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94.95.02 • REB UR 94.95.02 KI-generiert

Second Application for Free Legal Aid Based on Changed Circumstances

Geschäftsnummer 94.95.02
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Uri (CH-UR)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The court addressed whether a second application for free legal aid in the same principal proceeding can be filed with the same instance after an initial rejection, determining that general procedural principles apply when specific statutory provisions are lacking. The court reasoned that the administrative review provision allowing reconsideration based on a substantial change in circumstances since the initial decision should be analogously applied; thus, the lower court was obligated to carefully examine if materially altered financial circumstances, such as a change in residence or new support obligations, justified a different legal assessment regarding the granting of free legal aid.

Legislator-Regeste

Amtlich

Art. 121 ff. ZPO, Art. 26 Abs. 2 Bst. c VRPV. | Art. 121 ff. ZPO, Art. 26 Abs. 2 Bst. c VRPV. Entscheid über die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Pflicht zur Wiedererwägung.

Schlagwörter

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veränderte finanzielle Verhältnisse unentgeltliche Rechtspflege verwaltungsrechtliche Wiedererwägung Neuanmeldung Neuanmeldung für Invalidenleistungen Nachkonkurs

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 110 V 141
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 26 Abs. 2 Bst. c VRPV

This provision regarding a significant change in circumstances was analogously applied as a basis for the reconsideration of the application for legal aid.

Art. 121 ff. ZPO

These provisions govern the overall procedure to which the decision regarding free legal aid belongs.

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Volltext

94/95 2 Art. 121 ff. ZPO, Art. 26 Abs. 2 Bst. c VRPV. Entscheid über die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Pflicht zur Wiedererwägung. Obergericht, 24. April 1996, OG-Z-7/96

Aus den Erwägungen:

2. Zu prüfen ist vorweg die Frage, ob nach einer ersten Abweisung eines Gesuches um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, für das gleiche Hauptverfahren, bei geänderten Verhältnissen, bei der gleichen Instanz ein zweites Gesuch gestellt werden kann und nach welchen Verfahrensgrundsätzen die Beurteilung dieses Gesuches zu erfolgen hat.

Der Entscheid über die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege erfolgt je nach kantonalem Verfahrensrecht entweder durch das urteilende Gericht oder durch eine Verwaltungsbehörde (vgl. Max Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Zürich 1979, S. 410 Fn 306; Oscar Vogel, Grundriss des Zivilprozessrechts, Bern 1995, S. 285). Da die urnerische ZPO keine ausdrückliche Bestimmung kennt, sind allgemeine prozessuale Grundsätze wie zum Beispiel in Art. 92 ZPO oder Art. 26 Verordnung über die Verwaltungsrechtspflege (VRPV, RB 2.2345) anzuwenden.

Die Beweiserhebung erfolgt von Amtes wegen (vgl. Art. 14 Abs. 2 lit. d i.V.m. Art. 124 Abs. 1 in fine und 230 ZPO). Insbesondere der Wiedererwägungsgrund nach Art. 26 Abs. 2 lit. c VRPV, die wesentliche Änderung der Umstände seit der ersten Verfügung, ist analog heranzuziehen (vgl. auch Justizkommission des Obergerichtes des Kantons Luzern in LGVE 1987 I Nr. 37). Die Vorinstanz wäre somit verpflichtet gewesen, mit der erforderlichen Sorgfalt zu prüfen, ob geänderte Verhältnisse vorliegen. Wesentlich ist die Aenderung der Umstände, wenn sie geeignet ist, zu einer anderen rechtlichen Beurteilung zu führen (vgl. BGE 110 V 141).

Die Vorinstanz hätte insbesondere die finanzielle Lage des Rekurrenten durch die Zusammenstellung der Einkommensund Vermögensverhältnisse (vgl. E.

5) aufgrund der neu geltend gemachten geänderten Verhältnisse wie dem Wohnungswechsel und der Unterhaltsbeiträge gemäss dem Scheidungskonvenium leicht überprüfen können. Dies hat sie indessen nicht getan.