Alimony Reduction Appeal Lacks Basis for Provisional Enforcement Order
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertIn divorce proceedings where a husband sought a reduction of alimony payments based on changed circumstances, the court addressed his request for a provisional order mandating the reduction during the appeal process, ruling that the relevant procedural code provided no basis for such a super-provisional measure at the appellate level, unlike the possibility of granting suspensive effect, which was inapplicable here because the lower court's decision had merely rejected the request, offering no actionable order to suspend. The court reasoned that super-provisional orders, like those under the relevant civil procedure statute for the first instance, require an explicit legal basis which is absent at the appellate stage for provisional enforcement of a modification request.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 145 ZGB, § 240 Abs. 3 ZPO, § 307 Abs. 2 ZPO; Alimony Reduction Appeal Lacks Basis for Provisional Enforcement Order: The court reasoned that super-provisional orders, like those under the relevant civil procedure statute for the first instance, require an explicit legal basis which is absent at the appellate stage for provisional enforcement of a modification request.
Schlagwörter
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KI-generiertCited as the rule governing superprovisional orders, which the court determined were not available at the appellate level.
Cited in reference to the possibility of granting suspensive effect, which is the only procedural tool available against the challenged decision at this stage.
Volltext
SOG 1999 Nr. 15
§ 240 Abs. 3 ZPO. *Im Nichtigkeitsbeschwerdeund Rekursverfahren gibt es - abgesehen von der Möglichkeit, die aufschiebenden Wirkung zu gewähren
- keine superprovisorischen Anordnungen.*
In einem Scheidungsverfahren verlangte der Ehemann die Reduktion des verfügten Unterhaltsbeitrages wegen veränderter Verhältnisse. Der Gerichtspräsident wies dieses Gesuch ab.
5. Der Beschwerdeführer verlangt bereits für die Dauer des Beschwerdeverfahrens die vorsorgliche Anordnung der beantragten Reduktion. Dazu bietet die solothurnische Zivilprozessordnung bei der Nichtigkeitsbeschwerde keine Handhabe. Vorgesehen ist einzig die aufschiebende Wirkung (§ 307 Abs. 2 ZPO). Diese ist jedoch nur gegen anordnende, die Rechtslage verändernde Verfügungen des Gerichtspräsidenten möglich, bei abweisenden fehlt ein Anfechtungsobjekt. Der Beklagte will eigentlich seinen Beschwerdeantrag bereits vor dem obergerichtlichen Entscheid vollstreckbar erklären lassen, entsprechend der superprovisorischen Verfügung (§ 240 Abs. 3 ZPO), die aber in der Regel auf die erste Instanz beschränkt ist (ebenso für die Zürcher ZPO Richard Frank/Hans Sträuli/Georg Messmer:
Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, Zürich 1997, N. 69 zu § 110). Ein derartiger prozessualer Rechtsbehelf existiert auf der Rechtsmittelstufe nicht. Er bedürfte - wie das Superprovisorium - einer expliziten gesetzlichen Grundlage. Nichts hindert dagegen das Obergericht, in dringenden Fällen, wo Gefahr im Verzug ist, den Rechtsmittelentscheid sofort zu treffen und die Begründung später nachzuliefern. Auf das Gesuch um vorsorgliche Aufhebung bzw. Reduktion der Alimente für die Dauer des Beschwerdeverfahrens kann daher nicht eingetreten werden.
Dagegen ist auch aus der Sicht des Bundesrechts nichts einzuwenden: Verschiedene Kantone kennen gegen Entscheide gemäss Art. 145 ZGB überhaupt kein kantonales Rechtsmittel (Walter Bühler/Karl Spühler: Die Ehescheidung, Berner Kommentar, Bern 1980, N 404 zu Art. 145 ZGB; Karl Spühler/Sylvia Frei-Maurer, Berner Kommentar, Bern 1991, ebendort). Umso eher kann auf vorsorgliche Anordnungen für die Dauer des Rechtsmittelverfahrens verzichtet werden.
*Obergericht Zivilkammer,
Urteil vom 9. Juli 1999*