triebe.
den in der Schweiz verlangten.
Nun zum Problem Selbstversorgung: Wir in der Landwirt- Risi-Schwyz, Berichterstatter: Es ist etwas unglücklich, weil
schaft leiden heute überall an Überkapazitäten, haben Über- die Eintretensvoten gestern bei sehr gelichteten Reihen
produktionen. Trotzdem ist der Selbstversorgungsgrad bei vorgetragen wurden und die positiven Argumente, die dafür
den verschiedenen Gütern sehr tief, beim Zuckerrübenan- sprechen, nun etwas in der Luft hängen.
bau sind es 40 Prozent. 60 Prozent des Zuckers müssen wir Ich möchte doch noch zwei, drei Punkte unterstreichen, die
importieren; wir sind aber in der Lage, anbautechnisch den ich gestern schon aufgeführt habe: Wir haben heute den
Selbstversorgungsgrad zu heben. Wir sind aber auch in der Zuckerbeschluss 1979, der rund 17000 Hektaren Anbauflä-
Lage, ohne weitere Investitionen mit den bestehenden Zuk- che beinhaltet. Diese 17 Hektaren sind heute erreicht. Es
kerfabriken grössere Kapazitäten zu verarbeiten und unse- wäre also nicht möglich, bis 1989 eine Ausdehnung dieser
ren Selbstversorgungsgrad somit zu steigern. Betriebswirt- Fläche vorzunehmen.
schaftlich möchte ich meinen, dass wir heute mit der Milch- Der viehwirtschaftliche Sektor kämpft mit Überschusspro-
kontingentierung die Produktion der Milch im Griff haben, blemen. Wir fordern eine standortgerechte Produktion. Wir
und wenn wir neue Zuckerrübenanbaukontingente vertei- möchten Milchkontingente vom Ackerbaugebiet in die
len, sind diese heute genau geordnet. Wir haben ja die Ver- Graswirtschaftsgebiete transferieren. Bei der Befolgung
tragsproduktion. Wir dürfen in der Schweiz keine Hektare einer solchen Zielrichtung müssen wir den Ackerbaugebie-
anbauen, die nicht garantiert ist, für die nicht ein fertiger ten noch vorhandene Produktionsmöglichkeiten zugeste-
Abnahmevertrag vorliegt. Heute werden die Zuckerrüben- hen. Diese bestehen nun einfach nur im Futtergetreidean-
kontingente nurmehr an jene Betriebe verteilt, die dement- bau, der in der Fruchtfolge Hackfrüchte haben muss. Eine
sprechend die Milchproduktion abbauen, die also Milchkon- weitere Möglichkeit besteht in der Ölversorgung, beim
tingente abgeben, die nicht einem anderen Betrieb zugute Rapsanbau. Dort deckt die Eigenversorgung nur 10 Pro-
kommen, sondern an der gesamten Menge abgezogen wer- zent, und beim Zuckerrübenanbau haben wir eben eine
den. Somit können wir die Milchproduktion, die uns sehr Eigenzuckerversorgung von 40 Prozent. Hier nur von Sala-
viel Verlust bringt, doch etwas eindämmen. Wenn Herr Kol- mitaktik zu reden, als ob wir in der Zuckerversorgung fast
lega Biel sagt, dass die Schnitzel und das Zuckerrübenkraut eine Autarkie in der Schweiz hätten, ist nun doch etwas
sowieso wieder in die Milchproduktion einfliessen, so ist zu übertrieben. Es ist zu verständlich, wenn von Konsumen-
bemerken, dass das keine Konsequenzen auf die Produk- tenseite der billige Importzucker den Vorzug bekommt.
