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501 2020 6 • TC FR 501 2020 6 Généré par l'IA

Prosecutor v. Appellant (Inadmissible Appeal Regarding Narcotics, Weapons, and Identification Offenses)

Numéro de cause 501 2020 6
Autorité / Tribunal
Juridiction Suisse · Canton de Fribourg (CH-FR)
Date de la décision
Issue du litige Irrecevable (Inadmissible)
Frais judiciaires sans frais

Synthèse Legislator

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The appellant was convicted by the first-instance court for multiple offenses under narcotics, weapons, and identification/sign laws, receiving a total effective prison sentence of 16 months plus a fine, and also faced the enforcement of a previously suspended sentence. Both the public prosecutor and the appellant filed appeals, but the appellate court dismissed the appellant's appeal as inadmissible because the written appeal declaration, due twenty days after the reasoned judgment was served, was filed on January 22, 2020; the court reasoned that service was legally deemed complete on December 31, 2019, as the appellant's representative, expecting the judgment, failed to pick up the registered mail, making the deadline expire on January 20, 2020.

Regeste Legislator

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Art. 19 Abs. 1 Bst, Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 34 Abs. 1 Bst, Art. 97 Abs. 1 Bst, Art. 382 Abs. 1 StPO, Art. 399 Abs. 2 StPO; Prosecutor v. Appellant (Inadmissible Appeal Regarding Narcotics, Weapons, and Identification Offenses): Both the public prosecutor and the appellant filed appeals, but the appellate court dismissed the appellant's appeal as inadmissible because the written appeal declaration, due twenty days after the reasoned judgment was served, was filed on January 22, 2020; the court reasoned that service was legally deemed complete on December 31, 2019, as the appellant's representative, expecting the judgment, failed to pick up the registered mail, making the deadline expire on January 20, 2020.

Mots-clés

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infractions à la loi sur les stupéfiants plainte pénale exécution sursis à l'exécution de la peine défaut de qualité du procureur service public Urteil des Strafappellationshofs des Kantonsgerichts | Strafrecht

Dispositions légales citées

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Questions juridiques clés extraites par Legislator

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Art. 403 Abs. 1 StPO

The appeal was dismissed (no entry upon the appeal) because it was filed late, pursuant to this article.

Art. 85 Abs. 2 StPO

Cited in the reasoning to explain the valid method of service (registered mail).

Art. 85 Abs. 4 Bst. a StPO

Cited in the reasoning to determine the deemed date of service for the registered letter.

Art. 87 Abs. 3 StPO

Cited in the reasoning regarding the valid place of service when a legal representative is appointed.

Art. 90 Abs. 1 StPO

Cited in the reasoning regarding the start date of time limits following an event.

Art. 91 Abs. 1 StPO

Cited in the reasoning regarding the deadline for procedural acts.

Art. 91 Abs. 2 StPO

Cited in the reasoning regarding the required place for submitting appeals within the deadline.

Art. 382 Abs. 1 StPO

Cited in the reasoning to confirm the legitimacy of the appellant to file the appeal.

Art. 399 Abs. 2 StPO

Cited in the reasoning regarding the transmittal of the motivated decision to the appellate court.

Art. 399 Abs. 3 StPO

Cited in the reasoning regarding the content and deadline for submitting the written appeal statement.

Art. 66 al. 1 LTF

No equivalent provision was cited in the dispositive (Order II states no costs are levied).

