Appeal Dismissed for Failure to Pay Security Fee
Synthèse Legislator
Généré par l'IAThe appellants challenged a first-instance acquittal of the respondent for trespass, but the appellate court refused to consider the appeal because the appellants failed to deposit the security fee of CHF 1,000.00 as ordered by the court pursuant to Article 383(1) of the Criminal Procedure Code, which mandates non-admission of the appeal if the security is not paid on time per Article 383(2) StPO. Consequently, the initial acquittal stands as legally final, and the costs of the appellate proceedings, assessed at CHF 300, were imposed jointly and severally upon the appellants as the losing party.
Regeste Legislator
Généré par l'IAArt. 383 Abs. 1 StPO, Art. 383 Abs. 2 StPO, Art. 136 StPO, Art. 428 StPO, Art. 422 StPO, Art. 33 JR; Appeal Dismissed for Failure to Pay Security Fee: Consequently, the initial acquittal stands as legally final, and the costs of the appellate proceedings, assessed at CHF 300, were imposed jointly and severally upon the appellants as the losing party.
Mots-clés
Généré par l'IADispositions légales citées
Généré par l'IADécisions connexes
Généré par l'IAQuestions juridiques clés extraites par Legislator
Généré par l'IACited as the basis for the court's decision not to enter into the appeal due to the failure to provide security.
Applied to determine that the appealing parties (who failed to comply) must bear the procedural costs.
Cited in the reasoning as the procedural basis allowing the request for security deposit, which led to the non-entry of the appeal.
Cited in conjunction with Art. 33 JR to define what procedural costs include.
Cited to inform parties about the possibility and prerequisites for appealing the current decision to the Federal Supreme Court.
Texte complet
Tribunal cantonal TC Kantonsgericht KG
Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg
T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01 www.fr.ch/tc
501 2016 91
Urteil vom 8. August 2016 Strafappellationshof
Besetzung Präsident: Michel Favre Richter: Adrian Urwyler, Dina Beti Gerichtsschreiberin: Mirjam Brodbeck
Parteien A.________, Privatkläger und Berufungsführer
B.________, Privatklägerin und Berufungsführerin gegen
C.________, Beschuldigter und Berufungsgegner
Gegenstand Hausfriedensbruch – Nichteintreten
Berufung vom 21. April 2016 gegen das Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 4. April 2016
— Pouvoir Judiciaire PJ Gerichtsbehörden GB Kantonsgericht KG
Sachverhalt
A. Mit Urteil vom 4. April 2016 sprach der Polizeirichter des Seebezirks C.________ vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen zum Nachteil der Eheleute A.________ und B.________ in D.________ im Mai 2015, frei. Die Verfahrenskosten auferlegte er dem Staat Freiburg (act. 13‘003 ff.).
B. Gegen dieses Urteil meldeten A.________ und B.________ am 20. April 2016 Berufung an (act. 13‘011). Mit Berufungserklärung vom 25. Mai 2016 (Postaufgabe: 27. Mai 2016), erklärten A.________ und B.________ (nachfolgend: die Berufungsführer), das ganze erstinstanzliche Urteil anzufechten. Sie beantragten sinngemäss einen Schuldspruch C.________s (nachfolgend: der Berufungsgegner) wegen Hausfriedensbruchs.
C. Am 14. Juni 2016 forderte die Verfahrensleitung die Berufungsführer gemäss Art. 383 Abs. 1 StPO auf, innert einer Frist von 30 Tagen eine Sicherheit von CHF 1‘000.00 zu leisten, unter Hinweis auf die Folgen einer nichtfristgerechten Leistung gemäss Art. 383 Abs. 2 StPO.
D. Innert der gesetzten Frist erfolgte keine Zahlung durch die Berufungsführer.
Erwägungen
1. a) Art. 383 Abs. 1 StPO zufolge kann die Verfahrensleitung der Rechtsmittelinstanz die Privatklägerschaft verpflichten, innert einer Frist für allfällige Kosten und Entschädigungen Sicherheit zu leisten (unter Vorbehalt von Art. 136 StPO). Gemäss Art. 383 Abs. 2 StPO tritt die Rechtsmittelinstanz nicht auf das Rechtsmittel ein, wenn die Sicherheit nicht fristgerecht geleistet wird.
b) Die Berufungsführer erhielten die Aufforderung zur Leistung der Sicherheit von CHF 1‘000.00 am 16. Juni 2016. Die Frist von 30 Tagen ist somit am 18. Juli 2016 abgelaufen. Bis am 25. Juli 2016 konnte der Strafappellationshof keine Zahlung seitens der Berufungsführer verbuchen. Auf die Berufung ist daher mangels Leistung der verlangten Sicherheit nicht einzutreten.
2. Gemäss Art. 428 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 StPO i.V.m. Art. 33 JR).
In Anwendung dieser Bestimmungen werden die Gerichtskosten auf CHF 300.- festgesetzt (Gebühren: CHF 250.-; Auslagen: CHF 50.-) und den Berufungsführern unter solidarischer Haftung auferlegt. Da der Schriftenwechsel erst nach Erhalt des Kostenvorschusses aufgenommen worden wäre, sind dem Berufungsgegner im Berufungsverfahren keine entschädigungswürdigen Aufwände entstanden; die Ausrichtung einer Parteientschädigung rechtfertigt sich daher nicht.
Kantonsgericht KG
Der Hof erkennt:
I. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
Das Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 4. April 2016 wird rechtskräftig.
II. Die Kosten des Verfahrens werden A.________ und B.________ unter solidarischer Haftung auferlegt.
Die Gerichtskosten werden auf pauschal CHF 300.- festgesetzt.
Es wird keine Parteientschädigung zu gesprochen.
III. Zustellung.
Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78-81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.
Freiburg, 8. August 2016/mbr
Präsident Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin