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OG 1991 38 • AUK LU OG 1991 38 KI-generiert

Supervisory Authority Dismissal of Complaint Regarding Violation of Local Bar Consultation Rule

Geschäftsnummer OG 1991 38
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Luzern (CH-LU)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The supervisory authority addressed whether a violation of specific professional conduct rules, specifically a rule requiring consultation with the local bar association president before filing criminal charges against a colleague, constitutes an offense punishable under the Attorneys Act. The court reasoned that while professional duties are subject to sanction, the general statutory definition of such duties does not explicitly incorporate or refer to the local bar association's ethical rules, which primarily serve the specific interests of the profession rather than overriding public interest mandates. Therefore, the court held that these private, self-regulatory rules are not generally binding on the disciplinary authority unless they merely codify customary law; since the specific rule in question regarding prior consultation appeared to be based only on private law binding members of the association and lacked clear public interest justification, the alleged breach of that specific rule was not subject to disciplinary action by the supervisory authority, and the related complaint was dismissed.

Legislator-Regeste

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Supervisory Authority Dismissal of Complaint Regarding Violation of Local Bar Consultation Rule: The court reasoned that while professional duties are subject to sanction, the general statutory definition of such duties does not explicitly incorporate or refer to the local bar association's ethical rules, which primarily serve the specific interests of the profession rather than overriding public interest mandates. Therefore, the court held that these private, self-regulatory rules are not generally binding on the disciplinary authority unless they merely codify customary law; since the specific rule in question regarding prior consultation appeared to be based only on private law binding members of the association and lacked clear public interest justification, the alleged breach of that specific rule was not subject to disciplinary action by the supervisory authority, and the related complaint was dismissed.

Schlagwörter

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Disziplinierung des Rechtsanwalts Aufsichtsbeschwerde Disziplinarbehörde Pflichtverletzung gesetzliche Ausschlussfrist Vorleben
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Volltext

Rechtsprechung Luzern

Instanz: · Aufsichtsbehörden und Kommissionen

Abteilung: · Aufsichtsbehörde über die Rechtsanwälte

Rechtsgebiet: · Anwaltsrecht

Entscheiddatum: · 16.07.1991

Fallnummer: · OG 1991 38

LGVE: · 1991 I Nr. 38

Leitsatz: · § 12 Abs. 1 AnwG. Bedeutung von Ziffer33 der Standesregeln des Luzerner Anwaltsverbandes.

Rechtskraft: · Diese Entscheidung ist rechtskräftig.

Entscheid: · Die Berufs- und Standespflichten des Anwalts, deren Verletzung von der Aufsichtsbehörde nach § 12 Abs. 1 AnwG zu ahnden ist, werden weder im Gesetz umschrieben, noch wird auf die Standesregeln des Luzerner Anwaltsverbandes hingewiesen. Normalerweise gehen die Standesregeln weiter, als dies zur Sicherung einer korrekten Berufsausübung im öffentlichen Interesse geboten ist; sie sind auch auf die spezifischen Interessen des Berufsstandes ausgerichtet. Nur wo das Standesrecht als Ausdruck des Gewohnheitsrechts gelten kann und damit den generellen gesetzlichen Begriff der Berufspflicht konkretisiert, kommt ihm der Charakter allgemein verbindlichen Berufsrechts zu, das im öffentlichen Interesse liegt. Die Standesregeln sind mithin für die Disziplinarbehörde rechtlich nicht verbindlich (Wolffers, Der Rechtsanwalt in der Schweiz, Zürich 1986, S. 120ff., insbes. S. 126ff.). Ziffer 33 der luzernischen Standesregeln bestimmt, dass sich ein Anwalt zunächst mit dem Präsidenten des Luzerner Anwaltsvelbandes oder dessen Stellvertreter zu beraten hat, bevor er gegen einen Kollegen eine Strafanzeige oder eine Strafklage einreicht. Inwieweit diese Bestimmung im öffentlichen Interesse liegen sollte, ist nicht zu erkennen. Sie gilt nur für Verbandsmitglieder kraft Privatrechts. Deren Verletzung ist von der Aufsichtsbehörde nicht zu ahnden. Dementsprechend ist auf den unbestritten gebliebenen Vorwurf des Beschwerdeführers an den Beschwerdegegner, er habe die Standesregeln dadurch verletzt, dass er vor der Einreichung der Strafklage gegen den Beschwerdeführer sich mit dem Präsidenten des Anwaltsverbandes nicht in Verbindung gesetzt habe, nicht einzugehen. Auf die Beschwerde kann in diesem Punkt nicht eingetreten werden.