Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BG.2014.2 • BStGer BG.2014.2 KI-generiert

Jurisdiction Dispute Over Theft Charges Upheld in Fribourg

Geschäftsnummer BG.2014.2
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesstrafgericht (BStGer) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The court dismissed a complaint challenging the jurisdiction of the public prosecutor's office in the Canton of Fribourg. The prosecutor's office had agreed to investigate charges of trespassing and minor property offenses, which originated from a complaint filed in the Canton of Bern. The defendant argued for a change in jurisdiction, but the court found that the charges in Fribourg were based on theft, a more severe offense than those in Bern. According to Swiss criminal procedure, the jurisdiction for multiple offenses lies with the authority where the most serious crime was committed, thus upholding the Fribourg prosecutor's jurisdiction and denying the request for legal aid.

Legislator-Regeste

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Art. 41 Abs. 2 StPO, Art. 29 Abs. 3 BV, Art. 186 StGB, Art. 139 Abs. 1 i.V.m, Art. 172ter StGB, Art. 41 Abs. 2 Satz; Jurisdiction Dispute Over Theft Charges Upheld in Fribourg: The prosecutor's office had agreed to investigate charges of trespassing and minor property offenses, which originated from a complaint filed in the Canton of Bern. The defendant argued for a change in jurisdiction, but the court found that the charges in Fribourg were based on theft, a more severe offense than those in Bern. According to Swiss criminal procedure, the jurisdiction for multiple offenses lies with the authority where the most serious crime was committed, thus upholding the Fribourg prosecutor's jurisdiction and denying the request for legal aid.

Schlagwörter

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Strafanzeige geringfügiger Diebstahl Belegenheit des Grundstücks öffentliches Eigentum Zuständigkeitsfragen Staatsorgane

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 34 Abs. 1 StPO

Used to determine the competent authority for prosecution when multiple offenses are committed in different locations.

Art. 41 Abs. 2 Satz 1 StPO

Establishes the right to appeal decisions on jurisdiction to the Federal Criminal Court's Complaints Chamber.

Art. 428 Abs. 1 StPO

Governs the imposition of court costs on the party losing the appeal.

Art. 73 StBOG

Regulates the determination of court fees in federal criminal proceedings.

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Volltext

Bundesstrafgericht

Tribunal pénal fédéral

Tribunale penale federale

Tribunal penal federal

Gesc häftsnummer: BG.2014.2, B P.2014. 3

Beschluss vom 5. März 2014 Beschwerdekammer

Besetzung Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Cornelia Cova, Gerichtsschreiber Miro Dangubic

Parteien A.,

Beschwerdeführer

gegen

1. KANTON FREIBURG, STAATSANWALT- SCHAFT,

2. KANTON BERN, GENERALSTAATSANWALT- SCHAFT,

Beschwerdegegner

Gegenstand Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO);

unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV)

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

- die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg (nachfolgend "StA FR") eine Strafuntersuchung gegen A. u.a. wegen Diebstahls führt (Verfahrensakten,

S. 2166);

- die B. Genossenschaft am 14. November 2013 Strafantrag gegen A. wegen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) und geringfügigen Vermögensdelikts (Art. Art. 139 Abs. 1 i.V.m. Art 172ter StGB) bei den Strafverfolgungsbehörden des Kantons Bern stellte (Anzeigerapport der Kantonspolizei des Kantons Bern vom 15. November 2013);

- die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern die StA FR mit Schreiben vom 12. Dezember 2013 um Übernahme der aus dem obgenannten Strafantrag resultierenden Strafuntersuchung ersuchte (Verfahrensakten,

S. 2156);

- die StA FR mit Schreiben vom 8. Januar 2014 den Gerichtsstand betreffend Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) und geringfügigen Vermögensdelikts (Art. Art. 139 Abs. 1 i.V.m. Art 172ter StGB) anerkannte (act. 1.1);

- A. dagegen mit Eingabe vom 11. Januar 2014 Beschwerde erhebt; der Beschwerdeführer zudem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt (act. 1);

- die StA FR mit Beschwerdeantwort vom 26. November 2013 beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten (act. 5);

- die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit Schreiben vom

29. Januar 2014 auf Beschwerdeantwort verzichtete (act. 6);

- die Eingaben der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zugestellt wurden (act. 7).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

- sich die Parteien gegen die von den beteiligten Staatsanwaltschaften getroffene Entscheidung über den Gerichtsstand (Art. 39 Abs. 2) innert 10 Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts beschweren können (Art. 41 Abs. 2 Satz 1 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);

- Art. 34 Abs. 1 StPO folgendes festhält: "Hat eine beschuldigte Person mehrere Straftaten an verschiedenen Orten verübt, so sind für die Verfolgung und Beurteilung sämtlicher Taten die Behörden des Ortes zuständig, an dem die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat begangen worden ist. Bei gleicher Strafdrohung sind die Behörden des Ortes zuständig, an dem zuerst Verfolgungshandlungen vorgenommen worden sind";

- dem Beschwerdeführer im Kanton Freiburg Diebstahl (Art. 139 Abs. 1 StGB) und im Kanton Bern Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB) sowie ein geringfügiges Vermögensdelikt (Art. Art. 139 Abs. 1 i.V.m. Art 172ter StGB)

vorgeworfen werden;

- Diebstahl das schwerste der vorliegend zur Diskussion stehende Delikte im Sinne von Art. 34 Abs. 1 StPO ist; die Anerkennung durch die StA FR folglich im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen erfolgte, weswegen die Beschwerde abzuweisen ist;

- gemäss obiger Ausführungen die Beschwerde sich zum Vornherein als aussichtslos erweist, infolgedessen auch das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist;

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 800.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162).

Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt.

Bellinzona, 5. März 2014

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

- A.

- Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Freiburg

- Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.