tion der Milch hat, da die Milchmenge limitiert ist. Aber machen Sie einmal die Rückrechnung, was der Produ-
Im Interesse der Landwirte möchte ich Sie bitten, diese zent und der Arbeiter auf diesen Plantagen verdienen. Wir
Motion zu überweisen. Es ist klar, dass es nicht sinnvoll ist, sprechen immer von Entwicklungshilfe; die grösste Ent-
beim Zucker die Bundeskasse zu belasten, aber ich glaube, wicklungshilfe wäre, wenn wir für diesen Zucker an der
dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir auch diese Anfangsstufe etwas mehr bezahlen würden, statt quasi als
öffentlichen Lasten auf die Konsumenten überwälzen. Es Rückwirkung ein kleines Geschenk an die Entwicklungslän-
sind bescheidene Mittel, die den Konsumenten nicht über- der in Form einiger Franken zu sprechen.
mässig belasten, die er ohne weiteres zu übernehmen in Ich bitte Sie zu verstehen, dass die Ausdehnung der Acker-
der Lage ist, um auf diese Weise einen für den Zucker fläche für die Entlastung der tierischen Produktion mit allen
kostendeckenden Preis zu entrichten. Mitteln gefördert werden muss. Wenn wir Staats- und ord-
Ich gratuliere Herrn Bundesrat Purgier zu seinem Geburts- nungspolitisch sinnvoll Landwirtschaftspolitik betreiben
tag und bitte ihn, an diesem Tag ein sehr sinnvolles wollen, muss wohl dort produziert werden, wo der Eigenbe-
Geschenk im Interesse unserer Landwirtschaft, auch unse- darf unseres Landes eine solche Zusatzproduktion über-
rer ökologischen Landwirtschaft, zu machen, durch haupt noch erlaubt.
Annahme dieser Motion. Ich bitte Sie, der Mehrheit unserer Wirtschaftskommission
zuzustimmen und wie der Ständerat - der mit 24 zu 5 Stim-
Rutishauser: Wir haben nun viele Argumente gehört für die men dieses Geschäft gutgeheissen hat - diese Motion zu
Erhöhung der Zuckerrübenfläche. Alle Parteien bekennen unterstützen.
MotionThévoz 975 N 24 juin 1983
Mme Spreng, rapporteur: Je voudrais m'adresser tout spé- Jung, die sagten, dass wegen der bestehenden Milchkon-
cialement à Mme Jaggi et à M. Biel. tingentierung ein Ausweichen in jener Richtung überhaupt
Vous êtes inquiets, mais moi je le suis pour le consomma- nicht befürchtet werden muss. Der Bundesrat hat heute die
teur. Je suis inquiète à long terme, lorsque j'ai vu que nos Menge im Griff. Sollten sich dort Unzulänglichkeiten erge-
besoins en sucre n'étaient couverts dans notre pays qu'à ben - jetzt losgelöst vom Systemkonflikt an und für sich -,
40 pour cent. Je me suis souvenue des périodes de guerre so wird durch die entsprechende Festsetzung der Quantität
pendant lesquelles nous avons connu des difficultés eine Kontrolloperation jederzeit leicht sein.
d'approvisionnement en sucre telles que cette denrée nous Zum ersten Element: Agrarpolitisch gesehen liegt es im
a fait défaut. Or, ces mêmes difficultés d'approvisionne- Interesse einer diversifizierten Landwirtschaft, wenn Sie die
ment peuvent survenir à n'importe quel moment! A mon heute nur rund 40 Prozent unserer Eigenversorgung umfas-
avis, cela constitue un argument suffisamment fort pour senden Zuckerrübenanbauflächen etwas vergrössern.
