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60/2016/22 • OG SH 60/2016/22 KI-generiert

Hunting Association and Canton Not Liable for Vineyard Terrace Infrastructure Damage

Geschäftsnummer 60/2016/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Schaffhausen (CH-SH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The initial decision ordered the hunting association and the canton to equally compensate an applicant for the costs to repair vineyard terraces damaged by wild boars, but the higher court overturned this, reasoning that compensation is statutorily limited to damage to forests, agricultural crops (defined as annually cultivated plants), and livestock, explicitly excluding damage to infrastructure. Since the damage occurred to the grassy embankments functioning as access paths within the terrace structure, which the court classified as infrastructure, and not to the grapevines themselves, the costs for repair were deemed non-compensable under the relevant federal and cantonal hunting and agricultural laws.

Legislator-Regeste

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Art. 13 Abs. 2 JSG, Art. 22 Abs. 1 lit. a LBV, Art. 12 Abs. 3 JSG, Art. 13 Abs. 1 JSG, Art. 28 Abs. 2 zur, Art. 29 Abs. 1 lit. a Kantonales Jagdgesetz; Hunting Association and Canton Not Liable for Vineyard Terrace Infrastructure Damage: Since the damage occurred to the grassy embankments functioning as access paths within the terrace structure, which the court classified as infrastructure, and not to the grapevines themselves, the costs for repair were deemed non-compensable under the relevant federal and cantonal hunting and agricultural laws.

Schlagwörter

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Kostenauflage Wiederherstellungskosten Verein Schadensminderungspflicht Landwirtschaftsrecht Natur- und Heimatschutz

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 13 Abs. 2 JSG
This provision, stating that compensation is only paid if damages are not trivial and preventive measures were taken, is referenced to frame the conditions for compensation.
Art. 22 Abs. 1 lit. a LBV
1 und Art. 22 Abs. 1 lit. a LBV; Art.
Art. 12 Abs. 3 JSG
Der Schaden, den jagdbare Tiere an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren anrichten, wird angemessen entschädigt; ausgenommen sind – was vorliegend jedoch nicht zutrifft – Schäden durch Tiere, gegen welche nach Art. 12 Abs. 3 JSG Selbsthilfemassnahmen ergriffen werden dürfen (Art.
Art. 13 Abs. 1 JSG
3 JSG Selbsthilfemassnahmen ergriffen werden dürfen (Art. 13 Abs. 1 JSG).
Art. 28 Abs. 2 zur
Schaden durch Wildschweine entschädigt sodann unter Vorbehalt der Ausschlussgründe gemäss Art. 28 Abs. 2 zur Hälfte der Kanton (Art.
Art. 29 Abs. 1 lit. a Kantonales Jagdgesetz
This provision, which details the canton's shared liability for damages by wild boars, is implicitly referenced in the context of denying compensation for infrastructure damage, leading to the annulment of the lower decision.
Art. 28 Abs. 1 Kantonales Jagdgesetz
This provision, detailing that hunting associations must compensate for damages, is referenced in the context of determining the scope of compensation liability.
Art. 5 Abs. 1 lit. b JSG
This provision, which classifies the wild boar as a game species, is cited to establish the context for damage compensation.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 29 Abs. 1 lit. a Kantonales Jagdgesetz

This provision, which details the canton's shared liability for damages by wild boars, is implicitly referenced in the context of denying compensation for infrastructure damage, leading to the annulment of the lower decision.

Art. 28 Abs. 1 Kantonales Jagdgesetz

This provision, detailing that hunting associations must compensate for damages, is referenced in the context of determining the scope of compensation liability.

Art. 13 Abs. 2 JSG

This provision, stating that compensation is only paid if damages are not trivial and preventive measures were taken, is referenced to frame the conditions for compensation.

Art. 5 Abs. 1 lit. b JSG

This provision, which classifies the wild boar as a game species, is cited to establish the context for damage compensation.

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Volltext

2016

Wildschaden an landwirtschaftlichen Kulturen – Art. 5 Abs. 1 lit. b und Art. 13 Abs. 2 JSG; Art. 15 Abs. 1 und Art. 22 Abs. 1 lit. a LBV; Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 lit. a Kantonales Jagdgesetz.

Entschädigungspflichtig sind nur Schäden, die Wildschweine an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren anrichten. Mit landwirtschaftlichen Kulturen sind landwirtschaftliche Kulturpflanzen gemeint. Nicht entschädigt werden demgegenüber Kosten für Schäden an Infrastrukturen.

