Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
ZZ.1999.23 • OG SO ZZ.1999.23 KI-generiert

Injured Party's Right to Free Legal Aid in Criminal Proceedings

Geschäftsnummer ZZ.1999.23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Solothurn (CH-SO)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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A prior practice of denying the injured party's request for free legal aid in the criminal proceedings, despite provisions for the accused and civil claims, is overturned based on recent federal court jurisprudence, establishing that an injured party has a right, directly derived from the Federal Constitution, to free legal assistance in criminal proceedings if they meet the requirements of need, necessity for legal representation, and the absence of a clearly hopeless legal claim, which is also generally applicable in appeal proceedings.

Legislator-Regeste

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Art. 4 BV; Injured Party's Right to Free Legal Aid in Criminal Proceedings: A prior practice of denying the injured party's request for free legal aid in the criminal proceedings, despite provisions for the accused and civil claims, is overturned based on recent federal court jurisprudence, establishing that an injured party has a right, directly derived from the Federal Constitution, to free legal assistance in criminal proceedings if they meet the requirements of need, necessity for legal representation, and the absence of a clearly hopeless legal claim, which is also generally applicable in appeal proceedings.

Schlagwörter

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unentgeltliche Rechtspflege gesetzliche Vertretung Verteidigungsrechte kostenloses Verfahren erworbener Anspruch Verfassung Anspruch des Geschädigten auf unentgeltliche Rechtspflege im Strafpunkt

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 123 I 147
Analoges gilt grundsätzlich auch im Beschwerdeverfahren (BGE 123 I 147 E.
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Volltext

SOG 1999 Nr. 23

§ 9 und 16 StPO, Art.

4 BV. *Anspruch des Geschädigten auf unentgeltliche Rechtspflege im Strafpunkt (Praxisänderung).*

2.b) Die solothurnische Strafprozessordnung kennt ausschliesslich die Bestellung eines amtlichen Verteidigers für den Beschuldigten nach § 9 StPO und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für den Verletzten im Zivilpunkt nach § 16 StPO. Dies führte regelmässig zur Abweisung der Armenrechtsgesuche des Geschädigten im Strafpunkt (SOG 1994, Nr. 23). An dieser Praxis kann mit Blick auf die neueste bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht festgehalten werden. Vielmehr ist mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass bei Erfüllen der Voraussetzungen ein aus Art. 4 der Bundesverfassung unmittelbar ableitbarer Anspruch des Geschädigten auf unentgeltliche Rechtspflege im Strafverfahren besteht. Als solche anspruchsbegründende Bedingungen nennt das Bundesgericht die Bedürftigkeit des Gesuchstellers, die Notwendigkeit der unentgeltlichen Rechtspflege (insbesondere der anwaltlichen Verbeiständung) sowie dass die verfolgten Rechtsansprüche nicht aussichtslos sind. Analoges gilt grundsätzlich auch im Beschwerdeverfahren (BGE 123 I 147 E. 2b/bb).

*Obergericht Anklagekammer,

Urteil vom 4. Januar 1999*