Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BP.2016.29 • BStGer BP.2016.29 KI-generiert

Provisional Measures Denied in Money Laundering Investigation

Geschäftsnummer BP.2016.29
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesstrafgericht (BStGer) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

A party facing a money laundering investigation requested provisional measures to halt a deposition in Brazil and access to case files, arguing that without these measures, their appeal would become moot. The court denied the request, reasoning that appeals generally do not have suspensive effect, that the party could be represented by counsel in Brazil, and that even if the appeal were successful, the deposition could potentially be repeated or other forms of hearing could be sought, thus not rendering the appeal moot.

Legislator-Regeste

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Art. 388 StPO, Art. 148 Abs. 1 lit. a StPO, Art. 387 StPO, Art. 147 Abs. 2 StPO, Art. 147 Abs. 3 StPO; Provisional Measures Denied in Money Laundering Investigation: The court denied the request, reasoning that appeals generally do not have suspensive effect, that the party could be represented by counsel in Brazil, and that even if the appeal were successful, the deposition could potentially be repeated or other forms of hearing could be sought, thus not rendering the appeal moot.

Schlagwörter

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Geldwäschereiuntersuchung Vorläufige Maßnahmen Parteianhörung prozessuale Einreden Haftersatzmassnahme Pfändungsbegehren Vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO).

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 388 StPO

This article grants the judicial authority the power to take necessary and urgent procedural and precautionary measures. It is cited in the reasoning section as the legal basis for the court's potential actions regarding provisional measures.

Art. 387 StPO

This article states that appeals generally do not have a suspensive effect, unless otherwise stipulated by the Swiss Criminal Procedure Code or ordered by the judicial authority. It is mentioned in the reasoning to explain the general rule regarding the lack of suspensive effect for appeals.

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Volltext

Bundesstrafgericht

Tribunal pénal fédéral

Tribunale penale federale

Tribunal penal federal

Gesc häftsnummer: BP.2016.29 (Hauptv erfahren: BB.2016. 94)

Verfügung vom 4. Mai 2016 Beschwerdekammer

Besetzung Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Referent, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien A., vertreten durch Rechtsanwalt Jean-François Ducrest,

Gesuchsteller

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Gesuchsgegnerin

Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO)

Der Referent hält fest, dass:

- die Bundesanwaltschaft unter der Verfahrensnummer SV.15.0177 u. a. gegen A. eine Strafuntersuchung führt wegen des Verdachts der Geldwäscherei (vgl. BB.2016.94, act. 1.5);

- sie diesbezüglich ein Rechtshilfeersuchen an die brasilianischen Behörden stellte, mit welchem sie u. a. die Befragung von B. verlangte, und A. gestützt auf Art. 148 Abs. 1 lit. a StPO einlud, zuhanden der ersuchten Behörde Fragen zu formulieren (vgl. BB.2016.94, act. 1.9);

- der Vertreter von A. um Akteneinsicht zwecks Vorbereitung dieser Einvernahme ersuchte und mitteilte, an der Einvernahme persönlich teilnehmen zu wollen (BB.2016.94, act. 1.8);

- er mit Schreiben vom 15. April 2016 erneut Einsicht in die Akten der hierzulande geführten Strafuntersuchung verlangte und die Bundesanwaltschaft ersuchte, bei den brasilianischen Behörden zu verlangen, seine Anwesenheit anlässlich der fraglichen Einvernahme in Brasilien zu gestatten (BB.2016.94, act. 1.10);

- die Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 18. April 2016 auf diese Anträge nicht eintrat bzw. diese abwies (BB.2016.94, act. 1.1);

- A. hiergegen am 29. April 2016 Beschwerde erhob (act. 1);

- er gleichzeitig um Erlass folgender vorsorglicher Massnahmen ersucht:

«faire interdiction au Ministère public de la Confédération d’accomplir ou faire accomplir tout acte d’instruction et toute administration de preuves dans le cadre de la procédure SV.15.0177, en particulier l’audition de Monsieur B., dans l’attente de droit jugé sur le présent recours; ordonner au Ministère public de la Confédération de surseoir à l’éxécution de toute commission rogatoire déjà été transmise aux autorités brésiliennes dans le cadre de la procédure SV.15.0177, en tant qu’elle consiste en l’audition de Monsieur B. et/ou de tout autre partie à la procédure SV.15.0177 au Brésil, ce jusqu’à droit jugé sur le présent recours […]» (act. 1).

Der Referent zieht in Erwägung, dass:

- der Beschwerde, abweichende Bestimmungen der StPO oder Anordnungen der Verfahrensleitung der Beschwerdekammer vorbehalten, keine aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 387 StPO);

- die Verfahrensleitung der Beschwerdekammer gegebenenfalls die notwendigen und unaufschiebbaren verfahrensleitenden und vorsorglichen Massnahmen trifft (Art. 388 StPO);

- der Verfahrensleitung bei ihren diesbezüglichen Entscheiden ein weiter Ermessensspielraum zusteht, sie dabei aber sicherzustellen hat, dass ihr Entscheid das Beschwerderecht nicht seines Inhalts beraubt und insbesondere den Rechtsstreit nicht gegenstandslos werden lässt (Urteil des Bundesgerichts 1B_271/2013 vom 3. Oktober 2013, E. 2.1);

- der Gesuchsteller zur Begründung seines Gesuchs darlegen muss, dass er ohne Gewährung der aufschiebenden Wirkung einen nicht wieder gutzumachenden bzw. zumindest einen nur schwer wieder gutzumachenden Nachteil zu erleiden droht (vgl. u. a. die Verfügung des Bundesstrafgerichts BP.2014.56 vom 15. Oktober 2014 m.w.H.);

- es dem in Brasilien domizilierten Gesuchsteller allenfalls offen steht, sich anlässlich der durchzuführenden Einvernahme durch seinen dortigen Anwalt vertreten zu lassen (vgl. hierzu BB.2016.94, act. 1.9, Ziff. 2);

- keinen Anspruch auf Verschiebung einer Beweiserhebung in der Schweiz hat, wer sein Teilnahmerecht geltend macht (Art. 147 Abs. 2 StPO);

- dieser Grundsatz auch im vorliegenden Fall zu gelten hat;

- selbst im Falle einer Gutheissung der Beschwerde der Gesuchsteller gegebenenfalls eine Wiederholung der Einvernahme beantragen oder die Gewährung des rechtlichen Gehörs in anderer Form verlangen könnte (vgl.

Art. 147 Abs. 3 StPO analog);

- das Gesuch nach dem Gesagten abzuweisen ist;

- die Kosten dieser Verfügung bei der Hauptsache verbleiben;

und verfügt:

1. Das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen wird abgewiesen.

2. Die Kosten der vorliegenden Verfügung verbleiben bei der Hauptsache.

Bellinzona, 4. Mai 2016

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Referent: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

- Rechtsanwalt Jean-François Ducrest (vorab per Telefax)

- Bundesanwaltschaft (vorab per Telefax)

Rechtsmittelbelehrung Gegen diese Verfügung ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.