Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 80-226 KI-generiert

Parliamentary Initiative on Corporate Law Rejected

Geschäftsnummer VPB 80-226
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

A parliamentary initiative proposed to grant the federal government authority to legislate on corporate law, specifically concerning the rights of capital providers, employees, management organs, and third parties affected by corporate decisions. The commission, however, recommended against pursuing this initiative, citing that the issue was still under scientific examination and that various aspects were already being addressed by other committees and legislative reforms. They concluded that the time was not right for a decision and that the current legal framework, combined with collective bargaining agreements, offered avenues for addressing related concerns.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 21septies GVG, Art. 64ter zu, Art. 3 durch, Art. 64ter, Art. 21bis GVG; Parliamentary Initiative on Corporate Law Rejected: The commission, however, recommended against pursuing this initiative, citing that the issue was still under scientific examination and that various aspects were already being addressed by other committees and legislative reforms. They concluded that the time was not right for a decision and that the current legal framework, combined with collective bargaining agreements, offered avenues for addressing related concerns.

Schlagwörter

KI-generiert
parlamentarische Initiative Rechtsreform Rahmenbeschluss Rechtliche Aspekte Tarifverhandlung Ergebnislose Ausschreibung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 21septies GVG
muss, erachtet es die Kommission als nicht verantwortbar, wurfs (Art. 21septies GVG).
Art. 64ter zu
Art. 3 durch
dann kommt es aus der Verwaltung, und wir sind besten- complétée par l'adjonction à l'article 3 d'un 71'alinéa ayant
Art. 64ter
This article was proposed to be added to the Federal Constitution to establish federal competence for legislation on companies, including rights of capital providers, employees, management bodies, and affected third parties.
Art. 21bis GVG
This article was cited as the legal basis for submitting the parliamentary initiative in the form of a fully drafted proposal.
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 64ter

This article was proposed to be added to the Federal Constitution to establish federal competence for legislation on companies, including rights of capital providers, employees, management bodies, and affected third parties.

Art. 21bis GVG

This article was cited as the legal basis for submitting the parliamentary initiative in the form of a fully drafted proposal.

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Volltext

3. März 1983 217 Parlamentarische Initiative

muss, erachtet es die Kommission als nicht verantwortbar, wurfs (Art. 21septies GVG). Die Initiative, die sich inhaltlich

Ihnen zu beantragen, der parlamentarischen Initiative weitgehend am Expertenentwurf für eine total revidierte

Carobbio Folge zu geben. Bundesverfassung orientiert, verlangt, die geltende Verfas-

Im übrigen, meine verehrten Damen und Herren, vorab sung sei durch einen neuen Artikel 64ter zu ergänzen. Darin

gewisse Vorredner, sei darauf verwiesen, dass es auch soll der Bund zuständig erklärt werden für die Gesetzge-

ohne Gesetzesrevision einen Weg gibt, aktive Kündigungs- bung über die Unternehmen. Diese Gesetzgebung habe

schutzpolitik zu betreiben. In der SMUV-Zeitung vom 2. Juli insbesondere folgende Fragen zu regeln:

1980 wird dieser Weg einmal mehr aufgezeigt. Ich zitiere: - die Rechte der Kapitalgeber;

«Der Gesamtarbeitsvertragsweg ist ein wirkungsvoller Weg,

- die Rechte der Arbeitnehmer;

der je länger, je mehr genutzt werden sollte, um die Aus-

dehnung des Kündigungsschutzes in unserem Lande auf - die Zuständigkeit der Leitungsorgane;

breiter Basis zu erreichen.» - die Rechtsstellung der von Unternehmensentscheiden

Neuestens hat sich Herr alt Bundesrat Hanspeter Tschudi, direkt Betroffenen.

anlässlich eines Interviews mit Herrn Schuhmacher, in glei- Infolge Erkrankung des Initianten konnte die Kommission

chem Sinne geäussert. Ich zitiere: «Die Wissenschaft soll erst am 28. Oktober 1981 zusammentreten. Sie hörte den

sachliche Argumente zum Problem erarbeiten, inwieweit Urheber des Vorstosses an und führte eine allgemeine Aus-

eine Materie eher durch Gesamtarbeitsverträge, also durch sprache durch. Sie stellte fest, dass Einzelaspekte des vom

die Verbände der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer, zu Initianten verfolgten Anliegens von verschiedenen Gremien

regeln ist und wieweit die staatliche Gesetzgebung den geprüft werden (Aktienrechtsreform, Mitbestimmungsdis-

Vorzug verdient. Grundsätzlich bedürfen wir für die Ord- kussion), dass aber das Gesamtproblem - unter anderem

nung der Arbeitsverhältnisse sowohl der Gesamtarbeitsver- mangels wissenschaftlicher Grundlagen - noch nicht ent-

träge als auch der Gesetze.» So Herr alt Bundesrat Hans- scheidungsreif ist. Sie beantragt deshalb dem Rat mit 9 zu

peter Tschudi. 6 Stimmen, der Initiative sei keine Folge zu geben.

Aufgrund der dargelegten Gründe und der weiteren im

Bericht vom 7. Dezember 1981 enthaltenen Erwägungen Wortlaut der Initiative vom 2. Juni 1980

ersuchen wir Sie, im Interesse der rechtlich komplizierten

Gestützt auf Artikel 21 bis des Geschäftsverkehrsgesetzes

Materie, gemäss Antrag der Kommission zu beschliessen. reicht der Unterzeichnete die folgende Initiative in der Form

Im übrigen darf ich Ihnen bekanntgeben, dass sich die

des ausgearbeiteten Entwurfs ein:

CVP-Fraktion diesem Antrag der Kommission anschliesst

und damit beantragt, gemäss dem Kommissionsantrag zu Bundesverfassung

entscheiden.

Art. 64ter

Bundesrat Friedrich: Ich habe Ihrer ausgiebigen Diskussion Der Bund ist zuständig für die Gesetzgebung über die

wenig beizufügen. Ich bin mit der Kommission der Meinung, Unternehmen.

dass heute der Zeitpunkt für einen Entscheid nicht gekom- Die Gesetzgebung regelt insbesondere:

men ist und dass es völlig zwecklos wäre, jetzt eine weitere a. die Rechte der Kapitalgeber;

Kommission einzusetzen. Es ist mehrfach gesagt worden,

b. die Rechte der Arbeitnehmer;

dass eine Initiative des Christlich-Natio.nalen Gewerk-

schaftsbundes zum Thema Kündigungsschutz anhängig ist. c. die Zuständigkeit der Leitungsorgane;

Nach dem Zustandekommen dieser Initiative steht das Pro- d. die Rechtsstellung der von Unternehmensentscheiden

blem also zwangsläufig auf der Traktandenliste. Wir müssen direkt betroffenen Dritten.

dazu Stellung nehmen. Es sind Fristen gesetzt von Verfas-

sung wegen, man braucht keine weiteren zu setzen. Die Texte de l'initiative du 2 juin 1980

Expertenkommission ist gebildet, sie hat im Februar vier Se prévalant de l'article 21 bis de la loi sur les rapports entre

Sitzungen abgehalten; Termin für ihren Bericht ist Ende les conseils, le soussigné présente l'initiative suivante sous

Juni dieses Jahres. Dann hat der Bundesrat die Möglichkeit, forme de projet rédigé de toutes pièces:

Stellung zu nehmen. Vorher wird er in keiner Weise mate-

riell Stellung nehmen. Constitution fédérale

Art. 64ter

Le président: La commission vous propose de ne pas don-

ner suite à l'initiative de M. Carobbio et de la classer. Quant La Confédération a la compétence de légiférer sur le droit

à M. Carobbio, il maintient son initiative. de l'entreprise.

La législation réglemente en particulier:

Abstimmung - Vote a. les droits des bailleurs de fonds;

Für den Antrag der Kommission 73 Stimmen b. les droits des travailleurs;

Für den Antrag Carobbio 11 Stimmen

c. la compétence des organes de direction;

d. la situation juridique de tiers directement touchés par les

décisions de l'entreprise.

#ST# 80.226 Développement par l'auteur de l'initiative

Le moment est venu d'élaborer un droit de l'entreprise qui

Parlamentarische Initiative. fasse de celle-ci en tant qu'institution, et cela tout particu-

Bundesverfassung. Unternehmensrecht (Jelmini) lièrement lorsqu'il s'agit d'une grande entreprise, un objet

Initiative parlementaire. de droit.

Constitution fédérale. Droit de l'entreprise Dans la législation actuelle du commerce et des sociétés,

(Jelmini) ce n'est pas l'entreprise mais, le propriétaire (en raison indi-

viduelle ou collective) qui fait l'objet du droit. L'entreprise

en tant que telle n'y figure pour ainsi dire pas. Cette situa-

tion s'explique par des raisons historiques. Elle correspon-

dait à la réalité au moment de l'élaboration du droit actuel,

Herr Hunziker unterbreitet im Namen der Kommission den et elle y correspond toujours grosso modo pour les petites

folgenden schriftlichen Bericht: entreprises. En revanche, elle y correspond de moins en

Am 2. Juni 1980 deponierte Nationalrat Jelmirii eine parla- moins pour les grandes entreprises employant un person-

mentarische Initiative in der Form des ausgearbeiteten Ent- nel nombreux et gérées par une direction largement auto-

Initiative parlementaire 218 N 3 mars 1983

nome. Ici, l'ordre juridique et la réalité divergent de plus en l'entreprise. Cette approche concertée doit en outre per-

plus. mettre de sortir de l'impasse actuelle pour ce qui est de la

La grande ou moyenne entreprise moderne est, sociologi- participation.

quement parlant, une association de partenaires où collabo- Mes réflexions sur le droit de l'entreprise partent du fait que

rent trois groupes de personnes bien définis: les bailleurs celle-ci est une structure sociale dans les deux sens du

de fond, les employés, et la direction. Un droit de l'entre- terme. Sa fonction sociale est de fournir de manière opti-

prise en accord avec la réalité devrait faire de cette organi- male, à la société en général, des biens et des services. Sa

sation tripartite un objet juridique, et fixer les droits et fonction économique est de produire de la valeur. Ces buts

devoirs de ces trois groupes. communs lient et engagent tous les groupes participant à

La doctrine, le Tribunal fédéral et le législateur cnt, il est l'entreprise, soit les bailleurs de fonds, les employés et la

vrai, constamment cherché à adapter le droit dans le sens direction.

d'une définition institutionnelle de l'entreprise. C'est ainsi Malgré ces tâches communes, l'entreprise représente une

que le statut de la direction et du conseil d'administration pluralité d'intérêts. Les intérêts spécifiques de fournisseurs

de l'entreprise a été renforcé par rapport à la société pro- de capitaux sont le gain maximum et la sûreté de l'investis-

priétaire, notamment par le droit à la formation et à la disso- sement. Les employés cherchent surtout des emplois satis-

lution de réserves latentes; par le droit de vote des ban- faisants et sûrs des revenus croissants, et des avantages

ques relatif aux actions en dépôt, qui se manifeste le plus sociaux aussi étendus que possible. Quant à la direction,

souvent en faveur de l'administration; par l'obligation impo- elle se soucie principalement de l'exécution des tâches

sée au conseil d'administration d'agir dans l'intérêt de la socio-économiques de l'entreprise, tout en tenant compte

société propriétaire, intérêt que la doctrine tend à identifier dans la mesure du possible des intérêts particuliers et

à celui de l'entreprise. divergents des bailleurs de fonds et du personnel.

Par ailleurs, le législateur s'est efforcé de protéger les tra- Dans le droit de l'entreprise actuel, les instruments permet-

vailleurs, notamment en imposant aux sociétés anonymes tant d'assurer l'exécution des diverses tâches et de satis-

l'obligation en droit public de protéger les salariés, en géné- faire les intérêts divergents sont de valeur inégale. Ainsi, le

ralisant la sécurité sociale, en élaborant un droit des statut juridique de la direction n'est pas assez autonome

contrats de travail plus conforme aux impératifs sociaux, pour lui permettre de jouer pleinement son rôle de garant

enfin en développant la juridiction du travail et la législation des objectifs de l'entreprise. Le conseil d'administration

sur les conventions collectives. Ces dernières ont particu- demeure un organe de la société de capitaux, seule cette

lièrement contribué à améliorer la situation et le statut des société ayant ses propres organes, à la différence de

travailleurs. Elles ont même abouti à la notion de droit à la l'entreprise proprement dite. La direction tient sa légitimité

participation au niveau de l'exploitation. - notamment pour sauvegarde des intérêts des pour-

Toutes ces mesures ont tendu à développer l'autonomie de voyeurs de capitaux - de la société propriétaire. Elle ne dis-

l'entreprise et à rapprocher dans une certaine mesure les pose cependant d'aucune légitimation de la part du person-

notions juridiques de la réalité actuelle. Cependant la nel, ni pour la conduite de l'entreprise, ni pour la défense

conception fondamentale du droit ne s'est pas modifiée de des intérêts des employés.

