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TPF 2014 137 • BStGer TPF 2014 137 KI-generiert

Criminal Asset Seizure Order Must Reflect Current Purpose

Geschäftsnummer TPF 2014 137
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesstrafgericht (BStGer) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

If the purpose of an asset seizure changes during a criminal investigation, the original seizure order must be revoked and a new one issued with the amended purpose, allowing the affected individual to appeal the revised seizure. In this case, the seizure was initially based on asset forfeiture, but later justified by a different type of seizure. The court found that changing the seizure's purpose without issuing a new order and without explaining the change violated the affected party's right to be heard. Therefore, the case was remanded for a new, properly reasoned seizure order or release of the assets.

Legislator-Regeste

Amtlich

Beschlagnahme von Vermögenswerten; Änderung des Zwecks der Beschlagnahme. Rechtliches Gehör.;;Séquestre de valeurs patrimoniales; modification du but du séquestre. Droit d'être entendu.;;Sequestro di valori; cambiamento della ragione del sequestro. Diritto di essere sentito.;;Beschlagnahme von Vermögenswerten; Änderung des Zwecks der Beschlagnahme. Rechtliches Gehör.

Schlagwörter

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Einziehung von Deliktsvermögen Reihenfolge der Pfändung Anspruch auf rechtliches Gehör Pfändung Strafuntersuchung Umlaufvermögen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 29 Abs. 2 BV

Used to uphold the appeal due to a violation of the right to be heard.

Art. 46 Abs. 1 VStrR

Cited as the initial legal basis for the seizure, which was subsequently changed.

Art. 70 Abs. 1 StGB

Cited as the initial legal basis for the seizure, which was subsequently changed.

Art. 71 Abs. 1 StGB

Cited as the new legal basis for the seizure, indicating a change in the purpose of the seizure.

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Volltext

TPF 2014 137

aux débats des journalistes accrédités, de leur communiquer une copie de l'acte d'accusation peu avant les débats, comme cela figure à l'art. 15 al. 1 let. a du règlement du Tribunal pénal fédéral sur les principes de l'information. La prestation prévue par cette disposition pourrait en effet avoir pour résultat que les noms cités dans l'acte d'accusation qui paraissent bénéficier de la protection des art. 162 et 273 CP parviennent à la connaissance d'autres personnes que les journalistes accrédités, c'est-à-dire à la connaissance de tiers auxquels ils ne sont pas destinés. Pour pallier ce risque, le Tribunal pénal fédéral renonce à transmettre une copie de l'acte d'accusation aux journalistes accrédités. Ces derniers pourront en revanche, moyennant demande préalable, consulter celui-ci à la chancellerie du Tribunal pénal fédéral durant dix jours ouvrables avant le début des débats. L'acte d'accusation communiqué à la Cour de céans n'étant pas très long – il comporte quatorze pages au total –, cette mesure apparaît suffisante pour permettre aux journalistes accrédités de se préparer aux débats de manière appropriée. Cette consultation est soumise à la même condition que celle de leur participation aux débats. En conséquence, les journalistes accrédités ne pourront faire aucune copie ou photographie de l'acte d'accusation pendant la consultation.

TPF 2014 137

24. Auszug aus dem Beschluss der Beschwerdekammer in Sachen A. gegen Eidgenössische Steuerverwaltung vom 27. November 2014 (BV.2014.47, BP.2014.47)

Beschlagnahme von Vermögenswerten; Änderung des Zwecks der Beschlagnahme. Rechtliches Gehör. Art. 46 Abs. 1 VStrR, Art. 70 Abs. 1, 71 Abs. 1 StGB, Art. 29 Abs. 2 BV Ändert sich im Verlaufe des Strafverfahrens der Zweck einer Beschlagnahme von Vermögenswerten, ist der ursprüngliche Beschlagnahmebefehl aufzuheben und ein neuer mit der geänderten Zweckbestimmung zu erlassen. Der Betroffene muss die Möglichkeit haben, sich gegen die geänderte Beschlagnahme mit einem Rechtsmittel zur Wehr setzen zu können (E. 3.4).

