Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
TPF 2009 15 • BStGer TPF 2009 15 KI-generiert

Witness Statements Admissible Without Prior Cross-Examination If Defense Had Opportunity

Geschäftsnummer TPF 2009 15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesstrafgericht (BStGer) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The court ruled that statements from a witness could be used as evidence even if the defendant did not have the opportunity to question the witness. The court reasoned that the defendant, through their legal counsel, had access to the case files and the opportunity to request a re-examination of the witness during the proceedings. Since the defense did not exercise this right, and the witness's testimony was not the sole or decisive evidence, the use of the statements was deemed permissible under Article 6(3)(d) of the European Convention on Human Rights.

Legislator-Regeste

Amtlich

Belastungszeuge; Konfrontationseinvernahme.;;Témoin à charge; audition de confrontation.;;Testimone a carico; interrogatorio di confronto.;;Belastungszeuge; Konfrontationseinvernahme.

Schlagwörter

KI-generiert
Zeugenaussage Besuchsrecht Begründung Vorbenutzung Unschuldsvermutung Befragung durch Staatsanwaltschaft

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK
Cited as the legal basis for the right to confront witnesses, which was found not to have been violated in this case.
Art. 6 ch. 3 let. d CEDH
Art. 6 ch. 3 let. d CEDH Lorsque l'accusé pourvu d'un défenseur n'exige d'interroger un témoin à charge ni lors de la procédure préliminaire ni lors de l'administration des preuves par le tribunal, l'utilisation de ce moyen de preuve est admissible (consid.

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK

Cited as the legal basis for the right to confront witnesses, which was found not to have been violated in this case.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

TPF 2009 15

TPF 2009 15

4. Auszug aus dem Entscheid der Strafkammer in Sachen Bundesanwaltschaft gegen C. vom 5. November 2008/2. Dezember 2008 (SK.2008.12)

Belastungszeuge; Konfrontationseinvernahme. Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK Verlangt der verteidigte Angeklagte weder im Vorverfahren noch im Beweisverfahren vor Gericht, einen Belastungszeugen zu befragen, ist die Verwertung dieses Beweismittels zulässig (E. 1.4).

Témoin à charge; audition de confrontation. Art. 6 ch. 3 let. d CEDH Lorsque l'accusé pourvu d'un défenseur n'exige d'interroger un témoin à charge ni lors de la procédure préliminaire ni lors de l'administration des preuves par le tribunal, l'utilisation de ce moyen de preuve est admissible (consid. 1.4).

Testimone a carico; interrogatorio di confronto. Art. 6 n. 3 lett. d CEDU Se l’accusato assistito da un avvocato non chiede di interrogare un testimone a carico né nella procedura preliminare né nella procedura probatoria dinanzi al Tribunale, è ammesso l’utilizzo di questo mezzo di prova (consid. 1.4).

Urteil des Bundesgerichts 6B_756/2009 vom 26. November 2009: Die Beschwerde wurde abgewiesen, soweit auf sie einzutreten war.

Aus den Erwägungen:

1.4 Die Verteidigung rügt im Zusammenhang mit den Aussagen der Auskunftsperson J., wonach die Wohnung in Winterthur von Ende November 2004 bis Mai 2005 leer gestanden sei, eine Verletzung des Konfrontationsrechts, weshalb diese nicht verwertbar seien.

TPF 2009 15

Das Bundesgericht hat entschieden, dass ein Angeschuldigter in einem Strafverfahren gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK Anspruch darauf hat, bei der Befragung von Belastungszeugen anwesend zu sein und diesem Fragen zu stellen (BGE 131 I 476 E. 2.2; 118 Ia 462 E. 5.a; 116 Ia 289 E. 3). Mit Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK soll ausgeschlossen werden, dass ein Strafurteil auf Aussagen von Zeugen abgestützt wird, ohne dass dem Beschuldigten wenigstens einmal eine angemessene und hinreichende Gelegenheit gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Zeugen zu stellen (BGE 131 I 476 E. 2.2; 118 Ia 462 E. 5a; 116 Ia 289

E. 3a; 113 Ia 422 E. 3c). Dem Anspruch, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, kommt insofern grundsätzlich ein absoluter Charakter zu; er erfährt aber in der Praxis eine gewisse Relativierung (BGE 131 I 476 E. 2.2): So gilt er nur, wenn dem streitigen Zeugnis alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung zukommt, dieses also den einzigen oder wesentlichen Beweis darstellt (BGE 131 I 476 E. 2.2; 129 I 151 E. 3.1). Dem Angeklagten war somit grundsätzlich die Möglichkeit einzuräumen, der Auskunftsperson Fragen zu stellen. Die Verteidigung hatte während des ganzen Verfahrens Akteneinsicht und jederzeit die Möglichkeit, die erneute Einvernahme von

J. zu verlangen und ihm Fragen zu stellen. Sie hat trotz Aktenkenntnis verzichtet, eine Gegendarstellung zur angeblich leer stehenden Wohnung aufzustellen und allenfalls Anträge zu stellen. Dies hätte sie bis zum Schluss des Beweisverfahrens in der Hauptverhandlung vorbringen können, was aber nicht geschehen ist. Eine Verletzung des Konfrontationsrechts ist somit nicht gegeben. Auch bilden die Aussagen von J. nicht das ausschlaggebende Beweismittel.