Right to Free Legal Aid Despite Modest Income Surplus Over Subsistence Minimum
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe appellate court determined that the right to free legal aid is not automatically excluded if the applicant's income exceeds the debt enforcement minimum standard of living, provided that the excess is small. Reasoning under the relevant procedural code provision, the court held that the law only requires that an individual's income is insufficient to cover litigation costs alongside necessary living expenses, implying that a modest surplus over the subsistence minimum does not preclude eligibility. Since the applicant's net income only surpassed the subsistence minimum by a small monthly amount, forcing her and her child into unreasonable lifestyle limitations to cover legal fees, the court granted full free legal aid.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 106 Abs. 1 ZPO; Right to Free Legal Aid Despite Modest Income Surplus Over Subsistence Minimum: Reasoning under the relevant procedural code provision, the court held that the law only requires that an individual's income is insufficient to cover litigation costs alongside necessary living expenses, implying that a modest surplus over the subsistence minimum does not preclude eligibility. Since the applicant's net income only surpassed the subsistence minimum by a small monthly amount, forcing her and her child into unreasonable lifestyle limitations to cover legal fees, the court granted full free legal aid.
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KI-generiertThis provision was applied to grant the appellant full free legal aid because her income slightly exceeded the minimum subsistence level, but not enough to cover litigation costs.
Volltext
SOG 1977 Nr. 8
§ 106 Abs. 1 ZPO. *Die unentgeltliche Rechtspflege ist nicht zum vornherein ausgeschlossen, wenn das Einkommen des Gesuchstellers das betreibungsrechtliche Existenzminimum übersteigt.*
In einem Rekursentscheid, der die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege betraf, berechnete das Obergericht vorerst das betreibungsrechtliche Existenzminimum der Gesuchstellerin und stellte fest, dass das Einkommen das Existenzminimum um Fr. 150.-- überstieg. Es führte anschliessend dazu aus: $
106 Abs. 1 ZPO besagt nicht, dass der Gesuchsteller auf dem Existenzminimum sein müsse, wenn er nebst der unentgeltlichen Rechtspflege für die Gerichtskosten auch noch diejenigen für die Anwaltskosten erhalten wolle. $ 106 Abs. 1 ZPO sagt nur, wer vermögenslos sei und wessen Einkommen nicht ausreiche, neben dem notwendigen Lebensunterhalt für sich und seine Familie die Kosten der Prozessführung aufzubringen, könne die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege verlangen. Somit ist klar, dass auch ein Netto-Einkommen, welches das betreibungsrechtliche Existenzminimum etwas übersteigt, gemeint ist. Im vorliegenden Fall beträgt die Differenz zwischen Netto-Einkommen und Existenzminimum nur 150.-- Franken pro Monat. Wenn die Rekurrentin für sich und ihr Kind nicht unzumutbare Einschränkungen in der Lebenshaltung in Kauf nehmen will, kann sie die Kosten der Prozessführung, insbesondere die Vorschusszahlungen an ihren Anwalt nicht aufbringen. Ihr ist deshalb die volle unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen.
*Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 11. Mai 1977*