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Texte complet

Tribunal cantonal TC Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00 tribunalcantonal@fr.ch www.fr.ch/tc

501 2020 6

Urteil vom 14. Februar 2020 Strafappellationshof

Besetzung Präsident: Michel Favre Richter: Dina Beti, Markus Ducret Gerichtsschreiberin: Frédérique Jungo

Parteien A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwältin Inge Waeber

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Berufungsgegnerin

Gegenstand Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetzes, Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, Übertretung des Waffengesetzes, Missbrauch von Ausweisen und Schildern – Nichteintreten

Berufung vom 22. Januar 2020 gegen das Urteil des Strafgerichts des Sensebezirks vom 26. September 2019

— Pouvoir Judiciaire PJ Gerichtsbehörden GB Kantonsgericht KG

In Anbetracht dessen, dass das Strafgericht des Sensebezirks A.________ mit Urteil vom 26. September 2019 wegen mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 Bst. a, b, c und g BetmG), wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (Art. 19a Ziff. 1 BetmG), wegen Übertretung des Waffengesetzes (Art. 34 Abs. 1 Bst. e und 26 Abs. 1 WG) sowie wegen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern (Art. 97 Abs. 1 Bst. b SVG) verurteilte, den Vollzug der mit Urteil vom 19. März 2013 des Regionalgerichts Bern-Mittelland bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 13 Monaten anordnete und die Gesamtstrafe auf eine unbedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten und eine Busse von CHF 500.- festsetzte;

dass die Staatsanwaltschaft und A.________ Berufung gegen dieses Urteil anmeldeten;

dass jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen kann (Art. 382 Abs. 1 StPO);

dass der Berufungsführer als beschuldigte Person ein rechtlich geschütztes Interesse an der Änderung des Entscheids im Sinne von Art. 382 Abs. 1 StPO besitzt und somit zur Berufung legitimiert ist;

dass das erstinstanzliche Gericht die Berufungsanmeldung nach Ausfertigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Berufungsgericht übermittelt (Art. 399 Abs. 2 StPO);

dass die schriftliche Berufungserklärung dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils einzureichen und darin anzugeben ist, ob das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen angefochten wird, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt und welche Beweisanträge gestellt werden (Art. 399 Abs. 3 StPO);

dass Mitteilungen an Parteien, die einen Rechtsbeistand bestellt haben, rechtsgültig an diesen zugestellt werden (Art. 87 Abs. 3 StPO);

dass die Zustellung durch eingeschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung erfolgt (Art. 85 Abs. 2 StPO);

dass die Zustellung bei einer eingeschriebenen Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt gilt, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen musste (Art. 85 Abs. 4 Bst. a StPO);

dass die Sendung des begründeten Urteils am 24. Dezember 2019 zur Abholung avisiert wurde mit einer Frist bis zum 31. Dezember 2019 (act. 23b);

dass die amtliche Verteidigerin von A.________ aufgrund der Berufungsanmeldung (act. 21) und insbesondere auch ihres Schreibens vom 10. Oktober 2019 (act. 22) mit der Zustellung des begründeten Urteils rechnen musste;

dass die Zustellung daher am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch, mithin am

31. Dezember 2019, als erfolgt gilt;

dass Fristen, die durch eine Mitteilung oder den Eintritt eines Ereignisses ausgelöst werden, am folgenden Tag zu laufen beginnen (Art. 90 Abs. 1 StPO);

Kantonsgericht KG

dass die Frist nach Art. 91 Abs. 1 StPO eingehalten ist, wenn die Verfahrenshandlung spätestens am letzten Tag bei der zuständigen Behörde vorgenommen wird; Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO);

dass das begründete Urteil am 31. Dezember 2019 als zugestellt gilt, so dass die zwanzigtägige Frist zur Einreichung der Berufungserklärung am 1. Januar 2020 begann und am Montag,

20. Januar 2020, auslief;

dass die effektive Zustellung des begründeten Urteils am 3. Januar 2020 (act. 23b) daran nichts ändert;

dass die Berufungserklärung vom 22. Januar 2020 somit offensichtlich verspätet erfolgte und auf die Berufung nicht eingetreten werden kann (vgl. Art. 403 Abs. 1 StPO);

dass keine Kosten erhoben werden;

Der Hof erkennt:

I. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

II. Es werden keine Kosten erhoben.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 14. Februar 2020/fju

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: