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502 2023 185 • TC FR 502 2023 185 Généré par l'IA

Failure to Appear at Hearing Renders Objection Withdrawn; Appeal Dismissed for Inadequate Briefing

Numéro de cause 502 2023 185
Autorité / Tribunal
Juridiction Suisse · Canton de Fribourg (CH-FR)
Date de la décision
Issue du litige Irrecevable (Inadmissible)
Frais judiciaires à la charge du recourant

Synthèse Legislator

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An individual who had filed an objection to a penalty order for insult subsequently failed to appear at the scheduled hearing without excuse or representation, leading the lower court judge to deem the objection withdrawn and the penalty order final. The individual then appealed this decision, but the Appellate Court dismissed the appeal because the written submission failed to adequately address the challenged ruling—namely, the non-appearance at the hearing—instead vaguely referencing a right to object based on an incomplete factual assessment, thus violating the requirement for reasoned appeals.

Regeste Legislator

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Art. 354 StPO, Art. 393 Abs. 1 Bst, Art. 382 Abs. 1 StPO, Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO, Art. 393 Abs. 1 let. b StPO; Failure to Appear at Hearing Renders Objection Withdrawn; Appeal Dismissed for Inadequate Briefing: The individual then appealed this decision, but the Appellate Court dismissed the appeal because the written submission failed to adequately address the challenged ruling—namely, the non-appearance at the hearing—instead vaguely referencing a right to object based on an incomplete factual assessment, thus violating the requirement for reasoned appeals.

Mots-clés

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obligation de comparaître à l'audience exceptions de procédure défaut de preuve qualité pour recourir procédure de récusation retrait de la plainte pénale Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts | Strafrecht

Dispositions légales citées

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Jurisprudence citée

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Questions juridiques clés extraites par Legislator

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Art. 396 Abs. 1 StPO

The appeal was not considered because the appellant failed to provide the required reasoning for the appeal.

Art. 428 Abs. 1 StPO

Applied to order the appellant to bear the costs of the appeal proceedings as the losing party.

Art. 393 Abs. 1 let. b StPO

Cited to confirm the admissibility of the appeal against the first instance decision.

Art. 382 Abs. 1 StPO

Cited to confirm the appellant's standing to appeal.

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Texte complet

Tribunal cantonal TC Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

502 2023 185

Urteil vom 17. August 2023 Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser Gerichtsschreiberin- Berichterstatterin: Silvia Gerber

Parteien A.________,Beschuldigter und Beschwerdeführer gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Einsprache gegen einen Strafbefehl (Art. 354 StPO) – Nichteintreten mangels Begründung

Beschwerde vom 3. August 2023 gegen die Verfügung der Polizeirichterin des Sensebezirks vom 20. Juli 2023

— Pouvoir Judiciaire PJ Gerichtsbehörden GB Kantonsgericht KG

erwägend,

dass A.________, geb. 1999, mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 7. Februar 2023 der Beschimpfung für schuldig befunden und zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen (zu je CHF 50.-) und einer Busse von CHF 200.- verurteilt wurde, zuzüglich Verfahrenskosten von CHF 305.-;

dass ihm der Strafbefehl gemäss Sendungsverfolgung der Post am 8. Februar 2023 zugestellt wurde;

dass er dagegen mit Schreiben vom 16. Februar 2023 (Postaufgabe) Einsprache erhob;

dass die Staatsanwaltschaft die Einsprache samt Akten sodann zuständigkeitshalber der Polizeirichterin des Sensebezirks (nachfolgend: die Polizeirichterin) zukommen liess;

dass die Polizeirichterin A.________ am 22. März 2023 zur Verhandlung vom 20. Juli 2023 vorlud; die Vorladung erwähnt namentlich, dass letzterer persönlich erscheinen muss und dass die Einsprache als zurückgezogen gilt, wenn die Einsprache erhebende Person der Verhandlung unentschuldigt oder ohne Vertretung fernbleibt;

dass ihm die Vorladung am 23. März 2023 zugestellt wurde;

dass A.________ am 24. April 2023 persönlich diverse Unterlagen betreffend seine finanzielle Situation beim Gericht abgab;

dass A.________ nicht zur Verhandlung vom 20. Juli 2023 erschien;

dass die Polizeirichterin gleichentags feststellte, dass A.________ unentschuldigt nicht zur Verhandlung erschien und sich auch nicht vertreten liess; die Einsprache gelte daher als zurückgezogen, das Einspracheverfahren werde abgeschrieben und der Strafbefehl vom 7. Februar 2023 erlange die Wirkung eines rechtskräftigen Urteils; die Kosten von pauschal CHF 100.- wurden A.________ auferlegt;

dass A.________ mit Eingabe vom 3. August 2023 dagegen Beschwerde erhob;

dass gegen Verfügungen der erstinstanzlichen Gerichte die Beschwerde an die Strafkammer zulässig ist (Art. 393 Abs. 1 Bst. b StPO);

dass der Beschwerdeführer Beschuldigter ist und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung hat, so dass ihm die Beschwerdelegitimation zukommt (Art. 382 Abs. 1 StPO);

dass die Beschwerde innert 10 Tagen schriftlich einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO); diese Frist wurde vorliegend eingehalten (vgl. act. 10);

dass die Beschwerde zu begründen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO; vgl. Rechtsmittelbelehrung, Verfügung vom 20. Juli 2023, S. 2), wobei bei Laienbeschwerden die Anforderungen an die Begründungspflicht nicht allzu hoch anzusetzen sind; die Eingabe muss allerdings selbst in diesen Fällen den Rechtsstandpunkt bzw. die Argumente der Beschwerdeführer hinreichend deutlich werden lassen und diese Argumente müssen sich in sachlicher sowie gebührender Form auf das vorliegende Verfahren beziehen (vgl. z.B. Urteil BGer 6B_278/2013 vom 5. September 2013 E. 1);

Kantonsgericht KG

dass A.________ seine Beschwerde wie folgt begründet: «Hiermit nehme ich Gebrauch von meinem Recht, eine Einsprache zu erheben. Da ich die Ereignisse nach unvollständiger oder unrichtiger Feststellung des Sachverhalts erklären würde»;

dass er sich damit nicht ansatzweise mit der angefochtenen Verfügung, welche festhält, dass er der Verhandlung vom 20. Juli 2023 unentschuldigt ferngeblieben ist und sich auch nicht vertreten liess, auseinandersetzt;

dass auf die Beschwerde demnach mangels Begründung nicht einzutreten ist;

dass gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens tragen; als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird;

dass A.________ als unterliegende Partei die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen hat; sie werden auf CHF 150.- (Gerichtsgebühr: CHF 100.-; Auslagen: CHF 50.-) festgesetzt;

Die Kammer erkennt:

I. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 150.- (Gebühr: CHF 100.-; Auslagen:

CHF 50.-) werden A.________ auferlegt.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 17. August 2023/swo

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin