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PKG 2017 17 • KG GR PKG 2017 17 KI-generiert

Appeal Mechanism for Dismissal of Debt Collection Objection Lift Request

Geschäftsnummer PKG 2017 17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Graubünden (CH-GR)
Ausgang struck_off

Legislator-Zusammenfassung

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The proper appeal mechanism for a decision dismissing a request for the lifting of an objection to debt collection proceedings, when dismissal is based on the subsequent payment of the entire debt plus interest to the collection office during the proceedings, is a complaint rather than revision. While dismissals based on agreements, admissions, or withdrawals under procedural code Article 241 allow for revision due to material or procedural defects, paying the debt is treated as a withdrawal of the objection under Article 242, as it fails to meet the formal requirements of Article 241, leading to the loss of the subject matter of the case; consequently, such a dismissal under Article 242 is challengeable by complaint.

Legislator-Regeste

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Art. 241 ZPO, Art. 241 Abs. 1 ZPO, Art. 242 ZPO, Art. 84 SchKG, Art. 308 Abs. 2 ZPO, Art. 319 lit. a ZPO; Appeal Mechanism for Dismissal of Debt Collection Objection Lift Request: While dismissals based on agreements, admissions, or withdrawals under procedural code Article 241 allow for revision due to material or procedural defects, paying the debt is treated as a withdrawal of the objection under Article 242, as it fails to meet the formal requirements of Article 241, leading to the loss of the subject matter of the case; consequently, such a dismissal under Article 242 is challengeable by complaint.

Schlagwörter

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Inkasso Verfahrensrügen Rückzug des Revisionsgesuchs Rechtsöffnungsbegehren Zinszahlung Wegfall des schutzwürdigen Interesses

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 242 ZPO

The court decision was based on the provision concerning the striking off of the proceedings due to loss of subject matter, following the payment of the debt which constitutes withdrawal of the objection to enforcement.

Art. 319 lit. a ZPO

Cited as the applicable appeal procedure (Beschwerde) for the decision on the striking off under Art. 242 ZPO, contrasting with the potentially incorrect appeal instruction citing Revision.

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Volltext

17 PKG 2017

c) Schuldbetreibungsund Konkursbeschwerden (Aufsichtsund Gerichtsverfahren)

17 – Gegen Entscheidsurrogate nach Art. 241 ZPO (Abschreibung wegen Vergleichs, Anerkennung oder Rückzugs) ist hinsichtlich ihrer materiellen und prozessualen Mängel die Revision als primäres und ausschliessliches Rechtsmittel gegeben. Die Bezahlung der gesamten Betreibungsschuld samt Zins während des Rechtsöffnungsverfahrens an das Betreibungsamt gilt als Rückzug des Rechtsvorschlages und zieht, da das Formerfordernis von Art. 241 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt ist, einen Abschreibungsentscheid gemäss Art. 242 ZPO nach sich. Weiterzug mit Berufung oder Beschwerde (Erw. 1.3.1-1.3.3)

Aus den Erwägungen:

1.3.1. In der Beschwerdeschrift wird dem Wortlaut nach die Aufhebung des gesamten Abschreibungsentscheids der Einzelrichterin am Bezirksgericht Landquart vom 5. Dezember 2016 betreffend Rechtsöffnung beantragt. Damit wird formell auch die Dispositiv-Ziff. 1 des Entscheids angefochten, worin das Gesuch um Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. _ (Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Landquart vom 30. März 2016) infolge Anerkennung als gegenstandslos abgeschrieben wurde, und zwar obwohl aus der Rechtsmittelbelehrung hervorgeht, dass insoweit nicht das Rechtsmittel der Beschwerde, sondern ausschliesslich jenes der Revision zur Verfügung stehe.

1.3.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Revision primäres und ausschliessliches Rechtsmittel in Bezug auf materielle oder prozessuale Mängel des Vergleichs, des Klagerückzugs oder der Anerkennung (vgl. BGE 139 III 133 E. 1, betreffend Vergleich m.w.H.), mithin für die Entscheidsurrogate von Art. 241 ZPO. Eine sogenannte «konkludente Klageanerkennung» hingegen (z.B. durch Bezahlen einer eingeklagten Forderung) erfüllt das Formerfordernis von Abs. 1 von Art. 241 ZPO nicht und führt zur Gegenstandslosigkeit des Verfahrens nach Art. 242 ZPO (vgl. Julia Gschwend/Daniel Steck, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 28 zu Art. 241 ZPO [zit. Basler Kommentar zur ZPO]). Die Gegenstandslosigkeit im Sinne von Art. 242 ZPO tritt insbesondere ein, wenn der Streitgegenstand oder das Rechtsschutzinteresse der klagenden Partei nach Eintritt der Rechtshängigkeit definitiv wegfällt (s. dazu Urteil des Bundes-

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gerichts 5D_82/2012 vom 28. Juni 2012 E. 2 und 3.3). Gegenstandslos wird das Rechtsöffnungsverfahren bei Rückzug der Betreibung sowie bei Rückzug oder Ungültigerklärung des Rechtsvorschlages (vgl. Julia Gschwend/ Daniel Steck, in: Basler Kommentar zur ZPO, a.a.O., N 8 zu Art. 242 ZPO m.w.H.). Die Bezahlung der gesamten betriebenen Schuld samt Zinsen während des Rechtsöffnungsverfahrens an das Betreibungsamt gilt in der Praxis als Rückzug des Rechtsvorschlags (vgl. Daniel Staehelin, in: Staehlin/Bauer/Staehlin [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl., Basel 2010, N 70 zu Art. 84 SchKG). Im Fall der Gegenstandslosigkeit aus anderen Gründen nach Art. 242 ZPO liegt kein Entscheidsurrogat vor und der Abschreibungsentscheid kann nach den Voraussetzungen von Art. 308 Abs. 2 ZPO mit Berufung, ansonsten mit Beschwerde nach Art. 319 lit. a ZPO angefochten werden.

1.3.3. Im vorliegenden Fall bezahlte der Beschwerdeführer nachweislich die gesamte betriebene Schuld samt Zinsen während des Rechtsöffnungsverfahrens an das Betreibungsamt, was als Rückzug des Rechtsvorschlags gilt, zur Gegenstandslosigkeit des Rechtsöffnungsverfahren führt und einen Abschreibungsentscheid gemäss Art. 242 ZPO nach sich zieht. Zwar schrieb die Vorderrichterin das Gesuch um Rechtsöffnung gemäss Erwägung 5 des angefochtenen Abschreibungsentscheids gestützt auf Art. 242 ZPO ab, allerdings mit der unzutreffenden Begründung, dass das Rechtsöffnungsgesuch infolge Anerkennung als gegenstandslos abgeschrieben werde. Es handelt sich vorliegend indes gerade nicht um eine Anerkennung des Rechtsöffnungsgesuches seitens des Beschwerdeführers als Fall von Art. 241 ZPO, weshalb die Rechtsmittelbelehrung insoweit unzutreffend ist, als dass Dispositiv-Ziff. 1 nicht mit Revision als primäres und ausschliessliches Rechtsmittel, sondern – wie auch die Dispositiv-Ziff. 2 und

3 – mit Beschwerde nach Art. 319 lit. a ZPO angefochten werden könnte. KSK 16 97 Entscheid vom 28. Juli 2017