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B.2018.107 • VGN SG B.2018.107 KI-generiert

Cantonal Cost Reallocation Following Successful Doctoral Dissertation Appeal

Geschäftsnummer B.2018.107
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton St. Gallen (CH-SG)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

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Following the Federal Supreme Court's decision to overturn a prior administrative court ruling concerning the rejection of a doctoral dissertation, the administrative court was tasked with reallocating costs for the preceding cantonal proceedings. The court reasoned, based on established Federal Supreme Court jurisprudence, that the successful appeal effectively nullified the previous cost allocation, reopening the issue for mandatory determination at the cantonal level. Consequently, the court ruled that the official costs of the administrative proceedings would be borne by the university but waived, requiring reimbursement of the advances paid by the former appellant, and ordered the university to pay the former appellant CHF 4,500 plus 4% disbursements as extrajudicial compensation for his success in the cantonal stages.

Legislator-Regeste

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Art. 98 Abs. 1 VRP, Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 95 Abs. 3 VRP, Art. 98 VRP, Art. 98bis VRP, Art. 28bis HonO; Cantonal Cost Reallocation Following Successful Doctoral Dissertation Appeal: The court reasoned, based on established Federal Supreme Court jurisprudence, that the successful appeal effectively nullified the previous cost allocation, reopening the issue for mandatory determination at the cantonal level. Consequently, the court ruled that the official costs of the administrative proceedings would be borne by the university but waived, requiring reimbursement of the advances paid by the former appellant, and ordered the university to pay the former appellant CHF 4,500 plus 4% disbursements as extrajudicial compensation for his success in the cantonal stages.

Schlagwörter

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Bundesgerichtsurteil vom 9. April 2018 betreffend Ablehnung Dissertation Neuverlegung der Kosten in den kantonalen Verfahren Kostenverlegung Verwaltungskosten Wiederaufnahme des Verfahrens Zahlungsbefehl Gebührenreduktion Steuerrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 98 Abs. 1 VRP

Cited in the title and used as the basis for awarding extrajudicial party compensation to the appellant.

Art. 95 Abs. 1 VRP

Used to assign the official costs of the proceedings before the lower courts to the University of St. Gallen.

Art. 95 Abs. 3 VRP

Used to rule that the imposition of official costs (for lower court proceedings) is waived.

Art. 98 VRP

Used in conjunction with Art. 98bis VRP as the basis for ordering the University of St. Gallen to compensate the appellant extrajudicially.

Art. 98bis VRP

Used in conjunction with Art. 98 VRP as the basis for ordering the University of St. Gallen to compensate the appellant extrajudicially.

Art. 97 VRP

Cited as the basis for the decision not to levy official costs for the current decision.

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Volltext

Publikationsplattform St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2018/107 Stelle: Verwaltungsgericht Rubrik: Verwaltungsgericht Publikationsdatum: 25.06.2018 Entscheiddatum: 25.06.2018

Entscheid Verwaltungsgericht, 25.06.2018 Festsetzung der Parteientschädigung nach Rückweisung durch das Bundesgericht. Art. 98 Abs. 1 VRP (sGS 951.1), (Verwaltungsgericht, B 2018/107).

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichter Steiner; Verwaltungsrichterin Zindel; Gerichtsschreiber Bischofberger

Verfahrensbeteiligte

X.__,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Maître Nicolas Capt, Place Claparède, 1205 Genève, und dieser substituiert durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Ritter, Ritter Advokatur, Im Forum, Bahnhofstrasse 24, Postfach 142, 9443 Widnau, gegen

Universitätsrat der Universität St. Gallen, Regierungsrat Stefan Kölliker, Präsident, Davidstrasse 31, 9001 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/4 Publikationsplattform St.Galler Gerichte

Vorinstanz,

Gegenstand

Bundesgerichtsurteil vom 9. April 2018 betreffend Ablehnung Dissertation; Neuverlegung der Kosten in den kantonalen Verfahren

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. Der in Deutschland wohnhafte X.__ ist seit dem Herbstsemester 2008 als Doktorand im Doktoratsprogramm für Betriebswirtschaftslehre der Universität St. Gallen eingeschrieben. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2012 wies die Programmkommission seine kumulative Dissertation mit dem Titel „(…)“ zur Überarbeitung zurück. Der Studiensekretär eröffnete ihm diese Verfügung am 31. Oktober 2012 per Post an seine damalige Adresse in P.__.