manière décisive, puisque, comme nous l'avons déjà men- Mon initiative vise donc à définir l'entreprise - surtout la

tionné plus haut, ce sont les propriétaires d'entreprise qui grande - de façon autonome en droit, et de la doter

continuent à faire l'objet de la législation. Ce sont eux éga- d'organes propres. Elle vise aussi à délimiter avec précision

lement qui donnent à la direction de l'entreprise sa légiti- les droits et obligations des bailleurs de fonds, des

mité et c'est devant eux que cette direction doit répondre employés et de la direction, et à permettre au personnel de

de sa gestion. constituer ses propres organes, tout comme le fait la

Le personnel est tenu à l'écart. Il n'a pas le statut de parte- société de capitaux. Le personnel serait ainsi intégré à

naire. Le droit de la direction à donner des ordres au per- l'entreprise en tant que partenaire de plein droit, la direction

sonnel reste très discutable, tant au point de vue juridique serait désignée à égalité de droits par les actionnaires et les

que moral. Surtout, le droit de régir ou de représenter les employés, tiendrait sa légitimité des deux groupes de per-

intérêts des employés ne peut être fondé ni sur l'acte sonnes, et devrait répondre de son activité devant ces deux

constitutif de la société propriétaire, ni sur le contrat de tra- groupes. De cette manière, la direction ne serait plus seule-

vail. ment un organe du capital, mais bien de l'entreprise, ce qui

Cet égart entre le régime juridique et la réalité de l'entre- lui conférerait un statut autonome.

prise tend à se manifester de manière de plus en plus Outre les relations internes, il convient de mieux régir les

criante. Nombre de pays européens s'efforcent depuis plus relations extérieures de l'entreprise. Il s'agit avant tout des

d'une décennie de mettre sur pied un ordre juridique plus rapports avec les tiers directement intéressés tels que

conforme à l'entreprise actuelle. L'état d'avancement de commune, région, fournisseurs, acheteurs, bailleurs de cré-

ces efforts variant fortement d'un pays à l'autre, les dit. Il convient dans ce domaine d'établir surtout le droit

organes de Communautés européenes cherchent à harmo- d'être entendu ou consulté comme le prévoit le projet

niser progressivement les différentes législations relatives à d'article constitutionnel.

l'entreprise. Notre pays a parfois joué un rôle d'avant-garde dans l'éla-

L'initiative syndicale pour la participation a mis les choses boration du droit. Il aurait aujourd'hui l'occasion de le faire à

en branle dans notre pays également. Le résultat du scru- nouveau en créant un droit de l'entreprise. Les rapports

tin, bien que négatif, n'a pas arrêté le mouvement. La Com- entre partenaires sociaux dans les entreprises et hors de

mission d'experts chargée de préparer la révision totale de celles-ci dans notre pays offrent à cet égard des conditions

la Constitution fédérale a repris l'affaire en main et prévu un privilégiées en comparaison avec la plupart des pays euro-

article visant à légiférer sur le régime de l'entrepr se. Enfin péens. Il convient de ne pas laisser passer cette chance. La

de nombreux textes ont été publiés à ce sujet. paix sociale ne sera préservée que si le principe de l'égalité

La revendication par les travailleurs du droit à la participa- des droits entre partenaires sociaux est appliqué également

tion ne cessera que lorsqu'une solution satisfaisante aura au sein de l'entreprise.

été trouvée. Cette revendication n'est toutefois qu'un des

nombreux problèmes que pose la réglementation de Erwägungen der Kommission

l'entreprise. Satisfaire isolément à cette aspiration sans

1. Die Kommission nahm Kenntnis davon, dass sich die In-

analyser globalement la question du régime de l'entreprise,

itiative weitgehend an Artikel 29 des Vorentwurfs für eine

risque de conduire à des solutions inadéquates.

total revidierte Bundesverfassung orientiert. Diese Bestim-

Mon initiative vise par conséquent à aborder de façon glo-

mung lautet wie folgt:

bale les problèmes du droit des entreprises et par là même

à résoudre adéquatement la question de la participation 1. Die Gesetzgebung über Unternehmen regelt:

des employés, autrement dit de leur intégration juridique à a. die Rechte der Kapitalgeber;

3. März 1983 219 Parlamentarische Initiative

b. die Zuständigkeit der Leitungsorgane; Unternehmensrecht noch wissenschaftlich vertieft werden

c. die Mitbestimmung der im Unternehmen Tätigen an den muss, ist jedoch überzeugt davon, dass die Grundsätze auf

