Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
00.01.14 • REB UR 00.01.14 KI-generiert

Waiver of Right to Public Hearing in Written Cantonal Proceedings

Geschäftsnummer 00.01.14
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Uri (CH-UR)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The court held that for a public hearing under Article 6(1) ECHR to be required, especially in proceedings customarily conducted solely in writing according to cantonal practice, the party seeking such a hearing must make a clear and unequivocal request, the absence of which constitutes a waiver. The specific request for an instruction hearing or personal interview, based on cantonal procedural law, does not automatically imply a desire for a public final hearing with press and public attendance, and cantonal law provisions do not inherently grant a right to an oral hearing that would override the customary written procedure while satisfying the guarantee of a public hearing under the ECHR.

Legislator-Regeste

Amtlich

Verfahrensrecht des Bundes. Kantonales Verfahrensrecht. Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Art. 108 Abs. 1 lit. e UVG. Art. 51 Abs. 4, Art. 64 i.V.m. Art. 51 Abs. 4 VRPV. | Verfahrensrecht des Bundes. Kantonales Verfahrensrecht. Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Art. 108 Abs. 1 lit. e UVG. Art. 51 Abs. 4, Art. 64 i.V.m. Art. 51 Abs. 4 VRPV. Eine öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK setzt einen klaren und unmissverständlichen Parteiantrag voraus, dies insbesondere in Verfahren, die nach der kantonalen Praxis üblicherweise ausschliesslich in Schriftform durchgeführt werden.

Schlagwörter

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Verzicht auf mündliche Verhandlung öffentliche Verhandlung Verfahrensrechte Presserecht Versammlungsfreiheit Gewohnheitsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 6 Ziff. 1 EMRK
e UVG die Parteien "in der Regel" zur Verhandlung vorgeladen werden, diese Bestimmung so auszulegen ist, dass sie der durch Art. 6 Ziff. 1 EMRK gewährleisteten Garantie einer öffentlichen Verhandlung genügt (BGE 122 V 51 E.
Art. 108 Abs. 1 lit. e UVG
Art. 108 Abs. 1 lit. e UVG.
Art. 64 i.V.m
Art. 51 Abs. 4 VRPV
- in casu der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 51 Abs. 4 VRPV und somit eine Instruktionsverhandlung (zur öffentlichen mündlichen Schlussverhandlung: Art.
Art. 61 VRPV

Zitierte Rechtsprechung

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BGE 122 V 55
61 VRPV) und damit lediglich eine persönliche Anhörung oder Befragung verlangt, aufgrund dessen noch nicht auf den Wunsch auf eine konventionskonforme Verhandlung mit Publikumsund Presseanwesenheit zu schliessen ist (BGE 122 V 55 E.
BGE 122 V 51
1 EMRK gewährleisteten Garantie einer öffentlichen Verhandlung genügt (BGE 122 V 51 E.
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Volltext

00/01 14 Verfahrensrecht des Bundes. Kantonales Verfahrensrecht. Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Art. 108 Abs. 1 lit. e UVG. Art. 51 Abs. 4, Art. 64 i.V.m. Art. 51 Abs. 4 VRPV. Eine öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK setzt einen klaren und unmissverständlichen Parteiantrag voraus, dies insbesondere in Verfahren, die nach der kantonalen Praxis üblicherweise ausschliesslich in Schriftform durchgeführt werden. Obergericht, 18. September 2001, OG V 98 85

Aus den Erwägungen:

in Erwägung, dass ...

- das Obergericht, soweit es den Sachverhalt als genügend erstellt erachtet, Streitigkeiten im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren praxisgemäss im rein schriftlichen Verfahren erledigt;

- eine öffentliche Verhandlung i.S. von Art. 6 Ziff. 1 EMRK einen klaren und unmissverständlichen Parteiantrag voraussetzt, dies insbesondere in Verfahren, die nach der Praxis des betroffenen Kantons üblicherweise ausschliesslich in Schriftform durchgeführt werden, sich hier die Partei, die eine öffentliche Verhandlung wünscht, der Notwendigkeit eines entsprechenden Antrages bewusst sein muss, weshalb dessen Fehlen als Verzicht zu werten ist (BGE 122 V 55 E. 3a; RKUV 1996 Nr. U 246 S. 163);

- in casu der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 51 Abs. 4 VRPV und somit eine Instruktionsverhandlung (zur öffentlichen mündlichen Schlussverhandlung: Art. 61 VRPV) und damit lediglich eine persönliche Anhörung oder Befragung verlangt, aufgrund dessen noch nicht auf den Wunsch auf eine konventionskonforme Verhandlung mit Publikumsund Presseanwesenheit zu schliessen ist (BGE 122 V 55 E. 3a m.H., RKUV 1996 Nr. U 246 S. 164);

- gemäss Art. 108 Abs. 1 lit. e UVG die Parteien "in der Regel" zur Verhandlung vorgeladen werden, diese Bestimmung so auszulegen ist, dass sie der durch Art. 6 Ziff. 1 EMRK gewährleisteten Garantie einer öffentlichen Verhandlung genügt (BGE 122 V 51 E. 2b m.H.), ein bundesrechtlicher Anspruch auf mündliche Anhörung durch das kantonale Versicherungsgericht damit nicht begründet wird (RKUV 1992 Nr. U 151 S. 194 f.; Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, Zürich 1995, S. 388);

- Art. 64 i.V.m. Art. 51 Abs. 4 VRPV keinen Anspruch auf eine mündliche Verhandlung einräumt (Entscheide Obergericht des Kantons Uri vom 11.06.2001, OG V 98 67, E. 3, vom 14.07.2000, OG V 00 18, E. 3, vom 26.07.1999, OG V 99 31, E. 2, vom 07.11.1997, OG V 96 74, publ. in Rechenschaftsbericht über die Rechtspflege des Kantons Uri in den Jahren 1996 und 1997, Nr. 36 S. 103 E. 4);

- auf die Durchführung einer öffentlichen mündlichen Schlussbzw. einer mündlichen Instruktionsverhandlung verzichtet wird; ...