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ZZ.1993.22 • OG SO ZZ.1993.22 KI-generiert

Victim's Appeal Grants Defendant Right to Cross-Appeal in Traffic Case

Geschäftsnummer ZZ.1993.22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Solothurn (CH-SO)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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Where a victim has appealed a partial acquittal of a defendant in a traffic case involving negligent grievous bodily harm and traffic violations, despite the literal text of the procedural code only explicitly permitting a defendant's cross-appeal following the prosecutor's appeal, the court held that the victim's appeal grants the defendant the right to file a cross-appeal because the victim, when exercising their right to appeal, assumes a procedural position equivalent to that of the prosecutor (unless the prosecutor handles the appeal at the higher court), and the defendant has a legitimate interest in having the entire unfavorable judgment reviewed, even concerning aspects not covered by the victim's appeal.

Legislator-Regeste

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§ 175 StPO, § 179 StPO e contrario; Victim's Appeal Grants Defendant Right to Cross-Appeal in Traffic Case: Where a victim has appealed a partial acquittal of a defendant in a traffic case involving negligent grievous bodily harm and traffic violations, despite the literal text of the procedural code only explicitly permitting a defendant's cross-appeal following the prosecutor's appeal, the court held that the victim's appeal grants the defendant the right to file a cross-appeal because the victim, when exercising their right to appeal, assumes a procedural position equivalent to that of the prosecutor (unless the prosecutor handles the appeal at the higher court), and the defendant has a legitimate interest in having the entire unfavorable judgment reviewed, even concerning aspects not covered by the victim's appeal.

Schlagwörter

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Opferrechte Verletzung der Verkehrsregeln fahrlässige Körperverletzung Verletzung von Verfahrensrechten Befragung durch Staatsanwaltschaft Anfechtbarkeit des Rückweisungsentscheids Anschlussappellation des Beschuldigten

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 175 StPO
The court interpreted this provision to allow the accused to file a cross-appeal (Anschlussappellation) even when only the injured party appealed.
§ 179 StPO e contrario
Used by analogy to support the admissibility of the cross-appeal by the accused against the appeal of the injured party.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 175 StPO

The court interpreted this provision to allow the accused to file a cross-appeal (Anschlussappellation) even when only the injured party appealed.

§ 179 StPO e contrario

Used by analogy to support the admissibility of the cross-appeal by the accused against the appeal of the injured party.

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Volltext

SOG 1993 Nr. 22

§ 175 StPO. *Auch wenn der Verletzte appelliert hat, kann der Beschuldigte die Anschlussappellation erklären.*

Die Vorinstanz hatte den Automobilisten A. vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung und der Verletzung von Verkehrsregeln freigesprochen, hingegen des Fahrens in angetrunkenem Zustand für schuldig befunden. Den am Unfall beteiligten Fussgänger F. hatte sie vom Vorwurf der Verkehrsregelverletzung freigesprochen. F. appellierte gegen das Urteil, soweit dieses den A. freisprach, worauf A. Anschlussappellation erhob. Das Obergericht bejahte die Zulässigkeit der Anschlussappellation mit folgender Begründung:

Nach dem Wortlaut von § 175 Abs. 2 StPO kann ein Beschuldigter die Anschlussappellation nur erklären, wenn der Staatsanwalt appelliert hat; eine Bestimmung, wonach sich der Beschuldigte der Appellation des Verletzten anschliessen kann, fehlt. Da jedoch dem Verletzten, der von seinem Appellationsrecht Gebrauch gemacht hat, dieselbe Stellung zukommt, wie dem Staatsanwalt, sofern dieser nicht die Anklage vor Obergericht vertritt (§

179 StPO e contrario), ist nicht einzusehen, weshalb die Strafprozessordnung dem Beschuldigten gegenüber der Appellation des Verletzten nicht gleichermassen das Recht auf Anschlussappellation einräumt wie gegenüber der Appellation des Staatsanwalts. In beiden Fällen kann nämlich der Beschuldigte daran interessiert sein, das gegen ihn ergangene Urteil umfassend überprüfen zu lassen, d.h. auch Punkte, die von der Appellation nicht umfasst sind, zumal es auch bei einer Appellation durch den Verletzten vorkommt, dass der Beschuldigte erst davon erfährt, wenn seine Rechtsmittelfrist abgelaufen ist (vgl. Hauser, Kurzlehrbuch des schweizerischen Strafprozessrechts 1984, S. 279; Kühnis, Das Rechtsmittel der Berufung in der st.-gallischen Strafrechtspflege, Diss. FR 1975, S. 69).Auf die Anschlussappellation des A. ist deshalb einzutreten.

*Obergericht Strafkammer, Urteil vom 24. November 1993*