Unternehmensentscheidungen ; Verfassungsstufe bereits heute festgelegt werden können,

wenn man ohne Verzug an das Problem herangehen will.

d. die Rechtsstellung der von Unternehmensentscheidun-

gen direkt betroffenen Dritten. 5. Die Kommission lehnte es vorerst mit 10 zu 3 Stimmen

ab, dem Büro zu beantragen, die Initiative der Mitbestim-

2. Der Staat sorgt dafür, dass die im Unternehmen Tätigen mungskommission zu überweisen. Diese könnte sich mit

nach Möglichkeit wirtschaftlich gesichert sind und sich am der Initiative ohnehin erst in vier bis fünf Jahren befassen,

Arbeitsplatz persönlich entfalten können. da sie sich vorerst auf ein Gesetz über die betriebliche Mit-

Die Kommissionsmehrheit erachtet es als inopportun, die bestimmung beschränkt.

Totalrevision etappenweise in Angriff zu nehmen, bevor der Hierauf beschloss die Kommission mit 9 zu 6 Stimmen, dem

Bundesrat seine diesbezügliche Botschaft vorgelegt hat. Rat zu beantragen, der Initiative sei keine Folge zu geben.

Der Zwischenbericht über die Richtlinien der Regierungs-

politik in der Legislaturperiode 1979 bis 1983 hält dazu fest, Anträge

dass zurzeit die Vernehmlassungsergebnisse sorgfältig Die Kommissionsmehrheit beantragt, der Initiative Jelmini

ausgewertet werden. Neue Lösungsvarianten würden poli- keine Folge zu geben und sie abzuschreiben.

tisch gewichtet und aufeinander abgestimmt. Bis 1982

Propositions

könne ein kohärenter Entwurf erarbeitet werden, der den

Kritiken Rechnung trage und einen möglichst breit abge- La majorité de la commission propose de ne pas donner

stützten Konsens ermögliche (BBI. 1981 III 678 f.). suite à l'initiative Jelmini et de la classer.

Angesichts des Ungewissen Schicksals der Totalrevision

möchte die Kommissionsminderheit nicht darauf verzichten, Jelmini: Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Men-

das Problem Unternehmensrecht separat zu behandeln. schen das geschichtlich Gewordene in Frage stellen. Das

betrifft auch und vielleicht im besonderen den Bereich der

2. Obschon die Initiative inhaltlich über die Mitbestim-

Wirtschaft und der Technik. Sie legen vermehrt ethische

mungsfrage hinausgeht (Rechtsstellung der von Unterneh-

Massstäbe an, und Sie stellen dabei fest, dass vieles frag-

mensentscheiden direkt betroffenen Dritten), bilden die

würdig ist und nicht im Einklang steht mit der Menschen-

Rechte der Arbeitnehmer für den Initianten einen wichtigen

würde.