OGE 60/2016/22 vom 5. Juli 2016 Veröffentlichung im Amtsbericht

Sachverhalt

Auf Gesuch von A verpflichtete die Schätzungskommission für Wildschäden des Kantons Schaffhausen die Jagdgesellschaft B und den Kanton Schaffhausen, dem Gesuchsteller die Kosten für die Instandstellung der von Wildschweinen beschädigten Weinberg-Terrassenanlage C in B je zur Hälfte zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid beschwerte sich das Departement des Innern des Kantons Schaffhausen beim Obergericht, welches die Beschwerde guthiess.

Aus den Erwägungen

2. A bewirtschaftet die Weinberg-Terrassenanlage C in B. Im März 2016 beschädigten unstreitig Wildschweine Teile der grasbewachsenen Böschungen, welche innerhalb des Terrassenhangs parallel zu den Rebstöcken verlaufen.

Gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG, SR 922.0) gehört das Wildschwein zu den jagdbaren Tierarten. Der Schaden, den jagdbare Tiere an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren anrichten, wird angemessen entschädigt; ausgenommen sind – was vorliegend jedoch nicht zutrifft – Schäden durch Tiere, gegen welche nach Art. 12 Abs. 3 JSG Selbsthilfemassnahmen ergriffen werden dürfen (Art. 13 Abs. 1 JSG). Die Kantone regeln die Entschädigungspflicht. Entschädigungen sind nur insoweit zu leisten, als es sich nicht um Bagatellschäden handelt und die zumutbaren Massnahmen zur Verhütung von Wildschaden getroffen worden sind (Art. 13 Abs. 2 JSG). Schäden, die jagdbare Tiere an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren anrichten, sind von den Jagdgesellschaften angemessen zu entschädigen (Art. 28 Abs. 1 des Gesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel vom 15. Juni 1992 [Kantonales Jagdgesetz, SHR 922.100]). Art. 28 Abs. 2 des Kantonalen Jagdgesetzes sieht

2016

gewisse Fälle vor, bei denen die Entschädigung entfällt. Schaden durch Wildschweine entschädigt sodann unter Vorbehalt der Ausschlussgründe gemäss Art. 28 Abs. 2 zur Hälfte der Kanton (Art. 29 Abs. 1 lit. a Kantonales Jagdgesetz).

Zu entschädigen sind somit nur – aber immerhin – Schäden, die Wildschweine an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren anrichten. Mit landwirtschaftlichen Kulturen sind landwirtschaftliche Kulturpflanzen gemeint, wie zum Beispiel Getreide, Mais, Rüben, Kartoffeln etc. (vgl. Botschaft des Bundesrats zur Reform der Agrarpolitik: Zweite Etappe [Agrarpolitik 2002] vom 26. Juni 1996, BBl 1996 IV

172 ff.). Reben gelten dabei als Spezialkulturen, sie sind Dauerkulturen (Art. 15 Abs. 1 und Art. 22 Abs. 1 lit. a der Verordnung über landwirtschaftliche Begriffe und die Anerkennung von Betriebsformen vom 7. Dezember 1998 [Landwirtschaftliche Begriffsverordnung, LBV, SR 910.91]). Nicht entschädigt werden demgegenüber Kosten für Schäden an Infrastrukturen, wie zum Beispiel Wege (vgl. die Antwort des Bundesrats vom 10. März 2014 auf die Fragestunde Nr. 14.5065 [Guhl], Wer zahlt für Biberschäden an Infrastrukturen? vom 5. März 2014; Rechtsgutachten zum Biber, Rechtsgutachten vom 5. März 2015 von Dr. iur. Michael Bütler, Ziff. 4.7,

S. 72 f.). Dieses Ergebnis mag rechtspolitisch zu bedauern sein, doch bestehen für die vom Gesetzgeber getroffene Unterscheidung sachliche Gründe.

Unstreitig wurden vorliegend nicht landwirtschaftliche Kulturpflanzen, das heisst die Rebstöcke des Gesuchstellers, von Wildschweinen beschädigt, sondern Teile der grasbewachsenen Böschungen, welche innerhalb des Terrassenhangs parallel zu den Rebstöcken verlaufen. Diese sind jedoch als Infrastrukturen zu qualifizieren, dienen sie doch als Zugangsbzw. Zufahrtswege zu den Rebstöcken. Kosten für Schäden an Infrastrukturen sind jedoch nicht entschädigungspflichtig. Der angefochtene Entscheid der Schätzungskommission ist daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben.