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SK1 2023 11 • KG GR SK1 2023 11 KI-generiert

Dismissal of Traffic Violation Appeal Due to Death of Accused; Costs Awarded to State

Geschäftsnummer SK1 2023 11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Graubünden (CH-GR)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

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The appeal against a lower court's conviction for serious violation of traffic regulations was dismissed because the accused party died during the appeal proceedings, leading to the mandatory discontinuation of the criminal case, which consequently rendered the initial judgment moot. The court reasoned that the death necessitates the termination of the proceedings, thereby shifting all procedural costs to the state rather than the deceased's estate, while simultaneously ordering the state to compensate the heirs for the reasonable expenses incurred by the defense counsel in both the first instance and the appeal proceedings.

Legislator-Regeste

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Art. 90 Abs. 2 SVG, Art. 403 StPO, Art. 426 Abs. 1 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO, Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO, Art. 436 Abs. 1 StPO; Dismissal of Traffic Violation Appeal Due to Death of Accused; Costs Awarded to State: The court reasoned that the death necessitates the termination of the proceedings, thereby shifting all procedural costs to the state rather than the deceased's estate, while simultaneously ordering the state to compensate the heirs for the reasonable expenses incurred by the defense counsel in both the first instance and the appeal proceedings.

Schlagwörter

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Einstellung des Strassenverkehrsverfahrens Verfahrenskosten Nachlass des Erblassers Verfahrensverletzungen tödlicher Unfall Festsetzung der Busse

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 426 Abs. 1 StPO

Cited as a basis for deciding that the entire procedural costs are borne by the state following the discontinuation of the criminal proceedings.

Art. 428 Abs. 1 StPO

Cited as a basis for deciding that the entire procedural costs are borne by the state following the discontinuation of the criminal proceedings.

Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO

Cited as the basis for awarding compensation to the deceased's estate for the reasonable exercise of procedural rights.

Art. 436 Abs. 1 StPO

Cited as the basis for awarding compensation to the deceased's estate for the reasonable exercise of procedural rights.

Art. 78 BGG

Cited in the dispositive regarding the right to appeal to the Federal Supreme Court (Beschwerde in Strafsachen).

Art. 90 BGG

Cited in the dispositive regarding the procedural requirements for appeal to the Federal Supreme Court.

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Volltext

Kantonsgericht von Graubünden Dretgira chantunala dal Grischun Tribunale cantonale dei Grigioni

Beschluss vom 18. August 2023

Referenz SK1 23 11

Instanz I. Strafkammer

Besetzung Moses, Vorsitzender Cavegn und Michael Dürst Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien A._____ geboren am ______1993, verstorben am _____2023 Beschuldigter vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden Rohanstrasse 5, 7001 Chur

Gegenstand grobe Verletzung von Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG)

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Viamala vom 10.01.2023, mitgeteilt am 07.02.2023 (Proz. Nr. 515-2022-29)

Mitteilung 28. August 2023

Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Viamala sprach A._____ sel. am 10. Januar 2023 der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je CHF 110.00. Dagegen erhob A._____ sel. Berufung. In der Berufungserklärung vom 27. Februar 2023 beantragte er einen Freispruch.

B. A._____ sel. verstarb am 31. Mai 2023. Am 6. Juli 2023 stellte sein Verteidiger den Antrag, das Strafverfahren sei einzustellen. Gleichzeitig reichte er seine Honorarnoten für das Verfahren vor dem erstinstanzlichen Gericht und vor der Berufungsinstanz ein.

Erwägungen

1. Der Tod der beschuldigten Person führt zur Einstellung des Strafverfahrens (BGer 6B_975/2021 v. 7.9.2022 E. 1.1 mit Hinweisen). Erfolgt dies im Berufungsverfahren, wird das erstinstanzliche Urteil hinfällig (BGer 6B_277/2012 v. 14.8.2012 E. 2.5; Marlène Kistler Vianin, in: Jeanneret/Kuhn/Perrier Depeursinge [Hrsg.], Commentaire romand, 2. Aufl. 2019, N 11 zu Art. 403 StPO).

2. Die gesamten Verfahrenskosten gehen als Folge der Einstellung des Strafverfahrens zulasten des Staates (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 428 Abs. 1 StPO); der Nachlass des Verstorbenen darf damit nicht belastet werden (BGer 6B_614/2013 v. 29.8.2013 E. 2.4). Für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte ist der Nachlass des Beschuldigten hingegen angemessen zu entschädigen (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 436 Abs. 1 StPO). Die vom Verteidiger eingereichten Honorarnoten (act. B.1; act. G.1) sind nicht zu beanstanden.

2/3 Demnach wird erkannt:

1. Das gegen A._____ sel. geführte Strafverfahren wird eingestellt.

2. Die Untersuchungskosten von CHF 1'713.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden (Staatsanwaltschaft).

3.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 4'600.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Viamala).

3.2. Die Erben von A._____ sel. werden für das erstinstanzliche Verfahren zulasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Viamala) mit CHF 5'444.50 (inkl. Spesen und MwSt.) entschädigt.

4.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 500.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht).

4.2. Die Erben von A._____ sel. werden für das Berufungsverfahren zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht) mit CHF 998.40 (inkl. Spesen und MwSt.) entschädigt.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert

30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff.

BGG.

6. Mitteilung an:

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