Regelungstatbestand. Die Kommission hat deshalb vorerst

Zum fragwürdig Gewordenen gehört unter anderem die

erwogen, dem Büro zu beantragen, die Initiative der natio-

Arbeit, wie sie heute vielerorts gestaltet ist. Dazu gehört

nalrätlichen Mitbestimmungskommission zur weiteren

auch das Unternehmen, die vielleicht einflussreichste Insti-

Behandlung zu überweisen. Auf eine solche Lösung wurde

tution unserer heutigen Gesellschaft. Es gerät immer mehr

schliesslich verzichtet, unter anderem deshalb, weil sich die

unter Beschuss von innen und von aussen, und zwar um so

Mitbestimmungskommission vorerst der betrieblichen

mehr, je grösser es ist. Es wäre gefährlich, diese Infrage-

Ebene zuwenden will. Diese Kommission war nämlich am

stellung zu minimalisieren, und zwar gerade deswegen, weil

19. November 1980 mehrheitlich zur Auffassung gelangt,

das Unternehmen die einflussreichste Institution ist. Ich

die Mitbestimmung auf Unternehmensebene - und damit

glaube, dass wir uns die Auseinandersetzung um das

das Bedürfnis nach einer neuen Verfassungsbestimmung -

Unternehmen nicht leicht und billig machen sollten. Wir dür-

sei nach wie vor umstritten. Bei den Befürwortern einer sol-

fen nicht einfach einen technokratischen Standpunkt ein-

chen Regelung habe sich keiner der zur Debatte stehenden

nehmen und lediglich feststellen, dass die gegebene recht-

Vorschläge durchzusetzen vermocht. Die Kommission

liche Organisation so elastisch sei, dass sie bis heute ein

beantragte deshalb dem Nationalrat in einem Zwischenbe-

gutes Funktionieren gesichert habe. Wir haben uns zu fra-

richt, die Vorstösse auf Verfassungsstufe (parlamentarische

gen, wie eine Unternehmung aussehen soll, die als Gemein-

Initiativen Egli und Morel sowie Gegenentwurf der Kommis-

schaft, als Verbund von Personen gesehen wird. Wir haben

sion vom 3. Mai 1978) vorerst zurückzustellen und sich der

uns insbesondere zu fragen, wie die Subjektstellung des

betrieblichen Mitbestimmung zuzuwenden. Der Rat hat die-

Arbeitnehmers im Unternehmen verwirklicht werden kann.

ses Vorgehen am 9. März 1981 mit 101 zu 46 Stimmen gebil-

Der Entwurf für eine neue Bundesverfassung bringt die

ligt («Amtliches Bulletin» N 1981 127).

Frage eines Unternehmerrechts aufs Tapet. Wer die beiden

Im Auftrag der Kommission des Nationalrates wird eine vom

Vorschläge vergleicht - Entwurf der Bundesverfassung und

Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement zu Beginn

meine Initiative -, wird feststellen, dass sich meine Initiative

des Jahres 1982 eingesetzte Expertenkommission den Vor-

am Verfassungsentwurf orientiert hat. Sie ist allerdings ein-

entwurf zu einem Bundesgesetz über die Mitbestimmung

facher und weniger problemgeladen formuliert. So stellt

im betrieblichen Bereich ausarbeiten.

sich uns denn die Frage, ob wir diese heikle Problematik

3. Gestützt auf Artikel 64 der Verfassung ist der Bund vorziehen oder die Auseinandersetzung darüber im Rah-

schon heute befugt, über die Rechte der Kapitalgeber zu men der Verfassungsdiskussion führen wollen. Ich war und

legiferieren. Der Bundesrat beabsichtigt, den eidgenössi- bleibe der Meinung, dass wir - wo möglich - die schwieri-

schen Räten noch in dieser Legislaturperiode eine Vorlage gen Fragen vorziehen und mit etwas mehr Müsse behan-

zur Teilrevision des Aktienrechtes zu unterbreiten (vgl. den deln sollten. Wir entlasten damit die ohnehin schwierige

Zwischenbericht über die Regierungspolitik in der Legisla- Auseinandersetzung um eine neue Verfassung.

turperiode 1979/1983, BBI. 1981 III 684). In den Diskussionen im Schosse der Kommission hat man

4. Das Vorwort zu einer Sammlung von Aufsätzen über das unter anderem behauptet, dass wichtige Voraussetzungen

Unternehmen beginnt mit dem Satz: «Die Kategorie des für die Schaffung eines zeitgemässen Unternehmensrech-

Unternehmensrechts hat im Bau des Rechtssystems noch tes noch fehlten oder ungenügend vorhanden seien. Insbe-

keine Heimat. Unternehmensrecht ist ein Suchvorhaben.» sondere seien weitherum noch zu wenig klare Vorstellun-

(vgl. «Wirtschaft und Recht», Heft 1/2 1980, Sonderheft gen darüber vorhanden, wie ein solches Unternehmens-

«Unternehmensrecht»). In der Kommission wurde deshalb recht aussehen soll. Ich gebe zu, dass die Wissenschaft in

die Auffassung vertreten, das vom Initianten verfolgte Anlie- diesem Bereich noch einiges leisten kann und soll. Ich

gen müsse noch gründlicher studiert werden, bevor neues akzeptiere deswegen im formellen Sinn den Entscheid der

Verfassungsrecht geschaffen werden könne. Regeln über Kommission und behalte mir vor, die Ausarbeitung der not-

die Mitbestimmung der Arbeitnehmer und der von den wendigen Entscheidungsgrundlagen auf anderen Wegen

Unternehmen direkt betroffenen Dritten können nicht ein- vorzuschlagen.

fach in das Gesellschaftsrecht integriert werden. Die Wis-

senschaft ist deshalb aufgerufen, für alle die Unternehmen Leuenberger: Wir bedauern den Rückzug von Herrn Jel-

betreffenden Fragen tragfähige Modelle auszuarbeiten. mini, müssen ihm aber gleichzeitig recht geben: Bei der

Die Kommissionsminderheit teilt die Auffassung, dass das heutigen Einstellung des Parlamentes zur Gesetzgebungs-

Initiative parlementaire 220 N 3 mars 1983

arbeit hätte seine Initiative kaum Chance gehabt, zum #ST# 80.223

gegenwärtigen Zeitpunkt diskutiert und beraten zu werden.

