IncaMail Submission Validity in Administrative Appeal
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe administrative court declined to consider an appeal submitted electronically via IncaMail because the applicable cantonal administrative procedure law exclusively mandates written submission either personally or via mail, with no provision allowing for electronic filing. Although the higher court possesses the authority to regulate electronic legal correspondence via ordinance, no such ordinance has been enacted, rendering electronic submissions, including those made before the statutory deadline, invalid and ineffective for meeting procedural deadlines.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 68 Abs. 1 VRG, § 9 Abs. 2 VRG, § 58 Abs. 1 VRG, § 116 GO; IncaMail Submission Validity in Administrative Appeal: Although the higher court possesses the authority to regulate electronic legal correspondence via ordinance, no such ordinance has been enacted, rendering electronic submissions, including those made before the statutory deadline, invalid and ineffective for meeting procedural deadlines.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis provision requires appeals to be filed in writing, which excludes electronic filing.
This provision, concerning timely filing with an incompetent authority, is not applicable because the electronic filing itself was invalid.
This provision was cited to clarify that rules of the Swiss Civil Procedure Code allowing electronic filing cannot be analogously applied.
This provision allows the Obergericht to regulate electronic legal transactions via ordinance, but no such ordinance has been enacted.
Volltext
SOG 2018 Nr. 6
§§ 9 Abs. 2, 58 Abs. 1,
68 Abs. 1 VRG; 116 GO. *In elektronischer Form ist die Eingabe von Rechtsschriften in den Verfahren vor Verwaltungsgericht nicht zulässig.*
*Sachverhalt:*
Der Vertreter der Beschwerdeführerin stellte dem Obergericht des Kantons Solothurn eine Beschwerdeschrift per IncaMail zu. Das Verwaltungsgericht tritt auf die Beschwerde nicht ein.
*Aus den Erwägungen:*
2. Gemäss § 9 Abs. 2 des solothurnischen Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG, BGS 124.11) gilt eine Frist als eingehalten, wenn die Eingabe spätestens am letzten Tag der Frist bei der Behörde eingereicht oder zu deren Handen der schweizerischen Post übergeben wird. Wird eine Eingabe innerhalb der Frist einer unzuständigen solothurnischen Verwaltungsoder Gerichtsbehörde eingereicht, so gilt die Frist als eingehalten. Gemäss § 68 Abs. 1 VRG ist die Beschwerde schriftlich einzureichen.
Diese Bestimmungen des VRG regeln die Form der Eingabe abschliessend und erlauben einzig die schriftliche Eingabe per Post oder persönlich. Es besteht damit kein Raum für die sinngemässe Anwendung von Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (vgl. § 58 Abs. 1 VRG), welche die Eingabe in elektronischer Form erlauben würde.
3. Gemäss § 116 des Gesetzes über die Gerichtsorganisation (GO, BGS 125.12) kann das Obergericht in einer Verordnung den elektronischen Rechtsverkehr zwischen Gerichten und Parteien regeln. Es kann insbesondere Bestimmungen über die Anforderungen an die Rechtsschriften, die Zustellungen, die Einhaltung von Fristen und die Haftung beim elektronischen Rechtsverkehr erlassen.
Eine entsprechende Verordnung wurde bisher nicht erlassen, und bis zum Erlass dieser Verordnung ist der elektronische Rechtsverkehr in den verwaltungsgerichtlichen Verfahren (vor Verwaltungsgericht, Steuergericht, Versicherungsgericht, Schätzungskommission) nicht zulässig. Das Obergericht wartet mit dem Erlass der entsprechenden Verordnung weiterhin zu, worauf auch auf der Homepage der solothurnischen Gerichte hingewiesen wird (vgl. https://www.so.ch/gerichte/informationen/elektronischer-rechtsverkehr/).
4. Die per IncaMail an das Obergericht eingereichte Beschwerde gilt damit als nicht erfolgt, und die Regelung, wonach die Frist als eingehalten gilt, wenn die Eingabe innert Frist einer unzuständigen Behörde eingereicht wird, ist damit auch nicht anwendbar.
*Verwaltungsgericht,
Urteil vom 19. Juni 2018 (VWBES.2018.243)*