Delay Complaint Mooted by Subsequent Decision; Costs Awarded
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertParties filed a legal delay complaint against a lower court due to the failure to issue a reasoned written decision for over six months after it was requested following an unreasoned ruling. The appellate court dismissed the complaint as moot because the lower court subsequently provided the reasoned decision and necessary documentation. The court reasoned that although the complaint became moot, a delay of over six months for providing a decision's justification was excessive, warranting the court costs to be borne by the public treasury and awarding the complainants partial compensation from the canton.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 319 lit. c i.V.m, Art. 321 Abs. 4 ZPO, Art. 239 Abs. 2 ZPO, Art. 242 ZPO, Art. 9 Abs. 2 GOG, Art. 106 Abs. 1 ZPO; Delay Complaint Mooted by Subsequent Decision; Costs Awarded: The appellate court dismissed the complaint as moot because the lower court subsequently provided the reasoned decision and necessary documentation. The court reasoned that although the complaint became moot, a delay of over six months for providing a decision's justification was excessive, warranting the court costs to be borne by the public treasury and awarding the complainants partial compensation from the canton.
Schlagwörter
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KI-generiertThis article is cited in conjunction with Art. 9 Abs. 2 GOG to justify the decision to dismiss the proceedings as moot.
This article is cited to justify the court's discretionary power to distribute the court costs when the proceedings are dismissed as moot.
This article is cited in the reasoning concerning the general principle for imposing court costs, although the final distribution relies on Art. 107 ZPO.
This article is cited in conjunction with Art. 242 ZPO to justify the decision to dismiss the proceedings as moot.
This article is cited as a basis for the possibility of appealing the decision to the Federal Supreme Court regarding civil matters.
Volltext
Kantonsgericht von Graubünden Dretgira chantunala dal Grischun Tribunale cantonale dei Grigioni
Verfügung vom 26. September 2022
Referenz ZK1 22 133
Instanz I. Zivilkammer
Besetzung Bergamin, Vorsitzender
Parteien A._____ Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Stalder Baarerstrasse 78, 6300 Zug
B._____ Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Stalder Baarerstrasse 78, 6300 Zug
gegen
Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair Saglina 22, 7554 Sent Beschwerdegegner
Gegenstand Rechtsverzögerung
Mitteilung 27. September 2022
Sachverhalt und Erwägungen
1. Am 22. August 2022 haben die Beschwerdeführer beim Kantonsgericht von Graubünden eine Rechtsverzögerungsbeschwerde gegen das Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair erhoben. Gegen Rechtsverzögerung kann jederzeit Beschwerde eingereicht werden (Art. 319 lit. c i.V.m. Art. 321 Abs. 4 ZPO).
2. Die Beschwerdeführer beantragen, das Regionalgericht sei zu verpflichten, innert einer vom Gericht zu bestimmenden Frist den Parteien den schriftlich begründeten Entscheid Proz. Nr. 115-2019-9 zu eröffnen, unter Kostenund Entschädigungsfolge zulasten der Staatskasse. Zur Begründung führen sie aus, das Regionalgericht habe am 26. Januar 2022 einen unbegründeten Entscheid gefällt. Am 7. Februar 2022, innerhalb der zehntägigen Frist gemäss Art. 239 Abs. 2 ZPO, hätten sie um einen schriftlich begründeten Entscheid ersucht. Die Begründung sei immer noch ausstehend. Ein Zeitraum von mittlerweile mehr als sechs Monaten für die Eröffnung einer schriftlichen Begründung erscheine als überlang (act. A.1).
3. Das Regionalgericht hat im Verfahren Proz. Nr. 115-2019-9 am
14. September 2022 dem Kantonsgericht die Akten zugestellt. Am 22. September 2022 es dem Kantonsgericht nebst den noch fehlenden Protokollen (Augenschein und Hauptverhandlung) und dem Aktenverzeichnis auch ein Exemplar des Entscheids vom 26. Januar 2022 in der begründeten Fassung vom 22. September 2022 zukommen lassen. Mit dem Nachliefern der Entscheidbegründung durch das Regionalgericht wird die Rechtsverzögerungsbeschwerde gegenstandslos. Das Verfahren ist dementsprechend durch den Vorsitzenden abzuschreiben (Art. 242 ZPO i.V.m. Art. 9 Abs. 2 GOG [BR 173.000]).
4. Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die klagende Partei, bei Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unterliegend (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Wenn das Verfahren als gegenstandslos abgeschrieben wird und das Gesetz nichts anderes vorsieht, kann das Gericht von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO). Vorliegend wäre die Rechtsverzögerungsbeschwerde voraussichtlich gutzuheissen gewesen. Eine Dauer von mehr als sechs Monaten für das Nachliefern einer Entscheidbegründung erscheint übermässig lange. Es rechtfertigt sich daher, die Gerichtskosten von CHF 250.00 auf die Staatskasse zu nehmen und den Beschwerdeführern für den entstandenen Aufwand eine Parteientschädigung von
2/4 CHF 400.00 (inkl. Spesen und MwSt.) zulasten des Kantons Graubünden zuzusprechen.
3/4 Demnach wird erkannt:
1. Das Verfahren wird als gegenstandslos abgeschrieben.
2. Die Gerichtskosten von CHF 250.00 gehen zulasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair).
3. Der Kanton Graubünden (Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair)
wird verpflichtet, B._____ und A._____ eine Parteientschädigung von CHF 400.00 (inkl. Spesen und MwSt.) zu bezahlen.
4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffende Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.
5. Mitteilung an:
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