B. Mit Verfügung vom 19. Mai 2014 lehnte die Programmkommission des Doktoratsprogramms für Betriebswirtschaftslehre der Universität St. Gallen die Dissertation von X.__ (Beschwerdeführer) definitiv ab. Die von ihm dagegen erhobenen kantonalen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg; zuletzt, mit Entscheid VerwGE B 2016/73 vom 28. März 2017, wies das Verwaltungsgericht die gegen den abschlägigen Entscheid des Universitätsrates der Universität St. Gallen (Vorinstanz) vom 7. März 2016 erhobene Beschwerde ab. Mit Urteil BGer 2C_478/2017 vom 9. April 2018 hiess das Bundesgericht seine dagegen am 19. Mai 2017 erhobene Beschwerde gut und hob den angefochtenen Verwaltungsgerichtsentscheid auf. Es wies die Universität St. Gallen an, die Dissertation des Beschwerdeführers als Erstund nicht als Zweiteinreichung abzulehnen und damit dem Beschwerdeführer eine Gelegenheit zur Überarbeitung einzuräumen. Mit Eingabe vom 19. April 2018 ersuchte der Beschwerdeführer das Verwaltungsgericht, die Kosten vor den kantonalen Instanzen neu zu regeln (act. 3).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/4 Publikationsplattform St.Galler Gerichte

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Das Bundesgericht hob den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 28. März 2017 auf. Damit entsprach es den Begehren, welche der Beschwerdeführer erfolglos vor den kantonalen Rechtsmittelinstanzen gestellt hatte. Angesichts der Gutheissung von dessen Beschwerde und der damit verbundenen Aufhebung des verwaltungsgerichtlichen Entscheids ist über die amtlichen und ausseramtlichen Kosten der kantonalen Verfahren zu entscheiden. Dass das Bundesgericht die Rückweisung zur Neuverlegung dieser Kosten nicht im Dispositiv seines Entscheids angeordnet hat, ändert daran nichts. In einer vergleichbaren Konstellation (vgl. Entscheide BGer 2C_1023 und 1024/2013 vom 8. Juli 2014) erläuterte das Bundesgericht in BGer 2G_5/2014 vom 17. Oktober 2014 nachträglich, durch Gutheissung der Beschwerde sei nicht nur der angefochtene Entscheid der Vorinstanz in materieller Hinsicht vollständig abgeändert, sondern auch die getroffene Kostenregelung vollumfänglich aufgehoben worden. Damit sei eine für das kantonale Verfahren zwingend zu regelnde Frage wieder offen geworden. Das Bundesgericht habe (trotz fehlender Neuregelung bzw. Rückweisung) nicht beabsichtigt, die unterliegende Partei für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht von den Kosten zu befreien (E. 2.2). Angesichts dieser klaren Rechtsprechung und der identischen Praxis des Verwaltungsgerichts (vgl. VerwGE B 2017/82 vom 30. Mai 2017 E. 1 mit Hinweis auf VerwGE B 2015/156 vom 23. September 2015) erübrigt es sich, beim Bundesgericht für den konkreten Fall ein Begehren um Erläuterung oder Berichtigung des Urteils vom 9. April 2018 zu stellen.

2. Dem Ausgang der Verfahren entsprechend gehen die amtlichen Kosten von CHF 2‘000 (Verwaltungsgericht), CHF 1‘500 (Vorinstanz) und CHF 250 (Rekurskommission der Universität St. Gallen) vollständig zulasten der Universität St. Gallen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP). Die vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 2‘000 (Verwaltungsgericht), CHF 1‘500 (Vorinstanz) und CHF 250 (Rekurskommission) sind zurückzuerstatten.

Der Beschwerdeführer hat in den Verfahren vor den kantonalen Instanzen obsiegt, weshalb ihn die Universität St. Gallen ausseramtlich zu entschädigen hat (Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 98bis VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennoten

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/4 Publikationsplattform St.Galler Gerichte

eingereicht, weshalb die Entschädigung nach Ermessen festzulegen ist (vgl. Art. 30 Ingress und lit. b Ziff. 1 und Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG, sowie Art. 6 und 19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO). Eine Entschädigung von insgesamt CHF 4‘500 zuzüglich vier Prozent Barauslagen ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a und b und Art. 28bis HonO). Weil der Wohnsitz des Beschwerdeführers als Empfänger der anwaltlichen Dienstleistung im Ausland liegt, ist keine Mehrwertsteuer bzw. kein Zuschlag für die Mehrwertsteuer zu entrichten (Art. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer, Mehrwertsteuergesetz; SR 641.20, MWSTG, vgl. hierzu auch MWST-Branchen-Info 18 des Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV vom Januar 2010, Ziff. 2.1, www.estv.admin.ch).

3. Für diesen Entscheid werden keine amtlichen Kosten erhoben (Art. 97 VRP).

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1. Die amtlichen Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (CHF 2‘000), der Vorinstanz (CHF 1‘500) sowie der Rekurskommission der Universität St. Gallen (CHF 250) gehen zu Lasten der Universität St. Gallen; auf die Erhebung wird verzichtet. Dem Beschwerdeführer werden die geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 2‘000 (Verwaltungsgericht), CHF 1‘500 (Universitätsrat) und CHF 250 (Rekurskommission) zurückerstattet.

2. Die Universität St. Gallen entschädigt den Beschwerdeführer für die Verfahren vor den kantonalen Rechtsmittelinstanzen ausseramtlich mit insgesamt CHF 4‘500 zuzüglich vier Prozent Barauslagen, ohne Mehrwertsteuer.

Der Abteilungspräsident Der Gerichtsschreiber

Eugster Bischofberger

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/4