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2014.OG.V.13.57 • OG UR 2014.OG.V.13.57 KI-generiert

Procedural Bypass in Public Procurement Appeal Dismissed

Geschäftsnummer 2014.OG.V.13.57
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Uri (CH-UR)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The court declined to rule on the merits of an appeal because the appellants bypassed the statutorily mandated procedural hierarchy in public procurement cases, which requires initiating a mandatory conciliation hearing before the parity commission before an appeal can be lodged with the higher court. The court reasoned that functional jurisdiction dictates the required sequence of instances, and even if the applicability of procurement law is disputed, the relevant procedural law must be followed; once the conciliation body is invoked, the matter is considered litigious, and the "standstill" rule prevents contract conclusion, eliminating the need for the higher court to issue immediate orders.

Legislator-Regeste

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Art. 5 Abs. 1 VRPV, Art. 14 Abs. 1 IVöB, Art. 64 Abs. 1 SubV, Art. 29 m.H, Art. 54 VRPV, Art. 63 Abs. 2 SubV; Procedural Bypass in Public Procurement Appeal Dismissed: The court reasoned that functional jurisdiction dictates the required sequence of instances, and even if the applicability of procurement law is disputed, the relevant procedural law must be followed; once the conciliation body is invoked, the matter is considered litigious, and the "standstill" rule prevents contract conclusion, eliminating the need for the higher court to issue immediate orders.

Schlagwörter

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öffentliches Beschaffungswesen prozessleitende Verfügungen öffentliche Verhandlung Ausschluss vom Vergabeverfahren Verneinung der Zuständigkeit Vertragsabschluss

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 5 Abs. 1 VRPV
Although mentioned in the reasoning regarding the duty of authorities to examine jurisdiction, it is not explicitly cited in the final orders regarding dismissal/inadmissibility.
Art. 14 Abs. 1 IVöB
This provision is cited in conjunction with the 'Standstill' rule which prohibits concluding the contract once the matter is pending before the court.
Art. 64 Abs. 1 SubV
This provision regulates when an appeal can be filed with the Obergericht (Higher Court) after the conciliation procedure failed, which is relevant to the court's decision on admissibility.
Art. 29 m.H
Art. 54 VRPV
b) Gemäss Art. 54 VRPV ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Beschwerde an das Obergericht gegen eine letztinstanzliche Verfügung einer Verwaltungsbehörde (Abs.
Art. 63 Abs. 2 SubV
This provision confirms that conciliation is mandatory for the parties.
Art. 63 Abs. 3 SubV
This provision is cited to support the finding that the matter is considered pending before the court once the conciliation authority is invoked.
Art. 59 Abs. 1 SubV
This provision is cited in conjunction with the 'Standstill' rule which prohibits concluding the contract once the matter is pending before the court.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 64 Abs. 1 SubV

This provision regulates when an appeal can be filed with the Obergericht (Higher Court) after the conciliation procedure failed, which is relevant to the court's decision on admissibility.

Art. 63 Abs. 1 SubV

This provision establishes that the legal remedy path starts with mandatory conciliation before the parity commission.

Art. 63 Abs. 3 SubV

This provision is cited to support the finding that the matter is considered pending before the court once the conciliation authority is invoked.

Art. 63 Abs. 2 SubV

This provision confirms that conciliation is mandatory for the parties.

Art. 59 Abs. 1 SubV

This provision is cited in conjunction with the 'Standstill' rule which prohibits concluding the contract once the matter is pending before the court.

Art. 14 Abs. 1 IVöB

This provision is cited in conjunction with the 'Standstill' rule which prohibits concluding the contract once the matter is pending before the court.

Art. 5 Abs. 1 VRPV

Although mentioned in the reasoning regarding the duty of authorities to examine jurisdiction, it is not explicitly cited in the final orders regarding dismissal/inadmissibility.

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Volltext

Öffentliches Beschaffungswesen. Art. 5 Abs. 1 VRPV. Art. 14 Abs. 1 IVöB. Art.

59 Abs. 1, Art. 63 Abs. 1 - 3 und Art. 64 Abs. 1 SubV. Funktionelle Zuständigkeit. "Standstill". Aus der funktionellen Zuständigkeit ergibt sich der Instanzenzug. Im öffentlichen Beschaffungswesen beginnt der Rechtsmittelweg mit der Schlichtung vor der paritätischen Kommission im öffentlichen Beschaffungswesen. Die Schlichtung ist für die Parteien zwingend. Kommt im Schlichtungsverfahren keine Einigung zustande, kann das Obergericht angerufen werden. Sobald die Schlichtungsbehörde angerufen wurde, gilt das Geschäft indessen als gerichtlich rechtshängig. In diesem Fall verbietet es der "standstill", den Vertrag abzuschliessen.

Obergericht, 4. Juli 2014, OG V 13 57

Aus den Erwägungen:

1. Bevor die Beschwerdesache in materieller Hinsicht geprüft werden kann, muss festgestellt sein, dass sämtliche Sachentscheidungsvoraussetzungen vorliegen. Andernfalls ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

a) Die Behörden prüfen ihre Zuständigkeit von Amtes wegen (Art. 5 Abs. 1 VRPV). Mit der Zuständigkeitsordnung legt die Gesetzgebung fest, welche Behörde sich mit einer bestimmten Verwaltungsoder Verwaltungsjustizangelegenheit zu befassen hat. Die gesetzliche Zuständigkeitsordnung hat zwingenden Charakter (Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 2011, S. 14). Eine Bejahung der Zuständigkeit setzt voraus, dass diese kumulativ in örtlicher, sachlicher und funktioneller Hinsicht gegeben ist. Fehlt es an der Zuständigkeit kann die angerufene Instanz auf die Streitsache nicht eintreten (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl., St. Gallen 2003, Rz.

469 f.). Die funktionelle Zuständigkeitsordnung bezeichnet die Stufenfolge der aufeinander folgenden Instanzen innerhalb der Justizhierarchie, die zur Behandlung derselben Streitsache verpflichtet und befugt sind. Aus der funktionellen Zuständigkeit ergibt sich der Instanzenzug, die zeitliche Abfolge mehrerer Instanzen, die bei Weiterzug einer Streitsache im ordentlichen Rechtsmittelverfahren einzuhalten ist (Markus Boog, in Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., N. 10 zu Art. 29 m.H.).

b) Gemäss Art. 54 VRPV ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Beschwerde an das Obergericht gegen eine letztinstanzliche Verfügung einer Verwaltungsbehörde (Abs. 1). Sie ist zulässig gegen Verfügungen des Regierungsrates, soweit die Gesetzgebung den Weiterzug nicht ausschliesst oder anders regelt (Abs. 2 lit. a) und Verfügungen anderer Behörden, soweit die Gesetzgebung den Weiterzug an das Obergericht ausdrücklich vorsieht (Abs. 2 lit. b). Gemäss Art. 60 lit. a Submissionsverordnung des Kantons Uri (SubV, RB 3.3112) gilt insbesondere der Zuschlag des Auftrages als selbstständig anfechtbare Verfügung (vgl. Art. 15 Abs. 1bis lit. e Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen [IVöB, RB 3.3111]). Der Rechtsmittelweg beginnt mit der Schlichtung vor der paritätischen Kommission im öffentlichen Beschaffungswesen (Art. 63 Abs. 1 und Abs. 3 SubV). Die Schlichtung ist für die Parteien zwingend (Art. 63 Abs. 2 SubV). Kommt im Schlichtungsverfahren keine Einigung zustande, kann die beanstandete Verfügung innert zehn Tagen seit der Zustellung des Schlichtungsprotokolls mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Obergericht angefochten werden (Art. 64 Abs. 1 SubV).

c) Indem die Beschwerdeführerinnen das Obergericht unmittelbar anrufen, übergehen sie den vom Gesetz festgelegten Instanzenzug. Die Beschwerdeführerinnen begründen dieses Vorgehen mit Unsicherheiten, die durch die Weigerung, von einem vergaberechtlichen Tatbestand auszugehen, entstanden seien. Insbesondere seien obrigkeitliche Anordnungen in Bezug auf die aufschiebende Wirkung oder vorsorgliche Massnahmen angezeigt, wozu die Schlichtungsstelle jedoch nicht befugt sei. Dem kann nicht gefolgt werden. Auch wenn die Anwendung von Vergaberecht strittig ist, so muss trotzdem das einschlägige Verfahrensrecht eingehalten werden. Sobald die Schlichtungsbehörde angerufen wurde, gilt das Geschäft als gerichtlich rechtshängig (Art. 63 Abs. 3 SubV). In diesem Fall verbietet es der ʺStandstillʺ gemäss Art. 59 Abs. 1 SubV und Art. 14 Abs. 1 IVöB, den Vertrag abzuschliessen (Galli/Moser/Lang/Steiner, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 1331; Robert Wolf, in Häner/Waldmann [Hrsg.], Brennpunkte im Verwaltungsprozess, Zürich 2013, S. 175 f.; Martin Beyeler, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, Zürich 2012, Rz. 2460). Vor diesem Hintergrund ergibt sich auch hier aus dem Gebot von Treu und Glauben, dass mit dem Vertragsschluss zugewartet werden muss. Dafür braucht aber das Obergericht keine Anordnungen zu treffen. Eine Weiterleitung ist ebenfalls nicht notwendig (Art. 5 Abs. 2 VRPV)

Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.