TPF 2014 137

Séquestre de valeurs patrimoniales; modification du but du séquestre. Droit d’être entendu. Art. 46 al. 1 DPA, art. 70 al. 1, 71 al. 1 CP, art. 29 al. 2 Cst. Si, au cours de la procédure pénale, le but du séquestre de valeurs patrimoniales est modifié, l’ordonnance de séquestre d’origine doit être annulée et remplacée par une nouvelle qui indique le nouveau but. La personne touchée par le séquestre doit être en mesure de recourir contre la nouvelle ordonnance (consid. 3.4).

Sequestro di valori; cambiamento della ragione del sequestro. Diritto di essere sentito. Art. 46 cpv. 1 DPA, art. 70 cpv. 1, 71 cpv. 1 CP, art. 29 cpv. 2 Cost. Se lo scopo di un sequestro di valori si trasforma nel corso della procedura penale, l'originale ordine di sequestro va modificato indicando la nuova ragione dello stesso. L'interessato deve avere la possibilità di ricorrere contro il sequestro modificato (consid. 3.4).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat im Rahmen einer Strafuntersuchung gegen A. dessen Konten bei der Bank B. sperren lassen, mit der Begründung, dass die betreffenden Vermögenswerte voraussichtlich der Einziehung unterliegen würden. Im Beschwerdeverfahren, das von A. gegen die Kontosperre angestrengt worden ist, führt die ESTV aus, die Voraussetzungen einer Ersatzforderungsbeschlagnahme seien gegeben.

Die Beschwerdekammer hiess die Beschwerde gut und wies die Angelegenheit zum neuen Entscheid an die ESTV zurück.

Aus den Erwägungen:

3.4. Während die Beschwerdegegnerin zum Zeitpunkt der Beschlagnahme dem Wortlaut der Beschlagnahmeverfügung vom 3. Juli 2014 zufolge offensichtlich davon ausging, die gesperrten Vermögenswerte würden einer Einziehung nach Art. 46 Abs. 1 VStrR (implizit i.V.m. Art. 70 Abs. 1 StGB) unterliegen, begründet sie die angeordnete Kontosperre im vorliegenden Beschwerdeverfahren neu und fast ausschliesslich damit, dass

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die Voraussetzungen einer Ersatzforderungsbeschlagnahme nach Art. 2 VStrR i.V.m. Art. 71 Abs. 1 StGB gegeben seien, ohne sich zu den Gründen der Zweckänderung zu äussern. Es kann sich im Verlauf eines Strafverfahrens unter Umständen herausstellen, dass ein beschlagnahmter

Gegenstand oder Vermögenswert nicht für den angegebenen, aber zu einem anderen Zweck in Frage kommt. Eine solche Zweckänderung hat jedoch zur Folge, dass der ursprüngliche Beschlagnahmebefehl aufgehoben und ein neuer Beschlagnahmebefehl mit der nunmehr «neuen» Zweckbestimmung erlassen werden muss, mit der Möglichkeit, dass sich der Betroffene gegen die geänderte Beschlagnahme mit einem Rechtsmittel zur Wehr setzen kann (HEIMGARTNER, Strafprozessuale Beschlagnahme, Zürich/Basel/Genf 2011,

S. 274). Dies gilt umso mehr, wenn selbst die gesetzliche Grundlage der Beschlagnahme sich verändert hat, also die Voraussetzungen einer jeglichen Grundrechtseinschränkung gemäss Art. 36 Abs. 1 BV, und in concreto der Eigentumsgarantie nach Art. 26 BV (vgl. MÜLLER/SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 1021–1023; HEIMGARTNER, a.a.O.,

S. 24–26). Erfährt der Betroffene – wie vorliegend – erst im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens vom geänderten Beschlagnahmezweck, wird er in seinem verfassungsmässig garantierten Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt. Dies wiegt vorliegend umso schwerer, als die Beschwerdegegnerin jegliche Begründung zur Zweckänderung der Beschlagnahme vermissen lässt. Eine ausnahmsweise Heilung der Verletzung des rechtlichen Gehörs kommt in Anbetracht der Schwere der Gehörsverletzung nicht in Betracht.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs gutzuheissen und die Angelegenheit zwecks Erlasses einer neu begründeten Beschlagnahme oder Freigabe zurückzuweisen. Die Beschlagnahme ist bis dahin aufrechtzuerhalten. […]