Die Kommission hat denn im grossen und ganzen nur dar-

Parlamentarische Initiative

über beraten, welcher anderen Kommission sie die Initiative Strassenverkehrsgesetz. Wohnquartiere

zuschieben könnte. Man hat nur die Mitbestimmungsfrage, (Bratschi)

die zwar in der Initiative auch angetönt ist, gesehen. Aber Initiative parlementaire

diese Initiative ist von sehr viel grundsätzlicherer Bedeu- Loi sur la circulation routière.

tung: Sie will die gesellschaftliche und die politische Bedeu- Quartiers d'habitation (Bratschi)

tung der Unternehmung in ihrer Umgebung berücksichti-

gen. Es geht insbesondere um die Stellung der betroffenen

Bericht und Gesetzentwurf vom 27. Mai 1982 (BBI II, 871)

Dritten; das sind Regionen und Gemeinden, das können

Stellungnahme des Bundesrates vom 26. Januar 1983 (BBI l 801)

aber auch die Lieferanten, die Käufer oder die Kreditgeber

einer Unternehmung sein. Das alles regeln wir ja heute Rapport et projet de loi du 27 mai 1982 (FF II, 895)

nicht grundsätzlich, sondern anhand von einzelnen Vorla- Avis du Conseil fédéral du 26 janvier 1983 (FF I 776)

gen, die uns von der Verwaltung vorbereitet werden. Es

wäre auch um Strukturprobleme gegangen: um die Kapital-

geber, die Unternehmensleitung und die Arbeitnehmer, eine

Unterscheidung, die wir heute im Gesetz in dieser Form

auch nicht machen. Antrag der Kommission

Wir alle wissen und diskutieren immer wieder darüber, dass Eintreten

dies ein unbewältigtes Problem ist, aber wir haben nicht

den Mut, diese Problematik nun endlich auch anzugehen. Antrag de Capitani

Letztlich hätte diese Inititiative die Identifikation des Arbeit- Rückweisung an die Kommission

nehmers nicht nur mit seinem Betrieb, sondern mit seiner

Proposition de la commission

Arbeit überhaupt behandeln sollen.

Mit all diesen grundsätzlichen Fragen will sich unser Parla- Entrer en matière

ment gar nicht befassen. Und was hat das zur Folge? Wir Proposition de Capitani

werden von Ereignissen - d. h. von unternehmerischen Ent-

scheiden, die dann sehr grosse Auswirkungen auf unsere Renvoi du projet à la commission

tägliche Politik haben - überrollt, ohne dass wir darauf

einen Einfluss nehmen wollen oder können. Ich denke etwa Wortlaut der Initiative vom 12. März 1980

an Betriebsschliessungen, die bei der Muttergesellschaft im Das Bundesgesetz über den Strassenverkehr (SVG) vom

Ausland entschieden wurden. Mit den Folgen dürfen wir 19. Dezember 1958 wird im Artikel 3 durch Anfügen eines

uns dann auseinandersetzen, ohne zu den Ursachen Stel- Absatzes 7 wie folgt ergänzt:

lung nehmen zu können. Die Kantone und Gemeinden können zur Entlastung von

Dieses Parlament gibt so die Zügel aus der Hand. Es über- Wohnquartieren den Durchgangsverkehr beschränken und

lässt die wichtigen Entscheide in diesem Land nicht mehr besondere Parkierungsregelungen einführen, die den

der Legislative, sondern anderen Kräften. Wir kapitulieren Anwohnern eine bevorzugte Stellung einräumen.

