Cost Apportionment Following Supreme Court Remand on Permit Revocation
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertFollowing the Federal Supreme Court's decision to overturn a prior administrative court ruling and revoke the building and appeal permits, the High Court was tasked with reapportioning the costs and compensation for the preceding administrative court proceedings as mandated by the Supreme Court. The court determined that the successful appellants were to be treated as if they had prevailed in the administrative court; consequently, the CHF 3'731.00 court costs were split, with half borne by the losing permit applicant and one quarter each by the municipality and the regional development office. Furthermore, the losing parties were ordered to compensate the successful parties by a total of CHF 11'789.80 for their legal fees, apportioned similarly, while the matter of costs and fees for the original building and appeal permit procedures was remanded back to the municipal and cantonal planning authorities for reassessment based on their discretionary fee regulations.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 107 Abs. 2 BGG, Art. 78 Abs. 1 VRG, Art. 96 Abs. 4 KRG, Art. 73 Abs. 3 VRG, Art. 73 Abs. 1 und 2 VRG, Art. 96 Abs. 1 und 3 KRG; Cost Apportionment Following Supreme Court Remand on Permit Revocation: The court determined that the successful appellants were to be treated as if they had prevailed in the administrative court; consequently, the CHF 3'731.00 court costs were split, with half borne by the losing permit applicant and one quarter each by the municipality and the regional development office. Furthermore, the losing parties were ordered to compensate the successful parties by a total of CHF 11'789.80 for their legal fees, apportioned similarly, while the matter of costs and fees for the original building and appeal permit procedures was remanded back to the municipal and cantonal planning authorities for reassessment based on their discretionary fee regulations.
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KI-generiertBasis for allocating court costs in the administrative court proceedings (R 21 63) based on the outcome of the Federal Supreme Court proceedings.
Basis for ordering the losing parties to compensate the winning parties for necessary costs incurred in the administrative court proceedings (R 21 63).
Basis allowing the appellate court to rule on the allocation of costs from the lower court proceedings when overturning a decision on costs.
Cited in reasoning for referring the case back to the local authorities regarding the fees for the building permit procedure.
Cited in reasoning for referring the case back to the local authorities regarding the fees for the building permit appeal procedure.
Cited as the legal basis upon which the appellate court decides to refer the matter back for a new determination of fees for the building permit procedure.
Basis for the allocation of costs in the main administrative court procedure (R 21 63).
Basis for ordering the opposing parties to pay necessary party compensation for the administrative court procedure (R 21 63).
Basis for referring the case back to the authorities for the reallocation of costs from the building permit and appeal procedures.
Basis for the allocation of court costs in the administrative court proceedings (R 21 63) as reflected in Order 1.
Basis for ordering compensation to the successful parties in the administrative court proceedings (R 21 63) as reflected in Order 2.
Cited in reasoning concerning the decision to return the matter for recalculating costs/fees in the lower-level building permit proceedings, although not explicitly named in Order 3, the outcome of Order 3 is a direct result of the remand concerning these costs/fees based on the Federal Court's decision.
Volltext
Obergericht des Kantons Graubünden Dretgira superiura dal chantun Grischun Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni
Urteil vom 6. Februar 2025 mitgeteilt am
Referenz VR3 25 9
Instanz Dritte verwaltungsrechtliche Kammer
Besetzung Brun, Vorsitz Audétat und Schmid Christoffel Maurer, Aktuarin
Parteien A._____ Beschwerdeführerin 1
B._____ Beschwerdeführerin 2
C._____ Beschwerdeführer 3
alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg gegen
Gemeinde D._____ Beschwerdegegnerin 1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Reto Crameri, Amt für Raumentwicklung Graubünden Beschwerdegegner 2
E._____ Beschwerdegegner 3 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Frank Schuler,
Gegenstand Baueinsprache (BAB; Kostenentscheid)
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Sachverhalt
Mit Urteil 1C_623/2022 vom 9. Dezember 2024 hiess das Bundesgericht die gegen das Urteil des früheren Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 21 63 vom
31. Mai 2022 erhobene Beschwerde der B._____ und C._____ gut und hob das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 31. Mai 2022, die BAB-Bewilligung des Amtes für Raumentwicklung Graubünden (ARE GR) vom
11. März 2021 sowie die Baubewilligung der Gemeinde D._____ vom 18. Mai 2021 auf (Dispositivziffer 1). Die Gerichtskosten des bundesgerichtlichen Verfahrens von CHF 2'000.00 wurden dem E._____ auferlegt (Dispositivziffer 2). Ausserdem wurde dieser verpflichtet, die Beschwerdeführenden für das bundesgerichtliche Verfahren mit CHF 2'000.00 zu entschädigen (Dispositivziffer 3). Im Übrigen wurde die Sache zur Neuverlegung der Kosten und Parteientschädigung der vorangegangenen Verfahren an die Vorinstanz (Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden) zurückgewiesen (Dispositivziffer 4).
