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605 2018 131 • TC FR 605 2018 131 Généré par l'IA

Claimant v. Social Insurance Equalization Fund (Family Allowance Payment Retroactivity)

Numéro de cause 605 2018 131
Autorité / Tribunal
Juridiction Suisse · Canton de Fribourg (CH-FR)
Date de la décision
Issue du litige Admis (Allowed)
Frais judiciaires sans frais

Synthèse Legislator

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A claimant appealed a decision by the social insurance equalization fund that determined family allowances for her children, who lived with her, would be paid retroactively to the father starting July 1, 2016, despite an earlier decision to pay the mother directly. The court sided with the claimant, reasoning that the equalization fund's attempt in its comments to re-evaluate the decision based on potential foreign family benefits was essentially a request for referral for further clarification, which should have been addressed before the appeal decision became binding; consequently, the court overturned the contested decision and remanded the matter back to the equalization fund for further clarification and a new decision, as the fund had evidently lacked all necessary elements when initially issuing its rejection of the appeal.

Regeste Legislator

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Art. 53 ATSG, Art. 53 Abs. 2 ATSG, Art. 53 Abs. 3 ATSG, Art. 61 ATSG, Art. 64 LTF, Art. 66 al. 1 LTF; Claimant v. Social Insurance Equalization Fund (Family Allowance Payment Retroactivity): The court sided with the claimant, reasoning that the equalization fund's attempt in its comments to re-evaluate the decision based on potential foreign family benefits was essentially a request for referral for further clarification, which should have been addressed before the appeal decision became binding; consequently, the court overturned the contested decision and remanded the matter back to the equalization fund for further clarification and a new decision, as the fund had evidently lacked all necessary elements when initially issuing its rejection of the appeal.

Mots-clés

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allocation sociale caisse d'assurance paiement des prestations contentieux de sécurité sociale soulte paiement de l'arriéré

Dispositions légales citées

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Jurisprudence citée

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Questions juridiques clés extraites par Legislator

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Art. 61 ATSG

This article governs the applicability of cantonal law in proceedings before the Cantonal Insurance Court, which is the procedural basis for the review.

Art. 53 ATSG

Cited during the reasoning regarding the possibility of the social security institution reviewing its decision, although the dispositive refers the matter back for further clarification.

Art. 64 LTF

This provision is not explicitly cited in the dispositive (orders I, II, III).

Art. 66 al. 1 LTF

This provision is not explicitly cited in the dispositive (orders I, II, III).

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Texte complet

Tribunal cantonal TC Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00 tribunalcantonal@fr.ch www.fr.ch/tc

605 2018 131

Urteil vom 17. Oktober 2018

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin Richter: Susanne Fankhauser Marc Sugnaux Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, gegen

AUSGLEICHSKASSE DES KANTONS FREIBURG, Vorinstanz

Gegenstand Landwirtschaftliche Familienzulagen

Beschwerde vom 11. Mai 2018 gegen den Einspracheentscheid vom

10. April 2018

— Pouvoir Judiciaire PJ Gerichtsbehörden GB Kantonsgericht KG

in Anbetracht dessen,

dass die Ausgleichskasse des Kantons Freiburg (nachfolgend: AK) mit Verfügung vom 21. Juli 2016 B.________, wohnhaft in C.________, mitteilte, dass ihm die Familienzulagen für seine drei Kinder, die zusammen mit ihrer Mutter A.________, wohnhaft in D.________, leben, bis zum

30. Juni 2016 direkt ausbezahlt und ab dem 1. Juli 2016 direkt der Mutter ausbezahlt würden;

dass die AK nach Prüfung des Dossiers mit Verfügung vom 24. Oktober 2017 daran festhielt, dass die Familienzulagen rückwirkend ab dem 1. Juli 2016 direkt der Mutter ausbezahlt würden;

dass die AK, nachdem der Vater gegen die vorgenannte Verfügung Einsprache erhoben hatte, in ihrem Einspracheentscheid vom 10. April 2018 festhielt, dass ihm die Familienzulagen für die Periode vom 1. Juli 2016 bis zum 31. Dezember 2017 rückwirkend direkt ausbezahlt würden;

dass A.________ gegen diesen Einspracheentscheid am 11. Mai 2018 Beschwerde am Kantonsgericht erhob und die rückwirkende direkte Auszahlung der Familienzulagen an sie verlangte;

dass die AK in ihren Bemerkungen vom 10. Juli 2018 an ihren Ausführungen festhielt und die Abweisung der Beschwerde beantragte;

dass am 13. August 2018 B.________ als direkt vom vorliegenden Verfahren Betroffener Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wurde;

dass seine Stellungnahme vom 7. September 2018 den Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt wurde;

erwägend,

dass sich das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht gemäss Art. 61 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von Art. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1952 über die Familienzulagen in der Landwirtschaft (FLG; SR 836.1) zur Anwendung kommt, unter Vorbehalt von Art. 1 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) nach kantonalem Recht bestimmt, welches gewissen bundesrechtlichen Anforderungen zu genügen hat;

dass der Versicherungsträger gemäss Art. 53 ATSG auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Abs. 2), sowie eine Verfügung oder einen Einspracheentscheid, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange wiedererwägen kann, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt (Abs. 3);

dass die AK in ihren Bemerkungen vom 10. Juli 2018 neben dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde darauf hinweist, dass der Beschwerde zu entnehmen sei, dass die Beschwerdeführerin in D.________ für ihre Kinder eine finanzielle Unterstützung vom Staat erhalte und dass Kantonsgericht KG

es sich dabei offenbar um eine klassische Familienbeihilfe handle, welche den Koordinationsregeln der Sozialversicherungssysteme in der Europäischen Union unterliege;

dass die AK weiter erklärte, aufgrund dieser neuen Tatsachen müssten, ungeachtet des Ausgangs des vorliegenden Verfahrens, weitere Abklärungen vorgenommen werden, bevor die Familienzulagen rückwirkend per 1. Juli 2016 ausbezahlt werden könnten und dass diese Abklärungen erst nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens durchgeführt würden;

dass die AK dabei offenbar übersieht, dass das Urteil des Gerichts nach Ablauf der Rechtsmittelfrist rechtskräftig und damit verbindlich wird, weshalb eine Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG nicht mehr möglich ist;

dass die Vorinstanz den angefochtenen Einspracheentscheid auch nicht in gestützt auf Art. 53 Abs. 3 ATSG in Wiedererwägung gezogen hat;

dass ihre Bemerkungen deshalb als Antrag auf Rückweisung zu ergänzender Abklärung zu interpretieren sind;

dass vorliegend die AK beim Erlass des Einspracheentscheids offensichtlich nicht über alle notwendigen Elemente für ihren Entscheid verfügte;

dass die Vorinstanz – sofern der Anspruch auf Familienzulagen grundsätzlich weiterhin besteht – auch das Urteil BGer 8C_464/2017 vom 20. Dezember 2017 zu berücksichtigen haben wird;

dass der angefochtene Einspracheentscheid deshalb aufzuheben und die Angelegenheit für weitere Abklärungen und Neuentscheid an die AK zurückzuweisen ist;

dass keine Gerichtskosten erhoben werden;

(Dispositiv auf nachfolgender Seite)

Kantonsgericht KG

erkennt der Hof:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Einspracheentscheid vom

10. April 2018 aufgehoben.

Die Angelegenheit wird im Sinne der Erwägungen an die Ausgleichskasse des Kantons Freiburg zurückgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerdeschrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 17. Oktober 2018/bsc

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter: