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502 2022 18 • TC FR 502 2022 18 Généré par l'IA

Appeal Against Narcotics Search and Evidentiary Access Dismissed

Numéro de cause 502 2022 18
Autorité / Tribunal
Juridiction Suisse · Canton de Fribourg (CH-FR)
Date de la décision
Issue du litige Irrecevable (Inadmissible)
Frais judiciaires à la charge du recourant

Synthèse Legislator

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The appellant challenged an order for a house search, seizure, and summons related to a criminal investigation into narcotics offenses, arguing the measures against her were unlawful, and additionally requested immediate access to the evidentiary basis for her suspicion and the deletion of her personal data from administrative systems. The court dismissed the appeal, reasoning that since no coercive measures other than the already executed search (which was justified against her partner) were enforced against the appellant, and since she did not assert a violation of constitutional or ECHR rights, she lacked the requisite current and practical interest in legal protection necessary for the appellate instance to rule on the lawfulness of the prior orders. Furthermore, the requests for evidence disclosure and data deletion were determined to be matters for the public prosecutor's office, not the appellate court.

Regeste Legislator

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Art. 393 Abs. 1 Bst, Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 393 Abs. 2 StPO, Art. 397 Abs. 1 StPO, Art. 391 Abs. 1 StPO, Art. 382 Abs. 1 StPO; Appeal Against Narcotics Search and Evidentiary Access Dismissed: The court dismissed the appeal, reasoning that since no coercive measures other than the already executed search (which was justified against her partner) were enforced against the appellant, and since she did not assert a violation of constitutional or ECHR rights, she lacked the requisite current and practical interest in legal protection necessary for the appellate instance to rule on the lawfulness of the prior orders. Furthermore, the requests for evidence disclosure and data deletion were determined to be matters for the public prosecutor's office, not the appellate court.

Mots-clés

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séquestre de moyens de preuve enquête en matière de stupéfiants droit d'accès aux données perquisition domiciliaire citation à comparaître autres infractions

Dispositions légales citées

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Jurisprudence citée

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Questions juridiques clés extraites par Legislator

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Art. 397 Abs. 1 StPO

This provision is mentioned in the reasoning describing the court's full jurisdiction, but it is not cited in the dispositive orders (I, II, III).

Art. 393 Abs. 1 Bst. a StPO

This provision confirms the admissibility of the appeal, but it is not cited in the dispositive orders (I, II, III).

Art. 396 Abs. 1 StPO

This provision describes the deadline for filing the appeal, but it is not cited in the dispositive orders (I, II, III).

Art. 393 Abs. 2 StPO

This provision describes the grounds for appeal, but it is not cited in the dispositive orders (I, II, III).

Art. 391 Abs. 1 StPO

This provision describes the court's full cognitive power, but it is not cited in the dispositive orders (I, II, III).

Art. 382 Abs. 1 StPO

This provision defines the standing to appeal, but it is not cited in the dispositive orders (I, II, III).

Art. 428 Abs. 1 StPO

This provision is cited for imposing the court costs in the reasoning, but the actual operative part (II) only refers to the amount and the person charged, not the article itself.

Art. 90 ff. BGG

This provision is mentioned in the text following the dispositive regarding the possibility of appealing to the Federal Supreme Court, but it is not cited in the dispositive orders (I, II, III).

Art. 78–81 BGG

This provision is mentioned in the text following the dispositive regarding the possibility of appealing to the Federal Supreme Court, but it is not cited in the dispositive orders (I, II, III).

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Texte complet

Tribunal cantonal TC Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00 tribunalcantonal@fr.ch www.fr.ch/tc

502 2022 18

Urteil vom 7. März 2022 Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser Gerichtsschreiberin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beschuldigte und Beschwerdeführerin, gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Hausdurchsuchung, Beschlagnahme, Vorführung

Beschwerde vom 26. Januar 2022 gegen die Befehle der Staatsanwaltschaft vom 13. Januar 2022

— Pouvoir Judiciaire PJ Gerichtsbehörden GB Kantonsgericht KG

erwägend,

dass mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft vom 24. September 2021 gegen A.________ und ihren Partner B.________ ein Strafverfahren eröffnet wurde wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz;

dass die Staatsanwaltschaft am 13. Januar 2022 einen Hausdurchsuchungsund Beschlagnahmebefehl sowie Vorführungsbefehle betreffend B.________ und A.________ erliess;

dass die Hausdurchsuchung sodann am 18. Januar 2022 von der Kantonspolizei durchgeführt wurde; es wurden insgesamt 14.02 g Marihuana, 0.67 g Haschisch und das IPhone von B.________ sichergestellt; gemäss Durchsuchungsund Sicherstellungsprotokoll vom 18. Januar 2022 gehörten die Drogen B.________;

