Legislator Jurisprudence & Législation
502 2017 84 • TC FR 502 2017 84 Généré par l'IA

Penalty Order Objection Validity Based on Faxed Submission Signature Requirements

Numéro de cause 502 2017 84
Autorité / Tribunal
Juridiction Suisse · Canton de Fribourg (CH-FR)
Date de la décision
Issue du litige Rejeté (Dismissed)
Frais judiciaires à la charge du recourant

Synthèse Legislator

Généré par l'IA

An individual was convicted via a penalty order for a speeding offense and subsequently filed an objection through their legal representative via fax within the statutory ten-day period. The lower court deemed the objection invalid because a faxed submission lacking an original signature does not satisfy the statutory written form requirement, leading the appeal to argue for the reinstatement of the objection period due to the representative's error. The appellate court dismissed the appeal, reasoning that the penalty order correctly stated the procedural requirements, and an attorney practicing in the jurisdiction is held accountable for knowing and applying the national law, including the strict interpretation that a faxed submission does not meet the required date and signature formalities for an objection.

Regeste Legislator

Généré par l'IA

Art. 393 Abs. 1 Bst, Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 382 Abs. 1 StPO, Art. 354 Abs. 1 StPO, Art. 110 Abs. 1 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO; Penalty Order Objection Validity Based on Faxed Submission Signature Requirements: The lower court deemed the objection invalid because a faxed submission lacking an original signature does not satisfy the statutory written form requirement, leading the appeal to argue for the reinstatement of the objection period due to the representative's error. The appellate court dismissed the appeal, reasoning that the penalty order correctly stated the procedural requirements, and an attorney practicing in the jurisdiction is held accountable for knowing and applying the national law, including the strict interpretation that a faxed submission does not meet the required date and signature formalities for an objection.

Mots-clés

Généré par l'IA
exigence de signature décisions incidentes dépôt d'une plainte pénale dépassement de la vitesse autorisée exécution - Documents à produire fixation de l'amende Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts | Strafrecht

Dispositions légales citées

Généré par l'IA

Jurisprudence citée

Généré par l'IA
Généré par l'IA

Questions juridiques clés extraites par Legislator

Généré par l'IA
Art. 393 Abs. 1 Bst. b StPO

The court confirms the lower court's decision, which confirms the inadmissibility of the appeal, as the appeal to the Cantonal Court was deemed admissible under this provision.

Art. 428 Abs. 1 StPO

The losing party (Beschwerdeführer) is ordered to bear the costs of the appeal proceedings based on this provision.

Vous souhaitez savoir comment cet arrêt s'applique à votre dossier ?

Analysez cette décision avec la législation fédérale, le droit cantonal, la doctrine et la jurisprudence subséquente dans Legislator AI.

Ouvrir dans Legislator →

Texte complet

Tribunal cantonal TC Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01 www.fr.ch/tc

502 2017 84

Urteil vom 28. März 2017 Strafkammer

Besetzung Präsident: Hubert Bugnon Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser Gerichtsschreiberin: Jessica Koller

Parteien A.________, Beschuldigter und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Achim Flauaus

gegen

POLIZEIRICHTER DES SEEBEZIRKS, Beschwerdegegner

Gegenstand Strafrecht – Einsprache gegen Strafbefehl

Beschwerde vom 7. März 2017 gegen den Entscheid des Polizeirichters des Seebezirks vom 14. Februar 2017

— Pouvoir Judiciaire PJ Gerichtsbehörden GB Kantonsgericht KG

Erwägend, dass

A.________ mit Strafbefehl des Oberamtmannes des Seebezirks vom 27. Januar 2017 wegen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zu einer Busse von CHF 600.- zuzüglich Gebühren, Auslagen und Portokosten von CHF 97.- verurteilt wurde (act. 6);

ihm der Strafbefehl am 1. Februar 2017 zugestellt wurde (act. 9);

sein Rechtsvertreter am 9. Februar 2017 per Fax Einsprache gegen den Strafbefehl erhob (act. 10);

die Angelegenheit am 10. Februar 2017 dem Polizeirichter des Seebezirks zur weiteren Behandlung übermittelt wurde (act. 11);

dieser mit Entscheid vom 14. Februar 2017 die Ungültigkeit der Einsprache feststellte und das Verfahren als erledigt abschrieb (act. 12);

A.________ mit Eingabe vom 7. März 2017 dagegen Beschwerde erhob und die Wiederherstellung der Frist zur Einsprache gegen den Strafbefehl beantragte;

gegen Verfügungen der erstinstanzlichen Gerichte die Beschwerde an die Strafkammer zulässig ist (Art. 393 Abs. 1 Bst. b StPO);

sie innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO);

der Beschwerdeführer Beschuldigter ist und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung hat, so dass ihm die Beschwerdelegitimation zukommt (Art. 382 Abs. 1 StPO);

der Beschwerdeführer vorbringt, dass das Formerfordernis dem Anwalt nicht bekannt war und die Nichteinhaltung der Vorschriften nicht durch den Betroffenen selber verursacht wurde;

die beschuldigte Person nach Art. 354 Abs. 1 StPO innert 10 Tagen schriftlich Einsprache gegen den Strafbefehl erheben kann;

Eingaben, für welche das Gesetz Schriftlichkeit gemäss Art. 110 Abs. 1 StPO vorsieht, zu datieren und zu unterzeichnen sind;

ein Telefax, welcher nicht die Originalunterschrift, sondern lediglich eine Kopie derselben enthält, dem Erfordernis der Unterzeichnung nicht gerecht wird (BGE 142 IV 299 E. 1.3.3 m.w.H.);

es ständiger Lehre und Praxis entspricht, dass das Verschulden des Rechtsvertreters der Partei angerechnet wird (u.a. Urteil BGer 6B_1074/2015 vom 19. November 2015 E. 3.1.2 m.w.H.; SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2013, Art. 94 N. 5);

im Strafbefehl vom 27. Januar 2017 in Punkt 3 explizit darauf hingewiesen wird, dass die Verfügung innert 10 Tagen seit Zustellung schriftlich beim Oberamtmann angefochten werden kann, wobei auf die Folgen der unterbliebenen Einsprache hingewiesen wird, so dass der Strafbefehl die strafprozessualen Bestimmungen betreffend die Einsprache korrekt wiedergibt;

von einem anwaltlichen Vertreter verlangt werden kann, dass dieser über die nötigen Kenntnisse verfügt, die es ihm ermöglichen, die massgebenden Gesetzesbestimmungen ausfindig zu machen und gegebenenfalls auszulegen; der Umstand, dass Rechtsordnungen anderer Staaten die Kantonsgericht KG

Anforderungen an die Schriftlichkeit anders auslegen und den Telefax genügen lassen, nichts daran zu ändern vermag; dass wer, wie im vorliegendem Fall als Rechtsanwalt in der Schweiz auftritt, gehalten ist, die schweizerische Rechtsordnung inklusive der gängigen Rechtsprechung zu kennen (BGE 142 IV 299 E. 1.2.2);

die Beschwerde somit offensichtlich abzuweisen ist;

die unterliegende Partei die Kosten des Rechtsmittelverfahrens trägt (Art. 428 Abs. 1 StPO);

die Gerichtsgebühr auf CHF 300.- festzusetzen ist, zuzüglich Auslagen von CHF 70.-;

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Der Entscheid des Polizeirichters des Seebezirks vom 14. Februar 2017 wird bestätigt.

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 370.- (Gerichtsgebühr: CHF 300.-, Auslagen: CHF 70.-) werden A.________ auferlegt.

III. Zustellung.

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 28. März 2017/swo

Präsident Gerichtsschreiberin