justifier l'augmentation de la surface de production des bet- Damit habe ich bereits das zweite Element angesprochen,
teraves sucrières en Suisse. Versorgungspolitik: In unserem Staat wird der Zwiespalt
Néanmoins, il ne faut pas non plus dramatiser: pour une zwischen Eigenproduktion und konsumentengünstigen
famille, la part du budget-alimentation consacrée à l'achat Preisen immer vom Parlament, vom Bundesrat ausgetragen
de sucre est minime. En outre, prétendre qu'il convient de und gelöst werden müssen. Im vorliegenden Fall stelle ich
remplacer le sucre par la saccharine est un argument de Ihnen die Frage: Erachten Sie 40 Prozent Eigenversorgung
pays très riche; pour ma part, je ne pense pas qu'il soit als genügend? Sie werden mir zur Antwort geben: Heute
valable et je le considère comme fort triste! geht das ohne weiteres. Ich stimme mit Ihnen überein. Aber
On parle de la culture des betteraves sucrières par les für eine auch nur etwas kritischere Situation wäre ein
grands «barons» du sucre! Or, personnellement, j'ai eu erhöhter Eigenversorgungsgrad im Interesse des ganzen
affaire à bon nombre de petits paysans fribourgeois qui Landes durchaus zu bejahen. Hier hat die Wirtschaftskom-
m'ont demandé d'agir pour que soit augmentée la culture mission sehr sorgfältig - in Übereinstimmung mit dem Bun-
de la betterave. Tous appartenaient à de petites et à de desrat - diese tatbeständlichen Überlegungen gemacht und
moyennes entreprises. C'est à eux qu'il faut penser. En entsprechende Konsequenzen gezogen.
l'occurrence, plusieurs d'entre vous nous ont expliqué Nun zum dritten Element, dem finanzpolitisch-entwick-
combien cette culture était favorable pour les entreprises lungspolitischen: Damit sind Sie mitten im Interessenstreit
paysannes que nous devons soutenir. Je suis persuadée Produzent - Produzentenpreise - Konsument - Konsumen-
que la ménagère payera un peu plus cher son sucre si, en tenpreise. Ich möchte den letzteren Streitpunkt vorwegneh-
toute connaissance de cause, elle sait pouvoir aider ainsi men: Jedermann ist Konsument. Wir haben im Interesse
nos paysans. aller Menschen in diesem Staat dafür zu sorgen, dass preis-
En conséquence je vous demande, à l'instar du Conseil des günstige Ware angeboten wird. Wenn deshalb heute ein
Etats, de transmettre sous forme de motions les deux pro- Konflikt zwischen Eigenversorgung und Import zu bestehen
positions qui nous sont soumises. scheint, dann hat das mit einem Faktor zu tun, der in der
Diskussion vielleicht etwas zu kurz gekommen ist, ich
Bundesrat Purgier: Vorerst möchte ich Ihnen für die freund- meine, mit dem derzeit tiefen Weltmarktpreis.
lichen Wünsche herzlich danken. Zucker kann ich leider Ich habe Ihnen vor zwei Wochen - nach der Rückkehr von
nicht verschenken, wie Herr Jung das wollte, weil Sie ja wis- der UNCTAD-Konferenz - in aller Offenheit gesagt, dass für
sen, dass wegen der Folgen zu grossen Zuckergenusses die Sanierung der Drittweltstaaten höhere Rohstoffpreise
Vorsicht am Platze ist. von uns Industriestaaten in Kauf genommen werden müs-
In der seinerzeitigen Stellungnahme ging der Bundesrat sen. All diejenigen unter Ihnen, die einer sinnvollen Entwick-
davon aus, die im Zuckerbeschluss 1979 festgelegte lungspolitik das Wort reden, mögen diese Überlegung auch
Höchstmenge von 850 000 Tonnen (entsprechend etwa in die Diskussion und in den Entscheid von heute hineintra-
17000 Hektaren) werde Ende 1984 vermutlich erreicht. gen. Sobald Sie etwas angehobene Weltmarktpreise haben,
Heute steht fest - und wir haben das in der Kommission wird die Differenz zum Inlandpreis viel kleiner, womit sich
deutlich gemacht -, dass diese Menge bereits Ende 1983 das Problem entschärft. Das wollte ich hier gleich vorweg-
erreicht sein wird, so dass sich für den Bundesrat - unab- nehmen, damit nicht der Konsument - der vielleicht nicht an
hängig von diesem parlamentarischen Vorstoss - die Frage diese Zusammenhänge denkt - annimmt, der Bundesrat
stellte, ob man die Fläche für den Anbau etwas ausdehnen trage seinen Sorgen keine Rechnung.
solle. Das hat die Stellungnahme meines Vorgängers im Und nun finanzpolitisch: Es steht für den Bundesrat fest,
Auftrage des Bundesrates anlässlich der Debatte im Stän- dass er hier den Bürgern einiges zumuten muss; das kann
derat mitbestimmt; wir empfahlen die Überweisung der nicht einfach die Bundeskasse übernehmen. Wir gedenken,
Motion Gerber in Postulatsform also nicht, weil wir die bei der Revision des Zuckerbeschlusses die von den Welt-
Berechtigung einer Ausdehnung der Anbaufläche bestrei- marktpreisen abhängigen Negativdifferenzen weitgehend
ten wollen, sondern um etwas freier zu sein. Ich darf heute den Konsumenten anzulasten.
zu drei Punkten Stellung beziehen in Ergänzung zu dem, Für das laufende Zuckerjahr 1982/83 rechne ich mit einer
was die beiden Berichterstatter der Wirtschaftskommission Negativdifferenz von rund 75 Millionen Franken. Zur Finan-
soeben darstellten. zierung steht aus der Rechnung 1981/82 ein Vortrag von 29
Ich meine, dass es ein agrarpolitisches, ein versorgungspo- Millionen Franken zur Verfügung. Sodann wird während des
litisches und ein finanzpolitisches Element zu gewichten Zuckerjahres eine Abgabe von Fr. 16.20 pro 100 Kilogramm
gibt. Beim finanzpolitischen Element ist vom Kommissions- Zucker erhoben. Aufgrund der zurzeit noch sehr tiefen
präsidenten zu Recht auch auf den Zusammenhang mit Weltmarktpreise wage ich übrigens heute schon zu sagen,
unserer Entwicklungspolitik hingewiesen worden. Zu diesen dass im Zuckerjahr 1983/84 die maximale Abgabe erhoben
drei Elementen folgendes. werden muss. Das führt zur vollen Bundesleistung von 7,5
Niemand kann bestreiten, was soeben von landwirtschaftli- Millionen Franken für Vorwegbeitrag und zu einem zusätzli-
cher Seite kundig dargestellt worden ist, dass im Zusam- chen Beitrag von 15 Millionen Franken, zusammen also 22,5
menhang mit der Fruchtfolge der Ausdehnung des Zucker- Millionen. Schliesslich steuern die Produzenten ihren Bei-
rübenanbaues das Wort gesprochen werden muss. Es ist trag in der Höhe von rund 5 Millionen Franken bei (maximal
notwendig, in dieser Richtung vorzugehen, wenn wir die 60 Rappen pro 100 Kilo).
Getreidefläche ausdehnen wollen. Auch Herr Biel als land- Der Bundesrat ist der Meinung, dass eine langfristige Neu-
wirtschaftlicher Fachmann - niemand bestreitet das - wird ordnung vorbereitet werden sollte mit dem Ziel, den Bund
mir recht geben, wenn ich sage, dass wir hier im Zusam- im Bereich der Zuckerwirtschaft finanziell wirksam und dau-
menhang mit der Fruchtfolge die von Herrn Rutishauser erhaft zu entlasten, d. h., die von Ihnen jetzt in der Motion
erwähnten Momente vom Bundesrat zu gewichten sind. Ich bzw. im Postulat gewünschten Änderungen des Zuckerbe-
teile auch die Auffassung der Referenten und von Herrn schlusses 1979 auch zu einer finanziellen Entlastung des
24. Juni 1983 976 Motion Vannay
Bundes zu machen. Dies scheint mir die Schlussfolgerung Unter diesen Umständen laden wir den Bundesrat ein, die
aus den aufgeworfenen agrar-, versorgungs- und finanzpoli- Krankenkassen vom Bundesbeschluss über die lineare Kür-
tischen Gesichtspunkten zu sein. zung von Bundessubventionen auszunehmen, indem er von
Sobald Sie in dieser Gesamtschau an das Problem heran- seinen Befugnissen nach Artikel 3 des Bundesbeschlusses
treten - wage ich zu behaupten -, ist eine Lösung bei Gebrauch macht.
gutem Willen aller Beteiligten möglich.
Ich darf Herrn Biel sagen: Wir werden in keiner Weise Texte de la motion du 3 février 1983
irgend jemanden irreführen. Ich habe Ihnen heute die Kar- La situation financière des caisses-maladie n'a cessé de
ten ganz -offen auf den Tisch gelegt. Es gibt hier nichts zu s'empirer au cours de ces dernières années. Le 20 juin
verbergen. Ich wage zu behaupten, dass Sie nicht Schaden 1980, l'Assemblée fédérale a adopté l'arrêté fédéral rédui-
leiden, indem beispielsweise auch in Strafanstalten Zucker- sant certaines prestations de la Confédération; arrêté pro-
rüben angebaut werden. Wer bezahlt denn die Strafanstal- longé à la fin 1982. Depuis l'adoption de ces mesures, la
ten? Auch wieder wir alle zusammen als Steue.'zahler. situation financière de la Confédération s'est quelque peu
Wenn also aus irgendeinem Titel auch dort ein Betrag unter améliorée en raison, notamment, de recettes non prévues,
«Einkommen» einfliesst, dann ist das keine Schädigung découvertes en 1981 et 1982.
irgendwelcher Bürger, sondern dann dient das dem glei- Dans ces conditions, le Conseil fédéral est invité à sous-
chen Interesse einer gesunden, sauberen Wirtschaft. traire les subventions fédérales aux caisses-maladie de la
Das sind die Überlegungen des Bundesrates. In dieser liste de celles soumises à l'arrêté fédéral précité, en faisant
Richtung werden wir den Zuckerbeschluss 1979 einer Revi- ainsi usage des facultés accordées au Conseil fédéral par
sion unterziehen und Ihnen Bericht und Antrag stellen. l'article 3 de l'arrêté portant sur la réduction linéaire des
subventions fédérales.
Präsident: Ich schlage Ihnen vor, für die beiden Motionen -
weil sie den gleichen materiellen Gehalt haben - eine ein- Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Bircher, Borei,
zige Abstimmung durchzuführen. Sie sind damit einverstan- Braunschweig, Bundi, Christinat, Deneys, Eggenberg-
den. Thoune, Eggli, Euler, Gloor, Hubacher, Lang, Leuenberger,
Der Bundesrat und Frau Jaggi beantragen Umwandlung in Loetscher, Mauch, Meier Werner, Meizoz, Merz, Morel,
ein Postulat: der Ständerat und die Kommission beantragen Morf, Muheim, Müller-Berne, Neukomm, Ott, Reimann, Ren-
Überweisung als Motion. schler, Riesen-Fribourg, Robbiani, Rubi, Ruffy, Uchtenha-
gen, Wagner, Weber-Arbon, Zehnder (35)
Abstimmung - Vote
Für die Überweisung als Motionen 97 Stimmen Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Für die Überweisung als Postulate 41 Stimmen En ce début d'année, la plupart des assurés aux caisses-
maladie ont vu leurs cotisations augmenter, à tel point que
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral de nombreuses familles et de nombreux rentiers AVS/AI
doivent y consacrer plus de 10 pour cent de leur revenu
Mitteilung - Communication mensuel.
