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PKG 2012 11 • KG GR PKG 2012 11 KI-generiert

Cantonal Court Review of Discretionary Cost Decisions under Article 320 ZPO

Geschäftsnummer PKG 2012 11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Graubünden (CH-GR)

Legislator-Zusammenfassung

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Decisions regarding the amount of court costs, cost allocation, and out-of-court compensation, typically involving judicial discretion, can be appealed to the Cantonal Court via civil complaint under Article 320 of the Code of Civil Procedure (ZPO), allowing challenges based on incorrect application of law, which includes the ground of inappropriateness. The court reasoned that the scope of review for the appellate court is broader under Article 320 ZPO than under the former procedure, as the concept of incorrect legal application encompasses reviewing the inappropriateness of discretionary decisions, thereby granting the Cantonal Court a wider cognition than previously available under the prior cantonal civil procedure code.

Legislator-Regeste

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Art. 320 ZPO, Art. 310 ZPO, Art. 95 BGG, Art. 232 ZPO-GR; Cantonal Court Review of Discretionary Cost Decisions under Article 320 ZPO: The court reasoned that the scope of review for the appellate court is broader under Article 320 ZPO than under the former procedure, as the concept of incorrect legal application encompasses reviewing the inappropriateness of discretionary decisions, thereby granting the Cantonal Court a wider cognition than previously available under the prior cantonal civil procedure code.

Schlagwörter

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Kognitionsbefugnis ZPO-Bestimmung Normenkontrolle Kostenverlegung Vorabentscheidungsverfahren Verfahrens- und andere Vorschriften

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Volltext

PKG 2012 11

11 – Im summarischen Verfahren auf Erlass vorsorglicher Massnahmen ergangener Entscheid über die Höhe der Gerichtskosten, die Kostenverteilung und die Höhe der aussergerichtlichen Entschädigung. Beim Weiterzug solcher Entscheide des Einzelrichters am Bezirksgericht mittels zivilrechtlicher Beschwerde ans Kantonsgericht kann gemäss Art. 320 ZPO die unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie die unrichtige Rechtsanwendung gerügt werden, wobei Letztere auch den Vorwurf der Unangemessenheit umfasst. Die Kognitionsbefugnis des Kantonsgerichts ist somit in solchen Fällen umfassender, als sie es seinerzeit bei der Beschwerde nach Art. 232 der bündnerischen Zivilprozessordnung war.

Aus den Erwägungen:

2. Entscheide über die Höhe der Gerichtskosten, die Kostenverteilung sowie die Höhe der aussergerichtlichen Entschädigung sind typische Ermessensentscheide. Gemäss Art. 320 ZPO kann mit Beschwerde die unrichtige Rechtsanwendung sowie die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden. Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwendung beinhaltet jeden Verstoss gegen das geschriebene und ungeschriebene Recht (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2010, N. 3 zu Art. 320 ZPO; vgl. Spühler, in:

Spühler/Tenchio/Infanger, Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2010, N. 2 zu Art. 310 ZPO; Botschaft ZPO, 7372). Unrichtige Rechtsanwendung umfasst auch Unangemessenheit (Kurt Blickenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander, DIKE- Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N. 5 zu Art. 310 ZPO). Unangemessenheit ist gegeben, wenn ein gerichtlicher Entscheid, der auf sachlichen Kriterien beruht und die Grenzen der Ermessensausübung beachtet, unter Berücksichtigung der Gegebenheiten des konkreten Falles dennoch als unzweckmässig erscheint (Reetz/Theiler, in:

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2010, N. 36 zu Art. 310 ZPO; Schott, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger, Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Basel 2011, N. 32 zu Art. 95 BGG). Die Rechtsmittelinstanz hätte folglich einen anderen, zweckmässigeren Entscheid getroffen, hätte sie anstelle der Vorinstanz zu entscheiden gehabt (Reetz/Theiler, a.a.O., N. 36 zu Art. 310 ZPO). Die Kognitionsbefugnis des Kantonsgerichts geht somit bei der Beschwerde nach Art. 320 ZPO weiter als diejenige bei der Beschwerde nach Art. 232 ZPO-GR, welche nur bei einer Gesetzesverletzung und damit

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nicht bei Unangemessenheit ergriffen werden konnte (Urteil der II. Zivilkammer des Kantonsgerichts Graubünden ZK2 11 55 vom 13. Dezember 2011 E. 3). Das Kantonsgericht überprüft die Rüge der unrichtigen Rechtsanwendung nach Art. 320 ZPO mit freier Kognition (vgl. Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N. 4 zu Art. 320 ZPO; Botschaft ZPO, 7372). Mit dieser Änderung kommt der Gesetzgeber Art. 111 Abs. 3 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) nach, wonach die unmittelbare Vorinstanz des Bundesgerichts mindestens die gleiche Kognition haben müsse, wie dem Bundesgericht nach Art. 95 und 96 BGG zukommt (Kurt Blickenstorfer, a.a.O., N. 5 zu Art. 320 ZPO; vgl. Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N. 4 zu Art. 320 ZPO). Die Rechtsmittelinstanz hat bei der Überprüfung der Angemessenheit jedoch Zurückhaltung zu üben (Kurt Blickenstorfer, a.a.O., N. 5 zu Art. 320 ZPO). Unter diesen Gesichtspunkten ist die vorliegende Beschwerde zu prüfen. ZK1 11 88 Urteil vom 10. Januar 2012