dass letzterer sodann polizeilich einvernommen wurde; dabei gab er zu, gelegentlich Cannabis zu konsumieren, welches ihm teils geschenkt und teils verkauft wird, und im Besitz von zwei Hanfpflanzen gewesen zu sein;

dass sich A.________ am selben Tag auf den Polizeiposten begab; anlässlich ihrer Einvernahme führte sie aus, dass sie weder Drogen konsumiere noch sonst irgendetwas damit zu tun habe; einzig ihr Partner rauche gelegentlich Marihuana;

dass A.________ am 26. Januar 2022 (Postaufgabe) gegen den Hausdurchsuchungsund Beschlagnahmebefehl sowie den Vorführungsbefehl vom 13. Januar 2022 Beschwerde erhob; sie verlangte zudem «Einsicht in die Beweismittel/Unterlagen resp. in die Grundlagen, welche dazu geführt haben, dass [ihre] Person verdächtigt wurde (vorzugsweise sofort, jedoch spätestens nach Abschluss der Ermittlungen)» sowie das «Löschen aller Informationen zu [ihrer] Person im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen in sämtlichen Verwaltungssystemen»;

dass die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 4. Februar 2022 Stellung nahm; sie beantragte, dass auf die Beschwerde nicht einzutreten sei, da kein aktuelles Rechtsschutzinteresse bestehe, die Vorführungsund Beschlagnahmebefehle nicht ausgeführt wurden und die Hausdurchsuchung hinsichtlich B.________ sowieso hätte durchgeführt werden müssen; subsidiär schloss sie auf Abweisung der Beschwerde;

dass die Beschwerde gegen die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden zulässig ist (Art. 393 Abs. 1 Bst. a StPO);

dass sie innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO); die Beschwerde vom 26. Januar 2022 wurde rechtzeitig eingereicht;

dass mit der Beschwerde Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Sachverhaltsfeststellung und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 393 Abs. 2 StPO);

dass die Strafkammer ohne Verhandlung entscheidet (Art. 397 Abs. 1 StPO) und grundsätzlich über volle Kognition verfügt (Art. 391 Abs. 1 StPO);

dass die Beschwerdeführerin mit ihrem ersten Antrag (Beschwerde, S. 2) verlangen dürfte, dass festgestellt wird, dass die Zwangsmassnahmen rechtswidrig waren;

Kantonsgericht KG

dass nach Art. 382 Abs. 1 StPO jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein Rechtsmittel ergreifen kann; das Interesse muss ein aktuelles und praktisches sein; mit diesem Erfordernis soll sichergestellt werden, dass das Gericht konkrete und nicht bloss theoretische Fragen entscheidet (BGE 144 IV 81 E. 2.3.1 m.H.); ein selbstständiges Feststellungsinteresse hat das Bundesgericht bisher nur bei BV- und EMRK-Verletzungen bejaht (u.a. Urteil BGer 6B_470/2019 vom 9. August 2019 E. 2);

dass abgesehen von der Hausdurchsuchung – welche ohnehin hinsichtlich B.________ durchgeführt wurde – keine weiteren Zwangsmassnahmen vollzogen wurden; der Beschwerdeführerin fehlt es daher diesbezüglich am aktuellen praktischen Rechtsschutzinteresse bzw. an der Beschwer (vgl. u.a. Urteil BGer 1P.703/1999 vom 28. Februar 2000 E. 1a);

dass zudem keine Zwangsmassnahme mehr im Gang ist und die Beschwerdeführerin keine BV- oder EMRK-Verletzung geltend macht, so dass auch aus diesem Grund nicht auf die Beschwerde eingetreten werden kann;

dass überdies die Anträge auf «Einsicht in die Beweismittel/Unterlagen resp. in die Grundlagen, welche dazu geführt haben, dass [ihre] Person verdächtigt wurde (vorzugsweise sofort, jedoch spätestens nach Abschluss der Ermittlungen)» und «Löschen aller Informationen zu [ihrer] Person im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen in sämtlichen Verwaltungssystemen» nicht an die Beschwerdeinstanz, sondern an die Staatsanwaltschaft zu richten sind;

dass die Verfahrenskosten auf CHF 300.- (Gebühr: CHF 250.-, Auslagen: CHF 50.-) festgesetzt und A.________ auferlegt werden (Art. 428 Abs. 1 StPO);

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

Kantonsgericht KG

Die Kammer erkennt:

I. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

II. Die Verfahrenskosten werden auf CHF 300.- (Gebühr: CHF 250.-, Auslagen: CHF 50.-) festgesetzt und A.________ auferlegt.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 7. März 2022/swo

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: