Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
U 2022 37 • VG GR U 2022 37 KI-generiert

Citizenship Admission Cost Recalculation After Supreme Court Quashing

Geschäftsnummer U 2022 37
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Graubünden (CH-GR)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

Following the supreme court's decision to quash a prior administrative court ruling regarding citizenship admission due to a violation of the right to be heard, this administrative court was tasked with recalculating the costs and compensation for the prior cantonal proceedings. The court reasoned that since the appealing party fully prevailed before the supreme court, they must be treated as having succeeded in the cantonal appeal, resulting in the opposing municipality bearing the cantonal court costs of CHF 1,924. Furthermore, the municipality was ordered to pay the prevailing party an out-of-court compensation of CHF 4,691.75 for the administrative appeal proceedings, calculated based on a reduced hourly rate of CHF 240 due to the absence of a submitted fee agreement, despite the lawyer's initial claim of CHF 300 per hour.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 107 Rz, Art. 68 Abs. 5 BGG, Art. 67 Rz, Art. 68 Rz, Art. 73 Abs. 1 VRG; Citizenship Admission Cost Recalculation After Supreme Court Quashing: The court reasoned that since the appealing party fully prevailed before the supreme court, they must be treated as having succeeded in the cantonal appeal, resulting in the opposing municipality bearing the cantonal court costs of CHF 1,924. Furthermore, the municipality was ordered to pay the prevailing party an out-of-court compensation of CHF 4,691.75 for the administrative appeal proceedings, calculated based on a reduced hourly rate of CHF 240 due to the absence of a submitted fee agreement, despite the lawyer's initial claim of CHF 300 per hour.

Schlagwörter

KI-generiert
Bürgerrecht Anwaltskosten Anspruch auf rechtliches Gehör Zahlungsbefehl Verletzung von Parteirechten Rentenneuberechnung Einbürgerung (Kostenentscheid) | Aufenthalt, Niederlassung, Bürgerrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 73 Abs. 1 VRG

Applied to determine that the losing party (Bürgergemeinde B._____) must bear the court costs for the administrative court proceedings.

Art. 78 Abs. 1 VRG

Applied as the basis for ordering the losing party (Bürgergemeinde B._____) to compensate the successful party (A._____) for out-of-court legal fees in the administrative court proceedings.

Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV)

Cited as a basis for the court to determine the amount of the party compensation at its discretion.

Art. 19 des kantonalen Anwaltsgesetzes (BR 310.100)

Cited in conjunction with Art. 2 Abs. 1 HV for determining the amount of the party compensation.

Art. 4 Abs. 1 HV

Cited regarding the possibility for the court to refrain from using the lawyer's invoice when no fee agreement is submitted.

Art. 66 Abs. 1 LTF

Although not explicitly cited in the dispositive, the decision implies cost allocation for the proceeding before the Federal Court by adhering to the instructions implicitly related to costs based on the outcome before the Federal Court (Art. 66 LTF governs costs before the Federal Court, but here the cantonal costs are regulated based on the BGer outcome). However, since the dispositive explicitly concerns only the cantonal costs (Art. 73 VRG, Art. 78 VRG) and states 'Für dieses Urteil werden keine Gerichtskosten erhoben' (Order 2), only the explicitly cited procedural/substantive cantonal provisions and the rule on costs for *this* decision should be considered. Since no specific cost article for *this* specific decision (the one issued by the Administrative Court) is cited in the dispositive, we only list the articles determining the allocation of the *previous* proceeding's costs, as they are the main orders.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 22 37

1. Kammer

Vorsitz Audétat RichterIn Racioppi und von Salis Aktuarin Maurer

URTEIL vom 31. Mai 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Ronny Pers, Beschwerdeführer

gegen

Bürgergemeinde B._____, c/o C._____, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Romano Cahannes, Beschwerdegegnerin

betreffend Einbürgerung (Kostenentscheid)

I. Sachverhalt:

1. Mit Urteil 1D_5/2021 vom 26. April 2022 hiess das Bundesgericht die gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 20 72 vom 11. März 2021 erhobene Beschwerde von A._____ gut. Es erwog, dass die Bürgergemeindeversammlung ihrer verfassungsrechtlichen Begründungspflicht nicht nachgekommen sei und damit den Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verletzt habe. Es hob den Entscheid des Verwaltungsgerichts auf und wies die Sache zu neuem, rechtsgenüglich begründetem Entscheid über die Erteilung des Gemeindebürgerrechts an die Bürgergemeinde B._____ zurück. Zur Neuregelung der Kostenund Entschädigungsfolgen des Beschwerdeverfahrens wies das Bundesgericht die Sache an das Verwaltungsgericht zurück (Ziffer 2 des Urteilsdispositivs).

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ganz oder teilweise gut, kann es reformatorisch entscheiden, also in der Sache selbst Anordnungen treffen, oder aber kassatorisch, also den angefochtenen Entscheid nur aufheben oder die Angelegenheit an die Vorinstanz oder an die erstinstanzlich verfügende Behörde zur Neubeurteilung zurückweisen (Art. 107 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]; vgl. auch KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1640; m.w.H. DORMANN, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 107 Rz. 12 ff.). Dabei kann das Bundesgericht gemäss Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 BGG auch die Kosten und/oder die Entschädigungen des vorangegangenen Verfahrens anders verteilen. Es weist die Angelegenheit dabei entweder an die Vorinstanz zurück, damit diese über die Kostenverteilung entscheidet, oder entscheidet selbst (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1658; GEISER, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 67 Rz. 5 und Art. 68 Rz. 24 f.).

Bei einer Rückweisung sind die Vorgaben und Anweisungen des Bundesgerichts für die Vorinstanz verbindlich (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1643; DORMANN, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler, a.a.O., Art. 107 Rz. 18; vgl. auch BGE 143 IV 214 E.5.3.3 m.H.a. 135 III 334 E.2.1).

1.2. Nach der verbindlichen Anweisung des Bundesgerichts sind die Kostenund Entschädigungsfolgen des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden neu zu verlegen.

2. Da der Beschwerdeführer vor dem Bundesgericht vollständig obsiegt hat, ist er in den kantonalen Verfahren so zu stellen, als wäre er mit seinen Beschwerden vor der Regierung und dem Verwaltungsgericht durchgedrungen.

2.1. Gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) hat im Rechtsmittelverfahren in der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu tragen. Die Gerichtskosten aus dem verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren U 20 72 von insgesamt CHF 1'924.-- (bestehend aus einer Staatsgebühr von CHF 1'500.-- und Kanzleiauslagen von CHF 424.--) gehen somit entsprechend dem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens zu Lasten der Bürgergemeinde B._____. Der Regierung des Kantons Graubünden als Vorinstanz werden keine Kosten überbunden.

2.2.1. Darüber hinaus hat die Bürgergemeinde B._____ den obsiegenden Beschwerdeführer für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren U 20 72 aussergerichtlich zu entschädigen (vgl. Art. 78 Abs. 1 VRG). Die Parteientschädigung wird gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) i.V.m. Art. 19 des kantonalen Anwaltsgesetzes (BR 310.100) durch die urteilende Instanz nach Ermessen festgesetzt. Ausgangspunkt bildet die Kostennote, die der entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Vertretung in Rechnung gestellt wird (Art. 2 Abs. 2 HV), soweit insbesondere der vereinbarte Stundensatz üblich (vgl. Art. 3 Abs. 1 HV) und der geltend gemachte Aufwand angemessen und für die Prozessführung erforderlich sind. Reichen die Parteien zu Beginn des Verfahrens nicht eine vollständige, unterzeichnete Honorarvereinbarung ein, kann die urteilende Instanz davon absehen, für die Festsetzung der Parteientschädigung die Anwaltsrechnung heranzuziehen (Art. 4 Abs. 1 HV).

2.2.2. Die beschwerdeführerische Rechtsvertreterin reichte dem Gericht im Verfahren U 20 72 mit Schreiben vom 5. November 2020 eine Kostennote über CHF 9'029.25 ein (Honorar nach Zeitaufwand von CHF 7'920.-- [=

25.5 h à CHF 300.--] zzgl. CHF 463.70 Auslagen und 7.7 % MWST [= CHF 645.55]). Dabei werden Aufwendungen ab dem 9. Januar 2020 geltend gemacht, mithin noch während des Einbürgerungsverfahrens. Diese Positionen sind im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Verfahren indes nicht zu entschädigen, so dass vorliegend der geltend gemachte Aufwand erst ab dem 15. Juni 2020 zu berücksichtigen ist. Der so für das Beschwerdeverfahren U 20 72 geltend gemachte Zeitaufwand von insgesamt

16.8 Stunden erscheint dem Gericht angesichts der gesamten Umstände, der Schwierigkeit der Angelegenheit und des Umfangs des Verfahrens als angemessen. Dementsprechend sind auch lediglich Auslagen in der Höhe von CHF 324.30 zu berücksichtigen.

2.2.3. Eine Honorarvereinbarung liegt nicht im Recht. Die Praxis des Verwaltungsgerichts (Praxisänderung vom 5. September 2017, vgl. dazu statt vieler VGU R 17 86 vom 17. April 2018 E.5.2) geht gestützt auf die HV dahin, dass bei Einreichen einer Honorarvereinbarung der geltend gemachte Stundenansatz übernommen wird, sofern er den Ansatz von

CHF 270.-- nicht überschreitet. Wird keine Honorarvereinbarung eingereicht, beträgt der Stundenansatz höchstens CHF 240.--. Angesichts dieser Praxis ist der geltend gemachte Stundenansatz der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers von CHF 300.-- auf CHF 240.-- herabzusetzen und das Honorar dementsprechend zu kürzen. Die so korrigierte Honorarnote beläuft sich danach auf total CHF 4'691.75 (Honorar nach Zeitaufwand von CHF 4'032.-- [= 16.8 h à CHF 240.--] zzgl. CHF 324.30 Kleinspesen [= CHF 4'356.30] und 7.7 % MWST [= CHF 335.45]). In diesem Umfang hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer aussergerichtlich zu entschädigen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1.1. Die Gerichtskosten aus dem Verfahren U 20 72 von CHF 1'924.-- gehen zu Lasten der Bürgergemeinde B._____.

1.2. Die Bürgergemeinde B._____ hat A._____ für das Verfahren U 20 72 aussergerichtlich mit insgesamt CHF 4'691.75 (inkl. MWST) zu entschädigen.

2. Für dieses Urteil werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]