Erwägungen
1. Am 1. Januar 2025 trat im Kanton Graubünden die Justizreform 3 in Kraft. Das Kantonsund das Verwaltungsgericht wurden zum neuen Obergericht des Kantons Graubünden fusioniert, welches ab diesem Datum die Verwaltungsgerichtsbarkeit ausübt (vgl. Art. 55 Abs. 1 Ziff. 1 der Verfassung des Kantons Graubünden; BR 110.100).
2. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ganz oder teilweise gut, kann es reformatorisch entscheiden, also in der Sache selbst Anordnungen treffen, oder aber kassatorisch, also den angefochtenen Entscheid nur aufheben oder die Angelegenheit an die Vorinstanz oder an die erstinstanzlich verfügende Behörde zur Neubeurteilung zurückweisen (Art. 107 Abs. 2 BGG). Bei einer Rückweisung sind die Vorgaben und Anweisungen des Bundesgerichts für die Vorinstanz verbindlich (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1643).
3.1. Mit Urteil 1C_623/2022 hob das Bundesgericht das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 21 63 auf und hiess die Beschwerde gut. Gemäss Dispositivziffer 4 und Erwägung 6.2 hat das Obergericht des Kantons Graubünden die Kostenund Entschädigungsfolgen der vorangegangenen Verfahren neu zu verlegen. Das Bundesgericht hob in Dispositivziffer 1 nebst dem Urteil des Verwaltungsgerichts vom 31. Mai 2022 die Baubewilligung der Gemeinde D._____ vom 18. Mai 2021 (vgl. ARE-act. 30) sowie die integrierenden Bestandteil
3/6 bildende BAB-Bewilligung mit Einspracheentscheid des ARE GR vom 11. März 2021 (vgl. act. B.2) auf. In der Baubewilligung hatte der Gemeindevorstand D._____ dem Begehren des Baugesuchstellers (Beschwerdegegner 3) entsprochen und die Baubewilligung für das Baugesuch Nr. 2021-57 unter Auflagen erteilt (ARE-act. 30). Damit wurden formell die dem Beschwerdegegner 3 auferlegten provisorischen Verfahrenskosten für das Baubewilligungsverfahren in der Höhe von CHF 7'000.00 als auch die Verfahrenskosten für das BAB-Bewilligungsverfahren von CHF 2'410.00 mitaufgehoben.
3.2. Die Beschwerdeführenden im Verfahren R 21 63 sind betreffend die Kostenund Entschädigungsfolgen so zu stellen, als wären sie mit ihrer gemeinsam erhobenen Beschwerde vom 28. Juni 2021 vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden durchgedrungen (vgl. etwa Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 22 116 vom 31. Januar 2023 E. 3, R 22 111 vom
21. Dezember 2022 E. 2, S 22 119 vom 28. November 2022 E. 3).
3.3.1. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu tragen, wobei mehreren Parteien die Kosten zu gleichen Teilen aufzuerlegen sind, soweit die Behörde nichts anderes entscheidet (Art. 73 Abs. 1 und 2 VRG). Die Gerichtskosten aus dem vorangegangenen verwaltungsgerichtlichen Verfahren R 21 63 im Betrag von CHF 3'731.00 (inkl. Kanzleiauslagen) gehen damit entsprechend dem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens praxisgemäss neu zur Hälfte (CHF 1'865.50) zu Lasten des Beschwerdegegners 3 sowie zu je einem Viertel (CHF 932.75) zu Lasten der Beschwerdegegnerin 1 und des Beschwerdegegners 2 (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 17 32 vom 11. Mai 2017 E. 2b).
3.3.2. Darüber hinaus sind die unterliegenden Beschwerdegegner verpflichtet, den obsiegenden Beschwerdeführenden gemäss Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens die durch das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren R 21 63 verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Dabei ist grundsätzlich auf die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden eingereichte Honorarnote vom 20. Dezember 2021 über CHF 12'379.90 (bestehend aus: Arbeits-/Zeitaufwand 41.33 h à CHF 270.00 [CHF 11'160.00] zzgl. Kleinspesenpauschale von 3 % [CHF 334.80] plus 7.7 % MWST [CHF 885.10]) abzustellen. Die Honorarvereinbarungen liegen vor. Angesichts des mehrfachen Schriftenwechsels und der Komplexität des Verfahrens erscheint der geltend gemachte Aufwand als angemessen und für die Prozessführung erforderlich. Dass lediglich zwei der im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren noch drei Beschwerdeführenden erfolgreich Beschwerde an das Bundesgericht erhoben haben, ändert an der
4/6 Angemessenheit des Honorars nichts. Die Beschwerdeführerin 1 ist nicht mehrwertsteuerpflichtig, weshalb ihr die aussergerichtliche Entschädigung inkl. MWST zuzusprechen ist. Die Beschwerdeführenden 2 und 3 sind indes gemäss UID-Register mehrwertsteuerpflichtig und damit vorsteuerabzugsberechtigt, weshalb ihnen eine Parteientschädigung ohne Mehrwertsteuer zuzusprechen ist (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 17 32 vom
11. Mai 2017, R 16 58 vom 14. Februar 2017 E. 7b; PVG 2015 Nr. 19). Insgesamt steht den Beschwerdeführenden somit eine Parteientschädigung von CHF 11'789.80 zu. Demnach sind die Beschwerdeführenden durch den Beschwerdegegner 3 zur Hälfte (CHF 5'894.90) sowie durch die Beschwerdegegnerin 1 und den Beschwerdegegner 2 zu je einem Viertel (CHF 2'947.45) aussergerichtlich zu entschädigen.
4.1. Mit dem bundesgerichtlichen Urteil 1C_623/2022 wurden auch die Baubewilligung der Beschwerdegegnerin 1 vom 18. Mai 2021 sowie die BAB- Bewilligung des Beschwerdegegners 2 vom 11. März 2021 aufgehoben. Das Obergericht des Kantons Graubünden hat gemäss Rückweisung im Urteil 1C_623/2022 ausser über die im verwaltungsgerichtlichen Verfahren R 21 63 angefallenen Kosten sowie eine allfällige Parteientschädigung an die obsiegenden Parteien auch über die Kostenund Entschädigungsfolgen der vorangegangenen baurechtlichen Verfahren zu befinden.
4.2. Die Gemeinden erheben für ihren Aufwand im Baubewilligungsverfahren Gebühren; sie regeln die Bemessung und Erhebung der Gebühren in einer Gebührenverordnung (Art. 96 Abs. 1 und 3 KRG). Die BAB-Behörde erhebt für BAB-Entscheide von den Gesuchstellenden bzw. Parteien Gebühren (Art. 96 Abs. 4 KRG). Was die Neubeurteilung der Kosten des Baubewilligungsverfahrens nach Massgabe des Ausgangs des bundesgerichtlichen Verfahrens vor der Beschwerdegegnerin 1 und dem Beschwerdegegner 2 anbelangt, gilt es festzuhalten, dass die Rechtsmittelbehörde gemäss Art. 73 Abs. 3 VRG bei der Aufhebung eines Entscheids über die Zuteilung der Kosten des Verfahrens vor der Vorinstanz entscheiden kann. Angesichts des in Art. 3 lit. d des kommunalen Gebührenreglements der Beschwerdegegnerin 1 zum Baugesetz ("Reglamaint per las taxas da fabrica", in Kraft seit 1. Januar 2009) eingeräumten Beurteilungsspielraums bei der Festsetzung der Gebühren für abzuweisende Bauvorhaben ("d) Per dumondas chi nu po gnir acconsenti il permiss: 50 % da la taxa da fabrica tenor
b) in minimum fr. 80.00."), rechtfertigt es sich, die Angelegenheit zur erneuten Festsetzung einer Gebühr für die (abweisende) Behandlung des Baugesuchs Nr. 2021-57 resp. BAB-Verfahren Nr. 2017-1002 an die Beschwerdegegner 1 und
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2 zurückzuweisen. Damit haben die Beschwerdegegner 1 und 2 zugleich auch Gelegenheit, über die Verlegung der Kosten für die Einsprachebehandlung in Nachachtung der anwendbaren Rechtsnormen sowie der dazu ergangenen Rechtsprechung zu befinden.
Es wird erkannt:
1. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens R 21 63 vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden in der Höhe von CHF 3'731.00 gehen zur Hälfte zu Lasten des E._____ (CHF 1'865.50) sowie zu je einem Viertel zu Lasten der Gemeinde D._____ und des Amts für Raumentwicklung Graubünden (je CHF 932.75).
2. Der E._____, die Gemeinde D._____ und das Amt für Raumentwicklung Graubünden haben die A._____, die B._____ und die C._____ mit insgesamt CHF 11'789.80 aussergerichtlich zu entschädigen. Dabei trägt der E._____ die Hälfte (CHF 5'894.90) und die Gemeinde D._____ sowie das Amt für Raumentwicklung Graubünden je einen Viertel (je CHF 2'947.45) der Parteientschädigung.
3. Für die Neuregelung der Kostenund Entschädigungsfolgen der vorinstanzlichen Bauund Einspracheverfahren wird die Sache an die Gemeinde D._____ und das Amt für Raumentwicklung Graubünden zurückgewiesen.
4. Für dieses Verfahren werden keine Gerichtskosten erhoben und keine Entschädigungen zugesprochen.
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