Judge Recusal Following Public Access Violation Remand
Synthèse Legislator
Généré par l'IAThe initial police judge, having convicted an individual for an offense and receiving confirmation on appeal, faced a remand from the Federal Supreme Court due to the initial trial violating the principle of public access to justice because the exclusion of the public was deemed disproportionate. Consequently, the first-instance judge requested recusal, citing concerns that his prior ruling, made without public presence, might unduly influence his judgment in a new, public hearing, a sentiment shared by the prosecution and the defendant. The Cantonal Court granted the recusal request, finding grounds for impartiality issues under procedural law, and transferred the case to a different police judge for reassignment.
Regeste Legislator
Généré par l'IAArt. 56 StPO, Art. 18 Abs. 1bis JG, Art. 66 al. 1 LTF; Judge Recusal Following Public Access Violation Remand: Consequently, the first-instance judge requested recusal, citing concerns that his prior ruling, made without public presence, might unduly influence his judgment in a new, public hearing, a sentiment shared by the prosecution and the defendant. The Cantonal Court granted the recusal request, finding grounds for impartiality issues under procedural law, and transferred the case to a different police judge for reassignment.
Mots-clés
Généré par l'IADispositions légales citées
Généré par l'IADécisions connexes
Généré par l'IAQuestions juridiques clés extraites par Legislator
Généré par l'IAThe court took note of the grounds for recusal (Ausstandsgrund) of the Police Judge.
The court designated the Police Judge of the Sense District as the replacement judge without costs.
The court decided that no costs would be levied (although the final order section III does not explicitly cite Art. 66 al. 1 LTF, the reasoning in the body mentions 'ohne Kosten' based on Art. 18 Abs. 1bis JG, which is often linked to cost provisions; however, following the strict rule, if no cost article is explicitly in the dispositive, it should be excluded. Since the dispositive states 'Es werden keine Kosten erhoben' but doesn't cite a cost article explicitly, I will stick strictly to what is cited in I, II, III, IV. I, II, and III contain no explicit legal provision citation other than those already extracted. Therefore, only Art. 56 StPO and Art. 18 Abs. 1bis JG are explicitly cited in the dispositive orders I and II.)
Texte complet
Tribunal cantonal TC Kantonsgericht KG
Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg
T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01 www.fr.ch/tc
502 2017 166
Urteil vom 21. Juni 2017 Strafkammer
Besetzung Präsident: Hubert Bugnon Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser Gerichtsschreiberin: Jessica Koller
Partei POLIZEIRICHTER DES SAANEBEZIRKS, Gesuchsteller
i.S. A.________
Gegenstand Ausstand (Art. 56-60 StPO; 18 JG)
Gesuch vom 6. Juni 2017
— Pouvoir Judiciaire PJ Gerichtsbehörden GB Kantonsgericht KG
erwägend
dass der Polizeirichter des Saanebezirks A.________ am 1. Dezember 2015 der Widerhandlung gegen das Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch schuldig sprach und ihn zu einer Busse von CHF 500.- verurteilte, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei Nichtbezahlen auf 10 Tage festgesetzt und die Verfahrenskosten von CHF 450.- A.________ auferlegt wurden;
dass der Strafappellationshof die gegen dieses Urteil erhobene Berufung am 8. Juli 2016 abwies und das Urteil des Polizeirichters des Saanebezirks vom 1. Dezember 2015 bestätigte;
dass das Bundesgericht mit Urteil vom 25. Januar 2017 die Beschwerde von A.________ guthiess, das Urteil des Kantonsgerichts vom 8. Juli 2016 aufhob und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückwies;
dass der Strafappellationshof mit Urteil vom 22. Mai 2017 die Berufung guthiess, das Urteil des Polizeirichters des Saanebezirks vom 1. Dezember 2015 aufhob und die Sache an diesen zurückwies;
dass aus dem Urteil vom 22. Mai 2017 hervorgeht, dass sich der Ausschluss der Öffentlichkeit von der erstinstanzlichen Hauptverhandlung als unverhältnismässig erweist und gegen das Justizöffentlichkeitsgebot verstösst, sodass das Urteil des Polizeirichters des Saanebezirks vom
1. Dezember 2015 aufzuheben und ihm die Sache zur Durchführung einer neuen öffentlichen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils zurückzuweisen ist, da das erstinstanzliche Verfahren mit der Verletzung des Grundsatzes der Justizöffentlichkeit einen wesentlichen Mangel aufweist, der durch den Strafappellationshof nicht geheilt werden kann;
dass der Polizeirichter des Saanebezirks mit Eingabe vom 6. Juni 2017 beantragt, die Angelegenheit einem anderen Polizeirichter zu übertragen, um dem Beschuldigten ein faires Verfahren zu garantieren, da er selber nicht mehr frei und ohne inneren Zwang seiner richterlichen Überzeugung Ausdruck geben könne, bzw. gänzlich auszuschliessen sei, dass er im Rahmen einer Neubeurteilung von seiner früheren Auffassung aufgrund einer Publikumspräsenz abkommen würde;
dass die Staatsanwaltschaft sich diesem Gesuch nicht widersetzt und festhält, dass der Fortgang des Verfahrens aufgrund der Vorbefassung des Polizeirichters nicht mehr offen erscheine, zumal die Rückweisung ausschliesslich aus formellen Gründen erfolgte;
dass der Beschuldigte beantragt, das Ausstandsgesuch sei gutzuheissen;
dass ein Ausstandsgrund vorliegt (Art. 56 StPO), somit vom Ausstand Vormerk zu nehmen ist und der Polizeirichter des Sensebezirks ohne Kosten als Stellvertreter zu bezeichnen ist (Art. 18 Abs. 1bis JG);
(Dispositiv auf der nächsten Seite)
Kantonsgericht KG
Die Kammer erkennt:
I. Vom Ausstand des Polizeirichters des Saanebezirks in der Angelegenheit A.________ wird Vormerk genommen.
II. Die Angelegenheit wird dem Polizeirichter des Sensebezirks zur Beurteilung überwiesen.
III. Es werden keine Kosten erhoben.
IV. Zustellung.
Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.
Freiburg, 21. Juni 2017/swo
Präsident Gerichtsschreiberin