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ZKBER.2012.2 • OG SG ZKBER.2012.2 KI-generiert

Appeal Timeliness in Divorce Precautionary Measures Regarding Holiday Extensions

Geschäftsnummer ZKBER.2012.2
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Solothurn (CH-SO)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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In a divorce case where precautionary measures were decided, an appeal filed on January 3, 2012, against a decision served on December 22, 2011, was dismissed as untimely because the ten-day deadline expired on January 1, 2012, which was a Sunday and a recognized public holiday, thus extending the deadline to the next day, January 2, 2012; however, the court reasoned that since precautionary measures fall under summary proceedings where court holidays do not apply, and because January 2nd (Berchtoldstag) is not listed as a state-recognized holiday equivalent to those listed in the procedural law governing time limit extensions, the deadline legally expired on January 2, 2012, rendering the appeal filed on January 3rd late.

Legislator-Regeste

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Art. 142 Abs. 3 ZPO, Art. 276 Abs. 1 i.V.m, Art. 145 Abs. 2 lit. a ZPO, Art. 145 Abs. 3 ZPO, Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO, Art. 142 ZPO; Appeal Timeliness in Divorce Precautionary Measures Regarding Holiday Extensions: In a divorce case where precautionary measures were decided, an appeal filed on January 3, 2012, against a decision served on December 22, 2011, was dismissed as untimely because the ten-day deadline expired on January 1, 2012, which was a Sunday and a recognized public holiday, thus extending the deadline to the next day, January 2, 2012; however, the court reasoned that since precautionary measures fall under summary proceedings where court holidays do not apply, and because January 2nd (Berchtoldstag) is not listed as a state-recognized holiday equivalent to those listed in the procedural law governing time limit extensions, the deadline legally expired on January 2, 2012, rendering the appeal filed on January 3rd late.

Schlagwörter

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Scheidungsverfahren Fristerstreckung vorsorgliche Massnahmen gesetzlicher Feiertag Eintritt der Rechtskraft Mitteilungsfrist Feiertag

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 142 Abs. 3 ZPO

This article governs the extension of a deadline when it falls on a non-working day, which was the core legal issue determining the timeliness of the appeal.

§ 22 Abs. 2 EG ZPO

This provision was used to determine which days are equivalent to officially recognized holidays for deadline calculation purposes, specifically regarding the Berchtoldstag.

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Volltext

SOG 2012 Nr. 7

Art. 142 Abs. 3 ZPO, § 22 Abs. 2 EG ZPO,

Gesetz über die öffentlichen Ruhetage. *Der Berchtoldstag *(2. Januar) ist kein staatlich anerkannter Feiertag und einem solchen auch

nicht gleichgestellt. In einem summarischen Verfahren, in dem die Gerichtsferien nicht gelten, kann eine Frist an diesem Tag auslaufen.*

*Sachverhalt:*

In einem Ehescheidungsverfahren wurde der Entscheid über die vorsorglichen Massnahmen am 22. Dezember 2011 zugestellt. Die Zivilkammer tritt auf die am 3. Januar 2012 dagegen eingereichte Berufung wegen Verspätung nicht ein.

*Aus den Erwägungen:*

2. Vorsorgliche Massnahmen im Scheidungsverfahren werden im summarischen Verfahren erlassen (Art. 276 Abs. 1 i.V.m. Art. 271 lit. a Zivilprozessordnung, ZPO, SR 272). Im summarischen Verfahren gelten die Gerichtsferien nicht (Art. 145 Abs. 2 lit. a ZPO). Die Parteien wurden in der angefochtenen Verfügung auf diesen Umstand aufmerksam gemacht (Art. 145 Abs. 3 ZPO). Bei einer Zustellung am 22. Dezember 2011 endete die 10-tägige Rechtsmittelfrist somit am 1. Januar 2012, dem Neujahrstag. Dieser Tag ist sowohl ein Sonntag wie auch ein nach kantonalem Recht anerkannter Feiertag (§ 1 lit. a und b des Gesetzes über die öffentlichen Ruhetage, BGS 512.41). Die Frist, um das Rechtsmittel einzureichen, verlängerte sich daher nach Art. 142 Abs. 3 ZPO bis zum nächsten Werktag. Es ist deshalb zu prüfen, ob der 2. Januar, der so genannte Berchtoldstag, ebenfalls ein Feiertag ist, der die Frist bis zum 3. Januar 2012 zu verlängern vermag.

3. In Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO wird der 2. Januar nur als Begrenzung der Gerichtsferien erwähnt, die ja vorliegend nicht gelten. Für die Fristbestimmung gemäss Art. 142 ZPO werden im Einführungsgesetz zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO, BGS 221.2) der Pfingstmontag, der 1. Mai, Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen den staatlich anerkannten Feiertagen gleichgestellt (§ 22 Abs. 2 EG ZPO). Der Berchtoldstag wird nicht aufgeführt. Dass es sich dabei um ein qualifiziertes Schweigen handelt, zeigt sich darin, dass der 2. Januar in der Solothurnischen ZPO noch ausdrücklich einem staatlich anerkannten Feiertag gleichgestellt wurde. Beim 2. Januar, der im Jahr 2012 auf einen Montag fiel, handelt es sich somit nicht um einen Feiertag, welcher gemäss Art. 142 Abs. 3 ZPO eine Fristverlängerung bewirken konnte.

4. Im vorliegenden Fall ist die Rechtsmittelfrist somit am 2. Januar 2012 ausgelaufen. Die erst am 3. Januar 2012 eingereichte Berufung erweist sich somit als verspätet. (…)

*Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 6. Januar 2012 (ZKBER.2012.2)*