Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
OG 1996 38 • AUK LU OG 1996 38 KI-generiert

Attorney Conflict of Interest in Simultaneous Civil and Criminal Proceedings

Geschäftsnummer OG 1996 38
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Luzern (CH-LU)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The supervisory authority addressed the professional obligation of attorneys to avoid conflicts of interest, specifically concerning representation in simultaneous civil and criminal proceedings where the attorney and client become opposing parties or subjects of the same criminal investigation. Reasoning that the prohibition against representing conflicting interests stems from the duty of loyalty and required independence, the court determined that while dual representation in criminal proceedings against both attorney and client must generally cease early due to probable conflicts, the mere initiation of criminal proceedings against an attorney and client does not automatically require the attorney to withdraw from pending civil or subsequent enforcement proceedings against the accuser. The court stipulated that such withdrawal in non-criminal matters should only occur if specific evidence of a conflict of interest is presented, preventing opportunistic maneuvers by opposing parties, although such conflicts are more conceivable when an attorney initiates a criminal complaint that results in a counterclaim against both the attorney and client, necessitating a closer examination of concrete objections.

Legislator-Regeste

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Art. 23 der neuen Standesregeln des Luzerner Anwaltsverbandes; Attorney Conflict of Interest in Simultaneous Civil and Criminal Proceedings: Reasoning that the prohibition against representing conflicting interests stems from the duty of loyalty and required independence, the court determined that while dual representation in criminal proceedings against both attorney and client must generally cease early due to probable conflicts, the mere initiation of criminal proceedings against an attorney and client does not automatically require the attorney to withdraw from pending civil or subsequent enforcement proceedings against the accuser. The court stipulated that such withdrawal in non-criminal matters should only occur if specific evidence of a conflict of interest is presented, preventing opportunistic maneuvers by opposing parties, although such conflicts are more conceivable when an attorney initiates a criminal complaint that results in a counterclaim against both the attorney and client, necessitating a closer examination of concrete objections.

Schlagwörter

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anwaltlicher Interessenkonflikt Strafuntersuchung Rückzug des Strafantrags Vollstreckungsverfahren anwaltsrechtliche Disziplinarmassnahme Pflichten der Staatsanwaltschaft

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 23 der neuen Standesregeln des Luzerner Anwaltsverbandes
This provision, regarding the prohibition of representing conflicting interests, is cited in the reasoning explaining the professional obligation, although the final orders section is missing or implied as a disciplinary ruling based on this standard.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 23 der neuen Standesregeln des Luzerner Anwaltsverbandes

This provision, regarding the prohibition of representing conflicting interests, is cited in the reasoning explaining the professional obligation, although the final orders section is missing or implied as a disciplinary ruling based on this standard.

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Volltext

Rechtsprechung Luzern

Instanz: · Aufsichtsbehörden und Kommissionen

Abteilung: · Aufsichtsbehörde über die Rechtsanwälte

Rechtsgebiet: · Anwaltsrecht

Entscheiddatum: · 16.07.1996

Fallnummer: · OG 1996 38

LGVE: · 1996 I Nr. 38

Leitsatz: · § 12 Abs. 1 AnwG; Standesrecht. Interessenkollision zwischen Anwalt und Klient in Zivil und Strafverfahren.

Rechtskraft: · Diese Entscheidung ist rechtskräftig.

Entscheid: · Das Verbot der Vertretung entgegenstehender Interessen ist Ausfluss der Treuepflicht und der gebotenen Unabhängigkeit des Anwalts (vgl. Sterchi, Kommentar zum bernischen Fürsprechergesetz, S. 58f.; Fellmann/Sidler, Standesregeln des Luzerner Anwaltsverbandes, S. 56ff.). Das entsprechende Gebot ist in Art. 23 der neuen Standesregeln des Luzerner Anwaltsverbandes mit folgendem Wortlaut ausdrücklich verankert:

"Der Anwalt dient nie verschiedenen Personen, deren Interessen sich widersprechen, es sei denn, sein Mandat beinhalte die Vermittlung widersprechender Interessen."

Was als Interessenkollision zu betrachten ist, muss im Einzelfall beurteilt werden. Die Aufsichtsbehörde hat vor kurzem in einem Entscheid die Vertretung eines (bisherigen) Klienten durch seinen Anwalt in einem Strafprozess, der gegen beide eingeleitet worden war, als unzulässige Doppelvertretung beurteilt (Entscheid vom 6. März 1996 i.S. A./Dr. W.). In der Regel wird solchen Prozessen der gleiche Sachverhalt zugrunde liegen. Damit sind Interessenkollisionen zwischen dem Anwalt und seinem Klienten wahrscheinlich oder zumindest möglich. Im Interesse einer glaubwürdigen Unabhängigkeit haben daher solche Doppelvertretungen im Strafprozess in der Regel möglichst frühzeitig zu unterbleiben. Wenn Strafanzeigen gegen den Anwalt und seinen Klienten vorliegen oder sogar bereits ein Strafverfahren gegen beide eingeleitet worden ist, hat dies jedoch nicht ohne weiteres zur Folge, dass der Anwalt sein Mandat auch in hängigen Zivilverfahren bzw. in anschliessenden Vollstreckungsverfahren gegen den Anzeigesteller oder Privatkläger aufgeben muss. Hier sind in der Regel keine Eigeninteressen des Anwalts vorhanden, weshalb konkrete Anhaltspunkte für eine Interessenkollision aufgezeigt werden müssten. Andernfalls könnte die Gegenpartei jederzeit durch Einreichung einer Strafanzeige gegen den Gegenanwalt und dessen Klienten die Mandatsniederlegung des Gegenanwalts erzwingen. Grundsätzlich dasselbe muss gelten, wenn der Anwalt für seinen Klienten eine Strafanzeige oder Strafklage gegen einen Dritten einreicht und dieser mit einer Gegenanzeige oder Gegenklage gegen den Anwalt und dessen Klienten reagiert. Immerhin sind in diesem Fall eher Interessenkollisionen denkbar, weshalb solche konkretisiert vorgebrachte Einwände eingehender zu prüfen sind.