Dismissal of Traffic Violation Appeal Due to Death of Accused; Costs Awarded to State
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe appeal against a lower court's conviction for serious violation of traffic regulations was dismissed because the accused party died during the appeal proceedings, leading to the mandatory discontinuation of the criminal case, which consequently rendered the initial judgment moot. The court reasoned that the death necessitates the termination of the proceedings, thereby shifting all procedural costs to the state rather than the deceased's estate, while simultaneously ordering the state to compensate the heirs for the reasonable expenses incurred by the defense counsel in both the first instance and the appeal proceedings.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 90 Abs. 2 SVG, Art. 403 StPO, Art. 426 Abs. 1 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO, Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO, Art. 436 Abs. 1 StPO; Dismissal of Traffic Violation Appeal Due to Death of Accused; Costs Awarded to State: The court reasoned that the death necessitates the termination of the proceedings, thereby shifting all procedural costs to the state rather than the deceased's estate, while simultaneously ordering the state to compensate the heirs for the reasonable expenses incurred by the defense counsel in both the first instance and the appeal proceedings.
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KI-generiertCited as a basis for deciding that the entire procedural costs are borne by the state following the discontinuation of the criminal proceedings.
Cited as a basis for deciding that the entire procedural costs are borne by the state following the discontinuation of the criminal proceedings.
Cited as the basis for awarding compensation to the deceased's estate for the reasonable exercise of procedural rights.
Cited as the basis for awarding compensation to the deceased's estate for the reasonable exercise of procedural rights.
Cited in the dispositive regarding the right to appeal to the Federal Supreme Court (Beschwerde in Strafsachen).
Cited in the dispositive regarding the procedural requirements for appeal to the Federal Supreme Court.
Volltext
Kantonsgericht von Graubünden Dretgira chantunala dal Grischun Tribunale cantonale dei Grigioni
Beschluss vom 18. August 2023
Referenz SK1 23 11
Instanz I. Strafkammer
Besetzung Moses, Vorsitzender Cavegn und Michael Dürst Coray-Mosele, Aktuarin
Parteien A._____ geboren am ______1993, verstorben am _____2023 Beschuldigter vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur
gegen
Staatsanwaltschaft Graubünden Rohanstrasse 5, 7001 Chur
Gegenstand grobe Verletzung von Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG)
Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Viamala vom 10.01.2023, mitgeteilt am 07.02.2023 (Proz. Nr. 515-2022-29)
Mitteilung 28. August 2023
Sachverhalt
A. Das Regionalgericht Viamala sprach A._____ sel. am 10. Januar 2023 der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je CHF 110.00. Dagegen erhob A._____ sel. Berufung. In der Berufungserklärung vom 27. Februar 2023 beantragte er einen Freispruch.
B. A._____ sel. verstarb am 31. Mai 2023. Am 6. Juli 2023 stellte sein Verteidiger den Antrag, das Strafverfahren sei einzustellen. Gleichzeitig reichte er seine Honorarnoten für das Verfahren vor dem erstinstanzlichen Gericht und vor der Berufungsinstanz ein.
Erwägungen
1. Der Tod der beschuldigten Person führt zur Einstellung des Strafverfahrens (BGer 6B_975/2021 v. 7.9.2022 E. 1.1 mit Hinweisen). Erfolgt dies im Berufungsverfahren, wird das erstinstanzliche Urteil hinfällig (BGer 6B_277/2012 v. 14.8.2012 E. 2.5; Marlène Kistler Vianin, in: Jeanneret/Kuhn/Perrier Depeursinge [Hrsg.], Commentaire romand, 2. Aufl. 2019, N 11 zu Art. 403 StPO).
2. Die gesamten Verfahrenskosten gehen als Folge der Einstellung des Strafverfahrens zulasten des Staates (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 428 Abs. 1 StPO); der Nachlass des Verstorbenen darf damit nicht belastet werden (BGer 6B_614/2013 v. 29.8.2013 E. 2.4). Für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte ist der Nachlass des Beschuldigten hingegen angemessen zu entschädigen (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 436 Abs. 1 StPO). Die vom Verteidiger eingereichten Honorarnoten (act. B.1; act. G.1) sind nicht zu beanstanden.
2/3 Demnach wird erkannt:
1. Das gegen A._____ sel. geführte Strafverfahren wird eingestellt.
2. Die Untersuchungskosten von CHF 1'713.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden (Staatsanwaltschaft).
3.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 4'600.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Viamala).
3.2. Die Erben von A._____ sel. werden für das erstinstanzliche Verfahren zulasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Viamala) mit CHF 5'444.50 (inkl. Spesen und MwSt.) entschädigt.
4.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 500.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht).
4.2. Die Erben von A._____ sel. werden für das Berufungsverfahren zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht) mit CHF 998.40 (inkl. Spesen und MwSt.) entschädigt.
5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert
30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff.
BGG.
6. Mitteilung an:
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