Witness Summons Appeal Dismissed as Non-Appealable Interim Decision
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA witness sought to appeal a summons to testify in an international mutual legal assistance case, arguing they had nothing to contribute. The court found that under the applicable legal framework, specifically Article 80e of the Mutual Assistance in Criminal Matters Act, only interim decisions causing irreparable harm through asset seizure or the participation of foreign parties are independently appealable. A summons for witness testimony does not fall into these categories, rendering it a non-appealable interim decision. Therefore, the court dismissed the appeal and imposed costs on the appellant.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 57 Abs. 1 VwVG, Art. 1 Abs. 1 IRSG, Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m, Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG, Art. 12 Abs. 1 IRSG, Art. 80e Abs. 2 IRSG; Witness Summons Appeal Dismissed as Non-Appealable Interim Decision: The court found that under the applicable legal framework, specifically Article 80e of the Mutual Assistance in Criminal Matters Act, only interim decisions causing irreparable harm through asset seizure or the participation of foreign parties are independently appealable. A summons for witness testimony does not fall into these categories, rendering it a non-appealable interim decision. Therefore, the court dismissed the appeal and imposed costs on the appellant.
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KI-generiertUsed to determine that the subpoena to appear as a witness in a legal assistance proceeding is not an independently appealable interim decision.
Basis for imposing costs on the complainant as the proceedings were not entered.
Cited in conjunction with Art. 63 Abs. 1 VwVG regarding the imposition of costs.
Basis for setting the court fee.
Cited in conjunction with Art. 63 Abs. 5 VwVG for setting the court fee.
Volltext
Bundesstrafgericht
Tribunal pénal fédéral
Tribunale penale federale
Tribunal penal federal
Gesc häftsnummer: RR.2015.258
Entscheid vom 16. September 2015 Beschwerdekammer
Besetzung Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, Tito Ponti und Roy Garré, Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja
Parteien A., Beschwerdeführer
gegen
BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin
Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Lettland
Beschwerde gegen Vorladung im Rechtshilfeverfahren; Zwischenverfügung
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- das Regionalgericht Riga am 18. Mai 2015 in einem Strafverfahren gegen B.
an die Schweiz gelangt ist und unter anderem um Einvernahme von A. als Zeuge ersucht hat (act. 1.1);
- die Bundesanwaltschaft mit Vorladung vom 4. September 2015 A. aufgefordert hat, am 19., 20., 22. und 26. Oktober 2015 als Zeuge im Einvernahmezentrum […] persönlich zur Einvernahme zu erscheinen (act. 1.2);
- A. gegen die Vorladung mit Beschwerde vom 15. September 2015 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt ist und beantragt, ihn als Zeuge in diesem Rechtshilfeverfahren zu streichen, da er nichts beitragen könne (act. 1);
- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet worden ist (Art. 57 Abs. 1 VwVG).
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Lettland sich primär nach den einschlägigen Staatsverträgen, insbesondere nach dem Europäischen Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR;
SR 0.351.1 und dem zweiten Zusatzprotokoll (2. ZP; SR 0.351.12), richtet;
das Rechtshilfegesetz (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung über internationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11)
zur Anwendung gelangen, soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend regelt (Art. 1 Abs. 1 IRSG); auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG);
- gemäss Art. 80e Abs. 2 IRSG der Schlussverfügung vorangehende Zwischenverfügungen selbständig angefochten werden können, sofern sie einen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken, a)
durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen oder b) durch die Anwesenheit von Personen, die am ausländischen Prozess beteiligt sind;
- nach der bundesgerichtlichen Auslegung die Aufzählung der selbständig anfechtbaren Zwischenverfügungen in lit. a und b von Art. 80e Abs. 2 IRSG grundsätzlich abschliessend ist (s. BGE 126 II 495 E. 5);
- die Rechtsmittelordnung von Art. 80e IRSG abschliessend für alle Anordnungen der ausführenden Behörden in Rechtshilfeverfahren gilt; darunter auch Vorladungen zu Zeugeneinvernahmen in Rechtshilfeverfahren fallen;
- die Vorladung zur Zeugeneinvernahme eine nichtselbständig anfechtbare Zwischenverfügung darstellt (Art. 80e Abs. 2 lit. a und b IRSG e contrario);
- demnach auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG); die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 400.-- anzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m.
Art. 8 BStKR).
Demnach erkennt die Beschwerdekammer:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
Bellinzona, 16. September 2015
Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin:
Zustellung an
- A.
- Bundesanwaltschaft, unter Beilage eines Doppels der Beschwerde
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe
Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (Art. 93 Abs. 2 Satz 1 BGG).