so vor innovativer Tätigkeit. Ich meine, wenn einmal ein

Gesetz kommt, das etwas Neues, Zukunftsträchtiges Texte de l'initiative du 12 mars 1980

bringt, dann ist es nicht aus diesem Parlament, sondern La loi du 19 décembre 1958 sur la circulation routière est

dann kommt es aus der Verwaltung, und wir sind besten- complétée par l'adjonction à l'article 3 d'un 71'alinéa ayant

falls der Verzögerungsfaktor in dieser Verwaltungsarbeit, la teneur suivante:

indem wir noch über einzelne Paragraphen diskutieren. Wir

Les cantons et les communes peuvent restreindre le trafic

beschränken uns in kurzatmiger Tagesarbeit auf Redak-

des véhicules dans les quartiers résidentiels afin d'y dimi-

tionsdiskussionen und verneinen so letztlich den Auftrag,

nuer les nuisances et adopter des réglementations spécia-

den uns das Volk und die Verfassung als Parlament gege-

ben haben. les de parcage, qui accordent un traitement privilégié aux

Unter diesem Aspekt bedauern wir, das Kollege Jelmini habitants de ces quartiers.

seine Initiative zurückziehen musste. Präsident: Es wird folgendes Verfahren durchgeführt. Nach

den Erklärungen des Kommissionspräsidenten und des

Bundesrates wird Herr de Capitani seinen Rückweisungs-

Kaufmann: Ich möchte jetzt einiges klarstellen. Wir haben antrag begründen, und Herr Bratschi wird als Antragsteller

uns in der Kommission Mühe gegeben. Wir haben nicht zur Einzelinitiative sprechen. Anschliessend wird die allge-

kapituliert in dem Sinne, wie Sie jetzt soeben gehört haben. meine Aussprache durchgeführt (Fraktionssprecher 15 Mi-

Wir sind mit Herrn Jelmini zur Auffassung gelangt, dass nuten, Einzelsprecher 5 Minuten).

nicht auf dem Weg der parlamentarischen Initiative eine

Lösung gesucht werden kann, und dass wir wissenschaft- Räz, Berichterstatter: Das Problem, das der vorliegenden

lich nichts Konkretes aufzuzeigen vermögen. Auch im Aus- Initiative zugrunde liegt, ist folgendes: Ein grosser Teil

land hat die Wissenschaft den neuen Gedanken noch nicht unserer Städte und Dörfer wurde gebaut, als es keine oder

konkretisieren können. nur sehr wenige Autos gab. 1950 gab es in der Schweiz nur

Wir haben in der Kommission die Meinung vertreten, dass 188 000 Motorfahrzeuge, heute sind es rund 3 Millionen.

es besser sei, wenn Herr Jelmini mit einem Postulat ver- Als damals Häuser gebaut wurden, wurden keine oder nur

sucht, die wissenschaftlichen Grundlagen zusammenzu- wenige Parkplätze erstellt. In den Wohnquartieren hat sich

bringen, damit wir nachher vernünftig über dieses Anliegen in den letzten Jahren ein schwerwiegendes Wohn-, Park-

diskutieren können. So ist dies mit dem Initianten auch ver- platz- und Umweltproblem ergeben, das nicht nur den ein-

einbart. Ich möchte noch einmal betonen, dass es keine zelnen Fahrzeughalter betrifft; besonders in den Wohnquar-

Kapitulation des Parlamentes ist. Wir stehen jetzt vor der tieren, die an die eigentliche Innenstadt anschliessen, ist

Situation, dass Herr Jelmini die Initiative formell zurückzieht. das Problem sehr gross. Die vorhandenen Parkplätze rei-

Ich verstehe nicht, warum die heutigen Interventionen noch chen nicht aus, um die Bedürfnisse der Pendler, die im

notwendig waren. Stadtzentrum arbeiten, aber im Wohnquartier parkieren, der

Pendler, die ihren Arbeitsplatz im Wohnquartier haben,

Präsident: Das Wort wird nicht mehr verlangt. Die Kommis- sowie der Quartierbewohner selbst zu befriedigen. Ein typi-

sion beantragt Ihnen, die Initiative Jelmini abzuschreiben. sches Beispiel dafür ist in Bern das Länggassquartier. Es

Ein anderer Antrag wird nicht gestellt. So beschlossen. parkieren dort Leute, die in der Innenstadt arbeiten, Leute,

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Parlamentarische Initiative. Bundesverfassung. Unternehmensrecht (Jelmini)

Initiative parlementaire. Constitution fédérale. Droit de l'entreprise (Jelmini)

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1983

Année

Anno

Band II

Volume

Volume

Session Frühjahrssession

Session Session de printemps

Sessione Sessione primaverile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 04

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 80.226

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 03.03.1983 - 08:00

Date

Data

Seite 217-220

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Ref. No 20 011 262

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