Präsident: Gestatten Sie mir, eine verdiente Würdigung vor- Cette situation devient intolérable pour les intéressés qui, à
zunehmen: Auf Ende dieser Session tritt ein allseitig défaut d'un financement solidaire de la santé publique, sont
bekannter und geschätzter Journalist in den Ruhestand. de plus en plus lourdement taxés. Bien que connaissant
Herr Dr. Hans Zwicky arbeitet seit dem Jahre 1966 im Parla- l'impasse dans laquelle se trouvent aujourd'hui nombre de
mentsgebäude als Bundeshausredaktor der «NZZ». Seine caisses-maladie, et les répercussions prévisibles pour les
Kommentare über die Session der eidgenössischen Räte familles et les assurés modestes, une majorité de députés a
gehörten beinahe zur Pflichtlektüre eines Parlamentariers. accepté de réduire en décembre 1982 l'aide fédérale à
Ich darf in meinem, aber sicher auch in Ihrem Namen Herrn l'assurance-maladie, et cela par souci des finances fédé-
Zwicky für seine seriöse und langjährige Arbeit danken. Wir rales.
hoffen, dass ihm die Befreiung von der Pflicht zur regelmäs- A ce jour, l'état des finances a été amélioré sensiblement
sigen Be-ichterstattung die Möglichkeit gibt, seinen Interes- par les recettes supplémentaires encaissées et non pré-
sen uneingeschränkt nachzugehen. Wir wünschen Herrn vues en 1982, puisque pour la deuxième année consécutive
Dr. Zwicky für die Zukunft viel Befriedigung und Erfüllung. c'est approximativement 1 milliard de francs qui sont ainsi
(Beifall) tombés dans les caisse fédérales.
Nun behandeln wir die persönlichen Vorstösse nach der De plus l'Etat fédéral prend des mesures pour soutenir
separaten Liste, die Ihnen ausgeteilt worden ist. l'économie, l'emploi et relancer la consommation intérieure.
Cette consommation intérieure ne pouvant être rétablie si-
non augmentée, que si le pouvoir d'achat des travailleurs
suit la même courbe, il conviendrait donc essentiellement
de garantir en priorité le pouvoir d'achat des salariés et des
#ST# 83.328 rentiers, par exemple, par la pleine compensation du ren-
Motion Vannay chérissement ou le blocage des charges, en particulier
celles provoquées par l'assurance-maladie.
Krankenkassen. Bundesbeiträge Dans ces conditions, il me semble opportun et nécessaire
Subventions aux caisses-maladie de rétablir l'aide fédérale aux caisses-maladie et je
demande au Conseil fédéral d'user de ses compétences en
ce domaine, et de jouer le rôle qu'on est en droit d'attendre
de nos autorités dans une situation grave - même si le fond
du problème ne sera pas résolu pour autant.
Wortlaut der Motion vom 3. Februar 1983
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Die finanzielle Lage der Krankenkassen hat sich in den letz-
ten Jahren ständig verschlechtert. Am 20. Juni 1980 verab- Rapport écrit du Conseil fédéral
schiedete die Bundesversammlung einen Burdesbe- Nous concédons à l'auteur de la motion que la situation
schluss, der bestimmte Bundesleistungen herabsetzte; die- financière des caisses-maladie s'est dégradée au cours de
ser Beschluss wurde Ende 1982 verlängert. Seil: diese ces dernières années. Il convient toutefois de tenir compte
Massnahmen beschlossen wurden, hat sich die Finanzlage de révolution des finances fédérales, qui continue d'être
des Bundes um weniges gebessert, und zwar namentlich défavorable. C'est dès lors aussi sous l'angle des efforts
wegen der unvorhergesehenen Einnahmen, die 1981 und faits en vue d'équilibrer le budget fédéral qu'il faut voir la
1982 zum Vorschein kamen. reconduction de la réduction linéaire de 5 pour cent des
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion des Ständerates (Gerber) Zuckerrübenanbau
Motion du Conseil des Etats (Gerber) Production de betteraves sucrières
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1983
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 81.459
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 24.06.1983 - 08:00
Date
Data
Seite 973-976
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